NM 'cfftTTSn .fci MWW KWÄWMM. tiro WW ;,v vx; Ml - ttr. M den 27. September WtßEMElieyh lGmeÄ-Allzeigch^^^f. > Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) il.n Gestört sein muß? nieinte Miß Halcombe. Ec ist mir in denselben Lichte ausgefallen. Ich antwortete nicht. Während ich noch sprach, hatte meur Ange auf bem letzten Satze des Briefes gencht: „Die Tochter >chrer Mutter hat einen weichen Platz in meinem Herren, — denn Ihre Mutter war meine erste, meine beste, meine einzige Freundin." Diese Worte und der Zweifel, der mrr soeben in bezug auf den Gemütszustand der Schreiberin des Briefes entschlüpft war, riefen, mb em sie vereint auf meinen Geist einwirkten, einen Gedanken hervor, den auszusprechen oder auch nur im geheimen zii hegen ich Mich buchstäblich fiirchtete. Ich begann zu zweifelii, ob nicht am Ende meine eigenen Geistesfähigkeiten ihr Gleich- ^gewicht zu verlieren aufingen. Es schien fast wie eine Monomanie, jedes seltsame Ereignis, jedes unerwartete ' Wort derselben verborgenen Quelle, demselben finsteren Einflüsse zuzuschreiben. Ich beschloß dieses Mal zur Verteidigung meines eigenen Mutes und meiner eigenen Vernunft keine Entscheidung zu treffen, welche nicht deutlich durch dre Tatsachen gerechtfertigt würde, und allem fest den Rucken zu wenden, das mich in der Gestalt von Vermutungen M Versuchung führte. ' a Falls wir irgendwie Aussicht haben, die Person auf- OTrl cleir dies geschrieben hat, sagte ich, indem ich Miß Halcombe den Brief zurückgab, so kann es nicht -schaden, wenn wir jede Gelegenheit ergreifen, sowie sie sich bietet. Aber erst erlauben SiMMiir eine Frage. Sie erwähnten soeben ore Alternative, Mr. Fäirlies Rechtsanwalt morgen u?er die Lache zurate zu ziehen. Ist es nicht möglich, gl ei ck/heu te”? $ ?L" ^aöon äu benachrichtigen ? Warum nicht Sir Percival, erklärte sie, wünscht noch vor Ende dieses Jahrev zu heiraten und hat seine Wünsche nur gegen Mr. Fairlre ausgesprochen, welcher mir selbst gesagt hat, daß er als Lauras Vormund bereit und erfreut ist, dieselben zu fordern. Er hat an Mr. Gilmore, den Geschäftsführer der Familie in London, geschrieben. Mr. Gilmore ist zu- . der Brief eines ungebildeten Wesens, sagte Miß Halcombe, und zugleich ist er zu unzusammM- hangend, um von einer gebildeten Frau aus den höheren Stauden geschrieben zii sein. Das Erwähnen des Braut- kleides und Schleiers und andere kleine Ausdrücke scheinen das schreiben als von einer Frau herrührend zii kennzeichnen. Was denken Sie davon, Mr. Hartright? . Ich denke wie Sie. Es scheiirt mir nicht nur der Brief emer yrau zu sein, sondern auch einer Frau, deren fällig augenblicklich Geschäfte halber in Glasgows und in §at er vorgeschlagen, auf seinem Rückwegs nach London in Limmeridge House vorzukommen. Er wird morgen ankommen und einige Tage da bleiben, um Sir Percival Zeit zu geben, seine Sache zu führen. Wenn ihm dies gelingt, so will Mr. Gilmore nach London zurückkehren und feine Instruktionen in bezug auf den Heirats- kontrakt meiner Schwester mitnehmen. Jetzt begreifen Sie, /Hartright, warum ich sage, daß wir bis morgen auf juristischen Rat warten müssen? Mr. Gilmore ist der alte, erprobte Freund und Ratgeber zweier Generationen von Farrnes; und wir können ihm vertraiien wie sonst niemandem. Der Heiratskontrakt! Der bloße Mang dieses einen Wortes durchdrang mich mit einer eifersüchtigen Verzweiflung, die Gift für meine höheren und besseren Gefühle war. Ich fing an, mit einer yassenswerten Hoffnung au dre unbestinimten Anklagen, welche der anonyme Brief gegen Lrr Percival Glyde enthielt, zu denken. Wenn wir etwas entdecken wollen, sagte ich unter deut neuen Einflüsse sprechend, der mich jetzt leitete, so dürfen wrr keine Minute mehr unbenutzt verfließen lassen. Ich