£ ZU twJTV; M 1 S ifl Ms er absetzt, meint er: „Jilka! eigentlich mir fitr Schwachmatikusse. Abers schmeckt anch. Mill-Lore, du bist 'ne Seele. Und dicht neben ihr läßt er sich in den trunkenen Staub fallen, daß eine Wolke um sie beide aufsteigt. „So wahr ich viümer heiße und kunstsinnige Menschen mir Roland benams«!! M ist was Gemeinsames zwischen uns! Ne sozusagen wte Kinderstube. Erzähle doch mal was aus dein'm geehrten Leben, Madame Lore. „Nein!" Sie schiebt das schwarze Wolltuch aus der Stirn und ihr pockennarbiges Gesicht verlieht sich: „Nein!" „Tenn nich! Was mir betrifft, so erinnere ich mich mit Vergnügen daran, daß mein Vater ein Röntieh war. Recht gedehnt muß mans aussprechen. Un wenn ich Dativ unb Akkusativ verwechsle, is mein Privatvergnügen, damit lck'n Berliner mraus- beiße. „Als Sie jung waren, da war'n Sie wohl auch nett und fein" heißt's doch im Couplet!" „Ja!" sagt sie. „Also! Un' man immer so druff. Was?" „Ja!" „Un denn — na, dazu brauch ich kein Professor zNm Auslegen — hast du da die Krankheit gekriegt, die immer 'ne Visitenkarte hinterläßt — als wie mit'in Gesicht uff'nt Rohrstuhl gesessen. Pocken!" Sie steht auf und nimmt die Hacke. „Lore, Jnädige," sagt der'Mann. „Dieser Millhaufeu kann unser Lebcusglück umschließen. Was können wir Nich alles Nnoen ? Ich sch von reellen Goldstücken, tote sie mein Vater, der Rontieh, hatte, ab. Aber Schmuck und was sonst! Ran an die ,Arbeit! Un' noch'u Schluck vorher kann nich' schaden." „Es wird ehrlich geteilt!" „Natürlich!" sagt er, „vorerst der Jilka!" Ihre Hacken machte ein pickendes Geräusch, der Staub zwingt zum Husten. Wenn sie etwas Brauchbares finden, nnzerbrochenes Porzellan, Konservenbüchsen, Holzstiele, Pappgegenstände, fliegt es in Kiepe und Butte, oder wird sorgsam eingetan. Sie sprechen nicht. Wenn die Frau ausruht, sucht ihr Blick erst die Ferne und dann die Wolken. o ,, .. ,, , Plötzlich huscht etwas um die Ecke; Lorette steP cmf. Schlenkernde Kinderbeinchen, halb bloß, Mit weitzen Strümpfen und gelben Schuhen, ein blaues Röckchen, eine Ma/kosenblusemit freiem Hals, um den braune Locken tanzen, em keckes Mützchen. „Husch! hui! husch!" Die Kleine ist sicher ihrer Hüterin weggelaufen, hat den schützenden Wall zum Versteck ausersehen Ihr« blauen Augen lachen. Und jetzt kauert sie unbesorgt nieder, drückt ihre Puppe an die Brust uud singt: „Buko von Halberstadt Bring doch usen Kinneken wat!" Der Roland hebt sich aus seiner gebückten Stellung. . „So was, nee, so was!", aber es ist Verwunderung tn dem Die Mill-Lore richtet sich in demselben Augenblick auf. ^n ihren Zügen ist es wie Erschrecken. „Wat fall et em denn bringen?" fragt die frische Kinderstimme in die Lust hinein. Nee nu," sagt der Mann, „seh einer die Jöhre! Fürcht >nch nich'"vor ihr un1' vor mir. Aber 'ne Berlinsche ls es mch, wat V kauderwelscht je da rn-an?" Buko von Halberstadt. Skizze von G. Vely (Berlin). (Nachdruck verboten.) „PaNleken sei artig, sonst kommt de olle Hexe uht’ haut dir!" „Die da?" „Ja, die!" Sie weiß, daß es ihr gilt, das Drohen der sauber ungezogenen Fran aus dem Volke, und das furchtsame Sittern der Stimme des Jungen, der' nicht gehorchen wollte. Jetzt ist er folgsam zu seiner Mutter gelaufen. Die fuhrt ihn nach einer der weiß- angestrichenen Bänke des Bayrischen Platzes, wo die Herbstblumen in greller Pracht stehen und die Wasser in Steinbecken rauschen. Sie hat ihn umschlichen mit ihrer Trage auf dem Rücken und einer krummen Hacke, die klirrend auf den Boden stößt. Weit hinaus will sie, den unbebauten Landstücken zu, wo rechts sich Laubenkolonien ausdehnen und links Abladeplätze sind für Müll, den man in die Vertiefungen senkt. Da ist ihr Arbeitsfeld feit gestern. Biele haben es noch nicht entdeckt. Der „Mill-Roland" hat sie hingewiesen. Sie wissen wohl, daß das Volk die zwischen dem Kehricht Herumgrabeuden spottend Naturforscher nennt. „De Mill- schippe", sagt Roland, „is unser Berufszeichen". Sie schreitet rüstig aus. Forsch ist sie ja noch zu Zeiten, Aber