Ml - M. M Mittwoch den 25. Oktober JL W^WZsVL —Srr>®M •1 1 I 6 .. NMMW MWW Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich kenne Sir Percival jetzt hinlänglich, um zu wissen, daß er niemals falscher und somit niemals mehr zu fürchten ist, als wenn er einmal höflich auftritt. Der lange Spaziergang mit seinem Freunde hatte eine merkliche Veränderung in seinem Benehmen hervorgebracht, namentlich in seinem Benehmen gegen seine Frau. Zu Lauras heimlichem Erstaunen und meiner heimlichen Bestürzung nannte er sie nun heute abend bei ihrem Vornamen und erzeigte ihr so viele andere kleine Aufmerksamkeiten, daß er uns fast an die Tage seiner hassenswerten Probezeit in Limmeridge House erinnerte. Wir gingen diesen Abend später als gewöhnlich auseinander. Gegen Mitternacht unterbrach das Rauschen eines leisen melancholischen Windes in den Bäumen die Sommerstille. Wir fühlten alle die plötzliche Kühle in der Luft, aber der Graf war der erste, °der das Heimlichs Steigen des Windes wahrnahm. Während er mein Licht für mich anzündete, hielt er plötzlich inne und erhob wie warnend die Hand. Hören Sie? sagte er, morgen werden wir anderes Wetter bekommen. Den 5. Juli. — Die gestrigen Ereignisse warnten mich, früher oder später mich auf das schlimmste gefaßt zu machen. Der heutige Dag ist noch nicht zu Ende, und das Schlimmste ist bereits eingetreten. Nach der genauesten Zeitberechnung, die Laura und ich zu machen imstande waren, schlossen wir, daß es halb drei Uhr gewesen sein mußte, als Anna Catherick gestern nachmittag im Boothause anlangte. Ich kam daher mit Laura überein, daß sie sich beim Gabelfrühstück eben am Tische nur zeigen und bei der ersten Gelegenheit hinausschlüpfen sollte; und daß ich zurückbliebe, damit man keinen Verdacht schöpfe, und ihr folge, sobald mir dies gelingen würde. Auf diese Weise würde sie, falls sich keine Hindernisse in den Weg legten, imstande sein, vor halb drei Uhr im Boothause anzulangen, und ich (sobald ich meinerseits den Tisch verlassen) konnte bereits vor drei Uhr einen sicheren Posten im Holze einnehmen. Tie Veränderung im Wetter, auf die der Wind von gestern abend uns vorbereitet hatte, kam mit dem Morgen. Es regnete heftig, als ich aufstand, und fuhr so fort bis Mittag, wo die Wolken sich zerstreuten, der Himmel wieder blau erschien, und die Sonne mit dem Versprechen eines schönen Nachmittags hell hervortrat. Meine Unruhe, zu erfahren, wie Sir Percival und der Wras den Morgen hinbringen würden, verminderte sich keineswegs, wenrgstens in Bezug auf Sir Percival, als er uns gleich nach dem Frühstück verließ und ungeachtet des Regens ausging. Er sagte uns weder, wohin er gehe, noch wann wir ihn zurückerwarten dürften. Wir sahen ihn eilig am Fenster des Frühstückzimmers vorübergehen, in hohen Stiefeln und wasserdichtem Rocke, und das war alles. Ter Graf verbrachte den Morgen ruhig im Hause, zum Teil in der Bibliothek, zum Teil im Gesellschaftszimmer, wo er kleine, abgerissene Melodien spielte und vor sich hinsummte. Dem Anscheine nach war er beharrlich entschlossen, die sentimentale Seite seines Charakters herauszukehren. Die Zeit des Frühstücks kam, und- Sir Percival war noch nicht zurückgekehrt. Der Graf nahm seines Freundes Platz bei Tische ein, vertilgte mit kläglichen Mienen den größeren Teil einer Obstpastete, die er in einem kleinen See von Sahne ersäufte, und setzte uns dann die vollen Verdienste dieses Kunststückes auseinander. Ein Geschmack an Süßigkeiten, sagte er mit seiner sanftesten, zärtlichsten Stimme, ist die unschuldige Schwäche von Frauen und Kindern. Ich freue mich, sie mit ihnen zu teilen, es ist ein nenes Band zwischen Ihnen und mir, teuerste Damen. Laura verließ nach zehn Minuten den Tisch. Ich fühlte mich sehr versucht, sie zu begleiten. Wären wir aber beide zugleich hinausgegangen, so hätten wir unfehlbar Verdacht erregt, und, was noch schlimmer gewesen wäre, falls Anna Catherick Laura in Begleitung einer zweiten Person gesehen, die ihr fremd war, hätten wir aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Vertrauen verscherzt und es dann nie wieder gewonnen. Ich wartete daher so geduldig, wie mir dies möglich war, bis der Diener kam, um den Tisch abzudecken. Als ich das Zimmer