a [fT III 6 Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Wie Kosh h atte schon ißt eit Morgendienst am Brunnen hinter sich, als sie mit dem Kaffeebrett in der gesunden Hand tm Schlafzimmer der Frau von Hilbach erschien; auch war Lieses Mutter bereits im Haus, denn gegen anständige Be- zahlung wollte sie den Sommer über bleiben; Frau von Hilbach sollte sich pflegen und sollte mit der Frau Bauunternehmer spazieren gehen, jeden Tag, so lang sie wollte. „Nu können Sie auch getrost weiter die Tage ausstreichen auf Ihrem Zettel über oem Bett, Frau von Hilbach. Von übermorgen geht's abwärts mit dem Warten, und nu trinken Sie Kaffee, Frau von Hilbach und bleiben Sie ruhig liegen. Der Liese ihre Mutter schafft für zwei; die macht jetzt die Wohnung für die neuen Herrschaften zurecht, und was der Herr Bauunternehmer ist, der will einen Sachverständigen aus Leipzig kommen lassen, der soll Ihre Schornsteine untersuchen. Da müssen Sie Gott für danken, Frau von Hilbach, daß Sie solche brave Leute ins Haus bekommen haben, und wenn man nicht genau wüßte, daß er es über kurz oder lang, alle macht, dann würd ich Ihnen sagen: sticken Sie ihm ein schönes Kissen zum Dank. Aber erst müssen Sie sich! schonen. Wenn er aber fort muß, so lang er in unserm Haus wohnt, dann wollen wir der Frau Bauunternehmer mal beistehen, als ob wir ihre nächsten Anverwandten wären, und Sie schenken einen Palmenzweig zur Beerdigung, der macht immer mehr aus wie ein Kranz! Komm, Jungchen!" rief sie zum kleinen Erwin, der ins Zimmer kam, „gib deiner Mama einen Kuß und freu dich, daß du sie noch hast. Ne, Frau von Hilbach, wenn ich so ins Denken komme, ne, das hab ich Ihnen nicht zugetraut. Haben Sie denn gar nicht nachgedacht, wie uns zumute geworden wär, wenn wir Sie aus der Saale aufgefischt hätten?" Die Frau Bauunternehmer setzte sich, nun auch zu Frau von Hilbach ans Bett, legte ihr die Hand auf die Stirn und freute sich, daß sie so kühl war. Sie sprach lieb und herzlich mit ihr; Frau von Hilbachs arme gequälte Seele wurde licht und lichter und richtete sich auf, wie eine Pflanze, die am Verdursten war und plötzlich, von einer gütigen Hand Nahrung »erhält. „Wenn man so bedenkt, Frau Bauunternehmer, was !>assiert wär, wenn ich Ihnen den Brief nicht gebracht hätte!" chwatzte die Kosh. „Aber gleich, wie ich' ihn da liegen äh und daneben einen an den Doktor, mit dem sie sich >och sonst nicht schreibt, kriegte ich's mit der Angst zu tun. Uber daß sie fo weit gehen wollte, einfach ins Wasser, grad vor unserm Haus womöglich, ne---" „Still," sagte die Frau Bauunternehmer, „still, liebe Frau, darüber wollen wir nicht reden, das vergessen wrr alle, nicht wahr, Frau von Hilbach?" Sie war wie eine Mutter, und die Kosh mußte Wernen. „Wenn man die mit der Specht vergleicht", meinte ft« ur sich, „die hier zahlt nu für zwei Zimmer das nämliche wie die Specht für vier, und wo die nicht wußte, was fte vor Schlechtigkeit tun sollte, weiß die Frau Bauunternehmer nicht, was sie vor Güte tun soll. Da sieht man, daß alles am Charakter liegt!" Sie dankte Gott und wußte gar nicht mehr, für was sie ihm alles danken sollte. —- Als Frau von Hilbach zum ersten Mal wieder in ihrem Gärtchen saß, sah sie das Witwenhaus an, als sei es ein anderes, ein ganz neues Haus geworden. Das lachte so lustig in der Sonne, sah ordentlich schelmisch aus, so, als wollte es sagen: „Ich hab dir ja nur Angst machen wollen! Fällt mir ja gar nicht ein, von dir zu gehen! Ich hab nur meine Launen, wie die Menschen auch!" — Es ging nun bei Frau von Hilbach so, wie es manchmal im Leben zu gehen pflegt. Kommt erst ein kleiner Sonnenstrahl und bringt Licht in das große Dunkel von Sorgen, Kummer und Beschwerden, dann kommt auch bald ein zweiter, und da Sorgen, Aerger und Verdruß die Dunkelheit mehr lieben als das Licht, nehmen sie Reißaus und suchen sich neue dunkle Winkel, wo sie sich einnisten können. Der Herr Bauunternehmer hatte richtig einen Sachverständigen aus Leipzig berufen; der durchsuchte alle Ecken und Winkel des alten Saalehauses. Da er ein junger, moderner Mensch war, schüttelte er gar manchmal den Kopf und wußte