fllClTm gJÄnJp; sw Ml Ostergrutz. Kennst du das Land? Nicht fern im Süd gelegen, Zn deinen Füßen treneS Heimatland. Vom lichten Himmel flirrt ihm Frühlingssegen Und schlingt von Tal zu Tal das grüne Band. Kalt lag die Welt, starr ohne Halm und Blume, Hart war das Herz und ohne Hoffen gar. Da — leise — regt sich'S in der Ackerkrume Von neuen Lebens Ahnung wunderbar. Ein Singen zieht, ein Schwingen durch die Lüfte Und ferne Glocken summen tief darein, . Der Sonnenatem haucht in dunkle Grüfte Und Seelen sprengen ihren Totenschrein. Ihr Blumenseelchen auf begrünten Hügeln, Ihr Menschenseelen nach des Leides Nacht — Ostara braust einher auf mächt'gen Flügeln. Hört ihren Siegesrufi Erwacht! Erwacht! Bern. I. V. Widmann. her;eloMe. Roman von Georg Freiherrn von Ompteda. (Nachdruck verboten.) Ich tvar ein junger Fant, der eben erst die Achselstücke trug. Und tote es so ist mit zwanzig Jahren und entern un-aen Herzen und ein paar Augen, die gewohnt waren ich umzublicken in der Welt sah ich rings um mich alles was herrlich tvar, was schön, was jung wie ich, was lachte und in der Sonne stand. Und Kleingeld tm D"ck,emen edlen Gaul zwischen den Beinen, ritt ich durchs Land, nur dorthin die Blicke gewendet, wo der Mund klein war und Nach der Seele habe ich wohl nicht gefragt. Mit jungen Jahren trug ich sie selbst in die Dinge hineim legte sie unter, meinte sie offenbar, wo sie nicht lebte, blickte darüber hinweg, tvo sie sich scheu, ein schämig Kind, dem fremden Auge versteckte. , „ Q , ,, O, dieses glückselige Kindergemüt, das alles arglos bestaunte, dem jedes törichte Wort klang, als liege tiefer Smn darin verborgen! Dieses Leben von Tag zu Tag, von der Hand in den Mund, von heute zu morgen! Es war das Dasein des Reichen, der da denkt, nie, nie kann das Gold der Juaeiid enden, nie können die großen Bankzettel, mit beiten Kraft und Unverbrauchtheit zahlen, gewechselt werden. Ich lebte in den Tag hinein, als würde die Herrlichkeit nie aufhören. Ost brannte ich lichterloh, oft, ach so ost. Fede Woche ward ein neues Götterbild in meinem Herzen ^richtet. Einmal war es schwarz tote die Nacht, einmal 'aoldia tote die Morgensonne; war aber nie über des Lebens. Mittag hinaus, und immer war es schon, wnnderschom Mir schien es so. Ich fragte wohl die andern, denn utetnes Glückes sollten die Freunde teilhaftig sein Dann ward ich böse, wenn einer mir zur Antwort gab: Sie hat iajE Zähne!" —• „Sonst nichts?" Und ich hielt ihn für einen ^"^Aber, o weh, tnein Herz war wandelbar. Sah tch etne, die den Blick zur Seite schlug, wenn ich ihr unterden Hut anckte dann stach es nnr lmks, ja es stach, es tat b-ttev. weh, und ich wußte: es sitzt. Ich wußte, solch ,,)$cute« Ding" wie ich sie nannte, hast du noch deiner -^age nicht gesehen. Gingen aber wieder Wochen ins Land, sv loderte eine neue Flamme auf dem Altar meines Herzens. Manchmal waren es welche, mit denen ich "ie em Wort gewechselt, und ich konnte nicht wissen, waren sre klug otor dumm unter dem reizenden Lärvchen, schlumnierte nt den Tiefen ihrer Seele etwas oder waren sre seelenlos tote jette tot9 ich getoiß in jenen sorglosen Tagein denen, die da nicht Reiz besaßen noch, «chone, .ging ich aus dem Wege