W 1^61 Ujgj WZ DoMerrrag den V §e'oruar WÄW Aber Lüge war's darum nicht mnider. Und --- und das Unglück trieben dich damals Glückslasten. Roman von Hanns von ZobeltiK (NaMrruck verboten^ (Fortsetzung.) Wäre das, was jene Stunde gab, Siebe gewesen, dann hätte es Dauer haben müssen.. Dauer unter taufem zen vielleicht, aber es hätte.aus rhrcm Herzen nicht aus gelöscht werden können, ohne tiefe -Wunden erlassen. Dann hätte sie gekämpft und-gerungen und hatte gefixt oder wäre untergegangen, alles um der.Liebe willen. H Dornenkrone mit Wonnesreuden getragen,, wäre-mit ihm gegangen bis ans Ende der .Welt — einer Welt zum Nun ja — weh hatte -es ja getan. Das Scheiden. Schmerzlich weh. Aber in die -Tiefe war es doch nicht Schwapp, war Dodo hoch, machte sechs tiefe Brust- atemzüge und fünf Kniebeugen. „Diese Manner! Fahren, mit Erlaubnis zu sagen. Hab ich je so etwas von miserabler Kinderstube erlebt. „Mir könn'n Se och noch 'ne ^las spendieren, Fräulein!" Denk dir, Signe. Oder in 'ner andern Note: „Merjnädigste, was kostet es mehr, wenn Sie antrinken?" Stell dir vor, Signe. Und Fräulein Barnberg hat's getan . . . nämlich immer mit dem Zusah: zum Besten der Hauspflege. Brrr — brrr — brrr! Nein, da lob ich mir doch unsere Leutnants. Bissel auf den Kopf gefallen ist der eine ja auch, bissel affig der andere — na ja — aber sie haben wenigstens Manieren. Es gibt sogar — Schwapp, schlug sich Dodo mit der flachen Hand selbst 9e0aE’: bei mir nicht! Sei-ehrlich, Signe: bei dir nicht! Und als er dich fragte: willst du Gedttldhabenundvaruni um unserer Liebe willen? — da hat deut ^a ihn belogen. Nicht so wissentlich, daß du nun selber den wem en Stab über dich zu brechen brauchtest, denn du empfandest nichts von der Luge. Wer Lüae war's darum nicht minder. Und nicht der Schmerz und das ungiua ttieucn ulu# hinaus aus dem Elternhaus, sondern dessen Enge tat § und die Sehnsucht tat's, in die große weite Welt htnauszuschauen. Sei ehrlich, Signe, die Liebe war nur ein gant winziges Rad- d)en®ä« nud) nur eine Spur großer Liebe in dir gewesen, dann hättest du ihn nicht zurückgewiesen, als er Vater schrie. Denn Liebe wäre nicht erstorben und erloschen in einem ^ahr und nach einem Jahr. o. , , Du hast ihn nicht geliebt! Seine heiße Liebe hat nur, wie der Stahl aus dein Stein, ent Fünkchen tn deinem Herzen entzündet. Znr Flamme reichte es nicht Und Signe sann weiter, sann den beiden Jahren nach, die sie in der Fremde verlebt hatte. Gesprochen hatte sie nie davon und wurde nie davon sprechen: in der Hast und Unruhe dieses Lebens an der Seite der nervösen, voii Ort zu Ort hetzenden Fürstin hatte es ihr an Huldigungen und Bewerbungen doch nicht gefehlt. Da war der kluge Kunstgelehrte gewesen, der ihr in Siena zu Füßen gelegen — da war der Marchese, der sie von Venedig bis Rom verfolgt hatte. ^tat on um Station, um ihr dann tn den Ruinen ^ Goldenen Hauses heiße Liebesworte zuzuraunen. Der Schotte, den der englische Generalkonsul in Florenz ihr vorgestellt hatte und der zwei Wochen lang den Blumenmarkt für sie das Herz hatte bei all dem nie gesprochen. Dann und wann — immer ehrlich, Signe — dann und lvann hatte sich wohl deine Eitelkeit umschmeichelt gesuhlt; ebenso oft ist es dir lästig gewesen, wenn die sehnsüchtiges Augen dich anschauten. Gleichgültig blieben sie dir alle " "Grade so gleichgültig, wie dir nun dieser Prinz ist. Vielleicht ist dein Herz überhaupt des Himmelauf- 'mrchzens und des Zutodebetrübtseins nicht sahtg. Viel- auss Mäulchen. , ., „Es gibt sogar — ?" fragte Signe lächelnd vom Schreibtisch herüber. „ , „Na, im Grunde, warum soll ich's denn nicht sagen: es gibt sogar sehr nette darnnter." Und sie marschierte Qait§ militärisch mit heruntergedrückten Fußspitzen und wtmderlich wuchtigen Schritten auf die Schwester los, machte kurz vor ti)T gravitätisch Halt, legte die Rechte salutierend an die Stirn und fragte: „Haben Sie eigentlich schon einmal ge- lübt, Fräulein Sügne von Gudarcza?