LSSi MM ft7 FIIRiü IX- miTHI Samstag den 22. April £x, 19« — M. 65 hkrzeloide. Noman von Georg Freiherrn von Ompted'a. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich war in seltsamer Stimmung. Ich schwankte: wollte ich Einsamkeit, wollte ich Gesellschaft? Ich fühlte mich in einer Periode meines Lebens, wo Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. W gibt solche Zeiten in jedem Dasein. Ein Wendepunkt. Und unwillkürlich hat man auch das Gefühl davon. Man ist unsicher, man weiß, nicht, wohin sich wenden. Ich hatte das Bewußtsein: findest du jetzt nicht bald die Frau, die es ans sich nehmen will, dein Leben zu teilen, so verpassest du den Aioment, so wird es niemals werden. Dazu kam die Unsicherheit der Zukunft. Ich war entschlossen, wenn sich mir etwas in den Weg stellen würde, sofort den Abschied zu nehmen. Ich hielt mich für keinen Feldherrn. Die Kriegsakademie hatte ich nicht besucht, nicht einmal Adjutant war ich gewesen. So sprach ich mir keine große militärische Zukunft zu. Kurz, ich wußte nicht, wo aus noch ein. So vermied ich es, im Hotel Bekanntschaften anzuknüpfen, und ging dadurch ganz aut, daß im Speisesaal an einzelnen Tischen gegessen tottroe. Ich kam also mit niemand in Berührung. Jene traurigen Stimmungen des Alleinseins, wie einst im Cafe Luitpold, hätten mich vielleicht überkommen, wäre mein Kellner nicht gewesen. Ein gemütlicher Leipziger, mit dem ich erst französisch gesprochen, der aber schon bei der zweiten Mahlzeit gesagt hatte: — Herr Rittmeester, ich bin nämlich aus Leidig! Dieser Leipziger Kellner, der in London, Paris, Brüssel, sogar in Konstantinopel und Kairo gewesen war, faßte bald zu mir eine zärtliche Neigung. Er berichtete mir alles, was im Hotel vorging. Zur Dejeuner- wie zur Dinerzeit kamen die Gäste nie zugleich, obwohl geläutet wurde. Wenn ich erschien, saß regelmäßig dieser oder jener schon da. Andere traten mit mir ein, und einzelne pflegten so spät zu kommen, daß sich die meisten Tische schon geleert hatten, wenn sie sich setzten. Und jeder und jede hatte seine Eigenart. Alle aber erklärte mir mein Leipziger. Er wußte Namen, Stand, Ort, Verkehr, Vermögensverhältnisse, alles^ alles. Es mochte nicht immer stimmen, aber ich fühlte mich dadurch nicht allein. Mir war es bald, als kennte ich diese Leute ganz genau, als äße, schwatzte ich mit ihnen, und mir schien dieser Verkehr nur durch die Augen ungebundener, jedenfalls aber bequemer und vorteilhafter als ein: „Darf ich mich bekannt machen....." Ich wußte: Misses Cooper aus St. Louis trinkt heute schon wieder mal die dritte Flasche Rheinwein, und Signor Oncrrtt, der gegen seine Familie tat, als wäre er gestern abend schon um neun zu Bett gegangen, ist erst mit den« letzten Zuge aus Monte Carlo zurückgekommen. Ich erfuhr, Doktor Ziffer aus Wien hätte heute morgen ein Börsen- telegramm für einunddreißig Francs achtzig nach Wien geschickt und der Esquire Robinson aus Leeds abermccks eintausend acht hunderts Pfund Sterling für sich an den Hotelier schicken lassen. Da gab es einen Wirklichen Geheimen Rat Braumüller mit zehnköpfiger Familie aus Dresden — der auf denk Weißen Hirsch eine Villa besaß, die er jedoch nicht bewohnen konnte, da er den ganzen Sommer int Engadin lebte, und ein Stadthaus in Dresden hatte, wo er sich aber nicht aufhielt, weil er seit Jahren den Winter im Grand Hotel Pernese verbrachte. Ich erfuhr, daß drüben am Fenster die drei Damen, die vor Verlegenheit immer lächelten, wenn sie den schweren Gang von der Türe bis zu ihrem Tische antraten, drei Schwestern von Ronking aus Westfalen waren. Die beiden anderen am Tisch neben ihnen, die bei schlechtem Wetter eine Art Jagüjoppe trugen, grünen Steirerhut, und nach dem Frühstück sich Zigaretten anzündeten, die Stiftsdame Gräfin Chadenski aus Graz und die Baronin Kofler von Simmbach aus Klagenfurt waren. Mein Leipziger flüsterte mir zu, sie wären beide Sternkreuzordensdamen, und ich machte ein dementsprechend ehrfürchtiges Gesicht, das jedoch sofort sich aufheiterte als meine Nachbarn zur Rechten eintraten. Das heißt ,,eintraten", woraus man auf eine Gemeinsamkeit schließen könnte, ist offenbar