rn svsss äs®KVMM Die weiße Frau. Roman von W. Collins. > (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) An dem bestimmten Tage trafen Mrs. Clements und Anna Catherick auf der Station mit mir zusammen. Ich nahm höflichen Abschied von ihnen, wie auch von der Gräfin, die mit demselben Zuge reifte. Abends spät kehrte meine Frau nach Blackwater zurück, nachdem sie ihre Instruktionen mit der unverbrüchlichsten Genauigkeit befolgt hatte. Sie kam in der Begleitung von Madame Rubelle und brachte mir die Adresse von Mrs. Clements in London. Spätere Ereignisse zeigten uns, daß diese Vorsichtsmaßregel eine überflüssige war. Mrs. Clements unterrichtete Lady Glyde pünktlich von ihrer neuen Wohnung. Mit kluger Berücksichtigung der Zukunft behielt ich den Brief. An demselben Tage hatte ich eine kurze Unterredung mit dem Arzte, in welcher ich im geheiligten Namen der Menschlichkeit gegen sein Verfahren mit Miß Halcombe protestierte. Er war impertinent, wie alle unwissenden Leute es sind. Ich zeigte keinen Groll, sondern verschob einen Streit mit ihm, bis ein solcher meinem Zwecke würde dienen können. Mein Nächstes war, selbst Blackwater Park zu verlassen. Ich mußte mir in Erwartung kommender Ereignisse eine Wohnung in London mieten. Auch hatte ich eine kleine Familienangelegenheit mit Mr. Frederick Fairlie zu besorgen. Ich fand die Wohnung, deren ich bedurfte, tn St. Johns Wood und Mr. Frederick Fairlie in Linr- meridge, Cumberland. Meine heimliche Bekanntschaft mit Mariannens Korrespondenz hatte mi.ch schon vorher davon unterrichtet, daß sie an Mr. Fairlie geschrieben. Diesen Brief hatte ich verständigerweise an seine Bestimmung abgehen lassen, indem ich fühlte, daß er kein Unheil, wohl aber Gutes stiften könne. Ich begab mich jetzt selbst zu Mr. Fairlie, um Mariannens Vorschlag zu unterstützen — mit gewissen W- Lnderungen, welche glücklicherweise für den Erfolg meiner Pläne durch ihre Krankheit unvermeidlich geworden waren. Es war notwendig, daß Lady Glyde auf eine Einladung von ihrem Onkel Blackwater allein verließe und auf ihres Onkels ausdrücklichen Wunsch eine Nacht im Hause ihrer Tante in London zubrächte (dem Hause, welches ich inzwischen gemietet hatte). Diese Erfolge zu erzielen und eine Einladung von Mr. Fairlie zu erhalten, die Lady Glyde gezeigt werden konnte, waren die Zwecke meines Besuches bei ihm. Wenn ich bemerke, daß dieser Herr in gleichem Grade geistes- und körperschwach war, und daß ich die ganze Kraft meines Charakters auf ihn ausschüttetes so habe ich genug gesagt. Ich kam, sah und besiegte diesen eigenartigen Charakter. Bei meiner Rückkehr nach Blackwater Park mit der Einladung für Lady Glyde) fand ich, daß des Arztes blödsinnige Behandlung von Mariannens Krankheit die beunruhigendsten Folgen gehabt hatte. Das Fieber war in Typhus ausgeartet. Lady Glyde versuchte am Tage meiner Rückkehr in das Zimmer ihrer Schwester zu dringen, um dieselbe zu pflegen. Sie und ich hatten keine Art von Gefühlsverwandtschaft; sie hatte meine Gefühle auf das Unverzeihlichste dadurch verletzt, daß sie mich einen Spion genannt; sie war auf meinem und auf Percivals Wege ein Stein des Anstoßes — aber ungeachtet alles dessen verbot mir meine Großmut, sie der Gefahr der Ansteckung auszusetzen. Zu gleicher Zeit aber legte ich ihr kein Hindernis in den Weg, sich selbst in die Gefahr zu begeben. Wäre ihr dies gelungen, so wäre vielleicht der verwickelte Knot n, dem ich langsam und geduldig knüpfte, von den Umständ N zerschnitten worden. Doch der Arzt legte sich dazwischen y und sie verließ das Zimmer. Ich selbst hatte schon vorher empfohlen, daß man eine; Arzt aus London kommen ließe, und dieses Verfahren wat jetzt eingeschlagen worden. Bei seiner Ankunft bestätigte der Arzt meine Meinung in Bezug auf die Krankheit. Die Krisis war eine ernste. Aber am fünften Tage, nachdem sich der Typhus ausgesprochen, begannen wir für unsere bezaubernde Kranke wieder zu hoffen. Ich war zu dieser Zett nur einmal von Blackwater Park abwesend — indem ich eines Morgens