verließ, sah ich weder im Hause noch draußen irgend ein Zeichen von Sir Percivals Itückkehr. Als ich ging, sah iü) den Grafen mit einem Stückchen Zucker zwischen den Lippen, zu dem der boshafte Kakadu über die Weste hin emporkletterte, während die Gräfin, ihrem Gemahl gegenüber sitzend, seine Manöver und die des Vogels mit einer Aufmerksamkeit beobachtete, als ob sie dergleichen nie zuvor in ihrem Leben gesehen habe. Aus meinem Wege nach den Baumanlagen hielt ich mich sorgfältig außerhalb des Gesichtskreises vom Fenster der Früh^- stücksstube. Es sah mich und folgte mir niemand. Es war auf meiner Uhr ein Viertel vor drei Uhr. Sowie ich unter den Bäumen anlangte, schritt ich schnell vorwärts, bis ich über die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte. Dann ging ich langsamer und vorsichtiger weiter, doch sah ich niemanden und hörte keine Stimmen. Nach und nach kam ich in Sicht der Rückseite des Boothauses — stand still und horchte — dann ging ich weiter, bis ich ganz dicht dahinter war und notwendigerweise die Stimmen hören mußte, falls man darinnen sprach. Es herrschts tiefe Stille — nah Irnd fern War kein Anzeichen eines lebenden Wesens weder zu hören noch zu sehen. . Nachdem ich erst auf der einen, dann auf der anderen Seite des Hauses entlang gegangen war, ohne irgend etwas zu entdecken, wagte ich mich zur Vorderseite hinaus und schaute hinein. Es war leer. Ich rief „Laura!" zuerst leise und dann immer lauter. Niemand antwortete, und niemand kam. Soviel ich sehen oder hören konnte, war in der Nachbarschaft des Sees und der Anlagen kein menschliches Wesen außer mir. Mein Herz fing heftig an zu pochen; doch setzte ich meine Nachsuchungen fort, zuerst im Boothause und dann auf dem Boden davor, um ein Zeichen zu entdecken, das mir Sicherheit geben würde, ob Laura dort gewesen oder nicht. Ich fand nichts im Boothause, das hierauf hingedeutet hatte, draußen aber im Sande entdeckte ich Fußspuren. Ich unterschied die Fußspuren von zwei Personen — ziemlich große, wie die eines Mannes, und kleinere, von denen ich, als ich sie mut meinen eigenen Füßen maß, überzeugt war, daß sie von Lauras Füßen herrührten. Der Boden war gerade vor dem Boothause von vielen solchen unregelmäßgien Spuren bedeckt. Dicht an der einen Wand, unter bent. Schutze pes überhängenden Daches, entdeckte ich ein kleines Loch im Sande, ein künstlich gemachtes, daran war nicht zu zweifeln. Ich bemertte es bloß und wandte mich dann ab, um sofort den Fußspuren, so weit ich konnte, nachzugehen. Sie führten mich, von der linken Seite des Bdothauses ausgehend, eine Strecke von etwa dreihundert Metern am Rande der Bäume entlang, und dann verliefen sie sich im Sande. Ueberzeugt, daß diejenigen,. bereit Fußspuren ich jetzt folgte, hier ins Holz hin ein gegangen sein mußten, betrat ich es ebenfalls. Zuerst konnte ich keinen Pfad entdecken, endlich aber fand ich einen, schwach zwischen den Bäumen angedeutet, und ging ihm nach. Er führte mich eine Strecke in der Richtung dem Dorfe zu. bis ich an einer Stelle stand, wo er von eiuein andern Fußpfade durchschnitten wurde. Dicke Dornbüsche wuchsen zu beiden Seiten dieses Pfades; ich stand unschlüssig, welche Richtung ich zunächst einschlagen solle, als ich umherschauend an einem Zweige in dem Dornbüsche ein Stückchen von den Fransen eines Damenschals erblickte. Genauere Untersuchuug der Fransen überzeugte mich, daß sie von einem Laura gehörigen Schal abgerissen seien, worauf ich augenblicklich den Pfad einschlug. Er brachte mich endlich zu meiner großen Erleichterung zur Hinterseite des Hauses. Ich sage „zu meiner großen Erleichterung", weil ich daraus schloß, daß Laura aus irgend einem mir unbekannten Beweggründe auf diesem Umwege nach Hause zurückgekehrt sei, o.