s ■. ■ w. W WKW BP !D MW E l?!!!>L r'i Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Ein prächtiges Kerlchen!" sagte er zu Frau von Hil- bach, „so ein 'Kind muß doch Freude machen; das ist mir auch versagt geblieben." Die Kosy wischte wieder Tränen aus ihren Augen. Dieser Herr Schmitz hatte so viel Gefühl. Es konnte einem wirklich! das Herz bewegen, wenn er so was sagte. Frau von Hilbach sagte nichts, aber um ihren Mund zuckte es. Sie sah wieder die Zahl dreitausend vor sich und las der Kosh Gedanken; zürn ersten Mal im Leben empfand sie einen wirklichen Groll gegen das derbe, gutmütige Weib. „Mas war denn der Herr Gemahl?" fragte jetzt Herr Schmitz, und die Kosh antwortete: „Offizier, Herr Schmitz, Offizier! Aber leider zu flott, und die Frau muß nun sehen, Ivie sie durchkommt." Frau von Hilbach war aufgestanden und nahm Erwin bei der .Hand. „Ich muß nun gehen!" Sie verneigte sich leicht vor dem Herrn und sah die Kosh nicht an. Herr Schmitz war im ersten Augenblick ganz erschrocken und wollte auch gehen, aber die Kosy hielt ihn zurück. „Schüchternheit, nichts als Schüchternheit!" sagte sie zu Herrn Schmitz, als Frau von Hilbach außer Sehweite war. Als sie ihn so weit beruhigt hatte, daß er wieder neben ihr saß, erzählte sie ihm das Schicksal ihrer jungen Frair, daß man sie bei der Baupolizei verklagt habe und daß sie bis zum ersten Juli dreitausend Mark schaffen müsse, sonst nähme man ihr das Haus. „Und wenn man ihr das Haus ninnnt, will sie in die Saale gehen!" schloß sie. Bei diesen letzten Worten lag in ihrem Ton etwas, als spielte sie einen Trumpf aus. Herr Schmitz sah gedankenvoll vor sich hin. „Das ist viel für eine Frau!" meinte er, „besonders, wo sie noch so jung ist. Manch eine hätte da schon den, Kopf verloren!" „Hätt sie auch längst, ivemt ich nicht wär!" prahlte die Kosy und erzählte weiter, aber Herr Schmitz schwieg. „Im Offizierstand haben sie so ihre Vorurteile!" meinte er endlich, aber die Kosy fiel ein: „Meine Frau nicht, Herr Schmitz, von Hochmut weiß die nichts; die ist demütig geworden durch all ihr Unglück, die ist so eine von denen, wissen Sie, wie Sie heute morgen so sagten: Einer Frau muß es einmal schlecht gegangen sein, damit sie das Gute schätzt I" Herr Schmitz sah noch immer vor sich. hin. „Und jetzt vermietet sie an Shirfrenibe?" fragte er kann. „Es bleibt ihr ja nichts anderes übrig!" entgegnete die Kosy. „Geschaffen ist sie ja für so was nicht. Drei fremde Sprachen spricht sie und weiß auch sonst viel, aber das nutzt ihr nichts; davon wird sie nicht satt!" „Man sollte doch meinen, eine Frau in dem Alter^ — ganz ansehnlich ist sie doch auch, besonders wenn sie in bessere Verhältnisse kommt und bunte Kleider trägt--"■ „Ja, ja!" antwortete die Kosy, die seine Gedanken erriet, „wo sie aber doch hier so einsam ist! Sie sehen ja, Herr Schmitz, wie schüchtern sie geworden ist: sieht sie einen Mann, dann läuft sie davon." Herr Schmitz lächelte gedankenvoll. „Bis, jetzt hab ich noch von keiner gedacht: die könnte dir deine Emma ersetzen! Das Haus hab ich mir heut morgen schon angesehen, das ward ich abreißen lassen und eine Villa hinbauen, zum Verkauf oder auch zum eigenen Bedarf für den Sommer, so allein hat man ja aber keine Courage^ Frau — wie ist doch Ihr Name?" „Frau von Kosczyskvwsky!" sagte die Kosy stolz, und Herr Schmitz sah sie ganz verständnislos an; sie mußt« es noch einmal wiederholen. „Das „von" hat nichts auf sich !" erklärte sie, „mein dritter Mann war Pole, und da heißen sie leichter „von^ wie bei uns!" Herr Schmitz begriff: „Ach so! Ja, was ich sagen! wollte. Wenn einem die Frau fehlt, fehlt einem alles. Man hat keine Courage!" „Aber, Herr Schnntz, es ist doch noch nicht aller Tage Abend! Wir sprechen uns noch wieder!" sagte die Kosy, dankte für das Nickelstück, das Herr Schmitz ihr zum ?lb- schied gab, und sah ihm nach. „Den 'Lasker, der zwar ein Fatzke, aber doch auch was Reelles war, hat sie nicht gewollt, trotzdem ihr das Messer an der Kehle saß, wenn sie nu den Schmitz des Doktors wegen laufen läßt, dann kümmere ich mich um nichts mehr, dann zieh ich meine Hand von ihr ab, dann