Z8M M W J/w »ustz>y^y^W Das nette Mädel. Roman von Fedor von Zabeltitz.: (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) lieber das brünette Gesicht mit den hübschen, etwas harten und sehr energischen Zügen flog ein freundliches Lächeln, als er Traute sah. Sie war aufgesprungen, Md es hatte den Anschein, als wollte sie ihm um den Hals fallen. Aber vorbeugend küßte er ihr nur die Hand und führte sie zum Sofa zurück. „Herzlichen Dank, Traute, daß du gekommen bist," sagte er. „Ich sehe ein, es ist ja nicht alles in Ordnung bei unserer Heimlichkeit —" „Aber es ist desto hübscher," fiel sie unbesonnen ein. Seine Brauen schoben sich leicht aneinander. „Ich Möchte sagen, daß ich die Öffentlichkeit vorziehen würde. Heimliche Liebe, von der niemand nichts weiß, ist gut für poetische Gemüter, die sonst keinerlei Rücksichten zu nehmen haben. Aber ich bin zum Lebensrealisten erzogen worden und auch an Rücksichten gebunden. Nichtsdestoweniger: es ging nicht anders." Er schlug die Absätze aneinander und verneigte sich kurz vor Tini, mit der rechten Hand auf den Kaffeetisch weisend. „Gnädiges Fräulein haben mich sogar festlich empfangen. Wider die Erwartung. Die Liebenswürdigkeit selbst. Und als ob Sie es geahnt hätten: Makronentörtchen — meine Passion. Sonst habe ich in materieller Beziehung keinerlei Leidenschaften." Tini hätte den Spiritus unter der Maschine angezündet. „Ihr Lob trifft mich zu unrecht, Herr Leutnant Roeßler," entgegnete sie. „Die ahnungsvollen Makronen hat Traute gestiftet, auch die Himbeertorte und die drei Mohrenköpfe." „Charmant," sagte Roeßler und küßte wieder Trautes Hand. „Die Himbeertorte fasse ich symbolisch auf. Die Farbe deutet auf den Generalstab. Nur ist's die Frage, ob ich je dahin kommen werde." „Ich möchte darauf wetten," entgegnete Traute. „Weil du mich für einen Streber hältst. Ein bißchen hin ich's ja auch; bei unserm schläfrigen Avancement geht es sonst gar nicht vorwärts. Also bleibe ich bei der Waffe, so wird wohl auch der Himbeerkragen mal kommen. Aber Vielleicht quittiere ich an der entscheidenden Ecke." „Sie wollen den Abschied nehmen?" rief Mni und füllte die Dassen. „Vorläufig denke ich noch nicht daran, gnädiges Fräulein. Indes könnte es wohl geschehen, wenn sich mir int Bürgerrock bessere Aussichten auf die Zukunft bieten. Meine Familie stammt aus den Ostseeprovinzen. Da habe ich mannigfache gute Beziehungen in Rußland, und' es ist nicht unmöglich, daß sich mir da einmal eine angenehme Stellung bietet. Bitte keinen Zucker, gnädiges Fräulein!" „Wie kann man den Kaffee bitter trinken!" „Ich bin im allgemeinen gegen das Süße. Es verdirbt den Geschmack." Traute legte ein Makronentörtchen auf seinen Teller. „Nur die Makronen und die Liebe brlden eine Ausnahme," sagte sie. Roeßler machte eine verbindliche Kopfbowegung. Dann sah er das Zigarrenetui unter seinem Teller. „Was ist das?" fragte er. „Ein Andenken, Max," entgegnete Traute. „Wenn du dir eine Krysanth ansteckst, sollst du an mich denken." „O — Tvaute" . . . wieder küßte er ihre Finger. . . „das ist lieb von dir. Zwackst dir von deinem Taschengeld auch noch ein Mitbringsel ab. Wenigstens kann ich mich gleich revanchieren." Er griff in die Tasche und holte sein kleines Geschenk hervor. „Keine Herrlichkeit, Trante" — er löste dabei die Hülle von Seidenpapier — „noch etwas aus dem Nachlaß meiner Mutter. Ich weiß, sie hat es viel getragen. Ein Herzchen und ein goldenes Kettchen." Traute war gerührt. Das Herzchen erinnerte sie zwar' ein wenig an das eben verpfändete. Aber sie machte sich keine Gedanken darüber. Sie ließ die dünne goldene Kette durch die Finger gleiten. „Es ist reizend, Max. Ich danke dir tausendmal. Das trage ich um den Hals unterm Kleide, und keiner sieht es. Ich fü'hl's aber immer. . . Dafür hast du einen Extrakuh gut," flüsterte sie ihm in das Ohr. Nun erhob sich Tini. „Ich taxiere, Sie werden mit Traute noch mancherlei zu besprechen haben," sagte sie. „Da sind zwei Ohren zu viel. Auch zwei Augen." Roeßler stand sofort auf und klappte wieder mit den Absätzen. „Sehr liebenswürdig, gnädiges Fräulein. Aber bitte nicht