Donnerstag den 28. September jiii 'ÄÄMt W/ H MÄs^ —;p\<- ? v--' wtol NZHMM Die weiße Frau. Roman von W. Collins, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) XI. Tie Wolken standen drohend ant westlichen Himmel, und ein kalter Wind blies vom Meere her. Ungeachtet der Entfernung des Meeresufers strich doch das Getöse der Brandung über das Heideland herüber und schlug düster an meine Ohren, als ich in den Kirchhof trat. Kein lebendes Wesen war zu sehen. Der Ort sah verlassener aus denn je, als ich meine Stellung einnahm, in der ich beobachtend verharrte, die Augen auf das weiße Kieuz über Mrs. Fairlies Grabe geheftet. Die offene Sage des Kirchhofes hatte mich genötigt, die Wahl meines Beobachtungspostens mit Umsicht zu treffen. Der Haupteingang zur Kirche war auf der Seite des Begräbnisplatzes, und die Tür durch eine mit einer Mauer umgebene Vorhalle verborgen. In diese Vorhalle trat ich ein. In jeder der Seitenmauern war ein rundes Fenster. Durch das eine konnte ich Mrs. Fairlies Grab sehen. Das andere ging nach dem Steinbruche hin, wo die Hütte des Totengräbers stand. Vor mir, dem Eingänge der Borhalle gegenüber, lag ein Stück kahlen Begrabnisbodeus', ein Ende von der niedrigen Steinmauer und ein Streifen des einsamen braunen Hügels, über den die Sonnenuuter- gangswolken schwer vor dem starken Winde dahinstrichen. Das Licht der untergehenden Sonne zögerte noch am Himmel, und wenig über eine halbe Stunde war verflossen, nachdem ich meinen Posten eingenommen hatte, als ich Schritte und eine Stimme vernahm. Die Schritte kamen von der entgegengesetzten Seite der Kirche, und die Stimme war die eines weiblichen Wesens. „Sorge du dich nicht um den Brief, mein liebes Kind," sagte die Stimme. „Ich habe ihn sicher in die Hände des Burschen gegeben, und der Bursche nahm ihn, ohne ein Wort zu sagen. Es folgte mir keine lebende Seele dafür stehe ich ein." Diese Worte trieben meine Aufmerksamkeit auf einen Mrad der Erwartung, der beinahe schmerzhaft war. Es trat eine Pause im Gespräche ein, aber die Schritte kamen immer näher. Einen Augenblick später gingen zwei Personen, beides Frauen, innerhalb meines Gesichtskreises an dem Fenster der Vorhalle vorbei. Sie gingen gerade auf das Grab zu, und wandten mir daher den Rücken zu. Eine der beiden Frauen trug einen Hut und Schal, die andere einen langen Reisemantel von dunkelblauer Farbe, dessen Kapuze sie über den Kopf gezogen hatte. Einige Zoll ihres Kleides, waren unter, dem Mantel sichtbar. Mein Herz schlug heftig, als ich die Farbe unterschied — es war weiß. „Behalte mir ja den warmen Mantel um," sagte jetzt dieselbe Stimme, welche ich schon vorher gehört hatte •— die Stimme der Frau mit dem Schal. „Mrs. Todd hat recht, toenn sie sagt, daß du gestern zu auffallend aus- sahst, so ganz in Weiß. Ich will ein bißchen umher- spazicren, solange du hier bist. Mache nur, was du zu tun hast, fertig, bis ich zurückkomme, und lasse uns auf jeden Fall vor Einbruch der Nacht wieder zu Hause sein." Mit diesen Worten wandte sie sich um und ging mit dem Gesichte mir zugewendet denselben Weg zurück. Es war das Gesicht einer ältlichen Frau, bräunlich, scharf und gesund, in dessen Ausdrucke nichts Unehrliches oder Verdächtiges lag. Sie bog um die Ecke der Kirche. Nun sah ich die Frau im Mäntel dicht an das Grab Ijerantreten und es eine Weile still betrachten. Sie blickte dann rund um sich, und ein weißes Leinwandtuch unter ihrem Mantel hervoMehend, wandte sie sich dem Bache zn. Sie tauchte das Tuch in das Wasser und kehrte zum Grabe zurück. Ich sah sie vor der Inschrift niederknien und sich anschicken, dgs Monument mit dem weißen Tuche zu reinigen. Nachdem ich bei mir überlegt, wie ich mich ihr am besten zeigen könne, ohne sie zu erschrecken, beschloß ich, an der Stelle vor mir über die Mauer zu steigen, dann außen an ihr entlang zu gehen und über den