die gutgekleideten Menschen haßt sie — weil sie auch einmal zu ihnen gehörte. Die hohen Häuser sind schon weit hinter ihr geblieben, der Blick ivird frei in die Ebene. Wie Kohlrüben werden natürlich auch hier bald Bauten schießen. . . Das Ausschauen in die Ferne und auf zu den Wolken, hat sie von klein auf geliebt. Von der Laubenkolonie, die eine vornehme ist, denn die Grundstücke sind dort hübsch angelegt und groß, schallen Stimmen herüber, Kinderjauchzen, wehen Flaggen, schimmert -es bunt. Eine Glaskugel, wahrhaftig, wie eine in ihrem Elterngarten stand, gewahrt sie auch, und Stockrosen und Sonnenblumen. O, was sie für eilten Jux hatten, wenn in der Glaskugel sich die Gesichter so rund widerspiegelten! Sie tut einen tiefen Atemzug und bückt sich nach einem Stein. Wenn sie den wirft, geht die ganze Herrlichkeit in Scherben — klirr! Wie die, ■ die sie mal erlebte. Mer sie läßt ihn wieder fallen und springt über ein Loch, und schlägt die Richtung nach einer Müllwand ein, die sich seit gestern wieder erhoben, setzt ihre Kiepe ab Und läßt sich aus den Trümmern einer Kiste nieder. „Scherben," sagt sie. „Mir es viel in Scherben gegangen. Was is da eigentlich schuld gewesen?" Wolkenrosse jagen am Himmel. Unbändig ist |te auch durchs Leben gejagt. Draufgehauen, immer draufgehauen! Ms sie la belle Laurette war, gab ihr ihr Graf so viel Schmuck und schöne Kleider, daß sie die bet ganzen Sipplchast auf dem Bayrischen Platz damit hätte aufkausen können. Und mit dem, was sie in Monaco verspielt hat, würde beinahe einer der Umstehenden Mietspaläste erbaut sein. Jetzt fürchten sich Kerne Kinder vor ihr, und sie ist doch so viel «verehrt Uich geliebt worden. „Na, Kollejin!", hinter dem Wall kriecht der Roland hervor und reckt sich, uiid steht groß und lang da, seine'Holzbutte vor sich, wie einen Schild, und feine Hacke schultert er dazu. Dieser Pofe dankt er feinen Beinamen, „Scheenste der Frauen, Wort ge- bdltnt Sie nickt und faßt in die innere Tasche ihr« braunen, scWigen Jacke, und zieht eine Masche hervor. „Weil ich selber Noch ganz Nüchtern M! KM! .Und nu Ml" 806 „Niedersächsisch Platt," antwortet die Frau, und wie das Kind weitersingt, fällt sie mit leiser Stimme ein: „Rode Schau mit Ringen, Rode Schau mit Gölte beschlan, 'Da soll use Kinneken up danzen gähn" T>as Kind beachtet das nicht, aber der Roland schüttelt feinen struppigen Kopf. „ ,,'Kalitte, Kalitte, setze dir!" grölt er Lorctte zu. „Kollqrn, wenn ich jetzt 'nen goldenen Ring finde, kriegt'n die ^ohre. Einverstanden?" , „ ,... .. Tie hört ihn nicht. Sie hat ihr Werkzeug tallen lapen und die Hände über dem Magen ineinandergeschoben und murmelt: „Tuko von Halberstadt! Gerade Buko von Halberstadt!" Ihr Gefährte stößt ihre Schulter an. „Kommen Se zu sich und geruhen Sie zu sagen, was bat vor 'ne Standesperson is." Und Lorette, deren schwustig angeschwollener, Mund Imnße gesunde Zähne hat, antwortet gehorsam: „Buko ist der Bischof Bnrchardt von Halberstadt, der den Kindern besonders gut gewesen lunb deshalb unvergessen dort ist." „Gut aufgesagt!" ruft der Roland. ,,Ausgerechnet also Halberstadt! Tet is woll, Wenns erlaubt ist, Ihre sogenannte Heimat?" „Ja!" '',Hm!" Er zerrt an seinem lumpigen Rock, als müsse der plötzlich gerade sitzen. „Ja — wat so an de Kindheit erinnert —" dann schweigt er und nimmt seine Arbeit wieder auf. Loretta steht noch unbeweglich und starrt das Kind an, das aufs ncup seinen Singsang beginnt. „Adh, Adv!" ruft es da laut und eine schlanke Frau körn, .t hastig um den getürmten Schutt. „Ady, Kind! Endlich!" „Ah! hui! husch!" Es sieht aus, als will die Kleine ihr Laufspiel wieder beginnen, aber die Suchende ist rasch bei ihr und fasst sie. „Gas hast du getan. Adv?" , , „Turchgebrannt!" lacht die, und zeigt ihre Maniezahnchen und schüttest den Kopf. , Vielleicht zwingt das sonnige Lachen des frischen Gesichts die Vorwürfe hinunter. „War das recht, Ädy?" - „Kind wollte hinaus, Kind tvollte hierher!" und die Puppe iöirb emporgehalten. „Onkel Fred las