Donnerstag -en 26. Oktober isi® W Ji LiäaäJf^Tft? H3B flWEEW ■ . --• Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ..Ich ging gerade auf Percival zu und fast ihm' fest ins Gesicht. Muß ich annehmen, Sic Percival, daß das Zimmer ^hrer Gemahlin ihr Gefängnis, und Ihre Hausmagd- ihre Gefängniswärterin ist? frug ich. Ja, allerdings dürfen Sie das annehüren, entgegnete von jetzt an darauf zu verzichten. Ich kann nicht in einem Hause bleiben, in welchem man Damen behandelt, wie Ihre Gemahlin und Miß Halcombe heute be- haudelt worden sind. Sir Percival tat einen Schritt rückwärts und starrte sre rn tiefem Schweigen an. Der Gras stand daneben und schaute mit wahrhaft begeisterter Bewunderung auf seine Frau.1 Sie ist sublim! sagte er vor sich hin. Dann trat er zu rhr und zog ihre Hand durch seinen Arm. Ich stehe drr zu Diensten, Eleanor, fuhr er mit einer ruhigen Würde fort, die ich noch nie an ihm wahrgenommen hatte, und stehe Miß Halcombe zu Diensten, falls sie mir die Ehre erzeigen will, den Beistand anzunehmen, den ich ihr anzubieten imstande bin. Zum Teufel! was meinst du damit? rief Sir Percival aus, -als der Graf ruhig mit seiner Frau der Mr zuschritt. Gewöhnlich meine ich, was ich sage. Percival, diesmal-aber, was meine Frau sagt, erwiderte der unerschütterliche Italiener. Sir Percival zerknitterte das Papier in seiner Hand« und sich vor den Grafen drängend, stellte er sich mit einem zweiten Fluche zwischen ihn und die Tür. Du sollst deinen Willen haben, sagte er mit verhaltener Wut und mit leiser, flüsternder Stimme, du sollst deinen Willen haben und dann'sehen, was danach kommt. — Mit diesen Worten verließ er das Zimmer. Die Gräfin schaute ihren Mann fragend an. Er ist plötzlich gegangen, sagte sie, was hat das zu bedeuten? Das bedeutet, daß wir beide den heftigsten Mann in ganz England zu Verstände gebracht haben, antwortete der Graf. Es bedeutet, Miß Halcombe, daß der Lady Glyde zugefügten groben Beschimpfung ein Ende gemacht wird, und Sie keine Wiederholung der unverzeihlichen Beleidigung, die Ihnen zuteil geworden, zu befürchten haben. Gestatten Sie mir, Ihnen meine Bewunderung für Ihr Benehmen und Ihren Mut in einein außerordentlich schwierigen Augenblicke auszusprechen. Damit verließ der Graf das Zimmer. Dann hörte ich Sir Percival die Treppe herunterkommen. Tie beiden flüsterten miteinander. Hieraus erschiemIosco wieder. Miß Halcombe, sagte er, es macht mich glücklich, Sie benachrichtigen zu können, daß Lady Glyde ivieder Herrin ihres eignen Hauses ist. Ich glaubte, es dürfte Ihnen weniger nnangenehm sein, diesen günstigen Wechsel von mir zu hören, als von Sir Percival, und kam dieserhalb- ausdrücklich zurück, um Sie davon in Kenntnis zu setzen. Sir Percival stand in dem Flur. Als ich die Treppe hinaufeilte, hörte ich, wie er dem Grafen ungeduldig zurief, aus der Bibliothek zu kommen. Wozu wartest du da noch? sagte er. Ich habe mit' dir zu sprechen. Und ich habe erst noch allein zu überlegen, entgegnetei Fosco. Warte bis später, Percival, warte bis später. Weder er noch sein Freund sprachen ferner. Ich war oben angelangt und lief den Korridor entlang. In meiner Hast und Aufregung ließ ich die Tür des Vorzimmers offen, doch schloß ich die des Schlafzimmers, sowie ich eingctreten war. Laura saß allein am anderen Ende des Zimmers, ihre Arme ruhten müde auf dem Tische und ihr Gesicht in ihren Händen. Als sie mich erblickte, sprang sie mit einem matten Freudenausrufe empor. Wie bist du hergekommen? frug sie. Wer gab dir Erlaubnis dazu? Gewiß nicht Sir Percival? In meiner überwältigenden Bangigkeit über das, was sich zugetragen, konnte ich ihr nicht antworten, sondern bloß Gegenfragen an sie richten. Doch erwies sich Lauras Begier, zu wissen, was unten vorgegangen sei, zu stark, um sich abweisen zu lassen. Sie wiederholte beharrlich ihre Fragen, i — 670 Natürlich .der Graf, sagte ich ungeduldig, wer sonst besäße im Hause wohl Einfluß genug —? Sie unterbrach mich mit