Tritt nahe bei dem Grabe in den Kirchhof zu treten, damit sie mich kommen sehen möge. Sie war indes so sehr in ihre Beschäftigung vertieft, daß sie mich nicht eher kommen hörte, als bis ich über den Tritt gestiegen mar. Daun blickte sie auf, sprang mit einem schwachen Ausruse auf ihre Füße und stand mir mit sprach- und regungslosem Schrecken gegenüber. Auch ich starrte sie fassungslos an: ich erblickte dasselbe Gesicht, das ich in jener Nacht auf der Landstraße bei London zum ersten Male gesehen hatte. Erschrecken Sie nicht, sagte ich, Sie erinnern sich doch gewiß meiner, nicht? Sie schaute mich aufmerksam an. Dann er vetterten sich ihre Mienen, und sie fragte: Wie kommen Sie hierher? Erinnern Sie sich nicht, fragte ich meinerseits, daß ich Ihnen bei unserer Begegnung erzählte, ich würde nach Cumberland reifen? Ich bin also feit der Zett ttt Cumberland gewesen; ich habe die ganze Zeit in Limmertbge House ä In Limmeridge House! — Ihr blasses Gesicht erhellte sich, als sie die Worte wiederholte; ihre unstäten Augen hefteten sich voll Interesse auf mich. Ach, da müssen Ste sehr glücklich gewesen Jein! sägte sie, indem ftemtch begierig ansah, und ochne daß noch eine Spur thres ehemaligen Mißtrauens in ihrem Gesichte zu sehen war. Als. ich sie näher Mr.aMet.ch fiel rn.tr ihre Aehnltch. — 606 — text mit Miß Fairlie von neuem in die Augen. Wer kch sah nun auch, worin sie ihr nicht glich. , Die zarte Schönheit von Miß Fairlies Hautfarbe, die durchsichtige Klarheit ihrer Augen, die weiche Reinheit ihrer Haut, die blühende Farbe auf ihren Lippen, alles dies fehlte auf dem äbgemagerten, müden Gesichte, das jetzt dem meinigen zugewendet war. Sie sehen mich an, und Sie denken an etwas, sagte sie nun mit ihrer seltsamen, atemlosen Schnelligkeit der Sprache. Was ist es? Nichts besonderes, entgegnete icky ich dachte nur daran, wie Sie hierher gekommen seien. Ich kam m», einer Freundin, die sehr gut gegen mich ist- JÄ bin erst seit zwei Tagen hier. Und Sie fanden gestern den Weg hierher? Woher wissen Sie das? Ich erriet es bloß. Sie wandte sich von mir und kniete wieder vor der Inschrift nieder. Wohin sollte ich gehen, wenn nicht hierher? sagte sie. Sie, die mir mehr als eine Mutter war, ist die einzige Freundin, welche ich in Limmeridge aufzusuchen habe. O, es tut meinem Herzen weh, einen Flecken auf ihrem Grabsteine zu sehen! Er sollte weiß wie Schnee gehalten werden um ihretwillen. Ich gab gestern der Versuchung nach, es zu reinigen, und mußte heute wiederkommen, um es zu vollenden. Liegt darin irgend etwas Unrechtes? Ich hoffe nicht. Es kann doch nichts Unrechtes in dem sein, was ich aus Liebe zu Mrs. Fairlie tue? Ich, sah, daß, um ihr Vertrauen zu gewinnen, es das beste sein würde, sie zu ermuntern mit der bescheidenen Arbeit fortzufahren, uin derentwillen sie auf den Begräb- nisplatz gekommen war. Sie nahm sie auch augenblicklich wieder auf, sowie ich ihr sagte, daß sie es tun möget. Nunmehr erzählte ich ihr von den beiden Männern, die sre in jener Nacht verfolgt hatten. Sie denken doch nicht, fragte sie furchtsam, daß ich wieder in die Anstalt zurückgebracht werden soll? Ganz gewiß nicht. Ich freue mich, daß Sie daraus entflohen sind. Sie sprachen damals von einer Freundin jn London. Haben Sie sie gefunden? Ja, es war sehr spät. Glücklicherweise war ein Mädchen im Hause noch mit Handarbeit beschäftigt, und sie half mir, Mrs. Clements zu wecken. Mrs. Clements ist meine Freundin. Ist Mrs. Clements eine alte Freundin von Ihnen? Kennen Sie sie schon lange? Ja; sie war früher unsere Nachbarin zu .Hause in Hampshire; sie hatte mich lieb und sah nach mir, als ich em kleines Mädchen war. Vor langen Jahren, als sie von dort fortzog, schrieb sie in mein Gebetbuch ein, wo sie rn London wohnen werde, und sagte: „Wenn dir's jemals schlecht geht, Anna, da komme zu mir. Ich habe keinen Mann, der mir's