HiambäcM" Ü.Ci «SM ■ Das nette Mädel. Roman von Fedor von Zobeltttz« (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Das nahm 'ich von vornherein an," antwortete Möbius. dachte nur, meine Anwesenheit wäre der Wunsch Fräulein Trantes gewesen." „War es auch, Herr Pastor," rief Traute eifrig. Sie hatte sich wieder gesetzt. „Wer es war ein egvistischev Wunsch. Ich hätte daran denken sollen, dass Sie Besseres zn tun haben." . . . Und plötzlich schoß die Erinnerung an den Sinrniabend auf der Heide durch ihren Kopf, und Unwillkürlich sprach sie dasselbe, was sie neulich Eberstedt zugerufen hatte. „Ich fürchte mich nicht," sagte sie. „Nein," setzte sie hinzu, „ich fürchte mich wirklich nicht, auch wenn ich allein mit Herrn Kruse bin." Kruse, schlug in die Hände. „Bravo! Gnädiges Fräulein, ich danke Ihnen. So -ist's recht! Mocbius, ich erhebe die Schwurhand: sie steht unter meinem Schutz. Also bist du überflüssig." „Und du bist ein grober Mensch," antwortete Moebius. „Nur zuweilen. Nur dann, wenn es sein muß. Und siehst du, in diesem Falle muß es sein. Ich hatte nichts gegen deine geehrte Anwesenheit — sie sollte sozusagen ein Trost für das Fräulein sein. Aber das Fräulein ist verständiger, als ich Esel wähnte. Sie forcht sich nit. Hat's auch iveiß Gott nicht nötig. Ich aber, mein Alters fühle, daß dein Dabeisein mich stört. Frag nicht warum. Es ist Nervensache. Du sitzest da Und liest. Aber eigentlich liest du nicht. Das macht mich schau kribblig. Dann schaust du von Zeit zu Zeit auf mein Bild. Da tobe ich innerlich. Weil dein Blick kritisiert. Ein noch nicht fertiges Bild kritisiert — hol's der Teufel! Und öfters seufzest du auch leise auf, und manchmal schnaubst du dich sogar. Das geht mir wider die Natur, wenn ich arbeite. Da muß eine heilige Stille um wich sein. Adieu, lieber Moebius, habe vielen Dank für deine Freundlichkeit, und vergiß mich nicht." Moebius ließ sich die Hand schütteln. „So macht er es<" sagte er zu Traute. „Erst fordert er mich feierlich auf, Und dann setzt er mich an die Luft. Glücklicherweise kenne ich ihn; das, ivas ich an ihm 'schätze, ist weniger die Außenseite als der Kern. Und deshalb brauchen Sie sich auch wirklich nicht zu fürchten. Adjö, liebes Kind." Er reichte ihr die Rechte. Seine Hand war sehr heiß. ^.Auf Wiedersehen, Niels!" Kruse hatte seine Palette ergriffen. „Addio, Alterchen!" An der Tür wandte Moebius sich nochmals zurück. „Fräulein Traute, Sie sind lange nicht bei mir ge= fvesen," sagte er; «/besuchen Sie mich doch einmal wieder" entsprechenden Handbewegung, tig! Lehnen Sie sich in den Js Sie falsche Zöpfe?" „Nein," erwiderte sie lachend, „vorläufig noch nicht. '• Er murmelte etwas und begann zu malen. 9hm sprach er wohl eine halbe Stunde lang kein Wort. Traute konnte ihn während der Arbeit beobachten. Sein Aeußeres gefiel ihr nicht. Sie dachte sich diesen Bauernriesen in Frack und Lackschuhen: da mußte er komisch aussehen. Für das Große und Bedeutende seines ausdrucksvollen Kopfes hatte sie kein Verständnis; aber wohl fiel ihr auf, daß sein Gesicht, während er arbeitete, viel weicher erschien als sonst. Und dann verglich sie auch wieder diese glatt rasierten Züge mit dem Christusporträt, das sie von ihm in der Erinnerung hatte. Auf diesen Bildern war er von einer prachtvoll wirkenden Schönheit; mit seinem glatten Gesicht dagegen sah er irgendeinem Schauspieler ähnlich — sie wußte nur nicht gleich wem. Am liebsten hätte sie gefragt, warum! er sich den Bart abgenommen habe. Aber sie wagte es nicht. Sie wollte warten, bis er sie anreden würde. Das dauerte lange. Er arbeitete sorgfältig. Er nahm häufig den Spachtel, trug das Begonnene wieder ab und versuchte es von neuem. Aber er ging dabei mit ruhigem.' Eifer zu Werke. Keine feiner Bewegungen verriet Ungeduld; LrMtze WchMr W WM wie MerMdei und „Gern, Herr Pastor."