cXXi MMU UM -I.NoU WMZW W-Tg? LWWWi.ÄH UWWW« Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Der kleine, dunkle Alkoven, in dem Frau von Hilbach schlafen sollte und keinen Schlaf finden konnte, war nun von neuen, bösen Geistern erfüllt. Man wollte ihr das Herz aus dem Leibe reißen, man schrie ihr zu, daß es erbärmlich, unwürdig fei, sich an einen Mann zu hängen, daß sie herausmüsse aus ihrer demütigenden Lage, und wenn sie endlich gehorchen, toetut sie ihnen folgen wollte, stellten sich ihr die Witwen aus ihrem Haus mit ihren neugierigen Äugen in den Weg; die Dreitausend tanzten vor ihr, ltnd das Kind hing sich an ihre Kleider uni) jammerte : „Mütterchen, bleib doch!" Und wenn sie alles von sich fortgestoßen hatte, weil sie rücksichtslos sein mußte, stellte sich das Witwenhaus breit und groß vor sie hin, war wie ein roher Mensch, der sie bedrohte, und rief ihr zu: „Erst schaff die dreitausend Mark, so kannst du nicht über mich weg! Ich halte dich fest!" Als sie ganz wirr war vor Angst und Entsetzen und laut stöhnen mußte, da taten sich plötzlich die Vorhänge des Alkovens auseinander, und es kam jemand auf sie zu, legte ihr die Hand auf die brennende Stirn und sagte weich und zärtlich: „Ich komme ja wieder, Weibelchen! Denk doch an dein Versprechen!" Seine Macht war so groß, daß all die bösen Geister int Rn aus dem Alkoven flohen, und die kühle Hand blieb so lange mtf ihrer Stirn liegen, bis die schlimmen Gedanken zur Ruhe gekommen untren, bis sie den ersehnten Schlaf fand. — Sie war so müd und abgehetzt am Tag und hatte so viel zu tun, so viel zu hören. Die Kosh hatte sich den Arm verstaucht und war in einer so sonderbaren Stimmung. Sie war eines Abends an das Bett ihrer Frau gekommen und hatte sie um Verzeihung gebeten, — warum, das wußte Frau von Hilbach. nicht getrau. Sie war ja so froh und glücklich, daß sie ihre Kosh wieder hatte und schickte Erwin mit ihr zuml Brunnen, damit er ihr helfe. Dann war da die Frau Bauunternehmer von oben, die der Frau von Hilbach Beistand brauchte, weil die Anfälle ihres Mannes sich immer häufiger wiederholten. Sie hatte ihre ganze Lebeirsgeschichte erzählt, und Frau von Hilbach hatte zugehört, wie sie so vielen Menschen znge- hört hatte, wenn sie sich ihr offenbarten. Die Frau Bauunternehmer war eine feine, gute Frau, iund sie litt um ihren Mann, obschon sie nicht aus leidenschaftlicher Liebe seine Gattin geworden war, und auch votr dieser Frau hörte Frau von Hilbach, was man ihr so oft gesagt: Die Liebe war nicht die Kguptsache ist der Ehe, Eine gesicherte materielle Grundlage war nötiger; wo dis war, da taten sich allmählich auch die Herzen zusammen. —< Sie tröstete die fremde Frau, wenn sie um ihren kränkere Mann weinte; sie ließ sich wieder und wieder von derer» Vergangenheit und Zukunftsgedanken berichten, nahm teuf an allem, was sie bewegte, so viel, wie sie jetzt Zeit chatte, teilzunehmen an fremden Sorgen, und am Abend ließ sie sich von den Damen im Garten Rücksichtslosigkeit als erste Bedingung zur Selbständigkeit predigen. Die Welt kam ihr oft vor wie ein Narrenhaus, und die Metrschen waren Puppen, die Theater spielten, und jeder wollte eine besondere Rolle haben und wollte sich besonders hervortun, und wenn sie versuchte mitzuspielen, lachten die Leute sie aus, weil sie in keine Rolle hineinpaßte. So blieb sie still in der Ecke stehen und sah zu und wartete und ließ die Tage vergehen und hatte doch eine so entp setzliche Angst vor dem, was komuteu würde, was nun schott bald, bald kommen mußte. — Das Leben packte sie jetzt mit immer derberen Händen, an; sie war zur Magd geworden in ihrem eigenen Haus. Die geistreichen Damen waren abgereist und hatten ihr zum Abschied kühl die Hatld gereicht, denn sie waren zu der Ueberzengung gekommen, daß diese kleine, unbedeutende Frau doch nicht bildungsfähig war. An ihre Stelle war eine behäbige Bürgersfrau mit zwei kleinen Kindern eingezogen; die kochte selbst und ließ nur die Reinigung ihrer Zimmer durch die Liese besorgen, Sie schwatzte gern und viel, kam oft zu Frau vou Hilbach ins Zimmer und erzählte aus ihrem Leben. Oben in.der Häuflein Flügel wohntet! acht Personen; die liefen den ganzen Tag treppauf treppab, hatten tausend Bitten und Anliegen, hingen am Abend ihre