untersagen konnte, noch Kinder, für die rch zu sorgen hätte; und ich will für dich sorgen." Waren das nicht gütige Worte? Ich habe sie wohl behalten, weil sre so gütig waren. Außer ihnen habe ich freilich nur wenig, sehr, sehr wenig behalten! Hatten Sie keinen Vater, keine Mutter, die für Sie sorgen konnten? Mein Vater? Hab' ihn nie gesehen; ich habe meine Mutter me von ihm sprechen hören. Mein Vater? Ach Gott! er wird wohl tot sein! Und Ihre Mutter? Wir passen nicht gut zusammen; wir verursachen einander nur Sorge und Furcht. Ich spreche lieber von Mrs. Clements. Mrs. Clements denkt wie Sie, sie findet Nicht, daß ich nach der Anstalt zurückgebracht werden sollte Sie weinte über mein Unglück und sagte, es müsse vor tollen Leuten geheimgehalten werden. Ihr „Unglück! Jn welchem Sinne gebrauchte sie dieses Wort? In einem Sinne, der ihren Beweggrunds aus dem sie den anonymen Brief schrieb, hätte erklären können? Ich beschloß, den Versuch zu machen, diesen Zweifel zu lösen, ehe wir von etwas anderem sprächen. Was für ein Unglück? frug ich. ,, iinglück, daß ich eingesperrt würde, entgegnete sie> allem Anscheine nach erstaunt über meine Frage: welch anderes Unglück könnte es sonst noch für mich geben? Es war von der größten Wichtigkeit, Naß jeder Schritts den ich letzt in meiner Nachforschung vorwärts tat, mit Sicherheit ausgesührt wurde. Es gibt noch ein anderes Unglück, sagte ich, das einem- Werbe widerfahren und ihm lebenslänglichen Küminer und lebenslängliche Schande bereiten kann. Welches ist das? frug sie begierig. Das Unglück, zu unschuldsvoll an die eigene Tuge ich und dre Redlichkeit und Treue des Mannes zu glauben, den man liebt, erwiderte ich. Sie sah mit bem- ungekünstelten Ausdrucke des Nicht- begrrfsenhabens eines Kindes zu mir auf. Kein gesprochenes Wort hätte mich so wie ihr Blick und Benehmen überzeugen können, daß der Beweggrund, den ich ihrem Schreiben und Absenden des anonymen Briefes an Miß Fairlie unterlegte, unzweifelhaft der verkehrte sei. Dieser Zweifel war wenigstens jetzt beseitigt; aber dieser Umstand selbst brachte uns neue Ungewißheit. Der Bries bezeichnete, wie rch nach entschiedenen Indizien wußte, Sir Percival Glyde, obgleich er ihn nicht nannte. Sie mußte einen starken Beweggrund haben, welcher aus einer tiefen Verletzung entsprang, um ihn heimlich und in solchen Ausdrücken, wie sie gebraucht hatte, bei Miß Fairlie anzuklagen. Ich verstehe -Sie nicht, sagte sie zuletzt. Das tut nichts, entgegnete ich. Lassen Sie uns mist dem fortfahren, wovon wir sprachen. Sagen Sie mir, wie lange Sie bei Mrs. Clements in London blieben, und wie cs zuging, daß Sie hierher kamen? Wie lange? wiederholte sie. Ich blieb bei Mrs. Clements, bis wir beide vor zwei Tagen hierher kamen. Dann wohnen Sie hier im Dorfe? sagte ich. Es ist eigen, daß ich noch nicht von Ihnen gehört habe, obgleich Sie erst zwei Tage hier sind. Nein, nein; nicht im Dorse. Drei Meilen von hier auf einem Gehöfte. Kennen Sie Has Gehöft? Es wird Todds Ecke genannt. Ich erinnerte mich des Ortes vollkommen; wir waren auf unfern Spazierfahrten oft daran vorbeigekommen. Es war eins der ältesten Gehöfte der Gegend und lag landeinwärts an einer einsamen, geschützten Stelle am Fuße zweier Hügel. Die Leute zu Todds Ecke sind Verwandte von Mrs'. Clements, fuhr sie fort, und hatten sie oft gebeten, sie zu besuchen. Sie sagte, sie wolle zu ihnen reisen und mich mitnehmen, damit ich Ruhe und frische Landluft genießen könne. War das nicht sehr freundlich von ihr? Ich wäre überall hingegangen, um nur in Ruhe und Sicherheit und Verborgenheit zu fein. Aber als ich hörte, daß Todds Ecke nahe bei Limmeridge sei — o! da war ich so glücklich,, daß ich gern den ganzen Weg barfuß zurückgelegt hätte, um das Dorf und die Schule und Limmeridge House wiederzusehen. Die Leute zu Todds Ecke sind sehr freundlich. Ich hoffe, ich werde eine