geh ich meiner Wege!" entschloß sie sich. „Der nimmt sie, der zahlt alles bar und trägt sie dazu noch auf Händen, lieber heut als morgen! Der hat ein Gemüt wie Butter, der zerläuft einem unter den Fingern. Wenn sie den nicht nimmt, dann mag sie allein zusehen, Ivie sie zu was kommt!" Als sie nach Hause kam, fand sie eine große Aufregung vor. Der Herr Bauunternehmer hatte einen Anfall gehabt, während Frau von Hilbach am Brunnen weilte, und da niemand zum Schicken im Haus gewesen, hatte die Frau Bauunternehmer selbst ins Nachbarhaus laufen; müssen, um jemand zu bitten, zum Arzt zu laufen. Nun lag der Herr still und bleich in seinem Bett, unÄ Frau von Hilbach saß bei der Frau Bauunternehmer, dis heftig weinte. „Was ist denn nur?" fragte die Kosy, in der bango Ahnungen aufstiegen. „Atembeschwerden!" erklärte die Frau Bauunternehmer, „weiter nichts!" und die Kosy ging ins Schlafzimmer und sah sich den kranken Mann an. — 178 — „Wenn er's nur nicht gerade in der Hochsaison alle macht!" dachte sie besorgt, „einen Sarg die Treppe hinunter, das genügt, um das ganze Haus leer zu machen!" „Bleiben Sie bei mir, nur noch eine Stunde, liebe Frau von Hilbach!" bat die Frau Bauunternehmer, und Frau von Hilbach blieb und ließ sich erzählen, und wieder I htt sie mit einer Fremden unter deren Schicksal, das nicht halb so hart war, wie ihr eigenes. Als die Kosy endlich am späten Abend zu Frau von Hilbach kam, fand sie sie schon im Bett liegen. Sie hatte eine Lampe neben ihrem Bett stehen und las. Als sie der Kosy Schritte hörte, hatte sie ein Gefühl von Unbehagen; sie sah nicht von ihrem Buch auf. Die Kosy setzte 3 sich ans Fußende des Bettes, sprach erst von der Küsterin, | dann vom Wetter, dann fiel ihr Blick auf den Bogen mit Zahlen, der über Frau von Hilbachs Bett hing. Sie sah genauer hin; bis zum heutigen Tage waren die Zahlen ausgestrichen, es fehlten noch zweihundertfünfundzwanzig^ Tage. „Sie erlauben doch, Frau von Hilbach," sagte sie ziemlich bestimmt, „ich hab mich schon ein paar Mal geärgert, daß ich Ihnen das geschenkt habe!" Dabei wollte sie den Bogen von der Wand lösen, aber Frau von Hilbach hielt ihn fest. „Der bleibt, Kosy!" Die Kosy setzte sich wieder und begann von den drei- tanfeud Mark zu reden, von oen dreitausend Mark kam 6 sie auf Herrn Schmitz, sah nicht die starren Augen ihrer Herrin und wurde deutlicher, immer deutlicher. Wie eine Prophetin stand sie schließlich am Bett Frau / von Hilbachs, die reglos vor ihr lag. „Wenn Sie allein in der Welt ständen," sagte sie j jetzt, „dann könnten Sie ja tun und lassen, lvas Sie g wollten; aber da sehen Sie hin, da schläft das unschuldige Kind, für das Sie die Verantwortung haben. Aber Sie achten nicht auf einen Wink der Vorsehung, einem braven Mann, der es treu und ehrlich mit Ihnen meint, der Ihrem Kind ein Vater sein würde, wie es sich reinen besseren wünsche.^ Wnnte, dem wollen Sie die Tür weisen _^unj)->rtm'LTen auf einen, der leere Versprechungen gemacht ""hat, auf einen, der immer in höheren Regionen schwebt, der nicht einmal einen Brief für Sie übrig hat, einen Hungerleider — ---" „Kosy!" rief Frau von Hilbach entsetzt, „Kosy, fein ■ Wort mehr, ich verbiete es Ihnen! Jetzt gehen Sie, bitte, gehen Sie, ich kann Sie nicht mehr sehen!" „So!" die Kosy wurde kreidebleich. „Gut, Frau von Hilbach! Zur Last bin ich noch keinem Menschen gefallen, noch keinem," und ihre Stimme wurde leis, weil sie heftig schluchzen mußte. „Am ersten Juli ziehe ich, und damit Sie nicht denken, ich wäre unreell, zahle ich die Miete bis ersten Oktober, aber am ersten Juli ziehe ich! Gute Nacht!" Sechses Kapitel. Das hatte die Kosy selbst nicht geglaubt, daß sie es fertig brächte, mehr als eine Woche lang ihre Frau lvie Luft zu behandeln, einfach §n tun, als ob sie nicht existierte. Das Mittagessen besorgte sie zwar noch, stellte es fix und fertig auf den Küchentisch und rief Erwin zu, er solle seiner Mutter sagen, in der Küche stehe alles bereit. Sie kümmerte sich um gar nichts mehr. Ein paar Tage nach jenem Abend der Aussprache hatte Frau von Hilbach einen Bries aus Leipzig im Geschäftskuvert