tote einem alten Wetb nut dem bösen Blick. Ich 'batte kein .Herz für die Mauerblümchen, ich tanzte nicht mit den eckigen Wesetl, an deren Wiege keine fre-uudltchA Huldin gestanden. War der Vater einer jener, an denen mein Auge nicht haften blieb, eine Respektsperson v, ich hatte solchen Respekt, o, ich war so wohlerzogen — so machte ich einen Pflichttanz ab, so wechselte ich jene "blichen Worte, die so artig sind und doch so unhöflich, wenn das Gröbste, unter Menschen ist: Liebenswürdigkeit ohne Teilnahme. In dem Drang und Jubel meiner jungen Jahre habe ich tue gefragt: tust du diesem Mädchen nicht unrecht, an ihm steif vorüberzugehen, kränkst du nicht das bessere Herz, indem du für die Schöne die Augen aufreißest und der bescheidenen Schwester daneben nur den Wimpernspalt ^^ Mein Gott, böser Wille war es nicht: ich war jungj, und mein Herz war heiß, uüd ich hatte Augen, die Schorf S m sehLii- die Oberfläche, und die Welt war.für Mich noch zu reich und zu voll und zu wert, um nntihrfertig nt werden Der Strom tvar zu brett, um nicht flach zu strömen. Erst Jahre mußten ihm ein tieferes Bett wühlen. Jahre mit Kämpfen, mit Enttäuschungen und Wunden und $ In jener Sonnenzeit trat sie, von der ich erzählen will, »"“KÄ Ä »w -»«s *•* kleines, stilles Ding! Ich ward ihr vorgestellt, nur mit dem Ohr hörte tch den Namen. Mein Auge sah ste Nicht. Vielleicht blinzelte es hinüber zur Nachbarin, vielleicht sah es vhantasiebeschwingt gerade eine andere stehen, für Pte mein Herz eben glühte? Wie soll ich es sagen. Das Trau« richte geschah, das widerfahren kann, wenn zwei einander kennen lernen: sie Unterließ keinen Andruck,, .über H — 234 — nennen? Sie nickte nur, und wiederholte längsanr „Alles um Liebe". Ostergeschichte von A. R e t tt o w. (Nachdruck verboten.) H tzerzeloide. (Fortsetzung folgt.) chnng!" , I „Nein, Herr von Welsien," schmollte Irma Keßler, indem! Und !bto lachte das Mädchen, lachte einfach, herzlech, I mit ^ner heftigen Bewegung der Schultern von ihrem Partner unbändig fast. Ich steigerte meine Worte. Ich hielt Volks- | sich abwandte. „Sie sind aber auch zu ungeschickt! Nun haben! reden. Ich bewies ihr, daß die Schule das Unglück der I wir diese Partie auch wieder verloren!" Machen bedeute. Ich kam dahin, es wäre am besten, 1 „Alle Wetter! Ich denke, die Sache geht mm erst richUg ?annto sie fortan Fck kannte sie in der Masse. Der Reihe I überhaupt nichts zu kernen. Der Naturmensch tauchte auf« Icm,n‘S Lnlfptt den Frauen und I Ein eigenes Gewächs meiner Gnaden, ent Vorn,eitler, der E _„-rF,Ünkht Mon wie wohlerzogen ich war? Eiszeitkerl mit dem Glück des Nichtwissers, den Indianer- Wenn sch ÄS M KÄ & «n tnsLtte,, des Ingers, -in Pr-chtg-lchSp,. dem d-S Denken 8e NnSellöckchen einer He dort drüben ft-nd, bald ab- Kepffchm-rz-n bnettete ber den Blüten roh Non »nekender ne« »°m Kken Ha7t d r qst-d° neben '«r. i*Me mit «eute aß. über mit «W-rsr-", nnd nnr °-Z«° Urreui Madonnenscheitel mir als die erschien, die ich immer Frauen, nie jungen Mädchen bte Hand küßte. ®n tmftej suchend ^L^en getragen, dann wußte ich: das Gewimmel, Jäger im Varensell, der ab« gnadtges Frauletn sagte. 1 2 < .