ZMWZ ■ü'!i "kSSs 8 ■13 1 । hOk UfW^AH 1*1 *',»• KM Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Im nächsten Augenblicke sah ich in der dichten Finsternis einen kleinen roten Funken vom anderen Ende des Hauses Herkommen. Ich hörte keine Schritte und konnte nichts weiter sehen als den Funken. Dieser wanderte in der Nacht daher, ging an dem Fenster vorüber, an welchem ich stand, und blieb dem meines Schlafzimmers gegenüber stehen, wo ich das Licht auf meinem Toilettentische hatte brennen lassen. Der Funken blieb einen Augenblick unbeweglich., dann bewegte er sich nach derselben Richtung hin zurück, in der er gekommen war. Als ich ihm mit den Augen folgte, sah ich einen Zweiten roten Funken, etwas größer als den ersten, aus der Ferne herankommen. Beide begegneten sich in der Dunkelheit. Indem ich mich erinnerte, wer Zigarren und wer Zigaretten rauchte, schloß ich augenblicklich, daß der Graf zuerst herausgekommen, um unter meinem Fenster zu beobachten und zu horchen, und daß Str Per- crval ihm später gefolgt sei. Sie mußten beide auf dem Rasen gegangen sein, sonst hatte ich sicher Sir Percivals schwere Schritte hören müssen, obgleich des Grafen leichter Tritt meinem Ohre selbst auf dem Kieswege hätte ent- gchen können. Ich wartete ruhig tun Fenster, überzeugt, daß sie mich in der Dunkelheit des Zimmers nicht sehen würden. Was gibt's? hörte ich Sir Percival mit leiser Stimme sagen. Warum kommst du nicht herein und setzest dich ruhig zu mir? Ich muß das Licht in diesem Zimmer da erst auslöschen sehen, entgegnete der Graf leise. Was kann dir das Licht schaden? Es beweist, daß sie noch nicht zu Bette gegangen ist. Sie ist schlau genug, um etwas zu argwöhnen, und verwegen genug, um herunterzukommen und zu horchen, wenn sie es möglich machen kann. Geduld, Percival, Geduld. Unsinn! Mit deinem ewigen Geschwätz von-Geduld. Ich werde in wenigen Minuten von etwas anderem! reden. Mein guter Freund-, du stehst am Rande deines häuslichen Abgrundes, und falls ich es zulasse, daß du den Frauen noch eine einzige Gelegenheit dazu gibst, Kus mein heiliges Ehrenwort! da werden sie dich hinab- stoßen. Was zum Henker willst du damit sagen? Wir wollen unsere Erklärungen anfangen, Percival, sobald das Licht da aus dem Fenster verschwunden sein wird, und ich einen kleinen Blick in die Stuben zu beiden Seiten der Bibliothek und auf die Treppe geworfen habe. Sie bewegten sich langsam fort, und -ihre Unterhaltung (welche durchweg in demselben leisen Tone geführt worden) wurde mir unhörbar. Doch war dies einerlei. Ich hatte genug gehört, um den Entschluß zu fassen, des Grafen Meinung von meiner Schlauheit und Verwegenheit zu rechtfertigen. Lauras Ehre, Lauras Glück und vielleicht Lauras Leben sogar mochten in dieser Nacht von meinem scharfen Gehöre und meinem treuen Gedächtnisse ab hängen. Aus des Grafen Aussage schloß ich, daß er die Biblio- thek als den Ort für die bevorstehende Unterredung gewählt hatte. Ich erinnerte mich der Veranda vor der Bibliothek, die durch Flügelfenster zu erreichen war. Das Dach dieser Veranda war ein flaches und zog sich vor den Schlafstuben hin. Eine Reihe von Blumentöpfen war darauf in großen Zwischenräumen aufgestellt, ein zierliches Eisengitter am äußeren Rande des Daches schützte sie davor, vom Winde umgeworsen zu werden. Der Plan, der mir nun eingefallen, war: durch mein Wohnstubenfenster auf dieses Dach zu steigen, geräuschlos darauf entlang zu schleichen, bis ich an die Stelle kam, die sich unmittelbar über dem Bibliothekzimmer befand, und dann zwischen den Blumentöpfen und mit dem Ohre am Eisengitter niederzukauern. Falls Sir Percival und- der Graf sich heute abend zum Rauchen hinsetzten, wie ich sie schon manchen Abend hatte sitzen sehen, nämlich dicht an den offenen Fenstern, wobei ihre"Füße auf den gußeisernen Gartensesseln ruhten, welche in der Veranda standen, so mußte jedes Wort, das sie lauter als im Flüstertöne miteinander sprachen (und jeder Mensch weiß, daß eine lange Unterhaltung nicht im Flüstertöne fortgesetzt weiben 'taitn), unfehlbar bis zu meinen Ohren dringen. Sollten sie aber heute abend vorzieheu, mehr im Innern des Zimmers zu sitzen, so hatte ich Aussicht, wenig oder nichts zu hören, und mußte in diesem Falle die -weit ernstlichere Gefahr laufen, sie unten zu überlisten zu suchen. Ich kehrte leise in mein Schlafzimmer zurück, um das weniger gefährliche Experiment auf dem Dache der Veranda zuerst zu versuchen. Nachdem ich Zündhölzchen neben das Licht gestellt, löschte ich es aus und schlich im Finstern wieder in mein Wohnzimmer zurück. Ich verschloß die Türe, wie ich schon die meines Schlafzimmers verschlossen hatte, dann stieg ich leise aus dem Fenster und setzte die Füße vorstchtrg auf die Bleiplatten der Veranda. Meine beiden Zimmer lagen an dem inneren Ende des neuen Flügels, welchen wir alle bewohnten, und ich mußte an fünf Fenstern vorbei, um zu der Stelle zu gelangen, die unmittelbar über der Bibliothek lag. Das erste Fenster war das eines Fremdenzimmers, welches augenblicklich unbewohnt war. Die beiden nächstfolgenden gehörten zu Lauras, das vierte zu Sir Percivals und das fünfte zum Zimmer der Gräfin. Die übrigen, an denen ich nicht mehr vorbei zu gehen brauchte, waren die Fenster in des Grasen Ankleide- 678 zimmer, der Wadestube und der zweiten leeren Fremdenstube. Kein Laut ließ sich vernehmen — tiefe Finsternis umgab mich, als ich die Füße auf die Veranda gesetzt hatte, ausgenommen an der Stelle, über^ welcher das Fenster der Gräfin lag. Da, gerade an der Stelle über der Bibliothek, wo ich meinen Posten nehmen mußte, gerade da sah ich einen Lichtstrahl. Die Gräfin war noch nicht z-n Bette gegangen. Es war zu spät, um umzukehsten, und keine Zeit, um zu warten. Ich beschloß, auf alle Gefahr hin weiter zu schreiten und meiner Vorsicht und der Dunkelheit der Nacht zu vertrauen. Ich ging an dem dunklen Fenster des Fremdenzimmers vorüber, indem ich, ehe ich es wagte, mit meinem ganzen Gewichte auf dem Bleidache zu ruhen, erst mit dem Fuße die Sicherheit desselben untersuchte. Dann kam ich an Lauras dunklem Fenster vorbei und dann an Sir Percivals dunklem Fenster. Darauf kniete ich nieder, stützte mich mit den Händen auf den Boden und kroch so unter dem Schutze der niedrigen Mauer zwischen dem Dache der .Veranda und dem Hellen Fenster dahin. Ms ich zum Fenster hinaufzublicken wagte, sah ich, daß nur das obere Fenster offen und das Rouleau inwendig herabgelassen war. Während ich noch hinfchaute, sah ich den Schatten der Gräfin ans dem weißen Felde des Rouleaus Vorübergleiten und dann langsam wieder zurückschweben. Ich stellte mich mit der Seite gegen das Eisengitter, nachdem ich mich zuvor durch vorsichtiges Tasten von der Stellung der Blumentöpfe unterrichtet hatte. Es war gerade Raum genug, daß ich zwischen ihnen niederkauern konnte. Die duftenden Blüten zu meiner Linken streiften mein Gesicht, als ich leise den Kopf an das Gitter legte. Das erste, was ich sah, war wieder der Funke, welcher abermals in der Dunkelheit unter der Veranda hervorkäm, nach meinem Fenster bin schwebte, einen Augenblick dort wartete und dann zu der Stelle zurückkehrte, von welcher er ausgegangeu war. Zum Henker mit deiner Unruhe! Wann gedenkst du dich einmal zu setzen? brummte Sir Percivals Stimme unter mir. Puh! Welch eine Hitze! sagte der Graf mit einem Seufzer der Erschöpfung. Seinem Ausrufe folgte das Knirschen der Gartenstühle auf dem Pflaster der Veranda, welches aus Kieselsteinen besteht — ein willkommenes Geräusch, das mir sagte, daß sie sich, wie gewöhnlich, dicht ans Fenster zu setzen im Begriff waren. Bis hierher war das Glück mir günstig Die Uhr im Türme schlug ein Viertel vor zwölf, als sie sich auf ihren Plätzen niederließen. Inzwischen fingen Sir Percival und der Graf unten ihre Unterhaltung an, indem ihre Stimmen hin und wieder etwas leiser wurden, aber nie bis zum Flüstern sanken. Die Seltsamkeit und Gefahr meiner Lage, sowie die Furcht vor der Gräfin erleuchtetem Fenster, welche ich nicht be- metstern konnte, machten es mir schwer, ja fast unmöglich- gleich zu Anfang meine Geistesgegenwart zu behalten und meine Aufmerksamkeit ausschließlich auf die unten vor sich gehende Unterhaltung zu rechten. Während einiger Minuten gelang es mir bloß, ihren allgemeinen Inhalt zu erfassen. Ich verstand, daß der Graf sagte, das eine helle Fenster sei das seiner Frau, daß int Erdgeschoße alles ruhig sei, und sie sich jetzt ohne Furcht vor einer Störung unterhalten