lange Zeit bei ihnen bleiben tonnen. Nur eins gefällt mir nicht an ihnen, und gefällt mir nicht an Mrs. Clements — Was ist das? Sie quälen mich, weil ich mich immer ganz weiß kleide — sie sagen, es sieht so auffallend aus. Was wissen sie davon? Mrs. Fairlie verstand das am besten. Sie selbst trug sehr oft Weiß und kleidete ihre kleine Tochter immer in Weiß. Ist Miß Fairlie wohl und glücklich? Trägt sre noch Weiß, wie damals, als sie ein kleines Mädchen war? Ihre Stimme wurde leiser, als kenne sie die Gefahr,- welcher sie sich ausgesetzt, indem sie den anonymen Brref absandte, und ich beschloß sogleich, meine Antwort so einzurichten, daß sie es mir in ihrer Ueberraschung bekannte. Miß Fairlie war heute morgen nicht sehr wohl, sagte rch, weil sie Ihren anonymen Brief erhalten hat. . Sie hatte feit einiger Zeit auf ihren Küien gelegen, indem sie sorgfältig die letzten Flecke von der Inschrift abwischte, wahrend wir zusammen sprachen. Jetzt zuckte sie zusammen. Das Tuch entfiel ihren Händen, ihre Lippen öffneten sich, und die wenige Farbe, die in ihrem Gesuchte noch übrig war, schwand gänzlich daraus. (Fortsetzung folgt) M 607 — * „Natürlich, beim bei ihm hat man hiebet ein Messer noch Schuren einer Verletzung gefuirden. Doch liegen auch andere sehr starke Beweise gegen ihn vor. Sein großes Interesse am! Verschwinden des Nennens, sein Versuch, den Stallknecht zu vergiften, der Umstand, daß er in der Regennacht draußen wat/ der schwere Stock, der ihm als Waffe diente, und die Krawatte in des Toten Hand liefern genug Verdachtsgründe, lunt ihn vor Lackte die beiden Stallknechte, die auf dem Heuboden Irin rkanimer schliefen. Sie hatten während der Nacht Ä? 9eIj0^' .Akuter «Ee wohl ein starkes Schlafmittel haben und litt noch an den Folgen; da nichts Vet- herauszubtrngeN wär, ließ man ihn weitet fchlafen. Mau Straker, die Magd und die beiden Knechte machten Uch mzwischen auf, um nach dem Verlorenen zu suchen. Sie hegten noch die leise Hoffnung, der Stallmeister könne vielleicht ^en Morgenritt gemacht haben, und erstiegen eme An ho he m der Nahe des Hauses, von wo aus man das Moor ruigsum überblickt. Von dem Rennpferd war nirgends ^llrVcS^eT nach John Straker brauchten sie nicht lange Ku suchen. *Etwa eine Viertelmeile von dem Stallgebäude entfernt, hmg fern Mantel, an einem Ginsterbusch, und nicht weit davon in einer «ruldenforungen Vertiefung des Bodens, sand man die Leiche des Unglücklichen Stallmeisters. Ter Schädel war ihm durch einen wuchtigen Schlag mit einem schweren Werkzeug zerschmettert wor- dm. Und am Schenkel hatte er eine lange Schnittwunde, die von emer scharfen Waffe herrühren mußte. Offenbar hatte sich Straker, so gut er konnte, gegen seine Angreifer verteidigt, denn in der rechten and hielt et ein kleines Messer, das über und über mit geronnenem Blut bedeckt war. Seine Linke aber umklammert« eine r°t Wiuneä gestreifte seidene Krawatte; eine solche hatte, naö) Vlugfaae der Magd, jener Fremde, den sie beim Stall getroffen/ UM Wend zuvor getragen." ' AmNer Eis seiner Betäubung erwachte, erkannte auch er, daß die Krawatte des Fremden Eigentum sei. Nach feinet tteberzeugung hatte ihm dieser das Schlafpulver vom Fenster aus IN das Hammelragout geschüttet, damit der Stall unbewacht bliebe." - . "Es das fehlende Rennpferd betrifft, so fand man im Moor- ! voden^ des Thalkessels zahlreiche Beweise, daß es zur Zeit des Kampfes auf dem Schauplatz desselben Kwesen ist. Aber, seit jenem Morgen ist es Verschwunden, und obwohl eine hohe Beloh- «nng ausgesetzt ist und alle Zigeuner vän Dartmoor sich aus der Suche besinden, weiß niemand, wo es geblieben sein kann. Schließlich ist noch zu bemerken, daß sich eine beträchtliche Menge pulverisiertes Opium in des Stallknechts Nachtessen, bei Untersuchung der Reste, vorgefunden hat, während die Leute im Häufe an* demselben ■Jbenb vom nämlichen Gericht gegessen haben, ohne nachteilige Folgen zu verspüren." §ÜöLkstrahI. . schon bekannt waten, ging mir dock erft irtif Deteftivgeschichte von .Conan Dohle!