■ÄMi E® K W M lluüKl M „Du wirfst alles durcheinander," antwortete TiM. -,M« Azteken wohnten in Mexiko, weiter unten aber ivoynten andere Völker, die indessen auch schon ausgestorben srnd. Alles Lebende steht auf der Höhe der Kultur." „Das ist noch die Frage. Vergiß nicht die Dame «M rotem Haar Und grünen Augen, die von eurem eifersüchtigen Manne umgebracht worden ist, und den erschossenen Photographen. Die Zustände in Quetz sind mrr nicht geheuer ^^Eifersüchtige und Verrückte gibt es überall. Traute, dieser Brief des Senor John - denn wir müssen Senor sagen, nicht Mister; es ist richtiger— her gefallt mrr ausnehmend. Es liegt so viel Verstäudrges darrn. Erist nicht so korrekt ivie die Briefe des glücklich entlassenen Max und nicht so ein flatterhaftes Gedudel wre dre Everstedts. „Ich kenne keine Briefe des Herrn Everstedt. ^ch korrespondiere nicht mit ihm." _ . , , „ „Das möchte ich dir anch nicht wünschen, «chatzchen. Trante warf den Kopf herum. „Warum nicht?' fragte ^„Warum nicht? Ja — nun weil. . . weil man mN besten tut, mit Everstedt entiheder ernsthaft zu korrespon- dieren — oder gar nicht. Zum Ernsthaften liegt kern Grund für dich vor — und für seine Flattereien bist du mrr [ ^Hat er denu wirklich einen so miserablen Ruf, Dirn?" „In deiner Frage liegt ein falscher Ausdruck, Maus< Eine leichtsinnige Frau hat immer emen miserablen Ruf, ein leichtsinniger junger Mann höchstens den Ruf „itatwi < Dies „Nana" besagt alles, aber es schädigt sein gesellschaftliches Renomee keinen Augenblick. Was glaubst du wohl/ wie viele Mütter glücklich sein würden, wenn Everstedt ihr Schwiegersohn werden wollte!" „ . | „Du hast auch einmal gesagt, Everstedt wäre eine Parirs I Äiir dich! Aber natürlich. Ihr würdet glänzend zu« einander passen. Alle Engel im Hunmel konnten Tralal« I singen. Ich sehe euch schon als glückliches Ehepaar, ^hr I würdet eilch wahnsinnig lieben und gelegentlich Mit den I Köpfen zusammenfahren, daß es stur so kracht. Souuen- I schein und Sturmwind — nur persönlich wgeu derlei Ehen mehr zu als die sauft ausgeglichenen. Temperament ist I mir immer lieber als Kühlschnäuzigkeit. Aber, Manschen — I du und Everstedt! Der will oben hinaus. Gestern sah ich I ibn auf dem Tennisplatz mit der Komteß des preußischen gx iSSeraHtt »!" stört auch d>° Wfr. I 111 wir," sagte Traute. Sie stand auf "/Warum so plötzlich?" . „ „ ach muß .meine Nachmittagsmilch trinken. ",Trinke ich'mit, wenn ich geladen werde. --Vergiß deinm Bries nWv Willst du M deipenMexn * zeigen?."-. Das nette Mädel. Moman von Fedor von Zobeltitzj (Nachdruck verboten-) (Fortsetzung,) Mister Brigham ließ nunmehr eine ausführliche JSe- I schreibnng seiner Besitzungen, seines Stadthauses und seiner' I zÄeschäftslokals folgen iind hatte sogar seinem Briefe eine kleine Zeichnung bei gegeben, einen leicht hingestrichelten I Man, der die Lage besser veranschaulichen sollte. Aber das I schien ihm noch nicht zu genttgeu. Er entwarf auch eme I anmutige Schilderung von Quetzaltenango und semer Um- | qebunq, von dem Leben auf seiner Farm und fernem I eigenen Leben. Er habe zuerst die Ingenieurschule besucht, nach dem Tode seines Vaters aber die kaufmännische Karriere ergriffen, um das alte Geschäft nicht in fremde Hände übergehen zu lassen — und nun erzählte er von diesem Geschäft: I wie es sich unter seiner Leitung stetig entwickelt habe und er heute zu den ersten Industriellen von Quetzaltenango gehöre, und zu den am