schlage vor, daß wir zuerst den Gärtner zum zweiten Male ausfragen, und dann unsere Nachforschungen im.Dorfe fortfetzen. , Ich denke, ich kann Ihnen in beiden Fällen behilflich fern, sagte Miß Halcombe aufstehend. Lassen Sie uns sogleich gehen und zusammen alles das tun, was uns als das Beste erscheint und tu unserer Macht liegt. Ich hatte meine Hand auf der Klinke, um die Tür für sie zu öffnen — aber ich zögerte plötzlich, um eine wichtige Frage zu tun, ehe wir aufbrachen. Eine Stelle in dein anonymen Briefe, sagte ich, cnt- bält genaue persönliche Beschreibungen. Sir Vercival Glydes Name wird iiicht genannt, soviel ich weiß; können Sie mir sagen, ob jene Beschreibung auf ihn paßt? Aufs genaueste; sogar darin, daß sie fein Alter als fünfundvierzig Jahre angibt und selbst bis auf seinen Husten und die Narbe auf feiner rechten Hand, die Narbe einer Wunde, welche er vor Jahren aiif seinen Reisen in Italien empfing. Ich denke, man hat nie etwas gegen seinen Charakter gehört? setzte ich hinzu. Sie blickte mich scharf an. Ich fühlte, wie das Blut mir in die Wangen drang. Es ist mir nicht unlieb, daß Sie diese Frage taten, sagte sie, denn es setzt mich in Stand, Sir Percivals Ruse Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Weder ich noch meine ganze Familie, Mr. Hartright, haben je ein Wort gegen ihu auch nur flüstern Horen. Er hat mit Erfolg zwei bestrittene Wahlen bestanden und ist unverletzt aus der Feuerprobe hervorgegangen. Ein Mann, der das in England kann, ist ein Mann, dessen Charakter sicher steht. 602 Ich öffnete schweigend die Tür für sie und folgte ihr hinaus. , Wir fanden den Gärtner wie gewöhnlich bei der Arbett. Er tonnte uns aber leider nichts sagen, als daß die Frau sehr eilig in südlicher Richtung davongegangen sei. Das Dorf lag südwärts vom Hause. Daher begaben wir uns nunmehr ins Dorf. X. In Limmeridge setzten wir unsere Nachfragen geduldig in allen Richtungen und unter allen Arten von Leuten fort. Als wir an der Schule vorübergingen, schlug ich vor, noch den Schulmeister zu befragen. Wir fanden die Türe halb geöffnet, und die Stimme des Schulmeisters drang deutlich bis zu uns hin, als wir einen Augenblick im Borhäuschen stille standen. Jetzt Jungen, sagte die Stimme, paßt auf, was ich euch sagen werde. Wenn ich in dieser Schule noch ein Wort von Gespenstern sagen höre, so soll es euch schlimm ergehen. Ihr alle seht Jakob Pastlethwaite, der dort zur Strafe in der Ecke auf dem Schemel steht. Erlist bestraft worden — nicht, weil er gesagt hat, daß er gestern abend ein Gespenst gesehen, sondern weil er zu frech und halsstarrig ist, um Vernunft anzunehmen; und weil er darauf besteht, zu behaupten, daß er ein Gespenst gesehen hat, nachdem ich ihm gesagt habe, daß dies unmöglich ist. Es scheint, wir haben einen ungünstigen Augenblick zu unserem Besuche gewählt, sagte Miß Halcombe, indem sie am Schlüsse der Rede des Schulmeisters die Tür anf- stieß und mir voran ging. Unser Erscheinen machte große Sensation unter den Küaben. Sie schienen zu denken, daß wir ausdrücklich kamen, um Jakob Pastlethwaite an der Wand stehen zu sehen. • Wir kamen, um eine Frage an Sie zu tun, Mr. Dempster, sagte Miß Halcombe zum Schulmeister, und waren wenig darauf vorbereitet, Sie damit beschäftigt zu zu finden, ein Gespenst zu beschwören. Was soll dies alles bedeuten? Was hat sich in Wirklichkeit zugetragen? Dieser böse Bube, Miß Halcombe, hat die ganze Schule in Angst gejagt, indem er behauptet, gestern abend ans dem Kirchhof ein weißes Gespenst gesehen zu haben, antwortete der Schulmeister. Und trotz allem, was ich ihm sagen kann, bleibt er noch immer bei seiner albernen Geschichte. Sehr sonderbar, sagte Miß Halcombe. Ich hätte kaum geglaubt, daß unsere Knaben Einbildungskraft genug