M - Ur. <98 ii E IW I|1M MM M l*B u K ■ Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Sie verbrachte eine schlimme Nacht — erwachte in einem Zustande furchtbarer Erschöpfung — erholte sich aber später am Tage auf merkwürdige Weise. Meine elastischen Lebensgeister erholten sich mit ihr. Ich konnte von Percival und Madam Rubelle nicht früher als am Morgen des 26. Antwort erhalten. In der Erwartung, daß sie meine Anordnungen befolgen würden, was, wie ich wußte, der Fall sein werde, wo nicht ein ltnfall sie daran verhinderte, ging ich, um einen Wagen zu bestellen, in dem ich Lady Glyde von der Eisenbahnstation abholen wollte, und befahl dem Kutscher, um zwei Uhr am Nachmittage des 26. vor meinem Hause zu halten. Nachdem ich mich überzeugt, daß man die Bestellung ins Buch eingeschrieben, ging ich, um mit Monsieur Rubelle meine .Vorkehrungen zu treffen. Auch versicherte ich mich der Dienste zweier Herren, die mir die nötigen Atteste des Wahnsinns ausstellten. Den einen derselben kannte ich persönlich; der andere war Monsieur Rubelle bekannt. Beide waren Männer, deren kräftige Geister sich hoch über engherzige Skrupel erhoben — beide waren in einer augenblicklichen Verlegenheit — beide glaubten an mich. Es war bereits nach fünf Uhr nachmittags, ehe ich. von der Ausführung dieser Pflichten zurückkehrte. Als ich zu Hause anlangte, war Anna Catherick tot. Tot am 25., und Lady Glyde sollte erst am 26. in London eintreffen I Ich war überwältigt. Es war zu spät, um umzukehren. Ehe ich noch heimgekommen war, hatte der Arzt diensteifrigerwetse übernommen, mir alle Mühe zu ersparen, indem er gegangen war, den Sterbefall und das Datum desselben mit eigner Hand zu registrieren. Mein großartiges Projekt, das bis hierher unangreifbar gewesen, hatte jetzt seine schwache Stelle — keine Bemühungen von meiner Seite konnten das unheilvolle Ereignis des 25. wieder gut machen. Ich trat der Zukunft mannhaft entgegen. Da Percivals Interessen und die meinigen noch auf dem Spiele standen, blieb uns nichts weiter übrig, als dasselbe zu Ende zu führen. Ich rief meine unerschütterliche Ruhe zurück — und spielte es weiter. Am Morgen des 26. erhielt ich Percivals Brief, der mir die Ankunft seiner Frau mit dem Mittagszuge ansagte. Madame Rubelle schrieb ebenfalls, und zwar, daß sie abends ankommen werde. Ich fuhr in dem Wagen ab, um die echte Lady Glyde bei ihrer Ankunft um drei Uhr von der Station abzuholen, während die falsche Lady- Glyde tot in meinem Hause lag. Unter dem Sitze des Wagens hatte ich die Kleider, die Anna Catherick getragen, als sie tu unser Haus gekommen, mitgebracht, um die Auferstehung der Verstorbenen in der Person der Lebenden zu bewirken. Lady Glyde war aus der Station. ES gab hier beim Zusammensuchen ihres Gepäckes großes Gedränge un>5 mehr Verzug, als mir (in der Befürchtung, daß sich unter der Menge Bekannte von ihr finden möchten) lieb war. Ihre ersten Fragen, als wir abfuhren, ivaren flehende Bitten um Nachrichten über ihre Schwester. Ich erfand welch« von der beruhigendsten Beschaffenheit, tttbent ich ihr die Versicherung gab, daß sie ihre Schwester in meinem Hause s,ehen werde. Mein Haus ivar bei dieser Gelegenheit in der Nähe vom Leicester-Platze und von Monsieur Rubelle bewohnt, welcher uns im Flur empfing. Ich führte meinen Besuch ht ein oberes Hinterzimmer, während die beiden Aerzte in der unteren Etage warteten, um die Patientin zu sehen und ihre Atteste zu schreiben. Nachdem ich Lady Glyde durch die notwendigen Beteuerungen über ihre Schwester beruhigt, brachte ich meine Freunde einzeln in ihre Gegenwart. Sie machten die Formalitäten der Sache kurz, verständig und gewissenhaft durch. Ich ging wieder ins Zimmer, sobald sie dasselbe verlassen hatten, und beschleunigte sogleich den Gang der Ereignisse, indem ich Miß Halcombes beunruhigenden Zustandes Erwähnung tat. Der Erfolg war, was ich erwartet hatte. Lady Glyde wurde üugstlich und ohnmächtig. Zunr zweiten und letzten Male rief ich die Wissenschaft zu Hilfe. Ein mit Medizin versetztes Glas Wafser und Riechfläschchen ersparten ihr alle weitere