„j. Fifiiiifirfi arünlich oder weiß wie eine I Natürlich ritt er, er rttt nur Vollblut. Er sagte aus blankem! Mau« steht kenne ich Und darum nur keine Mühe ge- Pf«de über die Heide, ab« beim Parademarsch mit los- * ”9CUbet' K“’ l-ch.- -ins-ch, m nnbündi, JSt’/Ää-«kn Ä "'^JchLer w-r ab Nur Royalist war ich imm«, vor ein« neigte ich das I gebundener Kraft alles mit ganzer Seele tat, mit Knie- vor der Queen H«zen, mit ganzem Gemüte, so geriet ich in Feuer fand So hieß sie mir' im stillen, denn damals klang ein alles schlecht, alles zum Einreißen, ö^m Umstürze reif, nur Walz« durch alle Vallsäle: „My queen!" Der ward durch mich nicht, mich, der alles wußte, konnte,-dachte und emp m°in° -nsiordernng immer der zn Füßen gelegt, die die ^vLLA'Les N-Psnn« « Nie dem Mädchen, von dem diese Blätt« erzählen, kleinsten Erdenwurme bis hinauf zu allen Einrichwngen Äna gsXÄtt UL L AW k —1 ttÄÄÄ »« mitgeteilt ward. Zu Tode getroffen, verwundet bis in I ^ch nahm die Hand an die Mutze, ab sll ,en Herzbeutel, wie unser junger Assistenzarzt W sagen »hm, dann fuhr ich fort: ü6eTfiauät onädia? Nein mfity 9etKl‘“ W Sie Tat?™ S8 Ä t’Ä Es wurde Käsige getrunken. In solcher Stunde Kaffee! lachen Sie. Wissen Sie was: hi« schwöre ich, daß ich Bretzeln! Ab« tote bei jungen Gliedern Wunden, an denen I Sie nie in meinem Leben toied« nennen werde: „Gnad-ges ",»d ätetoVißS tabÄ'wei?nmaS''?«el)'t ^"«st»°dchm lüdjäte noch ein klein memg. Sie wag SAl^2 frfmhhte von meinem Herzen bei diesem ernst« geworden. Vielleicht hatte sie der ungestüme Drang Kaffee die ^iebe ab Als dummer Schorf blieb sie irgendwo I mein« zwanzig Jahre erschreckt. Wir tvaren immer bloß te-“tu» Ich brauchte Ersatz. Sie ward Luckenbutzer. Dazu war bas Ausdruck des Bangens beinahe aus ihren Zügen — Er- arme Ding gut genug. Ja, so sind die Menschen! schrockensein und Lächeln, Strahlen und Besorgnis, er, er Ging sie allein? Ich weiß nicht mehr! Vielleicht ist allein hatte mich angespornt und fortgerissen, daß der eine and«e dabei gewesen, es ist mir ganz entfallen! Selten Jugendüb«mut mit mir durchgegangen war, den ich sonst weiß ein Mann, und gar ein Leutnant von zwanzig Jahren, nur vor meinem besten Freunde zeigte, wenn wir allein wie eine Dame gekleidet war. Ich weiß es, denn daran auf h« Bude saßen und schwärmten tote man nur schwar- knüpfte sich Gespräch. Zwar interessierte mich nicht die men xann, wenn man gesund ist und frisch und glücklich Farbe noch d« Schnitt, nur das Muster: im leichten Wasch- I jung, ach, so unendlich jung. stofsgewebe lauter Schnörkel wie Herzen. Und da kam — I WZ ich nun das Versprechen gab, sie nie in meinem seltsame Jdeenv«bindung meines Hirns, in dem in jenen I Leben toieder „gnädiges Fräulein" zu nennen, fragte sie brausenden Jugendzeiten die Gedanken herumzuckten wie tang.fam: elektrische Funken — mir das Mort in den Sinn: Herze- I utid wie wollen Sie mich denn loide! Es war ganz natürlich, was ich antwortete. Ich hätte Wie oft habe ich mich an Klängen «freut, an Silben, g,ar nicht anders gekonnt: die dunkle Vorstellungen lösten. Frau „Herzeloide", das . herzeloide. hatte mir Phantasten imm« geklungen. Bon der Schul- I Sie schwieg. Sie sann nach. Mein Taumel war ein bank h«, von Wolfram von Eschenbachs