mißzuverstehen. Es würde mir sogar unangenehm sein, wenn Sie die Wohnung verlassen wollten. Das sähe so aus — nein, das möchte ich nicht. Wenn Sie nur auf zehn Minuten in eine andere Stube —" „Ich gehe schon," fiel Mni lachend ein. „Der Tugend- Wächter bleibt in der Nähe. Gefahr ist ausgeschlossen. Alle guten Sitten seien gelobt." Sie verließ das Zimmer. „Nun kannst du mir immerhin einen Kuß geben," sagte Traute. „Geschieht auch. Pardon, noch einen Augenblick. . ." Er zog die Portiere vor das Fenster. . . . „Gerade gegenüber wohnt nämlich mein Major. Komm her, Trautchen'f Er umschlang sie, und beide küßten sich. „Sag einmal laut, daß du mich lieb hast. Die nebenan kann's hören." „Ich sage laut, daß sch dich lieh Habe. Wenn sie's auch hört." — 398 „Jetzt kriegst du noch einen Kuß," — cs geschah auf her Stelle — „und nun heißt es, verständig reden." „Ach, inuß es denn immer verständig sein!" „Da inan im Leben ganz ohne Ueberlegung nicht aus- künnnt, ist es schon notwendig. Liebe Traute, du siehst mich nun längere Zeit nicht. Vielleicht schließt sich an das Kommando zur Zentraltnrnansta.lt gleich ein zweites: als Lehrer. Wenigstens will ich's versuchen. Es hat mancherlei Vorteile. Die Zeit meiner Abwesenheit sollst du benützen, dich selbst zu prüfen. Weißt du, was ich meine?" „Nein," entgegnete Traute naiv, „ich habe keine Ahnung." Roeßler schüttelte den Kops. „Du bist ein herziges Mädel. Tu sagst, du liebst niich —" „Na ja doch!" „Aber das genügt mir nicht. Unsere Trennung wird die Probe auf das Exempel feilt." „Wir werden uns recht oft schreiben." „Das will ich eben nicht." Traute schaute ihn erstaunt von der Seite an. „Das willst du nicht?" fragte sie langgedehut. „Nein, Trautchcn, ich habe dir schon öfters gesagt, daß die ganze Heimlichtuerei meinem Wesen widerstrebt. Ich suhle mich auch schuldig; es lastet etwas auf mir. Wir wußten beide, daß unsre Vermögenslosigkeit uns die Heirat nicht gestattet. Da hätte ich mich als Ehrenmann eigentlich zurückziehen müssen. Aber meine Liebe war stärker. Es kommt dazu, daß ich Hoffnung habe, die Schwierigkeiten zu überwinden. Darüber kann ich noch nicht sprechen. Andeutungen machte ich vorhin schon. Vielleicht ziehe ich die Uniform für immer aus. Aber ich würde natürlich erst den Abschied einreichen, wenn ich meiner Sache sicher bin. Dann kann ich mich auch offen an deine Eltern wenden. Die Trennung von dir wird mir sehr schwer, glaube es mir. Und doch halte ich sie auch wieder für gut. Diese verstohlenen Rendezvous' — Herzenstrautchen, frag dich doch ehrlich: sind sie unsrer würdig?" „Wenn's nicht anders geht," antwortete Traute kleinlaut. „Ist es denn gefährlich?" „Gefährlich," wiederholte er ein wenig erregt; „davon ist keine Rede. Ich selbst biete Bürgschaft. Aber eben '—■ eben, weil ich ein anständiger Mensch bin, und weil du teilt kleines Ladenmädchen bist, darum passen mir diese Heimlichkeiten nicht. Unter uns, Trautchen" — und nun dämpfte er seine Stimme — „auch dieses Stelldichein hier, gerade hier — ich kann mir nicht helfen . . . aber schließlich, ich will kein Wort mehr darüber verlieren . . . Gib mir mal deine Hand, lieber Schatz, und guck mich an. Wirst du mich lieb behalten, auch ohne daß wir uns sehen und ohne daß wir uns schreiben?" Er hatte stahlgraue, sehr ehrliche, etwas kalte Augen. Sie waren klug, doch nicht zärtlich. Jetzt aber sah Traute in ihnen cüt helles Leuchten, das ihr dummes kleines Herz warm werden ließ. Diese Augen sprachen von einer tiefen und hin gebenden, durch nichts zu erschütternden- Treue. Sie drückte seine Hand und führte sie dann rasch an die Lippen. Ihre Stimme zitterte ein wenig, und es war ihr sehr ernst, als sie sagte: „O Max, frage nicht so! Ist denn meine Liebe nur von heute und morgen? —■ Aber warum bist du so hart? Vielleicht bleibst du eilt halbes Jahr fort oder länger. Und ich soll ganz ohne Nachricht von dir fein? Sehnst du dich nicht selber nach ein paar Zeilen von mir?" Er stand mit hastiger Bewegung auf. „Mach mich nicht weich, Traute," bat er. Er zupfte au seiner Weste und fuhr mit dem Zeigefinger in feinen hohen weißen Kragen. Seine