Mittwoch den 19.3uli \9\\ - M. UI M - rrr. m mmwocy < MtßeneMmilieybl AnlechaUunPblM M MeßenerArtzeigerOeneml-AHeiLtt HnlerhaltunPblM M MeßenerArtzeiger OenmlAHeiLer) Das nette Mädel Roman von Fedor von ZobeltiA (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Frau Auguste freute sich darüber; sie hatte Ehrgeiz. Mer der Vater wollte Näheres wissen. Nun hütete sich Traute Wohl, von dem Irrlicht zu sprechen. Es war immerhin eine Nudität, und in solchen Sachen dachte der Vater streng. Er war auch gar nicht damit einverstanden, daß Traute ein paarmal allein nach Wörreshoop zu Kruse sollte; vielleicht könne Klothilde sie begleiten, schlug er vor. Traute war wieder schlau; obwohl ihr Inneres sich heftig gegen die Zumutung sträubte, unter die Fittiche der schrecklichen Schwägerin zu kommen, neigte sie doch zustimmend den Kopf, rief aber dann triumphierend, als fiele ihr das jetzt erst ein: „Aber nein — das ist ja gar nicht nötig! Pastor Moebius ist immer dabei. Das hat Kruse gleich so abgemacht." Moebius war der Stolz der Stadt. Man kannte auch feine Freundschaft mit Kruse; wohnte Moebius den Sitzungen bei, so ließ sich nichts mehr dagegen sagen. Frau Auguste wollte in die Markthalle. Sie begleitete 'Köhler daher bis zum Geschäft. „Ich wollte noch ein paar Worte allein mit dir sprechen, Franz," sagte sie. „Ich habe verschiedenes auf dem Herzen. Also erstens: Friedrich hat sich nach dem Leutnant Roeßler erkundigt. Es sind zwei da, aber den wir meinen, der steht bei der Artillerie. Und um die Geschichte brauchen wir uns nicht mehr zu ängstigen. Leutnant Roeßler ist Nämlich nach Berlin kommandiert worden." „Na, das ist gut," sagte Köhler, und suchte mit drch Fingern in seiner Westentasche, in der ein eingewickeltes Stückchen Kautabak faß, an das er mit Sehnsucht dachte. Werin wirklich ein bißchen mehr hinter der Tennis- bekanntschaft steckt, als nötig ist, so wird sich das mit der Entfernung wohl wieder legen. Nämlich er hat gar nichts, Köhler — danach habe ich mich auch, erkundigen lassen. Er ist einer der Aermsten beim Regiment." ,/Jch bin überhaupt nicht für einen Leutnant," sagte Köhler. Frau Auguste nahm das Fischnetz, das sie trug, fester Unter den Arm. „Ich ganz gewiß nicht. Da wäre mir der Mann aus Zentralamerika immer noch lieber. Mer das ist natürlich Unsinn. . ." Sie nickte der Bäckersfrau zu, die unter der Ladentür stand. . . . „Der Eberstedt soll sich ja wirklich die Hörner abgelaufen haben," meinte sie, «als spräche sie nur ganz nebenbei. Die Falten im Gesicht Köhlers schoben sich durcheinander. Mer es sah keineswegs tragisch aus. Es war mehr «in possierlicher Anblick. Er krabbelte energischer in der rechten Westentasche, in der. sein Kautab'ak saß. „Fang doch nicht schon wieder an, Auguste," entgegnete er. „Deposito, ich setze wirklich den Fall, der junge Mensch hätte sich in die Traute verliebt: glaubst du denn, daß die Alten eine Heirat zugeben würden?" „Der junge Eberstedt hat ost genug gezeigt, daß er selbständig ist." „Ist aber schließlich immer wieder zu Kreuze gekrochen. Außerdem taugt er nichts." „Ach Gott, Köhler, habe dich bloß nicht! Junge Männer schlagen leicht einmal über die Stränge. Du freilich — und der Friedrich — na, ihr seid eben Ausnahmen gewesen^ aber wenn ich ehrlich fein soll, muß ich sagen: euch würde eine vergnügtere Jugend auch nichts geschadet haben. Dann wäret ihr vielleicht nicht so'n paar langweilige Stiesel geworden — und immer bloß Geschäft und immer bloß Felle und Häute vom Hochzeitstage an." Ich habe meine Pflicht getan," entgegnete Köhler unwirsch. „Ja, natürlich. Aber die Kinder habe ich gekriegt — und ich habe sie auferzogen. Meine ganze Ehe ist nichts wie Kindergeschrei gewesen. Und was hat man davon gehabt? Friedrich hätte eine ganz andere Partie machen können, wenn er nicht so ein Muffel gewesen wäre." „Das hast du mir schon ein paarmal gesagt. Ich bin auch gegen Klothilde gewesen — und gegen die ganzen Witt- stockens —" „Bis du schließlich doch nachgegeben hast. Bei der Traute möchte ich jedenfalls, daß du ein kleines bißchen ihre Eigenart berücksichtigst. Du weißt recht gut, daß ich