gj Ri M — Nr. 80 lil ■VMM Ai MLKk^EV TWrääMrp'Wr«! Herxeloide. Lloylan von Georg Freiherrn von Ompteda, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Maria ging eS gut, wenigstens im Vergleich zur ersten Zeit. Ich gewann auch wieder Mut und empfing nun immer den Arzt, an dessen Zügen meine Augen hingen, jedesmal wenn er sich vom Stuhle neben meiner Fran erhob. Es war stets das gleiche verbindliche, freundliche Gesicht, kein Ernst huschte darüber hin, aber auch nichts Besonderes, das gewesen wäre wie ein: „Nun sind wir über den Berg!" Die Luft, die Windstille, die Sonne, die Ruhe, die Wärme, alles half, Marias Kräfte zu heben, ihr Vertrauen zu geben und Mut. Es war aber auch ein Fahr wie selten im Süden, wie fast nie in dieser Mittels zone, wo die Berge noch zum Norden gehören und nur der Sonnenball über den Himmel zieht wie im Lande der Palmen. Maria konnte fast den ganzen Tag im Freien zubringen. Früh schon, wenn ich erntrat, waren die Läden geöffnet. Am Fenster saß die Kranke, gepflegt, gewaschen, frisch wie der junge Morgen, das glänzende Haar zierlich ?geordnet, denn darauf hielt sie. Nie durfte ein Löckchen lattern, nicht eine Strähne verschoben sein. Maria streckte mir die Hand entgegen. Sie fragte, sie und nicht ich zuerst: — Hast du gut geschlafen? Sie erkundigte sich'und nicht ich, wie die Nacht gewesen wäre, ob ich aufgewacht sei? Fch wußte weshalb. Weil sie wach geblieben war, weil sie gehustet hatte, weil sie unruhig gelegen und nun in ihrer selbstverleugnenden Liebe nur an das eine dachte, ob es mich etwa gestört hätte, ob i ch aufgewacht wäre, ich auch nur eine unruhige Minute gehabt um sie. Dann las ich ihr die Zeitungen vor, bis sie das zweite Frühstück bekam und wir uns zurechtmachten, auszufahren. Dann ging es wieder hinaus auf die stillen, sonnigen Ober- maiser Wege an den Willen vorbei, die im Dunkel der immergrünen Gewächse, der Nadelhölzer, lagen, als wäre es nicht eigentlich noch Winter. An den Schlössern vorüber, noch ragend aus jener Minnefängerzeit, da hier das Adelsparadies gewesen, aus jenem Mittelalter, wo ein reiches, tapferes, lustiges, aber auch leichtsinniges Volk trotz des Reichtums des Bodens, trotz der Gunst des Himmels allmählich verschleuderte und vertat, was die Väter gesammelt hatten. Rundum lagen die ewigen Berge, die schon damals auf däs Tal mit dem Treiben seiner Menschlein herabgeschaut, steinern, eisumgürtet, unbeweglich, unberührt wie heute. Die Berge, die manchen Windstoß krachen, der dahergefahren kam über die Oetztaler Ferner, die Stubaier Gletscher, die Berge, die sich über dem weingesegneten Tal« erhoben bis. zu zehntausend Fuß., Da grüßte über dem Naiftale der Jffinger herein, schneebestäubt, und neben ihm das Hochland von Haflrng. Von droben blinkte, in einer Senkung, eben von den Sonnenstrahlen scharf beleuchtet, das Wahrzeichen der Gegend herab, Sankt Katharina in der Scharte, mit dem Turm, der sich so scharf abhob gegen den wolkenlosen, blauen Süd!- landshimmel. Auf der anderen Seite des Jffinger aber öffnete sich ein breiter Einschnitt hinter ihm ein schnee- glänzender Abschluß: Andreas Hofers Heimatstal, das Passeier. Und nun hob sich wieder die Dalumrandung. Neben dem Küchelberg, an dem einst vor nun bald hundert Fahren die treuen Tiroler gegen die Franzosen den verzweifelten Freiheitskampf gekämpft hatten, auf dessen linker Höhe mit seiner gelben Mauer das Schloß Tirol niedersah ins Land, schoß die Muthfpitze empor. Lang zog sich der Rücken hin, immer steigend, eine Wesenwand, die ihren letzten, steilen Aufschwung in der stolzen Pyramide des Tschigat fand. Das Zieltal sah man tief eingeschnitten, und den Eingang ins lange Bintschgau ahnte man durch einen schräg einfallenden Sonnenkegelstrahl, der den Mar- linger Berg von der Gfallwand und Kirchbachspitze trennte. Dort hinein ging es zum Ortler, zum höchsten Berge der Ostalpen, dem dadurch ein Nimbus um das Gipfel- Haupt gewunden war wie eine Königskrone. Wenn das Auge aber weiter lief rundum/ fiel es auf die doppelgipfelige Laugenspitze, die Grenzwarte des Deutschtums, denn hinter ihr lag das verwelschte Nonstal. Und immer weiter zog sich die Kette der Berge, mit dem Gantkofel jäh endend, der, ein Wesenabsturz, wie eine Nase, ein gewaltiges Profil, am Ende des Etschtales in die Tiefe absetzte. — Von dort sieht man Bozen! — sagte ich zu Maria. Bei dem Worte „Bozen" blickte sie mich an. Ich las aus ihren Augen etwas, als kennte ich genau ihre Gedanken, und ich fragte sie, indem mir wie ein Blitz jener Tag im „Greif" durch die Sinne schoß: ।