... Es war so Sitte, daß die jungen Mädchen den Geistlichen, der sie konfirmiert hatte, hin und wieder besuchten; und da Moebius unverheiratet war, so war es auch Sitte geworden, daß man zu ihm truppweise ging. Es gab dann immer Kaffee und Kuchen und eine Art Plinsen, in deren Bereitung es feine Haushälterin zur Meisterschaft gebracht hatte. Besonders Suse Appelmann schwärmte für die Moebiusschen Plinsen und verdarb sich regelmäßig den Magen an ihnen. Sie neigte überhaupt zur Gefräßigkeit. „Mehr nach rechts den Kopf," sagte Niels mit einer entsprechenden Handbewegung. „Halt--jo ist's prächtig ! Lehnen Sie sich in den Stuhl zurück und machen Sie es sich ganz bequem. Wir können auch ruhig miteinander planderii — fand nehmen Sie's nicht übel, wenn ich manchmal die Antwort vergesse." Er stand vor seinem Wilde Und betrachtete noch einmal die .Haltung seines Modells. Sein Blick ruhte groß und ernst auf Traute, ohne den leisesten Ausdruck sinnlichen Empfindens. Er prüfte ihr Gesicht: die Nixenaugen, das zierliche Näschen, die schwellenden Lippen, bie schön geschwungene Linie, die vom Kinn zum Halse führte, und den Hals selbst, der zart war und weiß: von einem matten Weiß, das an Perlmutter erinnerte. Er sah auch unter dem glitzrigeu Kettenhemd Und dem Linnen der Taille das rhythmische Heben und Senken des jungen Busens, und da kam ein förmlich bitteres Empfinden über ihn, daß er dies reizende Mädchen nicht nackt malen konnte. Nun legte er die Farben aus die Palette. „Morgen müssen Sie Ihr Haar auflösen," sagte er, „Diese moderne Coiffüren sind schrecklich. Oder tragen 450 plastisch die Hebung seines Armes war. Es sah wie ein- geübt aus. Nun siel ihr Blick auch auf seine Hande, Und wieder Ivar sie erstaunt. Wie kam der große Bär zu diesen langen, schmalen, nervösen Händen? Sie saß artig still. Hin und wieder sing sie einen seiner Blicke ans. Aber keiner seiner Blicke blieb auf ihr hasten. Sein Blick umfaßte sie, umringelte sie gewissermaßen, zog 'Meise um sie. Er traf nie etwas Bestimmtes, weder Stirn, noch Stase, noch Mund; er traf immer das Ganze ihrer Erscheinung. Sie hatte das sonderbare Empfinden, als ob sein Mick sie näher an sich zöge und sie in Fesseln lege. Nun ging es hurtiger mit seiner Arbeit. Traute merkte, daß ein heiterer Ausdruck über sein Gesicht ging, das wohlige Empfinden fühlbaren Gelingens. Und jetzt begann er auch zu sprechen. „Das wird hübsch werden mit dem Maifest," sagte er. „Natürlich machen wir es wieder in Sonderkroog, nicht in der Birkenhalde, wie letztes mal. Wir brauchen das Meer als Hintergrund, und Pie Dünen, und auf der anderen Seite die schwarzen Fichten von Ostrook. Es kann famos werden — wenn schönes Wetter ist." „Sonst wird es verschoben." „Natürlich. Sonne muß, sein r— und Wärme. Die Kostüme werden zum Teil recht leicht sein. Gute Idee von Eberstedt, daß er auch die Bande von Hnndertundeins mit 'heranziehen will. Da sind prachtvolle Mädel dabei." „Es wird Widerstand setzen beim hohen Senat." „Everstedts Sache. Wir machen alle nicht mit, wenn wir nicht freie Hand haben. Entweder ich arrangiere den Rummel, wie ich will — oder ich danke. Die paar niedlichen Weiberchen eurer Goldnen Horde genügen mir nicht. Ich will einen Riesenaufzug haben, will die ganze Märchenwelt wecken, vom Froschkönig bis zum Meisterdieb und von den drei Spinnerinnen bis zur Gänsemagd." „Ich habe schon überlegt: ich komme als Ällerleirauh." „Kein Gedanke, mein Kind. Sie sind die Märchen- Jee, und alles, was da ist, wird Ihnen huldigen. Ich werde chnen das Kostüm zeichnen." Traute erschrak ein »venig: das konnte hübsch teuer werden. „Um Gottes willen," rief sie, „ich als Märchenfee!? Was werden denn die andern dazu sagen? Was Suse und Lili und Eva?" „Ist mir höchst Wurscht." „Aber sie sind sowieso leicht eifersüchtig!" „Soll'n sich die. Eifersucht verkneifen." . . . Wieder griff er zum Spachtel. ... „Kops mehr hintenüber, wenn sch bitten darf — aber hallo, nicht zu. viel! Nee, Fräulein Traute, das sage ich Ihnen gleich: aut Caesar, aut nihii. Oder zu deutsch: Order pariert! Zwischen den Fichten, wissen Sie, nach der Talmulde zu, wo der Pavillon steht, ist eine kleine Lichtung: da wird Ihr Thron errichtet. Aus Frühlingsgrün, Veilchen, Maiglöckchen und blühenden Vei- gelien. Und dann defiliert der Zug an Ihnen vorüber, und Bvedon als Oberzeremonienmeister des Königs Drosselbart wird das ganze leiten und die Aufstellung überwachen. Dieser Marquis hat sowieso etwas Zeremoniöses. Er kriegt rote Beine und tfchitscherigrüne Pluderhosen von ungeheurer Weite; die Schlitzen an seinem gelben Samtwanls müssen raupengrün sein, und als Hausorden trägt er einen Wldenen Assen. Er wird gut aussehen." „Und wie wird mein Kostüm sein?" fragte Traute etwas zag. „Könnte ich es aus Spinneweben schneidern lassen — es wäre mir schon das liebste. Und hineingewoben ein paar Mondstrahlen, und als Besatz eine phantastische Borte ans Perlen des Frühtaus. Aber nichts darunter. Gott, müßten Sie schön aussehen!" „Ich würde mir den Schnupfen holen," entgegnete Traute lächelnd. „Natürlich — man muß immer mit dem Menschlichen rechnen. Zur Märchenzeit kannte man noch nicht die Gebrechen der Schleimhäute. Auch mein Irrlicht hat kein Schnupftuch zur Hand, und wenn ihn ein Nieser überkommen sollte, ich wüßte nicht, was es täte. Nun sind Sie wieder ein wenig aus der Position geraten, Holdeste — bleiben Sie ruhig sitzen, ich rücke Sie mit vorsichtiger Hand zurecht!" Das tat er. Er faßte zart an ihren KVpf, trat etwas zurück, nm sie aus der Entfernung zu betrachten, und korrigierte dann von neuem an ihrer Haltung, Sie spürte kaum die Berührung seiner Finger. Jetzt schwieg er abermals. Seine Stirn umschattetg sich. Es schien etwas an seiner Arbeit, das ihm nicht! gefiel. Es war das Auge des Irrlichts. Er trug Farben Und Lichter lauf ünd vernichtete wieder, was er gemalt hatte, „Der Reflex des Mondes fehlt mir noch," sagte er, „Ich werde das nächste Mal künstliche Nacht schaffen." Da trat die Vierthaleru ein Und vermeldete, das Frühstück stehe bereit. „Ist mir recht," ries Kruse, „eine Verlegenheitspause, die wir gut Msfüllen können." Die Vierthaleru wollte Traute in ein japanisches Gewand aus indigogesärbter Baumwolle schlüpfen lassen, das an der Ecke einer Staffelei hing. Doch Kruse wehrte dem. Das war für die kleinen Modelle, wenn sie ihre Blöße bedeckten, aber nicht für das allergnädigste Irrlicht. „Immerhin," meinte er, „bleiben wir bei Ostcsiien. Zwölfmark, die Pelzjacke des Chen-chi-chung!" (Fortsetzung folgt.) 3im Butlers Weitflug. Eine phantastische Fluggeschichte von. A. Manns (Bremen)'., Die Räume des Aeroklub-Hauses zu Chicago waren heute! besonders stark besucht, denn morgen früh wollte Jim Butler den großen Weitflug nach Kalifornien auf seinem Butler-Edison-Ein- decker antreten, mit bem er kürzlich den. Weltrekord in Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ausgestellt hatte. Seit einigen Wochen verkehrte im Klub ein ausländischer Gasts« Mirawada, ein vornehmer wtb gelehrter Inder aus der Brah- manen-Kaste; mit ihm unterhielt sich Jim Butler diesen Abend fast ausschließlich. Jim mochte den interessanten Fremden gut leiden, doch konnte er es nicht unterlassen, ihm gegenüber das souveräne Selbstbewusstsein des praktischen amerikanischen Geistes möglichst deutlich zum Ausdruck zu bringen. Mirawada hörte den Lobestiraden, die Jim auf sein Vaterland sang, schweigend rind durchaus nicht ablehnend zri. Dann nickte er. „Bei Ihrer Nation herrscht das Bestreben, die Krafts de« Natur zu verwerten; das ist Ihre Art; die unsere ist, diese Kräfte zu erkennen itnb zu begreifen. Man muß jedem das seine lassen. Auf beiden Wegen hat man einen Ausblick aus wahre Kultur, doch kann sie leider niemand gleichzeitig gehen." „Sie sollten eine Slmeritänerin heiraten, Mirawada," meinte Jim lächelnd, und in einem Ton, der ein ganz klein wenig überlegen klang, fuhr er fort: „Ernstlich, dieses grüblerische! Verbohren in unreale Dinge oder Begriffe, hat es je wahrnehmbare Ergebnisse erzielt? Nennen Sie mir doch ein Beispiel?" „Wenn ich will, kann ich Ihre Gedanken und Handlungen! beeinflussen," sagte der Inder und sah Jim mit einem so starren, seltsamen Blick an, daß dieser die Augen schließen mußte. Es war ihm überaus beklommen zumute; wie er nach Haus ge- kommen Ivar, hatte er nicht zu sagen vermocht. Am nächsten Tage, unter dem jauchzenden Zuruf der Menge, begann Jim Butler den großen Flug. Als er nach woU- geluugeuem Ausstieg noch einmal unter sich sah, um womöglich in dem dichten Gewühl seine Braut, Daisy Laudsey, zu erkennen, sah er von allen Menschen nur Mirawada, der unverwandt zu ihm emporblickte. Der Blick des Inders verlies; ihn nicht, er fühlte ein leichtes Unbehagen, das sich bis zum wirklichen Schwindel steigerte und sogar einmal zu Angstgefühl wurde. Dann plötzlich verschwand dieser unbehagliche Zustand. Jim flog und flog, viele, viele Meilen weit, über Seen, Flüsse, Berge und Städte hinweg. Es war ihm unendlich leicht und frei, kein Luftzug störte den Genuß, die Maschine arbeitete st> sicher! und ruhig, als ob er selbst zu denken vermöchte, Unglaublich rasch wechselten die Bilder, die Jim in Muße betrachtete, sei»! Apparat trug ihn wie ein gut geschultes Reittier, das den Willen seines Herrn errät. Merkwürdig, was Jim auf der Erde unten sah, setzte ihn von Minute zu Minute mehr in Erstaunen, lleberalh sah er die ihm wohlbekannte typisch amerikanische Landschaft/ und doch schien ihm alles eigenartig verwandelt. Er meinte doch die Gegend zu kennen und wunderte sich, daß er den großes prachtvollen Wald in der Prärie noch nie gesehen habe, ebensowenig die weitläufige Stadt dort mit den sonderbaren Häusern! und den rutschbahnartigen Dächern; ab und zu sauste etwas über, unter und neben ihm vorbei; doch was es war, konnte er nicht erkennen. Das, was er jetzt sah, mußte wohl ein Kornfeld sein, es war eine schier endlose Fläche von mindestens drei Meilen im Quadrat. Die einzelnen Halme schienen Jims Schätzung nach 10 Fuß lang zu sein. Auf dem Feld lief, fast mit dcÄ Geschwindigkeit einer Lokomotive, ein großer, schwarzer Kasten hin und her, und dort wo er gewesen war, .hinterließ er die reine, schwarze Ackerkrume. Dann'wieder kam eine riesige Wiesenfläche, ans der Tiere weideten wie sie Jim nie gesehen hatte. Rinder waren es, doch von so enormer Größe, daß der stärkste Bulle der normalen Sorte jm Vergleich zu diesen Tieren eist Zivergrmd war. 461 Jini, der selbst ein großes Landgut am Michigan-See besaß, das er mit großen! Verständnis bewirtschaftete, war außer sich vor Verwunderung. So unglaublich wie es schien, er mußte schon in Kalifornien sein, denn nirgends sonst waren derartige Phänomene auch nur auszudenken und selbst hier waren sie unfaßbar. sind wenn er den 100 000 Tollarprcis verlöre, hier mußte er landen. Kaum war er zu diesem Entschluß gelangt, als sich iastch schon sein Aeroplan fast senkrecht mit ihm zur Erde bewegte. „Wenn das nur gut geht," dachte Jim, Doch Angst hatte er nicht, Ohne die geringste Erschütterung kam er unten an. Er befand sich auf einer nicht allzuausgedehnten sandigen Fläche, stnd in der Entfernung von ungefähr einer halben Meile sah er ein großes Etwas im Sonnenlicht leuchten und funkeln, wie einen Ungeheuren Diamanten, ein Etwas, das in der Form einem Menschlichen Wohnhaus nicht unähnlich sah. Jim vergaß seinen getreuen Aeroplan und wollte auf das rätselhafte Ding zugehen, da hörte er in seiner unmittelbaren Nähe ein erdbebenartiges Fauchen und Donnern. Nähertretend, gewahrte er ein seltsames^ Rohr von et!» sechs Fuß Stärke, das unmittelbar aus dem Erdboden kam, sich zu einem Knie bog und dann direkt auf das blitzende Haus zulief. Von diesem Rohr, dem eine gewaltige Hitze entströmte, rührte das Geräusch her. Nachdenklich und kopfschüttelnd betrachtete Jim' das Rohr, da vernahm er wieder denselben Ton, der ihm oben in der Lust so aufgefallen und der deut Schwirren eines riesigen Jnsektenflügels glich. Plötzlich^ wie Moire Himmel gefallen, sah er zwei Menschen vor sich stehen, einen -älteren Mann, der die Züge des Inders Mirawada trug Und ein junges Mädchen, das verblüffende Aehnlichkeit mit seiner Braut Daisy Landsey hatte. „Tas ist doch — —," dachte Jini Und dann fiel sein Blich -auf einen Gegenstand', der einer Libelle Un Gestalt glich und so fein und zierlich gebaut war, daß Jim vor Entzücken fast alle bisher erlebten Wunder vergaß. Offenbar war der Gegenstand die Flugmaschine der beiden Menschen, die ihn noch immer schweigend betrachteten. „Ihr int Osten," begann der Mann endlich in einer Sprache, die entschieden kein Englisch tour, die aber Jim merkwürdigerweise trotzdem verstand, „Ihr int Osten habt manchmal eure, ich möchte sagen, atavistischen Grillen; doch daß einer von euch den Spleen so weit treiben könne, sich einen solchen antedilu- viauischen Kasten zu rekonstruieren und damit im Lande umherzuschaukeln, das hätte ich doch nicht für möglich gehalten." Jims Gesicht drückte so ehrliche Wut und zugleich solches Erstaunen ans, daß der Mann, der Von der jungen Dame einen kleinen Stoß bekam, in seiner Rede anhielt. „Aber erlauben Sie," sagte Jim endlich gekränkt, „das ist der Butler-Edison-Eiichewer, der neueste und beste Apparat, den — —" hier schwieg er wieder, denn sein Blick fiel abermals auf die wunderbaren