^ Können Sie mich vielleicht sagen, wie das tut, Fräulein Sügne von Gudarcza? Die Düchter lassen mir darüber nämlich int Unklaren, Fraulein Sügne, denn weil sie untereinander uneinig sein sind. Ich möcht's aber gern wissen, denn weil ich tn das Alter bin, wo eine Jungfrau das wissen tun muß!" Signe hatte herzlich gelacht, hatte „du Schäfchen, gesagt und der Schwester zugleich einen Kuß und einen Klap. gb^Nun saß sie doch und sann selber über den Kern der Frage in der grotesken Hülle nach. War ihr schon einmal der Glucksbecher gefüllt gewesen? War das wirklich Liebe gewesen, war's nur ein kurzer Rausch, der sie damals mit Viktor zusammenfuhrte? Damals — Sie schloß die Augen —■ .... damals, als er sie zum ersten Male an sich ritz —- O es war wohl eine Stunde gewesen, die sie nicht Missen wollte. Mutter hatte neulich über die „^ugend- eselei" gespottet, und sie hatte -das häßliche Wort nicht dulden wollen. Nein — nimmermehr! - Und wenn eS ein Rausch gewesen war, der verflog-wie ent Traum, schon war es dock — schön war -es doch — , . Ein Hauch holden Idealismus hatte'auf lener Stunde geruht. Eine goldene Znkunftshossnung war -mit ihr verwoben gewesen. 70 leicht zählst km zu den Frauen, die durchs Leben gehen, ohne die große Leidenschaft, das Mtfel aller Rätsel, gekannt zu haben. Und die trotzdem am Ende ihrer Tage sagen mögen: es war doch schön. Vielleicht kannst du darum auch ohne Liebe heiraten. Grade du! Sei doch auch da ehrlich: was verlangt denn dein Herz — sag lieber: was verlangt denn deine Seele, wenn nun schon das Herz nicht mitsprechen soll? Freude am Dasein verlangt es, Genuß des Lebens, wie du es auffassest. So wie du es auffassest — und wenn diese Auffassung andere auch äußerlich nennen mögen. Mag sie's fein. Du willst gefeiert und bewundert sein. Das könntest du vorläufig noch auf Jahre hinaus, auch als Mädchen haben. Du bist ja noch jung gottlob. Doch du willst — sei ehrlich, Signe, — die größere Freiheit, die Möglichkeit selständiger Bewegung: und die kann dir nur die Stellung als Frau geben. Aber so, wie du dir das wünschest, nur dann, wenn du in einen großen Rahmen hineintrittst. Nur nichts Enges, nichts 'Kleines! Und es muß doch auch ein Rahmen sein, aus dem heraus du wirken kannst. Nicht nur gesellschaftlich im engen Sinne. In deinen Salons müssen Staatsmänner und Politiker verkehren. Gelehrte und Künstler. Man soll dein Urteil schätzen und suchen. Du wirst Talente suchen und finden, kurst sie fördern, sie zur Geltung bringen ... Selbständigkeit — aber auch dem Manne gegenüber, dem du dein Jawort gibst ... > Immer bestimmter trat Hoburgs Gestalt in den Bannkreis ihrer Gedanke:;. Sie spielte noch mit ihnen, aber int Spiel nahmen sie schon festere Gestaltung an. Und sie wog immer klarer und immer kühler das Für und Wider ab. Signe überlegte. Der Prinz hatte den klangvollen Namen. Es bedurfte nur der rechten Hattd, den zur Geltung zu bringen. Sein Besitz und ihr Vermögen gaben dazu das äußerliche feste Fundament. Und dann und dann: er würde Wachs in ihren Händen sein. Es sprach so vieles für ihn: er war geistig nicht bedeutend, aber wie anerzogene Vorsicht verschleierte das. Er war immer korrekt, er vergab sich nie etwas. Schließlich — er machte auch keilte schlechte Figur. Man hatte ihr wohl von ihm gesagt: er spiele. Ja doch! Er hatte im Deufelsparadies qn de»?Riviera gespielt — wer spielte da aber nicht! Sogar die Fürstin, so geizig sie war, hatte ein paar Goldfüchse gesetzt und verloren, und grade die Fürstin hatte Hoburg wiederholt als einen Pedanten bezeichnet. Manchmal erschien er wirklich als Pedant. Nun: Pedanten können keine leidenschaftlichen Jeuratzen sein. Und am Ende, eine kluge Frau gewöhnt einem Mann, der sie liebt, auch solch eine Passion ab. — Gestern hatte sie ihn ivieder getroffen. In der Ausstellung bei Schulte. Sie war ihm ausgewichen. Ueber- all traf sie auf ihn; in den Gesellschaften, im Theater, in den Konzertsälen. Es war, als ob er ahnte, wo sie ausging, welche Veranstaltungen sie besuchte. Und sie konnte ihm nicht immer ausweichen. Sie wollte es auch gar nicht mehr. Drüben auf der Etagere stand der große Korb blauroter Rosen, die er heut geschickt. Dodo hatte vorhin noch ihre Späßchen darüber gemacht: „Dein Prinzlein scheint deine Vorliebe für Symphonien in Blau zu ahnen." Wenn er nun kam — und er kam gewiß--- Signe erhob sich und schritt ein paarmal durch das Zimmer. Es war doch die große Entscheidung des Lebens. Und wahrlich: leicht nehmen wollte sie die nicht. Nicht wie o viele Mädchen ihres Alters mit angehaltenem Atem !