— An was denkst du, Maria? An den Abend, als wir den Rosengarten leuchten sahen. Ich drückte ihre Hand, und einen Augenblick bedrängte mich der Vergleich mit jenen gesunden Tagen ersten Glückes und heute. Ich mochte eine Bewegung gemacht haben, oder las mein Weib wirklich alles in meinen Zügen? Sie sagte nur mit süßer Bitte im Ton: >— Nicht traurig sein! Es wird alles wieder gut! Sieh nur, sieh, muß man hier nicht gesund werden? Sie deutete in die Runde mit einer Bewegung ihrer schmalen, kleinen Hand, als meinte sie: „Das alles gehört uns, denn es erquickt unsere feligen Augen. Wir sind reich, unendlich reich — alles umfaßt unser Blick, und. alles ist unser ureigenstes Eigentum." Und es dehnte sich rund Um uns, das herrliche, lachende Burggrafenamt. In der Tiefe streckte sich das obst- Uny weingesegnte KtWand. im Mnnengeflimmer hin, Mu 318 — leichter Dunst lag darübergebreitet gleich einem Schleier, als dürfe es sich bem Auge nicht ganz enthüllen in all seiner Schönheit. Es redete zu mir tiefe eindringliche Sprache. Es schien zu sagen: „Seht ihr, ihr Menschlein, o bin ich seit Millionen Jashren, und Taufende von Ge- chlechtern wurden.geboren auf mir und mußten wieder terben. Habe ich mich verändert? Habe ich mich bewegt? Müßt ihr nicht Kimmen und gehen, wie Herbst- und Wintersterben jedes Jahr? Ist es nicht immer noch Frühling geworden? Hat der Lenz nicht doch endlich gesiegt über den Tod der Natur? Blickt mich nur an mit den erstorbenen Zweigen, dem Grau der Wiesen, dem fahlen Lärchenwald, dem kahlen Busch am Bergeshang. Das alles wiro wieder grünen, das alles erwacht aus dem Tod. Wartet nur, geduldet euch, iiber ein kleines lacht die Au, grünen die Blätter, duften die Blüten, sprießt es und wachst es überall. Dann seid ihr nolh hier uno freuet euch des neuen Lebens, öder ihr liegt drunten, tief drunten in mir und seid glücklich im Frieden meines Schoßes, glücklicher vielleicht als heute, da ihr wandelt auf meinem Angesicht." * Es ging besser! Mit der erwachenden Natur schienen sich auch in der wmiden Brust neue Ktäfte zu zeigen. Ein glückliches Jahr begünstigte uns. Keinen Tag gab es Regen, und nur selten einmal erhob der Sturm sein drohend pausbäckiges Gesicht und blies aus dem offenen Passeier mit Vollen Wangen. Da konnte denn Maria immer draußen liegen auf der Veranda, täglich ausfahven. Und wie es gut ging, immer besser wie mir schien, zog auch die Hoffnung in meine Seele. Sie streifte mich nur im Anfang. Ein Hauch war es, wie eine linde Luft, ein lebenweckender Atem. Aber allmählich gewann sie an Stärke: ich begann zu Aauben an die Genesung. Nun ging ich ganz anders einher. Ich hob den Kopf. Meine Augen leuchteten, ich redete mit Bekannten, länger, eindringlicher, wenn ich sie unterwegs traf. Bisher war ich den Menschen aus dem Wege gegangen. Ich wollte die ewigen Anreden vermeiden, die doch so gut gemeint waren: „Wie geht es Ihrer Frau Gemahlin?" In der erregten Stimmung, in die mich Sorge und Aufregung versetzten, sah ich Neugierde in den Fragen, aber Teilnahme nicht. Jetzt jedoch ward es mir fast zum Bedürfnis, zu den Leuten zu gehen, um ihnen nach den ersten Begrüßungsworten zu sagen: „Es geht meiner Frau wieder ganz gut." Und dem nächsten: „Wenn wir abreisen, wird sie gesund sein." Ja, mich faßte ein solcher Taumel von Wonne, daß ich dem dritten bereit war mitzuteilen: „Wir reifen bald wieder ab. Sie ist ganz gesund!" Gesund! Gesund! O Gott, wenn wir das Wort erst sagen konnten! Bei dem Gedanken überkam es mich wie ein Rausch von Glückseligkeit. Und ich lief jetzt oft, wenn Maria nachmittags ruhen sollte, fort, in die Umgebung Merans hinaus. Der Arzt hatte gesagt, sie sollte viel allein sein, womöglich schlafen, nicht sprechen