-ne mich zu erwarten. Ich ging über den Hof und durch die Nebengebäude hinein. Die erste Person, die mir begegnete, als ich au der Gesinde- stnbe vorbeiging, war Mrs. Michelson, die Haushälterin. Wissen Sie zufällig, ob Lady-Glyde von ihrem Spaziergange heimgekommen ist oder nicht? frug ich sie. Mylady kam vor einer kleinen Weile mit Sir Pcrcival nach Hause, entgegnete die Haushälterin. Ich fürchte, Miß Haleornbe, daß sich irgendetwas sehr Betrübendes znge- tragen haben muß. Mir sank das Herz. — Sie meinen doch nicht einen Unfall? sagte ich mit matter Stimme. Nein, nein — Gott sei dank, kein Unfall. Wer Mylady lief weinend auf ihr Zimmer, und Sir Pereival hat mir befohlen, Fanny in einer Stunde aus dem Hause zu schicken. — Fanny ist Lauras Kämmerjungfer, ein gutes, anhängliches Wesen, das bereits jahrelang in ihren Diensten gewesen, und sie ist zugleich die einzige Person int Hanse, auf deren Treue und Ergebenheit wir uns verlassen können. Wo ist Fanny? frug ich. • In meinem Zimmer, Miß Haleombe. Tas Mädchen ist ganz außer sich, und so sagte ich ihr, sie sollte sich setzen und sich zu fassen suchen. Ich ging nach Mrs. Michelsons Zimmer und fand dort Fanny, die in einer Ecke saß und bitterlich weinte; ihr Re-isekoffer stand neben ihr. ,, , konnte mir nicht die geringste Erklärung über die Ursache chrer plötzlichen Verabschiedung geben. Sir Per- erval hatte befohlen, daß man ihr, anstatt ihr einen Monat vorher den Menst zu kündigen, den Lohn eines Monats gebe und sie sortschtcke. Es war ihr hierfür kein Grund angegeben worden, noch hatte man ihr irgendwie Tadel über thr 'Betragen ausgesprochen. Man hatte ihr verboten, ihrer Herren Bernnttelung anzusprechen, ja sogar, sie einen ^uüonbltck zu sehen, um Abschied von ihr zu nehmen. Sie- ^licklichhub Erklärung oder Lebewohl fort, und zwar augen- . Nachdem ich den Schmerz des armen Mädchens durch etn paar freundliche Worte beschwichtigt, frug ich sie, wo U.e zu übernachten beabsichtige. Sie entgegnete, daß sie die Nacht tu dem kleinen Wirtshanse im Dorfe zuzubringen gedenke, da die Wirtin eine achtbare Frau und der Diener- fchast von Blackwater Park wohl bekannt sei. Sie hoffe daun, am nächsten Morgen direkt nach Cumberland zu ihren Verwandten zurückkehren zu können, ohne sich in London aufzuhalten, wo sie vollkommen unbekannt sei. .. r Es fiel mir sogleich ein, daß Fannys Abreise uns ein sicheres Mittel böte, um Nachrichten nach London und Lim- meridge House zu schicken, was von der größten Wichtigkeit für uns sein konnte. Demzufolge sagte ich ihr, daß sie erwarten dürfe, im Verlause des Abends entweder von threr Herrin oder von mir zu hören, und daß sie sich darauf vejschssen möge, daß wir beide in ihrem Unglücke mit dem plotzltchen Dienstverluste alles für sie tun würden, was nur in unserer Macht läge. Dann gab ich ihr die Hand und ging die Treppe hinauf. Tie Tur, welche nach Lauras Zimmer führte, war die etues Vorzimmers, das seinerseits ans den Vorsaal führte. Als ich sie zu öffnen versuchte, wurde ich gewahr, daß sie von innen verriegelt war. Ich klopfte, worauf die Tür von einer schwerfälligen Hansmagd geöffnet wurde, deren Dummheit mich bereits früher unbeschreiblich geärgert hatte. Ich hatte seitdem erfahren, daß ihr Name Margarete Porcher, und sie selbst die ungcschtckteste, halsstarrigste und unordentlichste Dienerin ttn ganzen Hause sei. Ws sie die Tür öffnete, trat sie sogleich auf die Schwelle und stand, mich in dummem Schweigen angrinsend, da. Wozu stehst du da? sagte ich. Siehst du nicht, daß tch hinein will? Ja, aber Sie dürfen nicht herein, war die Antwort, von einem noch breiteren Grinsen begleitet. Wie kannst du dich unterstehen, mir eine solche Antwort zu geben? Geh augenblicklich auf die Seite. — Sie streckte zu beiden Seiten eine große rote Hand aus, um mir den Weg zu sperren, und nickte mir einfältig zu. Befehl vorn Herrn, sagte sie und nickte abermals. Es bedurfte meiner ganzen Selbstbeherrschung, um davon abzulassen, den Gegenstand mit ihr zu bestreiten und mich zu erinnern, daß meine nächsten Worte an ihren Herrn gerichtet sein müßten. Ich wandte mich von ihr ab und ging schnell die Tteppe hinunter, um ihn zu suchen. Mein Entschluß, mich durch keine der Beleidigungen aufbringen zu lassen, die Sir Pereival mir bieten möge, war jetzt — ich gestehe es zu meiner Schande — so vollständig vergessen, als ob ich ihn nie gefaßt gehabt. Es war mir eine Wohltat, ja, nach allem, was ich in diesem Hause bereits erduldet und 'unterdrückt hatte, war es mir eine förmliche Wohltat, zu fühlen, wie zornig ich war. Das Gesellschaftszimmer wie das Frühstückszimmer waren beide leer. Ich ging in die Bibliothek, und hier fand ich Sir