einer Bewegung des Wider- willens. । Sprich nicht von ihm! rief sie aus, der Graf ist der elendeste Mensch, den es auf Erden gibt! Der Graf ist ein nichtswürdiger Spion —! Ehe weder die eine noch die andere von uns ein Wort hinzufügen konnte, wurden wir beide durch ein leises Klopfen an der Tür beunruhigt. Ich hatte mich noch nicht gesetzt und ging daher, um zu sehen, wer es sei. Ms ich die Tür öffnete, stand die Gräfin, mein Taschentuch in der Hand haltend, vor mir. Sie ließen dies unten fallen, Miß. Halcombe, sagte sie, und da ich auf meinem Wege nach meinem Zimmer hier vorbeikam, wollte ich es Ihnen gleich überbringen. Ihr Gesicht, welches von Natur blaß ist, war so gespenstisch weiß in diesem Augenblicke, daß es mich förmlich erschreckte. Ihre Hände, sonst so sicher und ruhig, zitterten heftig, und ihre Augen blickten durch die geöffnete Tür an mir vorbei und hefteten sich mit einem wolfartigen Ausdrucke auf Laura. Sie hatte gehorcht, ehe sie klopfte! Das sah ich in ihrem weißen Gesichte, in ihren zitternden Händen, in ihrem wilden Blicke. Nachdem sie eine Minute gezögert, wandte sie sich um und ging langsam fort. Ich schloß die Tür wieder. O Laura, Laura! flüsterte ich, wir werden beide den Tag zu bereuen haben, an dem du jene Worte sprachst! Du hättest sie selbst gesprochen, Marianne, hättest du gewußt, was ich weiß! Hat man denn Anna gesunden? fragte ich atemlos. Hast du sie am See gesehen? Nein, sie hat sich gerettet, indem sie ausblieb. Als ich im Boothause anlangte, war kein Mensch dort. Ja? nun? Ich ging hinein, setzte mich und wartete einige Minuten. Doch ließ mich meine Unruhe wieder aufstehen und umhergehen. Als ich hinaustrat, sah ich dicht vor dem Boothause «Spuren im Sande. Ich bückte mich, um genauer hinzusehen und fand ein Wort mit großen Buchstaben in den Sand geschrieben. Dies Wort war „Suchet!" Und du scharrtest den Sand fort und machtest ein Loch in die Erde? Woher weißt du das, Marianne? Ich sah es, als ich dir nach dem Boothause gefolgt war. Wer fahre fort — fahre fort! Ja, ich scharrte den Sand fort, und nach einer kleinen Weile fand ich einen Streifen beschriebenen Papiers. Das Geschriebene war mit Anna Cathericks Anfangsbuchstaben unterzeichnet. ! Wo ist es? Sir Percival hat es mir genommen. Erinnerst du dich, was auf dem Papier geschrieben stand? Glaubst du, daß du es mir genau wiederholen könntest? Ja, der Inhalt war kürz. Er lautete: „Wir wurden gestern von einem großen, starken, alten Manne Zusammen gesehen, und ich mußte laufen, um mich zu retten. Er war nicht flink genug auf der» Füßen und verlor mich unter den Bäumen. Ich wage nun nicht, heute um dieselbe Zeit wieder, hierher zu kom- inen. Ich schreibe dies, um Sie hievon zu unterrichten, nm sechs Uhr morgens und werde es im Sand verbergen. Wenn wir das nächstemal von Ihres gottlosen Gemahls Geheimnisse sprechen, da muß es an einem sicheren Orte sein oder gar nicht. Suchen Sie sich in Geduld zu fassen. Ich verspreche Ihnen, daß Sie mich Wiedersehen sollen, und zwar bald. A. C." Die Worte „großer, starker, alter Mann" (von deren Richtigkeit Laura überzeugt war) ließen keinen Zweifel übrig in Bezug auf die Identität des Störers. Ich entsann mich, daß ich Sir Percival in Gegenwart des Grafen gesagt hatte, Laura sei nach dem Boothause gegangen, um ihre Brosche zu suchen. Wahrscheinlich war er ihr in seiner zudring- lichen Dicnstfertigkeit dorthin gefolgt, um sie, gleich nachdem er mir im Gesellschaftszimmer Sir Percivals Sinnesände- rung in Bezug auf das Dokument mitgeteilt, ebenfalls darüber zu beruhigen. In diesem Falle konnte er jedoch erst in dem Augenblicke, wo Anna Catherick ihn entdeckte, beim Boothause angelangt sein. Die verdächtige Eile, rn der sie Laura verließ, hatte ihn wahrscheinlich zu denk fruchtlosen Versuche, ihr zu folgen, bewogen — aber von der vorher stattgehabten Unterredung konnte er nichts gehört haben. Die Entfernung vom Hause bis zum See und die Zeit, zu der er mich im