jedenfalls. Auch Maria redete mir zu. Ich wehrte mich zuerst dagegen, denn ich mochte sie nicht allein lassen. Maria aber bat mich förmlich fortzugehen. Ich müsse Bewegung haben. Sie würde ruhiger sein, wenn ich ihr den Gefallen täte, und sie möchte gern, daß ich neue Eindrücke gewönne, um ihr zu erzählen, wo ich gewesen, wie es dort war. Da durchstreifte ich denn die Nähe und Weite, stieg zu den Schlössern hinauf, zur Fragsburg, zu Katzenstein, Schenna, Auer, Lebenberg, Tirol, Dürnstein und wie sie heißen, jene Zeugen der mittelalterlich großen Zeit des Landes. Dann fuhr ich mit der Bahn zu den nächsten Haltestellen und bald kannte ich jeden Weg im Landl. Immer aber ging ich allein, denn Menschen paßten nicht in meine Stimmung. Ich mußte allein sein, nm an die denken zu können, die mein ganzes Sinnen umfaßte und Sehnen, zu der meine Gedanken zurückkehrten, sobald sie nur eine Minute ohne sie geweilt — zu Maria. An sie dachte ich bei allem, was ich sah. Was würde Ich wohl dazu meinen, sie mit ihrem Interesse für alles, nnt chrem offenen Sinn, den klaren Augen, die alles tausendmal mehr sahen, denn meine. Ich überlegte, wie ich ihr bjA^und jenes schildern sollte, die Aussicht, die alten Schlosser, den Weg. Und so stieg ich herum Und ging dahin, fast wie im Traume. ®a6ei ward es Frühling im Burggrafenamt, viel zeitiger n»s daheun rm fernen Deutschland. Frühling zuerst kN liefen Tal an den geschütztesten Stellen^ in den Ms- anlagen, wo die Passer täglich stärker rauschte vom schmek- zenden Schnee, droben in den Tälern, ans denen sie ihr Wasser zog. Frühling in den Gärten und Anlagen. Es war, als sängen mehr Vögel, als bekäme alles einen frischeren, freudigeren Hauch. Grün färbten sich die Sträucher. Knospen entsprangen in dicken Knoten an den Kastanien, taten sich auf wie Hände, die ihre Finger nach allen Seiten strecken, und ließen endlich die Blätter herans- schießen mit solcher Gelva.lt, daß man jeden Morgen zu sehen meinte, wie sie über Nacht größer geworden. Die frühen Pflanzen hatten begonnen, die späten folgten, bald stand alles wie auf einen Zauberspruch im grünen Kleide da, und nur die Platanen zögerten noch. Auch, die Weingärten zeigten Helle Triebe, daß das ganze Holz sich mit frischem Grün zu überranken begann. Wie es nun unten im Tal anfing zu grünen, zu düsten und zu blühen, kroch der Lenz auch langsam die Perge hinan. In den höheren Lagen färbten und füllten sich die Wipfel der Edelkastanien, der Nußbäume, das Buschwerk, das die scheinbar unbekleideten Felsen hinankletterte, begann grün zu werden, so daß die Platten und Schroffen des Mittelgebirges ausschauten, von der Ferne gesehen, als überzögen sie sich mit einem raschwachsenden, dichtwuchernden Moosteppich. Nun setzten auch die kahlen Besen der Lärchen ein fast schrilles Grün an, befiederten und bewimpelten sich. Unten begann es, immer höher stieg es hinauf. Fast täglich konnte man die Fortschritte sehen. Dafür fraß die Sonne an den Schneeflecken, als wäre die steigende Pflanzendecke ein Feuer, das die Berge hinanleckte. Bald leuchtete an den Platten, aus den Graten das Gestein, und nur in den Rinnen und Rissen, der^ Kaminen, Schluchten, Verwerfungen, Einschnitten blieb etwas Weißes liegen. Dag um Tag nahmen Mast und Dauer der Sonne zu. Tag um Dag stieg die Wärme. Tag um Tag fangen die Vögel Heller und fröhlicher, ward das Blätterlleid dichter, die Farben junger, frischer, Heller. Ueberall zwischen den grünen Pflanzungen, in den dunkeln, verschwiegenen Gärten, auf den lichten, fröhlichen Wiesen zeichneten sich die leuchtenden Kugeln, Pyramiden, Farbenfleae der blühenden Obstbäume ab, duftig» schneeweiß von fern, rosa, wenn man näher trat der Pracht. Und unter den blühenden Achsel- und Birnenbäumen stand hie und da, dem nor» dischen Auge ungewohnt, ein Mandelbaum in seiner rosigen Blütenfülle. (Fortsetzung folgt.) Erlebnisse und Eindrücke eines preußischen predigers. der in den Jahren M3 und in Gberhessen und den Nachbargebieten im Guartier lag. Von K. Dotter-Alsfeld. (Schluß.) Aw 14ken Dezember brachen wir von Altenburg aus und gingen nach K i r ch h a i n bei M a r b u r g. Es war mir