nicht recht, was er sagen sollte. So was, wie das Witwenhaus, hatte er eigentlich noch nie gesehen; er dachte verwundert: „Das muß ein merkwürdiger Baumeister gewesen sein, der diesen Kasten zurechtgebaut hat!" aber er sand es interessant, genau so, wie man einen Menschen interessant findet, bei dem man sich nicht gleich auskennt, der einem zu raten aufgibt. „Für ganz normale, vernünftige Menschen ist das keine richtige Behausung!" meinte er auch einmal und fand, daß die kleinen, niederen Zimmerchen, die vielen Alkoven und dunklen Gewölbe, diese merkwürdigen Hinterstübcheu, zu denen man drei Stufen hinabsteigen mußte, daß diese winzig Keinen Fensterchen im Hinterbru und die tiefen Wandschränke und Nischen gut zu den merkwürdigen Bewohnerinnen paßten, die das Witwenhaus beherbergte. _ So eine entflohene Gräfin, die als Pastorin in Schlotz- möbeln wohnt, konnte keinen besseren Verbleib haben; auch die Kosh mit ihrem Gemüsekram und ihrer bewegten Ver- gangenheit paßte gü! in ihre kleine Bergwoynung. Die Küsterin mit dem Harmonium und ihrem keifenden Charakter war auch ein Stück Inventar, das zu solch einem Haus gehörte und Frau von Hilbach konnte, da sie noch sehr jung war, die Rolle einer verwunschenen Prinzessin spielen, die eines Tages von einem glänzenden Ritter erlöst Wie gesagt, der Herr Sachv er Madige fand viel War-, 194 Würdiges und Einzigdafleh end es in dieses H aus, aber etwas direkt Polizeiwidriges nicht, es sei denn, daß vielleicht ein paar Rohre zu viel in einen Schornstein mündeten, der Nicht genug Abzug für den Rauch gewährte. Nun, um das zu ändern, dazu genügte der Ausbau von zwei neuen Schornsteinrohren auf dem Dach; das konnte nicht mehr als zweihundert oder dreihundert Mark kosten. Er fand es schade, daß an Stelle dieser alten, grauen Kaserne nicht eine schöne Villa stand, so eine, die aussieht wie eine anmutige, geputzte, liebenswürdige, junge Dame, die jedem zulächelte und die schon von der Brücke aus jedermann auffiel, denn dies alte Haus, das die personifizierte Großmutter aus Kindermärchen mit Haubenbändern und runzligem Gesicht darstellte, hatte einen so exponierten Platz, daß man es von überall sehen mußte. Frau von Hilbach sagte nichts zu diesen Auseinandersetzungen des jungen Menschen. Seit sie wußte, daß sie ihr Witwenhaus behalten durfte, war es ihr noch enger ans Herz gewachsen wie bisher; sie fühlte für das alte, graue Gebäude, wie wohl eine Mutter fühlt für ihr Kind, das eine Weile auf Abwege geraten war, das sie in schlaflosen Nächten verloren gab und das nun reumütig zu ihr zurückgekehrt ist. Zum ersten Mgl in ihrem Leben hatte sie Ursache, einem frentbett Menschen dankbar zu sein, zum ersten Mal hatte sie Hilfe angenommen, und sie trug an dieser Dankbarkeit wie an einer Last und litt unsäglich, daß sie dem armen Herrn Bauunternehmer, der so edel an ihr gehandelt hatte, nicht beiflehen konnte in seiner Krankheit. Während Frau von Hilbach in Gedanken versunken im Garten saß, tat sich die braune Haustür auf; die Pastorin ging langsam und müd über die Straße in ihre kleine Laube in den Garten, sah gar nicht auf und bemerkte Frau von Hilbach, die unter der Linde saß, und die Kosh, die vor ihr stand, nicht. Sie legte ein Bibliotheksbuch auf den Tisch, stellte chr Baldrianfläschchen dazu, und dann zog sie ihr Taschentuch, trocknete sich die Augen, und die Kosh raunte ihrer Herrin zu: „Die hat nicht erst jetzt angefangen zu weinen; die hat schon ganz verquollene Mugen, mit der ist was passiert!" Frau von Hilbach trat zur Pastorin in die Laube und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Sind Sie krank, Frau Pastor?" Die Pastorin sah erschreckt auf. „Ach, Frau von Hilbach! Ich habe Sie gar nicht gesehen. Waren Sie denn im Garten?" „Ich saß unter der Linde!" Die Pastorin sah nun ängstlich zur Kosh hinüber, Und die hatte gleich heraus, was dieser Blick bedeuten sollte. , »Ich «gehe schon, Frau Pastern. Nu, und wenn Sie meiner Frau was mitzuteilen haben, dann nur zu! Wir helfen gern, wenn wir helfen können! Daß sich bei uns alles so schön arregliert hat, wissen Sie wohl schon! Alles in Ordnung, unsere