Mtgii Das nette Mädel. Noma» von Fedor von ZobeltLK lNachdruck verboten»), (Fortsetzung.) Natürlich wurde keiner der Herren angenommen. Emina machte ihre Sache auch schon besser. Sie bekam es schließlich ganz gut heraus, mit freundlicher Miene zu sagen: ,Beraure sehr, die Herrschaften sind nicht zu Hause/ Inzwischen war Traute ein zweites Mal in Wörres- hoop gewesen. Da hatte Kruse ein anderes Arrangement getroffen. Im Atelier war das große Fenster dicht verhängt worden. Er hatte eine künstliche Nacht geschaffen, und «ns einem Reflektor fiel blaßbläuticher Mondenschein lauf das Irrlicht. An diesem Reflektor wurde lange geschraubt Und gebastelt, um den Mondglast der Wirklichkeit nahe zu bringen, und auch Traute hatte es nicht leicht, in ihrer Pose den Wünschen Kruses nachzukommen. Wer schließlich war alles in Ordnung, Und Kruse arbeitete fleißig und schweigsam. Ja, auch schweigsam. Er sprach fast gar nicht in dieser künstlichen Mondnacht. Er beobachtete und malte. Traute sah, wie ihr Gesicht auf dem Bilde der Vollendung entgegenging. Es Ivar ihr Gesicht und doch auch wieder ein anderes.' Es trug ihre Züge, aber nicht ihren Ausdruck. Sie wußte sich die Verschiedenheit nicht recht zu deuten; aber das Eine merkte sie doch: das reizende Antlitz des Irrlichts war wie überflutet von lockender Sinnlichkeit. Nichts Niederes im Ausdruck: ein jauchzendes Versprechen strahlte aus dem grünen Auge, gleichsam ein Aufwärtsfliegen aus der Schwere des Daseins, aus allen erdgebundenen Problemen in einen Schönheitsrausch höchster und fesselloser Lust. Wer diese Idealisierung der Lust behielt doch den modernen Typus bei: dies Irrlicht hätte auch im Ballsaal loder auf dem Tennisplatz sein männerfangendes Wesen treiben können. Zu gleicher Zeit war der durch den Wald schreitende Siedler ein anderer geworden. Er trug jetzt das Gesicht Fred Dewas: unverkennbar seine Weichen, mädchenhaften Züge mit dem Schatten der Ermüdung unter den Äugen und einem Ausdruck leerer Reflexion um den Mund. Der Blick schrak nicht vor der Erscheinung über dem Sumpf; im leisen Staunen lag zugleich das Gefühl des Sich-nicht- wehren-könnens gegen ein Feindliches, das, im Moment! vielleicht nur erst Gedankenbild, schon im nächsten wesenhaft werden konnte. So war das ganze "Gemälde im Grunde genommen eine Apotheose des Ewigweiblichen, in die sich durch das typisch Hjentige der beiden Gesichter «in ironischer Einfluß mischte. — Am Sonntag war im großen Saal der Ressource eilte Versammlung anberaymt worden,, in der man das Urogramm für das Maifest endgültig festsetzen wollte. Bet dieser Gelegenheit kamen die Maler aus Wörreshoop seit langer Zeit wieder einmal in die verfemte Banausenstadlr. Alle waren da: sogar der kleine dicke Andreas Kögel, der Bildhauer, der den Unglücksfries für das neue Seeamt geliefert und sich verschworen hätte, nie wieder nach Abdera pilgern zu wollen. Aber dem Rufe Kruses hätte sich keiner widersetzt, um so weniger, als man sich von der Sache einen großen Spaß versprach. Denn Mels hätte angeordnet, das männtglich die hübschesten Mädchen aus nächster und wertester Bekanntschaft mitbringen sollte: „unbeschadet der gesellschaftlichen Stellung, der Religion und Konfession, des Berufs und der Nebenberufe". So fand sich denn im großen Saal der Ressource eine höchst gemischte Gesellschaft zusammen. Traute hatte sich ein wenig verspätet und war .erstaunt, als sie zunächst von zwei Mädchen begrüßt wurde, die sie zwar seit langem kannte, mit denen sie aber bisher noch kein Wort gewechselt hatte: den beiden hübschen Arbeiterinnen aus der Blumenfabrik ihrem Zimmer daheim gegenüber. Sie kicherten beide, die Braune und die Schwarze, und erzählten mit flinker Zunge, die ijje Worte vor sich herschnellte, daß der junge Wetten sie herbestellt hätte, der Maler der Unmöglichkeiten, vor dessen realistischer Anschaulichkeit Fräulein von Simkowitz beinahe einmal einen Ohnmachtsanfall bekommen hätte. Und nun entsann sich auch Traute: sie hatte in einer Privatausstellung gelegentlich ein Bild Wettens gesehen: ,Der übermütige Faunh auf dem em lustiger Bocksbein zwei hübsche Nymphen beim Baden überrascht. Das Bild war prachtvoll gemalt Und hätte auch annrntig wirken können, wenn der Künstler sich nicht daraus kapriziert hätte, seine Darstellung mit ganz unnötigen