doch so schön in der Laube vor." „Nich' schön!" „Und dn konntest pflanzen und graben!" Die braunen Locken fliegen beim Schütteln. „Kind wollte, daß ich Bukolied singe, Mutti!" . Die Mütze wird ihr geradegerückt. „Zu laufen, dich zu verstecken! Ady! Und Hier, im Staub und —" ihr beinah erschreckter Blick sucht die beiden zerlumpten Gestalten. „Jnädige Frau," der Roland macht eine Verbeugung. „Wir hätten ihr nichts gedahn. Un' meine Kollejin is ja noch janz hinjerissen von dem Herrn Bischof seinem Liede." Von der anderen Seite kommt ein ländlich angezvgenes Mädchen, es hebt beide Arme hoch, als es das Kind neben der Mutter fidjt „Oh Gott, oh Gott! Was habe ich vor Angst gehabt. Wie'n .Blitz war sie ja weg." t „Ja, Minna," jetzt zieht sich eine Falte zwischen den Brauen zusammen, „in Berlin must man ganz anders aufpassen. Das hat Ihnen doch die Frau Konsistorialrätin e-,ch gesagt." Minna wird dunkelrot. , „Konsistorialrätin!" Tie Müller-Lore ichreit das Wort heraus, fast wild und streckt die Arme von sich. Dann dreht sie sich und faßt ihre Hacke, und haut in den Hausen, daß der Staub dicht aufwirbelt. „ „Nee nee!" dienert Roland der erstaunten Miene der schlanken Frau zu. „Se is nämlich janz aus'm Häuschen gekommen, wie bet kleene Mächen so lieblich gesungen hat. Indem se auch was von Büko'n von Halberstadt wußte, und bet zweifelhafte Vergnügen hat, von dort gebürtig zu sein." „Sooo!" Die Dame wendet sich ab, sie hat ja keine Auskunft verlangt. Sie will auch gehen. „Komm, Adh!" Tie hat aber ihr Puppenkind fest ans Herz gedrückt und zupft die Arbeitende an ihrem schmutzigen Rock. „Was suchst du da?" fragt sie furchtlos. Tie hält inne. „Was ich suche, Kind? Tas sieht keine Hexe in ihr, das ist trotz ihrer Häßlichkeit und ihrer schmutzigen Beschäftigung nicht abgeschreckt. „Was andere Leute weggeworfen haben, das suche ich." Und dann, mit einem anfgrollenden Tone: „Und was ich selber weggeworfen habe, das — das finde ich nicht wieder, nie!" Klatsch! Klatsch! klapp! klapp! arbeitet die Hacke. „Komm!" ruft des Mutter. Roland steht in Positur. „Nee, sie is noch nüchtern! Was Kt jetzt bedeutet? Et überkommt se wohl ooch mal. Denn, läbige, wir haben beide bessere Zeiten gesehen!" ®ie junge Frau blickt von der einen fragwürdigen Gestalt der andern hin. Ady schiebt ihr Kind dem Mädchen in die Arme und sagt zu Lorette: „Ady will auch graben und suchen." „Tas kannst du ja nicht!" , , „Doch, bei Grosti im Garten in Halberstadt hab' ich ge- dann „Nein, nein!", ganz heftig wehrt die Mutter, und die Hacke fällt zu Boden. Da hebt Roland sie auf. „Siehfte woll, Fraulein, bat geht nich' so, und bie alte Frau muß sich da man bloß vergebens bücken." „Liebe Frau!" sagt das Kind. ■ Ihr Töchterchen fest an die Hand nehniend, fragt die Mutter: „Aus Halberstadt sind Sie? Vielleicht — kann ich etwas tun?" das kommt zögernd, 'widerwillig fast., „Tet kann man immer, nach unserem äutzern Menschen zu urteilen, riskieren!" sagte der Müll-Roland. Lorette starrt nur auf das Kind. „Wo wohnen Sie denn, Frau?" „Tie beiden letzten Rächte habe ich int Asyl geschlafen! Sie spricht es ganz gleichgültig. Roland tritt wieder für sie ein. ,,Un' heute wird es auch wohl noch mal so kommen. Mit ein paar Groschen kann sie's aber schon besser haben." Er erhält ein Matkstück. Tie Dame scheint sie als zusammen- Personalien!" ,, . .. „Meine Personalien!" spricht das schmutzige Weib nach, sonst nichts. Kein Tankeswort. „Tu, Lore," ruft der Roland, „hast doch sonst wa» aus de gute Kinderstube!" . , „ Sie starrt nur. Es jagt am Himmel. Da steht dav angst- "Nche Landmädchen noch einmal vor ihr. „Sie möchten schon in einer Stunde kommen — iivmter- feldtstraße 8, die Hintertreppe hinauf." Fort will sie, ganz schnell. Aber Lorette schiebt ihre Hacke dicht vor ihre Füße. Mit heiserer Stimme sagt fie: „Ich will wissen, was das für eine Konsistorialrätin ut Halberstadt ist. Tenn ich habe auch eine gekannt.