Salon verließ, verglichen mit der, zu welcher Laura sich mit Anna Catherick unterhielt, ließen hierüber wenigstens keinen Zweifel obwalten. , Da ich hierüber ziemlich einig mit mir geworden, war mein nächstes Interesse darauf gerichtet, zu erfahren, welche Entdeckungen Sir Percival gemacht habe, nachdem der Graf ihm seine Mitteilungen gemacht. Wie bist du des Briefes verlustig geworden? frag ich sie. Nachdem ich ihn einmal durchgelesen, sagte sie, nahm ich ihn mit mir ins Boothaus, um mich zu setzeu und ihn, nochmals zu lesen. Während ich dies tat, fiel ein Schatten auf das Papier. Ich blickte auf und sah Sir Percival im Eingänge stehen und mich beobachten. Versuchtest du, den Brief zu verbergen? Ja, ich versuchte es, aber er verhinderte mich. „Du brauchst dich nicht zu bemühen, das da zu verstecken," sagte er, „ich habe es bereits gelesen." Ich konnte nichts sagen, sondern ihn bloß hilflos anschauen. „Verstehst du mich?" fuhr er fort; „ich habe es gelesen. Ich scharrte es vor zwei Stunden aus dem Sande, grub es dann wieder ein, schrieb das Wort wieder darüber und ließ es bereit für dich liegen. Jetzt kannst du dich nicht aus deinen Schlichen herauslügen. Du hast gestern heimlich Anna Catherick gesprochen, und in diesem Augenblicke hältst du ihren Brief in der Hand. Sie habe ich noch nicht erwischt, aber dich Habs ich. Gib den Brief her." Er trat dicht zu mir heran —j ich war allein mit ihm, Marianne — was konnte ich machen? Ich gab ihm den Brief. Was sagte er, als du ihm denselben gabst? Zuerst sagte er nichts. Er faßte mich beim Arme, führte mich aus dem Boothause und schaute sich nach allen Seiten hin um, als ob er sürchte, daß man uns hören oder sehen könne. Dann drückte er meinen Arm fest mit seiner Hand und flüsterte: „Was hat Anna Catherick dir gestern gesagt? — Ich befehle dir, mir jedes Wort von Anfang bis zu Ende zu wiederholen!" Und was hast du gesagt? fragte ich. - Alles. Er bestand darauf — ich war allein mit ihm —i ich konnte ihm nichts verschweigen. Sagte er etwas, als du geendet? Er sah mich an und lachte bitter vor sich hin. „Ich will auch das übrige noch aus dir herausbringen," sagte er, „hörst du? auch das übrige." Ich erklärte ihm mit feierlichen Worten, daß ich ihm alles gesagt habe, was ich wisse. „Fällt dir nicht ein!" sagte er; „du weißt mehr, als dir zu sagen beliebt. Du willst nicht heraus bamit, aber du sollst es! Ich 'will dir's schon zu Hause auspressen, wenn mir's hier nicht gelingt." Dann führte er mich auf einem mir unbekannten Pfade durch die Anlagen, einem Pfad, auf dem keine Aussicht war, dir zu begegnen, und sagte nichts mehr, bis wir das Haus sehen konnten. Dann stand er still und sagte: „Wenn ich dir noch einmal Gelegenheit gebe, willst du dich eines Bessern besinnen? Willst du mir das übrige sagen?" Ich konnte bloß die Worte wiederholen, die ich bereits vorhin zu ihm gesprochen. Er fluchte meiner Hartnäckigkeit, setzte dann seinen Weg fort und führte mich ins Haus. Wie es mir und Fannh erging, weißt du ja schon, Marianne. Du kannst ihn dir nicht vorstellen. Er. sah aus und sprach wie ein Wahn- sinniger; du wirst es kaum begreisen, aber es ist wirklich wahr. Ich begreife es, Laura. Er ist in der Tat wahnsinnig — wahnsinnig aus Furcht vor dem Verrat seines •gott» losen Geheimnisses. Jedes deiner Worte überzeugt mich fester und fester, daß, als Anna Catherick dich gestern verließ, du im Begriffe warst, ein Geheimnis zu entdecken,; das deines elenden Mannes Untergang sein könnte, und er denkt, daß du es bereits erfahren hast. Nichts, das du sagen oder tun kannst, wird dieses schuldbewußte Mißtrauen beseitigen, oder seine falsche Natur von der Wahrhaftigkeit der deinigen überzeugen. Ich sage dies nicht, Liebe, um dich zu beunruhigen. Ich sage es nur, um dir die Augen zu öffnen, damit du deine Lage begreifst, und um dich von der dringenden Notwendigkeit zu überzeugen, daß ich handeln und dich nach Mästen schützen mutz, solange uns noch die Gelegenheit dazu bleibt.. (Fortsetzung folgt.) 