Mittwoch den 22. Februar Nr. 30 b K ® i!i| eRW/sJJ'-i L Ö 'Vzvti m.- >w;ftir-nM«irw rw Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Dorlsetzung.) (Nachdruck verboten.! Ein Brief, ach, ein Brief! Bon wem? Oü ihr kleiner Georg aus Amerika schrieb, ob er vielleicht zurückkam zu seiner alten Mutter, ihr die Last abuahm, sie tröstete?? Sie riß das Kuvert auf inib las, und las wieder und wieder, und ihre Augen wurden groß und starr. Das schrieb die da unten ihr, die, die so gut zu ihr gewesen war, die ihr versprochen hatte, zu keinem Menschen von ihrem Geheimnis zu reden! Die schrieb ihr jetzt, daß der Lärm wieder unerträglich sei und daß sie nun keinen andern Ausweg mehr sehe, als den, sich an die Bürgermeisterei zu wenden, denn ihr Versprechen, im Border- zimmcr zu schlafen, habe die Frau Lengerich ja nicht gehalten. „Lärm?" sagte Frau Lengerich nach einer langen Weile, in der sie still, wie gelähmt" dagesessen hatte. Sie schlich auf Zehenspitzen zu ihrem Alkoven und duckte sich in den Sessel. — „Ich mache doch keinen Lärm, ich sitze doch hier!" sagte sie, „sie muß sich irren, das bin ich nicht, ich sitze doch hier!" Und sie las wieder und wieder. „Verklagen" heißt das doch, wenn sie sich an die Bürgermeisterei wenden wollte. — Ihren Georg hatte man auch verklagt, und wenn sie verklagt wurde, dann tarnen sie und suchten sie--— und---- Da wußte die arme Frau Lengerich nicht, was sie tat. Sie wußte nicht, daß sie mit ihren müden, schweren Füßen durch ihre Zimmer raste, nach einem Versteck suchte, daß sie schrie und betete, stöhnte und fluchte, Stühle beiseite schob, an den Türen rüttelte und taute Vaterunser betete. Nein, das wußte sie nicht, sie wußte nur, daß sie nachsehen wollte, ob ihr Fläschchen noch auf dem Schrank Es stand noch da, und sie drückte den Totenkopf an ihre Lippen und stellte es wieder hin und duckte sich in den Sessel und grübelte, und fürchtete sich und lauschte. — Es kam nichts mehr heute, nichts mehr von außen, aber in ihr raste etwas, das ließ ihr keine Ruhe auf dem Sessel. — Auf Zehenspitzen schlich sie ins Flurzimmer, legte ihr Ohr ans Schlüsselloch und lauschte, lauschte! — Nichts! — Sie hörte nichts und ging wieder zum Sessel. — Aber die hatte doch geschrieben, die von unten, sie >volle sie verklagen, es mußte also doch etwas kommen, bald- bald vielleicht, wenn sie schlief vielleicht, mitten in der Nacht — — — Nein, sie konnte nicht sitzen, ihr armer, zerfetzter, toller Geist riß sie auf. „Georg, Georg!" jammerte sie, „mein lieber, anker Georg, mir ist so bang!" Heute sehnte sie sich nach Licht, aber den ganzen Tag über war kaum halbe Dämmerung gewesen, nun war es stockdunkel, und Frau Lengerich hatte keine Streichhölzer, und sie wollte doch sehen, ob ihr Fläschchen noch da stand, ihr liebes, kleines Fläschchen. Im Dunkeln tappte sie sich ins Vorderzimmer, stieg auf den Stuhl, der dicht am Schrank stand, hielt das Fläschchen in der Hand und stieg hinab, aber der Stuhl! fiel um, weil sie mit ihren geschwollenen Füßen ihn umgestoßen hatte, und das Geräusch, das er verursachte, machte der armen Frau Lengerich das Herz stillstehen in Angst und Schrecken. Nun hatte sie wieder Lärm gemacht, nun hatte hie unten doch recht, nun würde sie wohl gleich gehen und klagen, gleich! In einer Viertelstunde konnte alles geschehen sein, und dann kamen sie, die schrecklichen Männer, mit den Ketten, und suchten sie Und zerrten sie aus dem Sessel. — „Nein, nein, nein!" schrie sie auf und schlich in den Alkoven und zog die Füße im Sessel hoch und bedeckte sich mit Kleidern und Kissen, und dann küßte sie das Fläschchen und löste den Pfropfen und hielt es unter die Nase, schauderte und lauschte--— Draußen gingen jetzt doch Schritte, ganz sicher, sie hatte es gehört, man sprach auch, man lachte, man--- —5 O Gott, Gott, Gott! „Nein, nein, nein, ich bin nicht da! Nein, nein, nein!" schrie Frau Lengerich, „ich habe keinen Lärm gemacht! Sie irrt sich! Nein —--" Aber sie sah durch die Nacht jemand auf sich zukommen, sie sah, daß man nach ihr griff, sie hörte Ketten, sie wollte schreien und konnte nicht, da nahm sie ihr Fläschchen, ihr liebes, kleines Fläschchen, und setzte es an die zitternden Lippen und trank es aus.