breiten Schultern zuckten. Er schritt auf und ab. „Bitte, mach mich nicht weich. Dies Spiel hinter dem Rücken deiner Eltern muß ein Ende haben. Es — es widerstrebt mir — ich habe es dir schon einmal gesagt. .Außerdem . . ." und nun blieb er vor ihr stehen . . . „soll unsere Trennung ein Prüfstein für dich sein. Jetzt wirst int verstehen, wie ich das meine." „Bedarf es einer solchen Prüfung?" fragte sie und schaute mit scheuem Blick zu ihm auf. Er zögerte eilten Augenblick und entgegnete dann mit fester Stimme: „Ja. Ja, Traute. Wir sind verschiedene Naturen. Ich bin der schwerere, du bist der sorglosere Teil, der leichter beschwingte. Ich bin meiner Sache sicher, und' gingen zwei Jahre ins Land, ohne daß ich etwas von dir hörte, ich würde derselbe bleiben. Du bist wandluiigs- reicher. Das soll kein Vorwurf fein — gewiß nicht. Deine Phantasie arbeitet rasch, du lebst viel in der Einbildung. Wenn du mir heute sagst, du liebst mich, so zweifle ich keinen Augenblick daran. Ich brauche dich nur anzusehen, um zu wissen, daß das wahr ist. Du liebst mich von ganzem Herzen. Und dennoch, Traute, ich habe nicht den Mut, dich zu binden. Was ich dir im günstigsten Falle bieten kann, ist die Fremde und ein bescheidenes Leben. Ist deine Liebe stark genug, das zu ertragen? Frage dich selbst, Trautchen; ich gebe dir Zeit zu der Antwort. Im Herbst komme ich wieder." Cie hatte noch immer das Kettchen mit dem goldenen Herzen in ihrer Hand und ließ es in mechanischer Spielerei! durch die Finger gleiten. Der wuchtige Ernst, der aus den Worten des jungen Offiziers sprach, drang nicht in ihr Herz hinein. Es war Frost auf ihre Stimmung gefallen. Sie ärgerte sich über feine Ablehnung eines Briefwechsels. Aber sie empfand dabei doch einen starken Respekt vor seiner Ehrenhaftigkeit. Er hatte sich wieder zu ihr gesetzt. „Wenn du alles recht überlegst," fuhr er fort, „wirst du dir sage» müssen, daß ich nicht anders handeln kann. Diese Probezeit hat nichts Verletzendes für dich. Sie schützt dich nur vor einem Irrtum beS' Herzens. Vielleicht regt sich auch deine gesunde Vernunft und wird Herrin über das Gefühl. Jedenfalls bist du frei — und hast dabei doch immer die Gewißheit, daß du meiner sicher bist." Jetzt kam ein Umschlag in ihre Stimmung. Sie wurde weich, und ihre Augen begannen zu schimmern. Sie legte ihre 'Stritte um 'nen Hals Maxens und wollte etwas sehr Schönes sagen. Aber es kam doch nur eine Phrase heraus. „Max," rief sie, „glaubst du mir, wenn ich dir schwöre, daß ich dir treu bleiben will?!" Er lächelte und streichelte ihre Wangen. „Schwöre mir nicht. Das wäre ja wieder eine Bindung, Traute. Ich will, daß du frei seiest! Verstehst du mich denn noch immer nicht?" „Gut," sagte sie, ,,es sei so. Du kannst mir verbieten, an dich zu schreiben, aber nicht verbieten, an dich zu denken. Ich brauche dir auch nicht zu schwören. Du hältst mich für sehr oberflächlich. Das tun andre auch. Ich werde dir zeigen, daß du mich unterschätzest." Sie sagte dies in energischem Tone und nickte dazu. Da lächelte er wieder. „Zeige es mir," wiederholte er, „du könntest teilten glücklicher machen als mich." Nun umfing er sie von neuem, und als ihre Lippen sich trafen, hatte sie das Bew-nßtseiii, daß sie ihn aufrichtig liebe. In diesem Augenblick nahm sie sich vor, den Bries an Mister Brighäm nicht abzusenden, sondern zu vernichten. War es auch nur ein Scherz — wenn man heimlich verlobt ist, schicken sich derlei Unbändeleien nicht. Sie war sich ganz klar darüber, daß das unpassend wäre. Roeßler zog seine Uhr. „Halb sechs," sagte er. „Ich muß gehen. Traute. Gott sei Dank habe ich die Besuche und Abmeldungen hinter mir. Aber vor mir noch die Packerei, und mein Bursche ist eilt Esel. Mit dem Elsuhr- zuge rutsche ich ab. Vermelde Fräulein Sandratt nochmals schönsten Dank für ihre Liebenswürdigkeit — und dann — dann gehe auch bald. Sagtest du mir nicht, deine Eltern seien gegen den Verkehr mit der Sandratt?" „Sie sind kleinlich darin. Tini verkehrt überall in der Gesellschaft." „Nur nicht bei Eberstedts. Sei vorsichtig, Kind. Tü es mir zuliebe. Und nun ad-dio!" Es war eilt