das Herumschwenzeln ohne Zweck und Ziel auch nicht billige. Ich bin ganz froh, daß aus der Anbändelei mit dem Ueber- lingen und dem Roeßler nichts geworden ist. Mer wenn das mit dem Eberstedt ernst werden sollte —" „Wenn," wiederholte Köhler und blieb stehen. „Dann wollen wir uns wieder sprechen. Vorläufig sehe ich in dieser Anvetterung nichts als neue Ausgaben. Das Kostüm zu dem Maifest will doch auch bezahlt sein." „Aus nichts wird nichts," sagte Auguste. „Du hast gut reden. Ich habe dir schon neulich gesagt, daß wir schweren Zeiten entgegengeheu. Die Finauz- krisis in Amerika wirkt auch auf den'europäischen Markt zurück. Ich habe die amerikanischen Ochsen- und Kuhhäute, trockne, trocken gesalzene und naß gesalzene —." „Köhler, das' ist mir ja ganz egal, wie sie gesalzen sind!" „Die habe ich sowieso schon teuer bezahlen müssen. Und nun liegen sie da. Der Speicher ist voll von oben bis unten, und ich werde sie nicht los. Ich kann sie doch nicht verschleudern! Natürlich, die Krisis kann vorübergehen, die Preise können wieder steigen — aber das muß ausgehalten werden, und zum Nachlegen haben wir nichts. Ich sage das nicht etwa, um dich zu ängstigen, denn verzweifelt ist dfe Situation noch lange nicht =. i. .Gott fiw 442 — wahre. Immerhin — gerade jetzt ist Sparen mehr als je am Platze." „Tn wirst mir keine Vorwürfe machen können, daß ich die Groschen nicht nach Möglichkeit zusammcnhalte —" „Tu ich ja auch nicht, Auguste!" — Er wurde unge- duldig. Er wollte auch seinen Kautabak haben. Auguste, iich muß ins Geschäft." „Geh uur. Bloß noch eins. Wenn Everstedt seine Karte bei uns abgeben sollte, müssen wir ihn auch mal zum Abend laden — oder vielleicht Sonntags zum Frühstück." Er sah sie an. Dann, nickte er .und schüttelte zugleich den Köpf. Es war eine seltsame Kreisbewegung des Kopfes. Hierauf ging er schleunigst. Zum Abend oder §11111 Frühstück laden — das war noch nicht dagewesen. Herrgott, diese Weiber! In jedem Jahre war einmal die ganze Familie zusammen. Da kamen die Wittstockens mit Friedrich und noch zwei Schwiegersöhne: der eine war Zigarrenhändler, der andere hatte ein kleines Lampengeschäft. 'Manchmal kam auch noch Onkel Hempel, ein kleiner vertrockneter Junggeselle, der früher Kassierer am Zirkits Renz gewesen war und immer noch einen gewissen Stallgernch um sich verbreitete' — seltener bie Tante Ballenstedt, die ein Mietsbureau besaß und die man trotz weitläufiger Verwandtschaft als eine Art Erbtante betrachtete: die einzige der Familie. Bei diesen Abendessen gab es gewöhnlich einen überbackeuen Schellfisch, den Frau Auguste so herzurichten wußte, als stelle er eine Sole au gratiu dar, und dann folgte unerbittlich ein Gänsebraten. Das Ivußten alle; denn Köhler besaß int Holsteinschen einen Jugendfreund, der Gutsbesitzer war und dessen Haupt- erfolge aiif dein Gebiete des Gänsemästens lagen. An jedem Geburtstage Köhlers trafen zwei feiste Gänse ein, und einen Tag später luurbe die Familie geladen. Das wußten wiederum' alle und erwarteten es auch gar nicht anders. Nur die Nachspeise wechselte bei den Familienfoupers. Gewöhnlich kam zwar die Geburtstagstorte aus den Tisch, manchmal aber auch ein Flammeri mit Himbeersauce oder ein Pudding mit Chaudean. Dazu ließ Köhler aus der Schlatterscheu .Weinhandlung drei Flaschen Moselblümchen und drei St. Julien holen (wenn Onkel Hempel zugesagt hatte: vier). Das reichte immer; es blieben sogar noch Reste zu einer Weinsuppe für den nächsten Mittag. lieber diese Familienessen hinaus hatte man sich nur in den seltensten Fällen verstiegen, wie zum Exempel bei der Einsegnung Trautes. Und nun träumte Frau Auguste plötzlich von einem ganz ausgefallenen Souper oder gar von einem Frühstück. Ein Frühstück -- das war schon die Höhe! Vielleicht mit Austern und Kaviar und Schloßabzügen und einem echten Champagner hinterher . . . Köhler kante erregt au seinem Tabakswürfel, während die Wangen abwechselnd Fällen schlugen. Es war ja ganz verdreht. Wo hatte diese vernünftige Frau ihre Besonnenheit gelassen? Der Name Everstedt hatte sie weiß Gott ganz aus dem Häuschen gebracht. Der Paul Everstedt — ach du