Mittwoch den IS- Februar 1911 s bWJ FM W Tm & ;• Inj UiJ’xz.j. ,.rx*£w r,>^i am i.ii ffl IlJi' UWM aa. gmywi WOM Das Witwenhaus. Roman voll Helene von Mühlau, (Sortierung.) (Nachdruck verboten.) „Wenn man so was hört, das geht einem doch natürlich im Kopf herum, Fran Häuflern. Slber ich habe ein gutes Herz uno füge nicht gern jemanden einen Schaden Zu. Ich habe darum bis heute geschlviege» unb iviirbe auch weiter schweigen, aber Iveitu ich mir so überlege, wie viel Aerger ich in diesem Hause erleben mußte, mit welcher Niederträchtigkeit mich zum Beispiel das Gemüse- tveib behandelt hat, und daß man mich sogar für eine zerbrochene Fensterscheibe, die vom Sturm herausgerisseu wurde, verantwortlich machen will, dann läuft mir die Galle über. — Und Sie, Frau Häuflein, Sie hätten doch auch allen Grund, indigniert zu sein, denn alle Ihre Klagen wegen der Lengerich sind doch einfach nilberücksichtigt geblieben, und es kann uns auch nicht gleichgültig sein, daß die Besitzerin des Hauses, in dem wir wohnen, sich so kompromittiert. Nun, was meinen Sie, Frau Hänflein?" „Wie? Was soll ich meinen?" fragte die Hänflein, und ein lauernder Ausdruck trat in ihr Gesicht. „Ich werde Anzeige erstatten!" entgegnete die Specht bestimmt. „Mein, seliger Mann hatte folgendes Prinzip: Man soll nicht gutmütig sein, wenn man durch seine Gutmütigkeit anderen Schaden zufügt! Sehen Sie mal, Frau Hänflein, ich ziehe ja aus, aber es ist doch ziemlich sicher, daß die Wohnung sogleich anderweitig vermietet wird, und mein Nachfolger hätte dann dasselbe zu leiden, was ich litt. Das aber wäre unverantwortlich von mir, wenn ich mein Gewissen damit belasten wollte. Vielleicht ist es auch ein Gefallen für die junge Frau, wenn ich die Behörden auf die Defekte in ihrem Hause aufmerksam mache. Sie kommt daun zur Vernunft und gibt vielleicht ihren leichtsinnigen Lebenswandel auf. Was meinen Sie?" Frau Hänflein meinte wieder nichts, und die Specht wurde ängstlich. „Natürlich, wenn Sie dagegen sind, werde ich es unterlassen, liebe Frau Hänflein, aber — — —" „O, ich bin durchaus nicht dagegen, liebe Frau Oberlehrer!" „Mcht? Nun, ich dachte es mir! Jeder vernünftige Mensch muß das einsehen!" „Ja, ja," sagte die Hänflein, und ihre Augen leuchteten plötzlich. „Wann wollen Sie es denn tun? Bald?" „Ja, darüber bin ich mir noch nicht recht schlüssig, Frau Hänflein! Meinem Gefühl nach dürfte ich eigent- lich keinen Tag versäumen, aber sehen Sie, solange man selbst im Hause wohnt, möchte man seinen Frieden haben Und sich vor Brutalitäten schützen. Ich bin aber über» zeugt, daß das Gemüseweib mehr wie grob sein tvürde, wenn sie von der Sache hörte. Neujahr kündige ich und ziehe Ostern. Wenn ich nun am Tage meines Wegzugs vie Eingabe an die Bürgermeisterei machte, dann würde die Sache gerade vor dem Sommer in Gang kommen-- Sie schwieg, und die Häuflein lächelte verständnisinnig. „Ja, ich finde auch, daß Sie da nur sehr korrekt und vernünftig handeln würden, Frau Oberlehrer! Wir reden noch darüber! Bitte, trinken Sie doch aus und bedienen Sie sich mit Kuchen!" „Ihre Köchin wird doch nicht gelauscht haben?" fragte Frau Specht erschrocken, als sie ein Geräusch an der Tür hörte. , Die Hänflein stand sogleich auf und sah nach, aber es war nichts zu sehen. „Elf Uhr schon!" sagte die Specht, als sie draußen die Kirchenuhr schlagen hörte. „Nein, tote mir doch immer die Stunden verfliegen in Ihrer Gegenwart, liebe Frau Hänflein. Gute Nacht, gute Nacht, bis morgen!"