Donnerstag den 24. August L ws'! ! J AM äTJM ji 11 i'®O MlLl gSMä ig||g K;:® irnnimül Das nette Mädel. Noman von Fedor von ZobelttK (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Trautes Kopf zuckte höher: „Bon Dewa — mir? Was ist nett. Warum ist er so plötzlich auf und davon?" „Weil er Sie heiraten wollte. Und da hat ihn fein Vater auf ein Probejahr nach Neuyork geschickt. Er soll sich besinnen. Wenn er zurückkommt und seine Neigung geblieben ist, darf er um Sie anhalten." Traute schwieg eine geraume Zeit. Sie bildete sich ein, sich verhört zu haben. Das war ja ganz verrückt! „Erlauben Sie, lieber Herr Eggenolph," begann sie endlich von neuem, „habe ich Sie richtig verstanden: Fred wollte mich heiraten — mich, Traute Köhler?" „So ist es. Außer meinem Vater bin ich der einzige, der e,s weiß. Mir hat er sich anvertraut. Ich soll Ihnen auch sagen, daß er fest bleiben wird." „Das freut mich. Aber mich dünkt, es wäre besser gewesen, er hätte es mir selbst gesagt." „Das wollte er nicht. Er ist abhängig von seinem Vater." „Herr Eggenolph, Sie werden mir doch zugeben, daß das eine sehr närrische Geschichte ist." „Das kann ich nicht finden, gnädiges Fräulein. Dewa hat ehrlich and vornehm gehandelt. Er liebte Sie, konnte aber nicht ;unt Sie werben, ohne die Einwilligung seines Vaters. Die steht ihm in Jahresfrist bevor. Nun wartet er." ,,Fd'hne zu wissen, ob er auch meiner Neigung sicher ist." „Er fürchtet nur einen Nebenbuhler." >,Und der wäre?" Eberstedt." Traute verschränkte die Hände im Schoß und schaute in die tosenden Wasser zu ihren Mßen. Bor Everstedt hatte auch der kleine Dewa sie gewarnt. „Er ist falsch wie Galgenholz," hatte er ihr in der berühmten Sonntagsversammlung zugeflüstert. Und damals schon hatte sie sich gefragt: was will der Dewa? Seine Augen hatten so lebhaft gesprochen und seine Stimme einen so zärtlichen Klang gehabt. Wer an den Ernst seines Werbens hatte sie nicht geglaubt. Nun war es doch so gewesen — und sein Vater hatte ihm eine Wartezeit auferlegt. Das war ähnlich wie mit der Probe Max Roeßlers. Die hatte sie nicht bestanden; würde der hübsche kleine Fred wohl fester bleiben? Um ihren Mund lag ein sinnender Ausdruck. Nun aber rankte die Oberlippe sich ein wenig nach der rechten Seite auf: wie höhnisch. „Also Herrn Everstedt fürchtet er?" fragte sie. „So sagte er mir. Wer das sind drei Wochen her. Inzwischen würde sich seine Meinung vermutlich geänder t haben. Es heißt allgemein, daß die Verlobung Eberstedts mit der Komtesse Andrea Liebenau nahe bevorstehe. Bei dem Gesandten selbst solle davon gesprochen worden sein." Die Augen Trautes schauten starrer in das Wasser hinein. Sie nickte wie zustimmend. „Das hörte auch ich," entgegnete sie. „Aber selbst, wäre das nicht der Fall: Dewa irrt sich. Er hätte Ever- 'tedt nie zu fürchten brauchen. Es gibt kaum einen Menschen, der mir so gleichgültig ist wie er." „Dars ich das Dewa schreiben? Und dars ich hmzu- sügen —" , Er brach ab. Er fühlte, wie die Hand Trautes plötzlich fest seinen Unterarm umspannte. „Noch nicht," sagte sie. „Ich will ein kurzes Bedenken. Wer ich verspreche Ihnen, bis zu Ihrem Sommerfest sollen Sie wissen, ob ich mich mit Fred Dewa verlobt fühle." Eggenolph neigte verbindlich den Kopf. „Ich danke Ihnen. Und ich hoffe auch für meinen Freund Fred. Also bis zu unferm Sommerfest. Schade, daß Sie abgesagt haben." Traute zog ihre Handschuh straffer. „Ich habe es mir überlegt. Was mich anfänglich abstieß ■—" , „Ahne ick beinahe. Wer ich gebe Ihnen mein Wort: es steckt keine Frivolität hinter der Idee. Beweis: auch Moebius ist bei der Sache. Nur die Häupter unserer guten Stadt fehlen. Im Senat schäumt man, nachdem man aus dem Ehrenkomitee ersehen hat, daß unser lustiges Fest seriösen Zwecken dienen soll. Aber man schäumt umsonst. Da Prinz August an der Spitze steht und em Trw von Ministersgattinnen, so müssen auch die Mütter sich fügen." Auf dem Klivpenvorsprung an der Tür des Leucht- turms wurden in diesem Augenblick die drei übrigen Herren sichtbar. c, „Hallo!" rief Eggenolph ihnen zu. Eine freudige Botschaft, Gentlemen: Fräulein Köhler hat sich eines Besseren besonnen und wird doch unsere Märchenkönigin!" Ein dreifaches Hurra scholl zurück. Traute war auf den Stein geklettert, stand hier im Winde und schwenkte grüßend ihr