naturalistischen Einzelheiten zu versehen. Und da Trautes Blick über den Schwarzkopf glitt, fiel ihr auch die Aehnlrch- keit des Mädchens mit einer der Nymphen auf — und fie errötete unter dem Eindruck einer unwillkürlichen Gedankenverbindung. Und dann ging ihr Blick weiter — Herrgott, wär das eine unerwartete Menschenfülle! Nur die ersten Stuhlreihen waren besetzt, sonst stand man noch in Gruppen beieinander oder schritt plaudernd auf und ab oder hatte sich in die gewölbten Mschen der hohen Saalfenster zurückgezogen, deren bunte Scheiben die Wappen der Donatoren trugen, die zu dem Neubäu der Ressource ihr Scherflem beigetragen hätten. Denn in diesem repubükamschen Gemeinwesen war man stolzer .auf Herkommen und Art, als in irgend einer aristokratischen Oligarchie, und es gab kern Patriziergeschlecht, das nicht sein Wappen geführt hätte- mit ovalen, runden und geschweiften Schildern, nut Hermelin und Wolkenfeh, mit den schönsten Verschnörkelungen und in Tinkturen, für die die sieben heraldischen Farben noch lange nicht genügten. Was war einmal so, und man hielt darauf, wie auf seine geinalten Stamsnbäuche und. dttz geschriebenen Familienchroniken und die urkundlichen Belege der Geschästsbegründung. Das to'ar der Bürgerstolz. Von allen Seiten streckten sich Dräute Hände entgegen. Die Goldene Horde war vollzählig. Aber es muß gesagt: sein, der schönere Teil der Goldenen Horde fühlte sich ein klein wenig bedrückt. Eva Delbrück, die ein neues Kostüm trug (rosa Leinen mit KUrbelstickerei), drängte sich an Dräute heran und wisperte ihr zu: ,,-O du mein Hinnnelchen, Goldtraute, da sind wir in schöne Gesellschaft geraten!" . . . und die dicke Suse Appelruann (in Balenciennes mit Gui- püreinkrnstationen: es stand ihr nicht übel) rang in komischer Verzweiflung die Hände und meinte flüsternd: „Wenn Mutter eine Ahnung hätte! Na, das kann gut werden." . . . Nun war Tini Sandratt an der Seite Trautes: sehr frisch und niedlich iit matt blaugrauer Bastseide mit T-ressen- behängen wie ein Schnürenpudelchen. „Trautemaus," sagte sie und küßte und drückte sie ungeniert, „du bist eine ganz Böse. Seit Ewigkeiten hab ich dich nicht gesehen. Wie steht alles, und was macht die amour ?" Traute guckte sich erschreckt um. „Je, Tini, sprich doch nicht so laut," gab sie zurück. „Die amour — ach du lieber Gott, von meiner einzigen höre ich gar nichts." „Da hat er es also doch über das Herz gebracht dir nicht zu schreiben?" „Nicht ein Wort, Tini, nfcht eine Silbe. Er ist in Berlin, und ich weiß nicht einmal seine Adresse. Es ist eigentlich nicht richtig." „Ganz und gar nicht. Für mich wenigstens wäre das nichts. Du, der Paul Everstedt — na, du weißt ja Bescheid — was habe ich dir das letzte Mal gesagt? Äüs is. Ich ahnte es. Er ist nicht wiedergekommen. Adieu Sie. Jetzt hält er sich an die Bertucci. Sieh mal, wie die ihn umkreiselt!" Ihre in lichtblauem Leder steckende Hand wies mit rasch aufzuckendem Zeigefinger geradeaus. Trautes Blick folgte der Weisung, und da sah sie wirklich in einem der Fensterbogen Everstedt mit den Eggenolphs, mit Herrn Kym und Wilm Noeldechen stehen, und ein junges Mädchen mit einem Strudel brandroter Haare über der Stirn umschweifte die Gruppe in näheren und weiteren Kurven. „Sie ist hübsch," sagte Ttaute. „Gefärbt," erwiderte Tini. „Ain Sommertheater in Putbus war sie noch schwarz. Vor zwei Jahren. Alles unecht. O, ich sage dir, die,... Aber mir ist's ja ganz Wurscht. Nun erzähl mal, T^autchen: Hat der Wilde aus Zentralamerika noch nicht geantwortet?" „Wer?" — Traute lachte. „Ach, ich weiß schon, der aus Quez! Keine Spur. Ist auch nicht möglich. Ein Brief da so hin geht ja ein paar Wochen. Aebrigens taxier ich, er beißt aus den Ulk gar nicht mehr an. Na, was sagst du zu dieser Persammlung?" Fräulein Henny antwortete, die Bürgermeisterstochter, die sich mit Lili Menkens herandrängte. „Grüß euch," ries sie mit strahlenden Augen, „ganz famos, nicht? Ein Höllenbreughel. Alle Modelle sind da. Eine dolle Bande." Auch Lili strahlte. „Eine seine Mischung. Hoho — paßt einmal ans, das gibt einen Riesenradau. Eilen Meier schäumt Wut. Die st von einer gefragt worden, ob sie bloß für den Kopf itze oder ganz. Das Pusselchen hat zuerst gar nicht verlanden, und dann ist sie rot geworden und dann blaß, und ■ etzt ist sie