>en Sprung ins Ungewisse fittt. ' Sich nichts vortäuschen, ich nichts vorgaukeln. Auch das erwog sie ganz klar: Hoburg hatte gewiß schon in Florenz für sie heiß empfunden. Aber über das Flirten war er nicht hinausgekommen. Konnte er auch gar nicht hinauskommen, denn auch ihm war die kühle Mäßigung seines Standes anerzogen, die sich sagen mußte: zur Geliebten gibt sich dieses Mädchen nie hin, und heiraten? Kannst du ein Mädchen heiraten, das arm ist tme eine Kirchenmaus! Das dabei als deine Frau Ansprüche machen würde wie eine Millionärin. Sie verargte chm feine vorsichtige Zurückhaltung nicht. Und je ruhiger, kümer ]te nachsann, desto weniger verargte sie ihm auch, daß der Gedanke einer Werbung in ihm erst Gestalt gewonnen hatte, feit er wußte, daß sie eine reiche Erbin fei. | Auch das lag ganz klar vor ihr: ihre herbe Zurückhaltung,, ihr abweisendes Wesen hatten die Flamme erst geschürt. Auch das war ja Männerart, die durch Widerstand immer gereizt werden will. Er mochte nur kommen ■— < Selbstverständlich keine Ehe zur linken Hand. Nichts Unklares. Vollberechtigung auch in der äußeren Form. Darin mochte, mußte er sich mit den Hausgesetzen abfinden, sich mit den Agnaten auseinandersetzen. Es fehlte ja auch nicht, an Beispielen, daß das möglich war. Umsonst hatte kie nicht in den letzten Tagen den Gothaer Almanach durchblättert. Und die Gurdaezas waren Uradel, der Freiherrn- stand seit dreihundert Jahren in der Familie. Wenn der Stammbaum nicht rein war, wenn mütterlicherseits dis Ahnen fehlten — das war im zwanzigsten Jahrhundert nicht mehr ausschlaggebend. Er sollte nur kommen — Und als sie das Rollen eines Wagens in der stillen da wußte sie ganz genau: das ist er. Und sie lächelte. Straße hörte und wie der Wagen vor der Einfahrt hielte J5ie lächelte auch dann, als Mutter atemlos he rauf- gestürzt kam, vor Erregung völlig würdelos: „Signe, der Prinz. Und Vater ist nicht da. Und er will dich sprechen. Signe, mein Kindf . . . ^igne . . . also doch!" Muttert schloß sie in die Arme, küßte sie: „Was wirst du ihm sagen, Signe? Mein Gott, du bist so unberechenbar. Du hast ja auch so komische Reden über ihn geführt. So, als obi du dir gar nichts aus ihm machst. Ach . . . wie mein armes Herz hämmert. Signe, überleg es dir genau. Ich kann dir ja nicht zureden. Das darf ich nicht . . Leise löste sie sich aus den Armen der Mutter. Und lächelte. Lächelte ihr sieghaftes Lächeln, während sie langsam die Treppe hinabstieg, lächelte, als sie über die Schwelle trat und Hoburg die Hand hinstreckte: „Das ist ja sehr liebenswürdig, Durchlaucht! Papa ist leider nicht zu. Hause..." . > Aber im gleichen Augenblick, noch ehe er zu sprechen begann, durchrieselte es sie fvie etn Eis schauer. Das Lächeln erstarb auf ihren Lippen, und sie fühlte eine Schwäche in sich, daß sie willenlos auf den nächsten Stuhl! uiedersank. Es schrie in ihr: Nein! Nein! , Nicht daß der Mann, der ihr gegenüberstand, sie ab- schreckte. An ihn dachte sie gar nicht, er war ihr in dieser Minute so gleichgültig wie irgend ein anderer. Nur den eine Gedanke war in ihr: nicht ohne Liebe durchs Lebens gehen! Nicht ohne Liebe — (Fortsetzung folgt.) Ans Schneeschuhen. Won Rechtsanwalt L. Raab (Gießen). (Schluß.) Da geschah es denn eines Tages, daß sie wieder zusammen absuhren. Hatte sie sich zuviel auf den Halt, den er ihr mit starken Händen bot, verlassen oder bei dem Gedanken, von dem lieben Menschen, dessen aufrichtige Verehrung immer mehr zu Tag trat, so durchs ganze Leben geführt zu werden, ihn von der Seite zu viel bewundernd angesehen und dabei die Strecke vor sich vernachlässigt — ehe sie recht wußte, wie's kam (ihre Schneeschuhe hatten vorne „geschert"), schlug