höchsten besteuerten Dreihundert. I Schließlich erwähnte er auch noch „als Kuriosum": er sei I Besitzer der preußischen Rettungsmedaille am Bande, da er I einmal das Söhnchen des deutschen Wizekonsuls vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt habe. Und endgültig schloß I er seine umfangreiche Epistel: „Ich schrieb bereits Ihrem Herrn Vater, daß ich demnächst selbst nach Europa komme. Mem Entschluß, um I Ihre Hand anzuhalten, stebt bereits fest. Sie müssen sich nicht darüber wundern und auch nicht glauben, daß die» etwas llngewöhnliches ist. Es kommt sehr oft vor, daß Wir uns unsere Frauen von drüben holen, und zwar haben wir unsere Wahl gewöhnlich schon vor unserer Abreise getroffen, wie in diesem Falle ich selbst. ^>ch kenne Sie nach Ihrem Bilde und als Tochter meines alten Geschaftsfreun- des Franz A. Köhler. Dies genügt mir vollkommen. Es bleibt also nur noch die Frage offen, ob auch ich Ihnen gefalle. Darüber eine Entscheidung zu erhalten, .erwarte ich mit Ungeduld. Daß ich mir sie persönlich hole, ist selbstverständlich. Ich möchte auch nicht verfehlen, Ihrer Freundin, Fräulein Tini Sandratt, an deren Adresse ich Ihrem Wunsche gemäß diesen Brief richte, meine besten Empfehlungen zu Übermitteln, und schließe in der Freude baldiger persönlicher Bekanntschaft und mit hoffnungsvollem Herzen als Ihr ergebenster Jonathan W Brigham." -Man sollte es nicht für möglich halten," sagte Traute Nach der anstrengender: Lektüre und faltete den Brief wieder Mammen, „daß sich ein Mensch eine so vergebliche Müh? gibt. Er wird doch nicht alle» ErnsteA glauben,, daß ich zu leinen AzteM ziehel" 618 ** 7,Nein. Ich möchte nicht gern. Ich glaube, Per Vater Macht sich sowieso schon Hoffnungen., . Uh, Tini, ich verkaufe mich nicht!" „Uijeh, wie fürchterlich! Verkaufen. .Sklavenmarkt. Mädchenhandel. Es ist gräßlich! Warte Pen Mann doch erst ab." „Ich warte auf keinen Wann!" Da schaute Tini sie von der Seite an und lächelte ein wenig boshaft. „Hast du nie auf einen gewartet?" fragte sie. Sie waren den Hang hinabgestiegen und durchquerten die Sohle der Schlucht. Traute blieb stehen und bückte sich. „Hilf mir ein paar Vergißmeinnicht pflücken," sagte sie. Tini kniete sofort nieder und griff mit voller Hand' in die blauen Blumen. Und wieder lächelte sie, während! sie die Freundin mit ihren lustigen Augen forschend an sch ante. „Es sieht gar zu hübsch aus. Traute, wenn sich deine Bäckchen plötzlich färben!" Traute warf ärgerlich ihren Sonnenschirm fort und ließ sich neben Tini in die Kniee. „Nein," rief sie, „es ist abscheulich! So wie ich mich Lücke, schießt mir das Blut in das Gesicht! — Natürlich — jetzt habe ich auch noch einen Flecken im Kleid! Wer ist daran schuld? An allem nur du!" Aber sie küßte dabei die Freundin. Und Tchi küßte sie wieder und flüsterte ihr dabei in das Ohr: „Traute, jetzt weiß ich es: du wartest. Sage mir nicht auf wen. Aber warte nur ruhig — er wird schon kommen. Und dann halte ihn fest." * Das Wetter schlug um. Es Eanteit Sturmtage. Der Himmel war ganz voller weißer Wolken, wie in Watte gepackt. Der Wind blies vom Meere herüber und schnellte die Wogen bis über die Strandpromenade. Auf dem fest- gestampften gelben Sande zerrannen unaufhörlich die Gischtsäume. Traute mußte im Hause bleiben. Sie schlief noch länger als sonst und frühstückte im Bette. Zuweilen stand sie erst am Nachmittag auf. Eine erschlaffende Trägheit hatte sich ihrer bemächtigt. Das Denken machte