heißes Abschicdnehinen. Roeßler wischte sich über die Augen. „Im Herbst," sagte er mit schlückeit- der Stimme, nahm seinen Hut und ging. Traute strich ihr zerzanFes Haar glatt. Es' rauschte doch etwas wie eines Aufruhrs Odem durch ihr Herz. Sie drückte die Hände gegen die Brust und spürte das "starke Klopfen da drinnen. Dann trat sie- vor den Spiegel. Ihr Gesicht war lebhaft gerötet, ein fremder Glanz lag in ihren Aügxu. Sie atmete schwer. Alles in ihr rief nach Liebe. Sie empfand! plötzlich eine grenzenlose Sehnsucht nach dem, der soeben gegangen war, und spitzte die Lippen, als hauche sie ihm noch einen Kuß nach. Auf einmal schnitt sie sich eine Fratze. Sie fand 'sich albern. Aber sofort wurde ihr Gesicht wieder ernst. Sie 6V3 knöpfte Hre Muse aus und' hing sich die kleine Goldkette nur den Hals. Sie küßte das Herzchen und schloß daun Wieder die Knöpfe. Ma ging die Tür. (Fortsetzung folgt.) Das Butterbrot. Von H e r m nun Hör n (Stuttgart), Ich habe eine kleine Tochter von viereinhalb Jahren. Meine Frau behauptet in Stunden der Begeisterung, es sei das „Goldigste", was es gebe, und ich ziehe das mitunter in „wohlwollende Erwägung". , Schon als sie ganz klein war, war sie „zu goldig . Bei der Betrachtung eines Skeletts, das sie in einen«! 'alten Brehm, der Unerschöpflichen Fundgrube ihrer Wißbegier, sand, zeigte sie eine Praktische Begabung. Sie rief ihre Mutter herbei: „Swind, swind, Mama, Metzgen gehen, Fleisch holen — Mama anziehen!" Sie wollte das Skelett mit Fleisch anziehen. Eine niedliche Anekdote — aber in ihrem Leben gibt es noch zwei andere,. die ich schon ost erzählt habe, und die von Tod und Erbschaft handeln. Biele andere ihrer Lebensäußerungen und viel seiner und interessanter, sie zeigen die Vorsprünge der Mystik, der Komik, des Witzes — aber diese zwei erzähle ich immer, die sind fürs Publikum'. In jener Zeit hatte sie vorn Tod als einer natürlichen Sache erzählen hören, und damit siel ein Kapitalverbrechen ihrer Jugend Wlsamtnen, In meiner Abwesenheit hatte sie — einmal und nie wieder, behauptet meine Frau — eine Streichholzschachtel erwischt, ein Hölzchen angesteckt und sich die Finger verbrannt.^ BR!ehte Frau, den Ernst der Situation erfassend, hatte ihr mit geschlossenen Augen auf die Finger geklopft und ihr, trotz ih.reH flehentlichen Bittens, erklärt, nein — so etwas müsse man dem Papa sagen, da helfe nichts. Sie war klopfenden Herzens ins Bett gegangen, sie war in der Nacht von Feuer und allerlei wild träumend, einmal aufgewachk. Und in aller Frühe krabbelte sie schon zur Mama ins Bett, um noch einen Versuch der Erweichung eines mütterlichen Herzens zu machen. Aber das Wunderbare war geschehen, ihres Vaters Bett war unberührt. Zum' erstenmal in meiner Ehe, ick) schwöre es, hatte ich die Nacht „durchgelumpt", und dann waren wir beim Morgengrauen mit den Soldaten zum Bataillonsmanöver. Mutter und Kind machten gleichzeitig die Entdeckung^ und nach einer Minute des Schweigens Hub die Tochter an: „So — jetzt kannst dies ihm nicht sagen," und nach einer weiteren Pause mit einem stillen Triumph in der Stimme' über das gnädige Schicksal: „Vielleicht ist er unter einen Wägen gekommen und gestorben!" Die Sache mit der Erbschaft ist nachdenkliche! Betrachtung! Und gipfelt in einem' Wunsch nach Erkenntnis. „Also," sagte sie, „wenn ihr sterbt, dann bekomme ich doch alles — das Büfett und den Küchenschrank — dem Papa seinen Schreibtisch und auch den Papierkorb — und auch die großes Schere?" — „Ja — alles bekommst du!" — „So" — sagtses sie nach einer Weile — „dann mußt du mir doch vorher noch zeigen, ivie man den GashähneN ausmacht!" Das sind gewöhnliche Geschichten, aber die mit dem Butterbrot ist noch viel gewöhnlicher. Ich spiele mannigfache Spiele mit meiner Tochter. Am Morgen liebt sie es sehr, sich zu Verstecken. Dann ruft sie: „Such' mich!" mit einem spitzen, Hellen Stimmlein, durch irgend ein Bettstück, Rock oder Kleid gedämpft; und dann darf man sie picht so bald finden, denn man soll sie suchen, aber nicht finden — mindestens Nicht, bevor es dramatisch war. Oder ich muß einen Löwen machen. Das mach' ich