mit dem Frühzuge nach London fuhr, um die letzten Anordnungen in Bezug auf meine Wohnung in St. Johns Wood zu treffen; um mich durch heimliche Erkundigung davon zu überzeugen, daß Mrs. Clements noch in derselben Wohnung sei; und um ein paar kleine Vorkehrungen mit Monsieur Rubelle zu treffen. Ich kehrte an demselben Abende zurück. Fünf Tage später erklärte der Arzt, daß unsere interessante Marianne außer aller Gefahr und nun nichts weiter benötigte, als eine sorgfältige Pflege. Dies war der Zeitpunkt, auf den ich gewartet hatte. Jetzt, da ärztlicher Beistand nicht länger unentbehrlich war, tat ich den ersten Zug im Spiele, indem ich mich gegen den Doktor behauptete. Er war einer von vielen Zeugen, die mir im Wege waren und notweiünger- weise hinweggeschafft werden mußten. Ein lebhafter Wortwechsel zwischen uns brachte dies zu Wege. Ich kam mit einer furchtbaren Lawine von Entrüstung auf den elenden Menschen herab mtb fegte ihn aus dem Hause. Die Dienstboten waren die nächsten Hindernisse, die fortgeräumt werden mußten. Ich instruierte Percival (dessen moralischer Mut fortwährender Reizmittel bedurfte) nochmals, und Mrs. Michelson war über die Maßen erstaunt, als sie eines Tages von ihrem Herrn benachrichtigt wurde, daß er die dortrge Haushaltung aufzugeben beabsichtige. Wir säuberten das Haus von der ganzen Diener- schaft, einer Magd ausgenommen, deren bäuerische Dummheit uns eine Garantie war, daß sie keine unangenehmen Entdeckungen machen werde. Als sie fort waren, blieb — 788 nur nod) Mrs. Michelson — ent Hindernis, das sehr leicht beseitigt wurde, indem wir die liebenswürdige Dame mit eyiS™ Auftrage, in einem Seebade eine Wohnung zu suchen, abschickten. 0 1 ’ ’ . m®ie ^brbälktisse waren jetzt genau so, wie sie sein sollten. Llady; Glyde war durch ein nerviiscs Leiden an ihr Zimmer gefesselt, und jene Stubenmagd (ich bube ihren Namen vergessen) wurde nachts zu ihrer Bedienung bei ihr eingeschloffen. Marianne hütete, obgleich sie schnelle Fortschritte in der Genesung machte, noch immer unter Madame Rubelles Pflege das Bett. Außer meiner Frau, Perewal und mir war weiter kein lebendes Wesen int Hanse Nachdem sich auf diese Weise alle Chancen zu unseren Gunsten gestaltet hatten, trat tch der zweiten Notwendigkeit gegenüber und tat den zweiten Zug. Der Zweck des zweiten Zuges war, Lady Glyde zu bewegen, Blackwater Park ohne ihre Schwester zu verlassen. ^ckst einreden konnten, daß Marianne ihr nach Cumberland vorausgereist sei, so hatten wir keine Hoffnung, daß sie freiwillig das Haus verlassen werde, llm dresen notwendigen Eindruck bei ihr hervorzubringen, verbargen wir itnsere interessante Rekonvaleszentin in entern der unbewohnten Schlafzimmer in Blackwater Park, jsn der chtefe der Nacht bewerkstelligten meine Frau, Ma- dame Rnbeile und ich (Pereival war nicht gefaßt genug, um dabei zugelasseu werden zu können) diesen Schacbzuq. ^br Auftrttt war im höchsten Grade malerisch und dra- mattfch. Chemische Hilfe war bei dieser Gelegenheit weder notwendtg, noch wurde sie angewandt. Am folgenden Morgen reisten meine Frau und ich nach London ab — intern wir Marianne in Abgeschlossenheit ftn Mittleren Teile des Hauses unter Madame Rubelles Obhut zurucklteßen, welche letztere gütigst einwilligte, sich auf zwei oder drei Tage mit ihrer Pflegebefohlenen gefangen gu lassen. Ehe wir jedoch abreisten, gab 'ich Per- ctval Mr. Fairlies Einladung an seine Nichte, in welcher er ihr empfahl, aus ihrem Wege nach Cumberland int Hause ihrer Taute tn London zu übernachten, mit der Weisung, Lady Glyde dieselbe zu zeigen, sobald er von mir hören StutE) ließ ich mir von ihm die Adresse der Irrenanstalt geben, in der Anna Catherick gefangen gewesen, und einen Brief an den Besitzer derselben, in welchem diesem Herrn die Rückkehr seiner Patientin angekündigt wurde. ^ch hatte bei meinem letzten Besuche in der Hauptstadt Anordnungen getroffen, daß unsere bescheidene Häuslichkeit bereit fern solle, uns, wenn wir mit dem Frühzuge anlanw- ten, aufzunehmen. Infolge dieser