ihr Mühe. Wenn sie sich an das Fenster setzte, um in einem Roman zu schmökern, vergaß sie, was sie auf der Seite vorher gelesen hatte. Ost fiel ihr das Buch aus der Hand; sie ließ es dann müde liegen und starrte hinaus ins Freie: auf den im Winde wirbelnden Dünensand, auf die Wolkenpackung am Himmel, auf die sich überstürzenden glasigen Wogen. Die schläfrige Ruhe tat ihr wohl. Anfänglich hatte ihr das Herz geschmerzt,. wenn sie an Eberstedt dachte. Das war jetzt vorbei. Er stand immer noch vor ihr Und neben ihr: überall, wo sie auch! war, und selbst, wenn sie abends die Augen schloß, sah sie ihn nah. Aber nur schemenhaft, löte von lauer Dämmerung umweht. Er war ein verblassendes Bild geworden. Es war fast, als rege sich in der weichen Schlaffheit, der sie sich hingab, ihr Erinnerungsvermögen nicht wehr in alter Frische. In diesen Sturmtagen besuchte sie niemand. Abends saß sie öfters in der Küche Lei Frau Möchel und ließ sich von ihr Klatschgeschichten erzählen. Die Möchel wußte viel. Sie war während der Saison Wäscherin Uno lief in allen Logierhäusern herum und durchschnüffelte ihre Geheimnisse. Da wußte sie denn von einem Senator aus Hamburg, der sich in Sonderkvoog immer mit einer Tänzerin getroffen hatte, und von einem Pärchen, das sich als Mann und Frau ausgab, aber gar nicht verheiratet war, und von einer Gesellschaft junger Herren, die in der Villa Freiluft ganze Tage beim Spiel verbrachten. Von diesen Geschichten träumte Traute dann in der Nacht. Sie träumte jetzt viel wirres Zeug, und obwohl sie lange schlief, fühlte sie sich beim Aufstehen immer zerschlagen Und matt. Sie sehnte sich nach ihren langen Spaziergängen zurück Und war glückliA als sie eines Morgens erwachte Und ihr die helle Sonne in das Gesicht schien, Der Sturm war vorüber; Glanz und Gleiß lag wieder über der Welt. Nun kamen auch neue Besuche. Einmal der Vater; einmal die Mutter mit Helene; einmal Alfred und Rolf. Und an einem wunderschönen Tage flatterte ein Schwarm junger Mädchen in das Haus; Lili> Eva,- Henny, und Ellen. Efe kleidMn W letzt WMAWey glMMM- Gy MM eine neue Caprice gefunden. Sie trugen alle vier elfenbein-' sarvene Kostüme mit türkisblauem Saum am Rock unK türkisblauem Kragen an der Jacke; dazu weiße Stranö- mützen mit einer vergnügten Puschel und rote Stiefeichen und jede einen Spazierstock mit silberner Krücke. Natürlich hatten sie ungeheuer viel zu erzählen. Sie! schleppten Traute mit sich und legten sich in die Strand-, sonne und schjnabberten durcheinander. Wenn die eine berichten wollte, fiel sofort die andere ein,- und die dritte! und vierte ließ .auch! nicht aus sich warten. Mer Traut« kannte schon den Wirrwarr der Stimmen und hörte das! Wissenswerte heraus. Das wär freilich etwas Erstaunlich esb Dewa wär weg! Dewa war plötzlich nach Amerika gefahren. Dewa hätte! weder Abschiedsbesuche gemacht noch irgend einem Menschen Adieu gesagt. Sein Platz unter der großen Mittelsäulei der Börse war eines Tages leer geblieben, und da hatte; Mursinna den alten Dewa gefragt, wo denn der Fred sei.- Und der alte Dewa hatte ganz ruhig geantwortet: „Der ist heute früh nach Neuyork abgedampft; er soll mir drüben eine Filiale einrichten." Die vier jungen Mädchen witterten ein Geheimnis hinter dieser plötzlichen Wreise; die ganze Goldene Hord« witterte Aehnliches. Aber man sollte es nicht glauben; kein Mensch hatte herausgekriegt, was das für ein Geheimnis sei. Sicher eine Liebesgeschichte; man konnte nur ahnen.- Heuny glaubte an eine Liaison mit der Fritzi Strizzi, der Soubrette aus der Walhalla. Die Bändelei hätte dem alten Dewa nicht gepaßt, und da sei der Fred denn auch gleich zu Kreuze gekrochen. „Er war immer ein Waschlappen," sagte Lili. „Wesch wie Schlagsahne," fügte Eva hinzu, und Henny rief: „Für so einen Mann würde ich danken! Sein Vater hat; ihn am Gängelbande — der durfte nicht mucksen. Traute^ wie gefallen dir unsre Kostüme?" (Fortsetzung folgt.) Geschichte des Yostwesens im Grotzherzogtum Hessen. Von M. Koehler und R. Goldmann. Wie unzureichend die -durch den neuen Etat ausgestellten Gehaltssätze waren, zeigt am deutlichsten die Tatsache, daß der Fürst von Taxis bereits am 23. März 1847 in Anbetracht der anhaltenden Teuerung der notwendigsten Lebensbedürfnisse den Postbeamten und Postunterbediensteten bei dem Ober-Postamt in Darm- 8adt, den Postämtern in Mainz, Worms, Gießen, Bingen und ffenbach eine einmalige Teuerungszulage bewilligte. Es erhielten der Ober-Postmeister 100, die Vorsteher der! 5 Postämter je 70, 17 Postsekretäre.je 50, 8 Postassistentcu und Kanzlisten beim Ober-Postamt je 40, 49 Postunterbedienstete (Briefträger, Postschaffner und Wageumeister) je 20 bis 30 Äuldcm Die Ruhegehaltsansprüche der Beamten regelten sich nach deut „Edikt über die ösfentlichen Dienstverhältnisse der Hessischen Civil- Staatsbeamten" vom 12. April 1820. Jeder Beamte erhielt nach fünfzigjähriger Dienstzeit beim Ausscheiden den Titel und die volle Besoldung, nach vierzigjähriger Dienstzeit den Titel und 9/io der Besoldung. Bei Dienstunfähigkeit standen den Beamten in den ersten 10 Jahren seit dem Eintritt in den Staatsdienst 7/io>. in den zweiten 10 Jahren 8/i0 und bei späterem Austritt 9/ia ihrer Besoldung als Ruhegehalt zu, V, Die Post in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1867. Wie überall, so nahm auch in Hessen um die Mitte dep vierziger Jahre das gesamte Verkehrswesen einen gewaltigen Aufschwung. Was die Buchdrucker'kunst, die Entdeckungen der Seefahrer und die Reformation für die Verkehrsentwickeluug des 15. Jahrhunderts waren, in dem wir die ersten Anfänge einer wirklichen Post fanden, das waren für die Mitte des 19. Jahrhunderts die Ersiuduug der Dampfmaschine, ihrs Nutzbarmachung für Fabriken uni) Beförderungsmittel und die in allen Gesellschaftsklassen durch zahlreiche staatliche und soziale Verbesserungen geweckte und fortschreitende Allgemeinbildung. Der unter dem Einfluß dieser Fortschritte rasch sich steigernd« Verkehr erforderte vor allem schnellere Beförderungsmittel. Jm> Jahre 1846 wurde die Main-Neckarbahn zwischen Frankfurt und Heppenheim kurz nach ihrer Eröffnung den Postdienstzwecken nutzbar gemacht, indem ihr die Taxissche Verwaltung iste Beförderung der „Brief-Felleisen" (verschließbare Lederrauzen zur Verpackung der Briefposten) übertrug, Boni 5. Sepmuber desselben Jahres ab fand dann erstmals die Beförderung von Post- Mketm mit dieser Eisenbahn statt, nachdem die Verhandlungen zwischen Taxis und dm beteiligten Regierungen von Baden, Hessen und der freien Stadt Frankfurt zum vorläufigen Abschlusst SÄÄÜlW MUK ßa jMg Wichtung wurde häMch M ÄÄ ä 119 WS PostbeförderMä 8eMW WZ Bbü ÄEn VöMMlkteur b'e- MEet. Dieser hatte sich darauf Ku beschränken, die von Bert Postanstalten an den Mflt gefertigten Briefpakete W-Unehmm toü> abzuliesem. Einen weiteren Fortschritt in der Entwicklung des hessischen Rostwesens bedeutete die am L April 1850 im Taxisschen Post- vebtete (mit Ausnahme der Hohenzollernschen Fürstentümer) erfolgte Einführung von Zahlungsanweisungen. Die Postanstalten waren verpflichtet/ auf gewöhnliche Briefe und Briefadressen bare Einzahlungen bis zu 25 Taler oder 45 Gulden einschließlich zur Wiederauszahlung an den Empfänger beä: Briefes anzunehmen. Für solche Briefe war außer dem gewöhnlichen Briefporto eine Einzahlungsgebühr von Vs Sgr. für jeden Täler oder Teil eines Talers oder von 1 Kreuzer für jeden Gulden oder einen Teil eines Guldens zu entrichten. Demnach kostete ein Brief, auf den .45 Gulden eingezahlt worden waren, nach heutigem Gelde 1 Mk. 88 Pfg. Dem Empfänger wupde der Brief nebst dem eingezahlten Betrage gegen Vollziehung eines Auslieferungsscheins ausgehändigt. L- Anschluß KN den Deutsch-Oesterreichischen Poswerein. Ein- i. führung der Postfreimarken, Das Mächtig! aufblühende Wirtschaftsleben verlangte gebiete- Msch einfachere, billigere und allgemein geltende Tarife, Auf- hebung des Durchgangsportos und! einen engeren Zusammenschluß der verschißenen Postverwaltungen zu einem einheitlichen Post- gebiete mit übereinstimmenden Dienstvorschriften, Formularen usw. Ein Schritt zu diesem Ziele war schon der am 18. Oktober 1845 zwischen der Königlich Sächsischen Regierung und der Fürst- lich Thurn und Taxisschen Postverwaltung ^abgeschlossene und vom Großherzoge genehmigte Vertrag/ der Ur die Brieftzost zwischen den beiderseitigen Postbezirken voM 1. Juli 1846 ab Unheitliche Portosätze bestimmte. Für den einfachen Bries sollten 5 Sgr., und zwar zwei tion der sächsischen und drei von der Taxisschen Verwaltung ' erhoben werden. Eine Ausnahme von diesem zwischen allen hessischen Und sächsischen Orten geltenden! Portosatz, und zwar eine Ermäßigung auf .4 Sgr. Mit halb- scheidlicher Teilung, bestand nur für Alsfeld, Engclrvd, Hom- vurg «. d. O., Lauterbach, Romrod Und Schlitz. Zur weiteren Erleichterung des Verkehrs Waren in Hessen sm Jahre 1850 durch die Bekanntmachungen vom 14. und 27. Mai allgemein ermäßigte Gebühren für Brief- und Fahrtzostsendungen xiNgeUhrt worden, , c. Diese damals in fast allen Staaten Nach deM Bersprele der englischen PostresorM (1840) vorgenommene Herabsetzung der Gebührensätze drängte die einzelnen Postperwaltungen zur Verbilligung und Vereinfachung des Betriebs. Dieses Ziel konnte aber nur erreicht werden durch den Zusammenschluß der einzelnen Postverwaltungen zu einem einheitlichen Postgebiete, Preußen und Oesterreich schlossen am 6, April 1850 in Berlin einen Vertrag über die Errichtung eines deutsch-österreichischen Postvereins, dem sich nach und nach 16 Staaten anschlossen. Auch das Großherzogtum Hessen trat am 1. Oktober 1851 nach Abschluß einer Uebereinkunft mit dem, Fürsten Max Karl von Thurn und Taxis dem Postvereine bei. Durch Bekanntmachung vom 3. September 1851 wurden W im Vereinsgebiete geltenden Bestimmungen eingesührt. Damit War auch Ur Hessen die Einführung der Postfreimarken vorgesehen. Der Gedanke, das Porto durch Freimarken auf den Sendungen zu verrechnen, stammt bekanntlich von Velayer (1659), Mulrady und Chalmers. Die erste praktische Verwendung fanden die Freimarken in Sardinien int Jahre 1818. Allgemeiner bekannt wurden sie jedoch erst durch den Engländer Rowland Hrll, der M. a. ihre Einführung in seiner berühmten Schrift „Postvffice reform" forderte Md diese 1840 auch bei der englischen Regierung KurcUetzta^sse^ er^en