--- „Ich weiß mal gar nicht," sagte die Berta, die der Frau Lengerich die Aufwartung machte, am nächsten Tag zu der Kosy, „die Lengerichen macht doch partout uicht auf, und sie kennt doch mein Zeichen: dreimal klopfen und: es ist niemand da! rufen!" Die Kosy schüttelte den Kopf, schenkte ihr einen Apfel, ging mit ihr hinauf und klopfte an die Tür: „Frau Lengerich, Frau Lengerich, es ist niemand da!" schrie Berta schon zum sechsten Mal, aber es blieb alles still. „Was soll mau da nur machen?" fragte sie ratlos. „Sie kann doch nicht verhungern, und Feuer hat sie auch keius!" Die Kosy überlegte, schüttelte wieder den Kopf und entschied dann: . c , „Kommen Sie in einer Stunde mal imeder, Bertal Ist sie daun nicht wach, müssen wir aufbrechen lassen, das Recht haben wir." Nach einer Stunde kam Berta wieder und klopfte unoi schrie, aber niemand öffnete. Da sagte die Kosy ernst: „Dann möcht ich schwören, Berta, daß da was nutzt stimmt!" Sie schickte das Mädchen zum Schlosser Leutert und pochte und rüttelte an der Tür. — „Nee, das ist kein Spaß mehr!" redete sie erregt den Schlosser an. „Was man da mt vielleicht in den nächsten 118 SKnut eit erleben muß, da mag einem Gott beisteben!" nb ihre Hand zitterte, und Berta fing an zn weinen, und wie der Schlosser die Tür aufgestvßen hatte, wolltis niemand hineingehen. Die Pastorin Ivar auch aus ihrer Wohnung gekommen und stand entsetzt im Flur und hörte mit offenem Mund und starren Augen, daß man die Tür erbrochen hatte, weil Frau Lengerich nicht aufmachte. Sie standen alle mit bleichen Gesichtern am Eingang zum Vorderzimmer, aus dem eine dumpfe, moderartige Lust quoll. „Frau Lengerich!" rief die Kosh mit beklommener Stimme, schlich sich leise bis zum Alkovenzimmer und sah sich um. — „Hier ist sie and) nicht! Da muß sie im Alkoven sein oder im Hinterzimmer." „Im Alkoven, im Alkoven, da sitzt sie immer!" jammerte Berta und hielt sich an der Pastorin sest, und die Pastorin hielt fick) am Schlosser fest. Die Kosy zog die Vorhänge vom Alkoven zurück und steckte den Kopf hinein, machte ein paar Schritte ins Innere, schrie laut auf und siel weinend der Pastorin, die ihr am nächsten stand, in die Arme. „Huh!" schrie Berta und raste heraus, und der Schlosser ging jetzt in den Alkoven, brannte ein Streichholz an und beleuchtete den Sessel. Da lag einer auf der Erde, mit entsetzlich zusammengekrampftem Körper, und der Kopf stak in den Polstern des Sessels, und das Gesicht war grünlich weiß. „Die kommt nicht wieder zu sich!" sagte der Schlosser und ging heraus. Die Pastorin weinte laut und klammerte sich an der Kosy Hals, und die Kosy zeterte nach einem Arzt. Da hatte die Gräfin einen vernünftigen Einfall. „Der Badegast, der Badegast!" wimmerte sie, und die Kosy schleuderte das zitternde Weibchen dem Schlosser in die ferne, raste die Treppen herunter, alarmierte den Doktor, rannte von da zu Frau von Hilbach, ilopste bei der Specht und der Häuflein an, rief es auch noch über die Straße nach dem Nachbarhaus zu und stand dann wieder am Eingang zum Alkoven und wagte nicht hineinzugehen. Die Tränen flössen ihr aus den Augen, und ihre Hände hatten sich gefaltet. „Himmlischer Vater/ betete sie, „du wirst wissen, was du tust, aber daß es gerade in unferm Hause passieren mußte, das ist hart!" — Als der Doktor ins Zimmer trat, jammerte die Kosy: „Hier, hier, Herr Doktor," und führte ihn in den Alkoven; in demselben Augenblick kam mit entsetztem Gesicht, im hellen Morgenkleid, mit herabhängendem Haar Frau von Hilbach ins Zimmer, ließ si chnicht zurückhasten und folgte dem Doktor in den Alkoven, kniete neben der Leiche, fühlte den Kopf und die Hände der armen Frau Lengerich Und fing an herzzerbrechend zu weinen. „Tot?" fragte sie, und in ihren Augen lag eine Angst, die dem Doktor in die Seele schnitt. Er machte eine bejahende Bewegung, rief den Schlosser herbei und lagerte mit seiner Hilfe die Leiche auf das Bett. Dabei fiel ihm das Fläschchen mit dem Toten'kopf in die Hände. Er sah es einen Augenblick an, blickte dann auf die tote Frau, fühlte ihren Puls, und ließ ihre eiskalten Hände