angenehm, dichm schönen Mnsensitz Deutschlands näher kennen zu lernen. Die Professoren Marburgs nahmen mich mit ausgezeichneter Gesällig- keit ans. Lehrer und Lernende sind von einem patriotischen Enthusiasmus beseelt, welcher sie unter der vorigen Regierung') oft in Gefahr brachte. Itzt eilt alles, was von Studenten hier ist, selbst von den Schulen zu den Waffen. Die Stadt zählt 6—7000 Einwohner; sie liegt in einem halben Kranze an einem steilen Berge, aus dessen Gipfel das Schwß oder die alte Residenz der Landgrafen majestätisch pranget. Die Natur hat die um» liegenden Bergs mit unendlicher Anmut geschmückt, ein weites Tal eröffnet sich nach Süden und Norden, durch welches die Lahn sich malerisch schlängelt. Die ElisabetWrche mit den Gräbern fürstlicher Personen ist ein prachtvolles Werk der gotischen Baukunst. .Den silbernen Sarg der heiligen Elisabeth hat der König Hieronimus nach Kassel transportieren lassen, uw sich der Edelsteine zu bemächtigen, mit welchen er ausgeziert Ivar. Das Volk ist über diesen Kirchenraub bis zur Wut aufgebracht. Die Kirche ist ein Simultaneum von protestantische und katholischem Gottesdienst. Der durch seine Bibelübersetzung bekannte Professor Pati E ß predigt darin. Er hat sehr großen Zulauf von beiden Konfessionen; obgleich fein Vortrag -etwas gedehnt uno breit iff- fo hört man ihn doch gern, wegen des freien, lebendigen, wld .herzlichen Ausdrucks, den er ganz in feiner Gewalt hat. Bei Herrn Professor M ü n s ch e r hospitierte ich eine Stande in der Dogmengeschichte. Sein Anstand hat etwas Gezwungenes, aber kein BortrM ist so präzise, bündig und gedankenreich, daß jede Periode gedrucw werden kann. Ein langsamer und feierlicher Ausdruck macht, daß J) Königreich Westfalen unter MrömÄ von 1801—1813» 319 — Die 3. Güttin des' Dichters Gottfried' August Bü'rg ök-- Glise Hahn, gestaltete ben Lebensabend des Dichters durch ihre Vergnügungssucht, Eitelkeit und Untreue außerordentlich unglück- M), so daß sich Bürger bald von ihr scheiden ließ. 3) Vom 1.-4. Oktober 1529. f) 363 Meter Über dem Meeresspiegel. Es gibt natürlich Unzählig viele gtabte in Europa', die weit' höher liegen, «ls. Amöneburg., die Zuhörer jedes Wort zu Papier bringen können, Int' Umgänge W er human und liebenswürdig. Die Achtung der Mitbürger und Zuhörer für diesen Mann grenzt an Verehrung. Auch, A r n o l d i, den großen Orientalisten, lernte ich kennen. Er wies mir das arabische Wörterbuch von Golius, mit vielen Exzerpten und Nachträgen ans arabischen Schriftstellern versehen, so daß eine neue Herausgabe des Golius von seiner Meisterhand eine große,, Bereicherung der orientalischen Literatur wäre. Herr Arnolds führte mich in die Versammlung bei brat Buchhändler Krieger, wo mehrere Professoren und Offizianten alle acht Tage zusammen- kommen; hier sprach ich Tennemann, der durch seine Geschichte der Philosophie berühmt ist, M unke und andere Gelehrte. In dem Hause des Professors Crede, der zugleich Direktor des Pädagogiums ist, genoß ich eine ausgezeichnete Freundschajt und Pflege, weil ich mich einige Tage nicht wohl befand. 8lm ersten Christseiertage predigte ich zu Kirchhain, am zweiten tn Marburg Bi den Prof, Crenzer, der sich um einen kranken preußischen fstzier sehr verdient Machte. Auch Herrn Superintendenten D. Jnsti besuchte ich. Er ist ein großer Freund der hessischen Landesgeschichte und hat das Leben der Elisabeth und ihrer Tochter sehr lehrreich beschrieben. Durch die Güte des Herrn Prof. Zimmermann wurde mir verstattet, die Bibliothek LU sehen,, welche nicht groß, aber auserlesen ist. _ Da die bekannte Elisa Bürger* 2) hier ein DeklaMatormM gab, so wohnte ich eines Abends der Versammlung bei.. Sie sprach nur da gut, wo sie sich selbst vergaß und'von'ihrer Ziererei Uachließ. Das Gedicht Lenore gelang ihr besonders gut. Ste wußte so geschickt vom Stuhle zu fallen, daß sie nicht nur fernen Schaden nahm, sondern noch eine vorteilhafte Stellung gewann. Schade nur, daß keiner der amvesenden Herren hinzusprang (was sie wohl beabsichtigt haben mochte), ihr aufzuhelfen, sondern ein Paar alte Matronen ihr diesen Dienst leisteten. Sie versprach