beinah violett." Tini amüsierte das. Aber Traute wurde ernster. Lili Menkens war immer wegen ihrer Keckheiten gefürchtet. Sie nahm kein Blatt vor den Mund. Sie fand zuweilen Ausdrücke, die an die Mischmamsells in der Unionbar hinter der Katholischen Kirche erinnerten. Und dabei zog sie die rote Unterlippe kraus, und ihre Augen vekschwammen, uru) sie wiegte sich in den Hüften. Sie war nicht allzuviel wert, aber sie wirkte ansteckend. Für Fräulein Henny war sie das bewunderte BorbilV. Man wartete anscheinend auf Niels Kruse. Uebrigens kamen immer noch mehr Gäste: viele, die man vom Ansehen kannte, ohne näher mit ihnen in Berührung gekommen zu sein, ein paar Damen vom Stadttheater, auch einige vom Schützenhäus (der kleineren Operettenbühne), auch ei- Mge vom Walhalla-Variete, auch einige aus dem Kabarett zur tollen WachteP Traute starrte in den sich mehr und mehr fühlenden Saal. Kruse hätte ihr zwar gesagt: alles, was eine swelte Figur und eine hübsche Larve habe, sollte Mitwirken. Aber sie fand, daß er den Kreis der Eingeladenen doch ein wenig zu weit gezogen hätte. Sie kam sich auch! plötzlich etwas vereinsamt vor und schämte fid) fast in ihrem einfachen Perkalkleidchen und' dem Strohhut mit den verblichenen Rosen. Herrgott, was sah! man hier für Toiletten! Was für fchicke Kostüme! Was für wundervolle Hüte! Zum Exempel der Hut der Disense aus dem Kabarett zur tollen Wachtel, ein Riesenhut mit Riesenfedern, das wär ein wahres Wunder. Und auch der der Bertucci: ein flaches Dach, auf dem sich Mohnblumen schaukelten, fast 70 rot wie das Rothaar; und der närrische Doque der Fritzi Strizzi, der Soubrette aus der Walhalla: eine schief gesetzte runde Schachtel aus Samt, Seide und feinem Pelz; und der Dreispitz der großen schlanken Heroine des Stadttheaters: ein Hut, wie ihn die Dragoner von Ansbach und Bayreuth getragen haben mochten, aber mit einem Stutz gelber Rosen au der Klapp- krempe. Wahnsinnig — aber doch wunderschön! x (Fortsetzung folgt.) Das Märchenland Faraka. Von Leo Fr 0 be 51 ius. Ein „afrikanisches Eden" schildert Leo Frobenius, der Chcs der Deutschen Jmter-Afrikanischen Forschungs-Expedition, in seinem dieser Tage erscheinenden neuen Werke „Auf b cinj Wege nach Atlautis" (Vita, Deutsches Verlagshaus), das den Bericht über den Verlauf der zweiten Reiseperiode in dest Jahren 1908 bis 1910 enthält. Die aus Mekwa int Nupeland datierte Schilderung ist int September vorigen Jahres nb? geschloffen; Ende desselben Jahres machte der Forscher dann! seine in letzter Zeit so viel erörterte Entdeckung der „atläni- tischen Stadt". Mit Erlaubnis des Verlages geben wir aus dem fesselnd geschriebenen Buche den folgenden Abschnitt wieder. D. Schriftl. Die ältere Menschheit kannte als kulturelles' .Lebensgesetz Nur das Dogma der Natur. Die Revolution begann für sie erst mit der Umwertung der Stoffe. Unter der stummen Gewalt des Tatbestandes, den die Tagschicht der Erde bot, nahm die ältere Menschheit die Formen an, die wir heute noch allenthalben neben und unter uns erkennen können, — auch am mittleren Niger. Hinter Sansanding beginnt die Welt der Sandbänke und Uferdünen mächtigere Formen anzuäehmen. Erst rinnt der Stromi noch eine Zeitlang in einem Kanal, aber dann schieben sich von allen Seiten grüne Inseln in das Bett, — erst zweigt sich hie und da ein Arm des Stromes ab und zuletzt fährt man in einem Gewirr von Flußarmen, durch schmale Kanäle vorüber an weiteren Buchten, quer über große Seen, so daß miau zuletzt keinerlei Anordnung in dem Gesamtzustande mehr erkennen würde, wenn nicht am' Horizonte festere, härtere Konturen einer höheren Hügelkette hinliefen. So sicht man dann, daß man sich im Kanalgewirr eines durch Abfluß, Austrocknung und Versandung zum Flußlabyrinth gewordenen alten Sees befindet. Dieses Land mit dem eigenartigen Gewirr führt bei den Eingeborenen den Namen: Faraka. (Das kommt von Fara — Wasserlauf, Rinnsal, Gewässer.) Das Land Faraka oder das Faraka-Seenplateau ist zwei! Längengrade von West nach Ost und etwas mehr als drei Breiten-! grade von Süd nach Nord ausgedehnt. Der Eintritt des Niger wird charakterisiert durch Zusammenfluß des Djalli-ba (des Hauptstromes) und des Bani. Er erfolgt in der Gegend von Diasarrabe- Djenne, also etwa auf dem 14. Grad nördl. Breite. Das Seenplateau selbst erstreckt