Unannehmlichkeit und Uttruhe. Eine zweite Dosis später abends verschaffte ihr den unschätzbaren Genuß einer guten Nachtruhe. Madame Rubelle langte zur rechten Zeit an, um Lady Glydes Toilette zu übernehmen. Ihre eigenen .Kleider nahm matt ihr abends weg und die Anna Cathericks wurden ihr von den Händen der guten1 Rubelle mit der strengsten Beobachtung der Schicklichkeit am folgenden Morgen angetan. Während des ganzen Tages erhielt ich unsere Patientin in einem Zustande teilweiser Bewußtlosigkeit, bis der geschickte Beistand meiner ärztlichen Freunde mir schon früher, als ich zu hoffen gewagt, den notwendigen Befehl zur Aufnahme der Kranken verschaffte. Noch an diesem Wende (dem Wende des 27.) begleiteten Madame Rubelle und ich unsere falsche Anna Catherick nach der Irrenanstalt. Sie wurde dort mit großem Erstaunen, aber ohne allen Verdacht empfangen — dank dem Befehle, den Attesten, Percivals Briefe, der Aehn- lichkeit und der Patientin eigner zeitweiliger Geistesverwirrung. Ich kehrte sofort im Besitze der Kleider und Effekten der wahren Lady Glyde zu der Gräfin zurück, um ihr bet den Vorbereitungen zur Beerdigung der falschen Lady Glyde zu Helfen. Diese Effekten wurden später mit dem Fuhrwerke, welches zur Beerdigung benutzt wurde, nach Cumberland geschickt. Ich folgte dem Begräbnisse mtt angemessener Würde und in den tiefsten Dranerkleidern, 790 Meine Erzählung dieser merÄvürdigen Ereignisse, die unter ebenso bemerkenswerten Verhältnissen geschrieben ist, schließt hiermit. Die kleineren Vorsichtsmaßregeln, welche ich in Limmeridge House beobachtete, sind bereits bekannt — ebenso der süperbe Erfolg meines Unternehmens — i ebenso die soliden pekuniären Resultate desselben. Ich muß mit der ganzen Kraft meiner Ueberzengung versichern, daß die eine schwache Stelle meines Projektes nie entdeckt worden wäre, falls ich nicht zuerst die eine schwache Stelle meines Herzens verraten hätte. Nichts als meine unheilvolle An- betmrg für Marianne hielt mich davon zurück, zu meinem eigenen Schutze herbeizueilen, als sie die Flucht ihrer Schwester bewirkte. Ich lief die Gefahr und baute auf die gänzliche Vernichtung der Identität von Lady Glyde., Falls entweder Marianne oder Mr. Hartright diese Identität zu behaupten wagten, so würde man ihnen nicht geglaubt, sondern Verdacht gegen sie geschöpft haben, und sie waren bann machtlos, mein Interesse oder Percivals Geheimnis in Gefahr zu bringen. Ich beging einen Irrtum, auf eine so blinde Berechnung von Zufälligkeiten zn bauen. Ich beging den Zweiten, als Percival für seine Halsstarrigkeit und Heftigkeit gebüßt hatte, indem ich Lady Glyde eine zweite Gnadenfrist vom Jrrenhause zuteil werden ließ und Mr. Hartright eine zweite Gelegenheit gab, mir zu entwischen. Kurz, Fosco war während dieser ernsten Krisis sich selbst untren. Beklagenswerte, fehlerhafte Inkonsequenz! Seht her — die Ursache desselben, hier in meinem Herzen — erkennet in Marianne Hälcornbes Bilde — die erste und letzte Schwachheit in Foscos Leben! — Noch ein Wort, und dann soll die Aufmerksamkeit des Lesers freigegeben werden. Meine eigene geistige Einsicht sagt mir, daß Leute von wißbegierigen Gemütern hier unfehlbar zwei Fragen tun werden. Erste Frage. Was würde ich getan haben, falls Anna Eatherick nicht zu jener Zeit gestorben wäre? Ich hätte in diesem Falle der erschöpften Natur zur ewigen Ruhe Verholfen. Ich hätte die Tore des Gefängnisses des Lebens ■geöffnet und der Gefangenen (die unheilbar am Geiste wie am Körper litt) eine glückliche Freiheit gegeben. Zweite Frage. Verdient mein Verfahren ernstlichen Tadel? Nein. Habe ich nicht sorgfältig vermieden, die Gehässigkeit eines unnötigen Verbrechens auf mich zu laden? Mit meiner weiten Kenntnis der Chemie hätte ich Lady Glyde ihr Leben nehmen können. Mit ungeheuren persönlichen Opfern folgte ich den Eingebungen meines Scharfsinnes, meiner Humanität und meiner Vorsicht — und nahm ihr statt dessen ihre Identität. Man beurteile mich nach dem, was ich hätte tun können! In diesem Land allerdings rechne ich kaum darauf, daß man mit Recht widerfahren lassen