Taschentuch. Die Stellung erschien Eggenolph ängstlich. „Um Gottes willen Vorsicht, gnädiges Fraulem," bat er. „Der Stein ist glatt. Geben Sie mir Ihre Hand." Sie tat es. Wer sie verweilte noch einen Augenblick in ihrer Stellung. Ihre Augen blitzten. Sie neigte den Kopf vornüber und lachte auf. „Ein Sprung," sagte sie, „und feiner braucht mehr zu warten. Ich nicht und Dewa nicht, und —" „Kommen Sie!" rief Eggenolph. Seme Hand preßte die ihre. „Setzen Sie den Fuß hierher — auf diese Stelle . . nun hierher — und hierher. . . Gott sei Dank! Wahr- hastig, einen Augenblick hatte ich Angst/' Sie sprang hurtig über die letzten Klippen. „Warum? ries sie. „Ist denn das Leben so kostbar?" Immerhin des Lebens wert," entgegnete Mursmna, 6-* 526 « ^Mrtederici hat die Wette gewännen. Er keuchte zwar, voer er bezwang sich. Wir haben im Hotel Rose ein Diner bestellt, gnädiges Fräulein: so gut es um diese Zeit in ssonderkroog zu ermöglichen ist. Dürsim wir Sie unter» tänigst bitten, unser Gast zu sein? Wir wissen wohl, daß dazu eigentlich auch noch eine Dame d’honneur nötig ist. Aber wir haben keine." Traute verneigte sich. „Ich danke Ihnen. Es wäre schmählich, wenn ein Mitglied der Goldenen Horde sich -Unter den Seinen nicht am sichersten suhlte." .Wieder antwortete ihr ein Hurra. Dann ging es in rasender Fahrt nach Sonderkroog zurück. Die Herren freu» ten sich über die Ausgelassenheit Trautes. Aber sie war launisch. Plötzlich verstummte sie. Sic lachte nicht mehr, sie sprach kaum noch. Und dicht vor dem Dorfe erklärte sie, daß §ine rasende Migräne sie gepackt habe. Dagegen helfe nur Bettruhe. So setzte man sie denn bei Frau Möchtet ab. Die vier Herren sprangen vom Wagen und begleiteten sie bis zur Tür, und hier wollte Wilm Noeldechen nochmals ein Hoch aus sie ausbringeu. Aber sie winkte abwehrend mit der Hand. Und die Herren erschraken fast, denn nun sahen sie erst, wie weiß das Gesicht Trautes war. * , Zwei Tage später erhielt Traute eilt liebenswürdiges Briefchen der Gräfin Hönigswald: für den Abend hätten sich ein paar Gäste nngcsagt — ob Fräulein Köhler ihr nicht auch die Freude ihres Erscheinens machen wolle. Ganz kleiner Kreis; bitte einfachste Toilette; sieben Uhr. Traute nahm an. Am Tage vorher hatte ihre Mutter mit Helene sie besucht und ihr neue Wäsche und für alle Fälle auch das Libertykleid mitgebracht, das aufgearbeitet worden war. Darüber freute sich Traute sehr; nun konnte sie sich doch in einem anständigen Kostüm in der Villa Hönigswald zeigen. Die Mutter war übrigens jämmerlicher Laune gewesen. Der Vater klage ihr über die schlechte Geschäftslage die Ohren voll; er habe seinen ganzen Kredit erschöpft, um sich über Wasser zu halten, aber die Verhältnisse spitzten sich immer bedrohlicher zu. Sein drittes Wort sei „sparen"; du lieber Gott, sic spare sowieso schon an allen Ecken und Enden, aber leben müsse man doch . . Es war die Litanei, die Traute seit langem kannte. — In der Villa Hönigswald war die erste Etage erleuchtet. Als Traute in den Salon trat, fuhr ihr der kleine dicke Graf mit seinen halb tänzelnden, halb gleitenden Bewegungen sofort entgegen, führte sie zunächst zu seiner Fran, die ihr mit ihrem freundlichen Ballerinenlächeln die Hand reichte, und stellte sie dann vor. ß'mmer mit derselben Handbewegung und fast denselben Worten: „Fräulein Trante Köhler — unser erster Saisongast — unser erstes Sommervögelchen . . ." und zwinkerte mit seinen kleinen vergnügten Augen und neigte die Glatze, über der ein Rest blond- grancr Haarsträhne gescheitelt und kunstgerecht verteilt war. Fremd waren Traute nur ein Waldenburger Dragoner- major mit seiner Gattin, ein alter Regimentsfreund des Kurdirektors, und ein holländisches Ehepaar, das mit der Gräfin verwandt war. Die übrigen kannte sie: den ersten Bürgermeister mit seiner Frau und Fräulein Henny, den Tiermaler Hans Eggers, Fräulein von Simkowitz und den Polizeihauptmann von Löneysen, der in Zivil erschienen war. Henny nahm sie sofort in Beschlag und ging wispernd mit ihr in eine Ecke; sie hatte bereits von Noeldechen gehört, daß Traute das Märchenfest im Juli mitmachen wollte, und war ganz selig darüber. Traute war ein wenig benommen zumute: sie wußte nicht recht weshalb. Das Herz war ihr schwer; sie fühlte es wie eine Last in der Brust. Irgend etwas bedrückte