^ „ . Blöde kommt es zurück. „Doch Frau Konsistorialrätin von gehörig zu betrachten." , , „Danke for Pinke! Gehorsamst! • Fast mit sich fortziehen muß die Mutter die Kleine. Im Vorbeigehen wendet sie sich an Lorette. „Wenn Sie aus Halberstadt stammen, und weck wir Landsleute sind, 'kommen Sie in der Winterfeldtstraße 8 vor. Ich habe gebrauchte Sachen. Und vielleicht geben Sie mir Ihre der Roland sie anstößt. Tenn auf deine noblen Be- kung und ist davon. Lorette steht unbeweglich, bis „Jieb mal den Rest Gilka. ------- —, ------ -----... - kanntschafteu müssen wir trinken. Un’ denn hol ich uns fnr. den Asmus." „Und — die — da jetzt wegging?" „Ist ihre Tochter." „Tie Jüngste, der Nachkömmling, die kleine Jenny? „Hm! Hm!" macht Roland. Tas junge Ding findet es selbstverständlich, daß man m Berlin von Persönlichkeiten aus Halberstadt weiß., „Ja freilich, hier verheiratet!" Dann macht sie eine Schwen- leeren Buddel was." Lorette gehorcht. Sie nimmt die Flasche, prüft mit angelegtem Finger, wie weit sie triüken muß, und während er dann in kurzen, behaglichen Zügen einschlürft, lacht sie plötzlich hell auf: „Jenny von Asmus! Also Jenny von Asmus!" Sie schultern ihre Lasten im, stillen Uebereinkommen, daß für den heutigen Tag ausgesorgt ist. Beim Stadtwärtswandern sieht der Mann mit kundigem Blick die nächste Destille, und geht singend schräg über den Damm, Lorette setzt sich wartend auf bie Steine vor einem Bauplatz, und denkt zurück: Tie Jenny ist glücklich, die hat solch eilt liebes kleines Mädchen, das sich nicht einmal vor der Müll-Lore fürchtet. Und ein Kind ist sie auch mal gewesen und hat das Lied gesungen. „Turchgebrannt!" lachte die kleine Ady. Ach, sie ist ja auch durchgebrannt aus dem feierlichen Konsistorialratshauw, dem strengen Elternpaar. Mit dem kleinen, flotten Kommis aus dem Bankgeschäft gegenüber. Sie liebten sich seyr und es war eigentlich ihre glücklichste Zeit. Bis er sie sitzen lasten mußte im Elend, weil es mit dem Kassendiebstahl herausgekommen war und sie ihn festsetzten. Von Hause antworteten sie ihr nicht auf den Reuebrief. Dann ging aber die glänzende Zeit an. Die schöne Lorette! Auf den Rennplätzen und in den Badeorten feierte sie ihre Triumphe, und wie Wassertropfen floß der Goldstrom durch ihre Hände. Je toller sie auftrat, um so toller wurde bie Männerwelt. Einer erschoß sich auch, ein bummer Junge. Und mitten im Jubel und Taumel die Krankheit. Sie verhüllt das Gesicht, als sehe sie sich in diesem Augenblick im Spiegel. Dann läßt [tt die Hände mit einem schrillen Auflachen fallen. Tie kleine Ady hat sich nicht gefürchteit, bie hat gesagt: gute Frau. Roland, ihr alter Kumpan, den sie auf einem Müllabladeplatz kennen gelernt hat, tritt drüben unter bie Tür und winkt ihr mit der Flasche. Ja, wenn der Alkohol nicht Ware! Ter bringt ihr doch noch frohe Minuten und Stunden. Ter hat ihr auch immer über die Gedanken hinwsggehvlfen, bie nach der unschuldigen Kriider- zeit zurück wollten. Und auch ins Gesängnis. Tenn ans einem — 807 Mute wurde, denn sie bekamen allerlei Hübsches zu TUI nift er. ... „Darauf besteh ich, die Millreisetasche mutz runter." Er will leichte Gewalt anwenden, sie dreht sich hm und her. Ein paar Straßenkinder schauen schon belustigt zu. I „Vielleicht, vielleicht wär' ich noch bener. geworden, wenn sie mich wieder ausgenommen hätten, als Hugo emgelperrt wurde, brummt sie undeutlich. „Was ich jetzt will? Nee mcht Schwester sagen, nicht nach Mutter fragen. Das Kind soll bloß mich mal mit mir singen: Buko von .Halberstadt, bring doch usen Kennten wat!" und dann reifet sie sich los, den leisen smgsang auf den ^Quer über die Stratze! Zu spät die warnende Hupe des sausenden Automobils. Als man die Tote aufhebt, die dem Jahrzeug geradezu in den Weg gelaufen ist, sagen ein paar Leute: „Ein schmutziges, betrunkenes Werb!" Ter Mull-Roland streckt die zitternde Hand gegen die blanken Knöpfe einer Schutzmannsuniform aus: »Herr " hie Mill-Lore war 'ne Seele von' Menschen, se war es! Nee das sag ich, und dabei bleib ick." Schaufenster lachten di« Likörflaschen, und