nicht das rechte Wort. Zuerst erschien die Erzieherin, machte jedoch sofort wieder kehrt, als sie entdeckte, daß noch kein MitgliÄ» der Familie anwesend war. Endlich kam die zehnjährige Tochter, ein schwarzes, kokettes Ding, das die Haare lang und offen trug, am Scheitel Mit einer kleinen Seidenschleife gebunden, täglich von anderer Farbe. Das Mädchen tänzelte, summte eine Melodie, lief um den Tisch, rückte an den Bestecken, besah jedes Brot und blieb erst an seinem Stichle stehen als der Vater ein trat. Mit ihm wartete sie geduldig, bis die anderen kamen. Es war reizend, den Keinen, schwarzbärtigen Monsieur Chappuis zu sehen, tote er mit der Tochter sprach. Er strich ihr Haar, zupfte die Schleife zurecht und wandte kein Auge von dem Mnde, das er ganz verliebt betrachtete, bis endlich die .Erzieherin etächien, der er eine förmliche Verbeugung machte. Dann 'dauerte es noch eine Weile. Ein halbwüchsiger Sohn kam, ein häßlicher Bengel mit schlechten Manieren, dafür aber tote ein Affe gekleidet. Nun wartete die ganze Familie, hinter den Stühlen stehend. Man wagte offenbar nicht, sich zu setzen. ES dauerte lange. Endlich öffnete der Kellner die Tür, und eine so elegant, so teuer, aber auch so schik geKeidete Dams trat ein, daß man wohl begriff, wie sie mehr Zeit gebraucht sich herzurichten als die übrigen. i Madame Chappuis war sehr hübsch, graziös wie bie 260 — echte Pariserin, schwarz mit gelblichem Teint, bei dein durch Puder der unverkennbare Versuch gemacht worden, ihn zur milchigen Hautfarbe der Blonden zu zwingen. Sie trug blitzende Ringe an allen Fingern bis auf die Daumen, Sie setzte sich so, daß sie das Licht im Rücken, den Spiegel über den: Karnin aber in bequemer Sehiveite hatte. Erst, als sie saß, nahm die Familie Platz. Und ich !var ganz allein an meinem Tisch, erlebte täglich das gleiche Schauspiel, kannte keinen Menschen und kannte doch eigentlich all die Menschlein ganz genau. Ich fühlte mich sehr tvohl im Grand Hotel Pernese. Ich ivar unserem Reservemann für die Empfehlung dankbar. Aber tote so die Zeit verstrich, begann in mir dennoch, das Bedürfnis nach Aussprache sich zu regen, nur schienen es nicht die rechten Leute zu sein, denen ich mich hätte nähern mögen. Das dauerte zwei Wochen. Ich hatte mir Bücher kommen lassen und saß täglich auf einer bestimmten Bank am Kap, gerade an der Spitze der Landzunge, wo die Brandung am schönsten war und von den Hotelgästen niemand hinzukommen pflegte, weil ich in meiner Niedertracht den Zugang abgeschnitten hatte. Mit vieler Mihe hatte man nämlich ein paar riesige Steine aitS ihrer Lage am schroffen Felshang derart verschoben, daß sie als bequeme Brücke bieten, um die Spitze Der Landzunge trockenen Fußes zu erreichen. Mit noch viel größerer Mühe arbeitete ich in stillen Stunden daran, die Blöcke hinunter zu stürzen. Nachdem mir das gelungen, konnte man zu meiner Bank nur noch durch eine Kletterei am Felsen gelangen, der kaum einer der übrigen Hotelgäste gewachsen war. Sie kostete mich zwar ein Vermögen an Stiefelsohlen, aber ich hatte dafür ein Heiligtum gewonnen, dem keiner nahte. Dort erhob ich mich stundenlang an der Aussicht über das Meer, dort schlief ich nachmittags, langausgestreckt aus der Bank im Sonnenschein. In der Ferne zogen die Segler und die Dampfschiffe am Horizont vorüber, nach Genua oder nach Marseille, vielleicht nach Korsika, das mir tote eine Art Atlantis erschien, gleich den seligen Inseln, von denen einst die Griechen träumten. Es war eine köstliche Zeit des Nichtstuns. Und Abwechselung gab es auch. Stellten sich einmal Regentage ein, die natürlich nicht fehlten, so ging ich nach Pernese hinüber, um dort das bescheidene Badeleben zu betrachten, oder ich nahm mit meiner Reisetasche bewaffnet, die das Nachtzeug enthielt und einen Abendanzug, den nächsten Zug und fuhr nach einer der Hauptstationen dieses gesegneten Küstenstrichs. Manchmal ging es nach Nizza, meist nach Monte Carlo. Nicht um zu spielen — über diese Dummheit war ich längst hinaus — sondern um die Spieler mit ihrem Anhang zu betrachten und mich zu freuen, daß mein Geld in der Tasche blieb. Wie ich so einen Ausflug machte