Kleider zurst Reinigen übers Treppengeländer und stellten den ganzen Flur voll Stiefel, luden Frau von Hilbach ein, mit ihnen ins Abendkonzert in den Mutigen Ritter zu gehen und waren enttäuscht, wenn sie „nein" sagte. — Sie konnte ja nicht! Die kleine Liese wurde nicht fertig, und pünktlich um acht Uhr mußte sie zu Hause sein-, das verlangte ihre Mutter. Die Kosh kam dann müd und mit Schmerzen im Arm! nach Hause, und Frau von Hilbach mußte auch da trösten! und aufrichten, weil die alte Frau so trostlos mit ihrem! hilflosen Arm auf dem Stuhl saß und weinend den Kaffee trank, den sie warm gestellt hatte. Die Vorderstübchen int Parterre wa en nun auch bei setzt, und am Abend spät wurden beschmutzte Stiefel vov die Türe geworfen Und bestäubte Kleider auf den Flur gehcnmt, und alles mußte bis zutn Morgen rein an Orh und Stelle fein. „Wenn ich das ansehen muß, Frau von Hilbach, dann dreht sich mir das Herz int Leib um!" klagte die Kosh schluchzend und sah zit, wie ihre Herrin fremder Leute Stiefel putzte. D en kleinen Erwin hielt sie Ms. dem Schoßt ttstd 186 ten, und sie hatte nur noch ■S« zehn Tagen ist alles ft du Ruhet Die Krau im Leben des Verbrechers. Van Strafanftaltsfekretär von Baehr. (Nachdruck verboten.) Wie überall int Leben hat die altbekannte Frage: „Chercheß la femme" auch bei Kriminalfällen hervorragende Berechtigung Die Sittlichkeitsdelikte sind zum weitaus größten Teil solche, diS von Männern gegen Frauen verübt werdetr. Mord, Mordversuchs Totschlag und ähnliche Verbrechen sind in recht vielen Fällen! allein Folgen eines ungesetzlichen, zmn mindesten unmoralischen! Verhältnisses zu der Ehefrau eines Dritten gewesen. Bei anderen! Gelegenheiten wiederum, sofern es sich um eine Verbindung des Mordes usw. mit der Straftat des Raubes handelt, bei diesem! DeM M Kwer bei der Mehrzahl der Körperverletzungen »n8 6er blickte stumm und' mit starren Augen von seiner Mutter zNr weinenden Kosh und wieder zu seiner Mutter. Die Küsterin spielte oben auf threm Harmonium und sang dazu: „Den lieben langen Tag, hab ich nur Schmerz und Plag und darf am Abend doch nicht weinen." Es fielen brennende Tränen auf den Stiesel, an dem Frau von Hilbach bürstete und den sie nickt blank bekam; sie ließ die Hand mit der Bürste sinken und schluchzte auf: „Ick kann nicht mehr, Kosh, ich wollte, ich läge mit dem Kino unter der Erde!" — Die Kosy setzte das Kind auf den Boden, steckte den gesunden Arm in den Stiefel und stemmte ihn auf den Tisch. „Die Zähne aufeinander! Durch! Frau von Hilbach, es haben andere Frauen wie Sie niedrige Arbeit tun müssen, das schändet nickt. Flott! Immer fest aufdrücken! Sehen Sie, so wird'sck" und Frau von Hilbach bürstete, aber die Tränen strömten aus ihren Augen, nicht weil sie so hart arbeiten mußte, sondern darum, weil sie nicht wußte, warum sie es tat, weil es doch keinen Zweck hatte, denn in zehn Tagen--- „Ach, Kosy, Kosh!" Sie sagte nichts von den dreitausend Mark, aber die Kosy verstand sie. „Mehr wie seine Pflicht tun, kann kein Mensch, Frau von Hilbach, und wenn man sieht, daß man gegen sein Schicksal nicht ankann, dann muß man abwarten was kommt und muß stillhalten; wie der Soldat in der Schlacht, der weiß auch nicht, ob er in der nächsten Minute noch lebt, und darf doch nicht mit der Wimper zucken!" „Aber wenn sie es uns nehmen, Kosy, wenn sie uns auf die Straße setzen- wenn alle Leute es erfahren, Kosy, Kosy!" „Haben Sie denn gar keinen Göttesglanben mehr, Frau von Hilbach? Hat der uns nicht immer noch geholfen, wenn wir dachten, es ging nicht mehr? — So, der wär blank, geben Sie einen andern, nein, der ist zu naß, den setzen Sie einen Augenblick auf die Grude, so, nur fest aufdrücken! Ich kann noch nicht dran glauben, Frau von Hil- Bad), daß Gott das geschehen läßt! Weinen Sie nicht so, das macht Kopfschmerzen. Heut mittag hab ick am Brunnen einen Vers gelesen. Weil ich nicht stricken kann und doch was tun muß, hab ich ein Buch aus Ihrem Schrank genommen, von Wolfgang von Goethe, das fängt an: „Wer nie sein Brot mit Tranen aß!" Da hab ich an Sie gedacht, das vergilt Ihnen Gott noch einmal alles. Pst, unser Jungchen schläft!" Der Kleine hatte sein Köpfchen auf die Tischplatte sinken lassen und schlief fest auf dem Mühl. Durch die Küche zog ein