sie schlug es ein, und . hersprang, und das war ein menschliches Ingesickt RaM fie nachts I es gehörte zu einem Manne im 'grünen Rocke, der ein Prost''' sagt Roland. „ ! Schießgewehr auf dein Rucken trug, an dem Rucksacke drei Sie lacht grinsend und tut ihm Bescheid Und spricht dann I Wrkhähne hatte, unld mit dem Springstocke über die Gräben vor sich hin: „Eine Konsistorialratstochter! Ja wohl! Meme I Abstiche hinwegsetzte. ÄÄVftÄMS • w 0-- ME. .,»■ LlS'-Ü-LLd°n'M.md Stunde mag auch itu’ rum sein." I und ries: „He, du!", aber der Jäger horte sie mcht. yie „Ja so! So!" Lorette reckt sich. . I versuchte zu flöten; doch damit hatte sie erst recht lern „Un- da brühen is Nummer 8." Er taumelt ein bißchen ^ück. ’Ä*ÄSÄ-SW „fSÄSSSy.-'inÄÄÄ'S Äsä.test«•*§»** will ich kommen und sagen: „Gun' Abend, Schwester Jenny! I da merkte der Jäger, amt wem er es zu tun hatte, setzte den Un' wie geht es der Frau Konsistorialrätin, die sich nie mehr I Springstock ein und machte, daß er weiter kam. Um ihr verlorene Tochter gekümmert hat?" I „Tu Flegel!" schimpfte die Brennhexe und lief wieder „Was? was?" Ter Kamerad versteht sie mcht, „Quatsch! | ihm her, so daß er hin- und herspringen mußte, denn sie kam ihm immer dichter auf die Hacken. Als es gar nicht mehr anders .ging, sprang er n: einen alten Abstich warf Gewehr und Rucksack von sich, duckte sich |0 tief, daß ihm das Wasser bis an die Brust ging und wartete, bis das verliebte Frauenzimmer an ihm vorbeigerannt war. t.fn6 nD(f, mal I Dann stieg er heraus, schüttelte sich, Machte, hängte doch usen Kinnckn den Drilling und den-Rucksack um, nahm den Stock wieder doch wen m . I unb sprang nach der anberen Seite hin über das schwelende Heidkraut, den glimmenden Torf, an uen knisternden Wachho lderbn.schen und beit lichterloh brennenden Krüppelkieferii vorüber, ab und zu hinter sich sehend, wo alles ein Ranch und eine Glut war; einmal blieb er stehen, verpustete sich und zog ein Büschel ^orfmoos aus, „ I k,na er Es einem Graben riß; aber da sah er auch schon £errfe^aTeT!&CX& das rote Gesicht der Hexe hinter sich und hvrted'ege- I meinen Schimpsworte, die sie ihm nachfchrie, und so sprang I er dahin, wo der Bach au den Wiesen vorbeilies. I Erst als er den hinter sich hatte und an dem großen v0r!pUl. j Weidenbaume angekommen war, machte er Halt, ließ den Won Hermann Löns. I Stock fallen, hängte die Büchse an den Baum, legte den cym Berlage von Eugen Diederichs in Jena erschien I Rucksack ab, warf sich tu das Gras, lehnte den Ruaen g^gtn soeben der ueiiefte Roman von Hermann Löns, Das zweite I den Stamm .und atmete tief, dahin sehend, wo die Brenn L.firfvf Wir bringen daraus das .Anfangskapitel dieser | hexe stand unb ihm mit der saust drohte, wahrend um to ber Lünebnrger Heibe spielenden Liebesgeschichte. sie her .allerhand schwarze und graue Gesichter naa ihm Die Brennhere tag im Moore und schlief. Da kant der I hinglotzten, ihm Fratzen schnitten, Ruß nach ihm spuckten, Südostwind angegangen und kitzelte sie mit einem Grashalm Rauch nach ihm pusteten und ihm ihre roten Zungen aus C a©ie aäbnte herzhaft, reckte sich, sprang auf, schüttelte I entgegen, mit kleinen Augen nach ihm hinsehend. ihre Röcke zurecht, klopfte sich die Schürze glatt, bückte sich I Die grauen Fratzen verzogen sich langsam, und auch Über eine Torfkuhle, um-zu sehen, ob ihr Haar noch m Ord- bie Breunhexe war verschwunden.; aber nun kam ein Mädchen nung sei und ob die Haube nicht schief sitze, stemmte bte toer das ausgebrannte Moor gegangen. ,^^nk war es Hände auf die strammen Lenden, wiegte den Kopf hin und unb hatte einen stolzen Schritt; ihr ^Aionbes Haar sah L, lächelte, summte eine frische Weise vor sich hm und ,anft m!