8 W 8 4i M« niÄtJp. MMrWMZ KWWU! M MM EB iherseloide. Slot»cur von Georg Freiherrn von Ompted'G (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Ich betrachtete stumm Herzeloide, die mit wahrer Begeisterung gesprochen hatte. -Sie schien ganz aufzugehen im ihrem Muiterberuf, sie, die doch eigentlich noch so jugendlich aussah, die etwas ganz Mädchenhaftes hatte. Ich- glaube, yiemano würde sie für eine Frau gehalten haben. Wie ich dieses selbstvergessene Wesen so besah, kam ein« Rührung über mich im Gedanken daran, daß es Menschen gab, die nicht dem «igelten Glücke nachjagten, sondern sich für andere opferten. -Ich mochte gelächelt haben, denn Herzeloide fuhr eifrig fort: — Es klingt wohl anmaßend, was ich da sagte, ich dächte, ich wäre ihnen eine Mutter geworden; aber mein Mott, Sie wissen, ich meine -es nicht so. Ich will damit nur Lagen, ich gebe mir alle Mühe, sie zu erziehen, ihnen die Mutter zu ersetzen. Ale Mühe! Und kann man denn mehr? Ich weiß, was ich an meiner Mütter gehabt habe. Ich stehe heute ganz allein auf der Welt. Ich will ihnen dies traurige Schicksal ersparen. Ich- muß den beiden Mädchen Kater und Mutter ersetzen, ihnen das Elternhaus geben und das ist uin so schwerer, als wir aus Rat des Arztes noch ein oder zwei Jahre d-en Winter im Süden zubringen sollen. Die ältere, Marie, ist ein wenig schwächlich. Mcht krank, nein, nur zart. Und ihr Kater ist an einer Lungenentzündung gestorben! Da soll man Vorbeugen, sagt der Arzt. Eine Gefahr ist nicht, doch da die Mädchen sehr wohlhabend' sind, rann man es schon tun. Ich habe -die Erzieherin und noch eine Lehrerin mit in Mentone. Ja, ja, wir sind eine große Familie! . Herzeloide lächelte. Ich lachte. Sie ntckte und tief: Jawohl: Mama, Fräulein, Mademoiselle, Agath-e, Helene — nun ist das nicht eine ganze Karawane? — Wer ist denn Mama? Sie sind doch „Kusine"? — Mama? Das bin ich. Die Mädchen nennen mich Mama. Ach Gott, ich bin ja auch schon so alt! In diesem Augenblick kam die Erzieherin mit den beiden „Kindern" Herzeloidens vorüber. Sie lächelten ein wenig Verlegen, indem ihre Blicke mich streiften; aber als sie aus ihrer „Mama" ruhten, lag solche Liebe, solches Vertrauen in ihnen, daß ich unwillkürlich ausrief: — Die haben Sie gern! Ihre Augen strahlten: Ich muß es wenigstens glauben! Nein, ich weiß es'. Uüd es tut wohl, wenn man das weiß und sonst allein steht in der Welt! -Es war etwas seltsam Trauriges in dem Ton gewesen- mit dem sie sprach. Mich berührte es. wie Las. Erklingen einer verwandten Saite. Dies eine Wort schien all die Empfindungen der Einsamkeit, die mich so oft quälten, angerührt zu haben. Ich fühlte die trostlose Berlassenhech meines eigenen Daseins. Ich dachte nicht an die oft lustigen Stunden im Kameradenkreise, ich empfand nur jene Momente, wo ich von bett Glücklichen, die Frau und Kind besaßen, fordgeschlichen war in meine öde Wohnung. Und ich sagte vor mich hin: — Auch ich stehe ganz allein! Dann schwiegen wir beide. Ab und zu kamen -Spaziergänger vorüber, hier und da flog ein Wort von ihnen zu uns in den verschiedensten Sprachen. Ein. gleichgültiges Wort, wie man denn Bestes und- Tiefstes sich wohl nicht mitteilte auf der Terrasse des Spielpalastes von Monte Carlo. Aber mir schien das alles so konventionell, so fern, so fremd, so kalt, daß meine Stimmung der seelischen litt- behaglichkeit nur noch wuchs. Ich ärgerte mich fast über dieses Wiedersehen mit Herzeloide. Drüben in meinem kleinen Hotel, in meiner gänzlichen Einsamkeit, hatte ich mich so wohl gefühlt unter den Menschen, die ich tonnte und die mich nicht kannten. Hier aber, wo ich zum ersten Mal eine Seele traf, der ich- verbunden gewesen, fand ich mich fremder denn drüben unter den Fremden. — Ich war allein, sie hatte die Mädchen, ihre ganze große Familie, wie sie es genannt. Sie war ja der beiden „Mama . Aber was ging sie mich an? Was hatte sie mit mir zu tun? Eine Bitterkeit stieg in mir auf, wie ich sie manchmal als Knabe empfunden, wenn ein Spielkamerad einen Dritten mir vorzog. Und ich erhob mich plötzlich. Herzeloide blickte mich erstaunt an. Sie schien fragen zu wollen: „Was habe ich denn getan?" Aber ich sagte nur, ich müsse fort, sonst erwische ich nicht mehr den Zua Sie machte keinen Versuch- mich zu halten. Ich