weisen Vorsicht waren wrr noch an demselben Tage imstande, unseren dritten Zug in dem Spiele zu tun — nämlich, Anna Catherick in unsere Hande zu bekommen. , Es sind hier die Data von Wichtigkeit. Ich vereinig« in mir die entgegengesetzten Eigenschaften eines Gefühlsmenschen und eines Geschäftsmannes. Ich kann alle Data an meinen Fängern herzählen. Mittwoch, den 24. Juli 1850 schickte ich meine Frau in einem Fiaker ab, um zuerst Mrs. Clements aus dem Wege zu raumen. Ein angeblicher Auftrag von Lady Glyde, die sich ui London befinden sollte, genügte, um dieses Re- IH. ?t herbeizuführen. Mrs. Clements wurde in dem Fiaker abgeholt und in demselben gelassen, während meine Frau (unter dem Vorwande eines Einkaufes) ihr entwischte und umkehrte, um ihren erwarteten Besuch in unserem Hause tn St. Johns Wood zu empfattgen Es ist unnötig zu sagen,chag den Dienstboten der Besuch als „Lady Glyde" angekunüigt worden war. Unterdessen war ich tn einem zweiten Fiaker meiner Frau nachgefahren, mit einem Briefe für Amta Catherick welcher bloß angab, daß Lady Glyde Mrs. Clements für Pen slch zu behalt' beabsichtige und daß sie unter der Obhut des guten Herrn, welcher draußen auf sie wartete und sie bereits in Hampshire gegen Entdeckung vor Sir Perewal geschützt, zu ihnen kommen solle. Der „gute Herr schickte dteses Billett durch einen Straßenbuben ins Haus und wartete ein paar Häuser davon das Resultat ab. wu bem Augenblicke, wo Anna vor der Haustüre erschien und dieselbe wieder schloß, hatte dieser vortreffliche Herr dte Ftakertur für sie geöffnet — sie hineingeschoben — und war davongefahren. ,,. ,Fuf dem Wege nach St. Johns Wood verriet meine mrl'n kbme Furcht. Ich kann väterlich sein — fein Mensch ist es tn höherem Grade — wenn ich will; und ich £mT. ber dieser Gelegenheit unendlich väterlich. Welche 2[n> spulst' hatte ich nicht an ihr Vertrauen! Ich hatte die Medizin gemischt, welche ihr wohlgetan; ich hatte sie vor Sw Pereival gewarnt. Vielleicht baute ich zu sehr auf diese Ansprüche; vielleicht unterschätzte ich die Schärfe, die niederen Instinkte in Leuten von geschwächten Geisteskräften gewitz aber ist es, daß ich sie auf eine Täuschung vorzu- beretten vernachlässigte, die ihr beim Eintritte in mein Haus widerfahren sollte. Als ich sie in den Salon führte — als ,w dort niemanden sah, als die Gräfin Fosco, die ihr fremd war geriet sie in die heftigste Aufregung, ^.ck) versuchte vergebens, fie zu beruhigen. Es wäre mir v^tteicht gelungen, ihre Angst zu besänftigen — aber ihr gefährliches Herzleiden >var außer dem Bereiche aller mo- ralischeu Beruhigungsmstlel. Zu meinem unbeschreiblichen Entsetzen fiet sie in Konvulsionen — eine Erschütterung! he» Systems, die sie in ihrem Zustande zu jeder Minut« tot zu unseren Füßen hätte hinstrecken können. Der nächste Arzt wurde herbeigerufeu und unterrichtet, daß „Lady Glyde" seines augenblicklichen Beistandes bedürfe. Zn meiner unaussprechlichen Erleichterung fand ich m ihm, einen tüchtigen Mann. Ich beschrieb ihm feine Patientin als eine Person von schwachem Verstände und an Sinnestäuschungen leidend und befahl, daß niemand als meine Frau sie pflegen und in ihrem Zimmer wachen solle. Das unglückliche Geschöpf war übrigens zu krank, nm in Bezug auf das, was sie sagen konnte, irgendwie Besorgnis einzuflößen. Tie eine Furcht, welche mich jetzt verfolgte, war die, daß die falsche Lady Glyde sterben möchte, ehe die wahre Lady Glyde in Loudon anlangte. Ich hatte morgens ein Billett au Madame Rubelte geschrieben, mit der Weisung, sich am Freitag, dcii 23., abends tn ihres Mannes Hause einzufinden, und ein zweites an P^iuval, worin ich ihn aufforderte, seiner Fran ihres Onkels Einladung zu zeigen, ihr zu versichern, daß Marianne ihr bereits vorausgereist fei, und fie mit dem Mittagszuge am 26. ebenfalls nach London zu schicken. Ich hatte nach einiger lleberlegung die Notwendigkeit gefühlt, wegen Anna Cathericks Gesundheitszustände die Ereignisse zu beeilen und Lady Glyde früher zu meiner Verfügung zu halten, als ich dies