671 3ur Geschichte des Weinbaues in Oberhessen. Eine lokalgeschichtliche Untersuchung von Pfarrer Zinn in Herbstein. Es ist eine altbekannte Tatsache, baß der deutsche Weinbau, der sich heute im Wesentlichen auf die sonnigen Ufer des Rheins Nnd seiner Nebenflüsse beschränkt, ehemals eine viel größere Ausdehnung hatte. Waren es im Mittelalter die Klöster, die den Weinbau überall in ihrer Umgebung einzuführen suchten, so bemühten sich in .neuerer Zeit die Fürsten, den Wohlstand ihres Volkes durch diesen Zweig der Landwirtschaft zu heben. Nicht nur in Hessen und Thüringen, auch in Sachsen und Branden-? bürg, ia selbst bis nach den Usern der Osts« hin befleißigte man s'ch ehemals des Weinbaues. Besonders ließ der alte Fritz sich die Förderung des Weinbaues angelegen sein. Infolge der Beihilfen, die er zur Anlage von Weinbergen spendete, sollen im Jahre 1781 allein in der Mark Brandetiburg 2355 Morgen Landes mit Weinreben bepflanzt gewesen sein, deren Ertrag auf über 21000 Taler berechnet wurde. Freilich fällt auf die Güte dieses preußischen Weines eilt bedenkliches Licht, wenn derselbe König sich später genötigt sah, zu verordnen: „auch müßt ^hr die konzessionierten Wein-Essig-Fabrikanten dahin anhalten, daß sie den Wein-Bauern ihre Weine abkaufen, wofern sich etwa finden sollte, daß die Weine wegen Mangels der Nachfrage unverkauft liegen bleiben." Es war eine Ironie des Schicksals, daß es diesenl um den Weinbau so verdienten Fürsten zumntete, einst bei feierlicheni Empfang vor den Toren der Stadt Grüneberg einen Ehrenpokäl des bekannten Grüneberger Gewächses zu leeren, und es war eine vernichtende Selbstkritik, als der König den geleerten Becher zurückreichend in die Worte ausbrach: .„Sehr gut, wohl dem, der ihn nicht zu trinken braucht." Inzwischen haben die Weinbaubestrebungen in Deutschland sich wieder mit Recht auf die Gegenden beschränkt, die dafür von Natur besonders geeignet sind. Eine Wiederbelebung dieser Kultur in den minder begünstigten Gegenden Deutschlands kommt heute nicht mehr in Betracht. Dennoch dürfte es für die Lokalgeschichte und Heimatkunde von Wert fein, einmal festzustellen, in welcher Ausdehnung und an welchen Orten unseres Vaterlandes einst der Weinbau geblüht und seine sauren Früchte gezeitigt hat. Insbesondere dürfte es die Leser in Oberhessen interessieren, ob und inwieweit auch von ihren Vorfahren Weinbau aus dM heimatlichen Höhen betrieben worden ist. Gegenwärtig finden wir nur noch an drei Stellen der Provinz Oberhessen und ihrer Nachbarschaft Weinberge: am Johannisberge bei Bad-Nauheim, am Südwestabhang des Vogelsberges bei Gelnhausen und an der Ronneburg bei Büdingen. Aber wir haben noch urkundliche Nachrichten darüber, daß einst nicht Nur in der hügeligen Wetterau, sondern auch an den Rändern des Vogelsbergs, im Kinzig- und Fliedentale so gut wie an der Fulda und Lahn, in ausgedehntem Maße Reben wuchsen, und wo die Urkunden uns im Stiche lässen, da sind uns die Orts- und Gewann-Namen eine willkommene Geschichtsguelle. Daß an den Ufern der Lahn z. B. auf der H!ardt bei Gießen noch bis ins 17. Jahrhundert Weinbau gepflegt wurde, ist nicht weiter befremdlich. Die dort sich heute noch findenden Gewannbezeichnungen „In den Wingert" und „Sacke Wingert" weisen noch darauf hin. (Vgl. Hess. Bl. f. V.-K. Bd. I S. 132.) Auch das ist nicht weiter verwunderlich, daß in der Wetterau, wo jetzt noch bei Bad-Nauheim Wein (nächst, der Weinbau int Mittelalter und vielleicht schon in der Römerzdit sehr verbreitet war. Eine! Urkunde von 1226 nennt Wingerte zu Bergen und eine andere! von 1250 einen Weinberg zu Fnrbach (Fauerbach). (Vgl. Scriba, Oberhess. Regesten Nr. 3255 u. 3260.) Besonders waren es die Klöster Arnsburg und Thron, die hier Weinberge besaßen. Etwas bedenklicher mags schon manchem vorkommen, wenn wir behaupten, daß auch an dem Süd- und Ostrande des Vogelsbergs, wo jetzt Rinder- und Schafherden auf mageren