sagte nicht einmal den beiden kleinen Mädchen Lebewohl, die ich tn der Ferne mit der Erzieherin stehen und auf das Meer hinausblicken sah. Ich ging wie ein dummes, schinollendes Kind voir dannen, innen im Herzen das bittere Gefühl: sie hat ja ihre Lieben, ihre Familie — und ich stehe allein- ganz allein auf dieser Erde. Ich wandte mich nicht um. Ich- sah' nicht ihr Gesicht. Lachte sie mich aus? Blickte sie mir nach? Hatte sie nm, eilt wenig Mitgefühl? Verstand sie meine Seele? h, Herzeloide? Aber schon in der Eisenbahn kam die Reue. Ja, ich schämte mich eigentlich meines Benehmens. Es war doch wie ein törichter Knabe gehandelt! Und als ich wieder tn Pernese ankam, war ich fest entschlossen, am nächsten Morgen nach Mentone zu fahren und mich bei Herzeloide zu ent» schuldigem besah die Blumen, starrt« auf die leise anlaufenden Wo-gen, die sich am Strande kräuselten; ich war zerstreut. Weine Gedanken irrten unwilMrM 264 Nach der Terrasse von Monte Carlo zurück, nach d'er Bank, auf der wir gesessen — zu Herzeloide. O, ich wußte genau, was das bedeutete: es war nichts anderes und nicht mehr als die Aussprache, die mir so lange gefehlt hatte. Wenn ich irgend einen Bekannten aus Berlin wiedergetroffen hätte, es würde das Gleiche gewesen sein. Wer ich fühlte mich an diesem Abend zum ersten Male in meinem 'Hotel tödlich einsam. Mein Freund, der Kellner, spürte etwas davon. Er war eine brave Seele und begann sich sofort Mühe zu geben, mich aufzuheitern, indem er mir beim Diner alle Neuig-- keiten des Tages erzählte: Exzellenz Braumüller aus Dresden hätte diese Woche eine Hotelrechnung von über ein- tausendzweihuikdert Francs gehabt; Misses Cooper aus St. Louis wäre heute nach dem Dejeuner am Strand spazieren gehend ins Meer gefallen und nur mit Mühe aus dem Wasser geholt worden. Sie hätte sich aber auch schon um acht Uhr eine Flasche Madeira aufs Zimmer kommen lassen. Ein Onkel des Esquire Robinson aus Leeds sei eingetrofsen, um, wie man annehmen könnte, den jungen Mann vor weiteren Spielverlusten zu bewahren und nach England zurückzuholen oder doch wenigstens zu beaufsichtigen. Die Fürsorge des Onkels hätte aber damit begonnen, daß beide Herren, nachdem sie ein und eine halbe Stunde im Park auf einer Bank gesessen, schließlich doch mit dem Zuge sechs Uhr fünfzehn Minuten nach Monte Carlo gefahren wären. Als ich Signor Quarti nicht bei seiner Familie sah Sterte mir mein Leipziger zu, auch er hätte sich Onkel Neffe angeschlossen, nachdem er seinen Eltern gesagt, er hätte solche Kopfschmerzen, daß er lieber gleich zu Bett ginge. Das heiterte meine Laune auf, und ich gewann wieder Spaß, an her menschlichen Komödie zu empfinden, die sich hier im Speisesaal täglich vor meinen Augen abfpielte. Als nun gar noch ganz unerwartet zwischen den Sternkreuz- damen und den drei westfälischen Schwestern eine Annäherung sich vollzog, indem die Gräfin Chadenski sich von dem ältesten Fräulein von Roking den Almanach der fürstlichen Häuser ausborgte, den jene aus irgend einem Grunde mit zu Disch gebracht, da ward mir ganz gemütlich zu Sinn. , Es war köstlich, zu beobachten, wie die Damen aus Münster, Graz und Magenfurt sich in Gotha zusammenfanden, und wie zuerst die Gräfin, dann die Baronin Köfler von Simmbach sich an den Tisch der Roten Erde setzten, Zigaretten anboten — die übrigens dankend abgelehnt wurden — und schließlich eine innige Gemeinschaft bildeten, indem sie die Köpfe zusammensteckten und immerfort zu Madame Chappuis hinüberblickten. Diese hatte abermals eine neue Toilette an. Weiß der liebe Himmel, wo jbie alle herkamen. Geld genug mochte sie jedenfalls gekostet haben. Vielleicht war der Herr Gemahl deshalb heute auch so besonders in sein Schicksal ergeben als echter Franzmann neben der Dame seines Hauses das fünfte Rad am Wagen zu sein. All diese kleinen Erlebnisse von Menschen unter Menschen heiterten mich auf. Als ich mich auf mein Zimmer zurückzog, pfiff ich mir eins, ordnete im Gefühl größten Wohlbehagens meine Habseligkeiten, die Schreibmappe, die Federn, eine Keine Vase, in der ich meist ein paar Blumen, diesmal einen Veilchenstrauß, den ich in Pernese gekauft, stehen hatte. Das habe ich auf Reisen immer getan, diese kleinen Gegenstände machen ein Dutzendzimmer persönlich und