sie; ein dumpfes Ahnen, über das ihr die Eindrücke der Umgebung forthelfen sollten. Sie ließ den Blick rastlos durch den kleinen Salon, schweifen, der mit seinen lackierten Möbeln und der flüchtigen Tapezierkunst etwas sommermäßig Improvisiertes an sich hätte. Sie betrachtete ein Bild an der Wand: weidende Schafe von Hans Eggers, lauschte wieder dem lachenden Geflüster Hennys und versenkte sich dann in die Physiognomie des alten holländischen Herrn, dessen weißumbnschtes rosiges Gesicht von matt- violetten Falten durchfurcht war. Zwei Diener reichten Tee und Gebäck. Die kleine Gesellschaft hatte fich bereits in Gruppen geteilt, und die Unterhaltung schwirrte lebhaft durcheinander. Der Major von Zehren war erst vor vier Wochen nach Waldenbürg verseht worden und konnte sich noch gar nicht in die neuen Verhältnisse finden. Dazwischen wurde der gefällige Diplomatenbariton des ersten Bürgermeisters hörbar und das rauhe Organ des Polizeihauptmanns; Fräulein von Simkowitz sprach in zartem Diskant, ohne daß sich dabei in ihrem emaillierten Gesicht ein Zug veränderte; der alte Holländer, ein Jonkheer van Beek, in weichem Baß mit sonorer Betonung der Vokale; seine sicher fünfundzwanzig Jahre jüngere, etwas kokette Gattin kicherte gern in den gurrenden Lauten einer verliebten Turteltaube. Von einer Gruppe zur anderen glitt und tänzelte Graf Hönigswald mit gesträubtem weißen Schnurrbart und "einem humoristischen Faltennetz um die zufammengekniffenen Aengelchen. Nun aber wandte er sich der Eingangstür zu. „Meine verehrte Exzellenz," rief er und nahm die Hände aus den Taschen seines Smoking. -Meine gnädigste Komteß. . ." Ein langer dürrer Herr mit schütterem, spärlichem Haar auf einem interessanten Birnenkopf war eingetreten. Ein großes schönes Mädchen folgte ihm; sie lächelte konventionell, während die Flügel der gerade geschnittenen Nase leicht zitterten, als störe sie ein unangenehmes Parfüm. Hönigswald sauste umher. „Exzellenz Graf Liebenau — Komteß Tochter," sagte er mit rundender Handbeweguitg. Die aus der Freistadt kannten den Gesandten längst; auch der Major frischte sofort eine geineinsame Erinnerung auf. Die Holländer wurden besonders vorgestellt, und dabei erfuhr mau, daß der Jonkheer van Beek Kabinettschef der Königin war und Frau van Beek eine direkte Kusine der Gräfin Hönigswald: „Auch eine geborene Gräfin Lennep — tote ich, liebe Exzellenz," sagte die Hönigstoald, „ober von dem Wijkschen Zweige . . ." (Fortsetzung folgt.) Geschichte des Postwesens im Grostherzogtum Hessen. Von M. Koehler und R. Gold m a n n. VI. U ebergang der Verwaltung von Taxis ans Preußen. Unter dem Einflüsse der allgemeinen Entwicklung in d'ett vierziger und fünfziger Jahren hatten sich in den meisten Staaten die Posten, die bisher kleinlich auf Erzielung einer tunlichst hohen Rente eingerichtet waren, schnell zu billigen, der Allgemeinheit dienenden Berkehrseinrichtungen, zu Staatsverkehrsanstalten, entwickelt. Nur die Thurn und Taxissche Verwaltung behielt im allgemeinen den Charakter eines mittelalterlichen Regals und Privatmonopols. In Hessen traten die Mißstände der Taxisschen Verwaltung dank der kraftvollen Haltung der Ober-Postinspektion nicht in dem Umfange zutage wie in den anderen Ländern des Taxisschen Postgebiets. -Jedoch fehlte es auch hier nicht an begründeten Klagen, hie jnamentlich 1864 in der hessischen Ständekammer laut wurden und schon damals zu einer Beseitigung bet Taxisschen Post drängten. Mer erst die politischen Ereignisse des Jahres 1866 brachten die Auflösung der Taxisschen Verwaltung, dnrch Vertrag vvm 28. Januar 1867 ging das gesamte Thurn und Taxissche Postwesen mit Wirkung tont 1. Juli 1867 ab auf den preußischen Staat über. Gemäß Artikel 1 Punkt 7 dieses Vertrags, Artikel 10 des am 3. September 1866 in Berlin zwischen Hessen tmd Preußen- abgeschlossenen Friebensvertrags und den Bestimmungen des Vertrags vvm 19. Juli 1867 kamen auch die hessischen Posten vom 1, Juli 1867 ab unter preußische Verwaltung. An die Stelle des Großh. Ober-Postamts, das bereitsj feit dem Amtsantritte des Ober-Postmeisters Psaltz (1863) *) und bet gleichzeitig erfolgten Umwandlung der bisherigen Ober-Postamts- expedition in Darmstadt in ein selbständiges Postamt unter Leitung des Postrats Müller als Verwaltungsbehörde vvm