Triften weiden, die Menschen von ehedem fröhliche Weinlese hielten. Wandern! wir von Gelnhausen, wo jetzt noch an steilem, sonnigem Bergeshang Rebert wachsen, die Kinzig aufwärts, so finden wir nicht weit von Salmünster die Wüstung (d. h. das ausgegangene Torf) „Zu den Winreben" (1366) und „Korbersdorf genannt.zu den Wynreben" (14. Jahrh.). (S. Landau, Beschr. d. Gaues Wetter- eiba, Kassel. S. 132I Der Name dieser. Wüstung beweist, daß schon int frühesten Mittelalter hier Reben wuchsen. Oberhalb Steinau finden wir den Flurnamen „Weinberg". Wandern wir weiter in die Nähe von Schlüchtern, so bezeugen uns alte Urkunden des ehemaligen dortigen Klosters, daß im Jahre 1167 Bischof Herold zu Würzburg dem Abt Ulrich des Klosters Schlüchtern unter andern Erwerbungen auch „die Weinberge, die- durch die Brüder in Sconreiu, ferner durch Richalm und durch Gerhard von Harbach erworben, oder die von anderen Gläubigen dem Kloster geschenkt worden", bestätigt Habe. (Schneiden Buchonia, Bd. III S. 174.) Wir dürfen also getrost annehmen, daß die sonnigen Abhänge des Vogelsberges int Kinzigtale ehemals zum großen Teile dem Weinbau dienten. Und gehen wir über die Wasserscheide des Distelrasens bei Elm, wo ebenfalls ein „Weinberg" als Flurname sich findet, hinüber ins Fliedental, so finden wir zwischen Magdlos und Rommerz wieder biß .Erinnerung an ehemaligen Weinbau! int Flurnamen „Weinberg" Und in den benachbarten Ortsnamen Kellerei und Hof Weinberg bei Flieden. Noch deutlichere Spuren ehemaliger Weinberge treffen wir an, wenn wir dem Lause der Flieden folgend uns der Fulda und der gleichnamigen alten Bonifatiusstadt zuwenden. Nach Landau (Hessengau. Halle. 1866. S. 72) nennt uns eine Urkunde aus dem Jahre 1274 ein nahe bei Fulda gelegenes, jetzt ausgegangenes Dorf Whngarten, und nach der Buchonia von Schneider soll noch int Jahre 1829 am Frauenberg bei Fulda ein Weinberg gewesen sein. Das Verdienst, den Weinbau, und überhaupt den Ackerbau und Obstbau hier eingeführt und gepflegt zu haben, gebührt dem berühmten Kloster, das Bonifatius im Jahre 744 in der damals itoch oben unb fast unbewohnten Gegend gründete. Aber trotz aller Mühe, £>ie die fuldischen Benediktiner sich mit der Kultivierung des unwirtlichen Buchenlandes gaben, konnte das Gewächs ihrer Weinstöcke ihren Ansprüchen nicht genügen. Schon im 8. Jahrhundert erwarb das Kloster deshalb einige! zweifellos besser zum Weinbau geeignete Grundstücke in Geisenheim, und später finden wir es int Rheingau begütert. Die Perle der fuldischen Besitzungen dort war der Johannisberg, wo schon der fünfte Abt Rhabanus Maurus und seine Benediktiner die jetzt noch rühmlichst bekannten Weinberge anlegten und den Weinbau veredelten. Mit welchem Eifer unb Erfolge die Fürstäbte von Fulda den Weinbau unb den Weinhandel, dessen Monopol sie in ihrem Gebiete beanspruchten, betrieben, geht daraus hervor, daß 1803 eine Flasche 1775er Johannisberger ans dem fürstabtlichen Orangeriekeller zu Fulda mit j.2 sl. bezahlt wurde. Die Geldeinnahme für vier Stück, 8Hz Ohm, verkauften Weines betrug 17'92 zusammen 15 755 sl. 46 Kr. Dabei blieben noch 71 Stück, 3 Ohm, 32 Maß int Keller liegen für den Hofhalt des Abtes unb für spätere Veräußerung. In gleicher Weise wie bas Kloster Fulba int alten Buchenlande war auch das Kloster Hersfeld an der mittleren Fulda bemüht, den Weinbau zu fördern. Dafür haben wir wieder urkundliche Beweise. Im 14. Jahrhundert werden Weinberge! bei Hersseld unb Iba genannt, unb bie Bürger von Hersfeld beklagen sich einmal, daß der dortige Mt in einer Fehde ihnen die Weinstöcke am St. Johannisberge unb am St. Petersberg« abgehauen habe. Auch das für den Weinbau noch ungünstiger gelegene hessische Kloster Haina hatte Weinberge. Denn 1528 hält die Mainzer Kurie dem Landgrafen Philipp von Hessen klagend vor, daß landgräfliche Diener in den Bergen des säcu- larisierten, b. h. in ein Hospital verwandelten Klosters Heina Weinlese hielten. (Vgl. Heppe, K. Gesch. beider