Schornsteine comme il faut, die Oefen vorschriftsmäßig! Das können Sie mal der Spechten mitteilen, wenn Sie das nächste Mal na'ch Naumburg machen---" „Still, Kosh!" bat Frau von Hilbach. Die Pastorin sagte kein Wort und weinte vor sich hin. Die Kosy ging ein bißchen brummig ins Haus; Frau von Hilbach nahm der Pastorin Hand. »Ist Ihnen etwas zugestoßen?" fragte sie. „Ach! Frau von Hilbach, mir wär's Wohler, ich läge tief unten in der Saale!" Sie zog einen Brief aus der Tasche und reichte ihn ihr. „Das ist sehr traurig!" meinte Frau von Hilbach, nachdem sie gelesen. „Aber sehen Sie, Frau Pastor, Sie haben mir doch selbst so oft gesagt, daß man viel Wünsche im Leben begraben muß---" „Nein, nein!" eiferte die Pastorin, „das. hab ich nicht behauptet, Z-rau von Hilbach, oder wenn — dann habe rch das nur so im allgemeinen gesagt. Ich gebe mein rechtmäßiges Eigentum nicht auf, wenn auch die ganze Welt sich gegen mich stellt, ich kämpfe weiter!" Frau von Hilbach sah erstaunt auf die kleine, überzarte Pastorin, die mit so leidenschaftlicher Heftigkeit vom Kämpfen sprach. „Was denken Sie, Frau von Hilbach; wenn man Jahre, Viele Jahre lang gekämpft hat, soll man auf einmal die Waffen! von sich werfen, weil so ein paar Rechtsanwälte einem abraten? Und meine Sühne, denken Sie denn nicht an meine Söhne. Die wissen's doch nicht anders, als daß sie es einmal besitzen, was soll ich denen denn sagen? Nein, ich kämpfe und warte, Frau von Hilbach, ich warte! Wissen Sie, was das heißt, warten? Ohne bestimmtes Ziel warten?" Und dann weinte sie herzzerbrechend. „Sie sind ja auch alle so hart zu mir; ich habe Ihnen doch gesagt, daß ich meine Patiencekarten verbrannt habe, und Sie haben mich Abend für Abend allein gelassen. Ich hab gedacht, ich müßte verrückt werden, denn wenn ich vor Mitternacht ins Bett gehe, schlafe ich nicht ein, und was denken Sie denn, wie lang einem die vier oder fünf Stunden von sieben bis zwölf am Abend werden können? Erst hab ich's mit Lesen versucht, aber ich habe ja die ganze Leihbibliothek schon aus. Dann hab ich gedacht: du schreibst die Memoiren deines Lebens! Denn das tun viele hochgestellte Personen oder solche, die von hoher Abkunft find und viel erlebt haben; aber das viele Schreiben greift an, und wenn ich an Vergangenes dachte, kamen mir auch- immer die Tränen. Nun, Frau von Hilbach, dann hab ich mir die Spiele von meinen Söhnen aus ihrer Kinderzeit geholt, allerlei Geduldsspiele und Bausteine, aber auch das weckte zu viel Erinnerungen, und wie gar nichts mehr ging, hab ich mir was ausgedachk. Sehen Sie mal!" Sie zog aus ihrem Kleid ein kleines Buch, so eins, wie mau's für zehn oder zwanzig Pfennigs kauft: klein kariertes Papier mit schwarzem Wachsumschlag; „Sehen Sie mal, Frau von Hilbach, das hab ich mir genau eingeteilt, auf den ersten drei Seiten A, auf den zweiten B und so weiter das ganze Alphabet durch." Fran von Hilbach sah hin, aber sie verstand nicht. Mit winzig kleinen Buchstaben waren Namen in die Karos geschrieben, Männer- und Frauennamen, Städtenamen, nachher Fluß- und Pflanzennamen und zum Schluß Tiernamen. Die Pastorin lächelte. „Selbsterfunden! Das glauben Sie gar nicht, Fran von Hilbach, wie das die Zeit vertreibt! Ganze Abende lang denkt man über ein Wort nach, und wenn man ein neues findet, ist man so froh, als hätte man ein Silberstück von der Straße aufgehoben. Sehen Sie mal hin, ich« will's Ihnen erklären. Da steht doch ein großes A als Ueberschrift, nicht wahr? Nun, da schrieb ich also auf die ersten drei Seiten alle Männernamen, die mit A beginnen: Albert, Adolf, Alfred, Adalbert und so weiter. Es gibt eine Menge. Im Anfang geht das nur so, aber dann auf einmal findet man keine mehr und fängt an zu suchen und kommt so ins Denken, daß man alles andere vergißt. Sehn Sie auf der zweiten Seite Frauennamen, mit A gibt's ja furchtbar viele, aber zum Beispiel mit Z oder O oder Q!" Sie schlug die hinteren Seiten des Buches auf. „Fast noch leer! Aber ich sinde, ja, ich finde ganz sicher. Sie glauben nicht, wie das den Verstand schärft. Zwanzig Pfennige das ganze Buch! Kaufen Sie sich eins, Frau von Hilbach, Sie