wird. In wenigen Stunde»' verlasse ich den englischen Boden auf immer. Fosc o. * Walter Hartrights Au s s a g e. Schlußwort. In einer Viertelstunde, nachdem ich Forest Road verlassen, war ich zu Hause angelangt. Wenige Worte genügten, um Laura und Mariannen zu erzählen, wie mein verzweifeltes Abenteuer geendet und was das nächste Ereignis unseres Lebens in Wahrscheinlichkeit sein werde. Ich sparte alle Einzelheiten bis später am Tage auf und eilte nach St. Johns Wood zurück, um' den Mann aufzusuchen, von dem Graf Fosco den Wagen gemietet hatte, als er Laura von der Station ahholte. Die mir gegebene Adresse führte mich zu einem „Lohnkutscher", der ungefähr eine Viertelstunde von Forest Road wohnte. Der Mann war höflich und entgegenkommend. Als ich ihm verständlich machte, daß eine wichtige Familienangelegenheit mich zu der Witte an ihn nötige, daß er in' seinen Büchern nachsehe, um einDatum zu erfahren, von dem dieselben mich würden unterrichten können, zeigte er sich iuillig, mir meinen Wunsch zu gewähren. Das Buch wurde herbeigebracht und da unter dem Datum „den 26. Juli 1850" stand die Bestellung in diesen Worten: \ ,Mrougham für Graf Fosco, 5, Forest Road. Zwei Ahr. (John Owen.)" / John Owen war der Kutscher. Er entsann Ich noch der auffallenden Gestalt des Grafen mud sogar des Namens der Dame, die er gefahren hatte, indem zufälligerweise seine Frau als Mädchen ebenso geheißen hatte, wie sie. Nun fuhr ich mit meinen Papieren unverweilt zu Mr. Kyrle. Dieses Mal hatte ich mehr Erfolg bei ihm, als bei meiner ersten Unterredung; am nächsten Morgen reisten wir mit dem Frühzug ab: Laura, Marianne, Mr. Kyrle, John Owen und ein Schreiber aus Mr. Kyrles Bureau. Ich brauche wohl nicht die Erschütterung zu beschreiben, der Mr. Fairlies Nerven durch unseren Besuch ausgesetzt wurden. Trotzdem glaube ich aber doch nicht, daß sie die Ursache war, daß nach einem Fahre unser inzwischen geborenes Söhnchen Erbe von Limmeridge wurde. Die Grabinsch st wurde durch den Namen „Anna Catherik" ersetzt. Nur einmal noch warf die Vergangenheit ihre Schatten auf unser sonniges Glück: als jener rätselhafte Mord durch die Zeitungen ging, der in Paris an einem ungewöhnlich korpulenten Manne begangen worden war, von dem man nur wußte, daß er Arbeiterkleidung getragen hatte. Zufällig kam eine Photographie des geheimnisvollen Ermordeten in einer Zeitschrift nach Limmeridge House. Auf den ersten Mick erkannte ich darin den — Grafen Fosco. Besonderes Aufsehen hatte der Mord deshalb erregt, weil man auf dem Arm des Ermordeten über einer kleinen Tätowierung ein „T" eingeschnitten gefunden hatte. Mein Freund Pesca, der schon seit über einem Monat um jene Zeit bei uns zu Besuch weilte, behauptete, der rätselhafte Buchstabe könne nur eines bedeuten: nämlich das italienische Wort „trabitore", was Verräter heißt. Alles übrige blieb in Dunkel gehüllt. Thomas MaMotts §amU enlebm, Vmutfchrl und hochzsit. Von Gg. Schäfer. (Fortsetzung aus Nr. 196.) An der großen Freitreppe stand Moses Maycrfeld mit einem kleinen Blumensträußchen, als Thomas mit der Braut erschien. „Wie eine Blume zu Saron und eine Rose tin Tale, so schauet ihr ans," sprach Moses zur Braut, wobei er die Blumen überreichte. „Und wem ein tugendsam Weib beschert ist, dce rst tuet edler denn die köstlichsten Perlen," sprach er zu dem Bräutigam. „Und dem ganzen Hause wünsche ich Glück, Segen und Frieden immerdar." _ , „Ich dank Euch herzlich, Mo,es!" antwortete Thomas. „Auch ich danke sehr!" fügte Anna hinzu und reichte dem Manne die Hand. t „Gv. Joh. 1, 47!" sprach der Vikar zu dem Bürgermeister., „Wie heißt es dort?" fragte dieser. „Ein echter Israelit, in dem kein Falsch ist.. Auf Befehl des Bürgermeisters mußte Mo,es em Stück Kuchen und ein Glas Wein aimehmen. „Sein Mensch darf heute das Wallbottshaus verlassen, der nicht vorher ans die Gesundheit der beiden Paare getrunken hat," lautete der Auftrag an die Aufwärter. , m . „„ , . , Der Tanz begann. Braut und Bräutigam eröffneten den 9t et 9 en Beim zweiten Tanz holte die Braut den Schwiegervater, der Bräutigam tanzte mit der Mutter. Nun