nämlich ausgezeichnet. Ich brüll' und fauche mit dem besten Teil meines schauspielerischen 'Temperaments zwischen Othello und dem Schlucker des Sommer» nachtstraumes, der dort so schön den Löwen macht. Und gerade der Furchtbare ließt sie. Wie die Wasserböcke in den Kiplingschcn Novellen, die es reizt, an die Wasserstelle zu stürmen, weil der Tiger dort lauern konnte. Kreischend und lachend stürmt fte durch sämtliche Zimmer, bis ihre Stimme überschnappt: „Ich habe Angst — ich habe Angst!" Sie flüchtet sich in die Arme' ihrer Mütter, und in ihrem Gesichtchen fliegen die wechselnden Färben. Die Mutter schilt gutmütig: „Geh', siehst du denn nicht, rote sie Angst hat?" Sie aber zappelt int sicheren Hasen und beguckt sich meine wilden Ausfälle. Sie ist ganz neugieriges Grausen, was da aus dem Papa für seltsame Mächte sprechen. Wenn ich dann wieder still bin, geht sie zuM Angriff über, schlägt mich und schimpft mich aus: „Dn starker — 'fetter Mensch!" — Das hat sie von meiner Frau — ich bitte, weil ich 165 Pfund wiege. Und so was lieben wir! Heute morgen weckte sie uns. Sie lag in aller Früh', wie in ihrer allerfrühesten Jugend, wo sie bloß „roo, roo" sagen und mit ihren Beinen spielen konnte, wach int Bette und führte eine drämvWche Szene auf. Das hat der kleine Äffe von uns. Wenn wir zwei Alten eine Szene befürchten, folge ich mitunter wohl: „Ha — Elende!" — und die Fr-an erwidert: „Schweig, Ver- rüler!" oder so was — „mitunter" beschwichtigen wir so unsere fifemlüter, wie gesagt — „mitunter"« Also der kleine Affe liegt int Bett und spielt solch eine Szene. jJch brumme als Bär, sie lacht, ich raube sie und entführe sie in mein Bett. Aber das paßt ihr heute nicht. Sie erklärt: „Ich bin doch schließlich kein Spielzeug!" — und ist unliebenswürdig im höchsten Grade. Es geht hinüber und herüber, unsere Kameradschaft geht in die Brüche, und ich erkläre ihr: „Wenn du nickst nett bist zu mir, bin ich's auch nicht mehr zu dir, dann wirst du's schon sehen!" Aber das ignoriert sie ititb turnt verächtlich über meinen Körper weg aus dem Bett. Nach einer Minute lacht sie mich vom Bette der Mutter aus. Wahrhaftig, ich bin in meinen kameradschaftlichen Gefühlen zu diesem kleinen Menschen gekränkt, das soll sie merken,! Beim Frühstückstisch sehe ich sie schon in ihren Haferkakao Vertieft; davon trinkt sie gewissenhaft in drei Tasfenetappeit, Ihre Augen blickten in einer wollüstigen Innerlichkeit über den Rand der Tasse ins Land der Vergessenheit. Ich glaube, alle „innerlichen Menschen" sind wollüstige Esser! Aber als sie mich dann herausfordernd angnckt, erkläre ich ihr ernst: „Wir sind momentan feine Freunde, du warst nicht lieb zur mir, darum bin ich's auch nicht zu dir! Es gibt ein Sprichwort, das heißt: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt's heraus." ... - Sie guckt etwas verwirrt um sich, die Mama sagt: „Ha, ia, nierk dir's nur!" Aber dann guckt mich die Mutter flehentlich au. Ich erkläre jedoch: „Wir müssen uns wehren und unsere Ueber- niächt von Zeit zu Zeit zeigen. Sie soll das gesetzmäßig erfahren, daß sich aus einer Ursache eine Wirkung ergibt!" Da kommt schon der Moment, den jch grausam für den Häupteindruck erwählt habe. Was ich habe, will auch immer die Tockter. Meine Fran behauptet: „Weil ich mich immer, fo aufspiele, und weil s i e das Kind ganz für mich erziehe!' Zch esse Baueruschwarzbrot mit Butter. , „Bitte, a u ch ein Butterbrot," verlangt sie mit der Bestimmtheit der Berechtigten. ... ,, . ,,r, .., Jetzt bringe ich meine Ermahnung an. „Du >ollst scheu, daß auch andere Menschen nicht lieb zu dir sind-, wenn du nicht lieb zu ihnen bist, selbst dein Papa! Und ich will dir nicht mehr {rolle fein, aber ich hoffe, daß du dir das mertsl, und- so leid es mir tut. ich kann dir kein Butterbrot geben!" Der Schlag war niederschmetternd. Die Augen erweitern sich — Tränen stürzen hervor. Die Nase wird rapide rot, der weit sich dehnende Mund strafst die roten Backen, daß allerorts Weiße Fleckchen im Rot auftauchen, und um die Nasenflügel bilden sich straffe, grünliche Dreiecke, bis endlich das Köpfchen in leiden^ schaftlichem