sich von Norden nach Süden, weicht aber von dieser Richtung ein wenig nach Nordwesten ab, und aus der Nordstrecke, in der Gegend von Kabära (südl. Timbuktus)/ wird es durch den nach Osten forteileuden Niger abgewässert. Dir Eingeborenen geben an, daß auf dem Seenplateau etwa 50 Seen und 50 Flußkanäle zu unterscheiden seien; der größte See liegt im Norden, es ist der Fagnibiue. Wenn in der Regenzeit der Wasserstand seine Höhe erreicht, dann ist Faraka ein großer! See, aus dem eine Welt von Inseln ragt. In der Trockenzeit ist es aber eine Ebene, durch die sich viele Wasserlinien ziehen- die viele seenartige Erweiterungen aufweisen. Das Land Faraka ist so schön wie das Zauberland, aus dem nach biblischer Sage die beiden Menschen der Schöpfung vertrieben wurden. Einige Leute sagten mir, ehe ich es sah, es sei langweilig, denn es bestehe nur aus Wasser, Sand und Busch. Das waren Blinde. Faraka ist aber ein Land für Sehende. Es ist schön wie Eden, das will ich wiederholen.! Man sagt, und ich Habe mir das auch früher gesagt, in Afrika sei fast alles übermäßig, die Urwälder, die Steppe, di« Sandwüsten im Norden und Süden. Ich muß nun gestehen, daß ich in Afrika bis dahin immer nach einem Maßstab zwischÄ 459 Menschen und Natur gesucht hübe, und das; ich Lis dahin meist nur die Schwäche, Kleinheit und Unselbständigkeit der Menschen gegenüber den gigantischen, bald brutal-mörderisch-einfachen, bald weichlich-faul-üppigen Naturtypen gefühlt habe. In der weiten Steppe verschlingt die Breite des Raumes den letzten Halt des Menschen, der hier sestwachsen will. Er gerät in das Fließen! der einheitlich sich ausrollenden Ebene. Nur eine Heldenrasse wie unsere nordischen Auswanderer kann hier den Fuß aufstemmen. Im Urwalde des Westens aber vermodert der höhere Wille in der feucht-warmen Luft zwischen den immensen Waldrändern, und das Schlingenwerk der Lianen raubt dem Auge die Fähigkeit der Linienverfolgung. In dieser wilden Pracht verliert die schöpferische Phantasie ihre Kraft, weil ihr jenfeitH des Tatsächlichen kein Raum zum Weiterschaffen gelassen ist, und in der öden Steppe ergeht sie sich in Momenten der Ekstase in Wollust, und in Momenten der Ruhe ist sie erschöpft und sucht vergeblich nach Anregung. Also das Land Faraka ist ein Eden. Es ist umgeben von' Wüste hier, von Steppe dort/ Der Wüste fehlt das Wasser, durch die Steppe zieht die Stromstraße langweilige Linien. Das Land Faraka aber ist eingekreist durch waldige, geschwungene Berglinien, die zackigen Burgfelsen der Strom burgketteu im Südwesten, die langen Hügelreihen von Ras el Ma und Hausfa Überhaupt im Nordwesten. Das dazwischen liegende Land macht den Eindruck, als habe die Natur einte Freude daran gefunden, in ungebundener Laune einen graziös fröhlichen Garten zu schaffen, in dem sie schattige Bäume und bunte Blumen, krause, gar nicht so gradlinige Palmen uitb dornige, aber als Ganzes genommen, zierliche Büsche anpflanzte. Bald glaubt man sich in einem wohlgepslegten Obstpark zu befinden, bald lockt ein Eindringen in die Boskettlandschaft die Erinnerung an den herzlichen Park Lei Southampton hervor. Zwischen diese Schönheit leitete sie zur Erfrischung und Ernährung viele Kanäle und Seitenwässer, und wo sie besonders auffallende Pracht entfalten wollte, da legte sie am Rande der aufstrebenden Randberge in lauschige Hügelkränze blauleuchtende Seen. Nimm das Ganze, so ist es ein Land; das uns leicht verständlich ist. Sein Wesen ist nicht tropisch üppig, es erinnerte, mich wohl zuweilen an Norditalien, es ist frisch unb gesund und trägt trotz seiner gewissen A'ehnlichkeit mit südeuropäischem Lande, trotz seiner Lage in Afrika eine Eigenart für sich. Es spricht hier ein so klarer und ausgeprägter Charakter, ein so abgemessenes eigenes Formwesen und selbständiges Lebensbewußtsein, daß man Faraka wohl mit keinem Lande der Erde vergleichen kann. Es ist ein selbständiges Lebensbewußtsein in diesem Lande vorhanden. Sicherlich! Die Zeiten sind hier scharf getrennt., Saat und Ernte, Mäßigung des Reichtunis, den die Doppclspende an Reichtümern in; Boden mtb1 Reichtum im Wasser gewährt, da beides gegliedert ist durch regelmäßig wechselnde Hoch- und Tiefstände des Wassers, solchergestalt entsteht der Schlag eines Blutkreifens, der alle Glieder und auch den Köpf