kam alles m Bewegung. Wer Beine hatte, mußte sie rühren. Selbst Trauer gilt nicht als Ausrede bei einer Hochzeit, weil diese die Trauer! "^„Aennchen, mein Schwiegertöchterchen!" sprach der Bürgermeister schnaufend und prustend, als der Tanz aus war, „dü schwebst so leicht dahin wie ein Vögelchen. Wenn es so ourchs Leben geht, will ichs loben." , „Sonnenschein, Sang und Tanz kann nicht alltäglich fern, antwortete die schöne, glückstrahlende Braut. „Mer ein froher, zufriedener Sinn, neben treuer Pflichterfüllung, wird schon durch- helfen u „Recht mein Schah!" antwortete der Bürgermeister; „ich bin aber doch neugierig darauf, wann zum erstenmal „das Stühlchen gerückt" wird." *) Der Tanz ging weiter. Zwischendurch wurden allerlei Späße und lustige Streiche ausgeführt. Beim Reukers Vetter erwachte plötzlich die Tanzlust. „Ann-Christine, wir müssen auch einmal tanzen!" rief et seiner Frau zu. , . „Gelt dir ist zu wohl! Denk an den Esel, der aufs Eis! ging," versetzte seine Frau. „Ms her, wir tanzen!" rief Renker. Da stieß der Trompeter in sein Blasinstrument, es würde mäuschenstille. .Wallbott verkündete: *) Unter dem Ausdruck: „sie haben das Stühlchen gerückt"» versteht man: sie haben den ersten ehelichen Zwist gehabt. 791 „Solo, die Männer tanzen! Jeder muß mit seiner FraU diesen Reigen tanzen. Die jungen Leute gehen zur Musik und singen den Reigen mit, daß es ordentlich klingt." Ter Tanz begann; die Alten kamen Bannt einmal herum, dann singen sie an zu schnaufen und zu pusten. Jetzt erscholl ein großes Gelächter. Wallbott, der Schalk, hatte den Musikanten befohlen, das Lied zu spielett: „Jeder hat sein Kreuz in Händen." Ein starkes Jubeln Und Lachen brach von Neuem los. Vetter Heibel kam zu Renker. „Freut mich!" ries er unbl faßte die dicke Base, die an jenem Tage elf Röcke angezogen hatte, bei der Hand: „Ich must mit der Base einen gemütlichen Hopswalzer tanzen." Ann-Christine wollte nicht, aber Heibel zog und Renker schob, da ging das Hopsen los. Ann-Christine stolperte und fiel nieder, wobei sie Heibel mitriß. „Freut mich !" rief Pachter Stock. Da kamen andere Paare herangetanzt, die über Ann-Christine und Heibel stolperten. Es gab einen großen Menschenlnäuel. „Jeder hat sein Kreuz in Händen" sang die Jugend und die Musik spielte dazu. „Regenbogen und Altweibertänz' sind bald vorüber wie das Echo im Wald," sprach Vetter Schlienbecker zu Renker; „komm Vetter, wir gehen hinüber und krustelieren wieder ein wenig." Renker ließ sich den Vorschlag gefallen. Nach und nach folgten andere Gäste, die Verlangen nach einem guten Bissen hatten. Als der Tag graute, verzogen sich die Gäste. „Jetzt rück' einmal heraus, alter Schatz!" sprach der Bürgermeister, auf dem Bettrand sitzend, zu seiner Frau, „wo hat Anna die 10 000 Gulden her?" „Von mir, du alter Schlaukopf!" lachte Regine. „Und wo hast du sie her? Doch nein, ich weiß: aüs dem Milch-, Butter- und Eiergeld. Du hast die Sach' zusammengehalten. Tu hast die Armen aber auch sehr unterstützt; wo also kommt es her, Regine?" „Am meisten Arbeit hat das erste Tausend gemacht; dieses And die folgenden haben mitgeholfen. Je mehr ich den. Armen Und Bedürftigen gab, desto reichlicher kam es wieder ein. Es lag Segen darauf." „Gottlob, ja! Regine, du bist ein braves Weib. Du hast auch die Anna gefunden, ich denk', sie lvird zu Glück schlagen." „Das ist mein Wunsch und mein Gebet. Als ich das Mädchen so an dem alten Weibchen herum hantieren sah, rief eine Stimme in mir: das ist etwas sür deinen Sohn." „Recht, meine Alte! Und nun mit frischem Mut ins neue Leben hinein." Bei Großknecht Matthes Brück ging es nicht minder hoch her, wie bei der Herrschaft. Am meisten freute sich Matthes auf seine Leibspeise: den Hirsebrei. „Fein mit Butter geschmelzt, mit Zucker und Zimmt bestreut wird dein Hirsebrei!" sprach die Köchin. ,^Kein Baron, kein Graf kriegt ihn besser als du. Vor dem Schlafengehen mußt du ihn essen, er gibt Kraft zu guten Vorsätzen. So ist es hier Gebrauch." I „Recht Köchin, mach' deine Sach' gut", antwortete Watches, der mit Sehnsucht auf den Hirsebrei iöartete, denn