sie einen Purzelbaum, daß der Schnee weithin auseinanderstob — und Hugo? Er hätte sich als gewandter Läufer dsirch Loslassen noch vielleicht vor dem Sturz retten können. Im Bestreben aber, dte Schwankende aufrecht zu erhalten, verlor er selbst den Halt und siel zugleich mit ihr kopfüber in den Schnee und schlug mit den Schneeschuhen noch einen Halbkreis. Sie waren, so gefallen, daß sie nicht mehr wußten, was rechtes Bein und linkes Bein. Die Schi ineinander und durcheinander, der eine in entgegengesetzter Richtung, wie der andere; die Lookoongruppe schien ihnen der reinste Waisenknabe an Verstrickung zu f.in. Zum Glück war der Sturz gut abgegangen. Leuchen hatte es kurz vorher nicht glauben wollen, daß man derart verwickelt fallen könne, daß man kaum aufstchei- könne. Seine erste Frage war, ob sie sich, oder er ihr wehzcta» habe, was sie lächelnd verneinte, obwohl er mit seiner rech.eu Schulter schwer auf ihren Arm gefallen war. Seine Bemühungen, los zu kommen, waren vergebens. Beim Bestreben, lunächst ihr zu Helsen und nach ihr zu sehen — wie reizend sah sie wieder in ihrer Hilflosigkeit aus, die lieben Augen so schelmisch und so nah auf ihn gerichtet! — rutfchte er immer näher nach ihr hin. Leuchen hatte im Zufall einen starken Bundesgenosten: Hugo fiel ihr tatfächlich förmlich zu und als er sagtet 71 $,'$68 Schicksal Hat unL mit freit Schneeschuhen sörmlich aneinandergekettet, liebes Fräulein Leuchen", war er schon ganz nahe nnd, was noch fehlte, hals sie dein Schicksal nach: jetzt tonnte er Nicht anders, er mußte sein geliebtes Mädchen küssen. Sie sagte zwar, weil sich dies so schickt, mit geheucheltem Vorwurf „Aber Herr GroteEs war nicht so ernst gemeint und er hatte dies auch richtig herausgehört. Es eilte ihr gar nicht mit dem Ausstchen. Der Schnee war ja so weich und sie hätte auch mit dem besten Willen nicht aufstehen können. Endlich schnallte er sich und ihr die Schneeschuhe ab und dann erst gelang es, sie auf die Beine zu bringen. Leuchens Tischnachbar hatte den Sturz mit angesehen und kam hinzugelausen, da er Schlimmes befürchtete. Als er sah, daß nichts weiter passiert war, als daß zwei verliebte junge Leute die eigentümliche Lage benutzten, Liebeserklärungen auszurauschen, da zog er sich diskret zurück. Es hatte ein Sturz für den unbeteiligten Zuschauer wieder einmal gefährlicher ausgesehen, als es in Wirklichkeit war. Er lachte aber doch verständnisvoll vor sich hin und verglich die beiden Verliebten mit den beiden feuerspeienden Vulkanen, die s. Zt. die erstaunten Süd- polarsahrer mitten im Schnee und Eis der vereisten Südkape der Erde entdeckt hatten. Er hatte nun seine heimliche, neidlose Freude an den jungen Leuten. Daß Hugo Leuchens Schneeschuhe so oft nachsehen mußte, ihr beim strafferen Anziehen der locker gewordenen (wenigstens behauptete er dies) Wickelgamaschen half, weil sie so „leichter an Gewicht" seien, nicht von ihrer Seite ging, selbst Abends beim Mondschein ihr seine Zeit, widmete, wo das Schneeschuhlaufen wegen des ost sich durch die Kälte bildenden Krustenschnees nicht ungefährlich war, das sand sie ganz in der Ordnung. Sie verlebten glückliche Tage, so daß sie mit Recht auf einer kurzen Ansichtskarte mit reizender Vogelsberger Winterlandschast ihrer Mutter schreiben konnte: „Es ist hier oben himmlisch." Sie hatte im Januar Geburtstag, frn wollte tx zu ihrer Mutter kommen, um ihre Hand anhalten und dann follt-e Verlobung gefeiert werden. Nun hatten sie sich viel zu erzählen von ihren Familien, von ihrer Jugend; sie tauschten Reisecrinnerungen aus, besprachen seine Berufsaussichten, ihre Ausstattung, den künftigen Wohnsitz (ifrt „trautes Nestchen", wie sie es nannten) und tausend Dinge, mit denen sich heimlich Verlobte unterhalten. So heimlich, als sie sich dachten, war der „Fall", Leuchen gegen Hugo jedoch nicht geblieben. Klein Dorchen, ein Drei- Käsehoch, war zur Muttchen gestürmt-und hatte ihr zugeflüstert „Du, Alami, weißt du auch was Neues, das Fräulein aus Karlsruhe und der Hugo haben sich gern; sie fällt so oft, wenn er in der Nähe ist", und klein Bärbchen, ein Zweikäsehoch, hebt wichtig das Fingerchen und fügt hinzu: „und dann macht er soviel Aufhebens von ihr; sie nennen sich auch schon Du und kommen immer zum Essen zu spät". An Silvester hielt einer eine launige Rede; selbst in Schnee und Eis glühe Liebe und fänden sich gleichgestimmte Seelen. Leuchen und Hugo sahen sich selig an, stießen auf das Wohl derer mit an, die sich finden würden, verschmitzt lächelnd und sich absichtlich „Sie"-zend und hatten nicht gemerkt, daß bei dem Toast fast die ganze Gesellschaft auffallend nach ihnen hingesehen hatte. Ja, dafür hat man doch auch beim Schifahren Interesse. „Wie kommt es nur, daß bei mir keiner anbeißt," dachte Grete Lipsius. Sie kam sich schon so alt vor, war aber erst Mitte Zwanzig. Ihr Vater hatte wieder geheiratet und ihr Stief- brÄderchen, das sie ja sehr lieb hatte, spielte zu Hanse die erste Geige; um ihn drehte sich alles; ihre Stiefmutter war für eine mütterliche Freundin noch zu jung und so hatte Grete im Schisport einen guten Anlaß gefunden, sich zu Hanse seltener zu geigen. Sie kannte den Schwarzwald und sein herrliches Schigelände, frte Vogesen, hatte den Schisport an seiner Quelle, in Norwegen, bewundert und war ziemlich selbständig im Auftreten geworden, hatte es jedoch im Schneeschuhlauf nicht viel weiter gebracht. Da war ihr denn ein Tischnachbar ausgefallen, der wie sichs herausstellte, als Bergassessor in der Rhön geologische Studien getrieben Und nun den Vogelsberg auf seine Schneeschuhlaufverhältnisse kennen lernen wollte. Hermann Badenow, so hieß er, war ein etwas schrullenhafter Mensch; er hatte schon einige Dutzende ver- gebene Bindungen an seinen Schneeschuhen ausprobiert, tüftelte ist an Verbesserungen herum und hatte gerade die Vogelsberger idung im Ausprobieren, am linken Schneeschuh altes System, am rechten neueres System. Noch mehr fiel an ihm die mehrfarbige Schneebrille auf, die er stets trug, auch wenn kein Sonnenlicht blendete. Er war sich noch nicht im Karen, ob blaue oder! graue Gläser vorzuziehen seien, deshalb hatte er rechts ein blaues, links ein graues Brillenglas. Man nannte ihn scherzweise den >,doppeläugigen Assessor". Grete hörte ihm gern zu, wenn er sich/ ein geborener Thüringer, in sächselnder Gemütlichkeit, mit Preußischem Schneid vereint, gab. Im übrigen kam er ihr leider nicht näher. Als sie jedoch einmal im Schnee an einer steilen Stelle ausglitt und ihn in der Nähe vorbeigleiten sah, rief sie ' ihm zu: „Helfen Sie mir, Herr Assessor!" Er aber fuhr stolz vorbei und meinte: „Gnädiges Fräulein, beim Schisport hört jede Galanterie aus". Ja, so sind diese Herren, seufzte Grete, nur wenn ein Mädchen jung und schön ist, dann sind sie merkwürdig vergeßlich, dann eilen sie zu helfen und wissen nichts vom Krengen Sportgesetzm. Badenow, der sich mit triumphierender Miene und sehr herablassend nach ihr umgeschaut hätte, kam nicht weit, schon nach wenigen Metern stoppte der eine Schi, der andere rannte mit einem Teil des Körpers weiter und Hermann Badenow lag ganz verzwickt im Schnee. Er war so rasch gefallen, daß er nicht einmal merkte, daß der zurückgebliebene Schi die Spitze verloren hatte. Grete hätte triumphieren können, sie sann aber rasch auf edle Rache; sie schnallte ab und ging zu freut Assessor- der nicht sehr stolz vor ihr lag und die Lippen aufeinander biß- denn am einen .Knöchel fühlte er einen brennenden Schmerz; er hatte sich eine Zerrung zugexogen. Grete befreite ihn aus seinen "Schneeschuhen und in umgekehrten Rollen wie in „Hermann und! Dorothea" geleitete sie nun „ihren" Hermann, der merklich hinkte, zum Klubhaus. Dort legte sie ihm einen Verband an, um dem Gelenk festen Halt zu geben; sie hatte einen Kursus in „erster Hilfeleistung frei Unglücksfällen und Pflege Verwundeter im Krieg" mitgemacht und das kam ihr zustatten. Badenow wurde dann auf dem flachen Unfallschlitten nach Breungeshain und von da mit Fuhrwerk nach Schotten zu einem Arzt gebracht, der ihn regelrecht verband und mit dem nächsten Zug nach Fulda sandte. Greta hatte den Transport bis Breungeshain begleitet und sich den aufrichtigsten Tank ihres Patienten, der versprach, an Kaisers! Geburtstag wieder zu kommen, verdient. Nun war Grete luftig* sie war nicht mehr neidisch auf die glücklichere „Müllerin", sie gönnte ihr das Glück von Herzen und beim Silvestertoast stieß sie mit ihr auf ein, wer weiß, vielleicht auch für sie selbst frohes Jahr an. Dann verließ sie die lärmende Gesellschaft und bewunderte draußen den Sternenhimmel. Grete hatte ein tiefes Gemüt und viel Sinn für die Schönheit der Natur. Sie tonnte sich manchmal nicht satt sehen am Raureif, der in einer seinen Formen die Fichten silbergrau überzog, oder die Buchen wie reizende Filigranarbeit aussehen ließ, wenn die Sonne zwischen ihnen hindurchschien und die feinsten Aestchen sich gleißend weiß vom strahlenden Blau des Himmels abhoben. Sie konnte lange versunken da stehen und die Stimmungen der Abenddämmerung an sich vorüberzichen lassen, vom grünlichen, sanft gelben Ton veS Nachmittagshorizonts und der gekräuselten.Wolkenfülle deck Zeniths, bis zum feurigen Abendhiinmel, der in Flammen zu! stehen schien, purpurrot, wie mit leuchtendem Blut übergossen; wie Protuberanzen an der Sonnenscheibe, schienen einzelne Flammenzungen aus der Glut des Wolkeumeeres aufzuschießeu, eilt Züngeln ganzer brennender Garben. Beschreiben läßt sichs nicht, nicht malen, das muß man sehen und bewundern. Nun sie draußen stand, packte sie die Allgewalt des von Millionen funkelnder Sterne übersäetcn Nachthimmels. Auf ihrer Seele lag die strahlende Pracht des unendlichen Alls. Vielleicht läuft man dort auf anderem Erden auch Schneeschuhe, vielleicht ist man glücklicher und friedlicher als auf unserem Planet, einem winzigen Körnchen, einem Sonnenstäubchen in dem UnernieMchm. Die Milchstraße glich einem weißstrahlenden Wolkenschleier, voll schimmernder Sternhaufen; einzelne Sterne, wie Sirius, leuchteten, wie kleine Monde. Es machte ihr einen unbeschreiblichen Eindruck. Hätten die Eisheiligen ein Einsehen, dann würden sie den Assessor, für den sie trotz seiner Schrullen eine tiefe Neigung gefaßt hatte, rasch gesunden lassen und ihn an Kaisers Geburtstag wieder nach beut Vogelsberg führen, und er würde sich zu einer patriotischen Tal aufschwingen und um ihr Jawort bitten. Sie flüsterte säw« dieses Ja vor sich hin; da zog ein leuchtender Sternschnuppem von West nach Ost, nach der Rhön zu, ja direkt nach Fulda, wie sie ganz deutlich sah; sie nahm dies als gute Vorbedeutung iut und ihre Träume führten sie ins Elysium. Konrad Aüemann. Zu seinem 200. Geburtstage, 1. Februar. In Konrad Ackermann ehrt die deutsche Bühne einen ihrer drstm Bahnbrecher und Begründer und dem Lehrer Ekhoss iin.fr Schröders. Sein Leben war ein Roman. Geboren am 1. Februar zu Schwerin, verlebte er eine etwas wilde Jugend, machte unter dem Feldmarschall Münnich die Türkenkriege mit und wurde schließlich nach mancherlei überstandenen Fährnissen Schauspieler und zuletzt gar „Prinzipal", Leiter und Besitzer eines wandernden Theaters. Sein erstes Auftreten fand — übrigens beinahe gleichzeitig mit denk Ekhofs — unter der Leitung Schönemanns statt; dann schloß er sich dem Wandertheater der Frau Schröder, der Mutter des großen Schröder an, die er 1749 in Moskau heiratete. Später gelangte er nach Königsberg, baute sich hier ein Theater, mußte das Unternehmen wegen des Ausbruchs des siebenjährigen Krieges, int Stiche lassen, wanderte mit seinem Theater bis nach der Schweix hinunter, machte dann Kehrt und gelangte schließlich nordwärts bis Hamburg, wo er längere Zeit Halt machte. Sein Aufenthalt in Hamburg ist für die Theatergeschichke besonders wichtig, denn die Ackermannschen Schauspieler spielen in Lessings Hamburgischer Dramaturgie eine gewisse Rolle. Ackermanns eigene Familie, darunter sein Stiefsohn Schröder, bildete den Stamm seiner Gesellschaft; dazu kamen die Hensel, später Ethos, Borchers und andere. Das beste Bild von Ackermannck Tätigkeit als Schauspieler gibt vielleicht die Charakteristik,. die sein Stiefsohn Schröder von ihm entworfen hat: „Der komische. Schauspieler