werden mir dankbar fein. Wenn Sie sich erst eingearbeitet haben, dann brauchen Sie gar nichts anderes mehr zu denken. Jetzt zum Beispiel bin ich in den Garten gegangen, um zu arbeiten, denn der Brief hat mich ein bißchen aufgeregt, aber wenn ich erst eine Stunde über meinem Buch sitze, ist alles wieder gut. Vorgestern abend könnt ich's nicht finden; ich war ganz verzweifelt, denn ich dachte, ich hätte es verbrannt, aber es war mir unters Bett gefallen. Ich hab es auch schon der Frau Specht erfühlt, weil die jetzt so unglücklich ist und nicht mit der Häuslein zusammenbleiben will. Die Häuflein heiratet ja wieder, das wissen Sie doch? Nun, und weil die Specht doch ihretwegen den ganzen Haushalt aufgelöst und ihre Möbel verkauft hat, will sie auf Schadenersatz klagen, aber das wird nicht viel nützen, und nun weiß sie gar nicht, wo sie bleiben soll, denn die Häuflein hat ihre Wohnung in Naumburg schon gekündigt, und die arme <^echt sitzt' dann auf der Straße. Ich glaub, Frau von Hilbach, die zahlte jetzt gern wieder vierhundert Mark, wenn sie in die Wohnung bei Ihnen zurückkönnte, für mich wär es ja auch eine Freude, denn wenn sie sich auch so ein Buch kauft, könnten wir jeden Abend zusammensitzen, und zu zweit hat man vielleicht noch mehr Einfälle." Die kleine Liese, die jetzt mit ihrer Mutter zusammen alle Hände voll zu tun hatte, rief nach Frau von Hilbach, 196 — ttofrt tSI war jetzt Hochflut im Städtchen, die Berliner Und Leipziger Sommerferien hatten begonnen, und die Kosy verlünoete mit Wonne allen nacy Wohnung fragenden Herrschaften: „Bei uns ist alles besetzt!" Wenn sie das fagte, stand sie stolz wie eine Königin vor den Mietlustigen und gab ihnen nach einer Weile erst herablassenden Bescheid, wo sie eventuell noch ein paar Zimmerchen finden könnten. — Frau von Hilbach ging mit ihrer Liese ins Haus, Und die Pastorin rieb sich noch einmal die Augen, nahm ein paar Tropfen Baldrian aus ihrem Fläschchen, zog einen Bleistift aus der Tasche und schlug, ihr Büchlein auf. Sie sah ins Weite und dachte. Sie wollte, noch einen Städtenamen Auf O haben, und je tiefer sie ins Denken kam, desto starrer wurde ihr Blick, sie vergaß Ort und Zeit, ihre Blicke schweiften ins Grenzenlose, und die Kosy schüttelte den Kopf, als sie am Abend durch den Garten ging. „Ohne Tuch, Frau Pastern?" sagte sie, „und zu Abend haben Sie auch nicht gegessen! Wenn Sie sich mit Frau von Hilbach ausgesöhnt haben, dann kommen Sie mal lieber zu uns in die Mittelstube, in die mit dem Alkoven, da steht der Tee aus dem Tisch." Aber die Pastorin sah träumerisch in die Ferne und sagte nur zerstreut: „Nein, ich habe zu arbeiten!" und die Kosy schüttelte noch einmal den Kopf und brummelte leise vor sich hin: „Wenn das nur ein gutes Ende nimmt! Erst die Lengerich, dann die Pastern, und in der Küstern ihren Kopf sind auch nicht alle Schrauben feft Wir müssen machen, daß wir fort kommen, aber erst muß der Sommer vorüber sein, dann rück ich mit der Sprache heraus, dann wird sie staunen, meine Keine Gnädige, aber 'raus muß sie!" Sie ließ die Pastorin mit ihrem Buch im Garten sitzen Und ging zu ihrer Herrin ins Haus; sie mußten noch rechn eil. (Fortsetzung folgt.) Militärflieger im Auer. Ein Zukunftsbild. Bon F. von A l t e n h a m m e r. Der Krieg war erklärt, in voller Einigkeit, wie in den »roßen siebziger Jahren des vergangenen Sekulums stand das deutsche Volk wie ein Mann in Waffen, dem Feinde, der Deutschland an allen Ecken bedrohte, entgegenzutreten. In den Zeiten der angemeinen Begeisterung wollten natürlich die Luftsport- leute nicht zurnckstehen. Alle Besitzer von Luftfahrzeugen und alle Fabriken, die solche herstellten, hatten ihren ganzen Bestand zur Verfügung gestellt. Das Resultat war überraschend. Die Gegner hatten mit der Tatsache gerechnet, daß die Deutschen auf dem Gebiete des Lenkballons allen anderen voran sind, und verwunderten sich nicht darüber, daß jedem Armeekorps zwei Luftkreuzer beigegeben werden konnten; aber überrascht und erstaunt waren sie Mer das beinahe hundertköpfige Fliegerkorps. Man hatte gedacht, gerade hier ein Uebergeivicht zu haben, aber man hatte