gemütlich. Dann folgte ich meiner üblen Gewohnheit und legte mich mit einer Zigarre zu Bett. Ich ließ meine Gedanken wandern. Ich dachte an diese Begegnung nach so vielen Jahren mit Herzeloide. Ich empfand etwas wie Neid, das IGefühl: sie ist im Hafen und du irrst noch herum, denn nichts anderes ist meine Existenz. Da überkam mich wieder dieses fürchterliche quälende Bewußtsein der Einsamkeit, das in den letzten Jahren fortwährend steigend meine Seele bedrängt hatte. Ich war j.n meinem Zimmer, in meinem Leben allein, uird ich würde wohl allein bleiben auf immer und ewig. Und wie ich daran dachte, packte mich ein Grauen und dann, nachdem ich es kaum abgeschüttelt, eine unsägliche Unruhe, daß ich aus dem Bett sprang und hin und her lief. So konnte ich nicht schlafen, das wußte ich. Ich setzte mrch also m erneu Stuhl und begann zu lesen. Irgend ein Buch, das ich gerade da hatte. Ich glaube, es war ein fvanzösischer Siomatt, den ich aus dem Bahnhof gekauft. Aber meine seltsame Stimmung war nicht zu bannen. Ich warf den Band fort, kleidete mich an, mit dem' Gedanken, hinunterzugehen, um eine Stunde am Meer auf und ab zu laufen. Aber mir kam der sehr vernünftige und nüchterne Gedanke, erst einmal hinauszublicken, welches Wetter es sei. Und vorsorglich, ehe ich den weißen Fensterladen öffnete, drehte ich erst das elektrische Licht aus. Ich war zweifelhaft, wie es draußen ausschauen könnte. Es ging mir, wie wenn man in der Nacht in einem Hotel angekommeu ist, die Gegend nie zuvor gesehen und, bei der Nachtfahrt, halb verschlafen, sich nicht Rechenschaft gegeben hat, welches Wetter es war, und nun beim Erwachen im halbdunklen Zimmer mißmutig sich die Augen reibt. Man bildet sich fest ein: „Natürlich Regen!" Dann schlägt man die Läden zurück und hellster, zitternder Sonnenschein trifft das Auge, der Himmel ist blau, die Vögel singen in den Büschen dem neuen Tage entgegen. Alles Frieden, Luft, Luft, Licht! Erwartungsvoll öffnete ich das Fenster und stieße die Läden ein wenig zurück. Hurra, ich erblickte die Sterne. Nur matt zwar, denn als ich nun ganz ins Freie schaute, sah ich eine Mondenlandschaft vor mir, wie ich meinte, sie während der ganzen Zeit hier am Meer noch nicht erblickt zu haben. Und ich war von dem Bilde, das sich meinen erstaunten Augen bot, so ergriffen, daß es langer Zeit bedurfte, ehe ich mir einen Stuhl ans Fenster rückte, darauf knieend, die Arme auf das Fensterbrett gestützt, hinausschaute, diese stille Abendpracht mir tief in die Seele zu saugen. Vor mir lag es wie dunkelflüssiges Blei: das Meer. Es war, als bildeten sich dickere Schichten darauf, die über die schon -erstarrte Fläche, nun selbst fest werdend, hinwegj- liefen. Die Ränder erkannte ich jetzt als Wellen. Vorn, nahe, gerade unter mir, lebte die Flut, schwankte, spielte, spiegelte, blitzte und perlte in tausend geschliffenen Facetten wie ein Brillant ani anderen auf langen Nadeln an zitternden Spiralen in einem schwarzen Haar. Drüben schnitt das Kap, an dessen Spitze ich so viÄ Stunden verträumt hatte, das Bild mit seiner dunklen Masse ab. Die einzelne Zypresse sah ich starr und steif gegen das glitzernde Meer. Und bei langem Hinstarren war es mir, als neige sie sich rechts und links, ganz langsam in immer gleicher Bewegung: die Täuschung durch den blitzenden, zitternden Hintergrund des Wasserspiegels. Der Park, der Garten zeichnete sich ab im milchig fahlen Licht des Mondes, den ich nicht sah, der wie eine seltsame unsichtbare nächtliche Sonne von hinten das Bild beleuchtete, daß die Bäume lange, hohe spitze Schatten warfen und es unter und hinter den Büschen dunkelte in kur-geballten Schattenkugeln. Gleich weißen Strichen, weißer noch als das weiß« Mondenlicht, leuchtete der Küstensaum. Waren es die Kiesel, waren es die Schaumspitzen der Brandungsstreifen? Da rührte sich ein Luftzug in der unbewegten Luft, kein Wind, nur ein sanftes, süßes Wehen, -in Blasen wie wenn ein Mensch hastig an uns t)orii6ercjeij. uno mau die Bewegung spürt, indem uns ein Hauch, ein Duft trifft von ihm. Ein Hauch, ein Duft wehte herauf. Der Duft der! jungen Frühlingsblumen drüben -auf den Beeten, die in glühendem Farbenslor standen. Dieses sanfte Wehen, das yrir die Gerüche all der duftigen, zarten Blumengebilde zusührte, die