und auf der Terrasse vor dem Kasino auf und ab schritt, sah ich eine Dame auf mich zukommen, mit zwei jungen Mädchen. Sie fiel mir Nicht auf, denn sie hatte nichts an sich, das die Blicke auf sich zog. Die Entfernung war noch ziemlich groß, doch mich Überkam, als ich ihren Schatten gegen oen Himmel sich abheben sah, jenes Gefühl, das man manchmal empfindet, ohne sich Rechenschaft zu geben, woher es kommt: die kennst du. Je mehr wir uns näherten, desto gewisser empfand ich es. Bald wußte ich es — Herzeloide. Wir blieben unwillkürlich voreinander stehen. So viele, viele Iahte hatte ich sie nicht gesehen! Nie, nie mehr an sie gedacht, und dennoch kam es ganz von selbst, daß ich den Hut vom Kopfe nahm und sagte: — Guten Tag, Herzeloide. Sie war verändert. Natürlich. Beide waren wir nicht jünger geworden, aber wenn ich mir von dem Mädchen schon ein Bild hätte machen sollen, so würde ich gesagt haben: sie muß älter sein. Aelter, denn sie sah im Grunde nicht älter aus, als damals, da wir zum letzten Male einander begegnet waren. Bei einer Schönheit pflegt man das Altern viel schärfer zu bemerken. Die Jahre scheinen ihre Runzeln mit grausiger Unerbittlichkeit zu graben. Ein Gesicht, das nur angenehm ist- sonst nichts sagen will, kann «her den Gang der Zeit vertragen. Man könnte sagen: „An ihm ist nrchts zu verderben!" Und .gewiß, eines war nicht zu verdtzrb'en, einem konnten Kahre und Zeit nichts anhaben: dem Ausdruck der Weich- Mlt, der Milde, der Mte auf diesem Menschenantlitz und vor allem in diesen Astigen — denn sie waren wirklich blau. Wir wunderten ntt§ offenbar beide, einander hier zu begegnen. Wir ließen lange Hand in Hand im Staunen ruhen, und ich sagte einmal über das andere: r— Sie hier? Sie hier? Sie hier? Herzeloide aber antwortete: Nein, wie ich mich freue! Dann fragte ich nach ihrer Mutter. Sie lebte nicht mehr. Jetzt erst entdeckte ich, daß die wiedergefundene Herzeloide ein dunkles Kleid trug, und nun erkundigte ich mich nach den näheren Umständen. Ich erfuhr, daß Frau von Leriftows Augen immer schlechter geworden waren, was, wie die Aerzte gemeint, mit einer Erkrankung des Sehnervs zusammenhing. Das Sonderbare hatte darin bestanden, daß die Sehkraft wechselte. Einmal ging es leidlich, einmal ganz schlecht. Immer aber war die Seele Herr geblieben über den Körper. Nie ein Unwillen, eine Ungeduld. So hatte sie denn auch darauf gehalten, daß Herzeloide, ohne auf sie Rücksicht zu nehmen, mit den beiden Töchtern ihrer Schwester, täglich ausging. Und als die alt« Dame so allein geblieben, war sie gefallen, im Zimmer, in ihren gewohnten Räumen, im Hotel in Florenz, wo Leriftows den letzteü Winter verbracht. Wie das geschehen, und was sich Frau von Leristow dabei getan, hatte keiner herausbekommen. Aber von diesem Tage ab traten öfters Ohnmächten ein, genau wie nach jenem Stnrz, Bei dem sie auf Stunden das Bewußtsein verloren hatte, so daß die Tochter sie bei der Heimkehr am Boden liegend fand. Und eines Morgens, als Herzeloide nach ihrer Mutter sehen wollte, weil sie länger geschmfen als gewöhnlich — lag sie entseelt im Bett. Nun bin ich allein mit meinen Kusinen! — schloß Herzeloide und blickte rechts und links auf die beiden Mädchen, die während der ganzen Erzählung regungslos, artig stumm neben ihr stehen geblieben waren. Erft jetzt fiel mir ein, daß ich noch keine Notiz von ihnen genommen hatte. Die beiden, hochaufgeschossen, mit halblangen Kleidern, jvaren in jenem Alter, wo man nicht recht weiß, soll man sich vorstellen lassen oder einfach guten Tag sagen. Doch ihre mütterliche Kusine beseitigte sofort diese Zweifel, indem sie zu den beiden sagte: — Ihr habt ihm ja noch nicht die Hand gegeben! Ms sie es taten, meinte sie, zu mir gewendet: — Das sind meine Töchter. Agathe. Helene. Ja, ja, wie die Zeit vergeht. Wer das geahnt hätte, als wir uns das letzte Mal sahen! ... Es ist lauge her, lange her . . . Wirklich, denken Sie mal, wie lange wir uns nicht in diesem Dasein begegnet sind. — Lange schon, aber Sie sind schuld, cherzeloide. — Ich schulo? Ihr Ausdruck war fast ängstlich dabei, und ich erklärter i— Gewiß, haben Sie je ein Lebenszeichen gegeben? Schnell