könnten. Sir Percival antwortete hierauf, indem er seinem Freunde vorwarf, den ganzen Tag auf die unverai.twortlichste Weise seine Wünsche unberücksichtigt gelassen und jein Interesse vernachlässigt zu heben, wogegen der Gras sich verteidigte, indem er erklärte, daß er von gewissen Unruhen und Besorgnissen erfüllt gewesen, die seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hätten. Und dann stehen wir vor einer wich- tigen Krisis in unseren Angelegenheiten, Percival, sagte der Graf, und wenn wir überhaupt einen Entschluß über die Zukunft fassen wollen, so muß dies heimlich in dieser Nacht geschehen. Diese Rede des Grafen war das erste, was meine Aufmerksamkeit gerade so, wie sie gesprochen wurde, zu erfassen vermochte. Bevor wir von der Zukunft reden, fuhr der Graf fort, will ich dir die Lage auseina,übersetzen. Nachher sagst du mir, was ich noch nicht weiß. — Also, wir kehrten vom Festlande zurück in sehr ernsten Geldverlegenheitem Die einzige Art und Weife, das Geld zu erhalten, war, mit Hilfe deiner Frau es auszunehmen. Statt aber nun deine Frau dadurch zu regieren, daß du dich durch sie nicht aufreizen lässest, wie ich dir riet, verlorst du durch! deine tolle Heftigkeit ihre Unterschrift zum Dokumente, verlorst das bare Geld, triebst Miß Halcombe das erstemal dazu, an ihren Advokaten zu schreiben — Das erstemal? Was willst btt damit sagen ? Dies: Miß Halcombe hat heute zum zweiten Mals an den Advokaten geschrieben. Unten ans dem Pflaster der Veranda fiel ein Stuhl um i— mit einem Krachen, als ob er absichtlich wütenst umgestoßen oder geschleudert worden. Es war ein Glück für mich, daß des Grafen Mitteilung Sir Percival in diesem Grade in Wut versetzte, denn als ich hörte, daß ich abermals verraten, verließ mich im kritischen Augenblicke alle Selbstbeherrschung, und ich fuhr dermaßen zusammen, daß das Gitter, an das ich mich lehnte, laut krachte. Wie, in des Himmels Namen, hatte er dies erfahren? Die Briefe hatten meine Tasche keine Sekunde verlassen, bis ich sie im Wirtshause Fannys Händen übergab. > Du kannst deinem Glücksterne danken, daß du mich im Hause hast, hörte ich den Grafen sagen, um das Unheil ebenso schnell wieder gut zu machen, wie du es anrichtest. Danke deinem Glückssterne, daß ich nein sagte, als du tollerweise davon sprachst, Miß. Halcombe einzusperren, wie du iir deiner unheilvollen Narrheit schon deine Frau eingcsperrt hattest. Wo hast du deine Augen? Künnst du Miß Halcombe anschauen und nicht sehen, daß sie die Entschlossenheit und Umsicht eines Mannes besitzt? Dieses herrliche Wesen, das ich von ganzer Seele bewundere, obgleich ich ihm in deinem Interesse und den: meinigen entgegenarbeite, -treibst du aufs äußerste, als ob es um nichts schlauer oder kühner wäre als die übrigen seines' Geschlechts. Percival! Percival! Du verdienst, "daß es dir mißlänge, und es ist dir mißlungen. Es trat eine Pause ein. Sir Percival war der erste- der das Schweigen wieder brach. Was ist nun zu tun? fragte er etwas kleinlaut. Du gibst von heute abend an die ganze Leitung- der Sache in meine Hände, war die Antwort, und überläßt sie ihnen für die Zukunft. Ich spreche zu einein praktischen Briten, wie? Nun, praktischer Brite, was sagst du dazu? Was beabsichtigst du zu tun, falls ich es dir überlasse? Beantworte mir erst meine Frage. Gibst du die Sache in meine Hände oder nicht? Angenommen, sie wäre in deinen Händen — was dann? Erlaube mir erst ein paar Fragen, Percival. Jetzt gilt es, mein Gedächtnis in Bezug auf deine Angelegenheiten aufzufrischen, es ist schon zictnlich lange her, daß ich mit dir darüber sprach. Das Geld ist in Ermangelung! der Unterschrift von deiner Frau vermittelst Wechsel, die in drei Monaten fällig werden, ausgenommen worden, und zwar mit einem Verluste, daß sich bei dem Gedanken daran mein armes ausländisches Haar sträubt! Wenn nun diese Wechsel fällig werden, gibt es dann wirklich und wahrhaftig in der ganzen Welt kein anderes Mittel für dich, sie zu bezahlen, als mit Hilfe deiner Frau? Kerns. (Fortsetzung folgt.) Einiges vom Samtätswefen. Im Militär-Wochenblatt schreibt Generalarzt z. D. !Dr.