Hessen. Bd. I S. 203.) Weinberge sind ferner urkundlich bezeugt vom Kloster Fritzlar int (Ebertale und vom Kloster Heidan int Fuldatal^ Bezüglich des int Nordwesten des Bogelsbergs an der Ohm! unb Lahn begüterten alten Klosters Amöneburg fehlen mir urmnd- liche Nachrichten über etwaigen Weinbau feiner Mönche. Hier lagen bie klimatischen Verhältnisse jedenfalls ungünstiger, als bei den andern genannten Klöstern in den Randgebieten des Vogelsbergs. Doch mags auch dieses Kloster an Weinbauversuchen auf warm gelegenen Berghängen nicht haben fehlen lassen. Aber tote stehts nun mit dem eigentlichen Vogelsberg? Sollte! auch in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten ehedem! Wein gebaut worden fein? Trotz feiner Rauheit pflegt der obere Vogelsberg nicht, wiÄ viele meinen, bloß bittere Schlehen, sondern in normalen Sommern sogar noch süße Weintrauben hervorzubriugen, aber er tut es bloß hie unb ba an vereinzelten Weinstöcken, bie sich an warmen Hauswänden emporranken unb den Winter über mit schützendem! Tannenreisig bedeckt werden. So habe ich, um nicht von meiner eignen 417 Meter über dem Meer gelegenen Behausung zu reden, wo ebenfalls noch wohlschmeckende Trauben, aber in geringer Zahl und Größe, an der Südseite des Hauses reifen, noch in dem zirka 470 Meter hoch am Ostrande des Oberwaldes gelegenen Lanzeuhain wiederholt normal große, ausgereifte, süße Trauben gekostet, die dort ohne alle Pflege an einem Arbeitep- häuscheit gewachsen waren. Aber andererseits habe ich auch wiederholt die Erfahrung gemacht, daß in dieser Gegend an freu stehenden oder unbedeckten Weiustöcken fast regelmäßig im Winter das junge Holz abfriert und also eine Ernte ausgeschlossen tst. Auch würde die sommerliche Hitze gewöhnlich gar nicht ausreichen, um die Trauben an freistehenden Weiustöcken auf unseren, auch int Sommer zugigen Höhen des oberen Vogelsbergs zum Reifen zu bringen. Da das Klima int oberen Vogelsberg fich eher verbessert als verschlimmert hat, dürfte es auf Grund der an* geführten gegenwärtigen Erfahrungen vollständig ausgefchlofieN fein, daß jemals in diesen Gegenden auf den Bergen Weinbau mit Erfolg betrieben worden sei. Dem scheint nun zu widersprechen, daß auch hier noch häufig der Flurname Weinberg vorkommt. So liegt z. B. zwischen Wallenrod, Reuters und Maar eine Anhöhe, die auf den Flurkarten den Nam eit Weinberg führt. Ein „Weinberg" soll sich auch bet Stockhausen, Großenlüder und Lichenrod finden. Ihre Zahl wird sich, toentt die Sammlung oberhessischer Flurnamen beendigt ist, noch fieber vermehren lassen. Wer ebenso , fieber scheint mir, daß btefe Flurnamen in diesen Gegenden Nicht auf Wem und ehemaligen Weinbau Hinweisen, sondern einen andern Urfprung haben. Bezeichnend. ist, daß der obengenannte Weinberg bei Maar int — 672 — Sortigen Volksmund „Winbärgk" heißt, als Viehweide dient Und keine Spur ehemaliger Weinbergsanlagen zeigt. Ta auch an ündereil Orten, z. B. im Trierischen, nachweislich aus einem «ursprünglichen Winfeld ein Weinfeld und im Bairischen aus einem ursprünglichen Windorf ein Weindorf geworden ist, so ist mit Arnold (Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme. Marburg 1881. S. 537 f.) zu vermuten, daß unsre „Weinberge" im öderen Vogelsberg ursprünglich „Winberge" gewesen sind und wie „Weinfeld" nicht auf Wein, althochdeutsch win (vinum), sondern auf das althochdeutsche Wort win, winne (gothisch: Win, winja, altnordisch vin) = Weide, Futter (vgl. wunnimünoth und winnimanoth = Weidemonat) zurückzuführen sind. Es wären also unsre „Weinberge" im oberen Vogelsberg als ursprüngliche Weideberge zu verstehen, die in falscher Volksetymologie zu Weinbergen geworden sind. Jeder Kenner der lokalen und klimatischen Verhältnisse wird ohne weiteres zugeben, daß „Weideberg" für diese-Orte eine zutreffende und charakteristische Bezeichnung ist und daß die im rauhen.Gebirge, teils mitten im Wald, teils auf kahlen windigen Höhen gelegenen und keine