wieder los. „Sie müssen Anzeige erstatten!" befahl er der Kosy, und die schrie wieder laut auf. „Tot? Wirklich tot, Herr Doktor? Haben Sie sich nicht geirrt? Tot, tot ist sie!" schrie sie der Specht und der Häuflein entgegen, die gekommen waren. „Tot, Frau Natnfius, kommen Sie nur herein! Ick) muß zur Bürgermeisterei, ich muß Anzeige erstatten!" „Stehen Sie doch auf!" sagte der Doktor zu Frau von Hilbach, die weinend im Alkoven kniete, und er zog sie in die Höhe. Ihr Gesicht war totenbleich, und sie schwankte. Der Doktor führte sie zum Soja int Vorderzimmer, sah erstaunt auf gll die entsetzten Frauen, die sich da angesammelt hatten und bat eine um ein Glas Wasser. Die Hänflein sah etwas Weißes auf der Erde neben dem Schrank liegen, das war der Brief, ihr Brief. In der allgemeinen Verwirrung hatte ihn niemand bemerkt, fühlte eine Erleichterung. feie bückte sich, steckte ihn in die Falten ihres Kleides und Auf dem Flur hatte sich eine große Schar von Menschen versammelt. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Kunde in der Nachbarschaft verbreitet: J'm Saalehaus sei eine tot int Sessel gesunden! Huh! — Aber sehen mußte man sy was! Das war schlimm für Frau von Hilbach, die würde die Wohnung nun sobald nicht loswerden. An diesem Tag kamen so viel Menschen ins Witweu- hans, wie sonst kaum zur Zeit der Hochsaison. Es wurde viel geredet und debattiert, die Hausbesitzerin mußte Rede und Antwort stehen und war doch so krank und zerschlagen und entsetzt und litt doch so furchtbar, daß eins in ihrem Hause gestorben war, der sie nicht beigestanden hatte, an deren Kummer sie keinen Teil genommen hatte. — Es war so ein recht sonniger Tezembertag, mit lichtblauem Himmel, aber das Witwenhaus war grauer und! öder wie sonst. Es war, als habe es ein Gesicht bekommen und als sei dieses Gesicht ernst, traurig, undurchdriug- lich. Die Treppenstufen knarrten nicht so traut und lustig wie sonst, und alles Behagen, alle Wärme war aus Zimmern und Flur, aus allen Ecken und Winkeln geflohen. Ein Hauch von Kälte, Tod und Verwesung strömte durch bie niederen Räume, und am Abend, als die Leiche längst in die Kapelle des Friedhofs gebracht worden war, standen viel furchtsame Weibchen vor Frau von Hilbachs Tür und begehrten Einlaß. Die Specht und die Häuflein hatten sich nicht gesprochen, nur scheu angesehen hatten sie sich, aber die Specht hatte doch gemerkt, daß die Hänflein den Brief genommen hatte. Das war auch ihr eine Beruhigung. Die Häuflein war nach Naumburg gefahren und kehrte nicht zurück, und die Specht hielt es tticht allein in ihrer Wohnung aus. „Nee, nee, meine Damen, das geht nicht, alle können Sie bei uns nicht übernachten!" sägte die Kosy und trocknete sich mit ihrer Schürze die verquollenen Augen, die immer wieder überströmten. „Gegen die Pastorin haben wir so ’ne Art Verpflichtung, die liegt in Erwin seinem Bett, das haben wir in die Vorderstube gerückt, der Erwin liegt beim Doktor im Alkoven, und meine Frau braucht selchst ihr Bett, die ist krank!" „Dann kommen Sie zu uns!" sagte Frau Natusius zur Specht, die vor Augst zitterte, und die Specht drückte ihr dankbar die Hände, weinte und ging mit. Frau von Hilbach lag im Fieber. Das Entsetzen des Morgens, der Anblick der Leiche, das viele Reden und Jam- merit der Frauen und grenzenlose Mitleid mit der armen alten Frau Lengerich hatten sie niedergeworfen. Nun fühlte sie, daß der Doktor ihre fieberheißen Häitde in den seinen hielt, daß er neben ihr saß und sie ansah, und es kam chr vor, als stehe sie in dichtem Nebel und sähe doch ein Licht, ein wunderbares Licht, aber je länger sie ging, desto weiter entfernte sich das Licht und blieb doch immer da. — „Schmerzen?" fragte der Doktor, als er sah, daß ihr Mund zuckte. Sie sah ihn mit einem verzweiflungsvollen Blick an. „Mir ist so weh!" flüsterte sie, und der Doktor strich ihr über die Stirn und sagte: „Weibelchen,* armes, kleines Weibelchen!" (Fortsetzung folgt.) Sein Ideal. Von Max Karl Böttcher -Chemnitz, 1 „Halt, — noch eins, mein Sohn!" — Fritz Schmieder, der schon aufgeatmet, daß diese hochnoipcin- ließe Unterredung mit seinem Vater zu Ende war, kehrte seufzend zurück. Der alte Schmieder drehte sich in seinem Schreibtifchsessek halb nach ihm um, einen Schimmer von väterlicher Milde auf seinem trockenen Kausmannsgesichte, — dann begann er: „Mir wäre lidb, wenn du die vierzehn Tage, die ich dich bis zu deinep Verlobung mit Elsbet beurlaube, einmal benutztest, um dich auszutoben — aber richtig — verstanden?! Nicht verträumen sollst du die Zeit, nicht verschwärnten, sondern verleben, — und bannt Fröhliche Verlobung!!" „Will sehen, Vater!", antwortete Fritz kleinlaut unb verließ bann rasch das Privatkontor seines Vaters, des alten Kommerzienrates. In seinem Zimmer ging er in großen Schritten erregt aus Und ab, — sein Aerger schaffte sich in heftigen Worten Lust. — „Ha, fröhliche Verlobung I — Hat sich was, mit der — mit! Elsbet Jmmermann fröhliche Verlobung feiern, mit diesem Mann« 119 Weib, das getont so trocken ist wie ihr Vater, der alte Bankier, das genau so trocken ist rote die endlosen Zahlenreihen in dem Jmmermannschen Bankhaus, welches sie als Prokuristin verwaltet." — Er war sehr wütend. — Warum sollte er, ausgerechnet ■er, Fritz Schmieder, der Naturschwärmer, der Musik und Kunsd- -cnthnsiast, der geheime Poet, ein Opfer der Prädestination werden, — denn was war diese schon vor zwanzig Jahren üou dem alten Schmieder und dito Jmmermann projektierte Verlobung anders, als ein Opfer seiner Ideale!! — Zum Kuckuck! Aber wozu denn Nur?! — Galt sein Vater nicht schon als der reichste Mann der Stadt, wozu da noch diese Btillionenelsbet aus Magdeburg, die er noch nie-gesehen, noch nicht einmal ein Bild von ihr, — die sich aber seiner Phantasie mit wunderbarer Deutlichkeit vorstellte: lang unb dürr, — selbstverständlich graue, stechende Augen und statt schelmischer Grübchen Hohle Wangen und eine tiefe Spalte in der stets Exempel bewegetiden, Zinsen verrechnenden Stirn. Er hätte fast heulen mögen, vorhin, als ihm der Vater zum zehnten, — ach was, zum hundertsten Male die Tugenden von Fräulein Prokurist auszählte: „Eine Geschäftsfrau, Fritz, ich sage dir, die hebt unser Geschäft zur Weltfirma, — sie kann jeden Kurszettel auswendig, berechnet verblüffend Zölle, sie schreibt und spricht perfekt englisch, französisch und spanisch, — ist vollständig firm in beiden Buchführungen, in Stenographie und zwei Systemen Schreibmaschine, — ich sage dir —" „Vater, hör auf" — hatte er gefleht, und da war das Unwetter hereurgebrochen, das Unwetter, welches ihm verkündete, daß er sich schämen sollte, als Sohii der altrenommierten Welt- sirma Schmieder und Sohn nicht mit vollen Händen nach dieser einzig dastehenden Partie zu greifen. Nun ja, er schämte sich ja schon, — aber was nützt das alles?! Der Alte hatte die Verhandlungen abgebrochen und kategorisch erklärt: „Heute über vierzehn Tagen, also am Pfiugstsoniiabend, findet deine Verlobung mit Elsbet statt, die Zeit bis dahin steht dir zur freien Verfügung." So stmid nun der glückliche Bräutigam, die Hände lies in den Taschen vergraben, die Lippen eingekniffen, in feinem Zimmer Und begann Pläne zu wälzen, Ivie er, den väterlichen Vorschlägen Ungeachtet, diese 14 Tage noch einmal seinen Idealen widmen könnte, seinen Idealen Natur, Kunst, Musik und Poeterei, um diese dann für eine Million in bar an eine waschechte Tochter Merkurs zu verkaufen. Doch Fritz Schmieder war ein Mann von Fassung und zugleich -ein wenig Fatalist. Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu änberit ist, — das war seine Devise, und da ihm kaufmännische Talente vollständig abgingen (©ein Chef und Vater versicherte ihm das im Bureau täglich), blieb ihm ja billigerweise auch nichts weiter übrig, als sich eine Stütze der Firma anzuschaffen, mit deren Hilfe er den Ruf der Firma Schmieder und Sohn erhalten konnte, um so seinps Vaters Ideal zu verwirklichen. Wie verschieden doch oft Ideale sind?! Er blätterte im Kitrsbuch und summte vor sich hin. — Plötzlich hielt er inne. — Was war das? — Hatte er nicht soeben gelammt?! — Das kam ihm selbst unerhört vor. — Sollte er leichtsinnig fein?! — Jetzt, zwei Wochen vor der Katastrophe stellt er sich hin und summt?!! — Doch nein, leichtsinnig war er nicht, — gewiß nicht, und das Summen war nichts weiter als eine Auslösung der aufgestapelten Freude, die sich bei jedem Kursbuchdurchblätternden Menschen geltend macht, der auf Urlaubsreisen geht oder zum Begräbnis einer Erbtante fährt. — Trotzdem beherrschte er sich und suchte ohne Summen im Kursbuche weiter. Wenn er morgen früh 4,15 Uhr fortfuhr, konnte er 7,20 Uhr im Harz sein, denn daß er seinen letzten Urlaub, den er im Vollbesitz seiner Ideale verleben durfte, im Harz verbringen würde, stand über allem Zweifel. — Sein Vater war mit diesen Reisedispositionen einverstanden, und nun hatte er noch den ganzen Nachmittag Zeit, zu packen und zu rüsten, 2 Es war am nächsten Morgen. Der alte Vater Brocken zog sich eben langsam und gemütlich Sie graue Nebelkappe vom Kopf, -als ein Wanderer an seinem Fuße Rast machte. — Tief sog er die würzige, echt harzige Luft ein, die ihn so poetisch stimmte und allen Harms vergessen machte. — Nun hatte er seine Urlaichszeit begonnen. — Nur vierzehn Tage, dann lag er in Fesseln. — Fritz Schmieder schauderte es, — und der ganze Groll, der sich in den letzten zwölf Stunden wieder in ihm gegen das Zahlenmedium, wie er seine Braut in spee nannte, ans gestapelt hatte, mußte sich Lust schaffen. — jawohl, sonst mußte er ersticken. — und so rief er laut und scharf das Wort, in dem nach seinen Begriffen ein Wesen femininis gcncris die meiste Schmach angetan werden kann, — das Wort: »Mannweib!!" — „Danke, Monsieur, — ein schmeichelhafter Morgengruß!" ertönte da auf einmal ein glockenhelles Stimmchen hinter ihm. Umblicken, — Staunen, — Blaßwerden, — Rotwerden, — wieder Maßwerken — das waren die Hauptmomcnte in diesem Augenblicke des Fritz Schmiederschen Lebenslaufes. — Doch Fritz Schmied« war nicht nur ein Mann von Fassung, sondern er ivar mich ein Schwerenöter. — Mit einer verblüffenden Entschlußfähigkeit, die gegebenenfalls das alte Kaufmannsherz von Papa Schmieder mit eitel Freude «füllt hätte, formte Schmieder junior folgende Eloge: „Hat Vater Brocken zur Begrüßung des armseligen Fremdlings sein schönstes Elfchen ausgesucht? — Nun gut, ich weiß ihm Dank!" Das Elfchen lachte und zeigte dabei nicht nur zwei reizende Grübchen, sondern eine ganze Menge geradezu lächerlich kleiner, schneeweißer Zähnchen. Plötzlich wurde ihr Gesicht aber tiefernst, Grübchen und Zähnchen verschwanden. — „Ihre Begrüßung zeigte aber nichts' von Dank!" — Schwerenöter Schmieder nahm eine lächelnde Miene an: „Glauben Sie mir, Elfchen, — der harte Ausdruck Mannweib galt nicht Ihnen." „So, — na ich will Ihnen mal glauben. — Und wohin ditz Fahrt?" „Ins Reich der Elsen, schöne Maid. — Also bin ich antj Ende der Fahrt!" — Jetzt war das Mädchen am Staunen. —। Eine solche Art von Schmeichelei hatte sie noch nicht vernommen»! — Und vor Staunen hielt sie inne zu baumeln, — ganz gewiß, sie hörte auf, mit den Beinen zu baumeln, denn das hatte sie getan von Anbeginn des Gespräches, Verlegenheitspause. „Was machen Sie eigentlich da oben?" fragte nun Fritz geistreich unb zeigte babci auf die Wagendeichsel, die das Mädchen zu seinem Sitze erkoren hatte. „Ich baumle, wie Sie sehen," lautete die nicht minder geistreiche Antwort, und sofort begann sie wieder lustig die Beine zu schwingen, so daß von Augenblick zu Augenblick zwei entzückend! kleine, in roten Atlasschuhen steckende Füßchen fürwitzig hervor- lugten. Plötzlich neigte sie ihren Kops zur Seite blinzelte den Wanderer schelmisch an unb sagte so recht aus vollem Herzen: „Ach, ich baumle so entsetzlich gern!!" „Ach was?!" bemerkte einzumieten. (Schluß folgt'.) Fritz. „Ja, wissen Sie, dann komme ich mir vor wie ein Vögelein, dann fühle ich mich so frei, so «haben", jetzt schlug sie noch mit beii Armen wie ein Vogel mit den Flügeln, „und bann) könnte ich träumen, immer träumen!!" Fritz sah schwärmerisch entzückt das Mädchen an, — fo —- ja, so hatte er sich das Wesen gedacht, das ihn begeistern konnte, unb er schickte sich soeben an, dies der Elfe mit etlichen pafsendenl Worten zu unterbreiten, als sie plötzlich von der Deichsel sprang, daß die Röckchen nur so flogen, und ihn inständig bat, sich doch auch einmal auf das schwankende Wagenteil zu erheben, nut zu baumeln. , So sehr sich der zweite Chef der Firma Schmieder und Sohn auch sträubte, — es half nichts, er mußte baumeln, — und wie nun der große Mensch so dasaß und baumelte und sich bemühte, die Balancd zu behalten, hüpfte und tanzte der kleine Kobold vor der Deichsel und klatschte vor Freuden immer fort mit feinen kleinen Patschhändchen. — Da — mit einem Male wurde sie cmft und rief: „Sie Weibmann!" — Und im Nu huschte sie davon. Verstört kletterte der so Beschimpfte von feinem schwankenden! Sitz und ging quer über die Straße in das Hotel, nm sich hier Die Wahrheit über Erckmann-Lhatriatt. Unter den zahlreichen zusarnmenarbeitenben Schriststeller- pareu, die die Weltliteratur kennt, hat man als Vorbild der „siamesischen Zwillinge der Dichtung" neben den Brüdern Conconrt am häufigsten Erckmann-Chatricin angeführt, die beiden elsässischen Schriftsteller, deren meisterhafte Schilderungen d« deutsch-fran-- zösischen Grenzlande, deren realistische Kriegsromane eine glückliche Bereinigung von deutschem Gemüt und gallischer Lebendigkeit des Sehens barfteilen. Julian Schmibt, der in seiner schönen Abhanblung über Erckmann-Chatrian biese französisch geschriebenen, aber germanisch empfundenen Bücher neben die Werke Fritz Reuters stellte und dem Publikum empfahl, wußte nicht, „was es Ufit ihrer gemeinschaftlichen Dichtung für eine Be- wandnis hat." Auch weiterhin war nichts üb« die gemeinsame Arbeit der beiden bekannt geworden, und man mochte wohl annehmen, daß sie etwa so gearbeitet haben, wie es von den Concourts überliefert ist, nämlich daß jeder von beiden ein bestimmtes, vorher durchgesprochenes Kapitel selbständig auSarbcitete und dann eine Verschmelzung dies« beiden Niederschriften vorgenommen wurde. Dem ist aber nicht so. Wie Emile HinzeliN in einem „Die Wahrheit üb« Erckmann-Chatrian" betitelten Aussatz der Revue ausführt, haben wir in dem Schaffen Erckmann- Chatrians gar nicht das Wunder einer gemeinschastftchen dichterischen Arbeit vor uns, wie es etwa die Brüder Concourt oder dto Brüder Rosny darstellen, sondern der eigentliche Verfasser all dieser innigen und schlichten Darstellungen des Lebens ist allem Erckmann. Hinzelin hatte Gelegenheit, mit Emile Erckmann, dem „Poeten von Psalzburg", d« 1898 gestorben, ist, zu verkehren, und hat so einen tiefen Einblick in seine Arbeitsweise und die Art seines Schassens gewonnen, lieber die Entstehung seiner Roman« unter denen das von Mascagni vertonte elsässische Idyll ,,Freund Fritz" und die prächtige Trilogie der Napoleonzeit „die Geschichte eines Ausgehobenen von 1813", die „Belagerung von Pfalzburg und „Waterloo" die bekanntesten sind, erzählte Erckmann selbst: 120 -..Sobald ich Mir einen Stoff gewählt hatte, lieh ich nur von meinem Pariser Buchhändler alle Werke nach Psalzbürg schicken, die über diesen Gegenstand veröffentlicht waren, Cer sandte mit dann gewöhnlich ernte ganze Kiste voll. Ich schüttete nun alle die Bücher auf den Fußboden, schaute sie der Reihe nach durch und isonderte zur Rechten biejenigen, die ich behalten wollte, zur Linken die anderen, die mir nicht für mich geeignet schienen und die nach Paris zurückgingen. Die behaltenen Werke las ich dann durch, so rasch wie möglich. Dann machte ich mich auf die Strümpfe, ich durchwanderte die Gegenden, wo die Persönlichkeiten meines neuen Werks leben sollten. Ich lebte dort selbst mit ihnen Manchmal hatte ich das gute Glück, als Führer irgend ein altes Reisewerk zu finden, ein Heft mit Notizen, ein intimes Tagebuch. Dann entwickelte sich alles leicht und angenehm." Der so einfach schlichte, beinahe nüchterne Stil Erckmanns ist aber durchaus nicht mühelos entstanden, sondern durch eine ganz erstaunliche Arbeitsleistung und zähe Energie geschaffen worden. Die noch vorhandenen Entwürfe zu seinen Werken zeigen, daß er manche Sätze und Seiten viele, viele Male umschrieb; eine Naturschilderung ist z. B. 17 Mal verändert und gefeilt, ein einziger Satz 25 Mal mugeschrieben, bevor er die endgültigü Form erhielt. Hatte Erckmann den Roman beendet, dann trat sein Freund Chatrian in Tätigkeit. Sie waren bereits als Studenten miteinander bekannt