§, ihre Singen batten einen i^Üx^n ^nä, unö Xmifp Ins i I ihre Hände waren weiß und sehr klein. <-ie nahm oamir ^Schön'war das auzuseh'en, wie sie sich herumdrehte, daß a't geiben Seiten M Kleid auf; das war von >E der feuerrote Rock, die knallgelbe Schurze und die schwarzen Wollstoffe und so lose geschucktenbaßes schone Falten Mud eb and er an der goldenen Haube nur so flogen; so marf; der Halsausschnitt und die halblangen, weiten Acrmet schön war das anzusehen, daß dem dürren Moose, dem mur- ! mar en mit einer goldenen Borde besetzt. „ Un Wollgrase unb bem trockenen Heid kraute gauz.soudcrbar imitier näher kam das Mädchen, ging gerade auf ihn Du Mute wurde, denn sie bekamen allerlei Hübsches zu I blickte ihn mit freundlichen Augen an; bte tarnen fetyen: die Schleifenschuhe mit ben roten Absätzen, dm weißen I i schwarz vor, bann meinte er, sie waren braun, Strümpfe mit den grünen Zweckeln, die blauen Strumpsi „ J. LL fall er, baß sie blau waren, blau mit gowenen bänder und was es sonst noch gab. Darum verliebte sich j ^umen lbaTiTL Da erkannte er das Mädchen, nickte ihm zu alles, über dem der rote Rock und ba§ tuetfje Hemd ;ich. ! . rief: Swaautje, wie kommst du denn hierher, drehte, so sehr in sie, daß es auf einmal lichterloh brannte, I 1 Davon"wachte er auf unb merkte, daß er eingeschlafen! sogar der stumpfsinnige Torf; aber als er mit heißen Händen | " aeträumt hätte; aber er war über ben Traum so nach den strammen Waden packte, suchte die Brennhexe 9 ihm das Herz bis in den Hals hinein schlug, auf und sprang ein Ende weiter. I Äch- marf die Büchse über den Rücken, stellte den So ging es eine ganze Wecke Die täiizte hrer, sie | Büsch und sah sich nach seinem Hute Ste da; aber sobald bte Flammen sie m bte Beine kneifen OPrmgstock m den w 1 ^m Kopfe geflogen Ivar, ten, wipps war sie schon anderswo und drehte ,ich I um, bis th .'^ennhexe fortlaufen mußte-. Er lachte dort umher, und ging es da ebenso, wupps war sie wieder I als fniiafam dem Walde zu, in bem der wilde Tauber frei, und bie Flammen machten lange Hälse hinter ihr her und «mg langsam dem Watoe zu, der Häher Doch auf die Dauer wurde ihr das ledige Tanzen zu bebaue weil er so schwarz unb schmierig tangtoeilta; sie blieb stehen, baß das weiße gemb über der | !^^esickte^auSsah mtb nichts davon wußte; er flog vor S'miHaSäl'er'&sloteS bti gai« weiß °°m W-ll-! gw»* •!“ pirkenbüschen Wasser blitzte, etwas Rotes, bas hm- und I nein! |W WTlu » 808 Mylord Schmutzfinks Streiche. Während des Karnevals des Jahres 1832 hielt an einem Sonntag abend um 8 Uhr vor den Varietds in Paris ein ganz merkwürdiger Sechsspänner, dein trompetenblasende Reiter voraufritten. Wohl ein Dutzend junger Frauen und junger Männer in den geivagtesten Kostümen sahen in diesem Sechsspänner, sie warfen Geld mit vollen Händen unter die Leute und dann betraten sie das Gebäude, tanzten einen ziemlich gemeinen Eancan und dann — schritt die Polizei ein. Ihr Führer wurde festgenommen. Und der Führer war „Lord Schmutzfink", Mylord l'Arfouill, der mit seinem ivahren Namen Lord Seymour hieß und dem höchsten englischen Adel angehörte. Während der 30 er und 40 er Jahre des vorigen Jahrhunderts machte dieser Mylord Schmutzfink in Paris fortwährend durch seine tollen Streiche Aufsehen. Gegenwärtig spricht man in Paris wieder viel von ihn, denn er wird demnächst in einem Stücke Von Aves Mirande auf der Bühne erscheinen, und aus diesem Grunde veröffentlicht Udes Mirande selbst im neuesten Hefte von „Je sais tont" einen hübschen Bericht über das seltsame Leben dieses merkwürdigen Mannes. Von seiner Mutter her war Lord Seymour, wegen seines Lebenswandels Lord Schmutzfink genannt, steinreich. Ter Spitzname bezieht sich übrigens nicht auf den äußeren Menschen, sondern auf die Gesellschaft, in die er sich zu mischen liebte. Eigentlich gibt eS keinen tollen Streich, auf den Mylord Schmutzfink nicht bereits gekommen wäre. Er trieb eigentlich alles und konnte alles. Zu der Zeit, wo in Paris der Boxsport noch so gut wie unbekannt wqr, war Lord Schmutzfink als Kraftmensch berühmt und prahlte gern mit seinem „Mceps von 52 cm. (?) Umfang!" Lord Seymour war aber nicht nur stark, er war auch geschickt, und besonders im Pistolenschießen tat es ihin keiner zuvor. Als er gestorben war (1859) sagte der Figaro in einem Nachrufe