Pereival, sowie den Grasen und die Gräfin Fosco. Alle drei standen dicht nebeneinander und Sir Pereival hielt ein kleines Papierzettelchen in der Hand. Als ich die Tür öffnete, hörte ich den Grasen sagen: Nein — tausendmal Nein! (Fortsetzung folgt.) Lin hessische DichLergrab am Züricher Lee • Von Oscar Kionka. - , , , (Nachdruck verboten.) Hoch'oben am Abhang des Zurrchberges beschatten vier statt- lrche Linden em von schwarzem Gitter umfriedetes Grab. Auf einer schmucklosen, in einem efeuumrankten, einfach bÄ- hauenen Granitstein eingelassenen .Metallplatte liest man: Georg Büchner 1813—1837. Ein herrlicher Platz ist es, den man der Ruhestätte des sü dem .Leben geschiedenen Dichterjünglings gegeben hat. Wetthtn schweift der Blick über die zu Füßen des Bergrückens tu .majestätischer Schönheit sich ausbreitende Stadt 'Zürich, deren 667 Vororte sich aus bem' engen Straßengewirr der .inneren Stabt tote zwer riesige Fühlhörner heransstreckenb, den See gleichsam fest umklammern, bis sie sich in all den fietnen Ortschaften ver- l«ren, die die lang sich hinstrebcnbe, smaragdgrün schimmernde -Wasserfläche umsäumen; bis hin nach dem uralten Rapperswil Mit seinem, gleich einem Wahrzeichen aus alten, längst verflossenen Zelten weit in die Lande hinausweisenden Schloß, das dem Züricher See hier an seinem anderen Ende dann einen so pittoresken, wirklich großartig schönen Abschluß gibt. Und weiter sieht man von dort oben, in der Ferne hoch sich auftnrmend, die inimer und ewig schneebedeckten Riesen des Schweizer Hochlandes, ihnen vorgelagert die breiten Felsmassen der Santiskette und des Glärnisch. Inmitten all dieses Gewirres vber von Fels, Schnee und Eis zeigt sich einladend herüberlugend die Königin der Berge, die Rigi, und deshalb hat man in neuerer Zeit diesem herrlichen Platz dort droben bei dem deutschen Dichtergrabe auch den Namen „Rigiblick" gegeben. Germaniahügel hatte man den Bergvorsprung früher genannt zil der Zeit, als man die sterbliche Hülle des toten Dichters dort oben zur letzten Ruhe niederlegte; nachdem er schon jahrelang drunten int Tal, auf einem kleinen Friedhof, inmitten der Stadt, still und zufrieden, des Lebens Plage und Mühe ledig, geschlafen hatte. Wie aus den Jahreszahlen auf dem Grabstein zu ersehen ist, erreichte Georg Büchner, dessen Werke übrigens gerade jetzt in einer neuen Ausgabe, herausgegcben von Dr. Paul Landau, erschienen sind, nur ein Alter von noch nicht einmal 24 Jahren. Am 17. November 1813 in Goddelau bei Darmstadt geboren, mußte der junge Stürnier, nachdem er sich im Jahre 1834 an dem hessischen Aufstande stark beteiligt hatte, nach Straßburg flüchten und kam von dort im Fahre 1836 nach sZürich, wo es dem lebenslustigen, frohmütig in die Welt hinausschauenden Jüngling bald gelang, festen Fuß zu fassen. Dort am schönen Züricher See schrieb Georg Büchner auch sein Hauptwerk, das, allerdings durch die soeben- durchgemachte Sturm- und Drangperiode stark beeinflußte Drama „Dantons Tod", dem aber schon eine ganze Reihe kleinerer Dichtungen, die ebenfalls von der ganz ungewöhnlichen dichterischen Begabung Büchners ein geradezu glänzendes Zeugnis ablegten, vorausgegangen waren. Mitten im vollen Schaffen, mitten in einer emsigen, schriftstellerischen, in einer fruchtbaren geistigen Tätigkeit, die zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigten, toitrbe der Dichter von „Dantons Tod" durch ein Nervenfieber plötzlich am 19. Februar 1837 dahingerafft. Die Freundschaft aber, die man dort drüben im fremden Lande dem deutschen Dichter in so reichem Maße entgegengebracht hatte, sie hielt auch über das Grab hinaus stand. Man vergaß seine Ruhestätte nicht; mau pflegte sie sorgsam, und wenn deutsche Brüder und Schwestern nach Zürich kamen, so führte man sie hier nach dem Keinen Friedhof an der Promenade und zeigte ihnen den blumengeschmückten Grabhügel, der die Gebeine Georg Büchners barg. Und so kam es denn auch, daß, als nach beinahe 12 Jahren, nach den schlimmen Tagen des Jahres 1848, Zürich von deutschen Flüchtlingen überschwemmt wurde, sich in einem Kreise jugendlicher Heißsporne der Wunsch rege machte, die sterblichen lieber» reste des so jung Verstorbenen seinem engene<3ra6e zu entnehmen Und ihnen droben