belebend durchlaufen nmß. In ihr afrikanisches Eden nun pflanzte die Natur nicht nur allerhand Kraut und Bäume, sondern sie machte die Landschaft auch zun! Tummelplätze von allerhand Getier, von dem vieles lustig anzuschauen, vieles aber auch mit einiger Vorsicht zu behandeln ist. Ich habe int Westen nie ein Land gesehen, das auch nur annähernd so wildreich war. Richt, als ob das Wild in unglaublichen „ebenenbedeckenden" Rudeln aufträte, wie das früher in Südafrika der Fall war, und wie es heute noch in einzelnen Gegenden Ostafrikas Vorkommen soll. Wenn man durch die Boskette der Buschkulissen pilgert, so springt hier.eine große Antilope, dort ein Hase, jenseits ein Gazellenpärchen, dann am Dorngestrüpp eine randalierende Schwarzwildfamilie emffor. In Massen tritt, glaube ich, kein Landtier auf, aber die einzelnen Familien leben dicht nebeneinander. Es ist aber keine Steppe, sondern es ist ein Garten. In diesem Garten ist aber nicht nur dem Genußrecht des Menschen Genüge getan; sondern es ist auch dafür gesorgt, daß zuweilen das Herz erbebe und höher schlage. Auch der Löwe haust hier mit Familie: Vater, Mutter, zwei Sprossen, das soll die Regel sein. Wir haben Felis Leo in Faraka gehört. Er hatte eine volle, schöne, sonore Stimme. Man sagt, er soll auch majestätisch dreinschauen. Aber alle sind sich darin einig, daß ihm „die Stärke des Herzens" fehlt. Er ist feige. Er ist hier eben auch ein Gartentier. Und nun in den Wassern, an den Wassern, über den Wassern! Oh, Herrgott, wie ist hier deine Welt so kraus und bunt und! — nahrhaft. Das Vogelleben ist, dem allgemeinen Eindruck nach, nicht das gleiche wie in Westafrikä, denn die zarten Enten und die canards armes, die eigentlich keine Enten, sondern Gänse sind, und' die Taucher überwiegen. Und das ist fraglos nahrhaft. Sonst fallen bei höherem Wasserstande sehr große Pelikane, Störche und Mavabouts auf, Kronenkraniche fittbi seltener -als am oberen Strome. Vertreter einer Storchenart, der „Regenzeitvogel", , bei Mali-nke und Soni-nke Sogo (oder Seko) = Niamä, bei Bosso Schuolia genannt, nisten' in großen Mengen stuf Hausdächern und auf Dorfbänmen. Sie galten als heilig. ®ie: früher sehr häufigen weißen Reiher sind durch federwütiW und geschäftslustige Leute jederlei Farbe so güt wie verjagt; wenu nicht vernichtet. Jni Wasser lebt das wunderliche Flußpferd, dessen Anblick mir immer wieder Freude bereitet, denn sein komischer Kopf, geschmückt mit gestielten Augen, ragt aus alten Perioden bet Erde, da sie sich in Schöpfung grotesker Typen wohlgefiel, zU uns hinüber. Ans jenen Fabelzeiten ist auch der Kaiman erhalten, der in Morgen- unb Abendstunden sich zu stummer Ruhe- geiwssenschaft häufig pärchenweise auf den Sandbänken cinfindÄ. Cs möchte einem beim Anblick dieses Schuppenleibes gruseln, just so wie bei dem Gelärm der tumultuarischen Löwen. Aber vergessen wir nicht, wir befinden uns int Zaubereden Faraka'. Und in der Tat scheint der unheimliche Kaiman hier wenig ge-, jährlich zu sein. Das ist auch nicht so sehr merkwürdig. Denn! diese Wasserbahnen sind von derartigen Massen von Fischen b'el- völkert, daß es eben ein ziemlich dummer Kaiman sein muß, der, statt sich an zarten Fischlein zu delektieren, in salzige nutz knochige Menschbeine beißen will. Der Fischreichtum ist geradezu fabelhaft. Ich muß dazusetzen: „unangnehm fabelhaft". Denn jede Fischersandbänk, an der wft warteten, jedes Dorf, an dem wir vorbeikamen, jede Piroge, die an uns vorüberglitt, „roch" so ungeheuerlich nach getrocke neten Fischen, daß meinem Mitarbeiter Nansen der Aufenthalt in diesem Lande geradezu verleidet wurde. Die Fische waren so frech und aufdringlich, daß sie uns sogar ins' Boot! sprangen — nicht einmal — öfter! Wenn die Leute zu vieren am Abend meine Angelhaken auswarfen, dann war in einer Stunde sicher ein Quantum von 40 Pfund Fischen eingebracht. Und dabei spreche ich nicht von den günstigsten Fischplätzen. Um aber dem Fabelhaften völlig zu seinem Rechte zu vers- helfen, sei gesagt, daß in der Tiefe des Flußes das Tier MÄ (bei Mande und West-Soroko) oder Aju (in Dien'ne, Timbutkir und bei Ost-Soroko) lebt, ja sogar häufig sein soll. Dieses Geschöpf zeichneten schon die alten Kartographen in die Länder Westafrikas mit Frauenhaar, Frauenbusen, Nixenschwanz und verhimmelnden Augen