SW Uz i M H S^Smtw»-W erbte Dienstag den 18. Aprll M — M. 60 tzrrftloide. Roman von Georg Freiherrn von Ompteda. (Nachdruck verboten.) *** L°ch 3t* von Mio» Wen nicht wir Äs * yÄÄ .Herzelvide. Sle erzahi.e es Ut - 6 Scherz beimaß, ich war erstaunt, welchen Wert sie bereut den ich, kaum war er geschehen, d ^nmerf£id)l zuerst, doch hatte, sie wurde rot dabei. ■ i Webten Straße vor allmählich stand Herzeloide, ans der v^evien mir wie mit Blut ubevgossu - $ bösen Ä ZWMZLtL« Es ist eigentlich zu dmmn, n 1 am ersten verschwatzt tulÄÄR fapeine. Mcht, .'M HLU5ku,7rL‘ ns,f,oi„ hns iunae ' äUrit: Zi-Huell, schnell! (Fortsetziing.) ' Run hieß sie HerZeloide. Das MV eine Begehung, so Vst sich e7was msichmlt und dann nM weLmgesührt wird, !o aina es auch hier. Wir kamen nicht zusammen. Ja, tun. Sollte ich hingehen und fragen „Wie W ^VrftTrrfptt MLMZMM 8L SAA w m. £S mande des schlichten Bürgers, das freilich itn modsichsten Rioil bestand, wie es nur je mis den Händen eines Sclstn |"c M ff'ÄÄiiwfe Jmertt xrot,. mutet auf dem Master der w M ,-ie verloren in der etwas Gemeinsames suhlen, als wa^ V Landrates er- Riesenstadt, ^d) ließ mir ,ö°m über alle zählen, und dann rnußst ich AuMrust geven ^^einen Herren des Regiments, über ulle 1 zusammen, das Garnison. Das gab em Band, tnw Mtme zma^.^ brachte uns in einer WierKhtund nah^ einer Mutfnnge OiW« und bte WS hatte» erwachsenen Tochter - st früher V, toie Aber ich nannte das Mädchen nicht v3,p• <, 'nniw ich es doch trm durfte, und sagte uuch^ __ unwilftnr- diges Fräulein", und bei diesem llmEN lich befangen - tarn. e3 jm I«T«m testen m nigstens zwischen uns beiden, über icy, i w jnir, fl(g $tS*eteto ««bester- s .« Schön war sie deshalb uußt geworoen. i f.fi !ämn«”X*ib Enehm.und die bl-neu Wg-n n. ^TSScht-sth «ZK» Sr“»”«Ä I mich. Als das junge Madch guter Freund, kam es SaTffÄÄ d-r MM- «er «- WW | _ Wissen Sie das noch? I *ZZ S^mich so nennen dürfen? ' 1 S» *W HeEWL"Henblgsw ^^tchMnBiLMWeßmkrAllreiKrB«rlllAilzeigch/ 238 — Mü Achte W mich noch einmal herum und' sagte: H Adieu, Herzeloide! Dann schlugen hie Wogen von Berlin über mir zu- KTitelt, ich Meine: Wagenrasseln, Menschengewirr und ten der elektrischen Bahnen. Ich stürzte davon, die Freunde zu treffen, die ich« denn auch glücklich noch erreichte. Wir find wohl in den 'Wintergarten gegangen. Dessen erinnere ich mich nicht mehr. Irgendwo muh es gewesen sein, wo man rauchen durfte, ein Glas Bier dabei trinken Und plaudern, oder süß eingelullt von jener MUsik, bei der das Hirn dämmernd ruhen kann, dafitzen und sich wie ein Pascha aus der Bühne etwas vormachen lassen. An Herzeloide habe ich nicht mehr gedacht: kaum klau- jjeit die Stimmen der Freunde, so war sie wie ausgelöscht aus meinen Minnen. Während des ganzen Kommandos tauchte sie nicht wieder in meinem Gedächtnis auf. Berlin, Berlin, das große Berlin nahm den kleinen Provinz- leutnant ganz gefangen. Nicht daß ich untergegangen wäre IN Strudel der Vergnügungen, aber wie noch vor wenig Fahren mein Herz gebrannt hatte für jede runde Wange und jede glatte Stirn, fo wollte ich jetzt alles wissen, alles sehen, alles erleben. Ueberall mußte