Betriebsdienste getrennt worden war, , trat eine Kgl. Preußische Ober-Postdirektion. Dieser wurde die gesamte Verwaltung des Postwesens in Hessen, das int Frieden vom 3. September 1866 die heutigen Grenzen erhalten hatte, unterstellt. Die Leitung der Ober-Postdirektion übernahm der Ober-Postdirektor von Vahl**)< Psaltz erhielt am 1. Juli 1867 die Vorsteherstelle beim Postamt 1 in Darmstadt u. wurde am 1. März 1868 zum Postdirektor ernannt. Tie Tienstgeschäfte der seit 1807 bestehenden Großh. Ober-Post- inspektion übernahm eine Großh. Kommission für Postangelegenheiten, die bis 1875 bestand. Ebenso wie die Ober-Postinfpektiont *’> Die Vorgänger pes Psaltz waren die Ober-Postmeister Nebel 1803 bis 1842 und Reuning 1842 bis 1862. . **) Die Nachfolger des Wahl waren die Ober-Postdirektorenr Deininger 1872 bis 1880, Hagemann 1880 bis 1888, Geheime Ober-Postrat Clavel 1888 bis 1897, Maier 1897 bis 1900, Holfeld 1900 bis 1902 und Geheime Ober-Postrat Kobelt seit 190T 527 Erjofe!« auch bereit Organe, die 7,Postdeputierten", außer Wirksamkeit. Tie bisherigen „Großh. Hessischen Postämter" erhielterr die Bezeichnung „Kgl, Preußische Postämter"; sie führten neben dem hessischen Wappen das preußische und tourdeu nach preußischem Vorbild in Postämter I. und II. Kl. und Postexpeditionen I. Mnb II. Kl. eingeteilt. Tie seit dein Jahre 1860 bestehenden Postablagen wurden, da entsprechende Einrichtungen in Preußen Nicht bestanden, enticeber aufgehoben oder in Postexpeditionen! II. Kl. umgetvandelt. Die Großh. Hessischen Postbeamten erhielten preußische Uniform und würden, tvie dies noch heute mit sämt- lichen BMiuten nnb Unterbeamten, ausschließlich der bei der Ob er-P ostbir ektion beschäftigten, vom ÄaiTev zrr eritennienbeit^ höheren Beamten geschieht, voM Könige von Preußen ernannt. Mr die Folge sollte nach Artikel 4 des Vertrags vom 19. Juli 1867 bei der Wahl der zur Wahrnehmung des Dienstes bei den Postanstalten im Großherzogtum erforderlichen Beamten vorzugsweise auf Landesängehörige Mcksicht genommen werden, insoweit solches mit dem Interesse des Postdienstes vereinbar erscheint. Auch wurde bestimmt, daß bei Besetzung der Borsteherstellen der Postämter etwaige Wünsche der Großh. Regierung tunlichste Be- pucksichiiguug sinden und ihr vom Freiwerden solcher Stellen Nachricht gegeben werde. Die vorhandene!: Großh. Hessischen Postbeamten wurden entsprechend ihrer seitherige!: Dienststellung iunb den erworbenen Rechten in die bei der preußischen Post bestehenden Beamtengruppen eingeordnet. Die Taxisschen Post- tzehilseu traten in die Klasse der preußischen Postexpeditionsgehilfen, die Praktikanten, die die Taxissche Dienstprüsung noch Nicht abgelegt hallen, in die Klasse der preußischen Posteleven, die geprüften dagegen in die der preußischen Postassistenten; die Taxisschen Assistenten und Sekretäre in die Klasse der vreußischon Sekretäre und die Vorsteher der Postexpeditionen I. und II. Kl. in die Gruppe der Postexpedienten und Postexpebiteure. Bezüglich der Gebühren bestimmte das General-Postamt in Berlin untern: 20. Juni 1867, daß für die Brief- und Fahrpost- seichungen zwischen den seitherigen Thürn und Taxisschen Poft- dnstalicn untereinander die bisherigen Thürn und Taxis chen Gebührensätze auch für die Folge, für die Sendungen zwi cheix den "seitherigen Thürn Md Taxisschen Postanstalten und den änderen (nicht preußischen) Postgebietei: des deutschen Postpereins die Postvereinssätze Und für den Verkehr zwischei: den Kgl. Preußische!: Postanstalten und denen des seitherigen Taxisschen Post- bezirkes die preußischen Gebührensätze in Anwendung kommest sollten. Gleichzeitig mit diesen Gebühren wurde bei den Postanstalten des ehemalig Taxisschen Postgebiets, also auch in Hessen, der in Preußen bereits seit Anfang der fünfziger Jahre bestehende Post- «nweisuügsdie::st eingeführt. Ferner kam die beim Publikum unbeliebte Scheingebühr von 2 Kr. für Eiulieferüngsscheine in Wegfall, ebenso das bei den Postablagen bisher noch erhobenes Ortsbriefbestellgeld. Ferner wurde an: 1. Juli 1867 das den Taxisscheu Postbeamten, ihren Angehörigen Md selbst den Post- halteru nachgelassene Portofreitum (Ober-Postamts-Zirkulare vom 24. März 1812) aufgehoben. Man nimmt an, daß durch! den, übrig en§ an höchster Stelle bekannten, Mißbrauch dieser