sich getäuscht. Wie ans dem Boden gestampft standen die Lustzeuge da, alle nur möglichen Konstruktionen, mit guten Motoren ausgerüstet und mit richtigen Piloten bemannt. In dem Rathanse zu F. hatte der kommandierende General des 34. Armeekorps fein Hauptquartier aufgeschlagen. Der vorgeschobenen Kavvallerie-Division war die schwere Ausgabe zuteil geworden, im vorliegenden Waldgelände auszuklären. Wer die Arbeit ging nur sehr langsam von statten. Ueberall wo die kecken Offizierspatrouillen einzudringen suchten, bekamen sie Feuer, an allen Ecken und Enden wurden den Reitern verderbenbringende Geschosse entgegengeschlendert. Machte man einmal einen energischen Borstoß, so stieß man in die Lust und wurde an einer weiter rückwärts gelegenen Stelle mit überlegenen Kräften angegriffen. Das Spiel hin und her ging schon mehrere Tage so, die nachrückende Armee war bereits bedenklich nahe gekommen, und nun beratschlagte Exzellenz mit seinem Generalstabschef, ob man nicht durch einen energischen Vorstoß dieser unllaren Situation ein Ende machen sollte. An ein Aufhalten und Zögern war ja nicht zu denken, man mußte vorwärts, koste es, was es wolle. „Was meinen Sie, Heiden, wenn wir einmal eines unserer Luftfchisse vorschicken würden", unterbrach der General die Stille. -„Einmal müssen wir doch Klarheit haben, was in dem Waldgebirge steckt." „Daran habe ich auch schon gedacht", antwortete der Generalstabschef, „aber wollen wir jetzt schon einen der Lenkballone aufs Spiel setzen? Ich glaube, wir versuchen es einmal mit einem Äeroplan oder lieber gleich mit zweien, einer wird schon zurückkommen. Ohne Zweifel wird der Gegner seine Truppenverschiebungen in der Nacht vornehme, es steht Vollmond im Kalender, Bewölkung ist keine da, abgesehen davon werden in den hinteren Linien dis lagernden TrupWk Feuer brennen, eS ist also Aussicht vorhanden, daß wir einige Aufklärung erhalten." „Geben Sie also Befehl, Heiden. Ein Aeroplan klärt von Süden und Norden, das andere in entgegengesetzter Richtung auf. Sagen Sie aber noch den Leuten ausdrücklich, daß sie nur im äußersten Notfälle drahtlose Depeschen geben sollen, es ist besser, die Herren da drüben werden durch garnichts beunruhigt." Die Flugzeuge Nr. 4 und 6 wurden am Wend gegen 5 Uhr in Bereitschaft gesetzt. Neben dem Pilotensitz war der des mit» fahrenden Offiziers angebracht. Schmuck und sauber standen die beiden Riesenvögel da, die in kurzer Zeit die Feuertaufe erhalten sollten. Nun waren die beiden Piloten mit einem zahlreichen Hilfspersonal dabei, alles nochmals nachzuprüsen, Benzin und Oel wurden eingenommen. Jede Verschraubung, jeder Draht, jede Niete geprüft. Mehrere Male wurde der Motor aitgelaffen, zischend und surrend peitschten die Propeller die Lust, ungeduldig, wie ein junges Rennpferd am Start, zitterten die Flugzeuge; sie wollten vorwärts eilen, aber vorläufig war die Zeit noch nicht gekommen. Langsam senkte sich die Nacht hernieder, blutigrot färbten! die letzten Strahlen der untergehenden Sonne die leichten Cirus- Wolken. „Ob wir wohl morgen noch die Sonne untergehen sehen werden?", meinte der Pilot des Flugzeuges Nr. 6, Holzmann, zu seinem Mitfahrer, einem jungen Generalstabsoffizier. Dieser gab keine Antwort, schweigend ordnete er seine Karten und Schreibmaterial in den Taschen, die an seinem Sitze angebracht waren. , „ Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, die schwarze dunkle Nacht, der Mond war noch nicht am Himmel erschienen. In dem Schein der trüben Laternen war der Komnlandierende getreten. Ernst und starr, wie man ihn immer sah, war sein Gesicht, stumm reichte er den Vieren, die nun ihre Aufklärungsfahrt antreten sollten, die Hände. „Flugzeug Nr. 4 startet zuerst", unterbricht der junge Pionieroffizier, der mit einem kleinen Kommando zur Dienstleistung bei den Aeroplanen kommandiert war, die ©title. Der Motor wird angeworfen, das Knattern bringt Leben in die Umstehenden, alle schauen die beiden kühnen Männer an, die nun dem Erfolge oder dem Tode entgegenfliegen wollen. Neben der zufammengekauerten Gestalt des Piloten zeichnet sich die aufrechte Silhouette des begleitenden