kam es zurück: f— Und Sie? H Ich konnte doch nicht! i— Warum nicht? l— Ich kann doch einem jungen Mädchen nicht schreiben! Ich ... ich tbtn . . . t— Was meinen Sie? Ich meine, ich bin doch kein junges Mädchen mehr! Was sollte ich darauf erwidern? Ich fragte also, nur: i— Aber den Verlust Ihrer Mütter hätten Sie mir doch mitteilen können. Sie wissen, daß ich Anteil genommen hätte. Oder denken Sie das nicht? Herzeloide nickte. Ich fragte weiter, ob sie denn sonst Seine Anzeigen verschickt hätte. Sie sagte Ja", dann schlug ie die Augen zu Boden. Ich begriff nicht, was das behütete, und ich bekam auch keine Erklärung. Wir wurden unterbrochen. Die Erzieherin war gekommen und nahm die beiden Mädchen zu einem RundMug um das Kksino mit, während wir beide uns auf eine Bank setzten. Stumist blieben wir dort eine Weile, denn Herzeloide besaß ja nicht die Eigenschaft, Unterhaltung stm jeden Preis machen zu wollen. So hatte ich Gelegenheit, sie zu betrachten. WiA- ltch, sie sah nicht älter auS, aber in einem Punkte schien sie verändert: sie gab wohl mehr auf ihren Anzug Vielleicht 251 ka!g es am ständigen Winteranfenth'alt der letzten Jähre in europäischen Fremdenmittslpunkten. Ich bat sie, mir ein wenig! zu erzählen, wo und wie sie lebten. In Mentone, sagte sie. Sie war mit den Kusinen Nur einmal — genau wie ich — nach Monte Carlo hinüber- gefahreri. Nachmittags und mit dem nächsten Zug würden sie zurückkehren. Dieses !Spieleruest wäre für die beiden Kleinen nichts. Sie fuhr fort, als ich lächelte: Ja, für Sie ist es etwas ganz anderes, aber ich bin doch ftir die Mädchen verantwortlich. Sie haben keine Gltern, keine näheren Verwandten, außer ihrem Vormund, der aber nur die Geldgeschäfte besorgt — nur mich! Ich habe meiner Mutter vor ihrem Tode versprochen, damals, als sie fühlte, daß. keine Lebenskraft mehr in ihr war, von der Seite der Mädchen nicht zu wanken und nicht zu weichen. Ich sollte an ihnen Mutterstelle vertreten^ und! ich bin ihnen eine Mutter geworden. (Sortierung folgt.) Mode und Schick. Von Mascha von Kr etschman-EckMckütt.- Wenn das Kind ein neues Spielzeug hat, so genügt ihnt das Bewußtsein des Besitzes nicht. Es muß damit prunken, .es schleppt seinen neuen .Schatz mit sich herum an passenden und unpassenden Orten, damit möglichst viele ihn sehen und neiden. So gehts vielfach mit der Individualität, dem Hätschelkinde des modernen Menschen. Kaum ein Menschenalter ist es her, daß auch die deutsche Frau streitbar wurde und es satt bekam, zwar andauernd himmlische Rosen ins irdische Leben zu flechten, int übrigen jedoch vom Hinterstübchen aus ins brausende Leben zu gucken. Die spät Erwachte verfuhr radikaler noch als ihre Schwestern, die von jeher weniger besungen, aber besser behandelt wurden als wir deutschen Aschenbrödel. Rechts nno links prasselten alte Vorurteile und das, was im Eifer des Gesees dafür angesehen nntrbe, über Bord. Das Recht auf JNdivi- dualitüt wurde mit vielem Getöse proklamiert. Der schlimmste Krieg wurde der Mode erklärt, die man als arge Gleichmacherin und Vcrderberin persönlicher Eigenart brandmarkte. Ihr Sündenregister wurde als schier endlos besirnden. Keilt gutes Wort wurde an der lustigen, schönen, echt weiblich auch ein wenig herrischen Dame gelassen. Der Etgenfrau das Eigenkleid! Mit Hilfe des Prinzips, des verstandesmäßigen Räsonnements, wollte man dem leichten Wesen zu Leibe gehen, es ersticken unter der Wucht ethischästhetischer Gesetzmäßigkeit. Die „eigene Note" studieren, erkennen, und dann ans dieser Erkenntnis und der Forderung des jeweiligen Berufs heraus das Kleid komponieren. Diese individuelle Uniform, geringfügig abgewandelt nach den Bedürfnissen der wechselnde!: Jahrcszeitei: und- des Alters!, sollte jeder Frau das verschwenderische Nachdenken und Geldausgebeir über und für „Modelaunen" ersparen. Aber der erlvartete Sieg dieser klugen, superklugen Spekulation blieb aus. Der Kampf nm die individuelle Frauenkleidung — er begann ungefähr Mitte der neunziger Jahre — ist noch nicht beendet. Aber er ist sehr viel zahmer geworden, man :st geneigter zu Konzessionen, beim die Zahl der Anhängerinnen der modebefreiten „Tracht" schmilzt zusammen Und die Streitlust selbst der Junggebliebenen flackert wie erlöschender Brande Denn nicht zufällig entstand die Herrschaft der Mode zugleich Mit der Kultitr. Nicht zufällig ist sie von jeher so eng mit den menschlichen Daseinsäuberungen verknüpft, daß sie das Tempo ihres Wechsels dem jeweilige:: Lebenstempo anpaßt: Fran Mode unterwirft sich nie den Gesetzen spekulierenden Verstandes; sie braucht es nicht; denn sie hat ihre Macht in bei: tiefsten, eigene Slen, oft unbewußten und undefinierbaren Eigenschaften und Jw tinkten des Menschen, unter denen das Bedürfnis nach Wandel und Wechsel an: deutlichsten im Bewußtsein lebt. Daraus ergibt sich als eine weitere Konsequenz, daß auch in Geschmacksdingen! die Mode ihre eigenen Gesetze hat, die sich nicht ohne weiteres! mit allen Gesetze:: der Aesthetik identifizieren lassen. Da ergeht sie sich oft genug in grotesken Dingen, die reizvoll wirken, obgleich sie allen Forderungen von schönem Linienfluß und Harmonie Hohnsprechen. „Nicht schön, aber schick", eilte Definition, die eigentlich keine ist, da über die Elemente des Schicks bisher keine Spekulation Aufschluß geben konnte. Diesen Schick, diese eigenen Gesetze der Modeästhetik lasse:: die prinzipienfesten Erfinderinnen der deutschen Frauentracht außer acht. Bekannte Maler und Kunstgewerbler zeichnet: schöne Ornamente auf ein schönes, weißes Blatt Papier, und mischen graziöse Farben auf der Palette. Der Fluß der Linien ist ästhetisch korrekt, jede unlogische Zerteilung des Körpers ist sorglich vermieden, nichts hemmt die Bewegungsfreiheit. Aber es fehlt halt der Schick, es fehlt dies Undefinierbare, Lockende, Schillernde, den Weibesreiz steigernde, das doch nun einmal ein wesentliches Moment der FrauenKeidung sein soll. Gar so gut bürgerlich, so beängstigend Wchtig und vorzüglich nimmt sich die Fran im Reformkleid aus. (Der Begriff „Damd" ist verpönt!) Gefährlicher aber als das brave Reformkleid ist seine jüngere und bedeutend verbreitetere Abart, das, was ich mit dem Worte „Eigengewand" bezeichnen will. Es ist besonders beliebt bei den surchtloS „modernen" Frauen, von jeglichem Bann befreit und ganz stolz auf ihre Individualität, die sie mit heißem Bemühen züchteten und nun pflegen und hätscheln und ängstlich vor jedem Altprall grober Realitäten zu hüten suchen. Es ist erstaunlich, was das llnglücks- gewand alles symbolisieren soll! „Seht ihr Leute, wie ntoberu, seelisch differenziert unb originell meine Trägerin ist," schreit es; und diese Trägerin ist beglückt, wem: Hinz und Kunz aufmerksam werden. r .^^Gleichermaßen werden körperliche Vorzüge unb' Eigenarten ftthfiert, wobei kühnlich bte Grenzlinie zur Maskerade überschritten werd, und es einem passiert, in der Elekttischen sich gegenüber etuer Prarafaelitischen Muse zu befinden, und auf bem Markt einer smmg-nnnnigen Maid ans den Tagen der Romantik zu begegnen. Und manchmal leistet sich die gar nicht gütige Mutter Natur dm Spaß, eine Diserepairz zwischen Physis unb Psyche zu schaffen, und .eine :n weite, schleppende Gewänber gehüllte Frau — auf tufenj, glattem Scheitel perlenumschlmigenes Golbband — öffnet Ul gemütlich-burschikosem Sächseln! — Wer seine Anschauungen in Lebenskämpfen gehärtet bat, der wird sie nicht, in stets fruchtlosen Diskussionei: einem zufälligen Gegner preis- 9eben. Ebensowenig wird ihm daran liegen, zwischen Braten und F:sch, dem Tischnachbar sein Inneres zu enthüllen, was leider :n unserer geschwätzigen und wehleidigen Zeit Mode geworben ist- Es ist ihm darum zu tun, sein Aickerssein vor der Neugier der Leute zu bergen. _ Die strikte Befolgung der Gesetze der sozialen Konvemenz sowohl wie die bis zu einem gewissen Grade nivellierenden Formen der Mode werden ihm willkommene Bollwerke für feine wahre Natur gegen die kalt-neugierige Außenwelt fein. . Ohne Zweifel, jede Frau, sei sie schön ober häßlich, hat ihre eigne Note, über die sie sich klar werden und die sie in ihrer Torlette diskret Betonen soll. Sie kann dies ohne sich in eine individuelle Uniform zu stecken, denn die Mode hat doch ettvas von rhren streitbaren Feindinnen gelernt. Sie :ft beweglicher, reicher