> Körting seine Eindrücke, die er als Militärarzt auf der Hygiene- ausstellung in Dresden empfangen hat. Der Verfasser zieht dabei interessante Vergleiche zwischen dem Militär-Sanitätswefen des deutschen Reiches und der übrigen Staaten, von denen wir die interessantesten widergeben wollen: Der Verfasser führt zunächst an, daß es für das Sanitätsweseni der Armee. und Marine keine Geheimnisse gäbe. Was heute wissenschaftlich festgestellt, morgen in die Praxis umgesetzt wird, ist bei den heutigen Verbindungen in kurzer Zeit Gemeingut der Kulturvölker auf der Erde. Ob ein Verbandmittelbehälter nebst Inhalt, ob ein chirurgisches Instrument eine japanische! oder englische oder deutsche Inschrift trägt, macht wenig aus; in ihrem Wesen sind sich die Tinge ähnlich wie ein Ei dem 679 Ackeren. Besonderheiten' nationaler oder örtlicher Art fallen^ Moch hier und da dem Sachkenner auf und sollen erwähnt werden. Dazu gehören z. B. die Grundsätze der Beköstigung. Vom Kriegsmrnisterinm sind u. a. plastische Darstellungen des Nährwertes der Kriegs- und Friedensportion der deutschen und Mlswartiger Armeen zum Vergleich nebeneinander gestellt. Auch Ks-pan stellt seine Soldatenkost aus. Da sieht man, daß der Nährstoffgehalt der verschiedenen Kriegspoationen kaum nennenswerte, Unterschiede zeigt, obgleich z. B. der Stickstoff- 'Zehalt Bet uns überwiegend durch Fleisch, bei den Japa- nern durch den Extrakt der Soyabohne gedeckt wird. Die japa- rnsche und die chinesische Abteilung zeigen die blühende Pflanze Ttl. "AAAr>ßer Nachbildung; die Samen und den Extrakt, der wre Fleiichextrakt aussieht, in Wirklichkeit. ^.Tahrbare Kompagnieküchen kann man in der ruftsschen und deutschen Ausstellung vergleichen. Der russischen Armee gebührt bekanntlich das Urheberrecht an dieser nützlichen Erfindung, aber das deutsche Modell zeigt, welch ein Fortschritt m der Einrichtung seit den etwa sechs Jahren ihres Bekannt- werdens gemacht worden ist. Die Hinzufügung der Kesselräume für heißes Wasser, Kaffee, Milch, Tee hat die Verwendbarkeit "ustNiordentltch gesteigert. Dagegen schien mir ein japanischer Kochkessel, etwa für einen Zug berechnet, durch die Art seiner Feuerungsanlage bemerkenswert. Sie liegt in dem Kesselmantel, geschützt vor Wind und Regen; die Einrichtung erinnert etwas an die Konservenbüchsen mit Spiritusfeuerung, die bei uns vor dem Manöver angekündigt werden. !Ein Diorama in Lebens- sroße, das einen Zug im Felde beim Abkochen darstellt, zeigt den Kessel im Gebrauch und,verpackt. Bei diesem äußerst lebendig wirkenden Diorama, wie bei dem noch größeren, das einen Verbandplatz vor Port Arthur zeigt, kann man gleichzeitig sehen, wie praktisch die Khakiuniformcn der japanischen Armee dem für sie in Betracht kommenden Gelände angepaßt sind. Das Zeug ist als Wintertuch und Sommerstoff, sein und grob, ans- Die sandgelbe Farbe hebt sich von dem gleichfarbigen Gelände rn beiden Dioramen sehr wenig ab. In Europa, herrschen solche Farbentöne nicht vor. Die deutschen und russischen Kostümpuppen in Lebensgröße zeigen, wie der Grundfarbe des europäischen Geländes für die Felduniform mit einem anderen Grau Rechnung getragen wird. In dem englischen Pavillon ist ein Gepäcksystem für Infanterie einschließlich Patrontaschen, Leibriemen, Brotbeutel und Tornister, aus grauem, wasserdichtem Gewebe zu sehen. Es ist bei gleicher, Haltbarkeit leichter als Leder; ob es auch nach Durchnässung seine Form und Glätte bewahrt, bleibt dahingestellt; der Prospekt des Erfinders behauptet es. Im japanischen Gebäude fesselte mich das große Modell eines Reservelazaretts aus 24 hölzernen einstöckigen Pavillons mit gedeckten Verbindungsgängen mck allen erforderlichen Nebengebäuden. Es ist für 1000 Kranke bestimmt, deren jeder 20 Kubikmeter Luftraum und 6 Quadratmeter Bodenfläche erhält. Die Bauzeit ist auf 20 bis 25 Tage, der Kostenbetrag auf 270000 Mk. angegeben. Das wären 270 Mk. für das Bett — ein unerhört niedriger Preis, selbst wenn man die geringeren Arbeitslöhne in Rechnung zieht. Es sei gestattet, diesen Eindrücken noch einen über das Kapitel Jugenderziehung anzuschließeu, deren Beziehungen zur militärischen Tüchtigkeit der Nation auf der Hand liegen. Am vollkommensten in der wundervollen Ausstellung, die dem Turnen, dem Sport und Zubehör gewidmet ist — aber auch bei der Schulhygiene, in der Halle „der Mensch", endlich im