lieber Gott, dem stand der Sinn nach ganz etwas anderem als nach so einem schlichten kleinen Bürgermädel! Der könnte jede Senatorentochter kriegen, jede einzelne, und die Henny des Oberbürgermeisters, und die gesamten Mädchen von den großen Reedereien, und sogar die älteste Komteß des preußischen Gesandten. Der konnte alle kriegen. Köhler stieß in seinem Bureau das Fenster auf, um die naphtalingeschwängerte Frühlingsluft hineinzulassen, die Vvm Speicher aus über den Hof wehte. Er war wirklich ein wenig in Erregung. Er ärgerte sich über seine Frau — und dann dachte er ivieder au Paul Everstedt. Eigentlich schmeichelte ihm diese Bekanntschaft Trautes eilt bißchen. Auch zur Zeit, als die ganze Stadt über die Tollheiten des jungen Menschen sprach, hatte der Name Everstedt seinen guten Klang behalten. Na, und der Junge sollte ja endlich verständig geworden sein. Köhler entsann sich: mau hatte ihm erzählt, daß Paul Everstedt in Amerika jeden Dollar Unterstützung seitens seines Vaters abgelehnt hätte. Man hatte ihn über das Wasser geschoben, als seine Schulden auch für die Kasse des alten Herrn nicht mehr erschwinglich geworden waren; und drüben hatte Everstedt dann freiwillig die ganze harte Fron eines Verstoßenen durchgemacht — und hätte es besser haben können. Aber er wollte nicht; er setzte auch zu seinem eigenen Schaden seinen Dickkops durch. Ei' Torheit; immerhin: sie zeugte von Charakter. Tiefet; snge Mensch hatte seinen eigenen Willen. Auch Traute sollte heute noch viel au Everstedt denken. Um die Mittagszeit erschien ein Dienstmaun int Köhlerschen Hause. Er brachte ein funkelnagelneues Damenrad, ein großes Bukett Rosen und einen Karton. In dem Karton lag ein entzückender Frühlingshut, bei dessen Anblick Frau Auguste die Hände zusammeitschlug und die Augen aufriß. „©inte scheue Empfehlung," sagte der Dieiistmanu, und reichte Traute einen Brief. Während sie ihn las, wechselte rasch die Farbe in ihrem Gesicht. Röte flog über ihre Wangen, und dann wieder ein blasser Schatten. Auch ein Lächeln kam, das aber etwas Krampsiges hatte: ein nervöses Lächeln, das an ihren Mundwinkeln zu zerren schien. Die feinen Brauen, dunkler als ihr Haar, stiegen herab und schoben sich naher aneinander; die Nasenflügel zitterten, Everstedt schrieb: „Mein sehr verehrtes gnädiges Fräulein! Die Nachforschungen haben ergeben, daß Ihr meuchlings entflohener Hut nichts als eine formlose Masse ist. Der Regen hat ihn erweicht, die nasse Erde hat ihm eine unbeschreibliche Farbe gegeben; von einer sogenannten Krempe ist keine Rede 'mehr. Ich glaube, das Hütchen hatte auch ein Band, und irre ich nicht, war es lilienweiß. Aber das müssen die Kaninchen gefressen haben, denn es ist unauffindbar. Aehnlich Tragisches habe jch von Ihrem Rad zu vermelden. Der Reifcngummi hat sich losgelöst, dasMetall krümmt sich wie ein getretener Regenwurm; die Bremsvorrichtung örcmst nicht mehr, die Räder haben sich aus regulären Kreisen in flache Ovale verwandelt. Kurzum, es ist kein Fahrrad von gewöhnlicher Art, sondern eine phantastische Abnormität, die man "mir zngeschickt hat. Da ich nun neben den elementaren Geschehnissen einen guten Teil Schuld an der trostlosen Verwüstung Ihres Eigentums trage, so bitte ich Sie herzlichst, den beifolgenden Ersatz gütigst anzunehmen und die Rosen als ein Zeichen meiner ausgezeichneten Verehrung betrachten zu wollen, womit ich verbleibe eines gnädigen Fräuleins gehorsamst ergebener Paul L. Everstedt." (Fortsetzung folgt.j Die Schlacht am Gänsebach. Eine Dorfjungengeschichte von G. Zitze r. Seit dem Manöver war die Schuljugend rein aus Semi Hänschen. Die beliebtesten Spiele verloren zusehends ihren Reiz, die Gnmmibälle samt den Schlaghölzern trauerten einsam in irgend einem verlassenen Winkel, und der vielbegehrte Klicker, nm den man sich vor kurzem iioch den ganzen Tag gerauft imd in den Haaren gelegen hatte, erlitt einen so rapiden Kurssturz wie nie zuvor. Dafür klagten die Gartenbesitzer über ausfallend häufige Beschädigung ihrer Lattenzämie und rätselhaftes Verschwindenj der schönsten Bohnenstangen. Kein Wunder, wo sollte auch die Menge der Seitengewehre