Ver- günsttgung der Taxisscheu Verwaltung an Porto etwa 10 000 bis 15 000 sl. jährlich entgangen waren. VII, D i e Norddeutsche Bü nd espo st 1868 bis 1871. Die Gründung des Norddeutschen Bundes brachte mit der politischen Einigung zwischei: den Bundesgliederu auch die Einheit des Postwesens für das Bundesgebiet. Gemäß Artikel 48 der Bündesverfasfung trat vom 1. Januar 1868 ab auch in ganz Hessen, das bezüglich des Postwesens nach Punkt 6 der Äus- führungsbestiinnruirgen zum Friedensvertrage vom 3. September 1866 vollständig zum Norddeutschen Bunde gehörte, an die Stelle der preußischen Verwaltung diejenige be£ Norddeutschen Bundes. Durch Allerhöchsten Präsibial-Erlaß von: 1. Januar 1868 Würde die Leitung des gesamten Postweseus dem Bundeskanzler Und die Verwaltung dem General-Postamt des Norddeutscher: Bun- des übertragen. Die Ober-Postdirektionen und Postanstalten er- hielteu die Eigenschaft von Bundesbehördei: und wurden bern- entsprecheub bezeichnet. Zur Befestigung der neugeschasfenen einheitlichen Einrichtung Md Verwaltung traten am 1. Januar 1868 das Gesetz über das Postwesen des Norddeutschen Bundes vom 2. November 1867, das sich eng an das preußische Postgesetz vom 5. Juni 1852 alt» lehnte, das Posttaxgefetz vom 4. November 1867 und eine neue Postordnung vorn 11. Dezember 1867 in Kraft. Die Portofreiheiten im Gebiete des Norddeutschen Bundes wurden dürch das Gesetz vom 5. Juni 1869, das noch heute gilt, geregelt. VIII. D i e Reichsp 0 st. Durch bei: Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges wurde die neu organisierte Norddeutsche Bundes-Post vor schwierige Ausgaben gestellt. Zunächst galt es innerhalb 14 Tagen die erforderlichen Feldpostanstalten auszurüsten. Von dem Perfonale des Ober-Postdirektioiisbezirkes Darmstadt würden 68 Mann zur Armee, 14 Mann zur Feldpost und 52 Mann zum Relaisdienst eingezogen. Die von der Obcr- Postdirektioi: Darmstadt auszurüstende Feldpostexpedition für die Großh. Hess. (25.) Division mit 5 Beamten, 4 Feldpost?chasfuern. ft Feldpostillionen, 2 Fahrzeugen und 11 Tienstpserden war bereit! 5 Tage vor Ml auf der vierzehntägigen Frist marschbereit. Während des Krieges erforderte die Aufrechterhaltung des heimatlichen Postbetriebes die Anstrengung aller Kräfte, zumal in Darmstadt und Mainz die zahlreiche!: Kriegsgefangenen eine bedeutende Steigerung des Postverkehrs herbeigeführt hatten und außer den an die Armee, die Feldpost und zum Relaisdieust abgegebenen Kräften noch weitere 5 Beamte und 1 Unter-beamtet; den neuen Ober-Postdirektionsbezirken Straßburg und Metz ju? geteilt werden mußten. Die glänzenden Waffentaten der Verbündete.!: führten noch während des Krieges am 18. Januar 1871 zur Proklamation des Deutsche!: Reiches. Der Zusammenschluß der deutschen Staaten zu einen: Bundesstaate gab auch der Post einen größeren Wirkungskreis, neue Aufgaben und Ziele. Durch das Gesetz vom 16. April 1871, betreffend die Verfassung des Deutschen Reiches, wurde entsprechend den Bestirn- mungen der Norddeutschen Bundesverfassung das $ofttoefci: der Gesetzgebung des Reichs unterstellt. Das Postgebiet erweiterte sich durch die Ausnahme des Reichslandes und Badens zürn Reichs-Postgebiete. Auch für Bähen: und Württemberg, die zwar ihr selbständiges Postwesen behielten, wurde durch Artikel 52 der Reichsverfassung die Gesetzgebung über die Vorrechte der Post, über die rechtlichen Verhältnisse der Post zum Publikum üsw. dem Reich übertragen. Sämtliche Reichs-Postbehörden führten fortan die Bezeichnung „Kaiserlich". Die Unterscheidung der Postämter in solche I. und II. Klasse wurde aufgehoben; die Post- -expeditionei: I. Klasse erhielten die Bezeichnung Postverwaltungen und die bisherigen Postexpebitionen II. Klasse die Bezeichnung Postexpeditionen. Dank der politischen Einigung und des nach dem Kriege ein» setzeichen wirtschaftlichen Aufschwunges nahm der Postverkehr, der ja stets ein getreues Spiegelbild des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens ist, immer gewaltigere Ausdehnung an. So mußte schon in: Jahre 1871 zur Bewältigung des starken Verkehrs auf den: Laude eine neue Klasse von Postanstalten — die Post- agenturen — eingerichtet werden. Hessen erhielt zunächst 13 Postagenturen; im Jahre 1891 Waren bereits 171 und Ende September 1907 250 solcher Postanstalten