brenzliger, qualmender Geruch, und die Kosy schrie cntf: „Allmächtiger Gott!" und hielt einen Stiesel in der Hand, von dem die verbrannte Sohle herabhing. „Das ist der aus der einen Vorderstube parterre, dem die gehören und der hat nur ein Paar! Allmächtiger Gott, du suchst uns schwer heim!" Frau von Hilbach war bleich geworden, sie griff an ihre Stirn und wußte plötzlich ganz genau: „Kommt nun noch ein Unglück, und sei es ein ganz winzig kleines, dann ist deine Kraft gebrochen, dann kannst du nicht mehr!" Die Kosy riß ein Fenster auf, weil die Luft in der Küche Mm Ersticken war, und die Frau Bauunternehmer klopfte an die Tür. Sie weinte heftig und hat Frau von Hilbach, mit ihr heraufzukommen-, und die Kosy mußte über die Brücke zum Arzt laufen. „In zehn Minuten bin ich oben!" versprach Frau von Hilbach, ohne recht nachzudenken. Sie tat alles mechanisch, wie eine Maschine arbeitete sie. Dem Kind zog sie die Schuhe aus und legte es in den Kleidern auf sein Bett, stellte die geputzten Stiefel vor die verschiedenen Türen und ging dann an das Krankenbett des stöhnenden Mannes, der nach Atem rang und dessen Tage gezählt waren. Sie konnte ja nicht helfen, sie konnte nur trösten, und sie strich der weinenden Frau, die den Kopf auf ihre Schulter !gelehnt hatte, übers Haar, und mit zuckenden Lippen tröstete ie eine, die sich längst mit dem Schicksal, das sie erwartete, ausgesöhnt hatte, der es nur vor dem Augenblick der Entscheidung graute. Sie wunderte sich, daß sie Trostworte fand. Heute, da Iie sich zerschlagener, elender und verzweifelter fühlte als s zuvor, und während sie der fassungslosen Frau zuredete, gh sie den verbrannten Stiefel vor sich und. di« starren brennen, und als hier oben der Kummer gefüllt war, ging Frau von Hilbach in ihre Küche, und die Kosy sagte auf der knarrenden Treppe beim Heruntergehenr „Es gibt doch noch einen Gott, Frau von HMaM Beim Schuster Kronert war noch Licht, er kommt morgen! vor sechs Uhr mit einer Auswahl Stiefel, und wenn toi« unserm Fremden die Sache gut plausibel machen, kann eri sich höchstens freuen, daß er kostenlos neue Stiefel kriegt» und dann hat Gott mir noch einen Einfall geschickt, den will ich Ihnen mitteilen, wenn Me die Kleider abgebürstet haben und im Bett liegen/" Todmüde lag die arme Frau von Hilbach eine Munds nach Mitternacht in ihrem Bett im Alkoven, und die Kosyi saß neben ihr und räusperte sich und schlug ihr vor, mit all ihrem Schmuck und ihrem Silberzeug nach Halle zu! fahren und in einen Juwelierladen, den sie kannte, alles zu verkaufen, oder doch so viel davon, daß sie dreitausend Mark in der Hand hatte. „Nu?" fragte sie ungeduldig, als Frau von Hilbach nicht gleich antwortete! „Ja, ich will gehen, Kosy!" sagte die schon halb imj Schlaf, und sie kehrte sich Mr Wand, und die Augen! fielen ihr zu wie einem Kind, das sich plötzlich gegen! den Schlaf nicht mehr wehren katm. Die Kosy kramte nun noch lange mit ihrem lahmen! Arm in dem Mlber, das Frau von Hilbach aus dem! Schiffbruch ihrer Ehe und aus dem Nachlaß ihrer Eltern! gerettet hatte, herum, und weil die Frau doch nicht alles schleppen konnte, packte sie von jedem Dutzend ein Stück! ein, und die goldene Brosche putzte sie mit ihrer Schürze blank, rieb auch die Ringe mit einem kleinen Leder und seufzte. „So ein armes Geschöpf! Vom Letzten muß sie sichs trennen!" Aber sie lachte auch, weil Gott ihr den klugertz Einfall geschickt hatte. Am nächsten Tag zur Mittagszeit brachte sie ihrs Frau zur Bahn, und als sie dann am Brunnen saß imy in den leuchtenden Sommertag sah, war ihr, als fei mutz alles Leid überwunden. Gegen Wend packte sie die Ungeduld, und es siel ihch schwer, ihre Dienststunden abzusitzen; sie wußte auch nicht» ob Frau von Hilbach um sieben Uhr oder erst später kanh aber es schien ihr wahrscheinlicher, daß sie bis spät Wj tun hatte. Dennoch warf sie, nachdem die Brunnenstundeu endlich vorüber, einen flüchtigen Blick in die Alkovenmittel- stube, und es war ihr, als könne sie ihren Augen nicht! trauen. Da faß Frau von Hilbach am Fenster und hatte! den Kopf in die Hand gestützt und sah ins Leere und toar! so abwesend, daß sie die Kosy, die ins Zimmer gekommen war, gar nicht bemerkte. „Um alles in der Welt, Frau von Hilbach!" redete sig sie an, „Me