Spuren ehemaliger Weinbergsanlagen verratenden sogenannten Weinberge oder Winberge nie eine andere Bestimmung gehabt haben als den weidenden Schaf- und Rinderherden dürftiges Futter zu gewähren. Dennoch ist auch im oberen Vogelsberg an trinkbarem Weine bis in die älteste Zeit hinauf kein Mangel gewesen. Dafür sorgte das Weinmonopol des Fürstabts von Fulda und der buchonischen Ritterschaften, die alljährlich große Quantitäten Wein durch frohnende Fuhrwerksbesitzer auf den sogenannten Wein- strcißen einführten und Bürgern und Bauern zwangsweise zu- ieilten. So sagt ein altes Weistum des Landgerichts zu Lauterbach: „Tas andere gebot ist, das man sal den Hern (d. h. den Herrn von Eisenbach) Iren banewyne dringken und das sal syn eyn futter, das sal das landt dringken zeweye deil vnd die stat eyn dritte deil--- — vnd ginge der banwyne in den viertzehin tagen nicht vß, so sulde man dar zerr nemen wer sich dar zeu geport und wer sin Teile nicht gedruncken hett, den sulde man Jme brengen. Und solichin banewyne sal allermenneclichen dringken nach möge und macht, er sii paffe ader leyhe, burgk mann aber ander, der sich Wasser vnd weyde geprucht vnd wer der Hern banwyne also dringket, dem sal man wasser vnd wehn nicht verbieten vnd wes man des thede das wer gewalt vnd keyn recht." Tie Leute hatten oft ihre liebe Not, den ihnen so von der Herrschaft aufoktroierten Wein zn verbrauchen. Sie tranken ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und sie benutzten ihn als Zahlungsmittel. So pflegten schon im Jahre 1187 die Filial- vrte der Pfarrei Nidda, Volcmarshauscn, Winderingeshusen, Eigelsdorf und eine Mühle zu Udenhausen unter anderen Naturalleistungen je eine Amphora Wein jährlich an die Johanniter zu entrichten. Man trank „Weinkauf", wenU man einen Ehevertrag machte und wenn man einen Acker oder ein Stück Vieh verkaufte, wenn man einen GemeindebeamteN anstellte und wenn Man eine Arbeit verakkordierte. Auf Kirchweih und die anderen hohen Feste war es üblich, dem Pfarrer, Lehrer und Schultheißen eine Maß Wein als besondere „Verehrung" zu reichen, und wenn man die alten Gemeinde- und Kirchenrechnungen liest, dann findet man manchen Ausgabeposten für Wein, der „vertan" wurde, als man die Rechnung geprüft oder sonst eine das Gemeinwohl berührende wichtige Beratung gepflegt hatte. Jedermann fand das in der Ordnung, und die böse Oberrechnungskammer existierte noch nicht. Man sicherte sich ja auch in den Mittrinkenden die nötigen.Zeugen für die vorausgegangenen Abmachungen und Verträge und ersparte sich so das mühsame Abfassen pon schriftlichen Protokollen, von denen unser Vogelsberger Bauer heute noch kein Freund ist. Aus der Urgeschichte der Fernsprechers. Vor 50 Jahren, am 26. Oktober 1861, hatten sich die Mitglieder des physikalischen Vereins zu Frankfurt in ihrem Hörsaale besonders zahlreich versammelt. Philipp Reis, der Lehrer aus Friedrichsdorf, so hieß es, wollte einen ganz merkwürdigen Apparat vorführen, der musikalische Töne auf größere Entfernungen übertragen sollte. Philipp Reis hatte seinen Apparat in dein etwa 300 Fuß entfernten Bürgerhospital aufgestellt; dann wurden die Fenster sorgsam geschlossen, und nun hörten in der Tat dre Mitglieder des physikalischen Vereins aus dem Vor- führungsapparate in ihrem Hörsaale deutlich die Lieder herausschallen, die im Bürgerhospitale hineingefungen wurden! In dieser denkwürdigen Versammlung wurde zum ersten Male öffentlich eine Erfindung vorgeführt, die mit recht den Namen „Telephon" beanspruchen, kann. Die lange Reihe der Vorläufer des ’S.eie» Phons hat hiermit ein Endglied erreicht, das chuf dem Ausgangs- punkte, des rtchtigen Weges stand. . Die Vorläufer des Telephons sind in der Tat ziemlich zahlreich. , Grimmelshausen spricht in seinem Simplizissimus bereits von enter Erfindung, die genau das leisten.soll, was der heutige Fernsprecher wirklich leistet, jedoch handelte es sich nur um eine „Erfindung in Gedanken". Die Chinesen, die