geworden; der freundlich gütige, dabei wohlhabende Erckmann hatte den armen Chatrian unterstützt, und dieser war dem bedürfnislosen, unpraktischen, sich vor der Welt verschließenden Freunde unentbehrlich geworden. Chatrian nahm nun das fertige Manuskript und sagte: „Deine Arbeit ist erledigt. Du kannst dir jetzt unsere alten Tannen ansehen gehen, ich werbe das nun unterbringen." Er schrieb darauf das Werk noch einmal eigenhändig ab, veränderte einige Kleinigkeiten, strich ein paar Sängen, taufte ein paar Namen um. Es waren durchaus nicht ästhetische, sondern rein praktische Erwägungen, von denen er sich bei dieser Redaktion leiten ließ. Im übrigen war Chatrian der Geschäftsmann, wie Erckmann der Dichter. Er suchte mm einen Verleger, wählte den günstigsten Moment des Erscheinens, suchte in den Redaktionen für die neue Arbeit zu interessieren, setzte sich mit Theaterschriftstellern in Verbindung, dis aus den Romanen zugkräftige Stücke machten, leitete alle geschäftlichen Verhandlungen und verwaltete das Geld. Erckmann war damit zufrieden; ihm war Lhatri.au mindestens ebenso notwendig, wie er dem praktischen Freunde. Daß die Romane alle im Wesentlichen von Erckmann verfaßt waren, geht daraus hervor, daß es eine Reihe Arbeiten gibt, die Erckmann allein veröffentlicht hat und die durchaus das Charakteristische seines Stil und Dichtens haben. Chatrian, dessen Verse Erckmami bewunberte, hat nur einmal an einem Roman etwas allein geschrieben, nämlich den Schluß der „Geschichte eines Hilfslehrers", der in seiner harten, plumpen und lehrhaften Art sich von der feinen, zarten Art der übrigen Erzählung scharf abhebt. Erckmann war mit der Tätigkeit des Freundes zufrieden: „Im Ganzen haben wir jeder eine Million verdient. Sie wissen, wie wenig ich brauche. Mein Lieblingsefsen ist Rindfleisch. Was auch komme, ich bin ruhig." Auch als sie schließlich im Streit auseinanderkamen, bewahrte Erckmann noch dem Freunde ein wohlwollendes Gedenken, der nur durch ihn einen Platz in der Literatur erhalten hat. Dcrinititfes. - Was Kunsthändler verdienen. Wer des lästeren die großen Kunst- und Aniiquctätenhändler in ihrem eigensten Reiche auifucht und den weifen Reden der klugen Geschäftsleute andächtig lauscht, wird beobachtet haben, mit welchem Stolze fo ein begeifterter Verehrer feines eigenen Bernies sich rühmt, dies ober das Meisterwerk von unschätzbarem Werte für ein „Butterbrot" erstanden zu haben. Jetzt hat ein großer Pariser Kunsthändler ein ausgezeichnetes Geschäft gemacht, indem er fechs alte Tapisserien für eine Million Frks. erwarb. Eine Alillion ist allerdings fern Butterbrot und der Händler schwebte nach dem vollzogenen Kaufe auch in schwerer Sorge, ob es ihm gelingen würde, das Kapital wieder herauszmvirtfchasteii. Aber feine Befürchtungen sind geschwunden, beim heule, kurze Zeit nach dem Kaufe, hat er bereits eine der Tapisserien für 750 000 Frks. weiter verkauft und Sachverständige und Kenner versichern ihm, daß die übrigen fünf Stücke je eine Alillion wert sind. Das Ergebnis ist, daß der unternebnienbe Händler mit einem Risiko von einer Million innerhalb von zwei Wochen rund fünf Millionen verdient hat. Tie Tapisserien, um die eS sich handelt, sind in der Tat prachtvolle Meisterstücke. Es sind Darstellungen nach Entwürfen, die Boucher selbst geschaffen hat und die dann in Beauvais ausgeführt wurden. Die Arbeit ist schlechthiit vollkommen lind von einer Feinheit, wie sie heute nicht mehr erreicht wirb. Damals wurden sie für 60 000 Frks. verkauft. Die Besitzerin, eine sehr vermögende Dame, hatte schon mehrfach abgelehnt, diese Meister- werte der Tapisseriekunst zu verkaufen. Vor kurzem milßte nun plötzlich eine Schuld von einer Million Frks, bezahlt werben. Die Dame hätte die Schuld jedenfalls auch durch eine Anweisung an ihre Bank begleichen können, denn sie verfügt über ein großes Vermögen. Aber zufällig erfuhr der Kunsthändler davon lind er schlug der Dame vor, die Gläubiger abzufinden, wenn er dafür die sechs Tapifferien erhielte. Die Versuchung war zu stark, sie gab nach. So brauchte sie ihr Bankkonto nicht um eine Alillion Frks. zu belasten; außerdem hatten sich die