rings gierig die Sonne erwarteten, um immer neue und neue Blüten zu erschließen, dieser kosende Hauch der Natur traf mich, daß es in meinem Herzen erwachte wie ein neuer sLenz der Jugend. Ein seltsam banges, seliges Gefühl nahm mich gefangen. Ein Erhabensein, ein Erdeneutrücktwerdeit, das zurückkehrende Bewußtsein, daß uns Menschen allen noch eine Hoffnung bleibt. Das Bewußtsein, daß keiner von uns wirKich allein ist auf dieser Erde, solange noch di« Erinnerung uns unterhalten kann. Sie umgaukelte mich mit den Gedanken an längst entschwundene Zeit der Begeisterung, da ich die Natur um mich genoß wie ein junges freies wildes Tier, das ungebunden umherschweift, das di« Luft atmet mit vollen gesunden Lungen, ein Jüngling, der das Licht der Sonne auf sich strahlen läßt und spricht: „Es ist eine Lust zu leben." (Fortsetzung folgt.) — 256 Wir einen gefälligen Vevattdabau mit farbigen Gläsern, den Restant rant du Parc. Ihm steht entgegen ein altägyptischer Bau, der Pavillon der Schokoladenfabrik Tälmone. Dahinter wuchtet ein viereckiger Riesenkasten, der Palast der Elektrizität. An ihn schließt ich westlich ein Kolonnadenrund, strahlend weiß, das als Fang- arme für den modernen Quadratbau der Automobilschau dient. Weiter flußaufivärts ragt wuchtend ein Kuppelbau mit vier Kreuzarmen, die auf den ersten Blick Bahnhofshallen gleichen. Der noch sehr unfertige, gewaltige lichte Bau, der später stehen bleiben! oll, ist für Presse, Buchdruck und Kunst bestimmt. Mit ihm kontrastiert durch kleinere Verhältnisse, der zierliche Kuppelbau in Rokoko des Ministeriums der Finanzen und der Staatsmonopole! ür Tabak, Salz und .Chinin. Dessen Nachbar ist der im naj- tionalen Stil gehaltene türkische Pavillon. Jetzt aber wenden wir den Blick aufwärts zu einer Hauptsehenswürdigkeit. England hat durch Gröste wirken, zugleich aber kokett-graziös kommen wollen. Seine Villenanlage ist halb Vignola, halb heiteres Ber- äilles, aber alles in riesigen Verhältnissen. Im Tal sehen wir einen Teich mit Steingruppen ä la Bernini geziert, hinter ihm! zieht sich eine Rampe, die zum Teil an Vignolas Schloß Caprarola, zum Teil an Villa Lante in Bagnaia bei Viterbo erinnert; auf der Hochebene prunkt dann das Säulenhallenhalbrund, dessen Enden von offenen TempelcheN, die aufsitzen, gebildet sind. An vielen privaten Kiosken vorüber kommen tmr im Halbkreis der schattigen Allee an den Po. Welch herrlicher Anblick! Das ist Pracht und geschmackvolle Pracht, was das andere Ufer bietet. Im Westen beginnt die Flucht der Prunkpaläste — auf Säulen steht ihr Dach — der rumänische. Seme Rundbogen- fenster sind schlank und dünn, wie nach einer Entfettungskur, seine Dachzierden gleichen Eierbechern mit grünm Eiern, und doch wirkt das Ganze erfreulich. Neben ihm flußabwärts folgt der färb en schöne siamesische Palast mit den zierlichen, an der Spitze mit Hahnensporen gezierten gelbblauen Doppeldachern nna der schönen Terrasse und dem spitzen Dachturm im Mittelpunkt!.. An ihn stößt eine langgereckte Vornehmheit, der weiß funkelnd« Palast der Vereinigten Staaten. Er stellt eine Kette von Säulen- ässaden dar, die in der Mitte einen großen Barockdreieckgiebel und rechts und links zwei kleinere zeigt. Die schlängelnde Allee zieht uns letzt landeinwärts zum. russischen Palast, einem flachgebogenen Hufeisen, dessen beide Fuß« dorische Tempel scheinen, freilich mit Riesensäulen, wie sie dl« Jsaakkathedrale in Petersburg zeigt, nur daß sie weiß, diese aber braun sind. Das rotbraune mittelalterliche Schloß des alten Parks unterbricht das Kaleidoskop der Zementbauten der Ausstellung mit seiner altersgeheiligten, rotbraunen Ziegelsoliditat, zwingt uns aber auch zu einem Umwege, der zu der neuen Pobrucke hinaufführt. Auf ihr rufen wir mit Augustus , Plaudite amici! Blicken wir nach Norden, so sehen wir links den im Versailler Stil gehaltenen würdigen Bau der Stadt von Paris Ul ge- dämpftem Braun, dann in der Achse der Brücke den phantastych- reichen Palast für die Schauspiele, ganz spielerisches Barock-Zucker- werk Dann bestaunen wir die breite Brücke )eI6|t mit ihrem Seitenschmuck, der Mlee von Vikorien tragenden hohen Säulen und geradeaus nach Süden staunen wir über eine stolze Treppen- und Fassadenanlage, die an die spanische Treppe tn Rom