er- ?ulten. Langmann hatte ihn ihr gezeigt, sie hatte ihn ogar in der Hand gehalten, aber gefragt hatte sie nicht. Nachmittags am Brunnen, als der kleine Erwin bei ihr spielte, hatte sie den so ganz obenhin ausgeforscht, was seine Mutter für ein Gesicht gemacht habe, als sie den Brief gelesen, aber Erwin sagte: „Gar keins!" Durch Erwin hatte sie auch erfahren, wie die zwe: jungen Damen aus Berlin hießen, die für vierzehn Tage die große Stube der Natusius gemietet hatten, und Erwin hatte von selbst hinzugefügt, daß seine Mutter viel weine. „Wird wohl Ursache haben!" meinte sie halblaut, weinte auch und dachte über die dreitausend Mark nach. Herr Schmitz war enttäuscht, daß die junge Frau sich nicht mehr blicken ließ. Was nutzte es ihm, daß die alte Bxunnenfrau ihm täglich von neuem versicherte, das sei nur Schüchternheit bei ihrer Frau. — Er war doch nicht der Mann, vor dem eine Frau wegläuft. Er hatte doch Herz und Gemüt, und ob sie was hatte oder nicht, danach fragte er nicht. — Sie gefiel ihm, er hätte die Sache gern perfekt gemacht. Wenn er sich jetzt ver- lobte, konnte er im Spätherbst heiraten, und es hätte ihm Spaß gemacht, sie herauszufüttern und sie hübsch zu putzen. „Eine, der es so miserabel gegangen ist, die 'schätzt nachher ein gutes Leben, genau wie meine Emma!" sagte er oft und sah sich das Harrs an und berechnete im geheimen, wie viel Quadratmeter Flächeninhalt es hätte. Die Kosy ging vorsichtig mit ihrn zu Werke. Wenn sie sich nachts das gutmütige, behäbige Gesicht ihres Brunuenfreundes vorstellte und ihn in seiner breiten Sprache reden hörte, dann war es ihr, , als könnte erl nicht „nein" sagen, wenn sie ihn so recht eindringlich bat, ihrer Frau dock) die dritte Hypothek auf ihr Grundstück zu geben, auch wenn er ihr nicht näher treten durfte. Am Morgen, wenn er neben ihr auf der grünen saß und so betrübt aussah, weil sie sich svieder nicht sehen! ließ, fand sie nicht den Mut, mit ihrer Bitte herauszurücken. Und doch mußte etwas geschehen In drei Tagen reiste Schmitz ab; wenn man ihn so einfach ziehen ließ, bann war alles verloren, denn die Kosy sah alles richtig voraus, und irgend eine Stimme sagte ihr, daß ihre Frau schlechte Nachrichten aus Leipzig und Berlin erhalten-Chatte — warum sollte sie sonst meinen, da sie doch schon vermietet hatte und um ihre Kursremden beneidet wurde. Endlich, an einem Maimorgen, der so wunderschön war, daß er sich förmlich auf Herrn Schmitz' breitem, guten Gesicht widerspiegelte, nahm sie sich ein Herz: „Herr Schmitz, ich weiß, daß meine Frau nicht gut an Ihnen gehandelt hat--—" Herr Schmitz sah sie groß an. „Leugnen Sie es nicht, Herr Schmitz, Sie haben was übrig für meine Frau, ich hab einen guten Blick für so was, und ich hätt Ihnen gewünscht, daß Sie mehr Glück gehabt hätten. Aber sehen Sie mal, Herr Schmitz, wenn einer wirklich edel ist, der gibt auch, wenn er nichts dafür empfängt, und diesen Edelmut trau ich gerade Ihnen zu." Herr Schmitz räusperte sich und errötete unter der Kosy forschendem Blick. „Hm," sagte er, „woranf lvolleir Sie denn heraus?" „Nu, Herr Schmitz, ich will ganz offen sprechen. So weit ich Ihre Verhältnisse übersehe, können dreitausend Mark Sie nicht ruinieren, und wenn Sie nu wissen, daß für einen anderen Menschen alles davon abhängt, für eine unselbständige, alleinstehende Frau, Herr Schmitz, auch wenn sie nicht Ihre Gattin wird und wo sie es Ihnen öoch mit fünf Prozent verzinst, und daß alles pünktlich gezahlt wird, dafür sorg ich, und wo doch unser Haus dis fchöue Lage hat-----" Sie verwirrre sich immer mehr, und Herr Schmitz -ausperte sich stärker — „Nu, Herr Schmitz?" „Einstweilen versteh ich noch gar nichts!" meinte der .,-nb seine Aeuglein bekamen einen schlauen, überlegenden .Ausdruck. „Nu, die Dreitausend sollen Sie ihr an die dritte Srclle geben, Herr Schmitz, nur daß sie zur Ruhe kommt, ■ schläft ja nicht mehr, sie •— --" Die Kosy mußte weinen. „Hm, hat die junge Frau Sie beauftragt? — —" „I bewahre, bewahre! Kein Sterbenswort weiß sie und darf auch keins wissen. Die verhungert lieber, als daß sie einen um Geld bäte, lieber, guter Herr Schmitz!" Sie legte ihre breite, verarbeitete Hand auf sein« roten Finger. .