am stillen Waldesrande ches Zürichberges in lichter Höhe eine neue Ruhestätte zu geben — für ewige Zeiten! An einem schönen, wonnigen Sommerabend trug man das, was von Georg Büchners sterblicher Hülle noch übrig war, den steilen Abhang hinauf nach dem herrlichen Platz. — Deutsche Lieder ertönten an der offenen Gruft und die Glocken des Groß- münster und des St. Peter, drunten in der Stadt, begleiteten mit ehernen Klängen die liebevollen, von Begeisterung getragenen; Worte, die dem so lange nun schon von der Erde Geschiedenen! hier oben an seiner aller — allerletzten Ruhestätte nachgerufen; wurden. Noch vor wenigen Jahren lebten in Zürich alte, in Ehren! grau gewordene deutsche Männer, die mit Tränen in den Augen dieser für sie unvergeßlichen Stunde gedachten. Die Stadt Zürich aber sorgte in pietätvollster Weise für eine wüMge Umgebung der Grabstätte Und übernahm auch ihre Pflege stlr immer. Seitdem aber hat sich dort oben gar manches geändert! Damals mag es still und traurig auf dem so einsam daliegendeir Bergesvorsprung gewesen fein und nur selten mag sich der Fuß eines! Wanderers, eines Bergsteigers nach dem Dichtergrab verirrt haben. Die kleinen gefiederten Sänger in den Kronen der Lindenbäume konnten damals. ungestört ihrem schlafenden Genossen, drunten in stiller Gruft ihre Lieder singen! Es störte sie niemand! Heute ist es anders geworden! Nur wenige hundert Schritte unterhalb der Grabstätte zeigt sich ein kleines Gebäude, die Endstation der Drahtseilbahn, die jetzt tagtäglich Hunderte und aber Hunderte, ja zur Sommerszeit wohl Tausende von fröhlichen, lebenslustigen Menschenkindern hinauf zur luftigen Höhe bringt. Uird kein Steinwurf weit oberhalb der das Grab beschattenden, groß und stark gewordenen Lindenbäume breitet sich ein großes, weitverzweigtes Gasthaus aus, das den Frenlden, der wundervollen Aussicht hier oben wegen, als Wo*®01* fÜr5er£ ob'er lE für längere Zeit gern emp- So haben es die Zeiten mit sich gebracht, daß das Dichtergrab lemer Einsamkeit und Ruhe so bald wieder entrissen worden ist _ ., "Per .den alten Linden jubelt und tanzt die kleine Welt ote, die Grabstätte letzt umgebenden Ruhebänke werden von geschwätzige Wärterinnen, von Fremden aus aller Herren Länder dre, dem T-ichtergrab selbst vielleicht kaum einen flüchtigen von Neugierde getriebenen Blick schenkend, der schönen Aussicht wegen turze Rast hier oben machen, in Beschlag genommen. — Nur wenige von tonen allem wissen, wer der stille Schläfer dort unten,. Unter der grünen Efeudecke war, was er in so jungen Jahren schon der deutschen Dichtkunst gewesen, welch große Hoffnungen man in; tfreunbeStetfen einst auf ihn und sein so mächtig sich kund- gebendes Talent gesetzt hatte. Wenn aber dann Frau Sonne langsam hinter dem altehv- Alltberg zur Rüste geht, wenn drunten in dem geschäftigen Zurich der weißblinkende Schein des elektrischeii Lichts siegreich die dunkle Nacht durchbricht, wenn die lieblichen „See- tochter , so nennt der Züricher sinnig die kleinen Ortschaften! am See, Licht um Acht aufflammen lassen und zu all diesen; Beleuchtungseffekten drunten im Tal, sich am weiten, dunklen! Himmelszelt droben Sterne an Sterne in all ihrer helleuchtenden! Pracht reihen--dann wird es auch hier oben am Waldes- rand des Zürichberges ruhig und still,--so ruhig und still, tote eä oamals war, als man den stillen Schläfer mit jngendft kräftigen Armen hier hinauftrug zur steilen Bergeshöhe! Biel zu früh ist Georg Büchner dahingeschieden — für sein/ von thm so heiß geliebtes deutsches Vaterland, für die hehre, deutsche Dichtkunst, der er wohl, wenn es ihm vergönnt gewesen wäre, seinen Lebensfaden noch weiter zu spinnen, ein berufenen Führer geworden wäre und nicht zuletzt feinem großen Freundes^ kters, der ihm mit Recht die Worte auf seinem Grabstein >widmetej „Ein früh verwelktes Blatt sank er ins Grab, Der Lieder schönste nahm er mit hinab!" Heimat-, Wohlfahrt- und ttunftpflege auf dem Lande. Im November vorigen Jahres hielt der Kreisverein für ländliche Wohlfahrt-, Heimat- und Knnstpflege unter dem Vorsitz von Dr. Merck im Cafe Ebel in Gießen eine öffentliche Versammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag stand über: „Die Bedeutung der Spiele