mit dem Kloster Trinita di Monte ähnelt. Diese Anlage ist das architektonische Milieu für die Riesenkaskade der fontarne lummeuse. Schauen wir flußaufwärts auf den Platz zwischen der Biwke und idem Palast der Vereinigten Staaten, so werden wir D e u t s ch e mit patriotischem Stolz erfüllt. Dieser Prunkbau kann ficfc Wert lassen, obgleich sein rechter Flügel länger ist als der sinke. Diesmal haben wir England geschlagen. Dies erscheint mit seiner Barockvilla als slirt-nation, wir als die vornehme Arlstokratlit aus besserer Famflie. Die Mitte des weißen Baues der glücklich Palladios Säulenfassade mit dem Barock verbindet ist ein großer Kuppelhallenbau, zwei fleinere Kuppen folgen rechts und links. Schön sind die Antiken. Nie hat mir die Kaiserkrone besser gefallen, als wie sie auf der Hauptkuppel aufsitzt. Weiter flußabwärts links von der Brücke stolziert sehr mieten flnle Frankreich mit einem an guadratischen Vorsprüngen reichen Rokokopalast. Ihm schließt sich der spanische und argentinische Palast an, bent an Flusseswand die fkuteieii Nationen. mit ihren Pavillons folgen. Wir wenden uns landeinwärts. Hinter dem phantastischen Palazzo degli Spettaeoli folgt rechts die an- mtitiae Dorfanlaae des Touring-Klub und links der schone Bau der Post und Telegraphie. Daran stößt der Sitz des Ausstellnugs« komitees, das den leichten Gartenhäusern gleicht, wie sie die Zopfzeit in ihren Orangerien lBersPiel: Straßburg und Mmena) zu errichten pflete. Dann ist unsere Wanderung zu Ende. Nachdem wir so die schöne Ausstellung in ihrer Außenseite ihrer gleißenden Schale kennen gelernt haben, sind wir auf ihren Kern gespannt. 101 Aus den Programmen der vornehmen Uonzertgeber des UonZertjahres 1909A0. (Eins statistische Aufstellung von ErnstCyallier fest., Gießen.) Der alljährlich von der Firma Breitkopf U. Härtel heraM- geg ebene Opernstatistik möchte ich heute eine solche für die Konzerte Turin und seine Ausstellung. f^1 Professor C. A. Borges« klagt in seinem Buche „Deutschland Pott heute" darüber, daß die Deutschen nie nach Turin gingen, weil Goethe dieses nie besucht hätte, und so kämen sie um die Gelegenheit, sich davvns zu .«erzeugen, daß Italien auch eine reinliche und elegante.Stadt besitze. Es ist wahr, Turm wird von den Deut schm schmählich vernachlässigt. Freilich, wer nur flüchtig es sieht, ist mit seinem Urteil schnell fertig : „Eme langweilige Stadt mit quadratischen Blocken a la Mannheim, eine Stadt, die mehr französisch als italienisch ist. Wahr ists, die Stadt sieht auf den ersten Blick französisch aus, die Einwohner sprechen auch einen Dialekt, der französisch klingt, die Frauen haben nichts von italienischem Typ' ^n fte sind hochgewachsen und rotwangig, die Männer sind preußisch steif und nmchen einen verzweifelt nordisch soliden Eindruck, auch sind me Laben elegant, wie bei uns. Wer, wenn man herumschlendert, entdeckt man so viele interessante Ziegelbau-Barockpalaste, wie das Hospital, und vor allem den Palazzo Carignano, den Meister Juvara schuf, und in dem Paolina Bonaparte hauste und Cavour vor dem Parlamente die Einheit Italiens proklamierte. Ferner sieht man das alte Kastell, an dessen grauen Mauern setzt Mandelbäume rotleuchtend blühen, und das stattliche Königsschloß, uM von den reichen Museen zu schweigen. DaNn kommen die vielen Denkmäler, die uns von den Savoyen, diesen italienischen Hohen- zollern, erzählen und von den Einheitsaposteln, wie den Philosoph Gioberti. Sehenswürdigkeiten sind auch die alten Cafss vor allem das CafS S. Carlo, politischen Angedenkens, das an Venedigs Cafe Florian erinnert. Schließlich sind auch die alten büirgerliichen Hotels nicht zu verachten, wo die Zimmer alle auf durchlaufende Balkons int Hofe hinaus gehen, von denen man sie auch betritt. Welche Küche bieten sie! Feinschmecker subisieren! Dabei haben sie auch Weine, die nicht zu verachten futo; denn Asti liegt nur eine Stunde Bahnfahrt von Turin. Notabene dasselbe Asti, das den spumante erzeugt, hat auch eme große deutsche Brauerei, die ganz Pirmont mit gutem Bier versorgt. Wem das alles nicht genügt, der lasse sich in eme einheimische Familie einführen, und er wird sehen, was Gastlichkeit heißt. Schwärmt er aber für Landschaftspracht, so steige er auf den minaretähnlichen, eisernen