Libellenflügel. Das Mädchen wandte sich zu deut Mann, und Jim hörte, wie sie diesem leise zuflüsterte: „Sei gut zu ihm, Vater, der Aermste krankt Ivie so viele am Bergangenheitsbewußtsein; denkst du noch an Nil Babo, der sich lange Zeit einbildete, ein Ptero- dactykus zu sein? Wir müssen den jungen Mann langsam wieder Mit der Gegenwart vertraut machen." ' Der Mann mit Mirawadas Zügen neigte zustimmend sein Haupt. Jim faßte sich an die Stirn, er dachte eine Weile nach und kanr zu dem Entschluß, nicht weiter nachzudenken. In diesem Augenblick trat der Mann auf ihn zu, er, musterte Jim mit einem mitleidigen Blick, der diesem peinlich war, ergriff hierauf Jims .Hände und schüttelte sie lange und -anhaltend. „Ich heiße Nobod und daS ist meine Tochter Violet, seien Sie uns willkommen!" sagte er. Jim machte eine tadellose Verbeugung und betrachtete dann die beiden Leute genauer. Sie trugen graublaue, dicht anliegende Kleider, Miß Violet hätte einen Kuierock an, etwa wie die Bergsteigerinnen; auf beider Rücken zwischen den Schultern befand sich ein kleines schmales Kästchen, das Jim auffiel. „Verzeihen Sie, was ist. das?" fragte er. „Bon diesem Behälter aus," sagte das junge Mädchen, „zirkuliert der elektrische Ozonstrom durch die Maschen unserer Fleischfaser-Kleidung." „O, ja," meinte Jim in einem Ton, als wenn er sich das eigentlich hätte selbst sagen können. „Da wir nun einmal dabei find, würden Sie mir wohl noch einige Fragen beantworten!?" Die junge Dame nickte freundlich, und der Mann lächelte nachsichtig. „Ich danke Ihnen," sagte Jim'. „Womit nur ansangen? Jawohl! Was für ein großer Kasten war es, der da auf dem Kornfelde umherraste?" „Tas ist unsere landwirtschaftliche Maschine," antwortete der Mann, „sie müht, drischt, trennt das Saatkorir vom Brotkorn, Mahlt das letztere zu Mehl und verbäckt cs, pflügt, eggt und düngt den Boden hinter sich mit den Salzen, die sie aus dem Stroh gewinnt und streut endlich das nusgewählte Korn gleich wieder zur neuen Saat aus." „In der Tat, ganz praktisch," meinte Jim, den die Fülle der Eindrücke schon blasiert zu machen begann. „Und die großen Rinder?" ..Groß?" fragte Herr Nobod erstaunt, „Das ist unser Mittel- schläg." Gleichdärauf besann er sich und fuhr in dein; belehrendere Tone fort: „Meine Rinder haben kaum die Größe des ausge- storbcnen Nilpferdes, ich züchte sie nicht größer. Vor langen, langen! Jahren hat man zwar das Mittel gefunden, die tierische Wachstumsgrenze nach Belieben zu verändern, doch ist das bei den Vegetabilien nur zum Teil gelungen; es wird Ihnen deshalb ohne weiteres einleuchten, daß sich ein, sagen wir, hausgroßes Rind, nicht -würde zu ernähren vermögen." „Selbstverständlich," sagte Jim. „Was. hat aber dieses Rohr zu bedeuten?" „Aber das ist doch Unsere Zentrale," erwiderte der Mann ein ganz klein wenig ungeduldig ob der müßigen Fragen, „das, versteifte Asbcstrohr holt uns Kraft und Wärine aus dem flüssigen -Erdkern, die in unseren Fabriken verbraucht und dort für die beweglichen Maschinen in konzentrierte Kraft und Wärme um- gewaudelt werden." „Ja gibt es denn keine Kohlen?" warf Jim ein. „Kohlen, nein," antwortete der Mann. „Doch, Vater, widersprach Violet. „Du hast mir Ja voriges! Jahr noch das teure Kohlenarmband mit Sonnengoldfassnng geschenkt. — Aber ehe Sie weiter sehen, mein Herr, müssen Sie sich erst stärken, bitte steigen Sie ein." Hiermit wies sie auf die Libelle, an der.Jim vier bequeme Sitze bemerkte. Tie drei setzten sich und Nobod Vater und Tochter zogen einen Schleier vor das Gesicht. „Er hat keinen Luftspaltschleier, Vater," sagte das Mädchen, „wir müssen langsam fahren." Zu Jim gewandt, fuhr sie erklärend fort: „Bei normaler Geschwindigkeit! würden Sie dm Luftdruck nicht ertragen, er ist so groß, daß ein Flieger ohne die, an der Innenseite des Schleiers ange- brachte, Reduzierbrille überhaupt nicht wahrnehmbar ist." Hiermit drehte sie an -einer Kurbel, und eine Viertelminute spät eh stand das Gefährt vor dem Glashanse. Jim, der in Wesen und- Gestalt des Mädchens ganz seine Braut wiedererkannte-, betrachtete sie weit angelegentlicher als! das wunderbare Haus; zögernd meinte er dann: „Sagen Sie, Miß Nobod, wissen Sie ganz genau, daß Die mich nicht einstmals heiraten wollten?" Daisy errötete. „Werden .Sie, gesund," entfuhr