für die körperliche und geistige Entwicklung der Jugend in Stadt und Land". Es war damals 1. Bereicherung des Turnunterrichtes in Schule und Verein durch Bewegungsspiele gefordert worden, dann 2. Anschluß der schulentlassenen Jugend an Turnvereine, 3. Beschaffung von Spielplätzen, Turnplätzen und Eisbahnen, 4. Einrichtung von Spielnachmittagen, 5. tätige Mithilfe der Lehrer und Pfarrer. < Wie weit diese Anregungen nun schon in die Tat umgesetzt sind, entzieht sich meiner Beobachtung. Ich hoffe, daß manches getan worden ist, aber soweit geht mein Optimismus nun doch nicht, zu glauben, daß diese Anregung allenthalben Früchte getragen hat. Wer auf dem Lande wohnt und unter seinen Bewohnern wirkt, der weiß, mit welchen Schwierigkeiten und Gegensätzen man zu kämpfen hat, wenn es gilt, neue Ideen heremzntragen und etwa eine dieser obengenannten Forderungen in die Tat umsetzen zu wollen. (Der Landbewohner ist nun einmal konservativ, — er ist stolz auf diese Eigenschaft — er hängt mit Leih und Seele am Althergebrachten, er ist mißtrauisch gegen alles Neue und gar oft besonders dann, wenn es vom Lehrer oder Pfarrer herkommt. Er läßt sich nur'schwer überzeugen und will oft nicht glauben, daß beide feine treuesten Freunde find und stets nur fein Bestes int Auge haben.) Will man aber trotzdem mit Erfolg arbeiten, foi darf einen dieser Widerstand nicht entmutigen; ein treues und jahrelanges Ausharren und Festhalten an der guten Idee wird fast immer mit einem Erfolg gekrönt. Einen klassischen Beleg für diese Behauptung bietet uns eine kleine Gemeinde mit kaum 600 Einwohnern im Kreise Gießen. Es ist Langd bei Hungen. Eine Stunde von der Bahn, abseits der Durchgangsstraße nach Nidda, liegt es malerisch schön in einem von Wald umkränzten Talkessel. Hier sind schon seit Jahren alle die Einrichtungen, die der Verein für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in feinem Programm fordert. Die Bereicherung des Turnunterrichts durch Bewegungsspiele ist in der dortigen Volksschule bereits vor zehn Jahren geschehen. Fast an jedem! Sonntag und an allen schulfreien Nachmittagen vereinigt sich die Schuljugend auf dem Schulhofe mit dem Lehrer zu den verschiedensten Spielen. Die Anschaffung der Spielgeräte wurde durch eine Sammlung unter den Ortseinwohnern ermöglicht. Dem vor einigen Fahren vom Pfarrer und Lehrer gegründeten Turnverein hat die Gemeinde- 668 0. K. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießens Auflösung des Rätsels in vorigen Nummer r Speck, Specht. Logogriptz. Liebliche Klänge verleihen nut „o • wir dem Streichinstrumente. Willst du pikanten Genuß, setze statt o nur ein Auflösung in nächster Nummer. China stand damals an der Schwelle eines neuen Zeitalters und vor der Notwendigkeit von Reformen, die die hochmütige Mcmdschudynastie doch nicht bewilligen wollte. Die Folge davon waren unaufhörliche gegen die Fremdherrschaft ' ™ ' richtete Rebellionen, deren letzte nun vielleicht Kaiserkind Pu-yi ein Schicksal bereiten wird, der Mandschu ge- dem vierjährigen wie es RomriluS Vertretung in zuvorkommender Weise einen wunderbar schön i Rechtlosigkeit der in Canton Handel treibenden Europäer zum gelegenen Spielplatz zur freien Benutzung überlassen. Auch I ersten von England gegen China unternommenen Opiumkriege, der eine Eisbahn ist in Langd, die sich allerdings eben noch in I 'm Frieden von Nanking am 26. August 1842 sein Ende fand. Privatbesitz befindet. Die nächste Folge dieser Einrichtung t""~ “ s'"“ ist die Tatsache, daß jetzt fast alle Kinder Schlittschuhe laufen können. Der Segen der Eisbahn ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Während in früheren Jahren, so äußert sich der Lehrer, die Kinder wenige Wochen nach Weihnachten abfielen und bleich, hohlwangig, geistesträge dasaßen, sind I Augustus erlitt/Roms letzter Kaistr." sie eben gerade das Gegenteil; von geistiger Müdigkeit I ----------- ist nichts zu spüren. Den Bemühungen und der eifrigen I Sammeltätigkeit des Lehrers ist es auch gelungen, in Langd I VCrimycPtC» ein reichhaltiges Heimatmuseum einzurichten, das in der I , —Konzertklerder? ^ch weiß nicht, ob es andern auch neuen Sckule unteraebracbt ist I geht, aber nichts ernüchtert mrch Bet den Aufführungen