und Lanzen Herkommen, mit denen jeder Junge, der einiger-, maßen was auf sich hielt, .stolz bewaffnet einherschritt? Wer! aber über einen richtigen Helm, eine abgelegte Feldmütze oder einen Sabel aus Stahl verfügen tonnte, der durfte des aufrichtigen; Neides seiner Kameraden versichert sein. Alle Nachmittage rückten die Abteilungen mit Janitscharen- musik zum Felddienst ans. Trommel, Pfeifen, alte Gießkannen und ein ausgedientes Nachtwächterhorn bildeten den Grundstock des Jnstrumenteiikörpers. Und so wäre sicher was Ersprießliches im Soldatenhandwerk geleistet worden, wenn nicht der leidige Hochmutsteufel seinen Unkrautsamen in die Herzen der jugendlichen Kriegsmänner gesäet hätte. Jeder zweite Bube wollte nämlich, wenn nicht Hauptmann/ so doch wenigstens Feldwebel oder Unteroffizier sein. Allemal vorm Antreten gabs darum eine gewaltige Zänkerei, bis alles geregelt war. Die Armeerangliste erlebte ungezählte Auslagen. Ein Glück, daß noch rechtzeitig der Karlernst und der Fritz vom städtischen Realgymnasium zu den großen Herbstferien cin- trafen! Den Spektakel besehen und das Oberkommando an sich reißen, war eins. Willig fügte sich das Kriegsv-olk den Anord- nungen der Beiden, kamen sie doch direkt ans der Garuisonstiadl und mußtcns also wissen. 1 Zn seinem tiefsten Befremden sand Fritz die Einzelausbildung! der Leute schauderhaft vernachlässigt, die Griffe mehr wie mäßig/ den Anzug unordentlich und überhaupt — „Jawohl, eine total verlotterte Gesellschaft", fiel ihm Karl- ernst hier in die Rede, „das kann unmöglich so weiter gehens das muß anders werden!" Und sie beschlossen, mit eisernem Besen aufzukehren, KM das rückständige Heer auf eine der Neuzeit .angemessene Höhe der Ausbildung zu bringen. 443 Fürs erste setzten die pflichteifrigen Reorganisatoren täglich drei Stunden Exerzieren ans dem „Säuwasem" an, degradierten sämtliche Chargen zu dummen Rcl'rnten, legten sogar, zeitweise in edler Selbstverleugnung als ausbildende Korporale ihre hohe Feldherrenwürde ab und fuhrwerkten eine volle Woche hindurch Mit den Jungen, das; ihnen Hören und Sehen verging. Hieran sch!offen sich die Uebungen gegen den markierten Feind, dessen Mannschaften man auf höchst unverfrorene Art dein Korps der Wild- und Vogelscheuchen entnahm, wodurch sich die Zahl der Antimilitaristen um Hannjost, des Dorfes Feldhüter, vermehrte. Als dieser ehrenwerte Beamte bei der Manöverleitung persönlich Einspruch erhob, wurde er von Fritz entsetzlich angehaucht, wohingegen Karlernst, in dem sich der zukünftige Dr. juris regte, den: Beschwerdeführer bedeutete, das; er in vorliegendem Falle nicht kompetent sei, da besagtes Delikt sich keinesfalls als Flurdiebstahl qualifiziere, sondern höchstens als grober Unfug aufzn- fassen sein würde, den zu verfolgen lediglich der Polizeidiener Hanmvillem zuständig sei, außerdem ließe sich über die Vorans- sehungen einer Strafwürdigkeit int Sinne letzteren Vergehens noch sehr streiten, weil seiner - nämlich Karlernst Möllers — Ansicht nach ein Dolus nicht als vorliegend zu erachten und überdies kein Mann der Kompagnie von ihm — dem Feldhüter Hannjost Mispel — in flagranti ertappt worden sei, so daß unzweifelhaft von der Anklagebehörde der ebenso langwierige wie kostspielige Indizienbeweis angestrengt werden müsse, deut er — Karlernst — als Bevollmächtigter der hier anwesenden Herren mit Ruhe entgegen sehen könne. — Spruchs, griff nachlässig an die Mutze und wandte sich mit einer schneidigen Kehrtwendung seinen Leuten zu. Einem solchen Platzregen juristischer Spitzfindigkeit war der etwas einfältige Hannjost nicht gewachsen. Brummend schüttelte er das Haupt und trottete ab. „Wartet nur", murmelte er vor sich hin, „ich kriege euch hoch noch einmal, und das eher, wie ihr denkt!" Inzwischen nahm die angefangene tlebung ihren planmäßigen Fortgang. Das sprungweise Vorgehen klappte ausgezeichnet, auch betreffs der Geschicklichkeit im Anpassen an die natürlichen Deckungen int Gelände war nur Lobenswertes zu sagen, desgleichen bemühte man sich mit schönem Erfolg in den Schützenlinien Fühlung äit halten. Ein jeder war mit ganzem Herzen bei