der beim Mittagessen gebotene Brei war nicht ganz so ausgefallen, wie der in Aussicht gestellte. _ Neben Scholzehannjers wohnte die Witwe Eva Spatz, genannt Pfeifestoppers Ev'. Sie hatte einen fünfzehnjährigen Sohu Michel; er etwas klein von Statur, aber gewandt wie eine Matze und ebenso naschhaft. Michel hatte tagsüber schon manchen guten Bissen bei Scholzehannjers geschluckt, nur keinen Hirsebrei; fiir diesen ließ er sich totschlagen. Er hörte, wie Matthes den Hirsebrei bestellte, der die letzte Kost des Bräutigams, vor dem Schlafengehen sein sollte. Davon muß ich auch meinen Teil haben! gelobte Michel bei sich selbst. Mitternacht war vorüber. Die Köchin bereitete den Hirsebrei und stellte ihn warm. Dann nahm sie noch einen Schluck Ulrichsteiner" und setzte sich hinten in die dunkelste Ecke der Küche. Nach wenigen Minuten verfiel sie in einen festen, tiefen Schlaf. Sie hatte zwanzig Stunden angestrengt gearbeitet. Michel war draußen umher geschlichen, wie der Marder, der ;ein Hühnerhaus berauben will. ,, „Jetzt wirds gelingen!" sprach Michel, als er die Köchin schnarchen hörte. Er zog die Schuhe aus, schlich m die Küche, goß soviel Brei in einen mitgebrachten hölzernen Teller als hinein ging, deckte die geleerte Schüssel wieder zu und huschte davon. Zuhause löffelte er die köstliche Speise schnell hinunter fast konnte er sie nicht ganz zwingen, dann schlüpfte er in das Bett. , _ , r„,,r. Um die dritte Morgenstmide machte die Hochzeitsgesellschaft Anstalten zum Weggehen. „Den Hirsebrei!" rief Matthes zur Türe hinaus. Die Köchin fuhr aus dem Schlafe, sie ergrtf sdie Schussel sund trug sie hinein vor den Bräutigam. Dieser hob den Deckel von der Schüssel, sie Ivar leer. „Was ist mit dem Brei geschehen?" rief Matthes; zornig schaute er die Köchin, die Braut, die Schwiegermutter und die Kaufte an Alle waren sprachlos. — Empört über diese Behandlung, warf Matthes die Schüssel in die Ecke, daß sie in Stücke zersprang, dann rief er: „Wer den Hirsebrei gefr.....hat, mag auch bie Braut heimführen, sie gehört dem Lchrer, er hat zuerst „ja" gesagt. Und ich mach mir nichts aus der Lore!" Nach diesen Worten riß er die Türe aus und lies in den Wallbottshof, wo er in dem kleinen Stübchen neben dem Pferdestall in fein noch nicht besetztes Bett schlüpfte. Arn frühen Morgen fanden die Scholzehannjeru und die Köchin heraus, daß Pfeifestoppers Michel den Brei gestohlen hatte: seine Schuhe, die er im Hofe stehen ließ, hatten ihn verraten. Zornentbrannt rückten beide zu Pfeifestoppers Ev und fragten nach Michel. Ter wollte gerade herausschllipfen, da faßte ihn die Scholze- hannjeru beim Wickel und bearbeitete sein Hinterteil mit einem bereit gehaltenen Latteustück. Michel schrie, daß man ihn über drei Häuser hörte. „Nun hast du dein Fett!" rief die Köchin, als sich die Scholzehannjern müde gellopft hatte. „Geh hin und schmelz deine Suppe mit." Darauf eilten beide stolz hinweg. Michelchen rieb die getroffenen Körperteile, daun lachte er. „Brauchst auch noch zu lachen!" zürnte seine Mutter. „Ich hab zwei Hosen und zwei Jacken angezogen, weil ich mir dachte, daß die Scholzehannjeru kommen würde. Tie Prügel taten nicht weh, wenn ich auch heftig schrie; ich hab sie bald eingerieben und vergessen. Aber den guten Hirsebrei vergeß ich mein Lebtag nicht." , , Nachdem Michel abgestraft war, lief die Köchin in den Wall bottshof, wo sie den Ausrisser vermutete. Sie erzählte Matthes wie sich die Sache zugetragen hatte. „Ueberleg doch!" sprach sie, „Pfeifestoppers Bub kann bu Lore nicht heiraten und der Lehrer hat feine Frau." „Ich mach mir nichts aus der Lore, sie kann mich laufen lassen," murrte Matthes. „ „O du Klnghans!" rief die Köchin. „Die Lore hat schönes Sach, aber du hast nichts. Wenn du alt und steif bist, wirst du ausrangiert tote ein lahmer Postgaul!" „Das tut der Bürgermeister nicht!" versetzte Matthes. „Meinetwegen! aber überflüssig wirst du wie ein Wurst- schnipfel. Dann dankst du deinem Herrgott, wenn du warm bet der Lore sitzest, he? Und bie alle Scholzehannjern spart noch etwas dazu, he? Du machst dir nichts ans Lore! 