unsrer Aus dem allen aekt hervor düst der Verein für länd- Chorvereine, zumal bei Oratorien, so sehr, wie der Anblick eines lickie^eima^ Gesangskörpers jm Gesellschastsanzug, an dem alle Vorstellungen "chbHeunaü, Wohlfahrt- und Künstpflege nicht zu viel und I steifer Förmlichkeit und mancher Lebenstrivialitäten haften. SBw nichts Unmögliches verlangt. Es gehören nur Manner sonders die Herren im Frack, mit weißer Krawatte, wie zum Ball dazu, die das Vertrauen der Gemeinde besitzen und die I oder zur Soiree hergerichtet, bringen uns die ödeste Lebensprosa gute Sache in Angriff nehüren, mit Treue und Zähigkeit I vor Augen. Warum entwirft nicht ein Maler eine würdige Konzerb-! an ihren Bestrebungen festhalten und so neben der Kultur I toilette, ein talarartiges Gewand, das zeigt, daß sein Träger der Geister in Schule und Kirche ihrer Gemeinde Dienste I einer besonderen Aufgabe berufen ist, ohne darum theatralisch, erweisen, die ihnen in diesem engen Kreis ein bleibendes I Kostüm zu wirken? Dieses Kleidungsstück müßte wohl über Andenken für alle Zeiten sichern. dem^gewohnlichen Anzug getragen werden und ebenso leicht ab- I zulegen als anzulegen fern. Das soll keiner Veräußerlichung ------------ I des Konzerteindrucks dienen, sondern etwas vom Wesen aus^ JfrotttMvrrffhAft hfrt IttnttMAti I sprechen, nämlich, daß die Sänger dort auf dein Podium einen vlk Kremvifkrrflyusl OCi I einheitlichen Verband darstellen und durch ihr ideales Ziel hinaus-. Die in Wutschang am Jangtsekiang ansgebrochene revolutionäre I geschoben sind aus ihrer Umwelt. Vielleicht schreibt irgendein Bewegtmg, deren letzte Ziele sich auf die Beseitigung der in China j großer Verein auf diese Anregung hin einen Preis oder deren seit mehr als einem Vierteljahrtausend regierenden Mandschu-- I mehrere aus auf die beste Lösung der Frage, wie ein solches dynastie richten, lenkt ein allgemeines Interesse auf diese Herrscher- I Gewand etwa auszusehen hätte. Und wenn deren tnehrere ge-< familie, die sich, obgleich dem ächten Chinesentum vollständig volks- I funden werden, um so besser! So käme in das Mld unsrer Konzerts fremd, länger als jede andere jemals dort zur Macht gelangte I doch etwas Farbe und Abwechslung, wenn jeder Gesangverein Dynastie ihre Macht bewahrt hat. Wenn man, wie allgemein I nach seinem Geschmack eine andere in Gebrauch nähme. Von üblich, den Beginn der Mandschuherrschast aus das Jahr 1644 an- I einem höhern Luxus durch die Anschaffung solcher Kleidung setzt, in dem Huai-Tsung, der letzte Kaiser aus der Ming-Dynastie, I darf natürlich keine Rede sein. Unsre Juristen haben durch ihrs durch Selbstmord endete, so bedarf dies einer kleinen Korrektur. I Talare auch nicht Mehr-, sondern Minderkosten gegenüber der Schon im Anfang des 12. Jahrhunderts waren die Mandschu, ein I Zeit, da sie im Frack zu erscheinen hatten. Die Konzertkleider Hauptzweig des turanischen Volksstammes der Tunguien, die zwischen I sollten so einfach wie nur möglich sein, sie wirken in der Masse dem Amur und dem Sungari ivohnten, politisch soweit erstarkt, daß I ohnehin nicht durch Eleganz und Schmuck, sondern durch geschmack- ihr Häuptling Aguta sich im Jahre 1115 zum Kaiser ausrufen lassen I vollen Schnitt und schöne ruhige Farbe. konnte, und daß seine Nachfolger einen großen Teil Chinas mit I kf. Was ein Freitag, der 13., ko stet. In diesem der Hauptstadt Jenking (dem heutigen Peking) eroberten, das sie I Monate trat der immerhin nicht allzu häufige Fall ein, daß „Tschungku", d. h. die „Kaiserstadt der Mitte" nannten. Schon im | der 13. auf einen Freitag fiel. Abergläubigen Menschen mußte Jahre 1234 wurde aber durch die Nachfolger des Dschengis-Chan I dieses Zusammentreffen als ein kritisches Ereignis erster Ord- der Macht der aus ihrer Mitte hervorgegangeuen Dyimstie Kin, die I nung gelten und höchste Vorsicht zur Pflicht machen. Was ein Beni Lande neun Herrscher geliefert hat, ein Ende gemacht. Die | solcher Aberglaube für einen Einfluß auch auf das wirtschaftliche Mandschu, die damals von den Chinesen „Mutsche" genannt wurden, I Leben haben kann, lehren einige Zahlen, die sich auf die Einsätzen sich zur Auswanderung gezwungen und ließen sich im heutigen f nahmen französischer