besäßen, nm ein Gespenst zu sehen. Dies ist in der Tat ein neuer Zuwachs zu der schweren Arbeit, den Geist der Jugend von Limmeridge zu bilden — und ich wünsche Ihnen von Herzen, daß Sie es bald überstanden haben mögen, Mr. Dempster. Inzwischen erlauben Sie mir, Ihnen zu erklären, weshalb Sie mich hier sehen und was ich wünsche. Sie legte dann dem Schulmeister dieselbe Frage vor, die wir schon an fast alle Bewohner des Dorfes gerichtet hatten. Er gab dieselbe entmutigende Antwort, worauf wir die Schule verließen. Der Auftritt im Schulzimmer hatte in mir einen Verdacht bestätigt, den ich beim Lesen des anonymen Briefes gefaßt hatte. Ich sagte aber nichts davon. Ans meine Bitte führte mich Miß Halcombe zum Friedhöfe, wo sie mich allein ließ, um wieder zu Laura zurückzukehren. Die Kirche, ein trauriges Gebäude von grauem Stein, lag in einem kleinen Tale. Der Begräbnisplatz zog sich von der Seite der Kirche ein wenig den Hügel hinauf. Er war von einer rohen niedrigen Steinmauer umgeben und lag ganz frei da, außer an der Stelle, wo ein kleiner Bach dahinfloß und ein Gebüsch von kleinen Bäumen deren schmale Schatten auf das kurze, magere Gras warf. Gerade jenseits des Baches und der Bäume und nicht weit von den drei steinernen Tritten, über die man an verschiedenen Stellen in den Kirchhof stieg, erhob sich das weiße Marmorkreuz, welches Mrs. Fairlies Grab von den bescheidenen Monumenten, die es umgaben, unterschied. Ich ging sofort in den Kirchhof hinab und stieg über den Tritt, welcher geradewegs zu Mrs. Fairlies Grabe Mrte. Das Gras umher war zu kurz und der Boden zu hart, um Fußspuren zu zeigen. In dieser Erwartung getäuscht, betrachtete ich dann aufmerksam das Kreuz und den viereckigen Marmorblock unter demselben, in welchen die Jst- schrist graviert war. Die natürliche Weiße des Kreuzes hätte hier und dort vom Wetter gelitten, und etwas mehr als die Hälfte des Blockes war auf der Seite, welche die Inschrift trug, in demselben Zustande. Die andere Hälfte indessen zog sogleich durch ihre vollkommene Sauberkeit meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich sah näher darauf hin und bemerkte, daß sie gereinigt — ganz kürzlich gereinigt worden war, in einer Richtung von oben nach unten. Die Linie zwischen dem gereinigten und dem nicht gereinigten Teile war an der Stelle zu erkennen, wo die Inschrift den Marmor frei ließ — deutlich als eine Linie zu erkennen, welche durch künstliche Mittel hervorgebracht worden. Wer hatte das Reinigen des Marmors angefangen, und wer hatte es unbeendet gelassen? lJch schaute umher voll Neugierde, das'Rätsel zu lösen. Von der Stelle, an der ich stand, Ivar keine Wohnung zu sehen: der Begräbnisplatz war int ausschließlichen Besitze der Toten. Ich kehrte zur Kirche zurück und ging daran hin, bis ich zur tzinterseite des Gebäudes kam; dann stieg ich vermittelst eines der anderen Tritte über die Grenzmaner nnd fand mich am Eingänge eines Pfades, welcher zu einem verlassenen Steinbrnche führte. Gegen die eine Seite dieses Steinbruchcs lehnte sich eine kleine zwcistnbige Wohnung; und vor der Tür war eine alte Fran mit Wüsche beschäftigt. Ich ging zu ihr heran nnd fing eine Unterhaltung über die Kirche und den Begräbnisplatz an. Die Iran ging bereitwillig genug darauf ein; und gleich die ersten Worte, die sie sprach, unterrichteten mich, daß ihr Manu das Amt des Küsters und Totengräbers inne habe. Ich sagte dann ein paar lobende Worte in bezug auf Mrs. Fairlies Monument. Die alte Frau schüttelte den Kopf t'wd sagte mir, ich hätte es in keinem vorteilhaften Zustande gesehen. Es wäre ihres Mannes Geschäft, darnach zu sehen, aber er sei schon seit vielen Monaten so schwächlich nnb unwohl, daß er nur mit der größten Anstrengung imstande gewesen, Sonntags