pantomimische DarstellnnSM ä la Mad. Schütz für den andern Tag M geben und erbat Ach (welche Zartheit!) einen zahlreicheren Besuch, Uebrigens ist Marburg durch das Gespräch zwischen Luther Und Zwingli berühmt, im Jahr 1528 (!),3 *) und durch den früher» Ketzer-Jnquisit Konrad von Marburg, der eine Stunde von hrer erschlagen wurde. Eine Straße Marburgs heißt noch die Ketzerstraße und ein Waffer der Ketzerbach. Die umliegenden Berge kragen viele Ruinen von alten Schlössern, die zum Teil Raubschlösser gewesen fein mögen. Sehr prachtvoll auf dem abgestumpften Kegel eines Basaltberges erhebt sich die Stadt A m öne- bürg; gewiß eine der höchsten Städte Europas.^,) Die katholischen Einwohner haben die Beschwerde, fast immer in den Wolken zu schweben; der Ort gehörte ehemals nach Mainz/ itzt aber nach Kassel. Am 6. JaNUiar war ich in Gieße«? welches nur drei Meilen von Marburg entfernt ist. Der Weg tot den Ufern der Lahn ist sehr abwechselnd und unterhaltend. Die Stadt liegt, in einer stachen Ebene, enthält 10—11000 Einwohner und einige schöne Wohnhäuser. Rings UM die Stadt, wo die Festungswälle abgetragen sind, ziehen sich anmutige! Spaziergänge und prachtvolle Hauser; im Innern der Stadt ist aber alles altmodisch, 'schief und krumM gebaut, gleichend einem alten Bilde mit goldener Einfassung. Die Universität ist in vielen Stücken Antipode von ?Marburg. Dort war der Patriotismus Feuer und Flamme, hier errscht Lauigkeit und Kälte, wie denn überhaupt Hessen-Darmstadt! . durch Anhänglichkeit an Frankreich sich ausgezeichnet hat. Ein Professor, namens Crome, Hat sogar eine Schmähschrift auf die Verbündeten geschrieben, dagegen ist der patriotische Aufruf Wachters aus Marburg wie eine Prophetenstimme voll Geist Und Leben. Dort begnügen sich die akademischen Lehrer mit dem bescheidenen Titel Prosessor, hier aber prangen sie als Geheime Räte, Ritter und Kommandeurs bet Ritterorden. Abenbs war ich auf einem SyMpo'sio, wo die Professoren zu geistigen Gesprächen und zum Wein sich täglich versammelten. Die Geheimen Räte Schmidt, Grolmann, die Professoren Diefenbach, Künöl, Pfannkuche, Buchhändler Heyer, Pfarrer Wolf !ti. a. lernte ich hier kennen. Besonders freuete es mich sehr, einen Freund und wackeren Verteidiger unsers ehrwürdigen Kant hier anzutreffen, den Prof. Snell. Nach einer philosophischen Unterhaltung hatte ich schon lange getrachtet, 'und ich genoß sie diesen Abend auf eine stärkende Weise in der Gesellschaft dieses schätzbaren Philosophen. 'Am folgenden Morgen fuhr ich nach Wetzlar,- wo das Reichs-KaMmergericht seinen Sitz hatte, als das heilige römische Reich noch auf Füßen ftmib. Seit Aufhebung dieses Schöppenstuhls sind gegen 800 Offizianten von hier fortgozogen, wodurch die Stadt viel verloren hat. Man sieht die ehemalige Wohlhabenheit tot der Pracht der Häuser. Alles hat hier ein vornehmes Gesicht. Das Ktraßentzflaster ist sogar von Marmorsteinen. Bei der hiesigen Simultankirche ist eine einzige Erscheinung, daß Ser katholische Dechant den lutherischen Pfarrer zu wählen und zu introduzieren hat. Die protestantischen Prediger sind zugleich Lehrer am Ghmnasio, um welches der Konsistorialrat und Pfarrer Follenius hieselbst große Verdienst hat. Der Fürst Primas, zu dessen Gebiet dis Stadt Wetzlar gehörte, hat die Schulen neu organisieren lassen, aber nach frcutzösischem Zuschnitt. Der Religionsunterricht ist bei den Gymttasien gar nicht berücksickstigt, sondern dagegen eine Moralstunde festgesetzt. Welche nachteiligen Folgen diese Verbannung der Religion aus den Schulen äußert, kann folgendes Beispiel beweisen. Der Sohn des Pfarrers Tex - to r5) aus Romrod, ein zwölfjähriger Knabe, kam von dem! Frankfurter GyMnasio nach Hause. Der Vater wollte natürlich wissen, was sein Sohn gelernt hätte und befragte ihn auch Unter attbernt' über das Christentum. Hier wußte der sich weise dünkende Gymnasiast zu erzählen, daß Christus nicht wirklich gestorben, sondern nur jn Ohnmacht gefallen fei, daß die Auferstehung Erdichtung wäre u. bergt. Mit Erstaunen hörte der Vater diese Weisheit seines Sohnes an und fragte, wer ihn so etwas, gelehrt habe. „Unser Lehrer Röntgen", erwiderte