dem Abendlandes um manche wichtige 'Erfindung weit vvrausgeeilt waren, behaupten auch die Erfinder des Telephons zu sein, jedoch handelt es sich dabei nur um ein Kinderspielzeug, um das Fadentelephon, dessen Gebrauch in China durch den englischen Arzt Robert Hook« im Jahre 1667 bezeugt wird. Heutigen Tages ist diese Art des Telephons bei uns als „Weinholdsches Fadentelephon" bekannt, und mit diesem Apparat läßt sich die menschliche Stimme auf einige hundert Meter recht gut übertragen. Das Telephon des Nürnberger Optikers Frantz Gründler, das in einem Buche aus dem Jahre 1682 beschrieben wird, war wahrscheinlich nichts anderes als das Fadentelephon. Alle bisher genannten „Fernsprecher" sind aber eigentlich nicht viel mehr als Spielereien, und die Geschichte der Telephone beginnt mit dem Tage, wo die Elektrizität zur Schallübertragung herangezogen wurde. Nach den Angaben Dr. Richard Hennigs ist die grundlegende Entdeckung auf diesem Gebiete dem Dr. Charles C. Page zuzuschreiben, der im Jahre 1837 entdeckte, daß sich akustische Schwingungen durch elektromagnetische Vorgänge übertragen ließen. Froment und Petrma versuchten in den nächsten Jahrzehnten, von dieser Erfindung ausgehend, ztir elektromagnetischen Ueber- tragung musikalischer Töne zu gelangen, jedoch ohne Erfolg. Der erste, der den Gedanken des Telephons in feste Form kleidete, war der französische Telegraphenbeamte Charles Bourseul. Am 18. August 1854 entwickelte er in einer Zuschrift an eine Zeitschrift, seine Gedanken folgendermaßen: „Wenn jemand gegen eine Platte spricht, die beweglich genug ist, um keine Vibration der Stimme verloren gehen zu lassen, und wenn durch die Schwingungen, der Platte der Strom einer Batterie abwechselnd geöffnet und geschloffen wird, so ist es möglich, eine zweite, tu den Strom eingeschaltete Platte in gewisser Entfernung zu gleicher Zeit genau dieselben Schwingungen ausführen zu lassen." Ter Apparat, den Bourseul hierauf fußend baute, arbeitete jedoch nicht befriedigend, und erst Reis konnte im Jahre 1861 sein Telephon vorführen, das die Tonübertragung wirklich möglich machte. Der Reissche Fernsprecher benutzte als schwingende Membran ein Stück Schweinsdünndarm, das sehr straff gespannt war. Musikalische Töne wurden deutlich übertragen, dagegen war die Ueber- mittlung der Sprache sehr unsicher. Manchmal vernahm man die Worte, sehr deutlich, dann aber hörte man sie plötzlich wieder! gar nicht, ohne daß der Grund dasüv sogleich ersichtlich war. Jedenfalls aber war der Reissche Apparat durchaus geeignet, zu einer praktisch verwendbaren Erfindung ausgebaut zu werden.' Dies geschah, jedoch nicht, ebenso wie die Versuche von Clemens, einem praktischen Arzte, unbeachtet blieben. Erst Graham Bell war es, der ein praktisch vertvendbares Telephon einführte. Bei der amerikanischen Erfindung wird als schwingende Membran eine Metallplatte verwendet, die auf dem Umwege über Induktions- Vorgänge die Schallschwingungen in elektrische Beränderungelnj umsetzt, t F, Herbstregeri. Der Regen rauscht, die Wolken wohnen, Am Zaune horcht der träge Tag, Und über ihm durch kahle Kronen Schleppt sich der Störche Flügelschlag, Der Garten kühlt gleich einem Keller . . . Die Sonnenblume, braun und krank. Gießt ihre übervollen Teller Auf eine morsche Gartenbank. Sie träumt von grünen Lenzstandarten Und blauem Wind . . O Sommertrug I So melancholisch überm Garten Verhallt der nebelnasse Flug. Der Regen rauscht! Im Wolkenwetter Wankt einsam fröstelnd Strauch um Strauch, Und selbst 'der Tod, der blasse Retter, Schleicht triefend, und er fröstelt auch. ■ A. K. T. Tielo, Skat-Aufgabe. Vorhand spielt Treff-Solo auf folgende Karten: ❖ ❖ ❖ Der Spieler kann nur 45 Augen Heimbringen. — Wie ging das zu und wie war die Kartenverteilung? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Sordinen, Sardinen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universüäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießet