W M »WM Das nette Mädel. Roman von Fedor von Zobelti8-: (Nachdruck verboten,) (Fortsetzung.) Aber aller Aerger war verflogen, als sie auf die Straße trat. Der Lenzsonnenschein umfloß kosend ihren Jugendreiz. Unb sie selbst fühlte die Jugend in ihren Adern; ihre Hellen Augen lachten, auf ihren Wangen leuchtete eüt rosiger Schein. Friedrich und Klothilde wohnten nicht weit. Die Gegend war nicht die beste in der Stadt. Häßliche hohe MieiK- Häuser, unten Laden an Laden, oben schmale Fenster. Da- zwischcn das brennende Rot eines Fabrikgebäudes und das schmutzige Gelb eines Speichers, lieber den Dächern glänzte der Eisenbau der nahen Markthalle und reckte sich der Turm der neuen Petrikirche. Trante hatte es nicht eilig. Sie blieb vor einer Auslage mit kleinen Konfektionswaren stehen und empfand den brennenden Wunsch, sich ein neues perlgraues Hutband zu kaufen. Dann fesselte sie wieder die Etalage eines Buchhändlers mit ihren grell illustrierten Groschenheften, Kriminalgeschichten und Kolportageromanen: der Lektüre für das arbeitende Kleinvolk. Am Stande einer Obstfrau entdeckte sie zwischen zwei wie Granaten anfgepflanzteu Ananas- früchten ein Körbchen mit Veilchen, blieb abermals stehen, schwankte ein Weilchen zog dann ihr winziges Portemonnaie und kaufte sich ein Sträußchen, das sie in ein Knopfloch ihrer Jacke steckte. Nun war das Haus, in dem Klothilde wohnte, nahe: ein schmales, rosenrot gestrichenes Haus, Unten mit einem Bäckerläden, 'vordem eine vergoldete Bretzel hing. Gegenüber, an der Ecke einer schmutzigen Straße, die etwas abwärts zu dem tiefer gelegenen Hafenviertel führte, hatten die Wittstocks ihr Geschäft, die Schwiegereltern Friedrichs. Trante beobachtete das einen Augenblick, während ein geringschätziges Lächeln um ihren Mund spielte. Dann trat sie in das rosenrote Hans. Klothilde war natürlich daheim. Sie ging selten aus oder höchstens hinüber zu ihren Eltern. Ihre Ehe mit Friedrich war kinderlos, trotzdem stickte, strickte, nähte und Häkelte die junge Frau tagein tagaus an der Ausstattung für die noch nicht geborenen Kinder. Sie wollte wenigstens nichts versäumt haben, wenn es einmal so weit kommen würde: sie war auch eine Tochter der Arbeit und- angesteckt von dem fiebrigen Fleiße des Stadtteils. Traute fand sie in der Wohnstube, auf einem sogenannten „Tritt" am Fenster sitzend und häkelnd. Ihre knochigen Finger waren ganz zerstochen von der Rädel rind hart von der unfruchtbaren Geschäftigkeit. Das arme Wesen sah aus, als sei es niemals jung gewesen. Das graue Gesicht steckte voll däm- meriger Matten« uM die Augenlider waren entzündest. Jedesmal, wenn sie Traute gegenüberstand, fragte sich das junge Mädchen in immer wieder neuer stiller Verwunderung, wie es nur möglich gewesen sein konnte, daß Friedrich sich in dies reizlose Geschöpf verliebt habe. Es war geradezu unfaßlich. Die Begrüßung war von feiten Trautes herzlich, und kühl von fetten der anderen. Es war ersichtlich, daß die quickige Frische der kleinen Schwägerin etwas Störendes für Klothilde hatte. „Immer geputzt," sagte sie und wies auf den Veilchen« strauß. „Es ist Frühling," erwiderte Traute. Ihr Näschen krauste sich ein wenig. Hier roch es nach. Kohlrüben. Dann bestellte sie den Auftrag der Mutter. Klothilde erklärte, sie wolle sehen, was sich machen ließe. Fest zusagen könne sie nichts. Der Vater sei in solchen Dingen merkwürdig. Traute hörte längst nicht mehr zu. Das Staatsstück im Zimmer war ein Paneelsofa, und ans dem Gesimse stand ein Konversationslexikon. Traute hatte sich einen Wand genommen und blätterte eifrig darin, bis sie gefunden' hatte, was sie suchte. Run fragte sie plötzlich: „Tilde, glaubst du wohl, daß der Vulkan Santa Mariä bald wieder losspucken wird? Vor zwei Jahren soll es einen gehörigen Ausbruch gegeben haben." Und als sie das erstaunte Gesicht ihrer Schwägerin sah, stellte sie den Band wieder in die Reihe der übrigen und fuhr lachend fort: „Ich heirate nämlich nach Zentral- Amerika hinüber, Tilde r— an einen Ort, der mit Quetz anfängt und sonst nicht auszusprechen ist. Aber ich lese eben, ,es ist ein Vulkan dabei, der von Zeit zu Zeit die Gegend verwüstet, und da werde ich mir die Sache doch noch überlegen. Auch Erdbeben kommen vor. Ich glaube, es ist nichts für mich." „Du hist selber wie ein Erdbeben," antivortete die Schwägerin und häkelte weiter; „warum hast du dir draußen nicht die Stiefel abgeputzt? Es liegt doch eine Matte vorder Tür. Run sieht man auf dem guten Teppich wieder jeden Schritt von dir." Traute zog ihr Taschentuch und tat so, als fege sie damit über den Teppich. , ____ „Deine Ordnungsliebe ist vernichtend, Tilde. Das nächste Mal trete ich barfuß ein — wie Drilby." „Wer ist das?" t „Hast du -das verrückte Stück nicht im Ktadttheater gesehen?" „Ich gehe nicht ins Theater. Ich habe kein Geld zu beriet/7 „Ra, denn adje," sagte Traute. Es erfaßte sie plötzlich eine rasende Lust, ihrer Schwägerin eine Ohrfeige zu geben. Aber sie reichte ihr dennoch artig die Hand und verbeugte sich dabei etwas ironisch. „Vergiß die Kraft- schokolave nicht. Oder nein — es war ja Kakao." 390 „Ich werd es versuchen. Jetzt hast bu wieder einen Fleck ans den Teppich gemacht. Nimm dich doch zusammen, Kind!" Trante zog die Beine hoch und marschierte wie ein Storch aus der Stube. „Buh," sagte sie draußen und schnüffelte von neuem. Das ganze Harns roch nach gelochten Kohlrüben. Nun stand sie wieder denk Wittstockschen Laden gcgeu- iibcr, und da fiel ihr ein, daß sie noch einer» schweren Gang vor sich hatte: zu der Mazanka, ihrer alten Amme. Es war nicht das erste Mal, das; sie die Mazanka. besuchte, aber ein ikebelkeitsgefühl überschlich sie, wenn sie nur daran dachte. Indessen, was half's! Sie hatte gerade noch siebzig Mennige im Portemonnaie itnb wollte dem Max ein kleines Andenken mit auf den Weg geben rind auch für den Kaffee der Sandratt eirr paar Stücke Porte stiften. Sie atmete tief auf, als sie über den Fahrdaurin schritt, warf einen scheuen Blick riach den» Wittstockschen Laden, nur sich zu vergewissern, daß sie von dort aus nicht gesehen werde, und bog nun eilends in die Petristraße ein. Jetzt bekam auch sie den Schritt eines Menschen, der mit seiner Zeit zu rechnen hat. Sie schlenderte nicht mehr, sie stürzte hastig vorwärts. Tie Straße senkte sich. Traute wußte Bescheid. Sie lenkte rechts ein, dann links, dann wieder rechts. Ein Gewirr kleiner, schmaler rrnd äußerst schmutziger Gassen nahm sie auf. Die Häuser waren alt und unansehnlich und hatten sich gesackt; durch die offenen Rinnsteine floß eine Flut trüben Wassers, auf dem Pflaster lagen Abfälle aller Art. Man hätte vermeinen können, sich im Lazzarroniviertel Neapels zu befinden: so lebhaft war hier der Handel vor den Türen. Die niedrigen Läden sahen wie Hohlen aus, aber man hatte die Maren auf der Straße aufgebaut: altes mögliche, Obst, Bleche und altes Eiseir, das völlig verrostet war, dann wieder Heringstonnen und geräucherte Fische, die auf Seile gezogen waren, Mobiliar und Gerümpel und getragene Kleidungsstücke in Massen. In einer dieser engen Gassen schienen nur Altkleiderhändler zu wohnen. Traute schaute weder nach rechts noch nach links; ihr Schritt beschleunigte sich mehr und mehr; sie hatte den Schleier fester vor das ängstlich gerötete Gesicht gezogen und drückte ihr Handtüschchen gegen die Brust. Jetzt kam noch ein letzter Dornenweg. Ans einer Seitengasse stürzte ihr ein Schwarm trunkener Matrosen entgegen. Sie trat unwillkürlich in einen schwarz gähnenden Ladeneingang, und die brüllende Rotte verlor sich. Run schritt sie tapfer in die Seitengasse, in der es ganz still war, unheimlich still. Hier lag kein Laden, aber alle Haustüren standen tont offen und über den Düren befanden sich große rote Laternen mit schwarzen Nummern. Trante versuchte, den Blick wieder geradeaus zu richten; sie wollte nichts sehen als den dunklen Torbogen am Abschluß der Gasse, lind doch irrte ihr Blick dahin und