Gnaden? Aus toentg verflogen, und ich dachte: „Was geht mich die int Wagners Parzifal? Ich weiß es nicht. Aber das Wort @Tlutbe an? Es ist doch zu dumm so was. Am Ende tönte mir im Ohr. Und wie ich- das Kleid sah mit dem nimmt fie's noch übel." Und wohlerzogen, mit gut« seltsamen Must« der Herzen und vielleicht im Gedanken Kinderstube versehen, mit fabelhafter Meinung von allem an den schmählichen Bernat, den die eben verlobte Tochter I tua§ Dame war, fragte ich ängstlich: des Hauses an mir begangen — natürlich ohne es zu Das paßt sich wohl nicht? O bitte, seien Sie mir ahnen — sprach ich vor mich hin: nicht böse. — H«zeloide! -Sie lächelte so lieb, daß ich zum «sten Mal den Aus- Das Mädchen nahm es auf, und es fand sich, daß sie I ^uck der Güte sah, d« Milde, der Vernunft. Da fragte wußte, w« das war. Ich dachte sofort: Aha, die Literatur- | Mhn: tunde int Stift, in d« Pension, ob« wo sie immer ben I Darf ich's sagen? Herzeloide? Infinit eingetricht«t bekommen hat. Unsinn, denn Un- — ■c inn war in jenen Jähren, da ich nicht mehr zu lernen -rauchte, sondern nur leben wollte, alles für mich, das nach Wissen und Weisheit, vor allem aber nach Schule roch. Und ich sagte ihr das. Sie schien es nicht zu finden. Ich ward ungebärbtg, ich übertrieb, ich gefiel mich in Worten, die letzte.Grenzen einer Bedeutung zu malen schienen und doch nur gus deutsch hießen: „Unsinn"! Ich nannte es: „Irrsinn, Blödsinn, Wahnsinn, Verbrechen, Gehirnerwet- — 2S8 — Brigitte mir erzählt M daß — von Wesien auf Polzow Vereinbai ein WÄsien etwas einzuwenden?" , , „Vater, du weichst mir aus!" flehte bas junge Mädchen.- „Er ist gekommen, um mich zu weichen, ohne mich zu kennen — es ist eine abgekartete Geschichte, ganz so, wie Tante eS gesagt hat!" . , , „Na warte, Tante!" knurrte der Geheimrat rn sich Hinern. Laut sagte er, indem er sich erhob: „Nun ja, mein Kind, es ist zwischen Jobst von Welsien und mir davon die Rede gewesen^ aber —" „So ist es ailso auch wahr, daß er dir Geld schuldet?" „Auch das ist wahr." Irma brach an dem Stuhl, auf dessen Ähne fre sich gestützt hatte, zusammen, legte den Kopf auf die Arme und schliinHt« Der Karfreitag des Herzens. . . . Ein wunderherrlicher Ostermorgen. Da Irma trotz seelischer und körperlicher Leiden auf denk von ihr angeregten Ausflug beharrte, hatte sich der Geheimrat entschlossen, die Radkavalkade auf seinem Auto yu begleiten. Alle waren bereits am Parktor versammelt — bis auf Heinz Welsien und Baron von Löhningen. Auch Tante Brigitte war mit von der Partie. Nach der Unterredung mit ihrem Bruder war st« wie umgewandelt. .. Um die Zeit des Harrens abzukürzen, waren die Damen eben beschäftigt, die Räder mit Palmkätzchen zu schmücken, als Baron von Löningen von der Landstraße her heraupreschte. „Nanu — wo hast du Welsien?" rief der Geheimrat ihm entglpem flnbern dangen mit Fragen auf ihn ein — nutz Irma hielt sich abseits; aber die Händchen, welche die Lenkstange ihres Rades umspannten, zitterten, und ihr Blick hing tote ßw bannt an den Lippen des Vetters. , „Da muß ich etivas weiter ausholen, meine Herrschaften," bemerkte dieser. Da mein Freund Heinz heute radfahren sollte,- so wollte er es gestern und vorgestern