ein. Aeynlich schildern es die Soroko auch, und unsere Naturforscher sind mit einigen Punkten dieser Be- schreibung ja wohl auch einverstanden. Da der Ma, die Seejungfer, ein durchaus nicht ethnologisch bedeutsames Geschöpf ist, so muß ich schon darauf verzichten, mich hier in aller Breite über seine wunderbaren Eigenschaften auszulassen, — ich erwähne nur, daß es sich, trocken gesagt, im Manatus Bogelii handelt. Es ist das mir merkwürdigste Wesen unter den Tieren im afrikanischen Eden, genannt Faraka. (Schluß folgt.) Was die Hausfrau für Lmpackpapier und Düten bezahlt. Schon manche Hausfrau, die mit Umsicht beim Gemüsehändler oder im Krämerladen ihre Einkäufe für den Haushalt macht, wird vielleicht im Stillen schon darüber nachgegrübelt haben, wieso es eigentlich kommt, daß der höfliche Verkäufer oder die geschäftskundige Gemüsefrau bei dem Verkauf eines Viertelpfundes Kaffee oder eines halben Pfundes Zucker ohne weiteres die stattliche Papierhülle mitwiegt und sich als Ware bezahlen läßt. Man begnügt sich dann meist mit der Erklärung, daß dies von alters her Brauch war, daß eine genaue Scheidung von Ware und Umhüllung im Kleinverkauf den Geschäftsinhabern wie den Kunden Zeitversüumnis und Umständlichkeiten verursachen würde, man erlegt ruhig sein Kausgeld und bezahlt das Gewicht der Tüte als Kaffee, Tee, Zucker, Biehl oder was immer man gekauft hat. Beim einzelnen Einkauf beträgt die Ueberzahlung, die init diesem Mitverwiegen des Einpackpapieres verknüpft ist, ja in der Regel nur wenige Pfennige, oft noch weniger. Ein englischer Freund volkswirtschaftlicher Studien hat nun aber auf Grund umfassender Versuche und Untersuchungen eine Berechnung aufgestellt, die viele Hausfrauen überraschen wird, geht doch aus dieser Statistik hervor, daß der Vorteil, den die Kleinhändler bei der heute allgemein üblichen Art des Wiegens erlangen, viel größer ist; als der einzelne Käufer glaubt, ja, daß dies Untergewicht an Waren für den Kaufmann eine erhebliche Rolle spielt. Der englische Beobachter hat seine Versuche mit Hilfe der staatlichen Gewichts- und Maßinspektoren vorgenommen und die erstaunlichen Ergebnisse dieser interessanten Versuche jetzt in einer englischen Zeitschrift veröffentlicht. In Glasgow z. B. zeigte es sich dabei, das; eine amtliche Nachwiegung der verkauften Waren in weit mehr als 50 Proz. der Fälle ein Mindergewicht ergab, das 5 Proz. übersteigt. Im Jahre 1909 sind in ganz England rund 280 Millionen Pfund Tee gekauft worden; da nach den Untersuchungen bei mindestens der Hälfte 5 Proz. der Ware nicht wirklich den Käufern ausgehündigt wurde, ergibt sich bereits allein für den Kleinhandel in Tee für England eine Summe von 7 Millionen Pfund Packpapier, die als Tee bezahlt wurden und den Verkäufern wenigstens 7 Mill. Mk. bares Geld eingebracht haben. Diese Zahlen sind in Wirklichkeit aber $u niedrig angenommen; die Fortsetzung der Beobachtung in London ergab, daß bei rund 75 Prozent im Kleinverkauf abgegebener Waren sogar durchschnittlich 6 Proz. Mindergewicht vorlag. Man hat daraufhin bei einer Reihe größerer Londoner Kleingeschäfte, die in der Millionenstadt über viele Filialen verfügen, Probeeinkäufe, gemacht, und zwar kaufte man in den verschiedenen Geschäften ins- 460 gesamt je 5 Wund Tee, Kaffee, Zucker, Korinthen, Rosinen und Reis. Tee und Kaffee kaufte inan in Viertelpfundpaketen, den Zucker in 1-Psundpaketen und die übrigen Artikel halbpfnndweffe. Die Nachprüüing ergab die erstaunliche Tatsache, daß man beim Kalts von fünf Pfund bei den cinzelneir Waren folgende Mindergewichte festgestellt: Bei Tee 124 Gramm, bet Kaffee 124 Gr., bet Zucker 104, bei Korinthen 123, bei Rosinen 123 und bei Reis 61 Gr. weniger, als man bezahlt hatte. Beim Kattie voit je 5 Wund der angeführten Warenarten bezahlte >nan also durchschnittlich 90 Pfg. bis 1 Mk. für das Packpapier. Weint man, um die Rech- nuiig zu vereinfachen, die verschiedenen Artikel mit durchschnittlich 1 Mk. für das Pfund annimmt, so wird die Hausfrau, die in der Woche vom Krämer für nur 10 Mk. Waren bezieht, am Schluffe des Jahres nicht weniger als 26 Mk. für die stattlichen braunen Düten bezahlt haben, in denen sie ihre Ware nach Hause bringen ließ. Welche gewaltigen Vorteile aber die Kleinhändler aus dieser im Grunde nicht berechtigten Art des