« ' ’ | Lcheutung.^ Eer ihwr Zusammenhang putz'Ktz eigentlM (Fortsetzung.) I Müs ich ein, „datz sich Straker b'ei Scan Straker UM sieben Uhr erwachte, wär iHv MaUn I Zuckungen, welche mit jeder Verletzung des Gel- ß!?1«? Es. einem Stuhl zusammengesunken Und völlig betäubt; I Ldlmes'^ ^diesem^tr"^^" höchstwahrscheinlich," versetzt I iP^en sich gegen jede Theorie, die wir vvr- vringen konnten, gewichtige Einwendungen erheben," sagte mein Sk rte- "?te Polizei ist, glaube ich, der Ansicht, daß Sünpfon, iiachdem er dem Stallknecht das Schlafmittel verabreicht hatte, sliachschlüsfels, den er sich irgendwie zu öer* Stall geschlichen hat, um das Pferd zst rauben. Er mutz ihm auch den Zaum angelegt haben, da* dieser sich nicht vorfiichet. SBäljrenb er nun, die Stalltüre offen lassend, ^er über das Moor dävvnführte, kam ihm Straker entgegen röer holte ihn ein. Natürlich entspann sich ein Kampf, bei dem Simpson fernen (Segnet mit dem schweren Stocke erschlug, ohne! von ihm mit dem Messer verwundet zu werden, das Straker als WerteldigungÄvafse brauchte. Hierauf gelang es dem Dieb ent» irieber, das Pferd in ein geheimes Versteck zu bringen, oder R hat sich losgerffsen und läuft nun in bet Irre auf dem Moor umher — So denkt sich die Polizei den Fall, Und trotz vieler Unwahrscheinlichkeiten, auf die wir bei dieser Erklärung* stoßen, ist sie noch die wahrscheinlichste Von allen. Sobald ich NN Ort und Stelle bin, werde ich der Sache übrigens bessert auf den Grund sehen können, einstweilen muffen wir, wohl oder Übel, auf dem Standpunkt stehen bleiben, den wir jetzt einnehmen."' -Erst gegen abend kamen wir in dem Städtchen Tavistock ä«' das mitten in dem großen Rund von Dartmoor liegt, wie dtr Buckel an einem Schilde. Zwei Herren erwarteten unsj . Bahnhof, der eine groß und blond, mit Haar und Bart wie erne Löwenmähne und scharfen, hellblauen Augen, der andere, ein kleiner beweglicher Mann im Ueberrock und Gamaschen, sehr geschniegelt und gebügelt, mit kurz geschnittenem Backenbart putz emgetoffencm Augeiiglas. Dies war Oberst Roß, der wohl- bekannte Sportsmann, jener aber Polizeiinspektor Gregory, dep sich im Dienst der englischen Geheimpolizei rasch einen Namen gemacht hatte. „Ich bin sehr froh, daß Sie gekommen sind, Herr Holmes," sagte der Oberst. „Zwar hat der Inspektor alles nur Erdenk-, liche getan, aber ich möchte nichts unversucht lassen, um den Tod des armen Straker zu sühnen, und wieder in den Besitz Meines Pferdes zu gelangen." „Haben Sie irgend eine neue Spur entdeckt?" fragte Holmes. fei ÄÄt" — ™Wm' — *• **W di- gyÄÄiS Stfe S?Äe’SrÄ r r Gregory, der den Fall m Händen hat, ist ein I Gleich daraus saßen wir alle in dem* beauemen Uandäuer Bnu7"leisten 'Ä in fei"/’rt wrd rollten durch die Strafen mangelte. I spektor Gregory hatte nichts als den Fall im Kopf und goß die und I ganze Flut seiner Betrachtungen über uns aus, während Holmes Ibn Siu Huben ttmr mA?1 -^8^' I mtr dann und wann eine Frage oder einen Ausruf dazwischen v $ er» r < Uictlt f(inilte iljn irt b*CT I totlif. 'Obcrft fRnfi lehnte ftch in ih*en (Sife snirücF frbhtä hip nu9 einet etnoefebenen nehitheten SVÄinifie Ttrrf fpirt 9^pvwnnpn I bn16t, btnefte „feinen ^nt ^6f ins Gesicht und lauschte aur Emilie» hat fein Vermögen I eifrig auf das Gespräch der beiden Polizisten. Gregorys Auf- a em äßen veben-Zni?i"iÄi^^A’m den standes- I fassuilg von der Sache stimmte fast- genau mit dem überein, firi hMtnsbi»^n?rnerc-C ’ai£ani>rrCAe^e ^UOT!m^?)eZ-e=l I tuad mir Holmes im Zuge zum voraus berichtet hatte. eraayb d<^s Mett/n Hn™'Wettbuchs I „Das Netz hat sich schon ziemlich dicht um Fitzroy Simpson ^avmn^n (EEiüvnbs ^00 Pfund gegen den I Wsammengezogen," schloß der Inspektor, „und