ich gewesen sein: beim Nennen wie in den Museen, im Konzert wie bei der Parade. Fch ließ mich einladen, wo nur ein Tisch gedeckt stand und ewe Fidel klang. Ich fühlte mich verpflichtet, jeden Verwandten, der nach der Hauptstadt kam, herumzuführen, als ob ich allein die Schlüssel hätte von dem großen Berlin. Mir ist es noch heute ein Rätsel, wann ich schlief, woher mir die Kräfte wuchsen. Ich dachte an alles, nur an meine Herzeloide nicht. Und sonderbar, ich begegnete ihr auch nicht in Gesellschaft nirgends traf ich, nirgends fah ich sie. Ihre Mutter Und sie schienen nicht mehr in Berlin zu sein. Herzeloide war, wie sie jäh erschienen, so jäh wieder versunken. Dann ging das Kommando zu Ende, und ich kehrte in die Garnison zurück. Dienst kam, Dienst, Dienst. : Und sonst hörte ich nichts wieder von ihr. Die Menschen vergessen ja einander so wahnsinnig schnell. Aber ich fragte auch nicht nach .Herzeloide. * Endlich hatte ich meine vier Wochen Herbsturlaub in der Tasche. Dieses Jahr wollte ich in irgend ein Seebad, Btte auch schon Urlaub vor dem Manöver bekommen, da rzte der Rittmeister, und da der ältere Offizier der Schwa- on schon beurlaubt war, mußte ich dableiben. Nun im Herbst ivar es zum Baden in der Nordsee zu spät. Also die Berge. Wohin wußte ich nicht. Erst einmal nach München. Ich ging in den 'Glaspalast, um Bilder anzusehen — eine Sezession gab es damals noch nicht. Sonst wäre ich gewiß dorthin geeilt, denn von dem alten Drang lebte noch manches in mir, und alles, was neu, sonderbar, angegriffen, bekopsschüttelt war, zog mich an in jenen Jahren. Ms ich meinen Schirm abgegeben hatte — denn es regnete !— regnete, wie ich zu sagen Pflegte, grundsätzlich überall, wohin ich kam — erschienen zwei Damen neben mir. Die Jüngere legte die Nummer hin, und zwei Regendächer wurden ihr dafür gegeben. Ich wollte vorüber, da erkannten wir uns: Herzeloide! h- Sie hier? — fragte Frau von Leristvw. Ich gab zurück: s— Darf ich nicht, gnädige Frau? h— Gewiß. Ich wundere mich nur. i— Sie meinen, ich interessiere mich nicht für Bilder? Ich hatte offenbar ein gekränktes Gesicht gemacht, denn die Damen beeilten sich, mich zu beruhigen. Sie wären nur erstaunt gewesen, mich in München zu sehen, denn Sie wähnten mich irgendwo in der Garnison, sei es au' teilt Reitplatz, sei es in der Kaserne. Wir unterhielten uns eine Weile, aber da es in dem halb offenen Eingang zog, traten die Damen mit mir noch einmal in den nächsten Saal. Von selbst kam es, daß wir weitergingen. Wir sprachen von den Kunstwerken. Ich war verwundert, wie Herzeloide Bescheid wußte, und als wix beide allein die Wanderung durch dis Säle fortsetzten, weil Frau von Leristow müde aus einem Mosa zurückgeblieben war, fragte ich: H Malen Sie denn? •— Warum? ’f—। Weil Sie die Bilder fo genau kennen? H Gewiß, ich male. Wie so viele eben malen, aus Zeitvertreib. Was soll ein Mädchen unserer Kreise, das für nichts zu sorgen hat, tun? Ich male übrigens, wie andere 'ticken oder Strümpfe stopfen, Wert hat meine Malerei nicht. Ich redete dagegen, doch sie blieb dabei, und schließ- ach beruhigte ich mich, ohne sonderliche Bemühung, ihr ernste Absichten mit der Kunst unterzuschieben, die sie ja selbst ableugnete. Aber mir war es, als blicke sie mich traurig an. Als wir zu ihrer Mutter zurückkehrten, sagte ich ein mar Worte, ich! wäre so gut geführt worden. Da meinte Frau von Leristow und fah stolz nickend die Tochter an: — Ja, Sie sollten aber auch mal sehen, was sie selbst malt. Doch Herzeloide schnitt kurz ab: — Ach, es ist wirklich nicht der Rede wert. Dann trennten wir uns, aber ich suchte die Damen noch am gleichen Tage in ihrem Hotel auf. Ich war allein in München und hatte bei dem Besuch die stille Hoffnung!/ ich würde aufgefordert werden, irgend etwas mit ihnen zu unternehmen. Doch sie waren bei Bekannten cingeladen, und ich mußte den Tag für mich verbringen. Ich langweilte mich ein wenig. Abends ging ich ins Cafe Luitpold, saß an meinem Tisch mit der Marmorplatte, von der schwarzen Zeuzi oder Kathi oder wie sie hieß, die mich! bediente, ziemlich vernachlässigt, denn ich trank nach ihren Begriffen offenbar zu wenig, rauchte stumm meine Zigarre und starrte in das Treiben um mich Es gibt Stunden, in denen man sich so einsam fühlt,- als säße mau als einziges menschliches Wesen auf diesem Erdenkloße. Nie geschieht mir das in wirklicher Einsamkeit,- auf dunklen norddeutschen Mooren, wenn ich die Flinte unter dem Arm auf den Schnepsenstrich gehe. Nie habe ich mich bei einem Ivetten, stillen Ritt durch die Heide, in dem Meer von Sanddünen, lila schimmerndem Heidekraut, verlassen gefühlt. Nie überkam mich beängstigend die furchtbare Verlassenheit des Hochgebirges auf endlosen Kvrren- feldern, im meilenweit gebreiteten blendenden Firn. Aber tn einem Cafe allein sitzend, rings vom Schwarm schwatzender Menschen umgeben, die einander kennen, sich begrüßen, zusammenrücken, reden, trinken, Abschied nehmen — da empfand ich oft eine so grenzenlose Oede in meinem Alleinsein, daß ich mir Zwang antun mußte, nicht aufzuspringen an den nächsten Tisch zu treten, um den ersten besten Ba- nausen, Wierphilister und Stumpssinitsvertreter auzu- brüllen : „Um Gottes willen, reden Sie mit mir, sonst werde ich auf dem Flecke wahnsinnig." So ging es mir an diesem Abend. 'Ich 'kämpfte mit mir, fortzugehen — doch ich blieb sitzen. Was sollte ich anderwärts? In irgend einem der Bicrkeller, in jedem Restaurant wäre es das Gleiche gewesen. Zum Theater war es zu spät. Was also tun ? Ich ließ mir ein paar Zeitungen geben, besah Bilder, las eine Notiz und betrog mich so um eine Stunde. Dann dachte ich wieder nach, dachte an die Begegnung mit Herzeloide. Und die Worte gingen mir im Kopfe herum: „Was soll ein Mädchen unserer Kreise, das für nichts zu sorgen hat, tun?" Ja, warum hatte sie beim für nichts zu sorgen? Hätte sie sich nicht einen Wirkungskreis schassen können? Doch welchen? Sie mußte bei ihrer Mutter sein, die kränklich schien, abends nicht lesen durfte, um die Augen zu schonen. Und am Ende — ja — taten es die Mädchen „unserer Kreise" nicht alle so? Wie ich noch so brütend saß, sah ich von weitem eine größere Gesellschaft den Gang zwischen den Tischen heraufkommen: einige Herren, einige Damen — zuletzt Frau von Leristow mit ihrer Tochter. Ich hielt mich zurück und hoffte, nicht bemerkt zu werden, denn ich kannte die anderen nicht und wollte mich nicht aufdrängen; aber da hatte mich schon die Mutter gesehen und beim Borübergehen winkte sie mir, (Fortsetzung folgt.) Die hühttersuppe. r Eine heitere Geschichte von H, Mann, Ich hatte nichts mehr zu tun und schleuderte gemütlich Wer den WocheniNartt. Mein Zug ging erst in einer Stunde. Ich konnte also noch gemächlich ein bißchen die Stadt ansehen. Plötzlich kam mir ein Gedanke. Wie wäre es, wenn du deiner Fran etwas von der Reise mitbrächtest? Ich dachte nach. Etwas Vernünftiges Mußte es schon sein. Als ich bei einem Geflügel- Händler stand, fiel mir ein, was ich meiner Frau mitbringeukonnte/ Ein! paar Hühner. Das war praktisch!, und außerdem hatte ich wir schvN lange eine Hühncrsilptze gttvünscht, ein nicht einmal geantwortet, Wh trat M deU Händler zch ,-f g^agen Sie einmal, was kostet Kenn ein Hayn? m, das ist verschieden. 3 Mart, 2 Mark und iwch billiget,' in guter muß es schon [ein." s -,Eiu guter , Wir einigten uns auf ein feistes Exemplar der Gattung, das tzreß Mark kosten sollte, , „Ja, und wie transportiere ich das Tier? \ ! ,,Na, ich schlachte es gleich und wickle es Ihnen gut ein, 1 Aber da kam der Mann schön an!1 , „Nein, den Hahn must ich lebendig mitbringen, sostst hat W ganze Geschichte keinen Zweck." Mir dachten hin und her, schließlich! meinte der Maum -„Ich gebe Ihnen einen kleinen Beutel für 25 Psg-, da,' tun Mv den Hahn hinein, das geht ganz gut," Die lachten. Ter Zug suhr ab. Meine gute Laune war dahin. Erst am Ende Meiner Reise dachte ich nach, daß, es doch1 UnsinN sei, sich deswegen zu ärgern. Zu Hanfe angelangt, war ich schon! wieder so weit, daß ich mich mit dem Gedanken trug, trotz allein eine Hühnersuppe zu genießen. In einem Geschäft hatte ich schon nach kurzer Auswahl ein großartiges Exemplar für nur zwei Mark erworben und ging stolz den heimischen Penaten zu. Meine Frau empfing mich herzlich. Ihr Gesicht wurde aber Merklich länger, als das Huhu zum Vorschein kam. „Aber Heinrich, jetzt ein Huhn, wo du doch weißt, daß Mein großer Topf letzthin entzwei gegangen ist," Auch das noch. Ich aber beschloß, alle Hindernisse zu überwinden und ging einen Topf kaufen. Den entzückendsten allest Töpfe erwarb idji Damit er nicht etwa entzwei gehen könne, nahm fch vorsichtigerweise einen aus Emaille. Meine Frau war entsetzt. „Aber jch soll doch Nur ein Huhn kochen, du hast ja einen! Topf gebracht, in dem sieben Hühner Platz haben." „Liebe Lotte, es ist der schönste Topf int! Laden, wiegt Neun Pfund und kostet 3 Mark und 45 Pfennige." Meine Frau Körte gar nicht zu, „Und der Deckel? Wo ist der Deckel?" „Ja, wo war der Deckel?" Die niederträchtige Verkäuferin hatte mir einen Topf ohne Deckel verkauft, „Ich werde den' Deckel holen." Der Deckel paßte nicht. Ick) ging ein zweites Mal, belud mich aber vorsichtiger Weise mit dem neuupfündigen Topß damit ich einen passenden Deckel kriegte und lenkte meine Schritts abermals nach dem Geschäft, Ja, Kuchen! Der heimtückische Mensch hatte seinen Laden .zugemacht und es war doch erst I1/2 Minuten über 9 Uhr. Jch war ganz zerschmettert und traute mich nur zaghaft nach Hause, Meine Frau toetterM nicht schlecht. „Natürlich, nun sitze ich da und habe keinen Braten zum! Festtag gekauft ivegen; deines dummen Huhnes. Morgen am ersten Feiertag sind die Läden zu, da kamist du ja sehen, was du ißt." Ich war ernstlich böse, „Liebe Lotte, wenn du! mich! Um meine ersehnte Hühnersuppe bringst, bin ich mindestens drei Monate böse." Das half. Meine Frau dachte nach und sagtet „Lieber Heinrich, Iveil du dich denn so sehr nach! deiner Hühnersuppe sehnst, will ich sehen, was sich machen läßt. Ich werde zitr Frau Kaibel gehen', die pumpt mir vielleicht einest Topf." Fast tat es mir leid, Frau Kaibel, die Klatschbase, und! meine Frau, das würde ja nett werden. Wirklich kam meine Fran fast erst mitten in der Nacht wieder. Da sie aber einen Kochtopf hatte, so beruhigte ich mich. „Frau Kaibel mußte den Topf erst suchen, daher hat es so lange gedauert. (O diese Weiber!) Ist aber ein schönet! Topf, acht französisches Steingut, innen glasiert, außen nicht- das ist jetzt das neueste. Es soll von wunderbarer .Wirkungt sein1. Da wird j-a deine Hühnersuppe noch mal so gut schmecken." Jch war selig. Meine Träume waren entzückend. Der Mittelpunkt derselben Ivar ein wunderbares Huhn und eine Hühner!- suppe, wie es noch keine schönere gegeben. Am andern Morgen war idji schon früh auf den Beinen- mit hochgekrempelten bloßen Armen stand ich neben meiner Fräst am Kochtopf und war emsig bemüht, ihr bei der Hühnersuppe zu helfen. Meiner Fran schien das gar nicht zu gefallen, sie meinte, ich habe den „Hühnersuppenklaps". Ich ließ mich indessen nicht stören, sondern rührte und kochte, daß es eine Art hatte. Meins Frau wollte etwas Holz nachlegen, ich sollte den Topf abuehmeu, damit es schneller ginge. Ich nahm voll Stolz den Topf . . . .< pardauz, lag der Topf, dessen Henkel Heiß waren, am Boden- zerbrochen. Mein Huhn im Schmutz. Jch setzte meinen Hut auf und verließ schweigend, aber eilend meine Wohnung. Erst in meiner Stammkneipe, mit der! Hühnersuppe war es natürlich aus, kriegte ich meine Ruhe wieder Und da iwtierte ich denn: Für einen gepfändeten Hahn Für ein Netz Für zwei Hühner Trinkgeld für Kondukteur Für ein totes Huhn Ein Topf Ein Deckel Meine heutige Zeche Der französische Topf mindestens macht zusammen Jch war einverstanden, ich bezahlte und gab ihm, da ich kern kleines Geld besaß, ein Zwanzigmarkstück. Der Manu wollte Mein gehen und von seinem Bruder, der auch auf dem Markte fei, einen Sack holen. In demselben Moment traten verschiedene! Leute, darunter ein Gerichtsvollzieher, auf den Händler zu und » . . . pfändeten sein Geflügel. Nach vielem Lamentieren erklärte! M der Gerichtsvollzieher bereit, den von mir gekauften Hahn oerMszugeben. Der Händler ging darauf hin den Sack zu holen. Da er lange Zeit fortblieb, unterhielt ich mich mit dem Gerichts- wollzieher und erwähnte auch die zwanzig Mark. Kaum hatttz W das gesagt, so fing der Gerichtsvollzieher an zu lachen. „Nanu, warum lachen Sie beim?" „Mein verehrter Herr," meinte der', „ich glaube, der loMmi Mit den zwanzig Mark nicht wieder," . Das war eine