dorthin, wie angezogen von fremder Gewalt. . Ein uraltes Tor, der Rest eines Kastells, mit tropfenden Wänden, umbaut von einem Jneinandcrgeschiebsek kleiner Häuser, die sich gewissermaßen gegenseitig stützten, und die ein schwarzer Kanal bespülte. Aber jenseits des Tores lag eine freie Welt: glänzendes blaues Wasser und ein Mastenivald, und die Sonne lachte über das bunte Leben am Quai. linker dem Dore tat ein Aufgang sich auf, eine steile Treppe, die Trante hinanstieg. Nun war sie am Ziel. Ein Türschild besagte, hier wohne Luse Mazanka, Witwe; dahinter stand: „Pfandleihe. Ein- und Berkaus." Traute horchte an der Tür, klopfte dann an und trat ein. In dämmerigem Lichte fuhr zwischen einer ersticken den. Masse von Kleidungsstücken ein dickes Weib auf. ES faß hinter einer gelben Barriere. Man sah nur den Kopf: einen Kürbis mit fleckiger Haut und zwei schlvarzen Tupfen, einer roten Tupfe darunter, und wiederum darunter mit einem breiten grauen Riß. Luse Mazanka, die ein Zufall auS der wendischen Lausitz nach dem Norden verschlagen hatte, war einmal ein hübsches dralles Mäd- chen gewesen. Jetzt war sie ein fürchterliches Wesen. „Ach," rief sie, „t ji, die Traute!" „Tag, Luse," sagte Traute, „ja, ich bin's wieder mal. Ist jemand nebenan?" „I bewahr mich, kein Mensch. Schlechte Geschäfte, Trautchen. 's ist still bei mir als in der Kirche. Tie Juden in der Riffergasse nehmen mir die besten Kunden weg. Eben bin ich beis Rechnen . . ." Sie schlug auf ein dickes Buch. . ; „Zahlen genug, aber nichts Bares."- Ihre stnmpfschwarzen Aeugelchen, zwei Striche mit zwei Raupen darüber, lugten zu Traute herüber. Sie zog den gestrickten Seeleuwärmer über der unförmlichen Büste fester zusammen, eine immer wiederkehrende Bewegung bei ihr, und fuhr mit breitem Griuscn fort: „Sie bringen mir wohl mein Geld zurück, Trautchen?" Traute war jetzt an die Barriere getreten und hatte ihr Hairdtäschcheil geöffnet. Sie holte ein kleines goldenes' Herz hervor, mit Brillantsplittern und blauen Steinen be- fetzt, und gab es der Mazanka. „Im Herbst bring ich alles in Ordnung, Luse," sagte! sie, „heut mußt du mir noch einmal helfen. Ich brauch« zwanzig Mark." „Ach du mein Göttchen," erwiderte die Mazanka, „zwanzig Mark, und an die hunuert krieg ich noch! Und! was hab ich denn für ’ne Sicherung, Herzens-Trantchen/ als löie an nix als wie Ihr Versprechen und das bißche guten Willen! Das haben sie alle. — Das kleine Medailtjonger wollten Sie doch auch in acht Tagen zurück- holen, ton ich Ihnen mehr als die Hälfte über die Taxe davor gegeben habe, Trautchen, und haben sich ’n Vierteljahr lang nicht sehen lassen!" „Im Herbst mach ich alles ab, Luse," sagte Traute nochmals. Sie schämte sich gräßlich und hatte beständige Fürcht, es könnte jemand eintreten. Die Mazanka hielt sich das Goldherzchen vor die verquollenen Augen. „Wird's denn in; Herbst was werden?" fragte sie, „und ist’s auch ’n Reicher?" Traute stampfte mit dem Fuße. aus. „Luse, so mach doch nur!" ries sie. „Ich ivcrd ja erwartet!" „Erwartet?" wiederholte die Mazanka und ließ, das' Goldherz wieder sinken. Ihr Blick umkreiste unverschämt die Gestalt des jungen Mädchens. Es lag etwas schändlich Lauerndes in diesem Blick. „Rein," sagte sie, „es geht nicht . . ." es schien so, als spreche sie mit sich selbst. Mr Kürbiskvpf wackelte aus bett Grcnadierschultern. Wieder führte sic das Goldherz au die Augen. „Trautchen, die • kleinen Brillanterchen sind nix leert. Ist es echtes Gold?" „Es ist ein Konsirmationsgefchenk vom Generalkonsul Schneider, meinem Paten." Die. Mazanka nickte. „Der schenkt nix Falsches. Zwölf Mark, Trautchen." „Zwanzig," sagte Traute fest, „sonst gib wieder her. In der Rittergasse wohnen auch noch Leute, die mir’s ab- nehmen." , Die dicke Frau griff stillschweigend zur Feder und trug! ein paar Worte in' ihr fettiges Buch ein. Dann stellte sie den Pfandzettel aus und gab ihn Traute. „Bloß, -weil Sie’s sind, Trautchen," sagte sie. Run ging sic in das