'Xie Lieb wird im Liegen gut wie die Holzäpfel und mürbe nut der Zeit, wie die Schlehen." . „Der schlechte Streich hat mich zu feljr. geärgert u>id die Lore guckt mit einem Aug ins Haberfeld, sie hat eine Warze auf der Nase und einen Schnurrbart unter der Nase. Das habe ich jetzt erst deutlich gesehen," erwiderte Matthes mit etwas weniger ZE„Ohaa!" rief die Köchin. „Ter schlechte Streich hat dir viel gutes gebracht, denn ich habe dir eine doppelte Portion Hirse- brei gekocht. Lore stand neben mir, sie hat mu die Kunst abgelernt. Schönheit vergeht, aber Tugend besteht. Das Haus und die Aecker decken Schnurrbart und Warze zu. Jeden Sonntag sollst du deine Leibspeis haben. Ohne den Diebstahl wäre dies nicht so geworden. Jetzt auf und vorwärts, deine Leibspeis wartet auf dich und jeden Tag gibts ftischen." „Ich glaub, du hast recht, Bärbel!" antwortete Matthes; er griff nach seinem Hut, ging mit, verspeiste seinen Hochzeits- Hirsebrei nachträglich und die Hauptsache war: er kam spater mit Lore gut aus. «i-n Im Wallbottshause tienammclten sich die einheimischen Gaste am folgenden Tage noch einmal, um bie „Ures", d. h. die Heber» bleibsel, zu verzehren, sowie die Hochzeitsgeschenke zu betoimbern. Es wurden auch noch lustige Streiche gemacht, bann war die Hochzeit vorbei, voii der noch nach vielen Jahren erzählt würbe, (Fortsetzung folgt.) Dom Ainder-weihnachisbarM. An einem Dezember abend las ein Baier, wührendJeiii Junge im Zimmer spielte, der Mutter vor, was Göhre im Weihnachts- heste des Kunstwarts über den schniuckloseii Christbaum für Erwachsene geschrieben hatte. Ta fragt der Meine mit Besorgnis: „Aber nicht wahr, bei uns wirds nicht so? Was Gohre geschrieben hat, bleibt durchaus im Recht, aber Erwachsene, und Kinder sind zweierlei, und die Kinder denken alle ime meines. Ihr Herz hängt an golbigen Aepseln und Nüssen und schäum, darin sich der Lichterglanz spiegelt, ihr Herz hangt am -Aarchen- baum. Sie können sich auch nichts Lieberes denken, als bei der Ausschmückung des Baumes mitzuhelfen. Eltern und Erzieher sollten daher zeitig genug die Frage bebenfen, wie zur ^oeihuacht der Kinber-Baum geschmückt werden soll, und von vornherein auf „kompletten Christbaumschmuck",, mit baffen Hilfe die ganze „An- aeleaenheit" in einer Viertelstunde erledigt werden kann, vei- zichten. Tie ganze Familie soll wieder mithin, wie das vor etwa dreißig Jahren war. Damals bildeten Lllpfel, Nüsse und Pfeffer.- kuchen die herkömmlichen Schmuckinittel, und gleichsam zur Krönung der Arbeit wurde schimmernbes ChrisMndleinhaar hinzugesngt. Heute ist diese Ueberlieferung meist durchbrochen; die Mittel und Möglichkeiten einer Ausgestaltung sind unenblici) reicher geworden, uiid das Ergebnis — da es vielfach an .Geschmack, Zeit oder guter Anregung fehlt — sind bie geschmacklosen, überladenen 792 Bäume unserer Tage. Soll her geschmMkte Kinderbaum erfreulich wirken, dann ist es erforderlich, nicht alles Mögliche daran- Mhängen, sondern das Vielerlei der Möglichkeiten zu sichten, um eine Einheit zu gewinnen. Das ist notwendig und auch möglich, weil der neuzeitliche Zeichenunterricht dem Verständnis der Kinder hier vorgearbeitet hat. , , „ , . , .. Es wird sich immer um drei Haupt,achen handeln, Um die Lichttörper, den übrigen Schmuck und den Weihnachtstisch, auf dem der Baurn steht. Lichthalter (Suiten) bringt der Weichhnachts- marlt in größter Auswahl. Schön ist solche Ware freilich selten. Wer diese gepreßten Blechtüllen einfach mit einem roten, grünen oder blauen Farblacke einheitlich überstreicht, so daß sie als farbiger Fleck wirken, oder mit weißem, so daß sie mit der Kerze em Ganzes bilden, trägt schon wesentlich zu erfreulicher Wirkung bei. Wer ein übriges tun will, macht selber Tüllen von Holz, von Draht oder von beidem, die in gleicher Weise gefärbt oder auch in volkskundlicher Art bemalt werden können. Maßgebend für das So-oder-so wird die Erwägung sein: Sollen Kerze und Tülle einen als Ganzes wirkenden Lichtkörper bilden, oder sollen die Tüllen vor der Kerze bescheiden zurücktreten? Beide Möglichkeiten lassen gute