englischen und japanischen Pavillon. Es ist sehr erfreulich, daß in Deutschland die Volksschulen für Knaben und Mädchen systematische Bewegungs- und Gerätübungen pflegen, die zwischen den Unterrichtsstunden liegen; es ist wichtig und richtig, daß mit den Freiübungen auch Atemübungen verbunden werden, wie ich in einer Volksschule in Thüringen sah. Die Gymnasien sind auf diesem Gebiet noch zurück. Ain weitesten in der militärischen Ingendvorbereittmg ist Japan. Alle die Uebungen sind dort obligatorisch für sämtliche Schulen. Die Schüler sind mit Uniform» Und Ausrüstungsstücken versehen, Bambusschwerter und -lanzen, sowie leichte aber feste Masken und Harnische aus Bambusstäben ermöglichen Uebungen im Kontrafechten mit Schwert gegen Schwert, Schwert ,gegen Lanze, Bajonett gegen beide. Auch aus Mäochen- schulen sind Abbildungen da, die das graziöse Lanzenfechten zeigen. Zn den Oberk'lassen werden die Schüler im Uiu-ji-tsu und in der ersten Hilfe bei Unglücksfüllen ausgebildet. Ich meine, daß eine solche obligatorische Erziehung zum Mut, zur Gewandtheit Und zur Lust am, Waffenwerk unseren höheren Schulen bitter not täte und unendlich viel mehr wert wäre, als die langweiligen! Reden eines Cicero oder Demosthenes oder eines anderen antiken Abgeordneten. Eine große Freude macht es mir, nicht nur in deutschen Abteilungen, die die Seuchenbekämpfung darstellen, sondern auch in der englischen und japanischen das Andenken an Robert Koch durch sein Bild geehrt zu finden: im englischen Pavillon bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit in Zentralafrika, im japanischen bei der Ausstellung des Instituts für Infektionskrankheiten zu Tokio, das Professor Masako, ein Schüler Kochs, leitet. Wie Joseph Lister erst die heutige Chirurgie ermöglicht hat, so ist Robert Koch der Schöpfer der heutigen Hygiene, Md daran' ändert "ichck, daß man in der französischen Abteilung sein Bild französischen Hygienikers Pasteur vergeblich sucht. Ein schönes Zeichen von Pietät gibt die in der japanischen Aus- ftellung hangende Photographie einer steinernen Büste beä preui§ Men ^PerstabsaEes Dr. Müller, die in einem Park zu Tokio fÄe“liftrc ^ller war, einer der ersten enropäisRn ”\?Te Ende der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts 3apan berufen wurden. Er lehrte dort jahrelang Krieqs- Heilkunde und hat Verdienste um die erste Einrichtung des japa- Nischen Militar-Sanitatswesens nach preußischem Muster, Der Verbrecher in der Literatur. ist nicht lange her, daß der Verbrecher rothaarig, bucklig, hinkend oder schieläugig auf der Bühne stand, und zornige Zurufs drohten ihm von den Galeriebesuchern; heut findet et sich im ©monng, eleganter als die Eleganten auf den Brettern, und dse Damen rm , Parkett klatschen ihm Beifall. Wie hat sich , .Wandlung^in der Gestaltting des Verbrecherthpns und zu- gletch in der Stimmung des Publikums vollzogen? Karl Hans Strobl geht dieser Frage in einem Aufsatz im Oktoberheft des „Literarischen Echos" nach. Schon bei Schüler findet sich neben dem vollkommenen Böse- wicht, also Franz Moor etwa, der andere Verbrecher, Karl Moor, den die Verzweiflung an der Menschheit zum Feind der sozialen! Ordnung macht. Aber den einen trennt ein unüberbrückbarer! Übgrund von dem anderen, der verirrte Edelmensch hat mit dem geborenen Schlechten nichts gemein, der eine ist vielmehr das Gegenspiel vom andern. Erst die Romantik, die mit dem 19 Jahrhundert aufkam, sah die Möglichkeiten zum Gott und zum Teufel von einer Persönlichkeit umschlossen. Man beginnt zu wittern, daß jeder Mensch seinen heimlichen Verbrecher in sich trägt. W war eigenste Angelegenheit der Romantik, sich mit diesen Zwiespältigkeiten^ auseinanderzusetzen. In Hofflnanns „Elixiere des Teufels" wird aus dieser Zweiteilung ein wahnsinniger Toten- tanz, das Motiv des Doppelgängertums kommt hier zu feiner! Geltung. Die Zeiten der Romantik waren vorüber, es folgte eine Aeta der Popularisierung der Wissenschaft. Lornbrosos Arbeit liegt auf diesem Wege und von großen Kunstwerken Dostojewskis „Raskolnikow". Dieser Roman ist das klassische Werk des „psychologischen^ Zwanges". Dostojewski verzichtet auf das Hilfsmittel der Zweiteilung, an Stelle der symbolistischen tritt die realistifchs