ich für meine Favoriten Silber strahl durch ihn gebucht worden waren. I Person zweifle nicht, daß er der Täter ist. Bei alledem mutz <3v>rfmnnv “rM b^anute er freiwillig, er .sei nach I ich jedoch zugeben, datz diese Annahnie nur auf Indizienbeweisen SRnrJm0/ gekommen, um Erkundigungen über die Pferde in Kings I beruht, die durch eine neue Enthüllung umgestoßen werden können." ltn£ ^^leich etwas Näheres Uber den zweiten „Und wie steht's mit Strakers Messer?" Aufftckt i^N^ n ar Browns „Wir sind zu dem sichern Schluß gelangt, datz er sich selbst von Capleton steht. Auch ver,uchte er Nicht I verwundet hat, als er zu Boden fiel." bä//- vom Abend zuvor abzUleugnen, erklärte ledoeh, „Mein Freund Watson hat sich bei unserer Herfahrt auch «A rost Absicht gehabt, sonoern nur den Wunsch, I in diesem Sinne geäußert. Dadurch würde der Verdacht gegen1 eA Sand zu verschaffen. Als man ihm die Simpson bedeutend erhöht." Krawatte zeigte, erblaßte er sichtlich und war außer stände, an- 1 ----- ' - ■ - - ■ -- • -- zugeben, nuf welche Werfe sie in die Hand des Ermordeten gelangt fein könne. Sem nasser Anzug trug deutliche Spuren, daß er ist der Regennacht draußen gewesen fein müsse, und sein Stock, mit Blei beschwerter, sogenannter Todschläger, war genau bie SBüffe, welche die Verletzung hervorgebracht haben konnte, welcher der unglückliche Stallmeister erlegen war." ».-»^"?'^^b«h"ite Simpson selbst keine Wunde am Körper, wäh- I die Geschworenen zu bringen." hoch, nach der.Beschaffenheit von. Strakers Messer zu ur- I Holmes schüttelte den Kopf. ;,Ein geschickter Anwalt würde teilen, mindestens einer ferner Angreifer durch ihn gezeichnet I dies ganze Gewebe in Fetzen reißen," sagte er. „Was brauchte er roorben war. — So, Watson —- das ist, kurz zusammengefaßt,- I das Pferd aus dem Stalle zu führen? Hätte er ihm nicht ebensogut! der ganze Sachverhalt, und wenn du mir irgendwelche Aufklärung I dort einen Schaden zufügen können? Hat man einen Nachschlüssel BarübM geben kannst, tust du mir den größten Gefallen." I bei ihm gefunden? Welcher Apotheker hat ihm das Opium- Bch hatte den klaren Auseinandersetzungen meines Gefährten | Pulver verkauft? Und vor allem — wo hätte.ein Mensch, der in Bl.it MtzMjM ZntyMtz Klgehört; denn, obgleich Mr die £at* | hiesiger Gegepd fremd ist, ein solches WM verbergen kön.ueu,? 608 f=H Wie lautet Serttt seine eigene Aussage über bdS. Papier, welches das Mädchen dem Stallknecht geben sollte?" „Er sagt, es sei eine Zehnpfundnote gewesen. Eine solche fand sich auch in seinem Geldbeutel. Uebrigens lassen sich Ihre pudern Einwürfe samt und sonders entkräften. Die Umgegend ist ihm bekannt, da er im Sommer zweimal in Tavistock übernachtete. Tas Opium kann er von London mitgebracht haben. Den Nachschlüssel hat er natürlich weggeworfen, sobald er ihn Nicht mehr brauchte. Das Pferd liegt vielleicht irgendwo im Moor auf dem Grunde eines alten Schachts." „Was sagt er über die Krawatte?" „Er gibt zu, daß sie ihm gehört und behauptet, er habe sie verloren. Inzwischen ist ein neuer Verdacht aufgetaucht, der Uns vielleicht eine Aufklärung bringt, weshalb Simpson das Pferd aus dem Stall geführt hat," Kolmes horchte hoch auf. 1 ' „Wir haben Spuren gefunden, welche beweisen, daß eine Zigeunerbande am Montag abend eine Meile von dem Schauplatz des Mordes entfernt ihr Lager hatte. Am Dienstag früh war sie verschwunden. Kann nicht Simpson im Einvernehmen Mit diesen Leuten gestanden haben, und im Begriff gewesen sein, ihnen das Pferd zuzuführen, als er sich verfolgt sah? Vielleicht ist es noch in ihrem Besitz." „Unmöglich wäre das nicht." „Man durchstreift das Moor nach den Zigeunern. Auch habe ich jeden Stall und jedes Hintergebäude in Tavistock ünd zehn Meilen in der Runde untersuchen lassen." „Ich höre, .daß noch ein Besitzer von Rennpferden seine Stallungen hier ganz-in der Nähe hat." „Jawohl, und