schöne Geschichte. Ich wartete noch ein bißchen jinb ging dann los ohne Hahn, den ich so doch nicht transportieren lOTmte. ' Aber schon bei dem nächsten Geflügelhändler kam1 mir der Gedanke: Nun gerade! Soll ich schließlich nicht einmal eine Hühn ec suppe essen können? Also frisch drauf los- „Meiir Herr, was kosten die Hühner?" „Das ist verschieden, je nach Qualität." Bald hatte ich zwei Hühner ä 1 Mark und 75 Pfennige erfanden. Leider halte auch dieser Mann feilt geeignetes Ver- tzackungsmaterial Ur lebende Hühner. Aber er hatte eine Idee. „Kaufen Sie sich drüben beim Seiler ein Netz." Das ging. Ich erstand für eine Mark ein tadelloses Netz tot!) meine Hühner wurden hineingesteckt. Kaum hatte ich! das Netz in der Hand, als es mir auch schon wieder entfallen war- Die ängstlichen Hühner flatterten und plusterten hin und her und es gelang einem meiner Hühner zu entwischen. Nachdem man mich nun gehörig ansgelacht, machte sich der halbe Wochenmarkt «uf die Jagd. Und .es glückte, man hatte meinen Ausreißer bald wieder. Nachdem ich dem glücklichen Fänger 50 Pfennig Trinkgeld gegeben und die Schlinge fest zugezogen, machte ich mW NUf den Weg. Nach Lösung der Fahrkarte passierte W glatt die Bähusteig- sperrs mit meinen Hühnern, die sich immer fort hin und her bewegten und schlecht zu transportieren waren. Jch setzte mich gemütlich in den Zug, schob mein Netz unter die Bank und dachte Mn die Freude meiner Frau und an die meine, wenn die Hühner erst auf dem Tisch stehen würden. Schon spürte ich den Duft der Suppe in meiner Nase und sog ihn mit Wohlgesühl ein. Da trat mit einem Male ein Kontrolleur auf mW zu, verlangte em Fahrkarte und sah meine Hühner, Obwohl ich der einzige rgast im Abteil, trug er doch: „Wem gehören die Hühner?" . mein "Ja, das gibts nicht, lebendes GefWgel darf nicht Mit iE Kupee genommen werden, die Hühner müssen 'raus." Jch war ganz perplex. Da der Kondukteur aber fort ging, Jo dachte ich, es würde klappen1. Aber schon nach wenigen Minuten war er wieder da. „Na. die Hühner sind ja noch da." ^Allerdings, ich weiß nicht, was ich damit Mächen soll," „Ja, das geht mich nichts an, dis Tiere (Tiere sagte er) Missen 'raus." „Könnte W b'ätn fein Hühnerbillett dafür kaufen?" „Nein, das geht nicht, die Hühner müssen 'raus," Was tun ? In fünf Minuten ging mein Zug, ihn zu! vd'r- JäuM'eu, hätte mir großen Schaden gebracht. Ich mußte also Versuchen, den Mann zu gewinnen. Ein Fünfziger Trinkgeld fruchtete nichts. Nun würbe ich grob. „Herr! Ich werde die Hühner mitnehmen. Man hätte schon früher Bescheid sagen können, schon als ich beit Bahnsteig betrat, hätte man mich darauf aufmerksam machen müssen," Der Kondukteur Holte jetzt beit Stationsvorsteher, verschiedene ändere Beamten kamen auch noch. Es gab einen Auflauf Und das Ende war, baß man die Hühner mit Gewalt aus dem Kupee entfernen wollte. Jch kam dem zuvor, nahm mein Netz imb gab B samt den Hühnern einem Gepäckträger. „Hier haben Sie ein paar Hühner zum Souutagsbraten," Und hu dem ganz verblüfft darein schauenden Beamten sagte ul): „Meine Herren, ich werbe mein Recht schon kriegen. Jch weiche an die Bahnverwaltung