anfangs beabsichtigt. Welche'neue Anordnungen koniite ich jetzt in dieser furchtbaren Ungewißheit meiner Lage treffen? Ich konnte nichts tun, als auf deu Zufall und auf den Doktor hoffen. (Schluß folgt.) (Ein kurzes Glück. Skizze von E. Zedler. Das Halbdunkel eines Novembernachmittags' liegt über Var Stadt. Sturm, Regen, Schnee haben in angenehmer Abwechslung Straßen und Plätze in unergründlichen Schmutz verwandelt, haben Wasserpfützen von solch gewalttgem Um- ange erstehen lassen, daß die Passanten oft nur in wahrhaften Hechtsätzen ihre Rettung suchen können und dann noch zuweilen wie ausgerechnet mitten in Schlack und Schnee hineinhupfen. Ein Brummen, — ein Schelten — und hastig laufen sie weiter. Es ist doch gar so unfreundlich und kalt. 7 An einer Straßenecke stehen drei Knaben, die trotz Sttirm und Wetter hier sicher etwas sehr wichtiges erörtern müssen. Es sind wohl Kinder der ärmsten der Armen, alle drei zerlumpt, unzureichend bekleidet, schmutzig/ elend. Die blaugefrorenen Hände fuchteln erregt in der Lust herum, die verhungerten, fast verwahrlosten Gesichter neigen sich eifrig einander zu; sie lachen, sprechen, — die Augen leuchten. Ob sie den schneidenden Wind nicht durch ihre dünnen Höschen suhlen? Ob die Kälte und Nässe des Erbodens nicht ihre Füße erstarren lassen? Der kleinste, vielleicht achtjährige Junge sieht fast träumerisch glücklich ans. In seinem schmutzigen Fänstcheii hält er wahrscheinlich etwas sehr Kostbares, denn von Zeit zu Zeit öffnet er es und sieht strahlenden Blickes hinein. Eincn Pfennig hat er gefunden, einen wirklichen, echten, blanken Pfennig! Richtiges Geld! Er, der arme Franz, £cr von zu Hause ja nur Not und Hunger kennt, beffen nranfe Mutter für ihn und die Geschwister die wenigen! Groscpen zehnmal dreht und wendet, um das MlernötigstÄ zu bestreiten! 787 Dabei streift ihr Blick das dürftige, zerlumpte Kind mit I e™1 sthmntzigen Gesicht, dem wildhängenden Kraushaar *b' *6" I r. E, Seme teils enttäuscht, teils gierig dreinsckiauenden an^E^raden empfangen Franz draußen, drängen sich $ ' J 9L '■ reb,en' brtten. Der Kleine hebt seine Tute T-Z-M äcls“rta”": "W S“ßtfeI *** * KN I n„T.> "siWnt •r ie^F öehn, nich du? Wir zählen ab. Fch Ernsts «-dermal auch, Franz," umschmeichelt der Soll ich teilen?" fragt Paul, „bei mir gehts fixer — gib — heimtückisch lacht der Bengel. J ’ T 5 f. "Ne — ich kann besser", schreit Ernst, und beide langen Tute, und beide greifen zu gleicher Zeit danach. Br-»aHaA8 Gefahr erkennt, die seinen festumKammerten Papier zerrissen, all die bun- I ß-1 Pe^kchen fallen zur Erde, alle roten, gelben, blauen Körnchen, ehe emer von den drei Knaben auch nur eins gegessen hat, liegen im Straßenschmich, versinken — vergehen — verfließen — pefe Stille folgt der Schreckenstat. In Ernst kommt I zuerst Bewegung. Geschwind bückt er sich. Ob nicht eins I zu retten ist? Nicht ein Perlchen noch liegt? — Nein — l 9ro^e Wasserlache, der Straßenschlamm hat alles ver-- | Ichlungen — alles verwichtet! Resigniert richtet er sich f auf. Semmel — Zwieback — Liebespcrlen — nichts — I ihm da noch Franz? Er geht — ruhig, in ganz selbstverständlichem Egoismus wendet er sich ab. , Aber Paul lacht laut und höhnisch „du Dummlack", em roher Fausthieb läßt den eben noch so glückselig rubeln- deii Franz an die Wand des Hauses taumeln. Als sich der Geschlagene erholt, ist er allein, ganz allein. Verlassen steht er mit seinen zertrümmerten Luftschlößern, mrt seinen nun leeren Händen. Im Schaufenster sind wieder die hellbeleuchteten Liebesperlen, liegen die Kuchen und Brezeln, all das Süße, Herrliche — wie vor Minuten. Aber das Kind sieht mit unendlich trostlosem Blick I Darauf, schluchzt leise und geht müde, die steifgefrorenen Händchen in die Taschen steckend, in den dunkeln Abend | Hinern. Kleiner Franz, du armes Kerlchen! Weißt du nicht, daß mir Menschen ungestraft nie jubeln dürfen? Weißt du nicht, daß das Glück Flügel hat? Schicksalsfragen in der Weihnachtszeit. Wenn die Glocken die Christnacht einläuten, dämmern die Schatten der Zukunft heraus, prophetische Stimmen regen sich allenthalben in der Natur. Wer klug ist, kann sie vernehmen, und das Volk will sie hören und fragt. Aus die Träume, die dem Schläfer in den heiligen Nächten aufsteigcn, muß er achten, denn die sollen der Reihe nach in dem wmmenden Jahre in Erfüllung gehen; wer die schwankenden Bilder zu deuten weiß, kennt sein Schicksal voraus. Auch wie das Wetter sich gestalten wird, kann man erforschen. 