geworden als früher. Sie bringt allen etwas, indem sie vieles bringt. Zudem heißt es weibliche Schönheit verleumden, wem: man behauptet, jede Frau könne nur eine bestimmte Form tragen. Unsere Kostümfeste zeigen uns, daß dieselbe Frau, die unb früher als Rokoko-Marquise entzückte, im Gewand des erfteit Kaiserreichs bildschön aussehen kann. Trotz, ober gerade wegen der Vielseitigkeit der heutigen Mode ist es keineswegs leicht, die Eigenart seiner Persönlichkeit mit ihr in harmonischen Einklang zu bringen. Ueberlegung gehört dazu, kultivierter Geschmack, unbeugsam strenge Selbsterkenntnis unb — last not least — Selbstbeherrschung. Bewußt zu verzichten auf etwas, was einem gar verlockend in die Augen sticht, ist eine schwierige Aufgabe, die gerade an uns deutsche Frauen oft heran tritt, und der wir leider recht häufig nicht gerecht werden. Denn tocim auch, wie gesagt, die Mode tolerant ist heutzutage, so tritt ihr Bruder, der Schick, umso tyrannischer auf. Um „schick" zu fein, mutz man den Humpelrock ober neuerdings Hosenrock tragen, muß sich einen Turban wie eine Badekappe aufstülpen, muß gymnastische Hebungen machen zur Erlangung des „Poiretganges", muß Hungerkuren erleiden, um sich auf hundert Pfund zu ..erleichtern", und ähnliche strapaziöse Dinge mehr, die unserer deutschen Eigenart (die nicht häßlicher und unberechtigter ist als die anderer Völker), schnurstraks zuwider laufen, während sie im Land ihrer Geburt immerhin diskutabel erscheinen. Die deutstche Frau mit ihrem kräftigeren Knochenbau, ihren ruhigeren, festeren Gesichtszügen und ihrer blühenderen Farbe braucht auch in ihrer Kleidung eine ruhige, große Linie, ohne grotesk-pikante Ber- biegungen, ohne starke Farbkontraste unb allzu schwunghaft ausladende Formen. Sie findet (ober fände) für diese ihre nationale Eigenart (die Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) in der Mode des Tages den entsprechende:: Ausdruck, wenn sie sich entschließt (ober entschlösse) auf den erwähnten letzten „Schick" zu verzichten. Erstaunlich zu sehen ist es für jeden, der nach mehrjährigen: Aufenthalt in Ländern, in denen die Frau weniger durch ihre Rechte als durch ihr Dasein in Schönheit und Eleganz! eine Herrscherrolle spielt, nach Berlin zurückkehrt, wie sehr der Schick Gemeingut geworden ist, der früher bei uns das Monopol der entnationalisierten upper ten thousand war. Mer gerade die Angehörigen der Mittelklassen, deren Devise früher „einfach aber geschmacklos" Ivar, gehen in ihrer Angst, es der Pariserin etwa nicht gleich zu tun, manchmal zu weit. Sie beachten off zu wenig die Grenzen der persönlichen und nationalen Eigenart, ja, die Grenze zwischen Dame und .HalbwelÜerin. MA Recht macht die Pariserin der Berlinern: den Borwurf, in ihrer Toilette oft zu laut und zu unruhig zu fein, die Ueb«ntreö?uiigen her Mode noch zu übertreiben. Was der Kokette recht M, ist der D«me noch lange nicht billig. Dieser Satz ist keinrswess so üb'erwmKen, wie es viele schönheitsbegeisterte Damen LetzlmMn, die Km Toilettengrenzen (die doch auf tiefen psychologischen KlasseumMr- schieden beruhen) anerkenne:: wollen. Der ldtterschied zimMm Berlin und bei: großen Provinzstadt«: ist fast fogrvß wie der zwischen Paris und Frankreichs übrigen OrtzM. Meist ist dieser 252 Unterschied zu Berlins Gunsten. Mer (so paradox es klingen mag) die Berlinerin kann in Toilettendingen oft von ihren eleganten Schwestern üt Frankfurt, Hamburg, Breslau usw. lernen Dort fürchtet man sich noch aufzufallen, und hauptsächlich aus dieser Furcht herauA findet man die gehaltene, ruhige timte, dl« dem deutschen Typus adäquat ist. — In Modedingen gibt es nur em Gesek das unabänderliche Gültigkeit hat und itetS behalten ward. Es heißt: Forme dis Mode nach deinem Bilde, unterwirf fie dir! _____________ Ver-sM» Festes. * Wie wir alt und grau wdrd'en. Die bekannte Tatsache, daß sich vom Augenblick der Geburt bis zum Eintritt des Todes ununterbrochen Veränderungen im Körper vollziehen, hat 6it dem paradoxen Schlagwort Veranlassung gegeben, daß wrr eigentlich „am Leben sterben". Der Augenblick, in dem der Mensch dem Zenity seines Lebens erreicht, wird