Wiegens erlangen, zeigt folgeitde Berechnung: Eine ber Firmen, die man zu dem Versuche herangezogen hatte, verfügt allein in London über zehn Filialen, die zu- fantnteit wöchentlich für etwa 20 000 Mk. Ware umsetzen. Am Schluß des Jahres hat diese Firma für statt Waren geliefertes Packpapier 52 000 Mk. eingenommen, während die Papierrechnung kaum 12 000 Mk. betragen hat. Es ist also kein Zufall, daß die Kleinkauflettte für ihre Düten und Verpackungen mit Vorliebe em sehr kräftiges, dickes Packpapier wählen; die Papierindustrie liefert gerade ztt diesem Zwecke sehr schweres, lehmhaltiges Papier. Je geringer die Menge ist, die der Kunde kattst, je größer ist der Nutzen des Verkäufers. In England macht sich jetzt auch bereits eine Bewegung geltend, die diesem Uebelstande abhelfen will: die Kaufmannschaft soll künftig verpflichtet werben, int Kleinhanbel stets bas volle wirkliche Gewicht ztt liefern, bas ber Kunde auch bezahlt, und alle Versuche, sich die Verpackung als Ware bezahlen zu lassen, würden dann mit Strafe belegt werden. vermischte». — Der Hauch an der Fensterscheibe. Der englische Physiker Lord R a yl e i g h hat jüngst hübsche Versuche über den „Hauch an der Fensterscheibe" angestellt. Haucht man mit dem Munde gegen eine Glasscheibe, so schlägt sich die Feuchtigkeit des Atems in ganz bestimmte Figuren nieder, deren Form von der Beschaffenheit des Glases ab- hängt. Sie verschwinden allmählich, indem das Wasser wieder verdampft; haucht man von neuem gegen die gleiche Stelle, so entsteht wieder die gleiche Figur. Wischt man dagegen inzwischen die Glasscheibe ab, so verändert sich bei Wiederholung des Versuches die Hauchfigur. Auch dadurch, daß man mit einer Gasflamme über die Glasscheibe Hinfahrt und nun wieder haucht, lassen sich andere Figuren Hervorrufen. Einen Teil des Zusammenhanges erkennt man, wenn man auf eine ganz reine Glasscheibe die Hand drückt und nun haucht: der Abdruck der Hand ist in dem Hauch- blide klar erkennbar. Hierbei spielt das Fett, das die Haut an das Glas gebracht hat, eine Rolle. Etwas fettig ist nun jede Fensterscheibe, und hieraus erklärt sich die Beständta- reit der Hauchfiguren, so lange das Fett nicht entfernt wird. Dies kann durch Abwischen, durch Erhitzen mit einer Flamme, völlig aber nur durch Alkohol oder ein ähnliches Mittel geschehen. Ob aber das Fett allein für die Form der Hauchsiguren verantwortlich zu machen ist, steht noch nicht fest. * ®tne Ichöne Geschichte aus Minnesota. Herrn Harry L. Barnarbs Hausehre tvar eine von jenen lieben Frauen, die man nur immer mit dem Hute auf beut Kopfe, mit den Hanb» schuhen in ber Hand und mit dem Fuß auf ber Türschwelle sieht; sie finb allzeit bereit ztt gehen und haben natürlich keine Zeit und keine Lust, dem Marnie die Hosen ztt flicken ttnb die Strümpfe ans- (ubessern. Herr Barnard war aber ein geruhsamer Ehemann, ber ich seufzend in das Unvermeidliche schickte, eines schönen Morgens, nachdem er das Kreuz geschlagen hatte, Nadel und Fadeit nahm und das Loch in seinen Hosen selbst zu flicken begatt». Um besser sehen zu können, hatte der arme Mann seine improvisierte Schneiderwerkstatt auf die Veranda des Hauses verlegt, so daß die Vorübergehenden ihn sehen und, wenn es Frauen waren, ihn wegen seiner häuslichen Tugettden preisen, wenn es aber Individuen seines eigenen Geschlechts waren, ihn auslacheit und verspotten konn- ten. Durch diese ganze Szene fühlte sich aber die Ehefrau, dieselbe Fratt, die selbst keine Nadel in die Finger nehmen wollte, attss tiefste beleidigt: sie eilte zum Richter, erklärte, daß ihre Eigenliebe einen solchen öffentlichen Schimpf iticht ertragen könne, und verlangte die Scheidtmg der Ehe, kurzerhand die Scheidung. Und der Herr Richter, der weise und gerechte Richter, tat ihr ben Willen: er tat kund und zu wiffeu, daß eine solche Ehe nicht länger bestehen könne, da keine Fratt verpflichtet sei, sich von ihrem Manne blamier en ztt lassen — das sei wider alle Meitscheitrechtel * Die Ehrenschuld. Peter Rosegger erzählt in seinem neuesten „Heimgarten" folgendes Geschichtchen aus dem Leben: „Ich glaube nicht, daß mich der Dberingenieur angelogen hat, obschon die Sache einem netten Novellenstoffchen gleicht. Es handelt sich um einen r u s s is ch e n S tu d en t en und um eine Spielschuld. — Der Oberingenieur