Psychologie. An Stelle der dualistischen Ethik Schillers ist die monistische getreten. Gut und Böse sind nicht mehr die durch Abgründe getrennten Gegenpole menschlicher Wesenheit, sondern liegen nahe benachbart, manchmal ununterscheidbar gemischt, in uns. Und Nietzsche bewundert die kraftvollen, bedenkenfreien Ver- brechernaturen der Renaissance und wünscht eine Zukunftsmenschheit von gleich heiterer Gelassenheit im Bejahen der Rechte bett Persönlichkeit. Vorerst noch unter Protest her Aengstlichen. Aber das war noch nicht genug. Noch hatte her Verbrecher den letzten Anstieg in der Schätzung seitens der öffentlichen Meinung vor sich. Das Leben der Kulturvölker ist in zunehmender Amerikanisierung begriffen. Die gute alte Zeit des behaglichen Bücherlesens ist vorbei. Der Durchschnittsleser will, daß auch seine Erholung jenes Element der Spannung trage, die ihn den ganzen Arbeitstag über knechtet. Unb nun tritt ein Autor auf den Plan, der kein Künstler, wohl aber ein Bttttivse der Detektivgeschichte ist: der Engländer Conan Doyle. Er wurde der Erfinder der Sherlock-Holines-Figur. „Sherlock Holmes ist ein tadelloser Gentleman und Sportsmaim, kaltblütig bis in die Spitzen seiner Lackschuhe, er stillt seinen Klubsessel ebensogut aus wie irgendein Lord und unterscheidet sich von diesem vielleicht nuM dadurch, daß er außerdem noch einen nützlichen Beruf hat. Sherlock Holmes ist das angelsächsische Rasseideal. Einem solchen Gentleman immer nut ruppige Gauner, rotbärtige Spitzbuben, einäugige! und lahme Einbrecher.entgegenzustellen, ging nicht gut an. Er hatte einen Anspruch darauf, sich mit seinesgleichen zu messen. Unb so wuchs an diesem Meisterdetektiv auch der Standard of life des Verbrechers. So kam der Verbrechet in den Salon, kam ey zu den Gamaschen, der Modeweste und der Kamelie im Knopfloch, so bekam er Geist und gesellschaftliche Formen als beste allen Masken. Und damit vollzieht sich die letzte Wandlung. In dem Zusammenstoß zwischen dem Vertreter der gesellschaftlichen Ordnung und dem der Verbrecherinstinkte war bislang bet erfterti siegreich. Die Bühne unserer Tage aber ist angefüllt von dep Triumphen des Verbrechers. Ter Detektiv, der Untersuchungsrichter, bei" Staatsanwalt verlassen den Schauplatz als blamierte Europäer. Der Verbrechet steht in bengalischer Tclenchttmg oa> lächelt, wischt den Schweiß mit einem seidenen Taschentuch von der Stirn und geht davon, mit einer kleinen Million im Sack und womöglich noch einer hübschen Miß, die sich ihm an benl Hals geworfen hat. Und das Publikum freut sich darüber. Es hat darauf verzichtet, sich seine eigene soziale Ordnung bejahen zu lassen, es macht ihm ein Vergnügen, sie über den 'HaufeN geworfen zu sehen und die Organe, die es selbst zu seinem Schutz besoldet, auslachen zu können. ■ Tie ernsthafte Erbitterung, nut der es früher den Verbrecher verfolgte, ist vorüber. Vielleicht deshalb, weil das Publikum um seine sozialen Einrichtungen nicht mehr besorgt und vielmehr sehr überzeugt von ihrer Festigkeit ist. 680 so daß fie der vereinzelte Sieg des Verbrechers gar nicht erschüttern kann. Oder aber es ist diese Amerikanisierung unserer Anschauungen von Welt und Leben. Das Smarte, ist Trumps, das Lebenstüchtige imponiert uns unter allen Umständen/ Deutsche schiüsale im Lande der Mormonen. Erst jüngst ist es in England zu Aufruhrfzenen gekoinmen, weil Mormonenmissionare eine große Anzahl britischer Frauen nach Utah entführten, da bei der von den „Heiligen der letzten Tage" immer noch geübten Vielweiberei am Salzsee ein großer Bedarf an Frauen herrscht. Aber nicht nur auf den Mädcheufaug gehen diese Agenten der Mormonen aus, sondern sie veranlassen auch viele Arbeiter, cui§ der Heimat auszuwcmdern, und versprechen ihnen im Staate Utah goldene Berge imb ein herrliches Leben. Dabei kommt nicht nur England, sondern auch Deutschland in Betracht, und bei uns mehren sich ebenfalls die Klagen über die verhängnisvolle Tätigkeit der Abgesandten des „Propheten". In einer Korrespondenz der Internationalen Wochenschrift aus San Franzisko werden Bilder von den deutschen Schicksalen im Lande der Mormonen enthüllt, die abschreckend wirken müssen. Die Zahl der Mormonenmissionare ist in Deutschland überaus groß, und viele