von ihm: „Im Pistolenschießen war er so geschickt, daß er seinem Diener die Zigarre aus dem Munde schoß, wenn dieser tut vollen Galopp auf einem Rennpferde an ihm vorbeiritt!" Lord Seytnour war übrigens auch ein Feinschmecker, was sowohl auf das Essen, wie auch auf das Trinken und Rauchen bezogen werden kann. Wenn er auf einem dieser drei Gebiete einen Leckerbissen ausfindig gemacht hatte, hielt er mit größter Treue daran fest. Jede der Flaschen in seinem Weinkeller war sorg- gtig numeriert und mit dem Datum versehen. Bei seinem de fand man in seinem Nachlasse Zigarren, die er seit mehr als drei Jahrzehnten aufgehoben hatte. Besonders liebte Mylord Schmutzfink es, die Pariser durch die unerhörtesten Dinge in Erstaunen zu versetzen. Eines Tages setzte er sich am Aschermittwoch in ein Gasthaus Und ließ sich eine Bratpfanne und Äackfett kotnnten. Der Kellner sah ihn zunächst ein wenig erstaunt an, brachte aber doch das Verlangte und sah nun, wie Mylord Schmutzfink die Pfaitne auf das Feuer setzte, das Fett hineintat und nach einiger Zeit eine Handvoll Goldstücke in das Fett warf. Als das Fett kochte, schöpfte er sie sorgfältig heraus und warf sie zum Fenster hinaus unter die Leute. Tie goldgierigen Pariser verbrannten sich ihre zarten Fingerchen und Mylord Schmutzsink brach in schallendes Gelächter aus. Tas Ausstreuen von Geld gehörte überhaupt W seinen Lieblingsbeschäftigungen. Eines Tages behauptete er, Geld loszuwerden sei gar nicht so leicht, und als seine Gefährten widersprachen, schlug er folgende Wette vor: er behauptete, wenn er auf der Straße goldene Zwanzigfrankstücke öffentlich für 50 Zentimes das Stück anböte, würde er nicht eins davon verkaufen. Seine Gegner nahmen die Wette an, und nun zog Mylord Schmutzfink aus, um 20-Franksstücke zu verkaufen. Er redete zunächst auf der Straße einen biederen Provinzler an: „Mein Herr, ich verkaufe Zwanzigfmnksstücke für 50 Zentimes. Es ist eine nie wiederkehrende Gelegenheit." Der Provinzler blickte ihn entgeistert an, sagte „Spitzbube!" und ging davon. Mle anderen „Du lieber Himmel, Herr Hagenrieder," rief die Wirtin vom Mauen Himmel und «schlug die Hände zusammen; „wie sehen Sie denn ans!" Als der Jäger ein dummes Gesicht machte, drehte sie ihn an der Schulter nm, daß er in den Spiegel sehen mußte, und da lachte er, denn er war schwarz und grau gestreift von Miß und Schweiß. Die Wirtin hatte die Hände ans die Hüften gestemmt und lachte, daß ihre Zähne blitzten. „Auch noch auslachen!" rief der Jäger, faßte sie um und küßte sie so lange, bis sie ebenso aussah, wie er, und ihn halb^ böse, halb verliebt ansah; er aber lachte und sagte: „So, nun haben Sie nichts mehr vor mir voraus, und jetzt muß ich für drei Taler Waschwasser und drei Hand« tücher auf mein Zimmer haben, und 'wenn ich wieder herunterkomme, ordentlich etwas zu essen und zu trinken, denn die Brennhexe hat mich über das ganze Moor gejagt." Da wurde die Frau ganz blaß und sagte: „Und ich dachte. Sie hätten bloß ein bißchen beim Löschen geholfen." Leute, denen Mylord Schmutzfink 20-Franksstücke für 50 Zentimes' anbot, «nachten es ähnlich, und so gewann er wirklich seine Wette! Einen etwas großen Witz erlaubte er sich mit Arssne Houssaye, bei dem er zur Miete wohnte. Houssaye hatte in seinem Vorder« garten einen kleinen Teich mit Goldfischen. Beim Mieten fragte Mylord Schmutzfink seinen Wirt, iirdem er vor diesem Goldfischteich stehen blieb, ob er auch die Nutznießung an diesen Goldfischen habe? Houssaye bejahte die Frage ein wenig erstaunt. Kurze Zeit darauf lud Lord Seymour Haussaye und dessen Familie zu einer Mahlzeit ein. ®ei dieser Mahlzeit kamen gebratene Fische auf den Tisch, die den Gästen vortrefflich mundeten, wie sie auf Befragen erklärten. Lord Seymour erklärte nun, dies seien die 15 Goldfische aus dem Borgarten gewesen und versprach, sie zu ersetzen, sobald er auszöge. Sie zu verpflegen, so begründete er seine Taktlosigkeit, sei ihm zu kostspielig! Vermischter. — Ein mexikanischer „S chwarzkü n st l