Freimarken jtört 29. Dezember 1851 ausgegeben, uachdenr in Ausführung der oben bezeichneten Veröffentlichung vom 3. Septeinber 1851 am 22. Dezember 1851 durch eine weiters Bekanntmachung das Nähere über die Beschaffenheit und Verwendung der Postwertzeichen bestimmt worden war. Mit diesen durften vom 1. Januar 1852 ab bei den hessischen Poststellen alle nach den Staaten Les DeutschfOesterreUnschen Postvereins gerichteten Briefpostsendungen — Briefe, Muster und Kreuzbandsendungen —> frankiert werden. Es wurden folgende vier Sorten Marken ausgegeben: zu 1 Kreuzer auf blaßgrunem Papier; zu 3 Kreuzer auf blauem Papier; zu 6 Kreuzer auf rosenrotem Papier Und zN 9 Kreuzer auf gelbem' Papier,, Die Marken trugen die Ueberschrift „Freimarke, in den Seilenrahmen die Inschriften „Deutsch-Ocsterreichischer Postverem" Und „Thurn Und Taxis" und im Mittelschilde, im unteren Rahmen sowie in den Medaillons die Wertbezeichnung. Hinsichtlich der Anwendung der Freimarken war folgendes ßeffi'ntntt t 1. Die mit Marken frankierten Sendungen bedurften der Bezeichnung „Frei", „Franko" nicht und konnten gleich den Un- frankiert'en Briefen in diü Briefkasten gelegt Werden, 2, Zur Erleichterung der richtigen Frankierung waren bei allen bedeutenden Postämtern gedruckte Briefporto-Taxen gegen Entnch- Lung der Druckkosten zu halben. Bef den kleineren Poststellen wurden Mche MM Mchriftlich gegen die SchreMMHr vergh- Ulgk. Außerdem Waren Mch dke Porko-Tarife bei jevtr Poststelle Mr Einsicht Ur das Publikum öffentlich ausgehängt, 8. Der Verkauf der Freimarken hatte Mr durch Me Poststellen zu er- "olgen/ und es war niemandem gestattet, sich mit dem Bertrich öper_Wiederverkauf derselben gewerbsmäßig zu befassen. 4. Den Poststellen war streng untersagt, die Marken zu einem höheren oder geringeren Wärt zu verkaufen, als der auf den Märken an- gegebene Wert betrug. 1859 wurden noch Freimarken zu 15 und 30 Kreuzer eingeführt, ebenso 1862 „Frauko-Couverts" zu 2, 3, 6 und 9. Kreuzer« 2. Landbestellung und Postablagen. Die durch Einführung der Postfreimarken geschaffene Ver'- Nrserleichterung, hauptsächlich Mer der weitere Ausbau des Eisenbahnnetzes — 1852 wurden die Main-Weserbahn, 1853,- 1854 und 1859 Strecken der Hessischen LudwigsbahN Und 1858 die Rhein-Mainbahn eröffnet und zur Beförderung der Post benutzt — steigerte in den fünfziger Jahren den Postverkehh auch Kus dem platten Lande immer mehr, so daß Las im Jahre 1823 zur Verrichtung des Laudbcstelldienstes gegründete „staatliche Bezirksbotemnstitut" nicht mehr genügte. Die Großh. Regierung trat daher 1860 mit der Taxisschen Postverwaltung wegen Ueberuahme des Landbestelldienstes in Unterhandlung und übertrug ihr durch Vertrag vom 19. Januar 1861 die Leitung und Unterhaltung des Botenwesens für eigene Rechnung. Für die Handhabung der Postpolizei Und Wahrung landesherrlicher Rechte waren die Bestimmungen des Postlohnsvertrags Maßgebend. Als Regel Ur eine tägliche Landbestelleistung von 8V2 Stunden (Sy» Wegstunden und 3 Stunden zuM' Aufenthalt unterwegs) wurde eine Bezahlung von 1 Gulden (1 Mk. 71 Pf.) festgesetzt; für Botengänge, die einen größeren Zeitaufwand erforderten'/ wurde jedoch auch eine höhere, und für solche von geringerer Ausdehnung eine niedrigere Vergütung bewilligt. Außerdem wurde -noch auf die örtlichen Verhältnisse Rücksicht genommen Und denjenigen Landpostboten, die an größeren oder teueren Landortest wohnten/ oder denen besonders schwierige