Turm der Mole Antoniella, oder auf die Kapuzinerkirche jenseits des Po, oder fahre hinauf Mr Grabkirche der Savoyer, die Superga; das Alpenpanorama mit dem hermelinmantelgeschmückten Monte Rosa, das er von da erblickt, wird ihn in hellstes Entzücken versetzen. Jetzt zur Osterzeit gibt es indes noch anderes zu schauen. Die Vorstädte halten Feste ab, die an unsere Kirchweihen erinnern. Da sprießen Juxplätze aus dem Boden und Tanzplatzbühnen im Freiem auf denen ein Brio herrscht, wie in Paris am Bastillenfest. Nichts merkt man da von piemontesischer Steifheit. Von piemontestscher Steifheit zeugen auch die Unterhaltungen nicht, die man letzt führt. Im Gegenteil man ist sehr lebhaft und neidisch auf Rom. Turin als erste Hauptstadt Italiens hat bekanntlich Rom, der jetzigen Hauptstadt Italiens, die Ehre nicht gegönnt, das nationale Jubelfest der Nation allein zu feiern, und sicherte sich so die Internationale Industrieausstellung. Rom hat inbeffen ein wärmeres Klima und konnte schneller bauen, ist also fertig geworden. Turin aber, dessen Ausstellung Ende April feierlich eingeweiht wird, dürfte vor Eiide Mai nicht fertig fein. Das hindert nicht, daß schon jetzt die Ausstellung einen imponierenben Charakter hat. Sie wird sich sicher sehen lassen können und die Simploiiausstellung von Mailand im Jahre 1906 gewaltig übertreffen. Ihre durchgehende Note ist Barock, Barock des Juvara durch alle Nüancen hinüber zum ftanzöfischen Rococo. Der Haupteingang stellt einen Rococoportikus dar, der viele Blumengewinde zeigt und Wlerrippen trägt. Rechts vom Eingang prunkt der Palazzo des Kunstgewerbes. Eine große weiße Halbrotunde mit hoher grauer Spitzkuppel, auf der eine goldene Viktoria steht. Am westlichen Ende schließt sie mit einer anderen Kuppelfasfade. Weiter links fällt ein Bau auf, der aus dem programmatischen Stil herausfällt. Es ist der ungarische Palast, ein gelbes Stilgemisch, das vom Aegyptisch-Babylomschen tnS Byzantinische spielt. Den Eingang bildet eine Halbkuppel aus imitiertem Serpentin; rechts und links vom Portal halten riesige grüne Steinstatuen Wacht, die alte slawisMhumische. Krieger dar- steflen. Die ganze Fassade schmücken imitierte Fresken, die bald ägyptisch, bald etruskisch anmuten, wie man sie in den Gräbern von Corneto Tarquini sieht; daneben kommen gemalte nackte Gruppen, die so stilisiert sind, daß die starken schwarzen Linien auf dem weißen Fleische oft taschenartige Gebilde vortäuschen. Jetzt folgt das wuchtige Schloß Valentino aus der Zeit der niedergehenden Renaissanee, das dem Park, in dem die Ausstellung steht, den Namen gab. Rechts von ihm rauscht ein schöner Wasserfall, Ihm gegenüber kommen der Pavillon von Algier, der einem Schsveizerhaus ähnelnde Sitz des Comits franyais, rechts das von dem Klub Alpiuo gebaute Alpcudorf mit den Haustypen aus derns Aostatal unb dem an die Walliser Sauten erinnernden ^Ypen des Formazzatals. Gegenüber grüßt ein weißer Terrassenbau der Republique Franoaise, ihm gegenüber der rote Bau un Stil der Champagne, der Pavfllon des Schaumweinhauses Moet et Chandon. Hinter ihm auf der baumbestandenen Anhöhe erblicken 256 folgert lassen, tn der Voraussetzung, daß, aM einer solchen Interesse Mlgegengebracht werden wird. Selbstverständlich kann das nur int beschränktem MaWabe erfolgen ans Grund des Konzert-Pro- gvaimn-Uustausches (Breitkopf u. Härtel) und aus diesen: sind nur eine kleine Anzahl besonders bevorzugter Komponisten herausgewählt. Vorher gebe ich kurz an, daß die 250 Teilnehmer des Programm-Austausches, zu denen auch der Gießener Konzert- Verein gehört, in: Konzertjahr 1909/10 2118 Konzerte veranstal- keten, in denen (abz. 216 Volksliedern) 12 045 Werke von 878 Komponisten zu Gehör kamen. (Interessenten verweise auf meinen Artikel „Musikalisches Wochenblatt" 1910, Heft 35.) Die Aus- gewählten sind: Joh. Seb. Bach Mit 433 Aufführungen (3,5 !v. H. her 12 045 Werke), L. van Beethoven 1116 (9,2 v. H.), Brahms 1114 (9,2 v. HO, Fr. Chopin 446 (3,7 v. H,), G. F. Händel 151 (1,02 v. H.), Jos. Haydn 404 (3,3 v. H.), Franz Liszt 397 (3,2 v. H.), F. Mendelssohn 211 (1,7 v. H.), W. A. Mozart 416 3,04 v. H.), Max Reger 218 (1,07 v. H.), Franz Schubert 752 6,02 v. H.), Rob. Schumann 919 (7,07 v. H.), Rich. Strauß 263 2,01 v. H.), P. Tschaikowsky 183 (1,05 v. H.), Richard Wagner 529 (4,3 v. H.), C. M. von Weber 139 (1,1 p. H.). Bon Joh. Seb. Bach sind nur zu nennen das 3. Brandenburgische Konzert mit 14 Auffahrungen, die Große Messe 4 mal. Das Weihnachtsoratorium 6inal; die zahllosen Zugaben der Violinvirtuosen für Violinsolo entziehen sich jedes Nachweises, ha siS selbstredend auf den Programmen nicht vermerkt sein können. k. van Beethoven: Die 9 Symphonien fanden 276 Auf- führungen, darunter die 3. 