Offiziers scharf ab. Ta hebt der Pilot die Hand, nach kurzenr Anlauf erhebt sich der Apparat in die Lust, rasch erreicht er eine größere Höhe, beschreibt einen Kreis über den Startplatz — da der Motor gleichmäßig wie ein Uhrwerk arbeitet — geht es noch höher, schwächer und immer schwächer wird das Explosionsgeräusch; ein Keiner Feuerkreis, der vom Rotationsmotor herrührt, ist noch an dem nächtlichen Firmamente sichtbar. „Flugzeug Nr. 6 startet", befiehlt der Ofiizier. Holzmann und sein Fluggast haben schon längst ihre Sitze eingenommen. Nach einer Minute hebt sich auch dieser Aeroplan in die Lüfte. Genau so wie bei einem Friedensüberlandslug hat der Pilot fein Steuer bedient. Eigentlich, so denkt sich Holzmann, ist es jetzt gär kein Unterschied, ob ich heute im Kriege fahre oder mich auf einem Ueberlandflug von 'ben staunenden Leuten bewundern lasse. Die Gefahr ist nicht viel größer. Seine geübten Ohren lauschen auf den Gang des Motors, regelmäßig erfolgen die Zündungen, an den Steuern merkt er, daß der Motor gut zieht. Sicher liegt der Apparat in der Lutt, W sicher, daß er sogar einen Moment die Hand vom Steuerrad, nehmen kann und den Offizier anstößt. Geradeaus oder rechts, deutet et; dieser wirst einen kurzen Blick auf die Karte und zeigt mit dem Finget geradeaus. Immer weiter fliegt das Flugzeug, der Wind scheint nun von einer anderen Seite zu kommen. Holzmann muß fein ganzes Augenmerk auf die Führung richten. Da wird er derb angestoßen. Der Generalstäbler zeigt nach rechts. Also rechts hinüber. Eine weite Kurve und der Aeroplan fliegt nach bet neuen Richtung. Unten brennen nun die Biwakfiuet, in fliegender Hast macht sich der Offizier bei dem Scheine der elektrischen Tascheittatetne Notizen. Da wird bas Augenmerk des Piloten, auf kleine, nur einen kurzen Moment erscheinende und.gleich wieder verschwindende Lichtererscheinungen gelenkt. Es i ft •'ein eigentümlicher Anblick, diese sich auf eine lange, in gerader Linie verteilenden Lichtpünktchen. Nun koinntt noch ein intensiverer, gleich lang währender Feuerschein dazu, der sich nur auf einen verhältnismäßig kleinen Geländestrnfen erstreckt. Ter Motor arbeitet regelmäßig weiter, bas Fahc^eug liegt rnieber gut in ber Luft unb mit einem verwunderten Blick kann Holzmann das anziehende Bild, das sich tief unter den Füßen ausbreitet, betrachten. Der Mond ist heraufgekommen unb überschüttet Berg unb Tal mit feinem milden Licht. Da auf einmal wird ein ganz sonderbares Geräusch neben dem Fauchen des Motors und dem Surren der Propeller laut. Es ist ein eigentümliches Zischen, dem ein metallischer Klang folgt. Merkwürdig, der Motor arbeitet unregelmäßig, er scheint ansznsetzen. Für Holzmann versinkt nun die ganze Welt um ihn her, er ist wieder ganz der gewissenhafte Pilot.. Alle Hebel werden geprüft, die Benzin» und Oelzufuhr nadj« gesehen, alles scheint in Ordnung. Der Motor macht auch wieder regelmäßiger seine Touren. — 196 — Wiederum daS Zischen und Fauchen, deü Apparat erhält einen Stoß, diesmal kann inan die Ursache sehen, ans ber einen Tragdecke ist ein Stück des BespaNnnngsstoffes losgerissen. Wie aus Kommando sehen sich die beiden Männer im ?>ckugzeug an, es ist ein viel sag end er Mick, den sie wechseln, der Worte bedarf es ja nicht, beide wissen nun, was das zu bedeuten hat, sie fUtbWie Tramir^hat 'solzmami das Höhönsteuer zur Fahrt nach aufwärts gestellt, wie ein gehorsames Roß setzt der Apparat an ’ Die Menschen auf dem Aeroplan fühlen sormüch, daß es höher geht, aus der Gefahrzone heraus, gespannt blickt Holz- inann auf den Barographen — er zeigt an, daß sie steten. Immer weiter arbeitet der Motor, angestrengt lauschen die Beiden, ob wieder das ominöse Zischen hörbar wird, es ist etwas Schreckliches so im Ungewissen zu sein. Was werden die nächsten Momente bringen? Unwillkürlich schaut der Pilot nach seinem Mitfahrer um, der aber hat scheinbar die Gefahr schon langst vergessen. Aufmerksam schaut er nach unten. Dazwischen sucht er auf der Karte und zeichnet dort Punkte em.. Die kurzen Feuerscheine werden seltener, em breiter Fluß schlängelt sich durch ziemlich flaches Land, die