Gobelins schon so lange im Besitz der Familie befunden, baß man mit der Zeit das Gefühl für den wirklichen Wert der Kunstwerke verloren hatte. Der Kunsthändler aber, bet anfangs glaubte, ein großes Risiko einzugehen, kann sich beglückwünschen nnb tut es auch. * T r e u e A n h ci u g l i ch k e i t cm feinen Herrn wird gewöhnlich als Tugend des Hundecharakters gerühmt; daß sie aber auch Schweinen, ja sogar Wildschweinen, eigen fein kann, beweist folgender Fall: Eine Dame war Eigentümerin eines jungen Wildschweines geworben, daß sich infolge bester Pflege schließlich so an die Frau gewöhnte, daß es Tag und Nacht nicht von ihrer Seite wich. Arbeitete sie am Schreibtisch, so ruhte das Ferkel ivie ein Hund auf bet Schleppe ihres Kleides, und während der Nacht legte es sich als Wächter vor ihr Bett. Die Zuneigung des Tieres steigerte sich schließlich soweit, daß niemanb die Dame anrühren durfte, und als gelegentlich die Kammerjungfer erschien, um ihre Herrin anzukleiden, fuhr das Schweinchen mit aufgetichteten Borsten wütend auf sie los und biß sie in die Hand. Daß die Chinesinnen besondere Liebe für Ferkelcheu baten, die tatsächlich, ehe sie Schiveiucheu werben, recht nette Tierchen sind, und daß sie ihnen die Schoßhündchen ersetzen, ist bekannt. * 93 o m Nutze n der M u n b a r t. Die meisten Wörter unserer neuhochdeutschen Schriftsprache sind gemeinsames Eigentum aller deutschen Mundarten; aber feit den Tagen Luthers hat auch eine große Anzahl landschaftlicher Wörter Eingang in unsere Schriftsprache gefunden, die vordem nur auf engem Gebiete galten. Während sich die ursprüngltch niederdeutschen Wörter baggern, Bord, Ebbe, Robbe, Reede, Krabbe, Wrack vom Norden des Deutschen Reiches aus verbreitet haben, sind umgekehrt die Wörter Loden, Rucksack, Senner nordwärts bis au das Meer gezogen. Den Deutschen in und um Bozen verdankt die Schriftsprache die Sommerftifche. War vor wenigen Jahrzehnten noch bas Wort Gigerl mir in bet zweitgrößten deutschsprachigen Stadt Wien und in ihrer Umgebung bekannt, so finden wir heute in verschiedenen Teilen unseres Sprachgebietes sogar schon Torsgigerl. Auch bas Niederlcuidsiche, eine deutsche Mundart, die durch ihre Entwicklung zur felbständigeu Schrisisprache leider den Alachtbereich der beutfdjcn Schriftsprache eingeengt hat, schenkte dieser die Ausdrücke Deut, flau, Kaper, Naseustüber, praffen, Watte, Schellack. Alan sieht es den heute im ganzen deutschen Sprachgebiet geltenden Wörtern entsprechen, geistvoll, kernhaft, staunen nicht an, daß sie früher nur auf dem engen Gebiete beS schweizerischen Deutsch Geltung hatten; bagegen den Wörtern Firn, Föhn, Gletscher, Lawine, die sich auch von der Schweiz aus über ganz Deutschland verbreitet haben, merkt man leicht „die Naturfarbe ihrer Heimat" an. Vergleicht man diese den deutschen Aluudarten entlehnten Wörter mit den uns aus fremden Sprachen zugeflosseuen Fremdwörtern, die sich der Eigenart unserer Sprache nicht angepaßt Haden, so wirb man bie ^Bereicherung unserer Schriftsprache durch deutsche mundartliche Ausdrücke zu schätzen iviffen und gern hoffen, daß der gewaltige Verkehr und der Einfluß nuferer Schriftsteller dem gemeindeutschen Wortschatz noch manchen brauchbare» mundartlichen Ausdruck einverleiben Helsen. * Aus der guten alten Zeit. Major: „Ja, was ist denn das? Ihr exerziert ja heute in Zivil?" Feldwebel: „Entschuldigen der Herr Major, die Uniformen hat die Frau Majorin heimlich zu einem Faschingskränzel holen lassen!" * Redeblüte. Verteidiger: „Der Kläger, meine Herren, klammert sich krampfhaft an den Floh, der ihm ins Ohr gesetzt wurde." * O Schreck! Junge Fran: „Meine innere Stimme sagt mir ..." — Gatte: „Um Gotteswillen, eine innere Stimme hast du auch noch?" _______ Kreujrätfel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben c e eeeeeeeeeehhii i i k k 1111 mramnnoo pprrrsssttttun derart einzutragen, daß di« ivagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgenbe» ergeben: 1. Geschenk bet Erbe. 2. Ein Längenmaß. 3. Deutsches Land. Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: SB a n b, Wind. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»