im Betrieb. Tie Einrichtung dieser bot der Postverwaltung auch die Möglichkeit, die Bestellbezirke der Landbriefträger zu Dert'teinen: und die Bestellung und Einsammlung der Postsendungen des länd- licheu Verkehrs erheblich zu beschleunigen. Auch die Zahl der Landbriefträger wurde von Jahr zu Jahr bedeutend verstärkt; während im Jahre 1862 das gesamte Landbestellpersonal im Großherzogturne 158 Mann zählte, toerben gegenwärtig 500 Mann im Landbestelldienste beschäftigt. Unter diesen sind 73 Land- briefträger im Interesse größerer Sicherheit der Sendungen, schnellerer Beförderung und namentlich im Interesse eines ausgedehnten Paketbestelldienstes, sowie um dem Publikum eine wem: auch beschränkte und einfache Reisegelegenheit zu bieten, mit Fuhrwerk ausgerüstet. Zur weiteren Verbesserung des Landbestelldienstes hatte die Ober-Postdirektion in Darmstadt im Jahre 1880 in einer Denkschrift beim Reichs-Postamte die Einrichtung von Hilfs-Post- anstalten in den an Landpost!- und Eisenbahn-Kursen gelegenen kleineren Orten vorgeschlagen. Die Anregung fand die Billigung des Reichs-Postamts und es wurden, zunächst versuchsweise und bald darauf endgültig, in: ganzen Reichspostgebiete Hilfspost- ianftaltei: eingerichtet, die die Bezeichnung „Posthilfstellen" erhielten und den Zweck hatten, als Stützpunkte und Ergäuzimgen des LaUbbestelldienstes zu dienen. Dementsprechend haben sie jneben dem Verkauf von Postwertzeichen die Einlieferung von Postfendungen zu erleichtern, indem sie diese Sendungen an den Landbriefträger oder an die den Ort berührende Post (Botenpost, Personen-Kariol- und Bahnpost usw.) übergeben; auch beteiligen sie sich an der Aushändigung angenommener Briefe, Zeitungen und gewöhnlicher Pakete. Ende 1881 waren in Hessen 80 Posthilf- stellen vorhanden, jetzt sind 581 in: Betrieb, (Schluß folgt.) Unser nächtliches Brot. Daß nicht immer die parlamentarisch regierten Länder die vorgeschrittensten in Fragen der sozialen Fürsorge ober Volks- Hygiene sind, zeigt sich recht deutlich wieder in, England, mo bie Regierung, nicht ohne Widerstand zu finden, endlich barm: geht, für eins der wichtigsten und mit ber Volksgesundheit aufs engste verknüpfte Gewerbe menschenwiirbige Existenzbedingungen durch Gesetz festzulegeii. In saft asten zivilisierten Staaten hat das Backerei- geroerbe eine gefetzliche Regelung erfahren, m England aber noch nicht, nnb jetzt, da man bie Notwendigkeit hierfür emsteht, bringen die Zeitungen, um ber Regierung ihren Standpunkt vor dem Par- lameiit zu erleichtern, eine Uebersicht der gesetzlichen Bestimmungen, bie in anderen Ländern zum Schutz des täglichen Brotes und derer, die cs backen, bestehen. Interessant ist besonders die H-eststestung de? . Daily Chroniele", daß die Kolonien das Mutterland in dieser Beziehung längst überflügelt haben. Und das trifft natürlich dovvelt schmerzlich. In Neu-Süd w ales dürfen die Backer in der Woche nur 48 Stunden regulär arbeiten, alles, roa§ darüber 528 hinausgeht, wird als Ueberstunde gerechnet und bezahlt. Backstuben und Läden müssen gekalkt und gestrichen sem. Backereien dürsen keine Schlasräume enthalten, und das Gesetz dehnt den Begriff Bäckerei auch auf »irgend einen Raum, in dem das Rohmaterial lagert", aus. In Südaustralien sind m Bezug auf Schlafgelegenheit in Bäckereien ähnliche Bestimmungen getroffen, sowie weitere sanitäre Maßregeln angeordnet. Arbeitszeit 54 Stunden inkl. 6 Stunden für Mablzeiten und Ruhepausen; in Westaustralien 52 Stunden für Brotbäcker, 48 für Kuchen-und Biskuitbäcker; in Victoria 48 Wochenstunden, Ueberstunden sind pro rata temporis plus ein Drittel zu bezahle», doch sind von diese» nur 3 Stunden an einem Tag und 40 Stunden im Jahr als Höchstmaß erlaubt. Jeder dritte Dienstag int Januar ieden Jahres ist ein ganzer Feiertag, an dem weder Brot gebacken, noch geknetet werden darf. Aehnliche Bestimntunge» gelten für Q u eens» land und Neu-Seeland. Auch in Kanada sind die Gesetzgeber dem Mutterlande vorangegangen unb JEjaben in Ontario g. B. sogar den Verkauf von Backwaren am Sonntag verboten, sowie strenge sanitäre Maßregeln angeordnet und die Arbeitsstunden beschränkt, ebenso Manitoba und British Kolumbien, wo Ueberstunden von einer schriftlichen Erlaubnis des Poltzei- inspektors abhängig sind und Personen unter 14 Jahren