Waldhügelkette ist passiert. Der Generalstabsoffizier stößt den Piloten an, nut einem Lächeln, wie Holzmann noch nicht an ihm gesehen, beutet er an, daß die Fahrtrichtung vchündert werden sollte. Rasch ist das Seiteiisteuer gestellt, die Kurve erfordert du volle Aufmerksamkeit des Fliegers. Schon wieder macht sich der Offizier bemerkbar. Doch, es ist Sinnestäuschung, oder ist der Offizier nicht mehr Herr seiner Sinne, er lacht, lacht aus vollem Halse, reibt sich die Hände und — gibt das Zeichen. zu landen. Holzmann ivill ihm begreiflich machen, daß er sich mit dem Flugzeug noch ganz gut halten könne, der Motor lauft m immer Noch gut, Benzin und Oel ist noch ut Hülle und Fülle da, außerdem befinden sie sich erst drei Stunden rn der Luft, also eine Leistung, die im Frieden gar nicht angestaunt wird. Der Offizier schreibt auf eine Meldekarte: „Landen Sie, Aufgabe glücklich erledigt!" Also landen! Die Aufgabe ist erledigt, denkt Holzmann, die Sache war wirklich nicht gefährlich! Langsam int Gleitfluge geht der Aeroplan zur Erde, em freier Platz zum Landen ist gefunden, noch eine Minute, der Apparat schießt über die Erde hin und steht dann still. „Wo sind wir?" fragt nun Holzmann den Offizier. Es ist das erste Wort, das sie wieder seit ihrem Start wechseln, denn eine Unterhaltung während der Fahrt ist durch das Motorgeräusch unmöglich. „Bei den Unsrigen! jedenfalls sogar tM Bereich oder in der allernächsten Whe des Armeekorps. Kaum ist die Auskunft gegeben, wird es in der ganzen Umgebung lebendig. „Wer da?" ruft die kräftige Stimme eines strammen Grenadiers. Der Generalstäbler antwortete kurz. Offiziere aller Waffengattungen kommen herbei, da gibts em Hand^ schütteln und gratulieren. Selbst der Kommandierens laßt e® sich nicht nehmen, die kühnen Luftfahrer zu beglückwünschen. „Ich glaubte schon. Sie nicht mehr z'u sehen", sagt er, „das war ia die reine Schlacht, die gegen Sie geschlagen wurde. Der andere Apparat ist in unserer Vorpostenlinie niedergegangen und. zur selben Zeit, als ich die Meldung von einer Landung bekam, ging dort der Hexensabbath los. Unaufhörlich rollte der Kanonendonner und die Kavallerie meldete, daß sie auch von Infanterie beschossen worden sind." , r ,, „Gemerkt haben wir ivenig, nur zweimal schien es so, antwortete Holzmann. „Der Flug war nicht leichter und Nicht viel schwerer wie ein Friedensflug. Jedenfalls gab es tn meinem Fliegerleben schon schwierigere Momente, wie heute. Daß wir beschoßen wurden, merkten wir kaum, denn der Kttall der Schlisse und das Bseifen der Geschosse wurde von dem Motorgeräusch und dem urren des Propellers übertönt." „Und die Ausbeute ist gut," bemerkt der Offizier jetzt, „Exzellenz werden zufrieden sein." Dem ersten Kundschasterflug solgten noch viele im Lauf des Krieges ... ___________ vermischte». — Die „Vergessenen des Gothaer", so kann man M Könige nennen, die trotz ihres Ranges und ihrer Würden un- bekmint sind und selbst im Gothaer Hofkalender keine Erwähnung gefunden haben. Umsonst wird man in der Liste der regierenden Häuser nach Seiner Majestät Sidney I., König der Kokos-Jnseln, suchen. Der Begründer dieses Königreiches war ein schottischer Matrose, der vor 50 Jahren bei einem Schiffbruch an die unwirtlichen Ufer jener Insel getrieben wurde. Der brave Seemann verlor den Mut nicht, es gelang ihm mit der Zeit, das Vertrauen Und die Bewunderung der Eingeborenen zu erwerben, er führte B sozusagen in die europäische Zivilisation ein, und wurde ließlich so populär, daß er eine der eingeborenen Frauen ratete. Er blieb 40 Jahre lang auf den Kokos-Jnseln, exportierte Kokosnüsse und häufte ein gewaltiges Vermögen an. Sein Sohn, der heutige König, der jetzt 30 Jahre zählt, trmrde in England erzogen. Ditz Kokos-Jnseln sind ein ideales Land, man braucht dort weder Soldaten noch Polizisten, der König ist buchstäblich der einzige Beamte feines Reiches, Richter, geistliches Oberhaupt, Regent usw. in einer Person. Ein anderer „vergessener König", dessen Herrschaft ein tragisches Ende nehmen sollte, tvar Edmund I., König von Neuseeland. Er hieß ursprünglich eigentlich Edmond Thierry und war Sekretär