niemals mit Sicherheit festzustellen sein. Wir sehen nur einige äußerlich besonders auffallende Erscheinungen des „Aelterwerdens" tust» des „Alterns , Die begrifflich wohl voneinander zu unterscheiden sind, das Welken der Haut, die ersten verräterischen Fältchen an den Mundwinkeln Und Augen schöner Frauen, die ersten Vorboten der, nahenden Adernverkalkung, das Matterwcrden des Blicks und die Farbenveränderung der Haare. Professor Pfitzner in Straßburg, der die beiden letztgenannten Symptomkvmplexe mehrjährigen genauen Untersuchungen unterzogen hat, stellt die bemerkenswerte Tatsache fest, daß diese Umwandlungen nicht etwa erst beginnen, wenn dis Höhenpfade des Daseins sich den Niederungen zuzuwenden mrsangen, sondern sich schon weit früher vorbereiten und über Haupt in weit größerem Umfange stattfinden, als man bisher glaubte. Er kommt zu der Feststellung, daß die Umwandlung von blondem Haar in brünettes sich bei 70 vom Hundert aller Mitteleuropäer vollzieht, und erst mit dem vierzigsten Jahre gänzlich abgeschlossen ist, und daß bei den in der frühen Jugend blondenFrauen das Nachdunkeln von blond in braun um mehr als die Hälfts häufiger ist als bei Personen männlichen Geschlechts. Monde Haare besitzen bafür aber gegenüber braunen und schwarzen den Vorzug, weit länger als jene, nämlich vom 40. bis zum 60. Lebensjahre, in der Farbe fast konstant zu bleiben, so daß der blonde Menschenthpus sich länger den Anschein der Jugendlichkeit erhält, während braune und schwarze Haare überhaupt keine Still- ÜMrdsperiode kennen, sondern aus dem Zustande des tiefsten Farbeittons säst mimfitolbar in das Stad-ruM des Ausbleichens über- gchen. Hinsichtlich des Ergrauens besteht zwischen beiden Geschlechtern der auffallende Unterschied, daß Männer, obwohl sie im allgemeinen bedeutend länger geschlechtsreif bleiben als Frauen, durchschnittlich schon vom 46. Lebensjahre an sichtlich zu ergrauen B-egtimen, während dies bei Frauen erst um das 51. Lebensjahr (also 5 Jahre später) der Fall ist. — Was die Farbenveränderung £n der Regenbogenhaut des Auges betrifft, so nimmt Blau bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sehr stark, dann langsamer ab nnb wird erst mit dem 20. Lebensjahre beständig, während Blaugvan schon mit dem zweiten Jahre konstant wird. Me braune Augenfarbo nimmt sogar bis zum 30. Lebensjahre ab. Heber die Farbenveränderungen an schwarzen Augen läßt sich nichts sagen, weil eine absolut schwarze Regenbogenhaut bei Mitteleuropäern; überhaupt nicht vorkommt. — Das häufig beobachtete vorüber- S" ude Ergrauen der Haare mit darauffolgender Rückkehr zu der eren Haarfarbe ist durchweg eine Folgeerscheinung erschöpfendes organischer Erkrankungen und schwerer nervöser Störungen. * Köstliche Salate. „Dem wäre mit sixtinischem Salat S" ilfehtl" So lautet eine Redensart, die in gewissen Fällen in Ren gebraucht wird. Seine Entstehung verdankt dieses Wort Papste SixtuS V. Als Franziskanermönch war er einst mit einem armen Advokaten bekannt geworden, dessen treffliche Charaktereigenschaften er schätzen gelernt hatte. Als der Franziskaner später den päpstlichen Stuhl bestiegen, erfuhr er zufällig durch seinen Arzt, daß sein Jugendbekannter in großes Elend geraten und ans Kummer und Sorge erkrankt war. ,^fch werde diesen Kranken durch einen vortrefflichen Salat selbst zu heilen Versuchen," sprach bei dieser Nachricht Sixtus V. Der Arzt war gewaltig neugierig, zu erfahren, aus was für Ingredienzien dieser heilkräftige Salat zusammengesetzt sein würde, und versäumte nicht, gleichzeitig mit der päpstlichen Sendung bei dem Patienten dinzutreffen. Als beide dann gemeinschafüich den Deckel des Korbes hoben, sanden sie ihn angefüllt mit —■ Zachinen. Daß dieser „sixtinißche" Salat im Volke unvergessen blieb, beweist die beliebte Redewendung. Ein Seitenstück zu diesem recht wertvollen Salat bildet ein anderes kostbares Salatgericht; es diente allerdings nicht wohltäfigen, sondern galanten Zwecken. Philipp II. war es, der seiner dritten Gemahlin, Anna von Oesterreich, dieses annehmbare Gericht in einer goldenen Schüssel überreichen ließ. Es bestand völlig aus Edelsteinen, Smaragden