Lösungen zu. Für den übrigen Schmuck bot eine Weihnachten 1910 von Prof Sehffert (Verein Sächsische Volkskunde) in Dresden veranstaltete Schau von Weihnachtsbäumen, die Schulkinder selbst geschmückt hatten, vielfache Anregung;, alle diese Arbeiten, ließen erkennen, wie man bei Beschränkung in der Wahl der Mittel zu guten Wirkungen kommen kann. Solche Einheiten sind beispielsweise Sterne, aus buntem, fächerförmig gefalteten Papier geschnitten. Mit ihnen geschmückt, sieht der Baum aus, als wären die Sterntaler vom Himmel gefallen und in den Zweigen hängen geblieben. Eine andere Einheit: Feingliedrige Papierketten von kindlich-kräftiger (zum Beispiel blau und gelb) oder anderer zum Grün des Baumes abgestimmter Farbenwirkung: weiter goldige Nüsse, die man als Schwerpuntt unter dem Lichtkörper anbringt Und die von einem durch einen Drahtring gesteiften Papierkränzchen Umgeben werden. Einen soliden natürlichen Schmuck bilden auch kettenartige Nußgehänge. Man versieht hierzu die Nüsse mit seinen Messingdraht-Stielchen und knüpft sie in gleichen Llb- ständen an Goldschnürchen; entweder welsche oder Haselnüsse oder beid' Sorten miteinander abwechselnd. 'Diese braunen Nußreihungen heben sich wirkungsvoll vom Tannengrün ab; im dünneren Fichtengezweig wirken sie vergoldet besser. Alle diese vorgeschlagenen Arbeiten erfordern Geduld imd Liebe zur Sache. Kleine- Schwierigkeiten erhöhen den Reiz und die Festfreude, und wer sich einmal in der angedeuteten Richtung eingehender mit Christbaumschmuck beschäftigt hat, wird merken, wie ihn die Arbeit Wick auf neue Gedanken bringt. Da nun der Christbaum seinen Festplatz in der Weihnachtsstube haben soll, ergibt sichs von selber, daß auch der Tisch, auf dem er steht, entsprechend geschmückt wird. Biblische Stoffe liegen am nächsten: Geburtsgeschichte und Zug der Hirten oder der Weisen. Aber auch andere Darstellungen bereiten den Kindern Lust. Da entsteht das Gewimmel der Christmarktbuden, pnd der "Baurn wächst gleichsam aus ihnen heraus. Oder man läßt den Baurn erzählen, was er im Märchenwalde gesehen hat: Es entsteht das PfefserÄichenhaus mit der Knusperhexe. Andere Kinder werden lieber Winters Freichen darstellen, errichten einen Schneeberg am Fuße des Baumes, und kleines, aus Ton modelliertes Volk baut den Schneemann, saust rodelnd den Berg herunter oder kämpft eine Schneeballenschlacht. Auf genannter Christ- baumschau war unter einem Baume auch ein winterlich verschneites Kirchdorf zu sehen, das von einem gar köstlichen Zaune umgeben war. Ser Zaun war in blauer Farbe gehalten, die Säulen stellten spaßig stilisierte Wintermänner dar, während auf den Zaunlatten schwarze, frosterstarrte Wintervögel hockten. Wer das Zeug dazu hat, könnte auch darstellen, wie die Blumenkinder Junten im warmen Erdenstübchen bei der Kreidolfschen Blumen- itonte den Winter verbringen. Der im übrigen weißgedeckte Weihnachtstisch müßte dann zum Abschluß mit einer frischgrünen Ranke eingekränzt werden, uni) die Kinder hätten dabei Wetter zu überlegen, wie sie biefe, etwa mit einem farbigen Baude umwinden und mit hier und da hineingesteckten Gvldnüssen beleben könnten. Vielleicht erprobens nun recht viele! Ich bezweifle nicht, daß bei solchem Tun der Christbaum wieder mehr und mehr seine alte bevorzugte Stelle einnehmen wird, aus der ihn „elektrische Kerzen" und fabrikmäßig hergestellter Äanmputz etwas verdrängt haben, und aus vollem Herzen wird dann wieder der Jubelruf der Kleinen Äklingen: „Der Christbaum ist der schönste Baum, den inir auf Erden kennen!" Daß er dann bei der Arbeit für seinen Schmuck in der ganzen Adventzeit vorleuchtet, wäre wahr- klch nicht der kleinste Segen dabei! M. Rich. Graef. Vermischtes. kf. D i e Schule der Langlebigkeit. In den Vereinigten Staaten gibt es einen Lehrer der Langlebigkeit, der vermittels des glückseiigen Lebens ein hohes Alter erreichen zu können vermeint, und deswegen z. B. rät, weiße, heitere Gewänder zu tragen, langsam zu essen und die Mahlzeiten durch angenehme Gespräche zu würzen Zweifellos hat er damit recht; nur sagt er nicht, ivas man tun solle, wenn