hundert Personen werden von ihnen jährlich überredet, nach Utah auszuwandern. Dabei spielen neben den polygamischen Tendenzen, die besonders die Gewinnung von Frauen erstreben, polnische und geschäftliche Momente eine große Rolle. Durch die Blasseneinwanderung von neubekehrten Mormonen wächst nämlich das politische Stimmvieh der Mormonenhierarchie, die außerdem von jedem ihrer Untertanen einen beträchtlichen „Zehnten" erhebt, und durch die Gewinnung tüchtiger bentjcber Arbeiter für die Mormonenlehre erhalten die großen tnbitftrtellen Anlagen der Mormonenkirche brauchbare und vor allem billige Arbeiter. Wie es solchen Auswanderern ergeht, sei an einem Beispiel erläutert: Vor einigen Jahren kamen etwa hundert deutsche Emigranten, die in den verschiedensten Teilen des deutschen Reiches zur Mor- tnonenreligion bekehrt worden waren, nach Zion, dem „neuen Jerusalem". Nachdem man ihnen drei Tage lang alle Herrlichkeiten der Salzseestadt gezeigt halte, mürben sie in einigen Waggons auf der Oregon-Short-Lmie nach Idaho, und zwar nach Rexbnrg, expediert. Tie beiden großen Zuckerfabriken, die die Mormonenkirche hier unterhält, bekamen so treffliche Arbeiter, beim man hatte vorsorglicherweise die Leute zum größten Teil aus deutschen Rübengegenden gewählt. Tie Ansiedler erhielten Farmerhäuschen mit drei Stuben und dazu zwei bis drei Acres Land, das aber völlig wertlos ist, da jede Bewässerung fehlt. Den neuen Ankömmlingen wurden diese Häuschen au! 20 Jahre Abzahlung überlassen. Sie mußten sich verpflichten, bis zur vollen Abzahlung ausschließlich für bie, betreffende Zuckerfabrik zu arbeiten, halten regelmäßig den „Zehnten" an den Mormonenblschot zu zahlen und mußten alle Bedürfnisse tu den Läden der 'JJiormoiien decken. So befanden sie sich völlig tu der Gewalt der Fabriken, da sich in einem Umkreise von 400 Meilen keine andere Arbeit für sie bot. Die Fabriken, an deren Spitze der geschäftstüchtige „Prophet" der Mormonen, Joseph F. Smith, steht, konnten die /Arbeitslöhne nach Belieben festsetzen und eine systematische Anssaugerei betreiben. Außer dem Zehnten fordert die Kirche auch noch bestimmte Umlagen, wenn ein neues Versammluugshaus oder ein anderes öffentliches Gebäube errichtet werben soll. Tie Arbeiter müssen dann plötzlich einen ganzen Monalslohn für dieses „gute Werk" opfern. Abgesehen von der wirtschaftlichen Knechtung werden die Deutschen im Mormonenlande auch in Verhältnisse hineingedrängt, die ihren ganzen heimatlichen Anschauungen wibersprechen. Noch immer ist Polygamie der oberste Glaubensartikel der Sekte, obwohl man sich offiziell zu einem Verzicht auf die Vielweiberei bequemt hat, weil Utah sonst 1896 vom Kongreß nicht als souveräner Staat anerkannt worden wäre. Die Polygamie führt deutsche Frauen zu den furchtbarsten Konflikten, denn sie steht zti unserem Begriff vom Familienleben in einem schroffen Gegensatz. Da wird die Frau, die jahrelang ihrem Alaune eilte treue Gefährtin war, plötzlich gegen ein Nebenweib zurückgesetzt; fie ist der Willkür und Tyrannei des Mannes völlig auSgetiefert. Die Mormonenkirche ist überhaupt eine durchaus tyrannische Institution, in der sich jeder dem Willen der Oberen fügen muß, und sie ist ein gigantisches kommerzielles Geschäft, das auf der Aussaug tt n g hilft o,s e r Auswanderer beruht. Der jetzige Präsident der Kirche, Joseph F. Smith, der als armer Mann zum Propheten erwählt wurde, ist heute Millionär, Direktor der Union-Paeiste- Eisenbahu, Präsident verschiedeiter Banken und Trusts, Chef eines großen Handelshauses, Vorsitzender einer Riesenvereinigung, die den Rübenzucker in Utah kontrolliert, ferner Teilhaber eines Theaters, eines Tanzsalons und eines Seebades, das der Kirche gehört, und schließlich Chefredakteur von drei „Magazines". Daß ein so vielbeschäftigter Mann noch Zeit hat, eine große Familie zu gründen, ist erftaunlich; aber Smith besitzt fünf Weiber und mehr als vierzig Kinder. Vermischtes. *WennmatiSolbatenalsStatistennimmt. IM der Warschauer Oper hat sich kürzlich während einer Aufführung von „Carmen" ein reizendes Intermezzo abgespielt. Das spanische! Kriegsvvlk wurde, wie die „Neue Lodzer Zeitung" erzählt, von Soldaten der Warschauer Garnison gestellt. Im zweiten Akt, als die Soldaten