der Sache. Das zeigte sich recht deutlich bei dein grandiosen .Sturmangriff. „Tät tnttättät — tättättät — tüt!" Wie die Wilden nähmen die Knaben den Rest der Anhöhe und verdroschen den bek'lagensiverten Feind dermaßen, daß nur noch ein armseliges Häufchen Lumpen und Anmachholz übrig blieb. Das alles erkannte Fritz in seiner Schlußkritik rückhaltlos an, „nur mehr Ruhe im Glied, sage ich, Ruhe, das ist die unerläßliche Grundbedingung, das fortwährende elende Gequassel muß unterbleiben, ihr seid doch keine alten Waschweiber, was?!" „Herr Hauptmann gestatten," erlaubte sich Karlernst zu diesem Punkte zn bemerken, daran war ja wohl zum Teil der dämliche Ziviliste von vorhin schuld." „Mögen recht haben, Leutnant, jawohl, dämlicher Ziviliste, gut gesagt, müßte eigentlich entafst werden, ganz gemeiner Kerl, pötz!" „Der alte Grashüpfer soll ja ruhig sein, er ist meinem Baier Noch vom vorigen Jahr her einen Sach voll Korn schuldig," Mischte sich nun der mit den Artikeln des militärischen Anstandes nicht völlig vertraute Sohn des Gemeinderechners ins Gespräch, Doch Fritz wies den Vorlauten barsch in die ihm gebührenden Schranken zurück. „Das sind Privatsachen, Musketier Herlnänn, das geht uns hier gar nichts an, halten Sie gefälligst Ihren Rand, bis Sie gefragt werden! Verstanden?" Dann ließ der Hauptmann zum Kreise rechts Und links schwenken, um die Tagesbefehle für den morgigen Sonntag bekannt zu geben. Zunächst beförderte er sich und "Karlernst zu Brigade- generälen, beim cs sollte ein Gefecht im Divisionsverbaud stattfinden, zu welchem Zweck er im Handumdrehen 'je ein Regiments Artillerie, Kavallerie sowie eine Pionier- und Maschinengewehrabteilung aus der Erde stampfte. Ein großer Tag stand bevor. „Kerls," schloß er seine fulminante Ansprache, „es wird zuversichtlich erwartet, daß ihr euere volle Schuldigkeit tut, oder ihr sollt mich von einer Seite kennen "lernen, die — hm —• die" hier versetzte er seinem imaginären Gaul, "der offenbar Unruhig geworden war, ein paar kräftige Sporenstöße "— „von ■einer Seite kennen lernen — na, werden ja sehen — Stillge- standcn! Tretet weg!" „Ja," gelobten sich alle Buben, „wir werdens 'schon machen". Und sie eilten schleunigst nach Haus, denn schon zog der Kuhhirt mit seiner 'brüllenden Herde zu Tal, da wars höchste Zeit zum Abendessen. । Die Herren Generäle hatten sich eine Zigarette angezündet und schlenderten in angeregter Unterhaltung hinterdrein. * 15 Minuten vor 3 Uhr standen, wie befohlen, "am folgenden Nachmittag, tadellos ausgerichtet, die Brigaden in Reih "und Glied. Anzug und Gewehr waren bereits nachgesehen und in bester Ordnung befunden. Nicht ein Knopf fehlte "an Rock und Wams, auch nicht das vorschriftsmäßige Putzzeug in den die Stelle des Tournisters vertretenden Schulranzen, Ausnehmend fein machten sich auch die als Säbeltroddel an den Seitengewehreni befestigten, mit dicken Ouasten geschmückten, buntfarbigen Trachten- strumpfbänder, die der Garderobe von Schwestern uud"Freundinnest zwangsweise entliehen waren. Tie Kammerunteroffiziere hatten wirklich das Menschenmögliche geleistet. Dessenungeachtet raste Otto Kleinschmidt, der dienstälteste Offizier, in der Hoffnung, vielleicht irgendwo noch einen verborgenen Fehler ans Licht zu ziehen, wie ein 'Besessener die Fronten auf und ab. Dabei imitierte er den Berittenen nicht ohne Geschieh indem, er bei jedem" Sprung die Absätze "mit vernehmbaren Geräusch zusaiuinenschlug. „Achtung," schrie .da einer, „sie kommen!" Da bogen die Generäle auch schon im sausenden Galopp um die Ecke. Kaum, daß Otto noch Zeit fand, sein Kommando: „Stillgestanden — Augen links!" abzugeben. „Morjcn Leute!" rief Fritz leutselig. Er hatte sich ein Brillenglas als Monokle vors Auge geklemmt Und schnitt, in dem krampfhaften Bestreben, den .Scherben sest- zuhälten, die lächerlichsten Fratzen. „Morgen, Herr General!" schallte es "ihm wie aus einer Kehle entgegen. Ter General ließ rühren, stieg vom Pferde, d. h. von deut siunkelneuen Piafsavahesen, den er seiner Mutter hinterlistig aus- gedreht hatte, und bat die berittenen Herren Offiziere zu sich. Zum allgemeinen Erstaunen