er, „hat uns das erzählt." — Das heißt doch frühe den Samen! des Zweifels in junge Seelen streuen und alle Stützen der Religion fürs ganze Leben untergraben! Sonst hatte der junge Textor auch noch verzieren und Komödienrollen auswendig lerne« müssen." —• Die Weiterreise unsres Feldpredigers ging über Braunfels, Weilburg, Limburg, Dietz, Montabaur nach Koblenz. Unter vielen Beschwerden gelang es seinem Truppenteil über den Rhein zul kommen. Am 31. März 1814 zog er mit den siegreichen Truppen in Paris ein, das er am 19, Mai verließ, um vor seiner Reise in die Heimat zuvor poch Englands Hauptstadt einen Besuch abzustatten, 6) Friedl. Ludw. Textor war von 1792—1793 Präzeptor in Le ehe im, von 1793—1795 Feldprediger, dann Privatlehrerz 1798 'M f, Pfarrer in Romrod. Heber bas „Mailehen", „Hirchweih-lHirmes-)" und ähnliche Gebräuche in Gberheffen, insbesondere im Vogelsberge. Von einem geschätzten Kenner der oberhessischen Volksbräuche wird Uins geschrieben: Die „Gießener Familienblätter" brachten zu Anfang dieses Monats eine Keine Mitteilung über das sog. „Mailehen", vielfach auch der „Mädchenverstrich" genannt, wie er noch bei Homberg ausgeübt wird. Dieses Homberg ist aber nickst das „H essen-Darmstädtische Homberg a. d. Ohm", sondern das ehemalig „K u r H e s s i s ch e Homberg a. d. Es z e" tot der Bahnlinie Treysa—Leinefelde gelegen, seit 1866 preußische Homberg. In unserem Hessen-Darmstädtischen Oberhessen, insbesondere! iirt Vogelsbergs, in der Grafschaft Schlitz und im sog. Junksv- lande, d. h. der Freiherruschaft Riedesel, zeigt sich aber auch noch das. „Mailehen" oder der „Mädchenverstrich". Mein Gedächtnis reicht bis in das Jahr 1864, also 47 Jahre zurück, in eine Zeit, wo der Vogelsberg noch von keiner Kultur beleckt, von keiner Damvspfeise durchheult, von keiner Dreschntaschine burchKappert und dnrchzischt wurde und der Dreibätzner noch für ein großes Geldstück galt. Die alten Sitten, Gebräuche, Gewohnheiten und. Trachten wurden streng beibehalten. Ueber diese Dinge möchte ich Jhiten einiges zur Verfügung stellen, damit sie nicht ganz von Autos, Luftballons, Kinematographen, Photographen, Telegraphen und anderen „graphen" verwischt und verschluckt werden. Zuerst das sog. „Mailehen oder der Mädchenverstrich". Er findet am 1. Mai, mitunter auch am ersten Sonntage im Mai, statt. Die Nacht vorher heißt die „Walpurgis-" ober „Walpertsnacht", da tanzen bic Hexen auf den Kreuzwegen, Der Hausvater macht drei Kreuze auf die Stalltüren, die Mutter macht drei Kreuze auf den angestellten Brot- oder Kuchenteig, „Gott walt's!" sagt die Mutter, wenn sie das Kind dem Lager enthebt. Aehnliche Gebräuche lassen sich noch viele aufführen. Einem nenverlobten Paare wirft man massenhaft Scherben und Töpfe vor die Haustüre: Scherben bedeuten Glück!*) Der Rosmarinzweig fehlt weder int Hochzeits- noch im Trauerzuge. Unsere Gebirgsbewohner denken und fühlen heute noch symbolisch, besonders beim „Mailehen oder Mädchenverstrich". — „Wer bietet auf die Liesmagret Haustein?" ruft der erste und angesehenste Kirmesbursche, der von den Kameraden gewählt wurde, der die Verhandlungen leitet, bient noch fünf bis sechs Gehilfen, auch burch Wahl erkoren, beigesellt sind, bereit Anordnungen widerspruchslos Folge geleistet werden muß. Nun werden Gebote Die Israeliten beobachten diesen Gebrauch seit Jahrhunderi- ten. Bei Verlobungen wird ein Topf oder ein Glas zerbrochen; die Scherben gelten als Verlobungsanzeige. Wer einer befreundeten Familie eine Scherbe bringt, erhält ein Geldgeschenk, folglich bringt die Scherbe deut Ueberbringer Glück, Es. liegt aber' noch e.in tieferer Sinn darin. — 320 eingelegt: ein, zwei, b'ret, fünf, zehn, zwanzig, hnnderk, zwei-- hundert usw. Gulden. Die Walpnrgisgnlben galten nur einen Groschen ober einen Kreuzer; so ist es noch heute: für die gebotene Mark wird ein Nickel — 10 Pfennig gezahlt, mehr v-nf ein Mädchen geboten wird, desto größer ist die Ehre für >dieses. Das Mädchen, die sog. Maibrant, ist aber trotzdem noch nicht verpflichtet, die Wahl anzunehmen, es kann ablehnen. Erst dann ist die Maibrantfchaft fest und giftig, wenn die Ersteigerte dem Steigerer den sog. Lehn- ober Liehstrauß an dem Spute ober an der Mütze befestigt hat. Diese Sitte reicht weit in die Lahr- Hunderte zurück: man findet sie bei der alten Ritterschaft häufig?) Das Mailehenpaar hält von jetzt an fest zusammen: aus dem Lehnpaar wird in den meisten Fällen ein Ehepaar. Bei Tanzgelegenheiten tanzt das Paar von Anfang bis zum letzten Geigenstrich ausschließlich miteinander. Nur mit Erlaubnis des Tänzers gewährt die Lichbrant einem Dritten einen Tanz. Nun noch einiges über das herrlichste Freudenfest im ganzen Jahre: die Kirmes. Manche Ortschaften haben nicht alle Jahre, sondern nur alle zwei, drei oder fünf Jahre dieses höchste bürgerliche Freudenfest. Das fleißige, rührige Dörfchen Bisses im Horlos ftale hat sogar nur alle sieben Jahre Kirmes, ivo- 6ei der Regenhimmel sehr häufig so häßlich drein schaut, daß das seltene Fest stark verwässert wird. — Von weither wandern die jungen Leute die auswärts dienen, zum heimatlichen Freudenfeste: zehn, zwölf, fünfzehn Stunden legten die Wegfertigen gern zurück, nm bei der herrlichen Kirmes mittanzen M können. Heute geht es schneller und billiger. Am ersten Kinnessonntag, gleich nach dem Morgengottesdienst und dem darauffolgenden Mittagessen, findet der große Umzug durch das Dorf nach der Linde statt, an die der Kirmes- kranz, von den Danzmädchen reich mit Bändern verziert, ans- gehangen wird. Jetzt hat die Kirmes ihren Anfang genommen! -Der von den Kirmesb urschen beim Mailehen erwählte erste Fest- vrdner erklärt die Kirmes für eröffnet. Die von den Kirmes!- burschen beim Mailehen gestrichenen, d. h. ersteigerten Kirmesse- mädchen, tanzen miteinander den ersten Reigen zu Ehren der Alten. Vivat hoch! erschallt es von allen Seiten, ein Tusch der Musik fällt ein. Der zweite Reigen geschieht zu Ehren der Kirche Und Schule; der dritte und letzte: Zur Ehr und Freud' der jungen Lent'. Nachdem dieser dritte Reigen getanzt ist, verkündigt der erste Festordner: „Und so tu' ich zum Beschluß Noch den alten Kirmessprnchr In aller Zucht und Ehren, Soll es heute Kirmes sein. Das darf uns Niemand wehrest« Weils hergeht recht und fein. Seit mehr als hundert Jährest, War es hier so gewest. Und wollens so bewahren« Das ist das Allerbest. Vivat hoch! Die Kirmes soll leben lind alle! KirMessekeuk daneben." Tusch der Musik und allgemeiner Jubel folgt darauf, die.Musikanten spielen den „Lauterbacher", wer Tanzbeine hat schwingt sie, es greift eine Wonne, eine Fröhlichkeit Platz, die selbst den alten Griesgram erfaßt. Sobald die Musik schweigt, wird ein Volkslied angestimmt, stuf das dann wieder ein Tanz folgt: entweder wird gesungen vder getanzt. Wieder tritt eine Pause ein, da stimmt plötzlich der Stiuimführer einen Choral an: „Wer nur den lieben Gott läßt walten", ober: „Befiehl du deine Wege", ober: „Jesus meine Zuversicht," Die Musik fällt ein, wer Stimme und Atem hat, singt mit. Mächtig schallen die Töne weit hinaus. Das ist keine Blasphemie, sondern heiliger Ernst. Wie gewaltig ein Choral wirkt, haben wir in mancher Nacht anno 1870 vor Metz empfunden. Langsam zieht der Kirmesse-Montag heran! der Kehraus wird getanzt, b. h. alle Tänze: Walzer, Schottisch, Galopp, Hopser unb Schleifer werden hinter einander her aber nur ganz kurz gespielt. Dann singen die Burschen: Geht Ham ihr Maad! geht Ham ihr Maad! der Fuchs der geht ins Kraut. Fluchtartig verlassen die Mädchen den Tanzboden. Die, die es nicht täte, würde als minderwertige Dirne angesehen werden. Am.äloeiten Kirmessetag ziehen die Musikanten, von jungen Leuten begleitet, durch das Dorf und bringen Ständchen. Dem Pfarrer und Lehrer blasen sie ernste Sachen; dem Förster blasen sie „Im Wald und auf der Haide"; dem Bürgermeister blasen sie eins von seinen Leibstücken. So geht es durch das Dorf, wobei die Musikanten nicht blos Geld, sondern auch Kuchen, Würste, E_—___ 2) In England hat Man eine ähnliche Sitte am Valentins tage '(1'4. Februar) an dem der Mistelzweig eine Rolle spielt. Der lüfte Herodot schreibt etwas Aehnliches von den Venetern. Das durch die Versteigerung erzielte Geld wurde aber bei den Venetern wicht verjubelt, sondern zur