44, die 7. 42, die 9. 31; die 10 Ouvertüren für Orchester 154 Aufführungen, hierbei Leouorö Nr. III 38, Coriolan 34, Egmont 28; das Violinkonzert 25, die Romanze Op. 50 5. Die 17 Streichquartette in Summa 114 Aufführungen, darunter Op. 74 12mal, Op. 18 Nr. 6, 59 Nr. 1 und 132 je liniert. Die Klavier-Konzerte nebst «Fantasie .77 Aufführungen, Op, 73 23mal, Op. 58 16mal, Op. 37 und 80 je 10mal. Bon den Pianoforte^Trios ist Op. 70 Nr. 1 13mal zu nennen, von den Duos Op. 47 17mal. Hinzuzufügen wären dann noch 23 Klaviersonaten mit 70 Aufführungen, die Mchstö Zahl erreichte Op. 111 mit 9. Johs. Brahms: Symphonie I 29mal, II 17, III 19, IV 18, die Haydn-Variationen 22mal, die Tragische Ouvertüre 22mal, die Summe aller Drchesterwerke ist 155. Das Violin-Konzert Op. 77 27mal, .Cello-Konzert Op. 102 10mal, die Klavier-Konzerte Op. 15 Anal, Op. 83 Untat, das Requiem 15mal, Schicksalslied 9mal'. Klavierqnintette — Trios erreichen die Zahl 50, hierbei das Quintett Op. 34 Untat, Trio Op. 8 7mat, Op. 101 8mal. Streichinstrumente in Summa 34 AufMhrnngen, hierunter Quartett Op. 51 Nr. 1 Staat, Op. 67 7mal. Von den Duos ist noch zu nennen Op. 78 «mal, Op. 100 7mal. Klavier-Soli 73, besonders hebt sich die Sonate Op. 5 mit 12 Aufführungen, Heraus. Fr. Chopin: Das Konzert Op. 11 13 mal, Op. 21 7mal; seine 404 Klavier-Aufführungen sind arg zersplittert,, hervorzuheben wären Ballade Op. 23 Untat, Op. 47 20mat; Berceuse Op. 57 14ntal; Nocturne Op. 27 Nr. 1 17mat, Op 17 Nr. 2 Untat; Sonaten Op. 35 Staat, Op. 58 7mat; Polonaise Op. 53 12mal; Walzer Op. 34 Nr. 1 Untat; Fantasie Op. 49 9mal; Scherzo Op. 31 12mal. Unkontrollierbar sind hier wieder irte Massen der Zugaben außerhalb des Programms. G. F. Handel: 10 der Oratorien sind in SnmMa 32mal aufgeführt, hterunter Samson 7mal, Judas Makkabäus und Messias je »mal. Jos. Haydn: Die Schöpfung Untat, die Jahreszeiten! 7mm; aus den 70 Aufsührimgen seiner Symphonien sind Militär mit 12, Oxford und Pankenschlag mit je 6 anzuführen. Franz Liszt: Von den Orchesterwerken heben sich heraus Dasso mit 15, Mazeppa mit 13, Les Preludes mit 12, Mazeppa mit 8, das Klavier-Konzert Es dur mit 25, A dur mit 4 dlusführnngen. Bon Klavierwerken sind zu nennen: Es dur-Polouaise lOntaL Rhapsodie XII 9mäl. Felix Mendelssohn: 38 Aufftih- rimgett fanden die Opchester-Ouv-ertüren, darunter die Hebriden Untat, Sommernachtstraum und Meeresstille je 6mal; von den Symphonien wurden die 3. und 4. je 3mal gespielt, das Violin- K/'nzert Op. 64 16ntaL Elias gelangte 6mal, Paulus 3mal zur Aufführung. W. A. Mozart: 3 Symphonien sind besonders yervorznheben, G moll 16inat, Jupiter 14mal, Es dur 12mal Bon den Ouvertüren standen die Zauberflöte Untat, Don Juan und Figaro je 6ntal auf dem Programm; 3mal das Requiem, 8ntal das Klarinettenqtiintett. Max Reger: Aus den 218 Metren, die zur Aufführung gelangten, ragt keins mit einer hohen Zahl heraus, vielleicht könnte ich sein Orgelwerk B. A CH welches 5mal gespielt ist, herausgreifen. Franz Schubert: Dte unvollendete Symphonie H moll ist 32ma( gespielt, die C dur Nr. 7 27mal. Das Forellenquintett Sinai, D moll- Quartett ömäl, das Trio Op. 99 7mal, Op. 100 6mal. Bon ten _ Klavierwerken ragt besonders Op. 15 heraus, das 15ntal iesptelt wurde. Rob. Schumann: Von den 4 Symphonien mrde dte 1.. 21mal, die 4. «mal gespielt, das Klavier-Koitzert )p. 54,2luiat; von den Quartetten Op. 44 Nr. 1 lOiuat, äs Quintett Op, 44 Stnial; Paradies und Peri 6mal, die -reuen aus Faust chnat, der Licderzyklns Frauenliebe und Leben 3mal. Ans den Klavierwerken wurden besonders bevorzugt: Op. 12, 13, lo, je 10mal, Op. 22 9mal, Op. 9,8mal. Richard Werke sind nach vorstehender Ausführung: Symphonien für Orchester. Olivetti Ouvertüren für Orchester. » H 10. Mendelssohn Hebriden 4. 5. 