man schlechter Laune ist. Dieser Mann steht in den Vereinigten Staaten nicht allein da, denn seit kurzem gibt es in Chicago eine Schule der Langlebigkeit, in der man in der Kunst, lange zu leben, förmlichen Unterricht erhalten kann. Die Lehrer der Langlebigkeit sind alle hochbetagte, hundertjährige Greise. Jeder dieser Lehrer wirkt, indem er sein eigene? Leben als Beispiel hinstellt und desien Einzelheiten aufzählt. Dabei kommt es denn vor, daß ein Schüler der Langlebigkeit in einer Vorlesung genau das Gegenteil dessen zu hören bekommt, was er in einer anderen gehört hat. Herr X., der 101jährige Lehrer der Langlebigkeit, ist vielleicht ein leidenschaftlicher Gegner des Tabaks, wie er auch Fleischnahrung verwirft, Herr P dageaen, der nur 99 Jahre zählt, hat zeitlebens geraucht wie ein holländischer Schiffer und mit Vorliebe Fleisch gegessen, während er Gemüse wegwerfend als Gras bezeichnete. Ebenso kommt es natürlich vor, daß der eine Langlebigkeitslehrer gern Bier trinkt und ein wenig schnapst, während ein anderer das für eine Todessünde erklärt. Wie sollen die unglückseligen Schüler sich da nun herausziehen? Wir meinen, die Vorschrift des seligen Mark Twain sei in diesem Falle das beste. Mark Twain litt nämlich einmal gleichzeitig an Sclmup'en und Fieber, und ein Freund sagte ihm, einen Schnupfen müsse man füttern, während ein anderer ihm anempiahl, das Fieber hungern zu lassem Mark Twain tat beides, indem er sich erst wegen des Schnupfens toll und voll aß und daun ins Bett legte, um das Fieber hungern zu lassen. ■ ri . * Die Regenwürmer -- Iudustrre. In der um* aogend von Nottingham herrscht jetzt reges Leben, denn die Monate Dezember nnd Januar sind die Hochsaison der — Regenwürmersammler. Die Stadt Nottingham liefert den Fischern in allen Gegenden Englands Regenwürmer, innd gegen 200 Personen finden dabei jahraus fahrern ihr Auskommen. Die gesammelten Würmer werden gewöhnlich mit 2 Mark für das Tausend bezahlt, so daß freilich Geduld und Geschicklichkeit dazu gehört, um genug zum Leben zu verdienen. Den Sommer 1911 über hatten die Regenwürmersammler von Nottingham, wie Reynold s Newspaper berichtet, auch schwere Zeiten, aber setzt ist die Not vorüber. Im Dezember und im Januar gelingt es mancheni Sammler bisweilen, an einem Tage bis zu 10 000 Würmer aufzulesen. Büchertisch. — Bon Klara Viebig, die unseren Lesern aus den Familienblättern schon lange bestens bekannt ist, ist un Verlag von E. Fleischet u. Co. in Berlin eine schöne Auswahl ans ihr en W e r ken erschienen. Der Verlag hat die beliebtesten fünf Bucher ber angesehenen Dichterin in einem hübschen Karton zusammen- gestellt und in ein einheitliches Gewand gehüllt, so daß die Sammlung in ihrer geschmackvollen Ausstattung eme Zierde jeden Weihnachtstisches fein wird. In die Auswahl sind aufgenommen: Nheinlandstöchter, der spannende Roman, der f. Z. m den Familienblättern so viel Anklang gefunden hat, die Packende Novellensammluiig Kinder der Eifel, in ber Klara Viebig ihre Heimat mit Meisterschaft schildert,,sernerder große Roman D i e W a ch t a m R h e i n, in der bte Geschichte der Stadt Duslel- dorf von 1800—1870 in einem Familienbild wirkungsvoll geschildert ist. 'Ser ebenfalls in den Familienblättern erschienene Roman Das schlafende Heer, m dem der Kampf des Deutschtums mit den Polen in den Ostmarkcu geschildert r|t, fehlt natürlich ebenfalls nicht. Den Schluß bildet der große, wuchtige Roman Einer Mutter Sohn. Der Preis der Sammlung ist verhältnismäßig niedrig. — Die Amati der Nestelhofss, Roman aus der Gegenwart von Alwin Römer. Verlag von Oskar Meister m Werdau. Ein lebhafter, frisch und fröhlich geschriebener Roman, den man mit Spannung liest. Liat-Ausgabe. Mittelhand erhält folgende Karte: Q Q + + + + + +, Sie tonmiert Treff-Buben und sagt nun Grand an; im Skat liegt noch Piqne-Siebeii. Das Spiel geht verloren. — Wie ivaren die Karten verteilt und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Rätsels in voriger Nummer: Enzian, Tau, T a u e n z i e n. Nedottion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«. Gießen-