12 Zwiebeln höhlt man aus und stellt sie der Reihe nach auf den Tisch; sie bedeuten die Monate des neuen Jahres. In die Höhlungen schüttet man etwas Salz und sieht zu, in welcher das Wasser sich sammelt; der entsprechende Monat wird feucht sein, der andere bleibt trocken. Wer Mut hat, mag auch den Jahrgang wagen, der im Norden ehemals üblich gewesen ist. In frühester Morgendämmerung ging man hinaus in den Wald, ohne zu sprechen oder sonst ein Geräusch zu verursachen. Kein Feuer durfte man sehen und keinen Hahn krähen hören. Wenn daun die Sonne aufging, so zeigte sie dem Glücklichen, was das neue Jahr bringen würde. Auf dem Kirchwege sah er so viel Leichenzüge, als das ganze neue Jahr hinderuch dort kommen sollten. Auf Feldern und Wiesen konnte er erkennen, wie der künftige Saatenstand sein würde, und das Haus, das von Feuer heimgesucht werden sollte, war gezeichnet. Auch die Tiere im Stalle vermögen in der Weihnachtszeit das Schicksal M prophezeien. Sie bekommen Stimmen und reden miteinander. Aber es ist gefährlich, sie mutwillig zu belauschen; nur Sonntagskinder können sie ungestraft reden hören. Den anderen Sterblichen bleiben freilich auch so noch genug Mittel übrig, um in das Dunkel der Zukunft zu schauen; knicket sich doch in der heiligen Zeit oft genug von selbst an, was keiner gerne vernehmen will, zumal das Nahen des Todes. Wessen Schatten am Heiligen Abend keinen Kopf hat, der ist dem unbarmherzigen Würger geweiht, und wer eines der beiden Lichter, die man hier und da die ganze Christnacht hindurch auf dem Tische brennen läßt, verlöschen sieht, der weiß, wer so sein Kommen angekündigt. Weit verbreitet sind die freundlicheren Bräuche, die zu Liebesprophezej- , Aber diesen Pfennig — ja, den fand er, - der ist Jein — mit diesem Pfennig kann er zum ersten Male seinem kümmerlichen Leben schalten und walten, wie J1.. ■. Ach. welche Träume der Seligkeit knüpfen sich für den Kleinen an diese Kupfermünze! Einen Gummi- mann, eine Lakritzenstange, — Bonbons, Schokoladenplätz- chen, ein Haiichblatt ein bunter Griffel, ach, wie herrlich! d" so viele andere mit gedankenloser Selbstverständlichkeit besitzen, die er, Franz, aber noch nie fein eigen nannte. Seine großen, dunklen Auaen glanzen bei all diesen Vorstellungen, ein zaghaftes Lächeln hegt auf dem Kindergesicht, er sieht von einem zum an- beim der beiden vor ihm stehenden Kameraden und hört gespannt, halb ablehnend, halb zuneigend auf ihre Rat- |U)Luy t. „Zwiebacken von gestern kriegst du 'ne Masse", ermuntert der blonde Er,ist. Sein Blick schweift in das Schau- M tVu ^"^rs vor dem sie zufällig stehen. Sein tft begehrlich, sehnsüchtig der Ausdruck seines etwas !^lden Gesichtes. Natürlich nmß er doch auch etwas w , ^^"Eauf haben und möglichst viel - und er hat auch solch Gefühl wie Hunger, ein solch bekanntes Gefühl , l jungen — und von einem Bonbon, von einem -Aal lecken an einer Lakritzenstange, was hat er da? Nein wenn sie auch altbacken waren, Seimnel oder Zwiebacke machten doch satter! — Ueberredeud schiebt er den zögern- den Franz zur Ladentür. „Und wenn du noch ein bißchen heulst, geben sie immer noch was zu — jedes Mal" Der Kleine steht unschlüssig. »Soll ich reingehen?" drängt der andere. . , 'Fe, — Ne" — Franz schüttelt ängstlich aber bestimmt i Köpfchen. Sein Glück, feinen Pfennig, fein wirkliches, eigenes Geld in andere Hände geben! Krampfhafter umschließt er die Münze. 