war einst int Polytechnikum mit einem russischen Studenten bekannt geworden, mit dein er eines Tages eine Gebirgspartie machte. Sie rourben in einer Alpenhütte eingeschneit uiib trieben zum Zeitvertreib ein anfangs zahmes, allmählich scharfes Hasardspiel. Der Russe, ohnehin von exzentrischem Wesen, spielte sich in die Leidenschaft und verspielte an den Techniker siebenhundert (Bulben. Er wollte weiter karteln, aber ber Techniker half ihm nicht ntehr. In bie Stadt zurückgekehrt, versprach der Russe, feine Spielschuld in zwei Tagen zu bezahlen. Ader am zweiten Tage hörte der Techniker von Kollegen, daß der Russe ganz unheimlich verstört sei und sich einen Revolver gekauft habe. Man glaube, daß er die Spielschuld nicht werde zahlen können. Das beunruhigte meinen Techniker. Der hätte ihm die Schuld ja herzlich gerne nachgesehen, aber das geht nicht, das kann sich k-ein Spieler gefallen lassen, Spielschulden sind ja die unverbrüchlichsten! Ehrenschulden, und der überspannte Russe würde ihn ob des Schimpfes der Schenkung gefordert haben. Ta fiel dem Techniker ein Mittel ein, um die Sache zu begleichen und den Spielgegner! vor Selbstmord zu bewahren. Selbst besaß er den Betrag nicht, aber er nah m aus der Lade seines Vaters 700 Gulden und schickte sie per Post dem Russen unter einem glaubhaften Vorwand, als von feiten eines Landsmannes, der von der Verlegenheit des Schuldners gehört habe. — Mittlerweile kommt ein Diener in Verdacht, aus der Lade des Vaters 700 Gulden entwendet zu Haden. Der Sohn — mein Techniker — will schlichten, der Vater möge mit der Untersuchung des Dieners nur noch einen Tag warten. Bis dahin wird er ja den vermißten Betrag in die Lade praktizieren, weil er doch von dem Russen nun die Begleichung der Spielschuld erwartet. Diese aber verzögerte sich, und eines Tages heißt es, der russische Student sei v e r r e i st . . . So hat mir der Tech- nike, der mittlerweile längst Oberingenieur geworden war, erzählt. Wie er mit seinem Vater auf gleich kam und die Unschuld des Dieners rettete, das weiß ich nicht. Der ruffische Student mit seiner „Ehrenschuld" ist nie wieder gesehen worden." — „Rechts und links der Eisenbahn!" Wir lesen int „Kunstwort" die berechtigte Mahuuttg: Da hatten wir Deutschen nun wirklich einmal etwas ganz Vorzügliches — und nutz benutzen wirs nicht! Diese roten 50-Psennighefte wollen denj Leser auf der Fahrt begleiten, sagen wir von Berlin an die Ost-- und Nordfeebäder ober von München nach Luzern oder sonstwohin, und ihm dabei je eine Karte des Reiches und eins ganz ausführliche der befahrenen Strecke mitgeben, vor allem aber: Aufklärung über die Gegend rechts und links, geographische, ethnographische, geschichtliche, kulturelle — kurz: eine, die eures gebildeten Menschen würdig ist. Dabei nientals eine, die sich ins Spezialistische verlöre, immer eine unterm Zusammenhang mit dem Großen. Diese ganz vorzüglichen Bändchen „gehen" nun nicht. Vielleicht, weil der Zwischenhandel dabei nicht auf seine Geschäfte kommt? Was wir wissen, ist nur: sie sollten gehen. Mo m!an sie nicht am Orte bekommen kann, verfang e| man sie doch vom Verlage Justus Perthes in Gotha! Es wäre nicht nur ein Schaden, -es wäre eine Schande, wenn solch eilt Unternehmen wegen Mangels an Unterstützung im Volk der Denket; und Dichter liegen bliebe! * Auf Abschlag. Leutnant: „Ich komme heute, Sie um die Hand Ihrer Tochter zu bitten, Herr Kommerzienrat." —< Bankier (im Hauptbuch ein Konto aufschlagend): „Zum größtes Teil haben Sie sie aber schon, Herr Baron." * Deutlich. Junggeselle: „Offen gesägt, Frau Mülleri Ihre Jungen sind so ungezogene Rangen, daß man ihnen manchmal tim liebsten ein paar hinter die Ohren geben möchte." — Witwe Müller: „Hm — Sie könnten sich das Recht dazu ja standesamtlich beglaubigen lassen." * In den Flitterwochen. Junger Ehemann (bei deh ersten Mahlzeit): „Sage mal, mein Schatz, ist es vielleicht möglich/ daß in dem Kochbuch zwei Seiten zusammen geklebt wären?" ErgSnzungsrätsel. W.. . e. B .. t. n f.. n.. . e. t g . n. g g. t. n> .. r . a. g .. e . t . ü. a . I. . e. t. nl Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Dimnanträtsels in voriger Nummer: C U h a Brise hieag B r a g i Aga o Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch-^un^Steindruckereh^Rl^ange, ©tefeeÄ