sind schon zurück und mit so einem Gesicht!" Um Frau von Hilbachs Mund Mckte es; sie selbst war ja schon drüber hinweg, nun kam das Schlimmste» der Kosy Verzweiflung, und davor fürchtete sie sich. „Fünfhundert Mark für den ganzen Kram I" sagte sie hart und sah von der Kosy fort; als die laut astsfl schluchzte, biß sie sich aus die Lippen, daß kleine Blutstropfen daraus hervordrangen. y ^Fortsetzung folgt.) Augen ihres Kindes Und die dreitausend Mark, die wie effl Schwarm Mücken vor ihr schwirrten, und sie hatte nur noch das dumpfe, schwere Gesuh" zu Ende, in zehn Tagen yast Die Ko'sch brachte den Arzt, und der machte das' verlöschende Lebenslichtchen des armen Kranken noch einmal! — 187 Verbri Nicht g. vol Mancher Frauen, die zwar nicht im Ucherhebung — das alles sind Eigenschaften geschlichen, wohl aber im angeblich Schwächeren, überall sehen wir aber auch den unheil- iflen Einfluß, den das Weib auf einen moralisch minderwertigen Mann auszuüben vermag. Wer nicht nur direkt als Triebfeder -UM Verbrechen tritt die Frau als Lenkerin im Leben des verbrecherischen Mannes auf. sondern auch indireÄ. Putz und Verschwendungssucht, Unwirtschaftlichkeit, falsche Sparsamkeit, Unmoralität, Eitelleit, Kvketl- jtieren, Widerspru ' ' ...... to erben. Man beachte den Ausgang zahlreicher Romane, auch der besseren und guten, man beachte doch nur den Verlauf der meisten Sensationsprozesse ans neuerer Zeit Weier, Lewandowski, Crippen, Schönebeck nfto.) — überall zeigt sich die Abhängigkeit des Mannes, des angeblich Stärkeren, von dem Weibe, dem moralischen uird ethischen Sinne Vergehen sind, die sie zur Mtt- schuldigm an der Straftat des Mannes machen. Des weiteren Müssen aber auch gewisse auffallend angezogene Vertreter des weiblichen Geschlechts und verschiedene Konfektionsfirmen durch ihre Schausenstcrausstellungen als mittelbar verantwortlich angesehen werden, daß die Kriminalität, zumal der Jugendlichen, hinsichtlich der Sfttlichkeitsverbrechen und am Ende der zur Befriedigung dieserart geweckten Gelüste anders erforderlichen Straftaten steigt. Kann danach dem weiblichen Geschlecht eine wesentliche Mit- wirftlng an der Kriminalität des Mannes heigemessen werden, so muß auf der anderen Seite aber auch betont werden, daß der außerordentliche Einfluß der Frau, zumal der Ehefrau, aus beit strauchelnden oder schon verbrecherisch gewordenen Mann auch znni Guten für letzteren ausschlagen kann. Es ist eine alte Erfahrung auf dem Gebiete des praktischen Strafvollzuges, daß man den gefangenen Rechtsbrecher dadurch wieder auf den rechten Weg bringt, daß man die gelockerten Bande zwischen Erirährer und Familie fester zu knüpfen und eine Loslösung des einen Teiles von dem anderen während der Strafzeit zu ver- hindern sucht. Dazu dient hauptsächlich die Einrichtung des Brief- und Bekuchsverkehrs. Jedem Zuchthausgesangenen ist es gestattet, alle drei Monate einen Brief zu schreiben und einen Bestich zu empfangen, dem Gefängnis- imb Haststräfling dagegen schon jeden.Monat. In besonderen Fällen sind Ausnahmen hinsichtlich einer Verkürzung der festgesetzten Frist zulässig. Es ist klar, daß ein solcher schriftlicher ober mündlicher Verkehr des Gefangenen nur mit den ihm am nächsten stehenden Personen! gestattet werden kann, als welche bestimmungsgemäß nur Eltern, Geschwister, Ehegatten und Kinder angesehen werden. Daß eine weitere Ausdehnung dieses Kreises den Erfolg der Strafverbüßung, zumal in dem vorliegenden ©inne, stark beeinträchtigen würde, unterliegt keinem Zweifel, wenn man berücksichtigt, was alles pst unter der Flagge einer anderen Verwandten segelt. Auch her Titel einer Ehefrau, Schwester, Tante wird manchen Personen »M Mn wenigsten bei Fällen MM Diebstahl, Betrüg, Urkunden- stilschung — kurz bei allen denjenigen Verbrechen und Vergehen, bei denen es sich um eine gewisse, nur einem Sonderzwecke menende Bereicherung (bar Geld, versetzbare Gegenstände, Kleidungs- und Putzmittel) dreht, ist mittelbar oder unmittelbar die Triebfeder zunächst das Weib gewesen. Mit ihm werden dte gestohleneit Summen durchgebracht, und ihm werden die erbeuteten Wertgegenstände angehängt. Mit dem erzielten Erlös der erbeuteten Objekte wird aber auch erst in vielen Fällen feine ,,Liebe , richtiger seine „(Sunft" erworben. Um das alles erreichen zu können, um das haben zu können, was andere, pekuniär bester gestellte Mitmenschen sich ohne weiteres zu leisten imstande sind. Muß gestohlen, betrogen, gefälscht, geraubt, unter Umstanden sogar gemordet werden. Gerade beim Mord, der entweder auf das Schafott oder ins Zuchthaus (bei Jugendlichen, die leider auch schon daran Beteiligt sind, ins Gefängnis) für lange ^ahre fuhrt, können wir einen erheblichen Prozentsatz solcher Falle feststellen, hei denen die eigentliche Veranlassung zur Tat das Weib war. Und zwar ein Eheweib. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!" heißt es in den zehn Geboten. Wie oft wäre aber eine Erweiterung dieses Gebotes „Du sollst nicht begehren deiner Nächsten Mann!" heutzutage am Platze! Mehr oder minder spielt bei jedem dem Strafhause Ueberantworteten — sei es Weib oder Mann — das andere Geschlecht eine wesentliche Rolle, doch hat zweifellos das Weib die Führung. Mancher Bestrafte, der durch eine einzige Straftat sich zeitlebens unglücklich gemacht hat, der bis an das Ende seiner Tage auch unglücklich bleiben wird, wäre kriminell und moralisch unbescholten geblieben, wenn nicht das Weib gewesen wäre, jenes Weib, das, ohne daß er etwas dazu getan hätte, seine Lebensbahn kreuzte. Die Rolle des Weibes ihn Leben des Mannes — mag dieser nun kriminell geworden sein oder nicht — ist eine weit wichtigere, als diejenige des Mannes im Leben der Frau. Und gerade int Leben des kriminellen Mannes ist sie oft von so ausschlaggebender Bedeutung, daß man behaupten kann, die Kriminalität leglicher Art würde ganz erheblich abnehmen mit dem Augenblick, wo man die Macht des Weibes auf den Mann brechen und verringern könnte. Könnte! Das Mittel, diesen Einfluß auch nur einigermaßen zu beseitigen, i— das gilt für hock),, wie niedrig — dieses Mittel ist für, in Moralischer Beziehung Willensschwäche Charaktere, als welche die erber und sonst straffällig Gewordenen anzusehen sind, noch gefunden worden imb wird vorerst wohl auch nicht gefunden des weiblichen Geschlechts zugemessen, Set en Berechtigung Bei näherer Beleuchtung auf recht schwachen Füßen ruht. Streng« Vorschriften und gewissenhafte Konttolle über den Verkehr ist danach durchaus am Platze. Das schließt aber keineswegs aus, daß auch einmal eine Ausnahme von der strengen Regel gemacht wird, und zwar, wenn ein Verhältnis als ein einwandfreies undi ein solches festgestellt worden ist, daß von der außerhalb deck Anstalt stehenden Person ein wirklich! guter Einfluß auf bett Häftling vorausgesetzt werden kann, etwa von der Braut. In recht vielen Fällen, erst recht dann, wenn der Ehemann eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, letten Frauen während der Inhaftierung ihres Mannes die Scheidung ein. Gewiß, es Tann ihnen, die oft für mehrere Kinder zu sorgen haben, nicht verdacht werden, wenn sic sich von denen lossagen, die ihnen ist ihrer Fürsorgepflicht dem Nachwuchs gegenüber keine Stütze waren,, auch vordem keine Stütze gewesen sind; und man kann es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich durch andere Verheiratung ernt besseres Familienleben zu sichern versuchen. Dennoch aber findet sich hier oft der Grund, der einen verbrecherisch gewordenen Mauth den der Strafvollzug wohl gebessert hat, nach seiner Emlassung aus! dem Sttafhause doch wieder rückfällig werden und immer tiefet sinken läßt. Psychologisch ist das auch ganz erklärlich: durch die Freiheitsstrafe von der Familie losgelöst und in enger Zells untergebracht, gehen dem Uebeltäter oft die Augen auf, und ep beginnt den Wert eines geordneten Familienlebens zu schätzen., Diese Erkenntnis läßt den Vorsatz reifen, nach Abbüßung der Strafe ordentlich und ehrbar zu werden, allein um nicht nochmals! von Weib und Kind getrennt werden zu müssen. Deshalb sind für verheiratete Missetäter die kurzfristigen ©trafen von einigen! Tagen und Wochen eigentlich auch völlig wertlos, denn für sie ist gerade die Loslösung von der Familie eins der besten und nachq haltigsten Erziehungs- und Besserungsmittel. Wenn nicht der Üebelstand wäre, daß auch die Familie, besonders die Frantz mttzuleiden hat, dann würden längere Freiheitsentziehungen schon! für das erste Vergehen bedeutend erfolgreicher