3« den Mienen des größten, fast elfjährigen Knaben spiegelt sich inzwischen ein ganzes Buch von Empfindungen wieder Verächtlicher Spott, Neid, Habgier, ja fast Haß ^edeil feine Züge. Die schmalen, blutleeren Lippen ziehen sich chmsch nach unten, seine Blicke gehen unruhig, gierig lauernd vom Franz zum Ernst, vom Ernst zum Franz Ob er ihm das Geld entreißt? Ob er beide bezwingt? Und dann mit dem Pfennig tut, was er will? Heimlich er seine dürren Glieder, er atmet kurz und ballt verstohlen die Hände. Dann aber wendet er sich doch, einem I "Eren Gedanken folgend, kriechend und heuchlerisch I lächelnd dem Franz zu. 1 I „ „Du —. for—n Pfennig gibts Bei Peters fünf Ziga- I retten, für jeben eine — unb die zwei andern, da kriegt I denn immer jeder ’n Zugchen." I Erschreckt, fast bestürzt tritt der Angeredete zur Seite. I . „Ne ue", wehrt er, „und denn wird ein'm immer so | schwcht, so schlecht." — Irgend wo und wann muß der I Kleine wohl recht trübe Erfahrungen mit dem Rauchen I gemacht haben, denn so energisch und dringend der große I mtt Worten und Püffen für die erwünschten Zigaretten kämpft — Franz will nicht. „Ne, ne," spricht er nur stereotyp, „ne, ne," wiederholt er noch ein paar Mal mit glücklich glänzenden Augen. €VX„ Ta flammt die Gasbeleuchtung im Schaufenster des I uuf und bestrahlt grell einen umfangreichen | Glasbehalter mit winzigen Zuckerkügelchen mit leuchtenden, säst aufdringlichen Farben. Blau, rot, gelb, grün, weiß, braun wie ein köstlicher Regenbogen schimmert's vor I Franz auf, wie fasziniert hängen feine Blicke an dieser bunten, wundervollen, ihn bis ins Herz entzückenden Pracht! Seine Lippen buchstabieren mühsam den unten angeklebten Zettel „Liebes-perlen". Noch einmal sagt er halblaut „Liebesperlen" und im nächsten Augenblick, ehe Ernst mit seinen altbackenen Zwiebacken und Paul mit feinen Ziga- rettenwünfchen einspringen können, steht er im Laden und legt bestimmt und ruhig seinen kostbaren Schatz auf den Tisch. 1 I "Für'n Pfennig Liebesperlen." Seine Stimme zittert ern ganz klein bißchen, fein schmächtiges Körperchen preßt er ganz dicht an den Ladentisch, die Äugen verfolgen mit großem, gespanntem Ausdruck jede Bewegung der Verkäuferin. Wie sie wohl schmecken mögen? Wie sehr die roten Kügelchen leuchten! Ob die grünen und gelben auch I wohl so süß sind, wie die andern? Wie viel es wohl geben mag? Das Mädchen dreht eine kleine Tüte unb nimmt mit einem Teelöffel einmal nms andere aus dem Glase. $ - 788 Rätsel. Ein Mpenkräutlein steht allein Ans sturmumbroustem Bergesgvat; Es glänzt darauf wie Demant, chern. Wie glitzernd feuchte Tränensaat. Im Temantfcheine liegt ein ,a“, Dem Kräutlein schenke ,e" statt .a . Nun schreib's zusammen in ein Wort: Ein Feldherr zeigt sich dir sofort. Auflösung in nächster Nummer. Äuflösunq des Silbenrätsels in voriger Nummer: Samuel - Toqo - Eftoc - Piccolo - «ar.nomum - Ebto — Nationaltonuent — Schiaparellt — Objektiv , Stephenson, Locomotrve. ungcn führen sollen. Die Jmrgfrau geht um Mitternacht schweigend zum Brunnen und schaut hinein, im Wasseripregel werd chr das Bild des künftigen Bräutigams erscheinen. Oder sie geht an den Hühner stall, klopft an und sagt dabei: „Gackert der Hahn, so krieg ich ein Mann! Gackert die Henn, so krreg ich kern. , dann wird sie hören, wies mit ihren Frelersausstchten steht Will sie wissen, wie ihr Schatz einmal heißen wird, so spanne sie den ersten Faden Garn, den sie am,Heiligen Abend^ gesponnen, vor die Haustür: der erste, der vorubergcht, tragt den Namen, nach dem sie forscht. Und möchte die runge Drrn gern erfahren, ob der zukünftige blond oder braun oder schwarz fern wird, so greift sie in der Christnacht rücklings zur Tur hinaus, siebe-- kommt Haare in die Hand, die ihr eine Antwort auf ihre Frage geben Ob der Liebste gerade gewachsen sein wird oder krumm, ist auch nicht schwer zu erfahren: an der Form des Scheites, das das neugierige Mädchen um Mitternacht aus dem Holzstock zieht, läßt sich alles erkennen. , Die Magd, die gern Bescheid haben mochte, ob sie noch länger bei ihrer Herrschaft in Brod und Lohn bleiben wrrd, wirst ihren Schuh über die Schulter; zeigt die Spitz , nach der Tur, so deutet das auf baldiges Gehen, ist sie in das Zimmer gerichtet, so bleibt alles beim alten. Schließlich aber, wer noch mehr er- fahren will, als solche Fragen in die Zukunft ihm enthüllen, der gießt sein Blei in der Shlvesternacht; aus fernen wunderlichen Formen kann der Wissende alles lesen, winkende Freude und drohendes Leid. Büchertifch. - Grimm, Brüder, 'Deutsche Sagen. 