Schmerz sich auf das Tischtuch senkt. Eine Zeitlang hört man nur dies Schluchzen mi Simmet., Meine Frau streicht mit beit Händen über den Keinen Kops, ohne ihn zu berühren, und flüstert aus ihrem Mitempfinden voll inneren Sholzes „zu goldig, zu goldig!" Dann fliegt ein verschmitztes Lächeln über ihre Züge: „Frag' fiel doch einmal, warum sie weint? Du wirst sehen!" ... , Es lag eine grauenvolle Verachtung jebroeber morattlchen Beeinflussnng iit diesem Lächeln. Und doch war dieser Schmerz! f So sammle ich mich und frage ganz saust: „Sag' mal, Kind-, warum weinst du jetzt! Weil du nicht lieb warst oder weil der Papa nicht lieb zu dir ist?" . . _. ., Wir lauschen atemlos den Enthüllungen einer reuten Kinder- ' Erneutes Schluchzen. „Nun?" „Ich — möcht' ein Butterbrot!' Aber wir vermögen nicht recht zu lachen, man suhlt zu tief,- tote dieser kleine Mensch von einem Verlangen getragen Wirch das eine überlegene Macht, ein dunkles Schicksal ihm nicht erfüllte.. Ihr kleines Gesicht ist in Tränen gebadet; ein grauer sd)lcieti des Schmerzes liegt darüber. , . ... .....,. „Horch," sagt meine Frau, „ich glaube, ein Automobil fahrt vors Haus. ... ... Die Kleine lauscht einen Augenblick, dann sagt |te: „Aber nein, Mama, das ist doch dem Pfleiderer sein Milchwagcn!" Auch ich benutzte, den Augenblick zu einem Anschluß ans herkömmliche Leben und sagte: „Bitte, willst du mir Zigarren und Feuerzeug holen?" . ,, ., ..... Sie rutscht voM Stuhl herunter und geht, noch genhloacht vom Schmerz, in ein wenig verworrenen Bewegungen, das Köpfchen voraus, zur Tür nach meinem Zimmer. , Wir sind beide tief gerührt und schauen uns ftnitei® gegenfemgt an Sie aber kommt, wie von einem Sonnenschein das Gesichtchen durchleuchtet, wieder mit bet Zigarrenkiste herein. ., ES ist ein kecker Plan, den sie verfolgt, -sie legt die Zigarren,-, das Feuerzeug und den Aschbecher hin. Da — und da — m da — und da nun greift sie lachend nach meinem Butterbrot und schiebt es in den Mund. , . Aber cs ist eilte spontane Erregung, das; ich ihr ernsthast das Butterbrot nehme mch sage: „Rein, ich habe gesagt, heute morgen nicht, und dem mußt du dich jetzt schon fügen!" . ' Da bricht der Schmerz elementar ans, — etc wirft die Händchen nach oben. . n, „ , „Aber ich möchte ein Butterbrot — ein Butterbrot! .T«k Schmerz verdunkelt ihre Sinnes — 400 — Ich nehm!« fte ttt Meins Arme, W spreche liebevvll zärtlich Ms sie ein; ich Lsse sie gerührt — und dazwischenvilftsle, ihr Köpfchen an Mch MM! Ausweuien legend — „Butterbrot .„Bultechrot.^ Mäma, nachdem wir beide konstatiert haben E'es genug sei, „ich tveiß ein Mittel, das den Schniers stillt " Sie holt eine Handvoll Stahlspäne und. emen alten Handschuh; und damit spänt nun der Keine Kerl leidenschaftlich eine ZimmerecKi^iden tt6er ?aIrtmt vor, als sei letzten EndeZ alle« Schmerz ein Butterbrot, das einem vorenthalten wird. Aber desselben Tages tröstet sich, das Kind wieder! ä'uT eilte Sßctfc Die Mama sandte sie aus, rasch beim Krämer Eier zu holen. Aber sie müsse sofort wiederkommen; man warte in der Küche darauf. Sie rannte wie aus der Pistole geschossen davon, aber sie kam nicht wieder. Zu allen Fenstern guckte man muh ihr aus; Man schickte nach ihr. Da fand man sie bei einem Nachbarsbuben, der seinem Laubfrosch Fliegen fing. Dies Schauspiel, wie diesest Laubfrosch nach Fliegen hüpfte, die man ihm fangen und lebendig in das Glas werfen mühte — waren sie nicht lebendig, verachtete er sie —, war eine wunderbare Sache. „Aber der Laubfrosch frißt doch nur lebendige Fliegen, deut mal, Mutti!" erwiderte sie der Manta immer wieder auf alle Auseinandersetzungen, daß es Pflicht sei, erst einen Aufträgen ^erledigen, ehe man seinem Vergnügen nachgehe; und. sie hatsts ja nachher auch noch den Laubfrosch sehen könnÄi. „Aber den?' mal, Mutti, der Laubfrosch frißt nur lebendige Schließlich stellte man sie ins Eck, si« solle nachdenken, warum Man sie dahin stelle. Da 'kam sie nach einer Weile und sagtet „Weil du die MaMa bist, und ich das Kind!" „ Da mußten wir alle lachen, und sie hatte Oberwan er und lief händeklatschend umher. . Hm, solche Fähigkeiten