lernen. Er gehört nämlich zu den eigensinnigen Menschen, die niemals enigestehen, daß sie etwas nicht können. So hat er denn Tag und Nacht trainiert, und es ging auch ganz schon. Bei der Freifahrt auf der Chausiea nach Polzow hat er nur zwei junge Kastanienbaume und eine Ente umgebracht. Leider !var er heute früh, als ich ihn holte, wieder eigensinnig. Ich machte ihn auf einen vor uns herfahrenden Kartoffelwagen aufmerksam. Anstatt aber auszubiegen, machte er den gewaltsamen Versuch, Mit seinem Rad auf den Wagen zu klettern — dabei hat er sich leider eine Vev* ’*VBT-***. -me es einen Gott der Rinder, der Pferde, der Schweine und der Hunde gibt; in in Su-chou sott nch sogar der Gott der Läuse eines besonderen kleinen Tempels erfreuen. Von ganz besonderem Interesse ist aber der Kultus der Naturgottheiten, namentlich der des Mondes. Der Mond ist da» Träger des weiblichen dunkeln Prinzips;, die Mondgottheit wird daher, so berichtet Wilhelm Grube in seinem,lesenswerten-Buch Religion und Kultus der Chinesen", auch oft in der Gestalt einer , 2 - daß du mA dem alten Herr«! .... .... auf" Polzow' vereinbart hast, mich an Heinz Welsien! zu verheiraten, weil der Mte dir Geld schuldet und weil —" „Stopp, mein Kind — immer hübsch eins nach dem andern. Zunächst verstehe ich jetzt erst den ziemlich konfusen Brief, den ich vorhin von dem kleinen Leutnant erhalten habe., Er will,, um „Mißdeutungen" aus dem Wege zu gehen, zunächst die Schulden 'eines Onkels aus eigenem Vermögen bezahlen. Na, davon spater! — Dann, Kindchen, die bündige Versicherung, daß meine Itene Schwester, deine Tante, eine komplette Gans ist. Ich werde ihr das nachher noch selber sagen. Drittens — hättest du gegen ßn, und will mir gerade «Me Mühe geben — da ist's schon wieder aus?" „Na, wissen Sie —" Irma Keßler strich die vom Spiel zerzausten Haare aus der Stirn und machte der ein Triumphgeheul anstimmenden Gegenpartei eine lange Nase. Nachdem sie dann noch sämtliche Reservebälle und schließlich auch ihr Rakett nach den Siegel trunkenen jenseits des Netzes geschleudert, wandte sie stch wieder ihrem Partner zu. ... „Sagen Sie mäl, Herr von Welsien — Sie können wohl gar nicht Tennis?" . , . „ „Eigentlich nicht. Mein gnädiges Fräulein. „Das ist aber stark! Ich habe Sie doch gefragt! „Sehr richttg. Aber Ihre Frage lautete: Spielen Sie Tennis? Natürlich spiel ich — weshalb soll ich Nicht Tennis spielen? Ich spiele beispielsweise auch Skat, wenn man mich dazu reizt. Und werde es doch im ganzen Leben nicht begreifen. ‘ „Sie wollen also sagen, daß Sie zu dieser Partie „geretar wurden?" „Allerdings." , Sie senkte die Augen unter seinem Blick. Die Hande auf dem Rücken, sah sie angelegentlich auf die Spitze ihres braunen Halbschuhs, die sich in das kurzgeschorene Gras des Tennisplatzes bohiste. „ „ „Allerdings — gereizt," wiederholte Leutnant von Welsien. „Aber verstehen Sie mich recht, Fräulein Irma. Es handelte sich darum, noch eine Stunde oder zwei dieses herrlich«! Tages an Ihrer Seite verbringen zu dürfen. Das hat mich gereizt. Hätte ich meine geringe Begabung für dieses edle Spiel kundgegeben, so wäre mir wohl , nichts übrig geblieben, als heiM- zureiten gelt Polzow und mir von