Nebenzimmer. Sie hatte 'Filzschuhe an iiud glitt mehr, als sic schritt; aber dabei schwippte und! schwankte ihre groteske Figur. Sie kehrte zurück und legte ein Goldstück auf die Barriere. „Ta haben Sie, Kindchen,"- fuhr sie fort; „aber diesmal müssen Sie auch Wort halten. Wenn Sie's nicht wären — ein anderer hätte mich-nikM so leicht ruingekriegt! Werden Sie denn Ihre alte Amme zur Hochzeit einladen? Wenn Zch mein Grünseidenes an- • ztehe^ sch ich aunoch ganz stattlich seh ich da aus." Traute, hatte hastig das Goldstück eingesteckt. „Erst verloben, Luse," antwortete sie, „daun wollen wir an die Hochzeit beulen. Adjö." Sie schickte sich zum Fortgehen an, aber Luse hielt sie noch einen Augenblick zurück. „Herzchen," sagte sie, „wenn Sie mal ein Rendezvous haben und wissen nicht wohin — kucken Sic mal her!" Und plötzlich glitt sic zur zweiten Seitentür und riß sie weit auf. Da. drinnen herrschte zwar Dunkel, aber Traute unterschied doch ein Durcheinander von Polstersesseln auf einem lichtgrauen Teppich mit großen roten Buketts und schweren Vorhängen, die einen Alkoven verhüllen mochten. i Du ging ein bläßlicher Schatten über ihr Gesicht. Sie empfand mit einem Male das Entwürdigende dieses Besuchs: der hastigen Jagd durch verrufene -Straßen und der Bettelei vor dem schändlichen Weibe, um ein paar Mark in der Tasche haben zu können. Es quoll erstickend in ihrer Kehle auf. Sie antwortete nicht; machte nur eine stumme Bewegung mit dem Kopfe, die alles sagen konnte, und eilte davon. (Fortsetzung folgt.) — 391 Julius Rodenbergt (Zu seinem 80. Geburtstage, 26. Juni.) Die Mäeutik des .Sokrates, feine philosophische Heb- ümmenkunst, die das Götterkiud der Wahrheit in den Menscheniöpfeu entbinden wollte, ist int Grunde genommen nichts anderes als die Fähigkeit, in anderen Kräfte zu befreien, ihre eigenschöpferische Begabung zu stärken. Diese hohe Kunst sokratischer Mäeutik darf man in einem gewissen Sinne auch Julins Rodenberg zusprecheu, dem .Herausgeber der Deutschen Rundschau, der durch feine langjährige literarische Tätigkeit einen stillen, aber bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung unserer Dichtung und unseres Schrifttums aüsgeübt hat. Wie der gute Staatsmann, muß der geborene Redakteur einer großen Zeitschrift, als der Rodenberg uns heute erscheint, ein Diplomat fein, der seinen Mitarbeitern ihre besten Leistungen entlockt, muß den strategischen Blick haben, der das weite Feld der Literatur bis in die fernsten Winkel überschaut. Rudenberg sind all diese Eigenschaften in seltenem Mütze gegeben. Durch feine über alles geliebte Mutter, deren Wesen so tiefe'Spuren in seinem Bildungsgang hinterließ, hing er noch ntif der Zeit der Romantik zusammen, die ein so tiefes ästhetisches Lebeusgefühl geschaffen und jene bedingungslose G v e t h e v e r e h r u n g erstehen ließ, wie sie sich etwa in Raheh'aüsprägst Durch die Mutter ward ihm, wie er selbst in seinen Jugenderinuerungen erzählt, Goethe tioch zu einem Lebendigen; sie flößte ihm noch mehr als die Liebe zur Dichtung die Verehrung der Dichter ein, so daß diese gleichsam persönlich in fein Kmderlebeu eintraten und eingriffen. „Mit Dichterversen wurde er ausgezogen, und so wohnte denn deut zartempfindeudeu, in Geschmack und Stiel- anschutiegsamen Jüngling die Hingebung an das poetisch Schölte tief inne und kam auch in seinem eigenen Schaffen zum Ausdruck. Das Idol des 17jährigen war Geibel, an den er sich in seinen patriotischen „schleswig- holsteinschett Sonetten" aitschloß, den er in seiner Dichtung „König Haralds Totenfeier" ttachahmte. Dann berauschte ihn „Waldmeisters Brautfahrt" üon Roquette zu einem eigenen Wein- und Wandergesang, tinb als er 1853 nach Berlin.kam, dessen realistisch gemütvoller Schildcrer er werden wollte, da war der einzige Mensch, den er kannte, Otto Rougette, der ihm die Tür ins Genieland, ins Zauberreich der Dichtung aufschließen sollte. All die Jugeitddichtuttgen Rodenbergs sind nur Stilübu.iigen