dürfen auch nicht unterdrückt werden. Meine Frau fügte hinzu: „Sie soll mich da das Gesetz von Ursache Und Wirkung ftihlen!" vermischter. * Eine Gesellschaft für Reform der ®lännet« kleidung ist soeben in Berlin gegründet worden. Sie erklärt die heutige Männerkleidung für unpraklisch, unschön und unhygienisch und hat firf) daber zum Ziele gesetzt, deren Reformbedürftigkeit in der Oeffentlichkeit zu vertreten und durch praktisches Vorgehen einer vollkommeneren Tracht die Wege zu bahnen. Die Gesellschaft nimmt zimächst davon Abstand, eine bestimmte neue Reformtracht aufzustellen, da sie mit Recht der Ansicht ist, daß die Bewegung sich erst im Stadium der Versuche befindet und Umgestaltungen der Tracht sich nur allmählich entwickeln können. Indessen erblickt sie wesentliche Ansätze zur Reform, die als Richtlinien dienen können in denjenigen Kleidungsformen, bei deren Schaffung Vernunft und Geschmack nicht von der Ueberlieferung beeinträchtigt wurde, wie bei der Sportkleidung und z, T. bei der Knabenkleidung. Sie sieht daher insbesondere im Ersatz der langen Beinkleider durch die Kniehose und in einer einfachen, blusen- oder joppen-ähnlichen Bekleidung des Oberkörpers (an Stelle des heutigen komplizierten Aufbaus von Rock und Weste mit Stärkwäsche darunter) die Grundlagen künftiger Reiormkleidung. In allen Einzelheiten soll den Anhängern der Resormbestrebungen freie Hand gelassen werden. Der neuen Bewegung haben sich bereits etwa 70 Herren aus allen Berufskreisen mgeschlossen und zwar keineswegs nur aus Deutschland, sondern auch aus den verschiedensten Gebieten des Auslands. Zur Leitung der Geschäfte ist einstweilen nun ein vorläufiger Ausschuß eingesetzt worden. Er besteht aus den Herren: Professor der Kunstgeschichte Dr. Hans Mackowski (Gr. Lichterfelde) als Vorsitzender, Schriftsteller Heinz Jahn (Berlin) als Schristiührer, Schriftsteller Reinhold Gerling (Oranienburg) als Kassenwart, Vrivatgelehrter Felix Guerlin und Dr. Walther B o r g i u s (Gr. Lichterfelde) als Beisitzer. Zuschriften sind an Herrn Jahn, Berlin W15, Württembergische Straße 27/28 zu richten. * Ein lustiger Ausspruch Rossinis wird in der neuesten Nummer der bekannten Zeitschrift „Moderne Kunst" erzählt: Rossini lebte in Paris, nachdem er bereits mit 37 Jahren von einem Künstlerschasfen als reicher Mann ausruhen konnte, als vornehmer Herr. Mit glänzendem Witz begabt, war er stets in allen vornehmen Gesellschaften ein gern gesehener Gast. . Rossini selbst war ein Feinschmecker, der eine vorzügliche Tafel über alles liebte. Er schwelgte für lukullische Genüsse edelster Art und war in der vergnügtesten Stimmung, wenn er recht gut speisen konnte. Er selbst sagt darüber: „Was mich betrifft, so kenne ich keine köstlichere Beschäftigung, als zu essen, denn was die Liebe fürs Herz ist, das ist der Appetit für den Magen. Der Magen ist der Kapellmeister, der das gesamte Orchester dirigiert. Ein leerer Magen brummt wie das Fagott oder schreit wie eine Pikkoloflöte. Ein voller Magen ist das Triangel des Vergnügens, die Pauke der Freude. Essen, Lieben, Singen und Verdienen sind die eigentlichen vier Akte der komischen Oper, die man Leben heißt. Wer sie, ohne sie genossen zu haben, verrinnen läßt, ist ein vollendeter Narr." *Der Nährwert des Käses. Daß Käse als Zulost zum Butterbrot eine angenehme Sache ist und daß er als Nachspeise genossen die Verdauung anregt und fördert, weiß wohl jeder, weniger bekannt aber ist es, daß er auch als Nahrungsmittel einen überaus hohen Wert besitzt. Zwar sagt ein altes Sprichwort: „Käse ist morgens Gold, mittags Silber und abends Bleit", aber ganz zutreffend ist der Spruch nicht, denn in erster Linie kommt es auf die Menge des genossenen Käses und auf die Käjesorte an, und überdies spielt das Verdauungsorgan des betreffenden Menschen eine nicht unwesentliche Rolle dabei. Vergleicht man den Nährwert des Käses mit unserem wichtigen eiweißhaltigen Nahrmigs- mittel, dem Fleisch, so findet man, daß selbst der Magerkäse, also Harzer Käse, etwa doppelt soviel Eiweißstoffe enthält, als mageres Rindfleisch, das in einem Kilogramm 180 g Eiweißstoffe