meinem Onkel den üblichen Vortrag über die geringe Rentabilität der Zucht von Wollschafen halten zu lassen. Dazu sind mir aber die wenigen Tage meines Osterurlaubs zu schade, dazu ist mir dieser sonnige Frühling zu schade — und all die knospenden Hoffnungen, die er mrr »ringt!" .. .... , Herr von Welsien — Sie — Sie lieben den Frühling? „Sehr. Auch den Frühling — vor allem aber —" Mit einem leisen Schrei, einem unterdrückten Ausiauchzen preßte Irma Keßler die Hände gegen die Ohren und Wangen. Einen Moment zögerte sie — dann lies sie davon, lief, bis siej tm Schutze der Gegenpartei war. Hier hing sie sich an den Arm ihrer Dante, eines jugendlich herausgeputzten älteren Fräuleins, das jene Szene nut den geschärften Instinkten ihres Alters beobachtet und begriffen hatte. Brigitte Keßler raunte ihrer Mchte einige herbe, verweisende Wortt zu, die diese aber nicht verstand. Einmal war sie zu sehr nut sich selbst beschäftigt, und dann übertönte auch die geräuschvolle Sieges- freude des Barons von Löningen den Verweis. „Da hätten wir unfern Dennis-Champion einmal gehörig reingelegtrief der Baron, der zwei niedliche Freundinnen Irmas am Arm führte. Er war ein Verwandter des Hkuses. Irmas verstorbene Mutter war eine Löningeti. Außerdem stand der Baron in der benachbarten kleinen Garnison, deren rote Ziegeldächer von der Parklichtting aus deutlich zu sehen waren. Er kam wöchentlich ein paarmal herüber und war in der Keßlerschen Famtlte tote zu Hause. Da er auch mit Heinz Welsien befreundet war, konnte er sich schon einige Fopperei erlauben. Das besorgte er denn auch in ausgiebigem Maße — aber sonderbarerweise reagierten weder der Husar noch das sonst recht strettbare Fräulein Irma aus die Übermütigen Anzapfungen. . Herrje, Kinder, was ist denn mit euch los?" fragte der Baron, indem er mit großen Augen von einem zum andern sah. Aus den Gesichtern der beiden lag ein ganz gleichartiger Abglanz der Sonne, die jenseits der frischbelaubten Buchen und Ulmen purpurn zur Rüste ging Nichts, Vetter," erwiderte Irma, ohne das leuchtende Gesicht von der Sonne abzuwenden, „nichts weiter, als daß Frühling ilt. Plötzlich durchrieselte es die schlanke Gestalt tote ein Schauer. Erschrocken kam sie zum Bewußtsein der (Situation — und mit etwas forcierter Lebhaftigkeit fügte sie hinzu: „In drei Tagen ist Ostern! Ich schlage vor, wir machen am ersten Festtag einen gemeinsamen Ausflug nach der Aumühle !— per Rad. Sie fahren doch Rad, Herr von Welsien? „Selbstverständlich fahre ich Rad, mein gnädiges Fraulein. Das klang trocken verbindlich. Aus seinen Augen aber sprach ein Herz, das seinem Ostern entgegenjauchzte. Das war am Gründonnerstag .... Am nächsten Tage betrat Irma zu ganz ungewöhnlicher Stunde das Arbeitszimmer ihres Vaters. Der Hof und die. mächtigen Schlote der Zuckerfabrik, auf die man von dem breiten, dreiteiligen Fenster einen Ausblick hatte, waren in feiertäglicher Ruhe. Ein kühler, nebliger Dunst verwischte die Konttireu. Der Geheimrat studierte kopfschüttelnd in einem Brief. „Na, Irin, was soll's?" fragte er, nachdem er flüchtig auf- gesehen. Ein unterdrücktes Schluchz en traf fein Ohr. „Um Himmelswillen, Kind, was hast du denn?" Nichts, Papa — es