bei den meisten Rechtsbrechern fein. Will sich die Ehefrau nun aber gar von ihrem Manne, der inzwischen Strafe verbüßt, scheiden lassen/ dann fällt das Moment, das den Gefangenen bisher zur orbenfr liehen Führung angespornt nnb zu aufrichtigen Vorsätzen für die Zukunft verholsen hat, fort, und das Gefühl der Gleichgültigkeit und Stumpfheit, nicht selten auch der Rache, steigt dafür in dem Getäuschten hoch. In der Praxis kann man von solchen Geschiedenen gar oft dementsprechende Hinweise hören, Hinweise, die fpäter in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Die Tatsache, daß die Frau sehr oft bas beste Mittel ist/ einen lockeren Burschen zur Vernunft zu bringen, ist in unseremi Leben keineswegs unbekannt. Die praktische Nutzanwendung gerade auf kriminellem Gebiete, d. h. die Anwendung dieses Mittels auf verbrecherisch gewordene und nicht einmal durch den Strafvollzug zu bessernde Männer, ist bisher aber nur Siam Vorbehalten gewesen. Wenn die Mär richtig ist, besteht dort eine Bestrafung dahingehend, daß alle über 35 Jahre alten- unverheirateten Mädchen in eine besondere Liste eingetragen werden. Allen Missetätern nun, die bei uns mit Geld- odep Freiheitsstrafen belegt werden würden, ist es fteigestellt, ent« weder die ©träfe abzusitzeii, bezw. zu zahlen, ober aber eins biefet „eingetragenen" Mädchen zu heiraten. Ist bie voraussichtliche Strafe nur eine geringe, dann haben die kriminell geworbenen Heiratskandidaten freie Wahl, im anderen Falle jedoch wttd ihnen von Rechtswegen eine Lebensgefährtin zugewiesen, die aller menschlichen Voraussicht nach nur schwer oder gav nicht an den Mann gebracht werden würde. Leider sind! statistische Nachweise, ob und wie diese Art von Heiratsvcrmitt- lung sich hinsichtlich der Kriminalität bewährt hat, wohl kaum! erhältlich. Jedenfalls kann die Strafheirat unter Umständen ein« härtere Buße sein, als die Freiheitsentziehung nach mode niest Gesichtspunkten; zum minbeften hat diese Art Strafvollzug für den Staat und für den Steuerzahler den großen Vorzug de« Billigkeit. ______________ Unbekannte Völker auf Neu-Guinea. Ein Volk, das keine Kleider trägt, nicht bis drei zählen kann Und seine Geräte und Waffen aus Steinen verfertigt, ist in dem unbekannten Innern von Holländisch-Neu-Guineäs von der Britischen Ornttholvattchen Erpedttion entdeckt worden.. Die Expedition, die unter der Führ ng von Walter Goodsellow stand und zwölf Europäer umiaßde, landete im Januar 1910 in Holländisch Neu-Guinea, durchquerte unter außerordentlichen! Schwierigkeiten das Land, das einem Netz von Flüssen und Sümpfen! ähnelt, und erreichte schließlich an dem Mimikafluß die Berge, an deren Fuß das merkwürdige, noch heute im Steinzeitalter lebende Volk wohnt. In der Times hat der jetzt nach England zurück- gekehrte Leiter der Expeditton einen ausführlichen Bericht übet diese Eingeborenen Neu-Guineas gegeben. Das Volk, das an dem Mimika wohnt, ist durchschnittlich 5 Fuß 8 Zoll bis 5 Fuß 9 Zoll groß. Die Hautfarbe ist hell int Vergleich zu bet Färbung, die die Eingeborenen in anderen Teilen Neu-Gnineas aufweisen. Es. ist ein schöner Bronze ton, der bei einzelnen dunkel wird bis zum Schwarz. Ziemlich häufig trifft man mich Albinos. Manche dieser Menschen haben eine gewisse 188 Schönheit, besonders ine Männer. Zählen konnte keiner von thneit, und es gelang den Mitgliedern der Expedition auch trotz großer Mühe nicht, mit Hilfe der Hände ihnen einige Zahlen einzuprägen. Sie tragen nichts irgendwie Kleiderähnliches. So weit man beobachten konnte, besitzen sie keine religiösen Vorstellungen. Wenn auch einige mehr als ein Weib haben, so ist doch die weitaus größte Anzahl monogamisch,' Männer von 20 bis 30 Jahren such Manchmal noch Junggesellen. Der Mann heiratet,, um an der Fran eine Arbeitskraft zu gemimten. Er geht nur Mgen oder Fische fangen; alle Arbeit, auch das Einsammeln des Sago, totrb von den Frauen besorgt. Die Männer beschränken sich darauf, beim Bau der Hütten mitzuhelfen, ihre Boote zu machen und ihre Waffen zu schmücken. Die Frauen werden des Morgens unter der Bedeckung voit einigen Männern zur Arbeit geführt und kehren abends mit dem Holz und Sago ein, die sie den Tag über gesammelt haben. Unterdessen lungern die Männer im Dorf herum und