e r". Die einst vielgeübte und sogar von einem Goethe hochgeschätzte Kunst, aus schwarzem Papier Porträte, Eharakterköpfe u. bergt, hervorzuzaubern, ist last ganz in Vergessenheit geraten. Wenn sie nur die Umrisse roiebergibt, heißt man sie Ausschneidekunst ober mit einem griechischen Namen Psaligraphie. Diese ivurbe schon im 17. Jahrhundert eifrig in Westdeutschland, Frankreich und in beit Nieberlauben betrieben unb ihre Erzeugnisse sind viel älter als die sogen. Silhouette, die burch leichte Prägung innerhalb der Fläche noch Formanbeutungen zuläßt unb bie inneren Linien zuweilen mit weißen Strichen leicht anbeutet. Diese Schattenbilder und schwarzen Umrißporträte wurden im 18. Jahrhundert — zuerst im Spott — nach dem französischen Generalkontrolleur oder Finanzminister Etienne de Silhouette benannt. Um seine Knauserei lächerlich zu machen, hieß man alles ärmlich Aussehende, Unvollkoinmene „a la Silhouette“; so sollten nun mich bie damals in Paris stark in Aufnahme gekommenen Schattenbilder als armselige schivarze Profilprospekte gegenüber den farbigen unb oft kostbaren Miniatnr- btlbern gekennzeichnet werben. Sie behielten biesen Namen, blieben aber lange Zeit hindurch sehr behebt; die Silhouette ersetzte gewissermaßen bie Photographie, und die Kunst, solche Silhouetten zu schneiden, nahm besonders gegen das Ende des 18. Jahrhunderts einen breiten Raum ein. Lavater benutzte sie für seine physioguo- mischen Theorien; in allen Familienzimmern hingen die Schattenrisse von Angehörigen, auch wohl von Landschaften usw-, mit subtilster Kunst aus schwarzem Papier geschnitten und dann auf weißen Karton geklebt. Ausgezeichnete Psaligraphen mären z. B. die Maler O. Phil Runge, Leipzig, Wilhelm Müller und G. Schmidt in Düsseldorf und Karl Fröhlich in seinen allerliebsten Kinderbildern und Genreszenen. In den Solgenben Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts trat die Kunst der Schattenrisse in den Hintergrund, erlebte jedoch in den 60er Jahren noch eine Nachblüte durch den genialen Paul Konewka, der die Silhouette in seinen bekannten Darstellungen aus „Faust", „Sommernachtstraum" usw. zum Kunstwerk erhob. Erfolgreich eiferten ihm nach; der Bildhauer Fritz Schulze-Rom in feinen Künstlersilhouetten, Gertrud Schubring in ihren Illustrationen zu Volksliedern, der Wiener Tr. Otto Böhler in sein-humoristischen Musikersilhouetten, sowie A. Dteffenbach u. a. Daun wurde bie Silhouette gänzlich durch bie Photographie verdrängt, obwohl Beispiele dafür zeugen, daß sie auch in unseren Tagen noch eine Art Volkskunst darstellen kann. Einen ungemein interessanten Beleg dafür liefern die von einem Mexikaner, einem schlichten Mann aus dem Volke, geschnittenen zierlichen Schattenbilder, die im 17. Heft des „Kosmos", Handweiser für Naturfreunde, abgebildet sind. Der Künstler, aus dessen Hand sie hervorgegangen sind, heißt Manuel Fourlong, ist 40 Jahre alt, hat nur eine mexikanische (!) Volksschule besucht und niemals Zeichenunterricht gehabt. Er kann alles ausschneiden, was er sieht, und ebenso beliebige Szenen, die er früher beobachtet h t und die man ihm aufträgt. Alles schneidet er ohne Brille, mit einer ganz gewöhnlichen, jedoch scharf gespitzten Schere, indem er das schwarz« Papier etwa 20 cm von seinen Augen entfernt hält. Es handelt sich offenbar um eine ganz eigenartige Begabung, bei der da- Formgefühl in den Fingerspitzen zu stecken und von ihnen in di« Schere auszuströmen scheint. Logogriph. Im Haupt ein „G" und an dem Fuß ein „l", Bin ich ein Tier aus indischen Gewässern; Ersetz' durch „C" und „r" die Zeichen schnell, Komm ich aus Rußland, wohlverpackt in Fässern. Im Haupt ein ,P" und an dem Fuß ein „n*, Erkennst du mich sofort als muntern Affen; Streichst du dies „n", wirst eine Stadt du sehen, Die einst verfiel durch Longobarden-Waffen. Auflösung in nächster Nummer» Auflösung des Weihnachts»Rätsels in voriger Nummer: Weihle) — Nacht — 8 — Baum; Weihnachtsbaum. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gieße«.