ist wirklich nichts. Nur em paar Fragen bitte ich dich, mir zu beanttvorten. Ist es wahr, was Tante herzbrechend. „Nun ist alles zu Ende —" , Der alte Herr war zuerst verdutzt und erschrocken. Bet der Proklamierung des „Endes" aber schloß er unschwer auf den „Anfang" — und das stimmte ihn äußerst vergnügt. Er cer-. ließ das Zimmer, um seine Schwester aufzusuchen. Irma lag noch lange regungslos. Von Zeit zu Zett schüttelte trockenes Schluchzen den schlanken Körper. — 236 — weiblichen Figur dargestellt, die einen Monddiskus iit der Hand hält. Das Mondfest der Chinesen ist ein ergeiies Volksfest, das auch in den Familien gefeiert wird. An ihm beteiligen sich nur Sauen und Kinder, weil die Frauen tm Gegensatz zu den ünnern unter der Herrschaft des dunkeln, empfangende Prinzips stehen. Außerdem aber ist die Bevorzugung des Mondkultus von feiten der Frauen wohl auf den Glauben an den „Alten im Monde" zurückzuführen. Dieser Alte rm Mond verbindet nämlich nach einem allgemein verbreiteten Glauben die Fuße von Kindern, die er zu einstigen Ehegatten ausersehen hat, durch rote Fäden miteinander und wird aus diesem Grunde als göttlicher Ehevermittler verehrt. Das Mondopfer findet stets unter freiem Himmel angesichts des Vollmondes statt und erhält dadurch oft Linen gewissen poetischen Reiz, der den übrigen religiösen Bräuchen der Chinesen meist abzugehen pflegt. Auf dem Altar fehlt bei dieser Gelegenheit nie ein Bild, das einen Hasen darstellt, der auf den Hinterpfoten steht, während er in den Vorderpfoten eine Mörserkeule hält, mit der er in einem vor ihm stehenden Mörser ein „Pulver der Unsterblichkeit" bereitet. Der Glaube an den Mondhasen ist schon im alten Indien verbreitet; aber er ist keinesfalls erst etwa mit dem Buddhismus von dort nach China eingeführt worden. Ein chinesischer Philosoph des ersten Jahrhunderts, Wang-Chung mit Namen, polemisiert bereits gegen den Glattben an den Mondhasen als einen kindischen Aberglauben, der demnach also zu seiner Zeit schon recht verbreitet gewesen sein muß. Daß der Hase mit dem Mörser dargestellt wird, in dem er ein Pulver zur Herstellung des Elixiers der Unsterblichkeit stampft, ist eine spätere Zutat taoistischen Ursprungs. In ganz China werden zum Mondfeste kleine Hasensiguren aus Ton feilgeboten, die man den Kindern zu schenken pflegt, so daß in China der Mondhase eine einigermaßen ähnliche Rolle spielt, wie bei uns der O sterhase. Sämtliche Opfergaben, die dem Monde dargebracht werden, müssen von runder Gestalt fein, einmal, um der Mondscheibe zu entsprechen, dann aber auch, weil das Wort für „rund", tuan-huan, zugleich soviel wie „vereint, vollzählig" bedeutet. Daher drücken die Melonen, die beim Mondopfer nicht fehlen dürfen, den Wunsch aus, daß die ganze Familie vollzählig und vereint bleiben möge. Obenan unter den Opfergaben steht der sogenannte Mondkuchen, der die Gestalt der Mondscheibe hat und entweder mit einer Darstellung des Alten im Monde oder des Mondhasen ge- schrnückt ist, O. K, Alte deutsche Haussprüche. Vor geschnitzten Balken an den alten Häusern sind wir schon in der Jugend häufig genug stehen geblieben, die Inschriften an den Türoiosten gaben uns als vorgeschrittenen