unter dem Befehl eines Unteroffiziers auf die Bühne vormarschierten, entstand in ihren Reihen eine allgemeine Verwirrung. Der Grund war: In der ersten Reihet der Zuschauer saß ein General. Als der Unteroffizier nun feinens hohen Vorgesetzten im Parkett sitzen sah, brach er in ein donnerndes „Stillgestanden!" aus. Das Publikum begriff zuerst den Zusammenhang nicht. Als der General merkte, daß die Soldaten wie festgebannt an der Rampe standen, machte er ein Zeichen, daß sie abtreten sollten. Das wurde aber von den Soldaten nicht verstanden, und so sagte der General lachend: „Wollt Ihr denn nicht machen, daß Ihr weiter kommt?!" Hierauf ertönte von den Soldaten auf der Bühne die Antwort: „Zu Befehl, Herb General!" Der Heiterkeitserfolg war groß. * Die Erfolge der Zahnpflege in den schwedischen Schulen. Die große Aufmerksamkeit, die man der Zahnpflege der schwedischen Kinder zuwendet, hat bereits schöne Früchte getragen. Wie aus Stockholm berichtet wird, besitzt Schweden mit seinen 51/2 Millionen Einwohnern etwa 30 ausgezeichnet eingerichtete zahnärztliche Institute für Schulkinder, während Deutschland mit seinen 65 Millionen nur 100 hat. lieber jedes in Behandlung befindliche Kind werden genaue Aufzeichnungen gemacht, so daß man über den Gesundheitszustand der Zähne genau unterrichtet ist. Die Institute sind jeden Tag geöffnet. Früher geschah die Behandlung ganz unentgeltlich, aber nun ist man dazu gekommen, bei Stubern nicht unvermögender Eltern eine kleine Summe jährlich für die fortgesetzte Behandlung der Zähne zu ergeben. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Kinder sowohl wie Eltern größeren Wert auf die Zahnpflege legen,; wenn sie nicht unentgeltlich behandelt werden. Durch Umfragen unter den Lehrern in einer der größten Schulen Stockholms ist festgestellt worden, daß seit der Einrichtung dieser zahnärztlichen Institute ein Fehlen in der Schule wegen Zahnschmerzen! nicht mehr vorkam. In den Antworten der Lehrer wird ebenso hervorgehoben, daß die Kinder ruhiger und ausmerksamer ge* worden sind, seit ihre Zähne ordentlich behandelt werden, und ihr allgemeines Gesundheitsbefinden sich erheblich gebessert hat. * Eine neue F 0 r m von Bäder n. Einen außerordentlich belebenden Einfluß auf die Muskeltätigkeit sollen nach den Angaben des bekannten Badearztes Dr. Determann in der „Medizinischen Klinik" heiße Tauchbäder haben, d. s, kurze, nur 4—6—8 Sekunden dauernde Bäder von 37—45° C. Der große Reiz, der durch das plötzliche Eintauchen in das heißg Wasser entsteht, bedingt eine heftige, schnierzhafte Schreckempfin- dung. Die Hautgefäße ziehen sich als Physische Schreckenäußerung zusammen, und die Haut erblaßt. Bald darauf aber strömt das Blut nur um so mächtiger in die Peripherie des Körpers, di« Haut und die Muskeln. Hier schwemmt es die ErmüdungsstE hinaus und befähigt die Muskeln zu neuer Arbeit. Zweifellos! aber spielt auch das psychische Moment eine große Rolle. Denn besonders gut werden Schwächezustände auf nervöser Grundlage durch das Tauchbad beseitigt. Gegen eine allgemeine Verwendung ohne ärztliche Kontrolle spricht der heftige Choc, den es erzeugt. Aber es ist auch nicht wahrscheinlich, daß diejenigen Krankem für die das Tauchbad angezeigt ist, eine so große Vorliebe dafür: gewinnen werden, um es ohne fünften ärztlichen Zwang aufzusuchen. * Jü Kuchen! „Welch ein merkwürdiger Briefbeschwerer! Ganz auffallend schwer!" — „Das ist ja das Erstlingswerk meiner Frau, ein Kuchen, den sie selbst gebacken hat!" Silbenrätsel. a, a, oem, bi, e, ger, ke, las, le, li, ni, ni, 0, ot, pal, ra, ri, te, te, ti, van. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs- buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen das Ziel mancher kühnen Forscher bezeichnen, sowie das Hindernis, welches der Erreichung dieses Zieles entgegen- fteht. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Strom in Afrika. 2. Weiblichen Vornamen. 3. Einen Feuerwerkskörper. 4. Einen Schmuckgegenstand. 5. Griechische Gottheit. 6. Einen Astronomen. 7. Küstengegend am Mittelmeer. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Saat, Salat. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Uitiversitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.