stand in ihm weit über dem tragischen, aber in ersterem Fache gab es durchaus keine Rolle, die er nicht vollkommen dar- stellte. Ich erinnere mich nicht, in den langen Jahren meiner 72 Bilderrätsel. Sluilöiuua in nächster wummer. in voriger Nummer: T o 8 g b 1 g e e b 0 tt n e g 0 b g 0 d 1 e b tt b e d l a b s Auflösung des Gitterrätsels T A sehr pikanten Brünette, gespielt wurde; die kecken Blicke und da» forsche Auftreten der Dame schienen den Gerichtsvollzieher tm höchsten Grade ju tuteressieren. Ich lieh die Szene einmal, zwet- mal, dreimal wieder iolen und . . . fragte hm und wieder Herrn Ehalouette um seine Meinung; er gab uns allerlei Fingerzeige, spielte sogar zum Teil mit, umarmte Frl. Denise, wie es die Noll« verlangte und ging schließlich mit ihr „durch dre Älitteltur <$ • An diesem Tage probten wir nicht werter I Am nächsten Tage aber kam Herr Ehalouette wieder und so von jettf ab jeben xag. Eines Morgens frühstückte ich mit ihm. Er gestand nur errötend, dah er auch einmal ein Stück geschrieben habe, und las eS mrr beim Nachtisch vor; eS war ein ganz miserabler Einakter, den ich aber stürmisch bewunderte und dessen Manuskript ich ihm, vor Aufregung zitternd, aus den Händen riß. . , Mein Stück wurde mit Erfolg gespielt. Lande! bezahlte feine Schulden und verkaufte sein Theater: er fabriziert heute ®ummt- reiien für Automobile. Denise, die noch immer hübsch ist, -st die Hauptstütze eines unserer staatlichen Theater. Herr Ehalouette aber, der vollständig ruiniert ist, verdient setzt 3,50 Franken als Adressen« schreiber." ---------— humoristisches. * Sümot des Auslandes. Stimme am Telephznl „Hattoh, bist du da, Liebling? - Mist Eoguette: „Ja, wer spricht da?"--„Erzählen Sie Ihrer Frau alles, was Ste tun, während sie fort ist?" - Nein, das besorgen schon die Na^. darinnen " — — „Warum ist Ihr Mann so ärgerlich r —> „Er ist sechs Wochen ohne Arbeit gewesen." — „Ich meinen, das würde ihm gut gepaßt haben." — „Das stimmt, aber eben hat er Arbeit bekommen."--„Doktor, Dennis, btt Diener des alten Gutsbesitzers, „meinen Sie nicht auch, daß der Herr mächtig dünn wird?" — „Tas hat nMs M bed^tei^ Dennis," erwiderte der Doktor, „er war zu dick. Er wrrd sich Wähler fühlen, wenn er dünner ist." — „Gern wöslich, sagt, Dennis ganz enttäuscht, „aber ich werde bann nicht mehr im^ stände sein, seine alten Anzüge zu tragen. Beobachtung eine einzige Uevertreibüng von Z^bemerkt zü lmben. . s Hub mit welchen Sprachwerkzengen hat die Natur ihn versehen i Ackermann war in der Tat eine kräfttge,,?ou^o?2tlick^glt und auch körperlich, war tx *S* Landwirtschaft aus und tat sich auf seine Kenntnis se in der Nrznet- | ^nst nickt wenig zu Gute. Alles in allem war er em frischer, aeiiiiider derber Mann, der beim Spiel alles aus sieh selbst Heraus, | «fine Borbild sckmf. Gegen seine äußere Leitung des Theaters I wendeten die Kritiker und später auch die Mttglieder seiner gruppe I mancherlei ein. Zuweilen brachte er geschmacklose Zusammen- I stellungen, etwa nach Lessings Minna von Barnhelm etn Ballett, I außerdem aber liebte er den äußeren Prunk. Er baute sich in Hamburg nicht nur ein eigenes Theattt, | sondern hielt auch darauf, daß bei Ballett airffuhrungen dre Aus- I ftartuna durchaus echt war. Unter Koch und Schönemann war die I die Wett des Lins gewesen; Ackermann aber führte überall schönere Stoffe ein, echte Tressen uud Sttckereien Hier- I durch geriet er nicht nur tu Widerspruch mit seinen Btnftlern, 1 s,rudern es gingen auch häufige Geldverlegenheiten daraus hervor, I a?s kr^siF schließlich mit einigen seiner Wnstler entzweite, war es mit der Herrlichkeit der Ackermannschen Truppe auf längere I Seit vorbei. Im Hamburg trat die Hensel in Verbindung nut | bem Kaufmanne Sevler an die Stelle der Ackernmnnschen Truppe, ! und deren Reste führten toieber ein unstetes Wanderleben. Ackermanns Ende war ziemlich traurig. Seine Theater-Angelegenheiten, besonders die Geldfragen, wurden immer verwickelte^ I er zog sich schließlich von seiner Wanderbühne zurück, überließ I beren Leitung seiner Frau