war er über Nacht abermals avanciert Und zwar zum kommandierenden General. Aus taktischen Gründen, wie er erläuternd hinzufügte. Er beabsichtigte nämlich die Leitung des Ganzen zu übernehmen, dahingegen sollten Karlernst Nutz Otto je eine Brigade führen. Bei dieser Mitteilung stieg in Martes Philipps Brust ein bitterer Groll auf, weil er sich schmählich zurückgesetzt fühlte.. Als Bruder einer erwachsenen Schwester, die durch ihr Verhältnis mit einem Sergeanten der 116er seine Familie in enge Beziehungen zum aktiven Heere gebracht hatte, glaubte er, ebenfalls höhere Ehren beanspruchen 'zu müssen. Er gab seinem Zorn über die ihm widerfahrene Demütigung auch unverholnenen, Ausdruck. Infolgedessen entstand ein kleiner Wortwechsel, und es war nahe daran, daß der sonst sehr tüchtige Soldat feinest Abschied eingereicht hätte, als der diplomatische Karl noch in letzter Minute vermittelnd einsprang. „Vielleicht", erkundigte er sich bei dem Erbosten, „willst du den Oberbefehl über die vereinigte Radfahrer- und Auiomobil- labtcihmg übernehmen?" Sofort hellte sich Philipps Antlitz" auf und strahlte wieder; vor Vergnügen. Tas war ganz sein Fall. Hastig raunte er der väterlichen Hofraite zu, nm einen geeigneten Kraftwagen für seinen persönlichen Gebrauch zu requirieren. — „Also, meine Herren", fuhr S. Exzellenz nach diesem glücklich erledigten Zwischenfall fort, „um von der unserer heutigen Ucbuitg zu Grunde liegenden Idee zu sprechen, ist die Gefechtslage wie folgt: Eine rote Armee — Brigade Kleinschmidt — hat in der Gegend von Biedenkopf die Bahn überschritten mit dem Auftrag, eine blaue Armee — Brigade Möller — in ihrer festen Stellung am Kreuzberg anzugreifen und nach Süden zurückzuschlagen. In ihrem weiteren Vordringen ist sic genötigt, den als tief ins Land einschneidenden Meeresarm gedachten Gänsc- bach zu überschreiten. Beide Gegner verfügen über entsprechende; Hilfskräfte zur See, Geschwader, die, von Osten und Westen einander nähernd, am Nordabhang des Kreuzberges aufeinanderstoßen werden. Die Flotten haben Befehl, den Uebergang der roten Armee zu Unterstützen, hezw. zu verhindern." Hier unterbrach Fritz seinen Vortrag durch eine Kunstpause, Hirt den Eindruck zu studieren, den fein großartig angelegtes Operahwnsplan auf den Generalstab machen würde. „Das ist alles gut", wandte der im Majorsrang stehende Hamipeiers August ein, „aber wo sollen wir denn die Kriegsschiffe hernehmen?" „Auch dafür ist gesorgt", gab Fritz bereitwilligst Auskunft, „ich bitte die Herren Kommandeure mir zu diesem Zweck _un» gefaxt 20 Leute zur Verfügung zn stellen, welche die Seemacht repräsentieren werden." Sogleich ließen Karlernst und Otto biß gewünschte Anzahl seetüchtiger Fahrzeuge vom Stapel lausen "unb vor die Front fteuern. Die beiden wohlgenährtesten unter ihnen bestimmte der Erfindungsreiche zu „Dreadnoughts", ferner waren nach Maßgabe ihres Tonnengehaltes vertreten die Linienschiffe: „Wittelsbackst,■ „Zähringen", „La Moire" und „Bellone", die gepanzerten Kreuzer „Iltis", „Beownls", „Meteor", „Greif", „Merrimac", „Cour- bet", „Bonvet" und „Chasseur", außerdem vier Torpedoboot« — der beschränkte Matineetat gestattet leider nur eine gering« Zahl dieses nützlichen Typs — und endlich wurden zwei durchaus friedlich gesonnene Jungen aus dem Nachbardorf, dre sich zu ihrem Unglück zn weit vorgewagt hatten, kurzer töanb, zum .Seedienst gepreßt und der Kriegsflotte als Frachtdaiiipser „stiunes I u. II" ’ trotz ihres lebhaften Protestes beigegeben. Während die Brigaden Marschkolonne formierten, setzte sich S. Exzellenz an der Spitze des in rechts rangierter Kiellinie aufgestellten Geschwaders in Trab und führte es mit 13,8 Knoten Geschwindigkeit den Gestaden des Gänsebachs zu.. Unten an gelangt entledigten sich die Kriegsschiffe ihrer .Schuhe 444 «a yitb Strüntpfe, wickelten i>ie HoseN bis MM Knie herauf ltiti> stachen in Stoffeln links achteraus in See. Die Ausfahrt ging feit ganzen glatt vonsAtten, bis auf die zwei Strnnes , die einen günstigen Augenblick benutzt hatten und fahnenflüchtig geworden waren, sowie den Kreuzer „Iltis , der sein ihm von der Mutter zur