47 40 38 34 28 27 24 20 20 20 16 12 44 42 32 32 31 31 28 28 27 26 25 24 1. Wagner 2. Weber 3. Beethoven VII V Hmoll VIII IX I path6tique C dur I VI IV Meistersinger Oberon Leonore III Coriolan Egmont Tannhäuser Freischütz Tragische Lohengrin Faust Akadem. 6. Wagner 7. Weber 8. Brahms und Wagner 9. Brahms l.Beelhoven Symph. in 2. „ ©trauß: Von den 10 zu Gehör gebrachten Orchesteriperköst kommen nur 3 in Betracht: Tod und Verklärung mit 19 Aufführungen, Don Inan mit 17, Till Eulenspiegel mit 16, dem! folgen Heldenleben mit 8 und Don Quixote mit 7, während! die Symphonie Domestique es nur auf 3 brachte. P. Tschaikowsky: Hier tritt nur Op. 74 Symphonie pathetique mit 25 Aufführungen, Op. 64 mit 10, das Violin-Konzert Op. 35 mit 9 und das Pianoforte-Konzert Op. 23 mit 11 hervor. Bei Richard Wagner, dessen Orchesterwerke 350 Aufsührungest zu verzeichnen hatten, hat die höchste Zahl das Vorspiel zu den Meistersingern 47, ihm folgen Ouvertüre zum Tannhäuser mit 27, Vorspiel zu Tristan und Isoldes Liebestod Mit 26, Siegfried-Idyll 23, Vorspiel zu Lohengrin 20, Ouvertüre Faust 20, Ouvertüre Holländer 19, Feuerzauber und Wotans Abschied 15, Vorspiel zu Parsival 15 Ouvertüre Rienzi 13. Hier ist hinzuzufügen, daß die Werke Wagners im Konzersaal int Rückgang begriffen! sind, sch sind seit 1907/08 von 736 auf 529 gesunken. E. M. von Weber: An erster Stelle steht Ouvertüre zu Oberon mit 40 Aufführungen, ihr schließt sich die zum Freischütz mit 24 und Enthäute mit 17 an. Hugo Wolf: Auch dieser Komponist ist namentlich in seinen Liedern stark zurückgegangen, seit 1907/08 von 529 auf 301. Sein Feuerreiter hatte 12 Aufführungen^ seine Italienische Serenade 12. — Die hauptsächlichst gespielchst 3. , und Schubert 4. Beethoven und „ 5. Brahms 6. Tschaikowsky 7. Schubert 8. Beethoven 9. * 10. „ Sonstige O rchesterwerke. 16 15 15 6. Strauß Till Eulenspiegel 7. Liszt Tasso und Wagner Feuerzauber 8. Aach 3. Brandb. Konz. 14 9. Liszt Mazeppa 13 1. Wagner Isoldes Liebestod 26 2. „ Siegfried-Idyll 23 3. Brahms Haydn-Bariat. 22 4. Strauß Todu.Verklärung 19 5. „ Don Juan ' 17 Brahms Op. 102 4. 6. Tschaikowsky Op. 35 2. Beethoven Op. 61 3. Mendelssohn Op. 64 2. Beethoven Op. 73 3. Schumann Op. 54 25 23 21 16 13 27 25 16 10 9 4. Beethoven Op. 58 5. Chopin Op. 11 Violin-Konzerte m. Orch. 1. Brahms Op. 77 Klavier-Konzerte m. Orch. 1. Liszt Es dar Am Schluß muß ich noch hinzufügen, daß bei Schumanst die Hundertjahrfeier die Zahlen zweifellos beeinflußte und die Klassiker, wie auch die Romantiker gegen die Vorjahre überhaupt wesentlich in der Zahl ihrer aufgeführten Werke gestiegen sind^ Selbstverständlich behaupte ich das an dieser Stelle immer itutf für die Konzertinstitute, die ich eingangs erwähnte. vermischte». .. * Kinder bringen bekanntlich alles mögliche ins Ohr hinein und darum ist eine diesbezügliche Mahnung an die Mütter und sonstigen Behüter der Kinder sehr angebracht^ Hat nämlich ein Kind irgend einen Fremdkörper in das Ohr gebracht, so heißt es vor allem, ruhig Blut behalten und bedenken, daß der Fremdkörper wie er ins Ohr hineingekommen ist, so auch wieder herauskommen muß. Wenn der Gegenstand aus denk Ohre herauslugt, so versuche man ja nicht, ihn mit einer Haarnadel, einer Pinzette oder einem- anderen Instrumente heraus- zuholen, denn man wird dies nicht fertig Bringen, sondern beit Fremdkörper nur vollends in das Ohr hineinstoßen. Man lasse alles wie es ist und gehe zum Arzt. Der Fremdkörper an und für sich wird im Ohr kaum Schaden anrichten; so haben viele Menschen Jahre, ja Jahrzehnte lang Fremdkörper int Ohr, ohne daß sie irgendwelchen Schaden daran haben. Die Fremdkörper! selbst aber schaden kaum, aber die Entfernungsversuche von feiten Unberufener sind es, die zu Schädigungen des Ohres und oft noch zu Schlimmerem führen. Logogriph. Ein Tier bin ich, doch nimmer kann ich nützen, Es pflegt mich deshalb auch niemand zu schützen. Ein and'rer Kopf: Nunchin ich leblos zwar, Doch dien' ich dir zum Schutze Jahr für Jahr. Auflösung in nächster Nummer- Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer. Da du einst geboren warst an's Licht, Weintest du; eS freuten sich die Deinem Lebe so, daß, luenn dein Auge bricht, Du dich freust, die Menschen aber meinen. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»