und feinem Stiefsohne und ging zu | Verwandten nach Mecklenburg. Nach einiger Zeit kehrte er wieder | w feiner Truppe zurück, aber kurz darauf fand er einen unruhm- | feen lob Er erlag einer Verletzung am Fuße, die er selbst behandeln $u Tonnen glaubte, am 13. November 1771. Alexander Vision, die Generalprobe und der Gerichtsvollzieher. Der eben verstorbene französische Lustsvieldichter Alexander I B i s f o n, dessen „Seliger Toupmel" und „Schlafwagenkontrolleur I Unzählige in stürmische Heiterkeit versetzt hoben, war em Mann, der auch im Leben Humor hatte. Die Erzählungen aus feinem Lebensgange, die er gelegentlich in französischen Blättern verohent- I licht bat, geben davon manchen Beweis, aber keines feiner Erlebnisse ist so originell und humorvoll, wie die Generalprobe mit dein Gerichtsvollzieher, die er einmal unter höchst merkwürdigen Umständen abzuhalten hatte. „r. „ ... . Es war in recht weit »ergangenen Tagen, Bisson batte ein Stück geschrieben, das er für luftig hielt, und wollte es gern bet dem Theater anbringen, das sein Freund Laridel leitete. Aber acbl dem Theater des Herrn Laridel ging es svottichlecht und mr den armen Direktor hatte kein Mensch mehr Interesse, als der Ge° ! richtsvollzieher Ehalouette, der ibn einem Argus gleich auf Schritt und Tritt verfolgte. Umsonst stellte ihm Bisson vor, daß m einem Manuskripte wahre Schätze verborgen lagen; man brauchte nur fein Stück einzuüben und aufzuführen und alles wurde gerettet ein - Laridel hatte den Mut verloren. Er wollte ganz einfach anskneifen, zu seinem Onkel in die 9lormanbie re'ien, dort m Ruhe angeln und fein Theater Theater sein lassen. A!it Muhe erreichte Bisson von ihm so viel, daß er ihm völlige ^rechest gab, nut fernem Stücke und seinem Theater zu machen, was er wolle, unter seiner alleinigen Verantwortlichkeit und unter völligem Ausschlüsse des mutlosen La^^e<)en $ro5[| Künstlern, die er brauchte, zu proben an, unverdroßen, ohne eine Minute Zeit zu verlieren Gr fand die drängenden Gläubiger mit den mageren Tageseinnahmen, so gut es eben gehen wollte, ab und probte, probte, probte, was das Beug hielt. Aber Ehalouette I Wann wird dieser Unglncks- vogel sich zeigen? Richtig: eines schönen Tages schrie,te er mitten in "feine Probe hinein - und jetzt geben wir wohl am besten Bisson selbst das Wort: „Es war ein kleiner, pausbackiger, rosig angehauchter, fetter, lebhafter und fideler Herr. Der Regisseur geleitete ihn auf die Böhne. „Ich bin Ehalouette^ Gerichisvollz,eher." „Ich habe Sie bereits erwartet", sagte ich. „öo ?“ .Herr Laridel sagte mir, daß Sie kommen würden." „Er ist verreist, wie ich höre?" „Nur für einige Tage; wenn er zurückkommt, bringt er Geld mit." „Ich muß ihn exmittieren." „Setzen sie sich, bittet Sie haben wahrscheinlich noch niemals einer Probe beigewohnt i „Allerdings nicht? .Sie dürsten sich dabei sehr gut unterhalten... Tann können wir ja plaudern." „Aber ich habe nicht viel Zeit. „Wenn Sie genug haben, heben wir einfach die Sitzung auf. „Sehr liebenswürdig l” Der Regisseur brachte einen Stuhl und Herr Ehalouette nahm neben mir Platz. Im zweiten Akt des Stückes gab es eine etwas sehr freie Szene, die von Frl. Denise, einer Habt Mitleid : Ihr freut euch an des Ofens Wärme, Wenn'S draußen stürmt, gefriert und schneit, Gedenkt drum auch der armen Tiere. In dieser harten, kalten Zeit. Gönnt eurem Pferd die warme Decke, Wenn's warten muß tn Wind und Schnee, Wie manchem arbeitsmüden Pferde Tut oft die Kalte bitterweh. Und stellt nicht an die Wetterseite Des treuen HnndeS hölzern Haus, Bereitet »hm ein warmes Lager, Füllt gut mit Stroh die Hütte auS. Laßt nicht das Kätzchen draußen frieren, Wenns Einlaß in das Hans begehrt, Bedenket, daß ihr selbst euch ehret. Wenn ihr Schutzlosen Schutz gewahrt. Und wenn die Vöglein zu euch fliegen, So macht das Futter gern bereit, O seid barmherzig mit den Tieren, Schützt sie vor Hunger, Frost und Leid. E. Wüterich-Muralt. (Zürcher Bl. für Tierschutz). Nedaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität»-Buch- und Stemdruckerei. R. Lava,. Gtetze»