Obhut übergebenes kleines Schwesterchen, das Mariechen, im Schlepptau hatte. . Das eigensinnige Ding wollte absolut nicht allein an Land Zurückbleiben und schrie aus Leibeskräften S Exzellenz aber war nicht der Mann, sich durch solche Kleinigkeiten beirren zu lassen Schnell entschlossen, packte er den Schrerhals unter den Arm und setzte ihn als — Heulboje auf eine Sandbank, die mitten aus dem Wasser hervorragte. Dre Heulbow tat denn auch wacker ihre Schuldigkeit, was indessen ach den brüderlichen Panzerkreuzer nicht den mindesten Eindruck machte. Frohgemut dampfte er mit der blauen Flotte unter Führung des Flaggschiffes „Wittelsbach" flußaufwärts, während sich die rote Seemacht init denr „Merrimac" an der Tete nach der entgegen^ «gesetzten Richtung entfernte. ___ , . , Fritz beeilte sich nunmehr, mit seinen! Stad den Drereckspunkt 438 zu erreichen, von wo aus das Schlachtfeld bequem nach jallen Seiten zu überschauen war. Die blaue Infanterie war mittlerweile in Stellung gegangen Und harrte, auf dem Bauche liegend, der Dinge, die da kommen sollten. Die Artillerie, zwei Batterien stark, hatte sich werter rückwärts am Waldrand in guter Deckung ausgestellt. Ihr Oberst, fleißig die hohle Faust als Fernrohr benutzend, verschwur sich soeben hoch und teuer, vom Galgenkopf her Feuer erhalten zu haben/ obwohl noch keine Helmspitze von der roten Armee zu entdecken war. Uebrigens eine schwierige Sache, da der Feind sowohl rauch- als geräuschlos schoß. „ Natürlich hatte sich auch das unvermeidliche und lästige Volk der Schlachtenbummler in Gestalt der Schulmädchen eingefunden, Naseweis, wie stets, trieben sie sich zwischen den Schützenlinien Uncher. Wiederholt mußte Pittersch Schepper, der Feldgendarm, gegen sie anreiten. Umsonst — gegen die weibliche Neugier und Zungenfertigkeit richtete er mit aller seiner Grobheit nichts aus. ÄM tollsten gebärdete sich des Müllers Lieschen. Nicht genug, daß es mit Todesverachtung vor den starrenden Gewehrläufen hin und her promenierte, suchte es mit den Mannschaften auch Noch eine Unterhaltung anzuknüpfen, obwohl das bmt Publikum strengstens verboten war. ‘ Plötzlich erhob sich der Oberleutnant Bergen vom ersten Zug, schritt auf die kecke Dirne zu und, sie kräftig umfassend, drückte er einen herzhaften Kuß auf ihren losen Mund. Darob höhnisches Gelachter und großer Lärm bei allem Kriegsvolk. Wie eine wilde Katze fuhr die meuchlings Ueberfallene dem Attentäter mit beiden Fäusten zugleich ins Gesicht. Generalmajor Möller, der den Vorsall aus nächster Nähe beobachtet hatte, war mit drei' Galoppsprüngen zur Stelle. „In der drei Deubels Namen," schnaubte er den Untergebenen ÜN," „Herr Sie sind wohl verrückt?!" „Ei wieso denn?" verteidigte sich respektlos der Ober, „der Feldwebel, der bei uns int Quartier lag, hat's mit unserem Karlinchen gerade so gemacht, wenn's neugierig war." Ehe sich der Generalmajor noch schlüssig geworden war, ob er in die allgemeine Heiterkeit miteinstimmen oder den Frechdachs wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft! drei Tage ins Loch schicken solle, ertönte die helle Kommandostimme des Nächsten Zugflihrers. „Achtung, geradeaus an der Waldecke feindliche Infanterie, Visier 2000, Schützenfeuer!" Gleichzeitig hatten auch die anderen Züge den Feind gesichtet Nnd nahmen ihn gehörig «mfs Korn, die Artillerie legte ebenfalls los, was das Zeug hielt, das Feuergefecht war im schönsten Gang. ,Bum — Bum — Bumbumbum!" (Schluß folgt-) Der schwere weg zur Kunst. Pucciiri wurde vor kurzem einmal gebeten, die ersten Kompositionen eines jungen Musikers zu beurteilen und zu sageit, vb der Mann Talent habe. Bei diesem Ausinnen verlor ber| große Komponist seine gewöhnliche Schweigsamkeit und wehrte entsetzt ab. „Nein, nein, und abermals nein," rief er. „Das ist eilt zu schweres Geschäft, über die ganze Zukunft eines Menschen zu Gericht zu sitzen, auf Grund von ein paar ersten Versuchen. Nur Zeit und Arbeit können erweisen, ob der junge Mann auf deut rechten Wege ist." Es ist ein schwerer und einsamer Weg, der zur Kunst führt; in undurchdringlichem Nebel verhüllt liegt das ferne Ziel, und kein