es, ihr. „O> was sagte ich- — —" ,, „Sehen Sie das .Haus, es i)t aus Liamantlava — —, • sagte Nobod ablenkend. Jim sah den Sprecher -an und schüttelte den Kopf. „Mwa- to-ada, Daisy," murmelte er, dann folgte er den beiden in das! Innere des Hanfes. Hier reichte ihm das junge Mädchen zwet Pillen: „Konzentriertes Maisbrot und Fleisch," sagte sie. Jim! verschluckte die Gabe gedankenlos. „Ich werde Sic nun dorthin führen, wo wir das Sonnenlicht für den Nachtgebrauch aufstapeln," mit diesen Worten wollte Nobod Jims Arm nehmen und ihn mit sich ziehen, doch der starrte ihm nur immer ins Gesicht, fuhr sich mit beiden Händen an die Schläfen und plötzlich durchzuckte ihn wie ein Blitz die Erkenntnis: „Jetzt haben Sic cs zu bunt getrieben, Mirawada; meinen Sie, ich wüßte nicht, daß Sie mich hypnotisiert haben und mir jetzt eine B-ellamyade vortragen?" Nobod lachte und wackelte mit dem Kops, der immer größere Dimensionen annahm, rote .und grüne Flammenbündel zuckten durch die Wände, riesige, glitzernde Käfer liefen im Zimmer umher und alles drehte sich um sich selbst. Das einzige, was Form und Festigkeit behielt, war das Mädchen-- •— ——. „Er hat die Pillen genommen," sagte Daisy Landsey zu dem eintretenden Arzte. Der untersuchte den Patienten, worauf er befriedigt nickte. „Alles in Ordnung, Miß Landsey; wo hat! man ihn eigentlich gefunden?" . r „Rur zwei Meilen von, der Stadt. Er gefiel nur heute morgen schon vor dem Aufstieg nicht, er war so aufgeregt./ In diesem Augenblick schlug der Kranke die Augen auf. Ach, Miß Nobod — — Daisy," rief er erfreut, „wo ist Mr. Nobod, Ihr Vater, Mirawada---?" Daisy und der Arzt sahen sich verständnisvoll an. „-schlaf- nur wieder, Jimmy," mahnte Daisy sanft und legte dem Kranken ihre Hand über die Augen, die Jim auch gehorsam schloß, nnt gleich darauf lächelnd und ruhig weiter zu schlafen. „Was sagen Sie zu der Neuigkeit Miß aaisy, flusteAa der Doktor nach einer Weile. „Ter Brahame zeigt heute feind Verlobung mit Nel Slvitch, der Tochter des Spcckkoiiigs an! Die bewußttssen Aerzte. Uluh Toyon ist das Oberhaupt der bösen Geister bei den Jakilten. Von ihnen kommen die schlimmsten Krankheilen. Wird nun ein Jakute krank, so läßt er einen Schamanen, das heißt einen Zauberarzt, holen. Zu seinem Werkzeug gelwrt zunächst eine Gerte, an die er einige Haare aus dcr Mähue eines Pferdes bindet. Er springt um den Kranken herum, schwiugt die Gerte rmd zwingt so die Geister, zu erscheinen und die Ursache,, weshalb sie den Bedauernswerten peinigen, anziigcbcn. Plötzlich halt er mne. Er siebt die Geister und eröffnet dem Kranke», daß sw ihn vernichten wollten, wenn er sich nicht dnrch das Opfer einer Kuh oder loskanst. Mit Freuden wird das Opsertier gegeben. . Nun zieht der Schamane sein offizielles Gewand an. Diese Gewänder, dre zu den grössten ethnologischen Kostbarkeiten gehören, sind zumeist au- 452 Vermachter. ' Welche Farbe sollen die Tapeten habe«? Von drei verschiedenen Standpunkten aus läßt sich diese Frage beantworten: von, psychologischen, von, physiologischen und von dem der reinen Zweckmäßigkeit Von allen drei Seiten ist jüngst in London in einer Versammlung der „Gesellschaft der Beleuchtungs- tngenieure' dieser Gegenstand behandelt worden, wie aus Berichten des „British Medical Journal" hervorgeht. Je Heller die Tapete Sefävbt ist, um so stärker ist die R e i z u n g der Auge n. Doch t es Sache des Arztes, festzustellen, ob sie zu groß ist. Auf die ©tim in ung wirkt die Tapeteniarbe ebenfalls ein. Nach den Erfahrungen der Beleuchtnngsingenieure ist es den Männern gewöhnlich einerlei, welche Farbe die Tapete ihres Eß- oder Arbeitszimmers hat, während bei den meisten Frauen die Farbe der Tapete mehr Beachtung findet. In Gesell>cha>tsräuinen ziehen die Frauen recht belle Tapeten vor, und der Grund hierfür ist, daß sie in recht Hellen Räumen besser zur Geltung kommen. Umgekehrt lieben sie für ihr Boudoir dunklere Tapeten. Wenn nach der Zweckmäßigkeit gefragt wird, kommt in erster Reihe die Menge des Lichtes in Betracht, die die verschieden gefärbten Tapeten zurückwerfen. Hierüber sind Versuche in einen, Zimmer angestellt worden, dessen Decke weiß gefärbt und das durch eine Lampe ohne Abblendung beleuchtet wurde. Die Tapeten wurden dabei aus- gewechfelt. Bei einer dunkelgrünen Tapete war