A-B-C-Schülern o’t harte Nüsse zum Knacken, und an Oienkacheln haben wir manches Zeugnis vom Denken und Dichten der Alten gelesen. Tie ver- schiedenartigsten Sprüche ernster und heiterer Natur finden wir an den schlichtesten alten deutschen Hausgeräten. Eine hübsche kleine Sammlung derartiger Jnschriiten aus den verschiedensten Gebieten Deutschlands hat Kaplan A. Becker in der Zeitschrift „Hannoverland" zusammengebracht. An emer Standuhr in Süddeutfchland standen folgende Worte: Heiliger Sankt Beit, Weck mich an der Zeit, Weck nicht zu früh und nicht zu spät, Weck mich, wenn es fünfe schlägt. Die zahlreichsten, meist freilich launigen, oü sogar recht derbe» Inschriften finden sich naturgemäß an Gläsern, Pokalen und Krügen, von denen einige zur Charakteristik angeführt seien: Die Kehl tost veel l * r j Wirb, das Glück ist mürb. * ’ ’ Rat nach Tat Kommt zii spat. Erst rat, dann tat, Kommt nie zu spat. * Unverdrossen und allgemach Bereichtet man die schwerste Sach * i Schenk voll ein, Trink aus rein, Daß man das Glas von oben Kann auf den Nagel proben. Das ist zu loben. * Willst du sein mit Ruh und Gemach, Verantwort nicht eine jede Sach. * ' ' Soll sein dein Zung' ein Waffen wert, So sei sie em Schild unt> nicht ein Schwert. * Viel Feindschaft, auch viel Ehre» ftht Verborgen in einem Ohmen Wein. Laß an dich kommen, trink moderat, Daß dir die Goltesgab nicht schad. i * Im Takte fest, im Tone rein, Soll unser Tun und Singen sei». •fl * Verlaß dich auf die Leute nicht, Sie sind von einer Wiege, Wer heute Hosiannah spricht, Ruft morgen Kruzistge. An einem kleinen Kruge stand folgende sinnige Inschrift t Groß sein tut'S nicht allein, Sonst holte die Kuh den Hasen ein. Dis Ueberschrift eines Spiegels riet: Allen gefallen bedarf Kunst. Ein Osterei sprach die Wahrheit: Lieben und nicht haben Ist härter als Steine graben. Auf Tellern und Schüsseln standen die Spruche r Genügen ist Ein reicher Tisch. Genügen paßt Für jeden Gast. * Es steht geschrieben, Daß sechs oder sieben Nicht sollen harren Auf einen Narren, Sondern essen * Und des Narren vergessen. Ein Salzfaß trug folgende süß-saure Worte: Ich bin nicht süß, ich bin nicht sauer, Es kann mich entbehren nicht Bürger, nicht Bauer. Sparbüchsen (auch solche aus Steingut) mahnen: Vor dummen Zehren und böslichem Sparen Blog uns in Liebe der Herrgott bewahren. Eine einfache Schüffel, die den Charakter hohen Alters an sich trägt, besagt: Dit und bot, Trocken un nat, Gesegn' uns Goatt. Mannigfaltig, ost in ihrer Schlichtheit und Naivität von ergreifender Kraft, sind die Inschriften au Hausuhren; wohl die schönsten lauteten: Die Leut verderben mit der Zett, Die Zeit verdirbt die Leut. Sieh an die Uhr, und sag mir an, Zu welcher Stund man nicht sterben kann. Lchachaufgade. Von R. Beuthner. Schwarz. Weiß. Weiß setzt mit dem vierten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer. 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 abedefgh abedefgh Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummert Muster — Angel — Wabe — Ibria — Alfter — Sanb -- Trunt — Uhr — Aras — Rock - Tabei; Maria Stuar t. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Skeindruckerei, R. Lang«, Gieße»