2 Seife in l Bande. Mit Titelbild und Einleitung von Professor Tstwlf Stoll. Leipzigs Hesse u. Becker Verlag. Ein vielgepriesenes Haupdverk deutschem Volkstums erscheint jetzt in einer Ausgabe, dfe ^mln ,ever Sckml- aber auch in jeder Volksbiblrothek und Hausbücherei bie gebührende Stelle ermöglicht. Verschiedene Ausstattungsformen tragen verschiedenen Ansprüchen Rechmrng. 'Dre rm gleichender- läge soeben erscheinenden „Erinnerungen aus meinem Leben des jüngeren Bruders Ludwig Emil Grimm, der Jacobs eigentümlichem Wesen am nächsten stand, ergänzen mit dem bereits er schienenen Märchenbaude das Gesamtbild aufs glücklichste. — Diedrich Speckmann, Geschwister Roftnbrock. Berlin, Martin Warneck. ®er Roman spielt in dem sogenannten Teufelsmoor", das in den letzten Jahrzehnten durch die Wvrps- weder Maler weithin bekannt geworden ist und nut den eigentümlichen Lebensbedingungen und ferner noch ziemlich tungeil Kultur des menschlich Interessanten nicht wenig bietet. Tas Buch bringt neben sein gezeichneten Charakteren auch Naturschilderungen von großer Schönheit. . - EditHGräfin Salbnrg, Wenn Ko Nigel t e6etk Aufzeichnungen zweier Frauen. Verlag von B. Eliicher Nachfolger in Leipzig. In äußerst geschickte uich reizvolle ParallAe zueinander gestellt werden uns hier die Betrachtungen und Beobachtungen zweier, von der Natur allerdings nut recht öerKbtcbenen Gaben des Geistes und des Charakters bedachten „Konigslieb- eben" übermittelt. Die eine von ihnen, die „moderne , ist em „Kind des Volkes", die andere — einem vergangenen Jahrhundert ! aiigchörige — eine 'Dame des englr, ch-hannoverschen Hofes- Ern , Buch, in dem Wissen und Grazie zu einem woUtuend harmonischen und im höchsten Grade anregend-interessanten Ganzen geworden find! m © nrt Münzer, Kinder der Stadt. Roman.- Titelbild von Prof. Max Slevogt (Vita, Tentsck>es Verlagshauch Berlin-Ch.) Kurt Münzer hat m dtesem Buch nicht da^ Schicksal ernes einzelnen Menschen gMmhlt, sondern sein Held ist eilte Stadt, ist Berlin! Tie Geschichte einer Gruppe von Menschen, die im Banne der Stadt sind, geben che Momente zu der bunten und bewegten Handlung her Die G^chichte dreier j Menschen, die unter dem Verhängnis derselben Liebe schmachten^ I heben sich aus dem Strom flüchtigerer Existenzen. Tie Kinder | der Stadt sind typisch moderne Menschen, erfüllt von d(n neuen I Wünschen unseres Zeitalters, von den erlesenen Empfindlingen! I geklärter Kultur. — Friedrich Werner von Oestören: Ein l’ungei; Mann von Welt. Verlag von Egon Fleische! u. Co., Berlin. 'DM jungen Mann von Welt unserer Tage zu zeichnen,, seine Gefuhls- und Gedankenwelt erbarmungslos klarzulegen und einen Ausschnitt | aus seinem abenteuerlichen 'Dasein zu geben, Hit Oeitoren unternommen. Allerdings werden nur die mit dem Leben der fachwnab- len Welt voll Vertrauen den neuen Roman Oexens ga^ würdigen können; aber auch die dem oberflächlichen GcyMchafts- | getriebe mit seinen lockeren Formen und seinem lügnerischen Kern I Fremderen werden an dem Helden des Romanes ihre Helle Freude I haben. ____________ dagegen verwenden den unangenehmen Geruch als Waffe im Kamp unis Dasein. Es handelt sich dabei hauptsächlich um verschiedene tropische Arten. Tixey nimmt nun an, daß die unangenehmen Gerüche die Vögel davon abhalten, fchlecktriechende Schmetterlinge zu treffen. Wahrscheinlich ist Tixey hiermit auf der richtigen Spur, wenn die Deutung auch nicht ganz zutreffend ist. Ate Geruchs- Werkzeuge der Vögel sind wahifcheinlich kaum imstande, die un- anqenebmen Gerüche überhaupt wahrzunehmen. Jedoch ist nut dem unangenehmen Geruch wahrfcheinlich em unangenehmer Ge- schmack verbunden, der die Vögel von dem yresten