etwa doppelt so viel Licht nötig rote bei einer rem weißen, wenn auf dem Arbeitstische dieselbe Helligkeit erzielt werden sollte. Bei roten Tapeten war nicht ganz so viel Licht nötig, bei hellgrünen dagegen war die Abnahme der erforderlichen Lichtstärke sehr bedeutend. Schließlich stellte sich heraus, daß zwischen dunkelgrün und weiß der Reihe nach zunächst dunkelrot, blau, hellrot und hellblau lagen, bis man zuletzt bei hellgrün die geringste Lichtmenge brauchte. Wem, man also die Beleuchtungskosten allein berücksichtigt, ist die zweckmäßigste Tapete — gesunde Augen vorausgesetzt — die am hellsten gefärbte. Für die meisten Fälle ist die hellgrün gefärbte die angenehmste, so daß man sich für diese entscheiden wird, wenn man nicht die Tapetenfarbe den einzelnen Räumen cmpaffen will. Kk. Nachahmenswertes aus der französischen K ü ch e. Die Franzosen sind Meister in der Küche. Einer französischen Hausfrau wird es nie einiallen, ein altes Huhn, dem infolge stundenlangen Kochens aller Saft und alle Kraft entzogen worden ist, damit es eine schmackhafte Suppe liefere, noch zu einem Frikassee zu verwenden. Auch die Hammelkeule braucht nicht erst ihre ganze Kraft einer unendlich „langen" Brühe zu opfern. Jedes Stück darf seinen Saft und sein Aroma behalten. Dem, auf dem französischen Mitlagstisch fehlt nie die Suppe aus Rindfleisch, das dann nach der Suppe als erster Gang gereicht wird. Diese tägliche Scheibe Rindfleisch gilt trotz ihrer Einfachheit als sehr beliebte und appetitreizende Vorspeise. Zu ihr werden nämlich weder Kartoffeln noch ivarme Gemüse ober grüne Salate mit schweren Eiersaucen und Mayonaisen gegeben; vielmehr ist es Sitte, rote wir einem Aufsatze der im Verlage von Velhagen & Klasing erscheinenden reichhaltigen Wochenschrift „Die Deutsche Fran" entnehmen, den Tisch mit einer großen Answahl pikanter Beilagen Leder gefertigt, mit Glocken und einer großen Menge eisernen, Schmuck und ähnlichem behangen. In seinem Ornate saugt der Schamane einen besonderen Tanz unter furchtbarem Schreien und Brüllen an, um das Opfertier unruhig zu machen. Am nächsten Morgen wird dieses auf einem besonderen Gerüst geschlachtet. -t.a§ Fleisch wird aufgezehrt, die Gebeine ober eingeivickelt und auf einen Baum gelegt. Von neuem rast der Schamane in wahnsinnigen Tänzen unter dem Klange seiner Trommel und des Eisen- schmuckes, bis er ohnmächtig wird und vorgibt, tn diesem Zustande mit den Geistern in Verbindung zu stehen. Nun erfährt er auch, ob der Kranke genesen wird oder ob seine letzte Stunde gekommen ist. Diese Anfragen, die Hand in Hand mit Beschwörungen gehen, wiederholen sich öfter, besonders bann, wenn die Kunst des Zauberarztes nichts zu nützen scheint. In diesem Fall trifft der Vorwurf nicht die Unfähigkeit des Schamanen, sondern das Opfer wurde von den Geistern nicht angenommen. Durch mehrfache Wiederholung der Opferung und immer erneute Tänze sucht man sich die Heilung zu erzwingen. In dem Schrank, in den, sich auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung dieser Jakutenschamane befindet, sind noch drei andere Schamauenanzttge ausgestellt. Der eine davon gehört den Golden an und darf heute als ein Unikum gelten, da die Russen die goldischen Schamanenanzüge bis auf dieses Exemplar vernichtet haben. Die beiden anderen Anzüge stammen von den Samojeden. Ter eine Männeranzug ist aus rotem Stoff mit blauer Stoffbordüre und gelben Schnüren, der untere Rand dagegen mit weißem Fell besetzt. Der andere Anzug gehört einer Schamanin. Er ist aus schivarzem Stoff mit breiten roten Streifen gefertigt, die mit gelben Bändern eingefaßt sind. Ten unteren Rand bildet ein schwarzes und weißes Bärenfell. Auch er ist ein Unikum, weil es heute bei den Samojeden weibliche Schamanen nicht mehr gibt. Die Zeit wird nicht mehr lange währen und die Heilmethode durch „bewußtlofe Aerzte" gehört der Geschichte an, während die wenigen Gewänder in Bälde zu den kostbarsten Beständen der Museen zählen werden. zu bereichern. Außer den verschiedenartig eingelegten Gurken sind sehr beliebte Mischungen: dänische Anchovtes mit Radieschen- scl,eiben, geriebener Meerrettig mit Aepseln in Essig und Del, abgetaner Sellerie, ebenfalls mit Oel und Essig gemengt, wozu man nach scharfen Senf tut, Tomaten mit Zwiebeln, Spargeltöpfe mit