warten, bis die Frauen zurücKommen, um ihnen Speise zu kochen. Dies« Eingeborenen kennen kein Eisen oder Metall irgend welcher Art. Sie verwenden Steinäxte zum Schneiden. Die schönen Schnitzereien, die sich auf ihren Waffen fittden, werden mit Muschelstücken oder Eberzähnen ausgeführt. Jedes Dorf besitzt wenigstens erneu alten Mann, dessen Pflicht darin besteht, alle Steinäxts zu schärfen. Alle ihre Geräte haben große Aehnlicykeit mit denen, die in,Europa als Ueberreste des Steinzeitalters gefunden wurden. Tie Mitglieder der Expedition zeigten ihnen Eisenäxte; als sie begriffen hatten, wie trefflich diese Instrumente arbeiteten, ivar ihre ganze Sehnsucht darauf gerichtet, solch eine Axt zu besitzen, »rnd sie tauschten gern dagegen ihr schönstes Boot ein. Einmal im Besitz der Eisenäxte, wußten sie sie bald geschickt zu handhaben. Die Stämme des Volkes, die der Küste näher wohnen, waren streit- Mchtiger und schwerer zu behandeln, als die, am oberen Lauf des Flusses in der Nähe der Berge. Diese am unteren Mimika wohnenden Leute sind a r g e T r i n k e r, die aus einer besonderen Art der Zuckerpalme sich ein berauschendes Getränk bereiten. Ganze! Rächte sitzen sie unter den Palmen, kommen dann am Morgen betrugen nach Hause, und beginnen nun furchtbare Kämpfe untereinander anszufechten. Manchmal stritten sie so zwei Tage miteinander. Auch des Nachts gingen sie unter wüstem Geschrei gegeneinander los, so daß die Europäer vor dem wilden Geheul Nicht schlafen konnten. Sie überschütteten sich dann mit einem Hagel von Speeren und Pfeilen, bringen sich mit ihren Aexten schwere Wunden bei. Nehmen Frauen an dem Kampf teil, so sind sie noch schlimmer wie die Männer, und ihr gellendes Schreien mis-cht sich in das rauhe, tiefere Gebrüll der Nlänner. So grausig dieses Kampfgeschrei klingt, so haben diese Eingeborenen doch einen sehr feinen musikalischen Sinn, und wenn sie im Chor unter Trommelbegleitung singen, klingt lms sehr angenehm. Doch singen nur die Männer; sie allein schlagen auch die Trommel. Während die Frauen saug- und klanglos verscharrt werden, finden für die Männer feierliche Begräbnisse statt. Die Frauen erscheinen dann in einer Trauerkleidung, in langen, mantelartigen Gewändern ans Gras, und mit haubenähnlichen Kopfbedeckungen. Das Gesicht ist mit gelbem Ocker bemalt. Eine Stunde vor Tagesanbruch wird der Tote begraben. Die ganze Nacht vorher hält ihm das Dorf die Totenwacht. In hohen, zitternden Wehetönen hallt der Trauergesang unheimlich durch das Dunkel, begleitet von dumpfem Trommelschlag, i Die aru Fuße der Berge wohnenden Eingeborenen erschienen zunächst scheu, zurückhaltend und sehr ehrlich. Aber das war äugen» scheinlich nur Verstellung; denn nachdem sie die Neuankömmlinge sicher gemacht hatten, stahlen sie wie die Raben. In ihren Hütten bewahren sie die Schädel ihrer Verwandten auf. Als nun die Europäer in einem großen Dorfe den Wunsch äußerten, einige dieser Schädel zu kaufen, da schien es zunächst sehr schwierig, die Eingeborenen dazu zu bewegen, sich von diesen Andenken an ihre Nächsten und Liebsten zu trennen. Schließlich kam eine Frau mit dem Schädel eines Kindes, von dem sie sagte, es sei der ihres eigenen, und als sie eine gute Bezahlung erhielt, kamen mut auch die anderen in hellen Haufen mit Schädeln. Die ganze Dorfstraße wurde zu einem einzigen Golgatha; denn alle schafften eifrig die aufgespeichertett Schädel vor die Hütten und wollten die Europäer zuul Ankauf bewegen. Die Frauen werden von diesem Mimika- volk mit großer Grausamkeit behandelt; ihr Leben gilt als ivertlvs und wird daher wenig geachtet. Kannibalismus ist kein allgemeiner Brauch bei ihnen, aber die im Kriege getöteten Feinde werden gegessen, und die Menschenfresserei mag überhaupt verbreiteter sein, als es den Anschein hatte, denn die Gegenwart der Expedition legte ihren Gelüsten Schranken auf. Die Expedition hat auch ein unbekanntes Zwergvolk Edeckt, von dem es aber mir Männer zu sehen bekam, blöde drein- uende, ziemlich hellfarbige Menschen mit buschigen Haaren Md von sehr häßlichem! Aussehen. veeMtzsehtes. * E i» Dichter bei der „Arbeit" Paul Bon rg et, der bekannte französische Dichter, von dem jetzt wieder viel die Rede ist, da er demnächst mit einem neuen Drama, das „Der