Eisenbahnen beziehen. In Paris sanken Liautmig nieder, um erst 400 Jahre später wieder als Eroberer an j die Einnahmen der Omnibusgesellschast am fraglichen Tage um den Grenzen deB-Riesenreiches zu eischeinen. I 8 Millionen Mark; die Südbahn büßte 12y2 Millionen ein, Einem Teckfürsten, dem in zahllosen Geschichtsbüchern hoch- I eine andere Eisenbahngesellschaft mehr als 10 Millionen. Er- gepriesenen Taitsu, der als Kriegsheld und Gesetzgeber gleich be- I wähnt möge in diesem Zusammenhänge auch werden, daß im deutend war, gelang es im Anfang des 17. Jahrhunderts, viele bis I Jahre 1885, als der 13. März auf einen Freitag fiel, die dahm voneinander unabhängige Tungusenstämme zu einem Volke I Pariser Theater 12 Millionen Mark weniger Annahmen als zu vereinigen, das in gemeinsamer Stoßkraft der Herrschaft der I am Vorabende. durch Eunuchen- und Haremswirtschast entarteten Dynastie Ming 5 * Englische Stilblüten. Eine amüsante kleine Aus- ein schnelles Ende bereitete. Nachdem der letzte Ming-Kaiser Hnai I lese von Stilblüten ans große» englischen Zeitungen stellt der Tsung, ein wohlwollender, aber schwacher Mann, feiner Gemahlin, I „Charivari" zusammen. Ta liest man z. B. irn,Daily Chroniele": seiner Tochter und sich selbst den Tod gegeben hatte, konnte Taitsus I „Die Feuerwehrmannschaften wurden Herren der Flammen, ehe das Nachfolger, Taitsong, bereits den Titel des „Gebieters des Mittel- I Feuer Zeit gewinnen konnte, Schaden anzurichten, aber das Haus reiches" annehmen, und mit der Eroberung von Peking im Jahre I war vollkommen niedergebrannt und sämtliche Maschinen beschä- 1644 begann die in nur 15 Jahren zu Ende geführte Unterwerfung I digt." Sehr vorsichtig urteilt die „Daily Mail": „Es ist umnög- be§ weiten Reiches. Schon sein Sohu Tsching-tsu, der in den I sich, zu sagen, wie viel Flugzeuge es gegenwärtig in der Welt gibt. Annalen unter dem Regierungsnamen Khang-shi gefnürt wird, | Manche behaupten, es gäbe sogar noch mehr." Von verdächtiger geriet mit den Sibirien erobernden Russen in einen langjährigen I Logik ist die Meinung des „Standard", wenn er versichert: „Für Krieg, der erst durch den Frieden von Nertschinsk im Jahre 1689 I einen dauernden Wohlstand ist der Frieden die erste Notwendigkeit, beendet wurde. Der von dem Jesuitenpater Adam Schall aus I Glücklicherweise besteht kein Grund zur Annahme der Wahrschein- Köln und aiideren jesuitischen Missionaren erzogene Kaiser war I lichkeit dieser Katastrophe." In einem Bericht über die Begegnung ein großer Gelehrter und hat sich durch die Herausgabe des nach I der „Columbia" mit einem Eisberg erzählt der „Weckly Despatch" ihm benannten Wörterbuches und der großen, Enzyklopädie „Chin- I voll Stolz: „Der Mann auf dem Ausguck war bewunderungs- tlng-tushu-chi-cheng", die 5020 Bände umfaßt, einen bleibenden I würdig; unerschüttert fuhr er fort, seine Pflicht zu erfüllen, obgleich Namen geschaffen. Unter dem 4. Mandschnkaiser Kao-tsung (Kien- I er unter tausenden von Zentnern Eis begraben lag." Von der lung), ber von 1736 bis 1795 regierte, gelangten Reich und I rätselhaften Geschwindigkeit eines Fliegers berichtet der „Daily Dynastie auf den Gipfel ihrer Blüte. Kaiser Kia-king (1796 bis I Mirror": „Der Flieger verschwand mit der Schnelligkeit des Ä gegen dessen Herrschaft von geheimen Gesellschaften zahlreiche I Bogens eines Pfeiles." Zum Schluß eine nicht ganz glaubwürdige Ausstaiide angezettelt und gegen dessen Person zweimal Attentate I Versicherung des „Evening Chroniele": „Da waren 50 Personen von Mitgliedern des Geheimbimdes der „weißen Lilien" unter- 1 auf einem Platze, der nicht imstande gewesen wäre, zehn auf- nommen wurden, glaubte das Sinken feiner Regierungsmacht durch I zunehmen." unsäglichen Hochmut ersetzen zu können. Unter feiner Regierung — wurde der Russe Gras Jurij A. Goloivin an der Grenze zurück- gewiesen, weil er sich weigerte, vor einem mit einem gelben Tuch bedeckten Tische den Kotau zu machen. William Pitt Baron Bmheast aber ließ er aus Peking ausweisen, weil dieser es ab- kehnte, sich unmittelbar nach seiner Ankunft noch in Reisefleidern vor den Kaiser schleppen zu lassen. Unter Hsuan-Tsnng, genannt Tao-Kuang (1821—1850), führte die nicht mehr zu ertragende