gemefen, durch die er tief in die Wesensart der damaligen Poeten eindraiig Und gleichsam eine dichterische Lebensstimiiinng um sich schuf. Atts. diesen Nachahmungen drang jedoch auch ein eigener, kräftig Heller, mutig heiterer Ton, so aus den „Liedern vott Helgoland", und diese sonnig warnte Art, das Leben, ztt sehen, ist dann von ihm durch eine lange reife Lebetts- mtd Schaffensknnst attsgebildet und in seinen schönsten Prosaarbeiten betätigt wordctt, so vor allem in den lebendig warmen Bildern ans dem Berliner Leben, in so manchen seiner englischen und belgischen.Reiseschilderuttgen, in jenen gemütvollen Totenopfern, der Erinnerung, die er d'en.-«Hingeschiedenen Freunden geweiht hat, Freiligrath, Dingelstedt, Marschner und so vielen anbereit. Ein G e n i e der F r e n n d f ch a.f t ist Rudenberg von früherer Jugend ott gemefen, und diese Gabe, bedeutende Menschen anzitziehen und.festzuhalten,'hat ihn wieder znm „Strategen der Literatur" gemacht, zu einein milden utid srenndlichen Feld- Herrn, der feine Heerscharen in einer gkänzenb gelungenen „Revue" nm sich vereinigte. Schott der Gymnasiast gab auf der Schule in Rinteln eine Zeitschrift „Blätter nnb Blüten" heraus, die er mit feinen Mitschülern zusammen verfaßte, die voit einem befreundeten Geschichtsschreiber kalligraphisch zu Papier gebracht ivurde und akksonuabendlich in einem Exemplar erschien. Damals tat er auch die ersten, ehrfürchtig scheuen Blicke in die wirklich gedruckten Zeitschriften jener Zeit. „Ach, wer es mir damals gesagt hätte, als der Ehrgeiz, in eines dieser Blätter zu kommen, zaghaft in mir erwachte, daß es noch einmal meine Bestimmung sein sollte, den Anderen den Eingang zu gestatten oder zu verwehren." Dann kämen die S t n d e n t e n j a h r e in B e r l i n, itt denen Rodenberg die hohe Schule der Diplomatie beim alten Varnhagen studieren konnte und in diesem erlesenen Kreise eine Fülle von Anregungen finden durfte. Dort ist er zuerst mit den Führern des geistigen Berlins zusammeit- -gekommen, hat junge, vielversprechende Dichter kennen gelernt, so find) Gottfried Keller. In einem feinen Gegensatz zu dieser vornehm /höfischen Atmosphäre stand die stille Gelehrtenluft im Hause der Brüder Grimm, von betten der hessische L a'n d s ura u n freundlich attfgeuommen wurde, hier beginnen die Beziehungen zn Hermann Grimm', der dann der getreueste Mitarbeiter Rodenbergs werden sollte, der während seines Schaffens an der Deutschen Rundschau zum klassischen Prosaschriftsteller erwachsen ist. Rie- mals wird die deutsche Literatur vergessen dürfen, welch herrliche schöpferische Kräfte dadurch entbunden wurden, daß Rodenberg ihnen die Möglichkeit der Aussprache gewährte, ihnen die Stelle schuf, an der sie wirken konnten. Schon in seinem „Deutschen Magazin" vereinigte er eine Reihe be- dentettd'er Geister um sich, in seiner zweiten größeren Zeitschrift „Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft" ist z. B. Turgenjew zuerst deut deutschen Publikum. bekannt geworden.' Aber das waren alles nur Vorstufen zu der Deutschen Rundschau, bereit Paten Berthold Auerbach und Putlitz gewesen find, der von Anfang an Gelehrte wie Helmholtz, Shbel, Zeller, Dubois-Reymond ihre Kräfte wid- meten. In dem niedrigen Redaktionszimmer des Gartenhauses auf der Lützowstraße, wo die drei „größten" Mitarbeiter, Dingelstedt, Turgenjew und Putlitz mit bett Köpfen an die Decke stießen, hat wirklich ein Stück Literatur das Licht der Welt erblickt, das heute feinen Ehrenplatz in der Geschichte unseres Schrifttums besitzt. Dichter, deren Werke heute zu unserem schönsten Besitz zählen, ■ wurden durch diese Zeitschrif tbekauut, so Luise von Francois, Marie von E b n e r - E s ch e n b a ch, F o n t a n e n. a. Das größte Verdienst von Rodenbergs „Mäeutik" aber war seine Ein- wirknitg auf Kell er. Er wußte die alte Unlust des Schweizer Dichters, etwas fertig niederzuschreibeit, in seiner klugem eindringlich drängenden und liebenswürdig