überhaupt nicht in diesem Gewerbe, solche unter 18 Jahren nicht zwischen 9 Uhr abends und 5 Uhr morgens beschäftigt werden dürfen. „ Diese Nachtarbeit, die aus unserem täglichen Brot ein nächtliches macht, ist von jeher der dunkle Punkt des Bäckereigewerbes geivesen, und hier haben die Gesetze zuerst eingegriffen. So ist in Deutschland durch den Bundesrat am 4. März 1896 bestimmt, daß in den Bäckereien, in denen nachts gearbeitet wird, das Tagewerk 121/» Stunden für den Erwachsene» unb 10% bis 11% Stunden für den Lehrling nicht übersteigen darf. Die sanitären Bestimmungen sind nach preußischem Muster in fast allen Bundesstaate» eingeführt. An erster Stelle in der Fürsorge für feine Bäcker steht Finland, wo seit 1906 die Arbeitszeit 48 Stunden in der Woche ober 10 Stunben am Tag ohne Rücksicht auf Alter unb Geschlecht nicht übersteigen darf. Nur 100 Ueberstunden im Jahre sind erlaubt, und alle Nachtarbeit (von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) ist verboten. Die sanitären Bestimmungen verlangen u. a. für jeden Arbeiter ein Minimum an Luftraum von 10 Kubikmetern. Nächst Finland hat Italien seit dem März 1908 alle Nachtarbeit von 9 Uhr abends (Samstags von 11 Uhr abends) bis 4 Uhr morgens verboten, spezielle hygienische Bestimmungen aber leider nicht getroffen. In dieser Beziehung gehe» die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit gutem Beispiel voran, wo die Arbeitszeit, außer in Pennsylvanien und New-Jersey, zwar nicht festgelegt ist, aber die strengsten sanitären Maßregeln vorgeschrieben sind unb scharf kontrolliert werben. Vermischtes. kf. Wie das italienische Königspaar durchs Fen st erineine Kirche stieg, darüber geht gegenwärtig eine hübsche Anekdote in der römischen Gesellschaft unt. In der letzten Zeit Hatten trotz der drückenden Hitze, die auch auf Rom lastet, der König und die Königin Von Italien im Quirinal Aufenthalt genommen. Eines Morgens beschloß das Paar, die alte kleine Kirche Von Palombara-Sabina zu besuchen und sie Verließen Rom im Automobil, nur Von dem Chauffeur und einem Adiutanten in Zivil begleitet. Vor der Kirche angekommen, stieg man aus, Und der König fragte einen auf dem Platze vor dem Gebäude herumstehenden Bauern, wo man den Schlüssel zur Kirche bekomme. „Dort beim Küster, Herr," sagte der Mann, „in dem Häuschen der Kirche gegenüber." Unglücklicherweise aber hatte der Küster den Schlüssel verlegt. Er suchte ihn überall Unb fand ihn nicht. Aergerlich über das Mißgeschick, wollte das Königspaar schon wieder in den Wagen steigen, als der Küster vertraulich sagte: „Hören Sie, wenn Sie unbedingt in die Kirche hineinwollen, so gibt es ein Mittel." — „Welches?" fragte sofort lebhaft die Königin. „Es ist da ein Fenster, das immer offen steht. Ich will eine Leiter holen, dann können Sie in die Kirche hineinfpringen." Der König begann zu lächeln. Dies Verfahren erschien ihm aber entschieden ein wenig zu gefährlich, zumal für die Königin, die doch an solche Kunststücke nicht gewöhnt ist. Diese aber griff den Vorschlag des Küsters auf und war bereit, jenen ungewöhnlichen Weg in die Kirche zu benutzen. Kurz, die Leiter wurde geholt, die Königin kletterte gewandt die Sprossen hinauf und sprang durch das Fenster in die Kirche hinab. Desgleichen tat bann der König und so konnte das Königspaar in der Kirche seine Gebete verrichten. K.--K. Die neue Pelzmode hat die Aufmerksamkeit der Jäger Und Kürschner, aber auch der Damenwelt auf die zahlreichen Pelz träger des deutschen Waldes gelenkt; vvn einem seltsamen Vertreter dieser Pelzträger berichtete das neueste Heft des „Kosmos", Handweiser für Naturfreunde (Stuttgart), Im Flußgebiet der Aller, Leine und Oker gabi es früher ein Jagdtier eigener) Art, den Nörz, auch Krebsotter, Steinhund, Wasserwiesel oder Wasiermenk genannt, in den alten Jahrbüchern dagegen zum Unterschied vom größeren Fisch- oder Flußotter als Sumpfotter bezeichnet. Der Nörz erfreut sich heute eines besondeven Interesses! der JaMoologÄr unb' Jäger, Keil es Sie Entscheidung der WAgR gilt, ob er, wie vielfach behauptet wird, in der allerjüngsten Zeit in Deutschlantz ausgestorben ist, vder, wenn auch unerkannt, noch weiter existiert. In den alten Jagdregistern der Grafen Schulen- burg-Wolksburg findet er sich regelmäßig mit auf geführt; er wurde hier in den Sumpfniederimgen der Aller gefangen nndi geschossen. Besonders zahlreich wird er niemals und nirgends aufgetreten fein, während fein größerer Vetter, der Fischotter (schlechtweg Otter; der Laie beneimt ihn fälschlich als eine Schob wo hl diese Auszeichnung nur dem Otterngezücht, Kreuzotter usw.