„Wo Sie doch ein so gutes Herz haben, denn ein Mann, der seiner Frau so nachtrauert wie Sie der Ihren, der hat ein gutes Herz. Das findet man heutzutage selten^ und wo es doch für Sie nicht einmal verloren ist!" Schmitz sah vor sich hin. „Ich hab nie voreilig gehandelt in meinem Leben! Dadurch bin ich zu was .gekommen. Ich muh erst eine Nacht darüber schlafen!" Die Kosy sah ihn flehend an. „Ueber dreitausend Mark eine Nacht schlafen, Herr Schmitz, ein Mann, der vierhundert Arbeiter beschäftigt und Wei eigene Häuser hat.. — 179 Gott im Himmek, Sperr Schmitz, mein Lebtag hab ich noch keinen Menschen um Gelb gebeten, und für mich tat ich's ja auch nicht, und wenn ich bei lebentwigiem Leib verhungern müßte — aber die Frau---" Herr Schmitz war aufgestanden. „Man hat so seine Prinzipien! Morgen früh sag ich Ihnen Bescheid, adieu!"- (Fortsetzung folgt.) Der Herzog von Reichstädt. Zum 100. Gebnrtjstag, 20. März 1911» Von Georg Buß. In der Fürstengruft des Kapuzinerklosters zu Wien ragt lnmitten eines 1826 angegliederten Gewölbes ein hochgesockelter, erzgegossener, von den Insignien der Kaiserwürde gekrönter Sarkophag, mit der Inschrift: „Franciscus I. Justitia regnorum fundameutum." Zu Füßen des Sarkophags ruhen in schlichten Särgen die Gemahlinnen des dreimal vermählt gewesenen Kaisers Franz, und unweit davon, rechts am Eingänge, schläft in langem, schmächtigem Sarge des Kaisers Enkel, der Herzog von Reichstädt, Sohn Napoleons I. und der Maria Louise, geborenen Erzherzogin von Oesterreich. Zwischen den irdischen Resten von Großvater und Enkel stehend, steigen in unserer Seele alte Bilder auf, geeint zu einem ergreifenden Drama, das für des Theognis pessimistisch-elegische Weisheit redet: • „Gar nicht sein, das wäre dem Erdgeborenen das Beste, Und niemals zu erschau'» Helios' sengenden Strahl." Der Hauch erhabener Schwermut ist über die Hauptgestalten des Dramas, den jugendlichen Herzog von Reichstadt und den entthronten Kaiser der Franzosen hingebreitet: der Sohn verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Vater, uitd dieser, aus dem einsamen Felsen von St. Helena trauernd, sehnt sich nach dem Sohne, den ihm die allmächtige Hand Metternichs für immer entrissen hat. Der Sohn war drei Jahre alt, ein zartes, bildschönes Knäbchen, als der Vater ihn zum letzten Male sah: es war kurz vor jenem 20. April 1814, an dem der zur bedingungslosen Abdankung gezwungene Kaiser nach erschütterndem Abschied von der Garde Schloß Fontainebleau verließ, um sich nach Elba einzuschissen. Den Knaben hatte man nach Schönbrunn $uin Großvater, dein guten Kaiser Franzel gebracht, und dort ift er auch Zeit seines Lebens geblieben. Napoleon mag während des kurzen Siegesrausches, den er nach der Rückkehr von Elba genoß, gewähnt haben, den Sohn in seine Arme schließen zu können, aber das unerbittliche Schicksal zwang den Schlachtengewaltigen nieder: das englische Linienschiff „Bellerophvn" nahm den „General Bonaparte" an Bord, Segel wurden gesetzt, der Anker gelichtet, der Kiel durchfurchte den Atlantischen Ozean, und für immer versanken hinter dem Gefangenen Frankreichs Küste — er hat den Sohn nie wiedergesehen. Als der Knabe am 20. März 1811 geboren wurde, hob sich ein Alp von Napoleons Brust, denn der heißersehnte Leibeserbe war da! Die Scheidung von der liebenswürdigen Josephine, die, trotz ihrer zahlreichen Schwächen und Kapricen, trotz ihres Leichtsinns, ihrer Freundschaft mit leichtlebigen Damen und ihrer Neigung zu kleinen Jntriguen, eine sympathische Erscheinung ist, und die Vermählung mit der Erzherzogin Maria Louise war ja nicht nur aus Gründen der Politik und in der Absicht geschehen, mit einem der ältesten und vornehmsten Herrscherhäuser Europas verwandtschaftlich verbunden zu sein, sondern auch in der Hoffnung, daß durch einen Sohn dre Thronfolge in direkter Linie gesichert werde. Mit dem stolzen Titel „König von Rom" kam das Knäblein zur Welt. Es lag in goldener Wiege, es war gebettet in Spitzen, es wurde ebenso wie die Mutter besungen in hochtönenden Versen, die alle auf den Refrain hinausliefen, daß nun erst das Glück der Franzosen vollkommen sei. Vor allen aber strahlte in Freude der Kaiser, und allüberall, wo die Macht des Korsen gebot, Mußten Freudenfeste gefeiert werden — auch auf deutscher Erde. Wie ein Hohn auf den deutschen Stolz klingt es, was Ernst Wehden als Selbsterlebtes über die Feier zu berichten weiß, die am 9. Juni 1811 in Köln a. Rh. begangen wurde. Am Vorabend Glockengeläute, Salut der in der Nähe des Domes aufgestellten Kanonen und Stadtböller, und am Festtage ein prächtiger Zug, der sich aus dem Dome entwickelte und die Stadt durchzog. Die tanzenden Heiligen-Knechte und Heiligen-Mägbe mit ihrem lustig springenden, fahnenschwenkenden Fähnrich und Führer nach mittelalterlicher Weise an der Spitze, dann die altköluischm Trommler und Pfeifer, die Vorsteher der Bauerbänke, die Bauer- Meister in ihren uralten Kostümen, die Schüler der Sekundär- Schule, die Steinmetzen und Zimmerleute mit geschmückten Werk- insignien, hoch zu Roh ein Ritter in voller Rüstung mit wallendem Helmbusche, das alte, mächtige Stadtbanner tragend, das zwei Lanzenträger unterstützen mußten, weiter die Zünfte mit ihren Fahnen und Insignien, und nun der Triumphwagen Napoleons mit seiner Büste, umgeben von Göttergestalten, Allegorien oller Tugenden und den zehn sogenannten Rosenbräulen, die am weißen Sonntag des Jahres 1810 zur Erinnerung an die Ver- mählungsfeier des Kaisers mit Invaliden getraut worden waren — so ging es vorwärts unter schallender Musik, Paukenwirbel, Trompetengefchmetter und dem Klange der Glocken, Gastereien^ Volksfpiele, Mastklettern, Feuerwerke und Tanzvergnügungen bildeten den Schluß des Festes. Und wenige Jahre später? Der Schrecken Europas war entthront, die Franzosen waren von deutschem Boden abgezogen, was an die Fremdherrschaft erinnerte, wurde niedergerissen, das französische Volk aber jubelte in Massen^ aufläufen und in schwungvollen Dithyramben Ludwig XVIII. zu — an den kleinen König von Rom dachten nur noch wenig« Menschen. Man ist versucht, mit Horaz zu rufen: „Odi profanunt vulgus!" , J Der stolze Titel „König von Rom" wandelte sich alsbald für das Kind, das nach dem Willen des Vaters der Beherrscher der Welt werden sollte, erneuernd das alte Imperium, in den! schlichten Titel „Herzog von Reichstadt". Anfangs gedachte man, ihm eine kleine Krone in Aussicht zu stellen: seiner Mutte« Maria Louise war durch den Vertrag von Fontainebleau 1814 das Herzogtum Parma mit dem Rechte zugesprochen worden, diesen Besitz auf ihren Sohn zu vererben., Aber auch aus dem Krönchen wurde nichts, denn auf Grund eines zu Paris am 10. Juni 1817 geschloffenen Vertrages der verbündeten Mächte wurde dem Knaben sein Erbrecht auf Parma zugunsten des Sohnes der Königin von Etrurien entzogen. Das gab den Anlaß, daß ihm fein Großvater Kaiser Franz für den Todesfall des Großherzogs! . Ferdinand III. von Toskana, eines österreichischen Erzherzogs, die Herrschaft Reichstadt und die dazu gehörigen, ehemals pfalz- bayerischen Domänen in Böhmen zusicherte und ihm 1819 den Titel eines Herzogs von Reichstadt verlieh. So war die Herkunft des Knaben unter dem neuen Titel halb und halb verhüllt.. Als Maria Louise im Frühjahr 1816 nach Parma zog, hielt man vorsichtigerweise den Sohn in Schönbrunn zurück. Vim Herz und Gemüt hat diese Frau nicht besessen. Ihre jüngst veröffentlichten Briefe zeigen zur Genüge, daß ihr das tragisch Schicksal ihres Gatten keinen großen Kummer bereitet hat. Nach Napoleons Tode hatte sie nichts Eiligeres zu tun, als sich mit ihrem Oberhofmeister, dem Feldmarschalleutnant Grasen von Nei- perg, morganatisch zu vermählen — eine Ehe, aus der ein Sohn, der Graf, spätere Fürst Montenuovv hervorgegangen ist. Allzu tief ist ihre Zuneigung zu dem Sohne aus erster Ehe nicht gewesen, wenn auch anzuerkennen ist, daß andere harte Vor- kommnisse auf Rechnung der Metternichschen Politik zu setzen sind. Einigermaßen versöhnend, weil mütterlicher und zärtlicher ist ihr Verhalten später, besonders in den Leidenstagen des Sohnes, gewesen. Ein Lichtblick in dieses Drama gewährt das Verhalten des! gutmütigen Kaisers Franzel. Er hatte den Enkel liebgewonncn, ließ ihn Tag für Tag stundenlang in seinem Arbeitszimmer spielen, nahm feine Mahlzeiten, soweit es die Repräsentation zuließ, gemeinsam mit ihm ein, pflegte ihn auf kleineren Reisen mitzunehmen, teilte mit ihm den Landaufenthalt und suchte nach Kräften alle kindlichen Wünsche zu erfüllen. Das hatte aur Folge, daß der Enkel Zeit seines Lebens dem Großvater in Verehrung zugetan war. Als Jüngling hat er diese Zuneigung wiederholt anderen Personen gegenüber betont. In dem Grafen Moritz Dietrichstein hatte ihm der Kaiser einen Mentor und Erzieher gegeben, der sich int Verein mit hervorragenden Lehrern eifrig der Ausbildung des Zöglings widmete. Was Geilt, Witz und Wisfen betraf, konnte ja der Kaiser persönlich seinem Enkel nicht viel bieten. So hatte sich der Enkel an die zu halten, die ihm zur Förderung seiner Kenntnisse zugewiesen waren. Aber zum Jüngling herangewachsen, scheint er lieber seine eigene Bahn gewandelt zu fein, wenigstens klagte der Gras Dietrichstein, daß der junge Herzog nur geringe Ausdauer in den ihm vorgezeichneten Studien zeige. Und der Grund dieser mangelnden Ansdauer? Nun, die Vorliebe des Jünglings für kriegswissenschastliche Studien. Erfüllt von Begeisterung für das strategische Genie seines Vaters, trachtete er, ihm als ein großer Kriegsheld gleichzukommen. Für Frankreich das Eckiwert zu ziehen, Frankreich wiederzugewinnen, war sein glühendster Wunsch. Und wenn das nicht angurge, wemg- stens für Polen einzutreten, oder für Oesterreich ein zweiter Ritter Eugen zu werden. 1 1 c „ „ . , „ Derjenige, der rhm nähergetreten war und dem er rückhaltlos Vertrauen schenkte, war der Graf Prokosch-Osten, nachmals österreichischer Feldzeugmeister und Botschafter. Als aus den Kreisen der Widersacher des an den Felsen von St. Helena geschmiedeten Kaisers Stimmen laut wurden, die ihm sogar die Eigenschaften ciue§ großen Feldherrn absprachen, schrieb der Gras in warmer Verteidigung Napoleons den Aufsatz: „Die Schlachten von' Lianh, Quatebras und Waterloo", der, gedruckt in der Oesterreichschen Militärischen Zeitschrift vom Jahre 1818 in der Armee groß« Ausmerkfamkeit erregte und vielen Beifall fand. Dieser Aufsatz war die Brücke, die ihm den Zugang zum Herzen des juttgert Herzogs geöffnet hatte. Im Jahre 1830 kam er zum ersten Male mit dem Jünglmg zusammen. Der Hof befand sich damals in Graz. Der Graf hatte die Ehre, zur kaiserlichen Tafel zu- gezogen zu werden. „Ich saß der Kaiserin gegenüber," so schreM er, „und hatte den Herzog von Reichstadt, der dem Kaiser gegen- i8b Wer saß, zur Seite. Der schöne, edle Jüngling mit seinem tiefen blauen Auge, der Männlichen Stirn, den reichen blonden Haaren, tnit dem Schweigen auf seinen Lippen und der ruhigen L-elbst- beherrschung in seiner ganzen Haltung, wirkte seltsam auf mich. Ich hatte das Vorgefühl, wie es einen Jüngling bei der er Pen Begegnung mit dem Mädchen befällt, dem er fern Lerzgeben wird." Bei Tafel hatte der Graf wenig Gelegenheit, sich mit dem Herzog zu unterhalten, aber als er nach Tisch entlaßen wurde, warf der Jüngling die Worte hin: „Ich kemie Sie feit lange", wobei er ihm die Hand drückte, als seien sie Freunde seit Jahren Und nun entwickelte sich zwischen beiden ein vertrautes Verhältnis, das bis zum Tode des Herzogs gedauert hat. Ist es meine Bestimmung," so äußerte der damals Neun- zehnjährige, der sich in Klage Wer seine Einsamkeit erging, >,ein Prinz Eugen für Oesterreich zu werden, so frage ich mich, wie mich ausbilden für diese Rolle? Ich stehe vor der Wahl eines Mannes, der mich in die höheren Anforderungen und Aufgaben des Sieges einführen tarnt; ich habe und sehe keinen solchen Mann in meiner Umgebung." Und ein anderes Mal sprach er, 'indem er leidenschaftlich beide Hände des Grafen ergriff: »Geben Sie mir Wahrheit! Mn ich wirklich etwas wert und einer großen Zukunft fähig, oder ist nichts an mir? Was denken, was erwarten Sie von meiner Zukunft? Was kann der Sohn des großen Kaisers werden? Würde Europa ihn in irgendeiner selbständigen Stellung ertragen? Wie vereinigen sich meine Pflichten als Franzose