diesen Umstand dürfen ivir nicht aus den Augen lassen. Da der Renner Desborough das zweite Pferd war, auf das gewettet wurde, hatten die Leute dort ein großes! Interesse an dem Verschwinden des Favoriten. Silas Brown, der Stallmeister, soll hohe Wetten eingegangen sein, und er war denr armen Straker nicht tvohlgesinnt. Uebrigens haben wir die Ställe durchsucht und nichts gefunden, was mit der Angelegenheit zusammenhängt." „Anch kein Anzeichen, daß Simpson mit dem Stallmeister Von Capleton in irgendwelcher Verbindung steht?" -„Nicht das geringste." Holmes lehnte sich in den Wagen zurück und die Unterhaltung stockte. Wenige Minuten später hielt der Kutscher vor 'einem! hübschen kleinen Landhaus aus roten Ziegelsteinen mit vorspringendem Giebel, das dicht am Wege stand. In einiger Ent» fernnng davon, jenseits einer Umfriedigung, lag ein langes, mit grauem Schiefer gedecktes Gebäude. Nach allen anderen Richtungen dehnte sich, soweit das Auge reichte, der wellenförmige Boden des Moors aus, dem das welke Farnkraut eine Bronzefärbung verlieh. Nur die Kirchtürme von Tavistock und nach Westen zu eine? Anzahl Häuser, die um die Stallungen von Capleton herlagen, unter- brachen den einförmigen Horizont. Wir sprangen alle aus dem Wagen, Holmes allein lehnte noch in seiner Ecke,' er starrte unverwandt ins Weite und schien ganz in Gedanken versunken. Als ich seinen Arm berührte, fuhr er heftig zusammen, raffte sich Krrpor und stieg gleichfalls ans. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. * Der Boxer-Fürst in Paris. (Der Neger Johnson Und sein Hofstaat.) Eine Pariser illustrierte Zeitung bringt zur Eröffnung der Rennen in Longchamps eine Illustration, die die Unterschrift trägt: „Eine wichtige Ecke auf dem Startplatz". Die Momentaufnahme zeigt den berühmten Karikaturenzeichner >,Sem" im gemütlichen Gespräch mit Jack Johnsoir, dem schwarzen Weltmeister der Boxkunst und seiner Frau. Johnson ist nach der modernsten Londoner Mode gekleidet, seine Frau in elegantester Pariser Toilette. Johnson, der bekanntlich augenblicklich für den Kampf mit dem bekannten englische:: Boxer Wells trainiert, ist noch nicht ganz Pariser geworden — er kann nur ein paar Brocken französisch — aber er ist bereits eine bekannte Figur in der französischen Hauptstadt, und darauf ist er sehr stolz. Er kam nach Paris, um seinen Engagementsverpflichtungen nachzukommen und boxte anfänglich jeden Abend im Vergnügungspark „Magie City", dann brach er plötzlich seinen Vertrag mit' der Begründung, daß ihm die Sache zu langweilig werde und begann ein ernstliches Training für den Match gegen Wells. Der schwarze Boxerkönig ist mit einem ganzen Stab von schwarzen und tveißen Trainern nach Paris gekommen, ohne die zahlreiche Dienerschaft seiner Frau und seine Chauffeure zu zählen. Er hat nämlich nur zwei Wito mobile — eine Linumsine und einen großen Tourenwagen — nach Paris Mitgebracht, die übrigen drei ließ er als Reserve in London zurück, UM bei seiner Rückkehr dorthin den gewohnten Luxus 'nicht zu vermissen. Herr Und Frau Johnson haben eine reizende Villa — man möchte fast sagen em kleines Schloß 1—am Ende des prächtigen Boulevard! Viktor Hugo in Nenilly bezogen. Das Haus ist von einem! parkartigen Garten umgeben, und' eine Allee alter Bäum« führt zum Eingängsportal. Jack ist ein' großer Musikfreund Ünd liebt titgfi lische Lieder. In einem der drei mit Protziger Eleganz möblierten Salons steht ein sehr teures Grammophon. Hier lebt seine Majestät der Boxerkönig Johnson und seine ebenbürtige Gemahlin Umgeben von Freunden, Bekannten, einer großen Dienerschaft,- die alle seiner Hofhaltung als Staffage dienen müssen. Jeden' Morgen warten die Diener auf den Augenblick, wo der Herr puf- zustehen geruht. Nach dem Frühstück, das er in dem Garten mrt seiner Frau einnimmt und an dem nur bevorzugte Personen seiner Umgebung