dieier Schmetterlinge abhült, wenn sie einmal die unangenehme Eriahr- ung gemacht haben, wie es bei auffallend gezeichneten Raupen häufig auch der Fall ist. Ter unangenehme Geruch wate, wenn die Erklärung richtig ist, nur eine Begleiterscheinung des Geschmackes. . vermischtes. kf. D i e e i n g e s p e r r t e n Professor e n. Wie französische | Studenten mit ihren Professoren verfahren, zeigt eme kleine Ge- I schichte, die aus Paris über die letzten Studentenunruhen ge- I meldet wird: Die Studenten sperrten den bet ihnen unbeliebten I Professor Nicolas kurzerhand in feinem Laboratorium em. Vergebens versuchte Landouzy, der Dekan der Fakultät, zu vermitteln; I inan gestaltete ihm jedoch ungehinderten Zutritt zu seinem em- l gesperrten Kollegen. Aber sobald er im Laboratorutnr war, wurde I der Ring wieder geschlossen, und alle Bitten des Dekans uni freien I Stbzug waren vergebens. Man forderte ihn auf, sein Ehrenwort I abzugeben, daß er die Polizei nicht holen wolle. „Erhek eii Sie die rechte Hand und sagen Sie: »Ich schwöre es T riefet, die Ltudenten. I Und gehorsam schwur der Professor sogar nut lächelndem Erficht. 1 Erst dann wurde die Belagerung aufgehoben und unter dem Hohn- I geläditer der Studenten zogen die beiden Profesforen ab. kf. Das Gewicht der Könige. Bei dem>Durbar in Indien wird König Georg im wahren Sinne des Wortes mit Gold ausgewogen, und daher interessiert natürlich sein Ge- tvicht, König Georg wiegt genau 83 Kilogramm. Als die gleiche | Zeremonie bei dem letzten Dnrbar stattfinden sollte, mußte man I sich in Indien mit der Angabe begnügen, daß König Eduard (der | ja selbst nicht zugegen war) 104 Kilogramm wog - Sem Dnrbar kam also teurer zu stehen, weil das Gewicht des Königs lu Gold unter das Volk verschenkt wird. Der „Mestagero stellt sich nun vor, auch andere Könige und Königinnen sollten mit Gold aus- . gemogeit werden und gibt daher deren Gewicht an. Wenn ferne ! Angaben stimmen, ist der schwerste der lebenden Herrscher der Zar Ferdinand von Bulgarten, der 84 Kilogramm I wiegen soll, und die Königin von Griechenland bleibt um nichts hinter ihm zurück. Der lichteste aller Herrscher dagegen soll der Zar mit einem Gewichte von 71,5 Kilogramm sein. Das Gewicht Kaiser Wilhelms wird auf ungefähr 80 Kilogramm angegeben; die Königin Elisabeth von Rumänien soll 78 Kilogramm wiegen, die Zarin Alexandra 60, und die leichteste Herrscherin soll Wilhelmine von Holland ! mit 59 Kilogramm sein. kk. Das Pflanzenkrankenhaus. Auf das Hunde- und Vögelkrankenhaus ist nun auch ein Hospital für Pflanzen gefolgt. Dieses Institut ist in England errichtet worden, um erkrankte und schwächliche Pflanzen sachgemäß wieder herzustellen. E^ besteht daselbst, wie in einem richtigen Lazarett eine Ausnahmeabteilung, ivo die eingelieferten „Kranken" unterfucht und den entsprechenden Stationen überwiesen werden. Tie Aufnahme und Behandlnng ist eine sehr sorgfältige. Für diejenigen Bäume, die nur äußerlich beschädigt find, ist eine „chirurgische Klinik vorhanden, m der die erkrankten Teile gegebenenfalls entfernt und ordentlich verbunden werden. Tie Wärterinnen, die sich mit der Pflege dieser Zöglinge beschäftigen, sind wie richtige Krankenschwestern gekleidet. Mtt allerhand Täschchen gehen sie umher, um bei den Operationen zu helfen und die Verbände anzulegen, die die frischen Schnitte vor der Luit schützen sollen. Kf. Stinktiere unter den L> ch m e t t e r k tn g en. Manche Schmetterlinge geben angenehme Wohlgerüche von sich; andere dagegen, mit bei,en sich der Zoologe Tixey gegenwärtig beschäftigt, sollen üble Gerüche ausströmen. Ter englische Zoologe hat sich nun gefragt, welchen Nutzen die Schmetterlinge hiervon haben. Bei den Düften, die der menschlichen Nase angenehm sind und wie man sie bei heimischen Arten von Weißlingen wahrnehmen kann, handelt es sich offenbar um die Anlockung des anderen Geschlechts. Tie „Stinktiere" unter den Schmetterlingen ___ __ Reaktion: K. Ne'urath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lavg^ G'-tz-»