mit meinen Pflichten als Oesterreicher? Ja, wenn mich Frankreich riefe, nicht das anarchische Frankreich, sondern das von kaiserlicher Gesinnung — ich würde kommen, und wenn mich Europa verdrängen wollte vom Thron meines Vaters, gegen ganz Europa das Schwert ziehen. Wer gibt es noch ein kaiserliches Frankreich? Ich weiß es nicht. Vereinzelte Stimmen und Stimmen ohne Gewicht sind nichts — und Entschlüsse solchen Gewichtes verdienen und verlangen sicheren Boden. Ist es mein Verhängnis, nie wieder nach Frankreich zu kommen, so ist es mir Ernst mit dem Wunsche, Oesterreichs anderer Prinz Eugen zu werden. Ich liebe meinen Großvater — ich bin ein Stück seines Hauses und werde für Oesterreich gerne daS Schwert ziehen gegen jedermann, nur nicht gegen Frankreich." Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe! Nach Fvastk- reich kehrte der Herzog nie mehr zurück. Zwar wurden die Bourbonen in der Juli-Revolution des Jahres 1830 gestürzt, und geheime Aufforderungen ergingen an den Herzog, nach Paris zu kommen, aber der durch seine Späher gut unterrichtete Metternich wußte das Wenteuer zu verhindern, wie denn auch der Jüngling noch allzu wenig erfahren und trotz seines Feuers eine viel zu passiv-rezeptive Natur war, um solches Abenteuer mit Energie durchzuführen. Andeutungen, sich zum König von Griechenland machen zu lassen, fanden bei ihm keinen Anklang und waren auch Metternich und dem Wiener Hofe nicht genehm. Noch im Jahre 1831 erlebte der Herzog von Reichstadt die Freude, daß ihn sein kaiserlicher Großvater zum Oberstleutnant und Bataillonskommandeur int Grenadierregiment Gynlai beförderte. Schon im folgenden Jahre, am 22. Juli 1832, machte ein Lungenleiden seinem Leben in Schloß Schönbrunn ein Ende. Früh um vier Uhr hatte er in großer Bedrängnis gerufen: „Ich gehe unter! Meine Mutter rufen! meine Mutter!" Maria Louise kam und fiel an seinem Bette auf die Knie. Kurz vor fünf Uhr verschied er. Andenken an seinen Vater, darunter eine Haarlocke, die ihm seine Großmutter Madame Lätitia und einige andere Mitglieder der Familie Bonaparte aus Rom durch den Grafen Prokosch-Osten übersandten, erreichten ihn nicht mehr. Eine von seinem Vater aus Aegypten mitgebrachte türkische Klinge, die dem Jüngling besonders teuer war, legten sie ihm aufs Totenbett. Dann hielt er Einzug in die stille Kapuzinergruft. Das Drama war zum Schluß gelangt. Doch nicht ganz, denn als Napoleon III. den Thron Frankreichs bestieg, wurde der tote Herzog von Reichstädt von den Franzosen als Napoleon II. Anerkannt. ____________ DcfswkMc». * Aus der Franzosenzeit in der Schweiz. HWsche Erinnerungen an das Kriegsjahr 1870/71 veröffentlicht ein ehemaliger Seminarist von Münchenbuchsee in einem Berner Blatte: >,Es war vor 40 Jahren," schreibt er. „Im Westen waren die Würfel gefallen; die französische Ostarmee war zu Boden geschmettert, zersprengt und in Gefahr, von dem Werderschen Armeekorps zerdrückt und gefangen genommen zu werden. Nun hieß es, nach der Schweiz durchbrechen und zwar mit Gewalt. Dem' konnte nur durch das feste Auftreten des schweizerischen Generals Herzog vorgebeugt werden. General Clichant ließ sich einschüchtern und unterzeichnete schließlich di« Kapitulation, mit anderen Worten die Entwaffnung seines Heeres und die Uebergab: des Kommandos an den schweizerischen Bundesrat. Wer weiß, welchen Verlauf die Sache schließlich genommen hätte, wenn Herzogs zuversicht- lidje Haltung den französischen General nicht von der Aussichtslosigkeit xines gewaltsamen Durchbruches durch die Schluchten des Jura hätte überzeugen können. Was dem schweizerischen General an Streitkräften zur Verfügung stand, hätte! dämalH bei dem Mangel an Organisatton nach dem Urteil von Fach-, leuten kaum genügt, den gewaltsamen Durchbruch zu verhindern. Auf der Linie Biel—Bern führten Anfang Februar Tag für Tag die Extrazüge Tausende Soldaten der Bourbaki-Armee nach Bern» darunter auch die braunen Söhne Afrikas: Tnrkos, Zuaven, auch Spahis, meistens freilich Franzosen selbst; die meisten waren noch gut erhalten, viele aber auch in erbärmlichem Zustande, fo daß ihnen der nahe Tod aus