Kapern ufro. Selbst die einfache französische Frau spe,st ihre,, Mann und ihre Kinder nicht mit einem Gerichte ab, das sie sich scheuen würde, Fremden vorzusetzen. Trotzdem wird übrigens durch richtige Einteilung und Berechnung die scheinbare Uepptg- keit nicht kostspieliger als unsere Hausmannskost, Die bei uns vielfach übliche Brühe ans billigen Abfallknochen ist ganz ausgeschlossen. Ein Pfund gut durchwachsene Rinderbrust ober Fehl- rivpe von gemästeten Tieren liefert bet richtiger Behandlung einen Liter Bouillon, genug, um sieben der in guten Häusern gebräuchlichen Taffen und reichlich sieben dis acht Teller, wenn Einlagen hinzukommen. Die Fleischbrühe wird nach alter Art geschäumt; gern gebrauchte Zutaten, außer dem nötigen Salz, sind: eine ungeschälte, auf der Herdplatte etwas angebräunte Zwiebel, eine fingerdicke Scheibe Sellerie, eine halbe Stange Poree, eine große Mohrrübe, ein kleines Lorbeerblatt, drei Korner Pfeffer und ebenso viel Gewürz. Das Fleisch wird gar gekocht, in zarte dünne Scheiben geschnitten und sofort recht heiß und frisch zur Tafel gegeben. Tie Bouillon wird durchgegossen wegen der Klärung zur Verwendung für den nächsten Tag aufgehoben, da kein Franzose die Suppe mit Fettaugen ober einem braunen Bodensatz genießen würde. Auf diese Weise erhält zugleich die Hansfraii fast als Geschenk bas reine, geronnene Bouillonfett, bas mit etwas Speckzugabe jedem künstlichen Bratensurrogat vorzuziehen ist. Eine besondere Kunst der Verwertung besitzt die französische Köchin für übrig gebliebenes Fleisch, das durch verschiedene Zutaten zu allerlei schinack- haste Gerichte verwendet wird. * .Eine Ehefrau als großes Los. Der Wettstreit Japans und Amerikas nimmt kein Ende. Hat kürzlich ein findiger japanischer Warenhausbesitzer eine Lotterie mit einem Ehemann als Hauptgewinn veranstaltet, so bieten jetzt die Amerikaner dieser Sensation ein Paroli, indem sie eine andere Lotterie veranstalten, bei der den Hauptgewinn — eine Ehefrau bildet. Zugunsten eines katholischen Waisenhauses in Pittsburg soll demnächst ein großes ländliches Fest stattfinden, und der Hauptspaß der Feier wird die Verlosung einer jungen, hübschen, 20 jährigen Dame fein, die sich — vielleicht ein wenig leichtfertig — bereit erklärt hat, dem Gewinner zum Altar zu folgen. Wer das Glück hat, kann diese Braut billig heimführen, denn das Los kostet nur 50 Cents, und die Hochzeitsfeier, die Hochzeitsreise und die Ausstattung werden dem Gewinner von der Lotterie ausbezahlt. Der Newyork American berichtet, daß bereits ein wilder Ansturm auf die Loskassen herrscht, und der Ausschuß wird mit Anfragen von Heiratskandidaten bestürmt, die alle mehr oder minder praktische nähere Auskünfte begehren. „Hat das fHiäulein immer gearbeitet, um sich zu ernähren?" „Kann sie Honigtorte machen?" „Lebt ihre Mutter noch ober hat sie eine Stiefmutter?", und wie die Fragen alle lauten. Aber der vorsichtige Ausschuß beschränkt sich in weiser Zurückhaltung darauf, den eifernden Loskäufern lakonisch zu versichern, daß das große Los, die künftige Braut/ goldblond sei. . . . * Gemütlich. Gast (der schon lange auf die Bedienung wartet): „Kellner, ich warte nun schon eine Stunde." — Kellner: „Ja, denken Sie mal an, wie schnell die Zeit vergeht!" * SB ettb einerb. „Mein Fräulein, ich bin in Sie bis über die Ohren verliebt!" —■ „Aber das hat mir mein Vetter auch schon gesagt!" — „Ja, aber — ich hab' länge r e O hren!" * Sein G e p ä ck. „Aber, Herr Knapp, ich sehe Sie wieder mit einer Kiste Zigarren unterm Arm. Sie sollten denn doch nicht so viel rauchen!" — „Da irren Sie! Ich ziehe nur wieder mal um!" * V e r s ch n a p p t. A.: „Da hast du dir aber einen sehr schlecht sitzenden Ueberzieher angeschafst." — B.: „Ja, glaubst du denn, daß man sie im Restaurant angemessen bekommt?" Arithmognph. 16 5 flinkes Tier. 2 3 3 2 Fluß in Italien. 3 2 7 2 6 mythologischen Namen. 4 2 1 7 6 Zierpflanzen. 2 12 3 Stadt in Ungarn. 5 2 1 4 6 ein Musikinstrument. 12 3 Teil eines Wagens. 6 13 6 ein Planet. 7 2 5 6 Nebenfluß des Rheines. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reibe nach, von oben nach unten gelesen, einen gesuirden Sport. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Patentamt. Redaktion; R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»