sonnigen Art zu überwinden. So ist es ihm zu danken, daß die ,-,Züricher Novellen" erschienen, daß der „Martin Salander" begonnen wurde und, wenn auch unter harten Prüfnugeit für beit!. Herausgeber, langsam erschien. Durch die Deutsche Rund- schau und Robenbergs Wirken ist Gottfried Keller, der 20 Jahre lang völlig unbekannt geblieben war, ebenso wie feilt Landsmann Konrad Ferdinand Meyer bekannt und anerkannt worden. Zur Reform des Traurings. Von W i 111) B a u c r «Würzburg). Wir leben in einer seltsam schönen Zeit, die sieghaftes Vor- wartssttirmen und liihncs Neuschaffen kennzeichnen, in der alles Leben, Fluß, Bewegung ist. Dem natioualeu Zusammenschluß und Emporstkigeu ist ein beispielloser wirtschaftlicher Aufschwung gefolgt, der trog temporärer Heutmuugen unleugbare Fortschritt« auf allen Gebieten zeitigte. Nirgends etwas Fertiges zwar. Abgeschlossenes, schlechthin stilmäßig Vollendetes, teilt alleinseligmachendes Schema oder Dogma, aber überall überschicßcnde Kraft',, aclstunggebielende Werte, erfolgverheißende Richtlinien. Das gilt insonderheit von der Kunst und «ihrer prnitisch behaglichcn Tochter,; der angewandten Kunst, dem Knusthaudwerk. Welch ein fundamentaler Gegen sah zivischen einem etwa vor einem Menscheualber begründeten Hausstand und einem von Menschen der gleichen gesellschaftlichen Schicht heute neu geschnf- feiten Steint! Und siehe, es äst alles neu geworden! Den praktisch soliden, nüchternen Geist eines anderen'Geschlechtes wie den feinen) gestiegenen Wohlhabenheit predigen diese Möbel, Bildwerke, Tep- .. piche,'Musikinstrumente, Belcuchtungskörper und Küchen von heute, dieses Porzellan und Silber. Allüberall neue Versuche, neue Aus-! druclsmöglichieiten. Nur an einem scheint die Zeit spurlos vorüber- gcrauscht zu feilt: Das Symbol der menschlichen Gemeinsamkeit,- der Talisman, der diese beiden jungen modernen Menschen mit» einander fürs Leben vereinen soll, deren geschmackvolles Heim! jetzt den Neid ihrer Freunde und Fteundinneu herauSfordert, der, golden c Traureif ist der gleiche geblieben, wie ihn Vater, und Mutter schon gekannt. Warum? Warum hat die allgewaltige! Mode, dieses launenhafte, ungezogene Kind, ihm allein nichts an zu haben vermocht, ihn über gewisse Variationen in Höhe, Breite und Tönung nicht hinausgebracht? Und doch steht die Entwicklung, die ganze Geschichte des Traurings zu dieser durch nichts begründeten, ebenso bedancr-. liehen wie ausfallenden Erscheinung in direktem Gegensätze.^ Ursprünglich ein kräftiges, bedeutsames Symbol hat der Dran.- ring mehr irnd mehr feilten symbolischen Charakter crngebußch bis' er in unserer alles verflachenden, poesielos den NntzkchkettsK. slandpuult betonenden Zeit lediglich zum Ausweis sür die ilatt- gesnndene standesamtliche Zeremonie herabgesunten ist -- wow« dann allerdings die nüchterne, kalte Ausdruckssorm des glatten ^rahtringes vollauf genügen mag. Wir haben das Bewußtsein für die Tatsache verloren, daß.sich die Abmilderung des primären Bräutkanfes in den Schein kauf nur sehr langsaiit vollzogen yar, 392 — vollen Ornamenten verlangen, eine alte .Sitte wieder mit neuem Schachausgade. Von I. Jespersen. Schwarz. riskieren, Front machen gegen eine fade, vergilbte Ueberlieferungj und überall nur moderne Traureifen mit Weihsprüchen oder sin.n> Weitz. Weitz fetzt mit dem zweiten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer: E l st e r. Leben erfüllen! Ich wiederhole: Daß unsere bisherigen, zeder künstlerischen Ausbildung entbehrenden Reifen eigentlich nur so und nicht geschmackvoller ausgestaltet sein dürften, ist ein vager Aberglaube/ ist weder Gesetz noch durch Herkommen vorgeschrieben, ist ein Köhlerglaube, den der verstorbene kunstsinnige Mainzer Dom?, kustos Schneider schon vor 30 Jahren erkannte. Schon besinntj sich auch das Kunsthandwerk selbst auf die Kultivierung dieses. Brachfeldes der angewandten Kunst, indem cs an die frühere Entwicklung anzuknüpfen sucht. Der glatte Ring ist nicht