nach "der Kirche zn schleichen, um sein Amt zu verrichten, und das Monument sei infolgedessen! etwas vernachlässigt. Jetzt aber gehe es ihm besser und er hoffe, in einer Woche kräftig genug zu fein, um sich daran zu machen und es zu reinigen. Dieser Bericht sagte mir alles, was ich besonders zu wissen wünschte. Ich gab der armen Frau eine Kleinigkeit und kehrte sofort nach Limmeridge House zurück. Die teilweise Säuberung des Monumentes war also offenbar durch eine fremde Hand geschehen. Indent ich das, was ich bis hierher entdeckt hatte, mit dem zusammen- hielt, was ich gcargivöhnt, als ich von dem Erscheinen des Gespenstes int Zwielicht gehört hatte, bedurfte cs weiter nichts, um meinen Entschluß, heute abend heimlich Mrs. Fairlies Grab zu bewachen, zu befestigen; ich beschloß, um Sonnenuntergang dorthin zurückzukehren und bis Einbruch der Nacht zu warten. Die Säuberung des Monumentes war unbeendet geblieben, nnd die Person, welche sie angefangen, mochte vielleicht zurückkehren, um sie zu beenden, . (Fortsetzung folgt.) Zilberstrahl. Delektivgeschichte von Conan Doyle „Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, Watson, als hinzugehen," sagte Holmes eines Morgens zu mir, als wir beim Frühstück saßen. „So! Wohin denn?" „Nach Dartmoor — nach Kings Pyland/ Das überraschte mich nicht; im Gegenteil, ich hatte mich schon gewundert, daß er nicht längst zur Mitarbeit an deut ungewöhnlichen Fall aufgefordert worden war, der in ganz England das Tagesgespräch bildete. Bjü gerunzelten Brauen, den Kopf auf die Brust gesenkt, war nretn Gefährte einen ganzen! Tag lang ruhelos int Zimmer auf- und abgegangen, hatte immer wieder den stärksten schwarzen Tabak in seine Pfeife gestopft und war für alle meine Fragen und Bemerkungen stocktaub gewesen. Die neuesten Nummern sämtlicher Tagesblätter, die unser Zeitungsagent ihm zuschickte, überflog er nur mit einem Blick Und warf sie dann in Len Winkel. Er blieb sturUm, aber ich! wußte genau, worüber er brütete. Es lag ja nur e i n Fall vor» der genug öffentliches Aufsehen erregte, um ihn zu bewegen, die ganze Kraft seines kritischen Scharfsinns aufzubieten, nämlich, das seltsame Verschwinden des Rennpferdes, welches die größte! — — ^uwartschaft a!uj den Ehrenpreis von Wessex gehabt Härte, Mtü d,e rätselhafte Ermordung des Stallmeisters John ©trafer. Als Holmes nur daher plötzlich mitteilte, er ivolle sich auf den Schauplatz des Dramas begeben, hatte ich bereits auf diesen Entschluß! von seiner Seite gewartet und gehofft. . würde dich sehr gern begleiten, wenn ich dir nicht Mit Wege bin," sagte ich. „Du tütest mir den größten Gefallen damit, lieber Watson, »UZ wäre es durchaus keine Zeitverschwendnug; der Fall enthalt nämlich so interessante Einzelheiten, daß er wohl in seiner 'Art einzig dasteht. Wir können, glaube ich, unscrn Zug gerade M J!1 Buddington erreichen Und unterwegs will ich eingehender Niit dir Uber die wache reden. Bitte nimm auch deinen ausgezeichneten Feldstechermit, wir brauchen ihn vielleicht." = 'aP ttf) beitn etwa eine Stunde später in der Ecke eines Knpces erster Klasse und während der Bahnz'ug mit uns Nach Exter davoiiiaustc vergrub Sherlock Holmes sein scharfgeschnittenes, aur.'drnckvvollcs Gesicht, das von einer Reisemütze mit Ohrenklappen chwrahmt war, in einen Haufen neuer Zeitungen, die er sich in Paddington getauft hatte. Erst als Reading langst hinter Uns lag, warf er die letzte Nummer unter den Sitz und holte seine Zigarrcntaschc heraus. „Wir fahren rasch," sagte er, nachdem er einen Blick aus deut Fenster geworfen und auf seine Uhr gesehen hatte, „unsere Fahrgeschwindigkeit beträgt augenblicklich dreiundfünfzig und eine halbe Meile in der Stunde." „Ich habe mir nicht die Zeit genommen, die Meilensteine