des französischen Gesandten beim Wiener Kongreß. Doch da er sich während der Herrschaft der hundert Tage Napoleon an schloß/ wurde ihm nach der Restauration sein Amt entzogen, und er wanderte auf die Suche nach einem Throne. In Nordamerika hatte er kein Glück, er nahm dann in Mexiko an dem Sturze des Kaisers Bturbide teil und wurde als Verschwörer zum Tode verurteilt. Er wurde auch „erschossen" hatte aber das Glück, zu genesen, nachdem er von zwei Kugeln getroffen worden war. Nun wandte er sich zur Südsee; sein einziges Gepäck bestand trug einer Violine. Auf den Maranesas-Jnseln ließ er sich nieder und gründete sein erstes Reich. Dann siedelte er nach Neuseeland über, wo er den Kaorikriegem eine Konstitution schenkte und sich zum König erheben ließ. Er war in Geldnot, und um sich zu helfen, schrieb er seinen Wechsel auf seinen „Kollegen" Louis Philippa von Frankreich aus, aber die Tratte wurde leider nicht eingelöst. Dann wollte er Verhandlungen mit England an- knüpsen; das aber wurde dis Verderben des neuen Königs, Großbritannien hatte Absichten auf Neuseeland, .ermutigte einen Aufstand der Maoris, eines Tages brach im Reiche Edmunds I. (eine Revolution aus, und der „König" wurde ermordet. Mehr Glück hatte der Italiener Paolo Soiaroli, der sich zum König von >Sardhananh in Indien aufschwang. Er Ivar Schneider, erbot sich dem Könige von Sardhananh, Uniformen für seine Soldaten zu schneidern, machte sich selbst eine prächtige Generaluniform'/ die dem stattlichen Italiener so gut stand, daß sich die Königstochter tin ihn verliebte. Als der König dann starb, trat Solaroli seine Nachfolge an und wurde König. . ' Die Tyrannei des Fernsprechers. Wenn einmal nach längerer Zeit eine Geschichte des Fernsprechers gefcbriebett werden wird, dann wird wohl auch von ihm das Dichterwort von dem Schwanken des Charakterbildes gellen. An der Parteien Haß und Gunst fehlt es ihm wahrlich nichl, nur daß sich meist beide Parteien in derselben Person verkörpert finden. Die Bewertung des Fernsprechers wechselt zuweilen von Stiinde zu Stunde. Eben noch bis in den siebenten Himmel gepriesen, wird er bald darauf als ein Störenfried verwünscht, wenn ihm nicht gar noch schlimmere Titel beigelegt werden. Eigenartig ist dabei der Umstand, daß die schwarzen Stunden des Fernsprechers sich bansen, je beguenier er zur Hand ist. Befindet der "Apparat sich auf dem Fliw, so kamt fein Besitzer, wenn er melodisch in seine Nachmitlagriche hineinlautet, vielleicht noch zmveilen andere Gefühle durch eine gewisse Schadenfreude Niederkämpfen, indem er sich den Aerger dessen der vergeblich auf ihn wartet, größer vorstellt als seinen eigenen. Steht der Apparat ober im selben Zimmer auf dem Schreibtisch, so wird der Herr des Gemachs wohl lieber so bald als möglich seine horizontale Lage verlassen, um den Lärm wenigflens zum Schweigen zu bringen. Allenfalls findet man noch am Mittagstisch in Gemeinschaft mit den ©einigen die Willenskraft, dem Rus des Fernsprechers zu ividersteben, der sich selbstverständlich ebenso plötzlich zu dieser Zeit emznstellen pflegt wie die Boten, die eine Rechnung einzusordern haben. Ernster ivird die Sache für Leute, die mehr oder weniger wichtige Sprechstunden berufsmäßig abzu- halten haben nnb jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt sind, ihre Untersuchung ober Unterhaltung unterbrechen zu müssen, weil bte Glocke des Fernsprechers es verlangt. Für Aerzte muß es geradezu bedenklich erscheinen, ob sie den Fernsprecher in ihr Sprechzimmer ausnehmen dürfen. Meuzrätsel. In die Felder nebenstehender Figur siitd die Buchstaben a a aabbdeeeeeggg ggghhiiiillnnnno osssttttnuuuww derart einzutragen, daß di« wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bezeichnen! 1. Bestimmte Zeit des JahreS. 2. Einen Schmetterling. 3. Stadt in Sachsen. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer: Gar lieblich ist das Lachen In Gottes schöner Welt; Doch iveil es oft uns Schwachen Zu kühn die Seele schtvellt, Wird Schmerz ihm beigesellt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen UniversuätS - Buch» und Steindruckereh R. Lang«, Tietz«»