allein unhistorisch, nichtssagend, sondern genügt auch in keiner Werse mehr den verfeinerten ästhetischen Ansprüchen von heute. Aber in erster Linie muß das Publikum den Kampf ausnehmen, de» Bann brechen, Sturm laufen. Es gilt aufzurütteln, ein Unrecht an einem auf eine ehrwürdige und. glanzvolle Geschichte zurüch- blickenden Schmuckstücke gutzumachen. Wie sagt doch Nathan der Weise in der Erzählung von den drei Ringen: „Der echte Ring vermutlich ging verloren"? Wolleir lvir ihn wiederfinden!. so allgemein verbreitete wie heutzutage; noch vor 50 Jahren galt er als besonderes Schmuckstück und wurde nur bei besonderenl Gelegenheiten als solches getragen, während die Frau von heute damit wäscht, bäckt und kocht, und der pater familias pflegtet zum Zeichen seiner Würde Kielfach den Zeigefinger mit ihm zu schmücken. So hat also der Industrialismus auch auf diesem Gebiet den demokratischen Gedanken, der alles gleich zu machen strebt, gefördert und popularisiert, allerdings bedauerlicherweise auf Kosten der Kunst und Acsthetik. Aber schon beginnt das aufgeklärtere Publikum, vorerst in den Kulturzentren, sich aufzulehneu gegen die barbarische Ge- schmackslosigkeit der Tradition — eppur si muove, und sie bewegt sich doch: Berlin, Leipzig, Dresden, München, die im Geschmack tonangebend sind, auch schweizerische und österreichische Städte/ wo Herzlichkeit und Natürlichkeit dem Konventionalismus gram sind, haben teilweise die neuen Formen gierig ausgenommen, ja sogar der sonst draußen im Reiche als steif verschrieene Hamburger verhält sich der Neuerung gegenüber nicht ablehnend. Das sollte insbesondere all den jungen Leuten, die den Bund fürs ü-6 r-ltrt- an „„gtz-is-de Gedanke der Fesselung und Besitzergreifung j Leben schließen wollen, zu denken geben; sie sollten eine klein« NÄRn W^L^Äisch^"KAL wurkw durch den! Kulturtat bei der Auswahl ihrer Verlobung oder^Taaur.nge Inseitig öont Bräutigam der Auserwählten dargereichten Ver- lobungsring, der natürlich ein der sozialen Stellung und virt- fchasilichen Stärke des Gebers wie dem erstrebten .Mertobvkt gerecht iverdendes Kunstwerk darzustellen pflegte. Und erst zm späten Mittelalter gelang es den« Christentum, die ihm unbeqmme Ursprüngliche Symbolik des Rechtes umzuwerten und umzudeuten jin die menschlichere, gefühlsmäßigere von der Liebe und Romann., der Treue und Unwandelbärkert, womit sich den« Goldschmied cm weites Feld zur Betätigung in immer neuen und abwechststungs- reichen Formen eröffnete. Tatsächlich lehrt schon ein flüchtiger Blick in eknes unserer! bedeutenderen Museen, wie gedankenarm und phantasielos unsere sonst so anspruchsvoll und formenfreudig sich geberdende moderne Zeit gerade auf diesem Gebiete geworden ist — angesichts dieser Mille des Materials an herrlichsten Edelstücken, angefangen von den still-ernsten gotischen Ornamentringen über die „sprechenden Reifen der spruchfrohen Minnesängerzeit hinweg bis zu den wayr- tzaften Goldgedichten der Renaissance, die das Llchespfand mit den vollendetsten Mitteln der Technik graziös, verschwenderische kiiruriös zu variieren wußte! Und dann der Niedergang, das Vergessen — der große Krieg, Pestilenz, teure Zeit und.Verarmung Mußten durch Barock und Empire hindurch ihre Wirkung tun, bis die Biedermeierzeit die gänzliche Verflachung emlertete. I Vermischte». Ich habe in Nr. 36 des Jahrg. 51 von "^ber Land uich Meer I » Von« Hufschmied 5 u in B ö r s e n p r ä s i d e n t e n. den I Eine romantische Laufbahn, wie sie sich heute wohl nur noch im polt 22 Mbrldu«gen,heichorrckge«der Trm»«Nge «ls Ml I I ^er unbegrenzten Möglichkeiten vollzieht, hat in der Wahl Privatsammlungen die wechseireichc Geschichte oes ^rauriiigs u I Millionärs James I. Townsend zum Präsidenten der Kunst und Mode aufzuzelgen um dadurch den Anstoß M «ner I Chicagoer Börse ihren Höhepunkt gesunden. Noch vor 22 Jahren Degeneration dieses Aschenbrödels der angewandten Kunst zu geben. I WQr tiefer große Finanzmann ein einsacher