schon schreiben und Schadenersatz elangen. Ta W durch die Fahrlässigkeit des Beamten, den Bahusteigkontrolle ausübt, geschädigt Wochen bin." schönes Sününchen, und dabei hatte ich nicht einmal Hühnersuppe ’ gegessen. Zaghaft ging ich nach Hause. Meine Frau würdigte mich keines Blickes. Sie hatte sich bemüht, die einzelnen Teile des Huhnes zu säubern und es nahezu gegessen^ Ich habe nichts mehr davon bekommen. Mir darf seit der Zeit niemand mit Hühnersuppe kommen. Die hat für mich allein Reiz verloren. Aus mein Schreiben an die Eisenbahnverwaltun^ gegen Erstattung der Kosten zweier Hühner hat diese BchöM 20.— 1.— 3.50 77 0.50 2 — 77 3.45 0.55 1.50 77 3.— 35.50 MH — 240 — und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Die»«» •tebattten: R. Neurath. — Rotationsdruck K e 4 — e 5. K e 5 — e 6 ob. e 4. Weiß. 1. Le 7 — c 5f 2. T d 1 — d 7 3. L c5 — d4f 4. 8 setzt Matt. Magisches Tuadrat. In die Felder nebenstehenden Quadrats smv die Buchstaben ABBBBEEEE EIN N R R R derart einzutraaen, daß bte 'vagerechlen . senkrecht.Reihen gleichlautend iolgendeS beveuten. 1. Eine Naturerscheinung. 2. Ein Getränk. 3. Stadt in der Schweiz. 4. Mädchennamen. Auslvsuiig in nächster Nummer. Vermischte». Mrinrreaent Luitpold von Bay er nals Koch. für die Malkunst haben, sondern danebeil auch noch eine toed spSWs frfn'im» meiste Küchenschürze uni den Leib und beginnt, nacisdein schone wettze jiiojen> ° meifen Kochmütze geschmückt hat, SÄSSSÄX hunponiexte und nachmittags am stillen Jerd Ko chrez epte \ i.p M.gnr Luitpold spricht aber bei all dem von ueiagieni StoHini mit großer Achtung, wenn er ihn auch wegen seiner forcierten Maccheroni" mehr zu bewuildern scheint, als wegen ^nes „Tell". In gründlicher Würdigung der Kochkünste des Regenten von Bayern sarcdte eines Dagvs dev Vekamtte iMieniW ML örlt e„:,TL henen welche ideale Mit materiellen Künsten zu M/WMMAJW WLWMMUUM tungen waren m c.XkRT Verfasser des Kochbuches, durchweg anerkennende ^orte wr oe « I 11 erreichtet Bavadopoli tvar darob natürlich yocyerirmu, i • -^^ret Ler den Höhepunkt, als « Paar Tage^ spates em Zenter erhielt, das ihm seine Ernennung z etlichen hundert Ordens verkündete; begleitet war Mis Dekret vo j OT>rtr» Die Veranttvortung für diese hübsche yjeiujnyic «yyi ...... Sie '« eigentlich zu hübsch, um lvahr zu sem. weisem deutlich darauf hin, tote sehr di I^^r,uaael von Seide, Aiislösmig der Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Schwarz. K e 3 — e 4. Am besten. vächtiges Tier, und zahlreich sind noch HMte o^ &{>l}n hingen, die sich an dtcfts etdeFLeimrtlga i'u Eis durch Winnis schreibt: ,,Er Mt siÄ so kalt mb^nen Tiere bloße Berührmkg das Feuer löM^ Aer gefallen sein. War mögen denn auch solchen Wah « 9™ A in Bayern, überzeugt, und ist m das Volk selbst heute uo Gamander" befähige, m Wä& WZWWZK2L 6ä sN&ShSS# w» I*"eÄÄWW3$F8r««w *. SchEell^s^ I ^imsenwäre, ML^nSt^tMiA MWWDWWM tzUWWMWMSMW LNMkEWWSWZ i I iu dem 8>oischeirrMiM ”^®3J ti01t Diamattten in das neide"nmn die Berührung von unter auch ^EA'^Zr Korsetts oder ihre Unterbringung Brennen £■« Äj AWLe/Sm.»- mackit^E^NeuYoik^BE SS L mehreren Millionen in sich barg.