- zukommt), bevor die jetzige, durch die bedeutende Hebung Setz Zucht und Haltung wertvoller Edelfische bedingte scharfe Verfolgung einfefete, sich oft an fischreichen Wildbächen in recht fataler Weise konzentrierte. Jedenfalls rechnet das Jagdgesetz! noch mit ihm, denn es führt Unter den jagdbaren Tieren „Ottern an: es muß also der zoologisch zwischen dem Fischotter und dem Iltis (mit dem er häufig verwechselt wird) stehende Nörz als Otte« angesehen sein. Der amerikanische Nerz oder richtiger ebenfalls Nörz ist ja durch sein kostbares Pelzwerk den meisten wenigstens vom Ansehen bekannt, während unser deutscher Nörz vielen Jägernj auch dem Namen nach fremd ist. Die Lebensweise und die häufig Unzugänglichen Aufenthaltsorte des Nörzes in Deutschland, wo ex überhaupt «noch vorkommt, bringen es mit sich, daß er sich der Beobachtung fast ganz entzieht. Der Nörz liebt die brüchigen unb schilfreichen Umgebungen von Seen und Flüssen, wo er, tote der Iltis, seine Wohnung auf einer Kaupe (Bülte) oder Erhöhung im Gewürze! von Erlenbäumen, doch immer in möglichster Nahe des Wassers, anlegt, und mit wenigen Ausgängen, die nach der Wasserseite münden- versieht. Während der Iltis, aus dem Bau oder sonstwie gestört, sich durchaus nicht zu Wasser lagen läßt- sondern stets seist Heil in der Flucht auf dem Lande sucht- wo er Schlupfwinkel in hinreichender Menge kennt, plumpst ber Nörz unter solchen Umständen sofort senkrecht , ins Wasser *unä taucht fort. Eine Verwechslung ist also gar nicht Möglich. Es gelingt selten, den Nörz int Wasser zu schießen, da er lange unter der Oberfläche bleibt und stets an einer entfernten Stelle wieder zum Vorschein kommt. Die Spur ist der des Iltis so ähnltch- daß selbst der geübte Jäger leicht getäuscht wird, da sich bet tu big er Gangart die charakteristische kurze Schwimmhaut auch int weichen Boden nicht abdrückt. „ ~ ™ * Im Löweukäfig. In der französischen Stadt Beaucaite Bot vor wenigen Tagen ein Löwenbändiger 100 000 Franks dem, der den MUt habe, feinen Löwenkäfig zu betreten. Betretenes Schweigen ringsum, bis schließlich mit raschen Schritten ein Mann vortrat, der erklärte, er nehme das Anerbieten an. Nunmehr gewaltige Aufregung bei allen Anwesenden. Im Augenblicke batte sich das Riesenzelt, in dem der Tierbändiger „arbeitete", vollständig Mit Menschen gefüllt. Der Tierbändiger, der dachte- er habe einen verkleideten Konkurrenten vor sich, bemühte sich, rnhig zu bleiben. Auch der Fremde zeigte eine ruhige Miene. Man nähert sich dem Käfig. Der Löwe knurrt leise . . . „Wollen Sie wirklich immer noch hier eintreten?" — „Aber natürlich, Freund!" Der Löwe zeigte seine Zähne unter fürchterlichem Brüllen. „Nicht hineingehen! Nicht hineingehen!" schreit die Menge. „Ich gehe hinein," erwidert, voll Mut sich umschauend, der kühne Fremde; „wo ist die Tür zuM Käfig?" — „Kommen Sie!" — „Eine Minute!" sagte in diesem Augenblicke schnell der Fremde, „Sie müssen nur eine einzige Vorsichtsmaßregel treffen. „Ja? Welche?" — „Lassen Sie doch zunächst Ihr Tier hinaus." — „Wie?" — „Ja, mein Bester, glaubten Sie Senn, ich werde in Ihren Löwenkäfig hineingehen, solange der Löwe drinnen ist? * Heümkehr.t Sie: „Warum hebst du denn den KM nicht. Der ist dir wohl zst schwer?" — Er: -,Ne, ne — ich hab' bloß so Angst, ich seh' dich doppelt." * In der Schule. Lehrer: „Nur einer hat auf Erden gelebt- der ohne jeden Fehler, der stets ein Muster war, wer wat das?" ” Der kleine Karl: -Mutters erster Mann-" Ratsei. Ich treibe Maschine», ich spende dir Licht, Bin nützlich, ja fast entbehrlich, Laß aber die Vorsicht nie außer Acht Bei mir, sonst werd ich gefährlich. Ein Zeichen nur setz meinem Namen hinzu: Du heißt mich nun herzlich willkommen. Ich weile nicht lange, sogleich geh' ich fort, Nachdem kurze Rast ich genommen. Auflösung in nächster Nummert Auflösung des magischen Zahlenguadrats in voriger Nummert 11 340 534 437 437 534 340 11 340 11 437 534 534 437 11 340 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Dietzen.