teilnehmen dürfen, spielt er etwas Tennis oder geht spazieren. Sein Boxtraining nimmt er niemals in seiner Villa vor, zu diesem Zwecke begibt er sich in den vornehmsten Boxklub von Paris, den Pelicau-Boxing-Club. Tie Szene, die sich abspielt, wenn Johnson seine „Cour" dort hält, ist sehr komisch und interessant. Einige Zeit bevor der Weltmeister erscheint, wird der Ring von seinem Gefolge und einer Anzahl von Sports* teilten, die das Privileg und die Ehre haben, dem Training beiwohnen zu dürfen, umgeben. Johnson läßt, wie alle großen Männer, ziemlich lange auf sich warten. Endlich erscheint er, begleitet von seinem schwarzen Üeibkammerdiener, mit einem! huldvollen Lächeln jn seinem breiten Gorilla-Gesicht. Mit dem leutseligen Rufe: „Hallo Boys" begrüßt er seine Getreuen uiid schüttelt ihnen gnädigst die Hände. Dann wird er in ein kleines Ankleidezimmer geleitet, wo er inmitten seines Hofstaats wie weiland Louis XIV. Toilette macht. Ter Held hat es nicht nötig, irgend etwas von seinen Kleidungsstücken anzurühreu. Nur aus der Tasche nimmt er persönlich eine Hand voll Gold- Und Silbermünzeir und legt sie auf den Tisch, während seine Lakaien ihm bereits die Stiesel ausziehen. Ein bevorzugter Freund nimmt indessen die sehr wertvolle Kravattennadel, die goldenen Brillantringe und das Gld in Verwahrung. Johnson, der stark parfümiert ist, sieht in feinen seidenen Unterkleidern für einen Neger „sehr distinguiert" aus, aber er vertauscht diese mit einen: schwarzen Trikot, das sich seiner Hautfarbe besser anp'aßt. Nach einigen kräftigen Scherzworten, die von seinem Gefolge mit frenetischem Jubel aufgeiwmmen werben, schreitet er gravitätisch in den Ring ünd boxt sechs Runden mit zwei Franzosen. Mit wegwerfender Miene erllärt er täglich vor Beginn: „I am lagy to-day" (Ich bin heute nicht recht disponiert.) Slber bald ivirb er bei seiner Arbeit „warn:" und zeigt den beiden Weißen sein königliches Uebergewicht. Der schwarze Boxerfürst dürfte jedenfalls eine dankbare Figur für die Pariser Schwankdichter abgeben, die bereits alle satirischen Möglichkeiten anderer exotischen Fürstlichkeiten in ihren Schwänken erschöpft haben . ä * Verblümt. Meister (zum neiitingetretenei: Gesellen): „Ihnen ist wohl mal was passiert beim Arbeiten?" — Geselle : „Nein! Aber, Meister, wie kommen Sie zu dieser Frage?" —; Meister: „Weil Sie so 'ne Angst vor dem Arbeiten haben!" * Beim Heiratsvermittler. „Bevor ich Ihnen die Dame vorstelle, muß ich Sie um 20 Mark Vorschuß bitten!" — „Wenn ich noch 20 Mark hätte, dächte ich überhaupt nicht an's Heiraten!" * Auf Umwegen. „Hören Sie, warum schimpfen Sie denn das Stichenmädchen so aus, sie scheint doch ein recht nettes Ding zü sein?" „Ist sie auch, aber wenn ich nicht schimpfe, entläßt sie meine Frau an: nächsten Tag!" * Fürchterliche Drohung. Wirt (zu einem Studenten, durch den ein großer Streit entstanden ist): „Mein Herr, wenn Sie sich nicht augenblicklich entfernen, rufe ich Ihren Schneider!" *■ Neue Anwendung. Junge: „Wie, fünfzig Pfennig kriege ich mir für das Ihnen wiedergebrachte verlorene Zehnmarkstück; ich denke, zehn Prozent hat man zu beanspruchen,?"' Herr; „Ja, Erwachsene, Kinder die Hülste!" Magisches Dreieck. I Jn die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a aaaei iillnnoss derart einzutragen, daß die einander ent» — —J sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: “■J 1. Propheten des Alten Testanrents. 2. Weiblichen Vornamen. 3. Mythologischen Namen. 4. Teil von Savoyen. 5. Einen Buchstaben. (Auslösung in der nächsten Nummer,) Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer r Vieles kaufen, was entbehrlich, Ist bedenklich, ja gefährlich. Früher schrankenlos im Kaufen Wirst du, wenn die Fonds verlausen, Unentbehrliches vermissen, Und wohl gar verkaufen müssen. RedÄtion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», Gießen.