hat, wahrend Harzer Käse 410 g Eiweißstoffe zeigt. Bei den halbfetten und vollsetten Käsen verschiebt sich dieses Verhältnis etwas und tut Schweizerkäse z. B. ist ebensoviel Fett vorhanden als Eiiveiß: 1 Kilogramm enthält zirka 300 g Eiweißstoffe und 300 g Fett. Man sieht, daß die Fettkäse ganz außerordentlich nahrhaft sind. Sie enthalten ebenso wie der Magerkäse nur in noch höherem Maße weit mehr Nährstoffe, Eiweißstoffe und Fett als mageres und mittelfettes Rindfleisch. Wenn man sich die Bereitung und Zusammensetzung der Käse vergegenwärtigt, so findet man, daß der Käse die Nährungsstoffe der Milch enthalt, darunter Eiweißstoffe (Kasein), Fett und bisweilen auch etwas Milchzucker, außerdem noch Salze und Wasser. Bei der Reifung des Käses, die durch Mitwirkung von großen Mengen von Bakterien und Schimmelpilzen geschieht, werden die Geschmacks- und Geruchsstoffe des Käses entwickelt, außerdem aber werden die eigentlichen Nährstoffe, Eiweiß und Fett, chemisch verändert beziehungsweise leichter verdaulich gemacht. Zugegeben werden muß, daß Leute mit schwachem Verdäuungsorgan mit dem Genuß von Käse vorsichtig sein müssen, im allgemeinen aber verdient der Käse mehr noch als bisher als Nahrungsmittel geschätzt zu werden. Auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung ist in der Populären Abteilung an einer reichhaltigen Zusammenstellung von Käsen aller Art gezeigt, wie groß der Nährwert der einzelnen Käsesorten ist und welche Bedeutung dem Käse in der Reihe unserer Nahrungsmittel zukommt. Büchertisch. — „H elios - Klassi °ker" nennt die bekannte Leipziger Verlagsbuchhandlung Philipp R e c l a m jun. ihre Klassiker-Aus- gaben, die sie in einer neuen, höchst ansprechenden Ausstattung auf den Markt bringt. Der goldgelbe, biegsame Leinen- und der geschmackvolle Ganzlederband mit echtem Goldschnitt, sowie auch die Papier- und Druckausstattung sind eine hervorragende Leistung deutscher Buchkunst, die man umsomehr anerkennen muß, wenn man die erstaunlich billigen Preise in Betracht zieht. Mit der Schaffung dieser guten billigen Ausgaben werden wieder neue große Kreise des Volkes unseren Klassikern gewonnen werden; das ist ein sehr beachtenswerter Beitrag zum Kampf gegen die Schund-, literatur. Vor kurzem erschienen als vollständige Nenausgabs Lessings Werke. Mit größter Sorgfalt und auf Grund einer umfassenden Beherrschung des Stoffes hat der Leipziger Gelehrte Dr. Rob. Riemann die Textrevision durchgeführt und alles aufgewandt, um die Ausgabe zu einer literarisch wertvollen zu gestalten. In einer ausführlich einleitenden Ab-> handlnng wird das Leben des Dichters fesselnd geschildert und sein Werk eingehend erläutert. Die Ausgabe ist für_ Studien .hervorragend geeignet und kann für den Gebrauch in der Schul« sehr empfohlen werden. Gleichzeitig erschien eine neue Eichen-, dorff-Ausgabe. Die Herausgabe lag in den Händen ®r< Max M en d heims, des verdienten Leipziger Literarhistorikers Mit feinem Takt und sicherem Gefühl für das wirtlich Lebendige in Eichendorffs Dichtung hat er alles das vereinigt, was uns den Dichter des „Taugenichts", den Sanger des deutschen Waldes lieb und teuer macht. Die anregend geschriebene biographisch- kritische Einleitung und die dem Text beigefügten Anmerkungen geben ein Zeugnis der gediegenen aber nirgends aufdringlich her), vortretenden Wissenschaftlichkeit, mit der diese Eichendorff-Aus- gäbe bearbeitet worden ist. Rätsel. Tust in der Jugend du, wie dir die Erste sagc, . Wohl nimmer dann im Alter dich die Sorge plagt. Tie Zweite nennt sein Eigen jeder holde Engel, Doch findest du sie auch bei einem losen Beugel. Wenn schließlich sich zur Zweiten noch ein „d" gesellt, Entsteht daraus sogleich die größte Macht der Welt. Das Ganze — ohne „d" — schmeckt prächtig, zart und fein; Empfehlenswert dazu ist „Münchner" oder Wein. Auslösung' in nächster) Nummer. Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Eine närrische Zunge kann viel Böse? anrickten. Redaktion: «.Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brüül'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, 9t Lange, «Vietze*