Hnsschmiedgeselle, der Der Aufsatz scheint Beachtung und Anklang gefunden, zuhaben, I ,weniger dachte, als an große Geldgeschäfte. Seine Ge- was ich aus einer Menge von Zuschriften aus deii Kreisen der I j2(e linj, ^je' Art, wie er zum Börsemnaim wurde, hat Town- Goldschmiede wie des breiten Publikums sch ließen zu dürfenRaum I jgnb ^lbst mit schlichten Worten erzählt: „Ich kam hierher mit Wie aus dem Umstande, daß die Arbeit der Ehre niehrsacher Al- I »ichts in meinen Taschen und sah mich nach Arbeit um. Nach sund Ausschreibung und vielfachen^Nachdruckes, sogar rn Amerika, I Tagen sand ich denn auch Beschäftigung bei einem Hufgewürdigt. wurde. Und der Erfolg dieses Vorstoßes ? I $c()nt'ieb imj1ten§ Martindale, der jetzt schon tot ist. Bei dem blieb Er ist zweifellos da, wenn er auch zaghaft und langsam ein- I 10 Jahre und beschlug eine Menge Pferde. Es kam auch ein gesetzt hat. Der Reformgedanke marschiert! Wobei ich nicht blind I Mann in unsere Schmiede, der hatte sehr hübsche, teuere Pserde, |an der Wirklichkeit vorübergehe und überzeugt bin, daß es leichter I uub wenn sie beschlagen ivurden, so sah er dabei zu. Den lernte sein wird, der Damenwelt die Notwendigkeit des —■ Hosenrocks I jch n[[0 kennen, und er war so mit mir zufrieden, daß er alle seine zu suggerieren als den Berg von Vorurteilen und llcberlieferunge.nl I nuI von mir beschlagen lassen wollte. Eines Tages, als vbzntvagen, der sich der Reform des Traurings entgegensetzt. I ev ,vjeder dabei stand, wie ich seine Pferde beschlug, da sagte er: Mit bewundernswertem Kunstverständnis und technischem Ge- I „Jimmy, warum läßt du nicht das sein und tust was anderes?" schjck haben bereits namhafte Werkstätten Berlins wie hauptsächlich I Ich lachte und sagte ihm, da gab 's nichts anderes, was ich tun Südwestdeutschlands den zeitgemäßen Gedanken aufgegriffeu und I könnte. „Doch": meinte er, „wenn ich dir einen Platz in meinem geschmackvolle Dessins auf den Markt gebracht. Da sehen ivir IBankbüro verschaffe, willst du ihn annehmen? Na, das war frühgermanische, schon aus dem 4. Jahrhundert stammende Orna- I eine schöne Ueberraschung. Den nächsten Tag schnallte ich meine mentniotivc der Vergessenheit entrissen, Sentenzcnringe erscheinen I Lederfchürze ab und ging mit meinem Bekannten. John A. King, Wiederum und wir finden künstlerisch gestaltete zierliche Blumen- I der damalige Präsident der Fort Dearborn Bank, war es, der Muster symbolischen Charakters und sinnvolle Blattornamente zu | mich zu einem Finanzmanu inachle. Mein Lebtag werd ich ihn Rosen-, Efeu-, Akanthus-, Lebensbaum-, Lorbeer-, Eichen-, Mistel- I nicht vergessen. Sechs Monate (ernte nun der junge „Jimmy", oder Myrthcnbänderu komponiert, die in ihrer eleganten Zartheit I bann machte er sich selbständig und wurde allmählich Millionär den relativ rohen Frangipaniring weit hinter sich lassen. Und | und eine der führenden Persönlichkeiten an der Chicagoer Börse. Nun dagegen der bisher übliche kahle, nichtssagende Drahtring, der keiner Individualität, keiner persönlichen Geschmacksrichtung cntgegenkommt, den jedermann heute trägt, der Künstler wie der Banause — „weil es eben so Mode ist!"..... ' Daß eine derartige Armut, ja Geistlosigkeit in der Gestaltung deö Traurings überhaupt Platz greifen konnte, liegt letzten Endes ton Industrialismus, der allmählich auch das Goldschmiedegewerbe überwuchert hat. Millionen von einfachsten Ringen warf die fabrikmäßige Herstellung unter die Masse, so daß bei der Billigkeit des Artikels auch der kleinste Mann bei Eingehung ber. Ehe diesen sichtbaren standesamtlichen Ausweis heute nicht zu missen braucht. Das war ehedem anders. Da gab man dem Goldschmied ein der -individuellen Geschmacksrichtung entsprechendes Stück in Auftrag sund war daun stolz darauf, daß nicht jeder beliebige es sein eigen nennen konnte. Demgemäß war die Mode des Traurings auch keine 8 8 6 6 5 5 3 3 kiedaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Dießeck