zu zählen." „Ich auch nicht," erwiderte er. „Wer die Telegraphenstangen dieser Sinie haben einen Abstand von sechzig Men; da läßt sich's leicht berechnen. Vermutlich ist dir die Ermordung John Strakers und das Verschwinden von Silberstrahl schon samt allen näheren Umständen bekannt?" „Was der „Telegraph" und die „Kronil" darüber mittcilen, habe ich gelesen." „Bei diesem Fall ist es für die Schlußfolgerung wichtiger, die vorhaiidenen Angaben genau zu untersuchen, als sich nach immer neuen. Beweismitteln umzusehen. Tas Trauerspiel ist so ungewöhnlicher Art rind für eine große Anzahl Personen; von solcher Tragweite, daß uns die Uebersülle unbegründeter! Annahmen, Mutmaßungen und Voraussetzungen zu verwirren droht. Da gilt es vor allem', die nackten Tatsachen, soweit sie unleugbar unb bestimmt feststehen, von dem unnützen Bei- lverk zu trennen, welches Berichterstatter und Theoretiker hin- zugesügt haben. Erst ivcnn man eine sichere Grundlage gewonnen hat, ivird man Schlüsse ziehen und die besonderen Punkte ins Auge sassen können, um welche sich das ganze Geheimnis dreht. Am Dienstag abend bin ich sowohl von Oberst Roß, dem Eigentümer des Pferdes, als von Polizeiinspektor Gregory, dem der Fall übergeben ist, auf telegraphischem Wege um meinen Beistand gebeten worden." „Am Dienstag abend!" rief ich. „Und heute ist schon Donnerstag. Warum bist dir denn nicht gestern Hingefahren?" „Weil ich mich in einem Irrtum befand, lieber Watson — was leider häufiger vorkommt, als die Leute glauben mögen, die mich aus deinen Aufzeichnungen kennen. Ich hielt es nämlich nicht für möglich, daß das berühmteste Reniipferd Englands lange verborgen bleiben köniite, noch dazu in einer so öden Gegend, wie der Norden von Dartmoor. Von Stunde zn Stunde habe ich gestern auf die Nachricht gewartet, daß man seinen Versteck entdeckt hat, und daß der Räuber des Pferdes zugleich John Strakers Mörder ist. Als aber die Zeitungen heute, außer der Festnahme des jungen Fitzroy Simpson nichts Neues brach- ten, da fühlte ich Wohl, daß etwas geschehen müsse und es für mich aii der Zeit sei, tätig einzugreisen. Inzwischen halte ich auch den gestrigen Tag nicht gerade für verloren." „Also hast du dir schon eine Theorie gebildet?" „Wenigstens ist mir klar geworden, welches die wesentlichen Tatsachen sind. Ich werde sie dir aufzählen, denn es gibt fein besseres Mittel, Licht über einen Fall zu verbreiten, als wenn man ihn jemand auseinandersetzt; auch kann ich ja nur auf deine Mitwirkung rechnen, wenn ich dir 'zeige, welchen Standpunkt ich selbst einnehme." Ich lehnte mich nun in die Kissen zurück und rauchte meine Zigarre, während Holmes vornübergebeugt dasaß, einen kurzen Umriß der Ereignisse entwarf, Ivelche uns zu der Reise veranlaßt hatten, und dabei mit dem langen, dünnen Zeigefinget auf der Fläche seiner linken Hand die verschiedenen Punkte beschrieb, die ihm wichtig erschienen. „Silberstrahl," sagte er, „ist ein Abkömmling des berühmten Jsouomy und feine Laufbahn war ebenso glänzend wie die seines großen Vorfahren. Das Pferd steht im fünften Jähr unb hat seinem' glücklichen Besitzer, Oberst Roß, nacheinander bereits sämtliche Nennpreise eingebracht. Auch der Ehrenpreis von Wessex war ihm, nach allgemeiner Ansicht, so gut wie gewiß; die Wetten verhielten sich wie drei zu eins. — Überhaupt ist Silberstrahl von jeher der bevorzugte Liebling des Rennpublikums gewesen Und hat die auf ihn gesetzte Hoffnung noch nie getäuscht; gelegentlich find wahrhaft riesige «summen auf das Pferd gewettet worden. Hieraus ist leicht ersichtlich, daß eine Menge Laute das stärkste Interesse daran haben Müßten, sein Erscheinen auf dem Remv- platz am nächsten Dienstag zu verhindern. „Auch in Kings Pyland, wo Oberst Roß seinen Reitstall Kai