stellten die Blätter, Perlen und Diamanten das Salz dar, das Oel ward durch gelbe Topase, der Essig (Himbeeressig) durch Rubinen vertreten. Dieser sinnigen Gabe, deren Wert man auf 16 000 Dukaten schätzte, fügte der Monarch die folgenden Vegleitworte bei: „Mein herzgelichtes Weib! Im Anschluß erhältst du hier einen Salat, der dir hoffentlich gut münden wird. Ich habe ihn selbst ttügfc macht, möge er dir recht wohl bekommen. Du siehst, ich habe zfi allem Talent, auch zur Kochkunst." — Einen Beitrag zurPsychologie der Ehe liefert Porto-Ri che, der Verfasser des Dramas „Le Vieil Hommes das jüngst in Paris mit schönem Erfolge zur Aufführung gelangte, in den „Ästnales": „Im allgemeinen", schreibt er, „ist der Mann eifersüchtig und neidisch auf die Intelligenz der Frau; er geht von der falschen Ansicht aus, daß die Frau ihm geistig nicht gewaschen fein könne. Wenn der Mann die Frau zu seiner Mitarbeiterin macht, sucht er — wenn ich mich so ausbrücken darf —- diese Mitarbeit zu denaturieren. Er will nicht sagen hören, daß die Frau ihm hilft; er nimmt zu fernem Nutzen die geistigen Gaben seiner Gefährtin in Beschlag und will es nicht zugeben. Diese Unbilligkeit zeigt sich in gesteigertem Maße in der Ehe; da die Mitarbeit der Frau im intimen häuslichen Leben erst recht verborgen bleibt, gelingt hier die Ausbeutung um so besser. Wieviel Männer gibt es, die der Frau gegenüber die Ehrerbietung funb Dankbarkeit an den Tag legen, die Renan für seine 'Henriette hatte? Henriette war allerdings eine Schwester, nicht eine Gattin, und Renan hat erst einer Toten Gerechtigkeit widerfahren lassen. Man kann aber nicht in Abrede stellen, daß in Wirklichkeit Henriette die geistige Lebensgefährtin des Philosophen war, was aus ihrem Briefwechsel deutlich hervorgeht; es läßt auch alles darauf schließen, daß Renan die Huldigung, die er der Toten dargebracht hat, auch der Lebenden nicht versagt haben wird. Im übrigen wird man zugeben müssen, daß in Schriftsteller und Künstlerehen die Frau eine weit schwierigere Stellung hat, als in jedem andern Haushalt. Hier tritt die Ausnutzung der Frau oft ganz eklatant zu Tage. So lange der Künstler und der Schriftsteller unbekannt und arm sind, fühlt sich ihre Mitarbeiterin nicht unterdrückt und verkannt. Der unbekannte Schriftsteller steht seiner Gefährtin auch geistig nahe, er gestattet ihr großmütig, rhm etwas zu sein. Sobald jedoch die Berühmtheit kommt, beginnt auch die Grausamkeit und die geistige Mißhandlung. Die Äerühmt- hett macht den Literaten zum kaltblütigen Lügner; er würde jetzt um nichts in der Welt zugeben, daß der Ruhm nur ein glücklicher Zufall ist; er wird vielmehr dreist und kühn behaupten, daß er das Ergebnis seines ganzen Lebens sei. Bevor das Glück kam, sagte er immer „wir", jetzt sagt 'er mit demselben Brustton der Ueberzeugung nur „ich". Seine Frau hat gar kein Recht, sich den von ihr inspirierten Heldinnen feiner Dramen und Romane ähnlich zu fühlen. Wenn sie jetzt in dem Hause, das einst so armselig war und nur durch sie einen Reiz gewann, allein ist — und sie ist jetzt oft allein —, wird sie sicher ruck Wehmut an die schönen Tage der Not und Armseligkeit zurück- benteil, denn damals bedeutete sie ihrem Manne noch etwas, während sie ihm jetzt nichts mehr ist. Es muß allerdings zugegeben werden, daß auch diese Medaille ihre Kehrseite hat, find daß es neben den ehelichen Mitarbeiterinnen, die das Opfer des Ruhmes ihres Wtannes werden, viele Egerien gibt, die geradezu unerträglich sind rmd dem Mamre das Leben zur Qual machen. Besonders zu fürchten ist die Genossin, die alles besser weiß, die bei jeder Gelegenheit ihren mittelmäßigen Geist gegen den wirklichen Geist des Mannes ausspielt, und die ihren höchsten Triumph feiert, wenn sie den Mann herabsetzen und demütigen kann L L 8 ä" _____________ Rösselsprung. mein ren bei be sch du ten le test war licht bo es men sich en freu ge an'S a nett die daß dich ge die so her da dein bricht neu wenn freust einst du roei (Auslösung ui uachuer Jhtmntetj du au Auflösung des Logogriphs in voriger Nunttstevk Engel, Angel. Redaktton: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Vietze»