Tribun" betitelt ist, hervortreten will, ist ein überaus fleißi er Arbeiter, der bis in den späten Abend hinein am Schreibtisch sitzt; dastir bleibt er aber am Morgen sehr gern im Beite, und es kommt sehr häufig vor, daß er erst gegen Mittag auffteht. Unlängst — so erzählt der „Gil Blas" — verbrachte der viel gelesene Roman- dichter em paar Fertentage in der schönen Billa, die sein Freund, der Graf v. Hanssoirville, der gleich ihm schon längst zu den „Unsterblichen" gehört, in der Nähe des Genier Sees besitzt. Der Gras hat die Geivohnheit, schon vor Tagesanbruch auszustehen, und glaubte, daß fein Freund Bourget sich mindestens doch eine Stund« nach Sonnenaufgang im Jrühstückssaal sehen lassen würde. AlS Bourget aber am Morgen nach seiner Ankunst in der Villa auch um 10 Uhr noch nicht an der Frühstückstaiel saß, ging Graf Hanssonville besorgt in sein Schlafzimmer, um ihn zu fragen, ob er sich nicht wohl fühle. Ta er ihn aber friedlich und ruhig im Bette liegen sah, schivand seine Besorgnis, uiib er fragte neckend, wie eilt Dichter, der doch wissen sollte, daß „Aurora Musis amica* sei, so lange schlafen könne. „Aber ich schlafe ja nicht, lieber Freund," erwiderte Bourget, „ich denke nach, ich arbeite." Tags darauf hatte Bourget gar um 11'/, Uhr vormittags noch nichts von sich sehen und hören lassen. Der Graf ging deshalb wieder zu ihm und sagte, während der aus dem schönsten Schlaf geweckte Romandichter sich streckte und sich gähnend die Augen rieb, im ernstesten Ton von der Welt: „Lieber Freund, Sie sollten sich in acht nehmen, nur scheint, daß Sie allzuviel arbeiten!" * O diese Fremdwörter. Ein Leser schreibt der „Tägl. Rundschau": Ein Möbelhändler erläßt im „Heidelberger Anzeiger" eine Ankündigung, in der es u. a. heißt: Zu verkaufen antiker Schrank, Louis6s, reich geschnitzt. Diese Schreibweise läßt auf ein nicht gewöhnliches, allerdings nicht zur vollständigen Entfaltung gelangtes Sprachtalent schließen k — Dasselbe Blatt weiß noch ein anderes Geschichtchen zu berichten : Bei einer vorbereitenden Wahlversammlung tn einem badischen Städtchen wurde für den zu bildenden Ausschuß u. a. auch ein Kaufmann vorgeschlagen, der früher lauge Jahre in Bordeaux ansässig war. Ein biederer Einheimischer erhob sich daraufhin, um den Betreffenden anfzufordern, er möchte vor allem die Erklärung abgeben, daß er in Frankreich niemals neutralisiert gewesen sei. Gemeint war natürlich naturalisiert l Klassische Stimme» Über de» Hose «rock. Erkläret mir, Graf Oeriubur, Diesen Zwiespalt der Natur l Müllner, „Die Schuld", 2. Akt, 5 Szene. Erlaubt ist, was sich ziemt. Goethe, „Torgnato Tasso", 2. Akt, 1. Szene. Eines schickt sich nicht für alte! Goethe, „Beherzigung". Gottlob! Wir haben das Original l . Lessing, „Nathan der Weise", 4. Akt, 2 Szene. Ter Entwurf ist teuflisch, aber wahrlich — göttlich! Schiller, „Ton Carlos", 5. Akt, 8, Szene. Ist dies schon Wahnsinn, hat eS doch Methode. Shakespeare, „Hamlet", 2. Akt, 2. Szene. Zu jedem Ting muß die Absicht mit der Torheit auf die Wag" schale gelegt werden. Shakespeare, „König Heinrich IV.," 2. Teil, 2. Akt, 2. Szene. O rühret, rühret nicht daran I Geibel, „Wo still ein Herz in Liebe glüht". 's ist nicht das Schlimmste, So lang mau jagen kann: Dies ist baS Schlimmste. Shakefpeare, „König Lear", 4, Akt, 1. Szene. O unenthüllier Raum des Weiberwillens. Shakefpeare, „König Lear", 4. Akt, 6. Szene. Unsinn, du siegst l Schiller, „Die Jungfrau von Orleans", 1. Akt, 10. Szene. Wer eine Zeitlang Skandal erregt, Glaube nicht, daß er die Welt bewegt. Friedrich v. Sallet. Willst du genau erfahren, was sich ziemt, So frage nur bei edlen Frauen an! Goethe, „Torquato Tasso", 2. Akt, 1. Szene. ---------------- (Kikerikt.j Charade. Als Eins und Zwei Berderbeit bringend tobte, Da eilte eine wack're Schar zur Tritten; Als Ganzes hat sie heldenhaft gestritten. Wie heißt die Schar, die kämpf- und siegerprobte k —< Auslösung in nächster Nummer» Auflösung der Schach-Aufgabe in Weiß. 1. a 7 — a 8 wird Läufer. 2. b 7 — b 8 D f 3. L a 8 — d 5 f und Matt, voriger Nmnmer i Schwarz. L k 7 — f 8. Kf8-I7. A.) 1......... 2. K15 — e6 rc, Kf7-:o8. B.) 1......... 2. Kf5 — g6 re. K f 7 — g 8, Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindrttckerej, R. Lange» Gieße»