Führer vermag den strauchelnden Wanderer zu stützen, keiner ihm den unwegsamen Pfad zu bahnen.. - Das ist auch die Ansicht der großen Wagnersängerin Fremstad, die in der Bostoner Zeitschrift The Musician den Anfängerinnen in der Sängerlausbahn lehrreiche Erfahrniigen aus ihrem eigenen Leben mitteilt und ein stolzes Selbstbekenntnis ihrer Kunst ablegt: -,Der beste unter allen Führern aus dem'schweren Wege Mr «Kunst ist die innere Stimme, die uns eingeboren ist und uns zwingt, eine bestimmte Richtung im Leben einzuschlagen. Die große Gefahr für jede Sängerin in ihren Anfängen ist die, daß sie zu jung ist, um sich selbst richtig zu beurteilen. Ich wußte nichts von musikalischen Fragen, nichts von dem Verantwortlichkeitsgefühl des Künstlers; ich wurde allein vorwärts getrieben von einem Verlangen, nur das eine zu tun und nichts anderes in meinem ganzen Leben: zu singen. Niemand kann einem anderen eine Laufbahn mit glücklichem Erfolge garantieren. Rat ist ja ganz gut, aber wer will die Möglichkeiten erkennen, die in einer Menschenseele! schlummern, wer kann sagen, wie weit jemand kommen wird, da die Entwicklung so vieles Ungeahnte ans Licht bringt und der Menschliche Wille so Großes vermag? Seht zum Beispiel ein Mädchen mit einer von Natur kleinen Stimme. Wer kamt sagen,, wie diese Stimme sein wird nach zehn Jahren der Ausbildung und der Entfaltung? Jeder Schritt des Studiums sollte vorwärts führen zum höchsten Gipfel und jede Rolle, die man lernt, größere! Kraft und Fülle bringen, auf denen weiter gebaut werden kann für größere Dinge. Zeit, Arbeit und Erfahrung, und mir diese, werden zeigen, was sie vollbringen kann. Arbeit ist das große Wort- das vorwärts bringt, wenn nicht die falsche Eitelkeit nach Bühnenglanz uns antreibt, sondern ein unwiderstehliches Verlangen, eins tiefinnerliche Sehnsucht. Ich fühlte, daß es sonst nichts int Leben gab, was ich hätte tun können, und so tat ich denn dies eine mit aller Macht. Bei jedem Mädchen, das den rechten Weg der Kunst gehen will, Muß dieses anfeuernde Streben dasselbe! sein. Es darf für sie keine andere Wahl geben, und sie mutz den großen Schritt tun in dem festen Bewußtsein, daß nichts anderes ihr das gleiche Glück bringen kann. Ich habe gefunden, daß Kunst das einzige im Leben ist, was wirkliche Glückseligkeit! zu geben vermag; andere Dinge, die mir schön erschienen, sind verblaßt, aber die Freude an der Kunst bleibt leuchtend und ewig." Mme. Fremstadt leugnet dabei aber nicht die hohe Bedeutung einer guten Ausbildung, und sie meint, daß früh damit begönnert werden müsse. „Eine gute Schulbildung bis zu 18 Jahren und eine gute musikalische Grundlage sind Notwendigkeiteir." Die Stimme bedarf eines 6- bis 8 jährigen vorbereitenden Stadiums, Der Lehrer kann nur die allgemeinen Grundsätze angeben, im Grunde muß jeder selbst nach seiner praktischen Erfahrung lernen, was er tun soll und wie er sich entwickeln kann. „Niemand kann darin raten, als nur jeder sich selbst. Wir kommen allein in die Welt, wir Machen unseren 'Weg allein und wir sterben allein^ So ist es auch auf dem schweren Weg, der zu den Höhen dev Kunst führt. Jeder muß seinen eigenen Weg gehen, keiner kann ihn titor ihm gehen. Die Sängerin lernt ihre Lektion, int Lebest wie in der Kunst, nur durch die eigene Erfahrung." humoristisches. * Segen des Reichtums. „Für die eine Ohrfeige, die du dem Schulzen gegeben hast, mußtest du 15 Mark bezahlen." — „Ja. Aber sobald ich mal Geld habe — kriegt er triebet! eine." * Malice. Weinhändler: „Wenn ich nur wüßte, weshalb man mich aus dem Verein ausgestoßen hat?" — Bekannter k „Haben Sie ihm vielleicht 'mal kürzlich ein Fäßchen Wein dediziert, * Fraglich. „Wann liefert dir denn der Schneider dest neuen Anzug?" — „Wenn er sich nicht nach mir erkundigt, aist Donnerstag." Schachaufgabe. Von F. R. G i 11 i n s. abedefgh abedefgh 8 8 6 6 5 5 4 3 3 Matt in zwei Zügen. Auflösung in nächster Nummer.. Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer: Fahnenflucht — Tteinerz — Albatros — Nicolai — 5Kuctcroogel$ Fran z L i s z t. Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckereh R. Lange, Gieße»