Ausstattung der nicht schönen Mädchen verwandt, wodurch diese auch ans ihre Rechnung kamen, Gewiß eine nachahmenswerte Sitte. Schinken u. dgl. M. einheimsen. Grade Mer diese Mitbringsel! freuen sich die Frauen und Kinder der Musikanten recht sehr, Am dritten Kirmessetag werden allerhand Spässe, mitunter recht derbe, aufgeführt: die Kirmes wird begraben und die Leutchen waschen ihre Geldbeutel, weil sie leer geworden sind-, -r. , vermischte». • Ein kurzer Rausch. In einer Erörterung der jüngsten Ereignisse in der Champagne erzählt das Pariser Journal ein lustiges Geschichtchen, das vor etwa 70 Jahren dem König Louis Philipp und dem Gründer eines der bekanntesten Champagnerhäuser begegnete. Der König hatte eine Reise in das Land unternommen und war der Einladung des M. Most zu einem Frühstück gefolgt. Der ausgezeichnete Weinhändler, der sehr schwerhörig geworden war, gab sich die größte Mühe, das Haus würdig zu vertreten und bat natürlich, als das Frühstück zu Ende ging, der König möchte doch noch einen letzten Becher des edlen Trankes nehmen. „Ich danke ihnen sehr", erwiderte Ludwig Philipp, „Ihr Wein ist gewiß gut, aber ich fürchte, ich könnte mich betrinkens. Da bemerkte ein Tischgenosse, der sich die gute Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte dem König eine Schmeichelei zu sagen; „ Sire, hier kann es nur einen Rausch geben, den, in den uns alle Ihre erhabene Gegenwart versetzt hat". Der halbtaube Gastgeber hatte jedoch nur die Worte des Königs und nicht die Zwischenbemerkung des andern Tischgenossen gehört, und er fügte nun seinerseits hinzu: „O, Sire, seien Sie sicher, daß das ein Rausch ist, der nur ein Viertelstündchen dauern wird". Lk. Die Jungfrau von Orleans als Retterin der Winzer. Die heutigen Winzer in der Champagne müssen mit Neid aus ihre glücklicheren Ahnen blicken, da sie sich selbst mit ihren eigenen Händen gegen die Tücke der Welt wehren müssen, während jenen, als die 9iot am größlen, die Jungfrau von Orleans am nächsten war. Nach der Eroberung von Troyes, Chälons und den übrigen Städten der Champagne durch die Franzosen überfluteten deren Heere die Straßen, die Häuser, die Wälle und die Umgegend der Städte. Aber während die Fürsten und Führer der als Befreier jubelnd aufgenommenen Truppen sich an dem süßen Saft der Trauben des Landes erguickten, nahm die Soldateska aus das Wachstum des neuen Weins keine Rücksicht. Besonders die Kavallerie zerstörte aus ihren Ritten durch das Land weithin die Weinstöcke, so daß die Winzer anfingen, ihre Befreier zu verwünschen. Aber Johanna d'Arc hatte offenbar ein Einsehen und hals dem jammernden Volke. Als zum Ausbruch geblasen worden war und das französische Heer abzog, da sahen die staunenden Winzer mit einem Male ein wunderbares Schauspiel. Die niedergetretenen, abgerissenen und zerbrochenen Weinstöcke richteten sich nach und nach von selbst wieder aus. Der Duft eines neuen Blühens verbreitete sich über das Land und die Weinstöcke überzogen sich mit frischem Grün. Ja, die neue Blute trieb unendlich viel mehr Früchte, als die erste, zerstörte Bluie hatte erwarten lassen. Der Jubel der Bevölkerung begleitete die hinwegreitende Jungfrau. So erzählt die Legende, die übrigens nur in einer deutschen Fassung, nämlich in dem Werke des Mainzer Geschichtsschreibers Eberhard Windecke über die Zeil des Kaisers Sigismund uns überliefert ist. Skat-Ausgabe. Während des ganzen Abends wird Herr Lehmann vom Pech verfolgt. „Jetzt endlich einmal ein paar vernünftige Karten, mit denen man seinen Gegnern ordentlich heimleuchten kann!" rief er aus, als er in Hinterhand Folgendes erhielt: Aber mit des Geschickes Mächten könnte auch Herr Lehmann nichts ausrichten: Er verlor das Spiel (selbstverständlich ohne einen Fehler zu begehen). Hierauf sagt er die letzten Runden an, bezahlte seine Zeche und ging alsdann heim.— Was war es für etn Spiel und wie mußte gespielt werden? Vorhand hat in ihren Karten 29 Augen weniger als Mittelhand. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Gleichklangrätsels"in voriger Nummert Karten. Redaktion: I, V.: E. He ß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.