den hohlen Augen schaute. Das war eine eigenartige Schau für uns Seminaristen zu München? buchste. Von einem geregelten Unterricht war in jenen Tagen keine Rede mehr. Nachdem der Hauptttansport durch die Bahnzug« abgeflaut war, hieß es, es käme noch eine Abteilung der Kaiser? garde daher. Der Boden war hart gefroren, und der eine und andere von uns legte auf dem Turnplatz das Ohr auf den Boden, um dadurch Kunde vorn Herrannahen des Zuges zu erhalten. Eines Morgens hieß es, daß man deutlich das Getralst höre und daß die Reiter im Anzug seien. Dem war wirklich so. Ganz Münchenbuchsee war auf den Beinen, das seltene Schauspiel zu genießen. In Körben und auf Karren waren Lebens? mittel für die Reiter hergeschafft worden. Dem Reiterzuge folgten etwa fünfzig Pferde ohne Sattel und Zaum und olMe jede Führung. Urplötzlich rief ein Reiter von geradezu riesenhafter Gestalt einem neben ihm stehenden Knaben zu: „Sä Bueb, reich mir für 'ne Hanbbatze Bäredräck!" Es war ent deutsch- sprechender Elsässer. Der Bub trabte nach einem Laden und brachte ihm das Gewünschte. Dann hieß es aufsteigen, und der Zug trabte weiter, Bern zu, und mit Scheffel mag wohl mancher von den Reitern gefühlt haben: „Und wir ziehen stumm, ein geschlagenes Heer! Erloschen sind unsere Sterne!" Ins Dorf selbst kam eine ziemlich große Abteilung von Internierten. Was wohl alle mit bitterem Unwillen erfüllte, war die Wahrnehmung, mit welcher Lieblosigkeit und Rücksichtslosigkeit die armen französischen Soldaten von ihren Ofsi'zieren und der Feldgendarmen« behandelt wurden. Für die schweren Leiden bewiesen die meisten auch nßjt das mindeste Mitgefühl, und mancher dieser 'Offiziers würde aus "höchst unliebsame Weise die "Bekanntschaft mit derben Bernerfäusten haben machen müssen, wenn sich zu solcher Auseinandersetzung nur passende Gelegenheit geboten hätte. Unter den Internierten befanden sich auch Vertteter der Kunst, Scl-au- spieler und ein hervorragender Sänger von der Großen Oper in Paris, der weiß Gott auf welche Weise zu der großen Ost- armee verschlagen worden war. Mit diesen Vertretern der Kunst veranstaltete die damalige erste Seminarklasse eine Konzertaufführung im Musiksaal des Seminars; der Ertrag fiel natürlich den Soldaten zu. Die herrlichen Vorträge des Opernsängers riffen die Zuhörer zu stürmischem Beifall hin. Eine weiters Nummer des Programms bestand in einer Vorstellung aus dem Gebiet der Fechtkunst. Ein Wachtmeister, der i'n Afrika gedienil hatte, brachte eilt besonderes Bravourstück zur Schau: mit seinem Chassepot bewaffnet, erwehrte er sich der vier Gegner, die auf ihn etnbrangeit, bald mit Bajpnettstoß, bald mit Kolbenschlag, alles mit blitzschnellen Bewegungen. Leider mußten sowohl, der Opernsänger wie der Fechwirtuose nach der Vorstellung wieder in den Arrest wandern, aus dem sie zu der Vorstellung abgeholt worden waren . . ." * Nicht passend. Ein junger Ehemann hat mit seiner Frau eine Szene wegen eines Hutes. Endlich große Versöhnung und man beschließt, ins Theater zu gehen. Der Ehemann schaut nach was gegeben wird: JD, weh," meint er, „das heutige Stück S’jt schließlich doch nicht ... es wird Teil gegeben, da dreht die Geschichte auch um einen Hut!" * Verschnappt. Herr: „Fürchtet sich denn Ihre Fräst Nicht, wenn Sie sie in der Nacht so allein lassen?" — „O neinl Wenn ich nicht zu Hause bin, da hat sie immer beim Bette einen tüchtigen Stock stehen!" * „Ach, gnä' Frau," sagte das Mädchen, „da ist ein armen Mann an der Tür mit Holzbeinen." — „Aber Mary," war die tadelnde Entgegnung der Dame, „was können wir mit Holzbeinest anfangen? Sagen Sie ihm, wir brauchten keine." versteckratsel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Waldmühle — Dreißigerausschuß — Regenwetter — Leumund — Ratten'änger — Haselnuß — Schwabenstreich — Leithammel — Jnnungsmeister — Gerichtskosten — Eisenbahnzug — Tunftfch. Auslösung in nml'ster Wummer. Auflösung des Leiterrätfels in voriger Nummer: E E R I B 0 T N 8 8 A M A G T H RATTE I L Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'scheu UniversttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«, Gieße»