Rundgänge oblagen/ ein höherer als der gewöhnliche Lohn gezahlt. Die Großh. Regierung veranlaßte, daß in jedem Orte, und zwar auf Kosten der Gemeinde, Briefkasten nebst Zubehör angeschafft, an geeigneten Stellen angebracht und unterhalten wurden, Die Boten hatten in den einzelnen Orten die Postsendungen zu bestimmten Zeiten abzutragen und in Empfang zu nehmen; sie wurden von den Großh. Bürgermeistereien in bezug :gland roegei: ihrer Stattlichkeit Aussehen. Die Persoi:, die mir über sie berichtet hat, sagt allerdings, m:t ihrer großen Nase ähnele sie zu sehr einem Vogel, als daß sie schön sein tonnte; ich füge hinzu, daß sie ziemlich häßlich sein tnutz, roent: sie in Bezug auf die Nase ihrem Oheim Ferdinand, dem König vot: Portugal gleicht. 2. Margarethe von Orlecms-Nemours, anmutig, reich, gut und fromm ... 3. Marie von Hohenzollern, entmutig, reich. Ich habe wenig über ihrei: Charakter erfahren können, die Urteile scheinet: über sie auseinander zu gehen, .obre Schwester Stephanie, die Königin von Portugal, war anscheinend ausgezeichtiet. 4. Marie An:elie von Orleans, die jüngere Tochter des Herzogs von Montpensier. Ihre ältere Schwester hat den Grafen von Paris geheiratet. Sie ist sehr schön, aber weiter weiß ich von ihr nichts. 5. Die Infantin Isabella von Spanien. Ich habe keine Einzelheit über sie und man weiß auch nicht, ob die Königin einwilligen würde . . . Dann wäre da noch die _ jüngfte bayerische Prinzessin, aber sie ist die Schwester der österreichischen Kapern:, der Königin von Neapel, der Gräfin von Trani. Tas sind, glaube ich, unmögliche Verwandte." Weiter unten enthält der Bries dann noch die vorahnende Bemerkung: „Könnte man vielleicht für Humbert an Margherita, Misere Kusine, detcken? Ihr mangelt nichts, aber sie ist noch so jung!" viichertisch. — Hochzeitskleider für Bräute, Brautmütter, Braute führerinneu, sowie Festkleider für Knaben und Mädchen enthält das zweite August-Heft: „Hochzeit" der „Deutschen Modena Zeitung" in einer so staunenswerten Reichhaltigkeit, daß ketnH Hausfrau und keine Schneiderin wegen der Wahl eines geschmack-> vollen Kleides in Verlegenheit kommen wird: Der reichhaltig^ Unterhaltungsteil bringt ferner eine große Anzahl von Artikeln.- Gedichten und Vorschlägen, welche es gestatten, das schöne Fest einer Hochzeit würdig vorzubereiteÄ Silbenrätsel. be, ei, fl, he, ie, ki, ge, lais, le, ma, mer, ne, oh, ra, ren. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen fünf Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, einen Gruß ergeben, welchen wir unseren Lesern bei bevorstehenden Sommer-Ausflügen zurufen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter Folgendes: 1. Lästiges Insekt. 2. Französischen Satiriker. 3. Tier aus der Drbnung der Vierhänder. 4. Weiblichen Vornamen. 6. Ein Wirtschastsgerät. Auslösung in nächster Nummer, Auflösung der Skai-Ausgabe in voriger Nummer; Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c — Coeur, car — Garreau trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame u. s. j. Vorhand hatte: aD, bD, cA, cZ, cD, c8, LA, LZ, dK, L8, Im Skat lag aA und bA; Rest für Hinterhand. Gang des SpieleSt 1. V. aD M. aK H. a9 2. M. bK H. b9 V. bD 3. M. aZ H. a8 B. LA 4. M. L7 H. L9 V. L8. Hinterhand bekommt nun bei: ganzen Rest und hat somtt vkv- loren, während Vorhand keinen Stich erhalten hat. Redaktion: K. Neurath. — Nstationsdruck Md Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gteßrtt.