-- „Mütterchen, Frau Natusius will dich gern einmal sprechen; sie steht draußen!" sagte der kleine Erwin. Er war drüben bei Rechnungsrats gewesen, denn es machte ihm Freude, zuzusehen, wenn Frau Natusius an ihrer Strickmaschine arbeitete. Frau von Hilbach erhob sich und ging zur Tür. „Bitte, Frau Natusius," sagte sie und war betroffen von dem undurchdringlichen Gesicht ihrer Mieterin. „Doch nicht eine neue, schliinme Nachricht?" fragte sie besorgt. „Nein, nein, das nicht, nun, ja, tote soll ich Ihnen das sagen, liebe Frau von Hilbach? Sehen Sie mal, die Sache hat sich so gemacht. Heiraten kann der Vater von der Frieda ihrem Kind sie zwar nicht, denn er ist ja ein höherer Beamter. Aber helfen will er ihr, und sie hat eine schöne Stellung in Aussicht in einem feinen Bureau. Dazu muß sie erst noch etwas lernen, nun, kurz und gut, bis Ostern wird die Frieda angestellt sein und dann--—. Sehen Sie mal, Frau von Hilbach, vielleicht verstehen Sie mich. Man hat doch hier im Ort viel über uns geredet,- und auf der Straße sieht man uns so merkwürdig an, und sehen Sie, nun schreibt die Frieda---" Sie kam nicht weiter. „Sie wollen mir sagen, daß Sie von hier fort wollen, Frau Natusius?" hals ihr Frau von Hilbach, und Frau Natusius wurde tiefrot. „Es ist so undankbar, wenn ich Ihnen jetzt kündige, aber —--" Frau von Hilbach gab ihr die Hand. „Das sind doch Umstände, für die Sie nichts können, Frau Natusius. Sie müssen sich darüber keine Sorge machen. Wenn ich die Wohnung nicht ständig vermiete, so werden wir sie an Sommergäste sicher los!" „O, das erleichtert mich sehr!" sagte Frau Natusius froh und erzählte von Frieda und war ganz ausgesöhnt 102 ■* mit allein, M es schien der Frau von Hilbach sogar, ab sei sie glücklicher wie früher. „ , , „Wann wollen Sie denn zis .'i ?" fragte sie noch, und Frau Natusius sagte, daß sie spätestens im Fruhiahr uber- zusiedelu gedenke: sie kündigte nun noch einmal offiziell und war unendlich erleichtert, daß diese Sache sich so einfach Und glücklich erledigt hatte. Tie Kosy machte auch weiter keine Worte darüber. „Wir holen Ihre überflüssigen Möbel vom Boden, Frau vo>r Hilbach und vermieten die ganze Wohnung iin Sommer an Badegäste, ain besten mit Küche, das haben die Berliner tient, und wir nehmen ein hübsches Stück Geld ein und können im Herbst immer noch fest vermieten. Da seien Sie mal ganz zufrieden mit!" Dann redete fie wieder vom Doktor und freute sich, daß Frau von Hilbachs Augen immer so glücklich strahlten, wenn die Rede auf ihn kam. „Ist mal ganz gut, daß die Gräfin endlich eingesehen hat, daß sie überflüssig ist, nicht wahr? So können Sie sich doch besser was erzählen, denn wenn ich auch mit meinem Strumpf in der Ecke sitze, ich hör doch nicht zu! Ans mich brauchen Sie keine Rücksicht zu nehmen, und wenn es Ihnen besser paßt, wenn ich in der Küche sitze, dann müssen Sie nicht denken, daß ich deshalb beleidigt wäre, Frau von Hilbach." Frau von Hilbach wurde tiefrot. „Sie sollten nicht so reden, Kosy, wenn Sie nicht in der Stube öleiben wollen, lasse ich den Doktor nicht mehr koninien." Die Kosy erschrak. „Aber »ein, nein, da ist ja keine Rede von!" Schnell brachte sie das Gespräch auf andere Dinge, aber innerlich empfand sie eine große Ungeduld. Wie war das möglich, daß zwei Menschen, die so füreinander geschaffen waren, Woche für Woche jeden Wend zusammensaßen und immer auf demselben Fleck stehen blieben? t , Sie liebten sich doch, das mußte ein Blinder sehen, Und daß sie sich immer noch Gleichgültigkeit vorheuchelten, sich „Sie" nannten und nie von der Zukunft sprachen, das wurde auf die Dauer für dritte Personen langweilig. Ja, die Kosy hatte recht, sie heuchelten sich Gleichgültigkeit vor, aber sie waren beide keine guten Komödianten, und dieser stille, ernste Mensch, der da jeden Abend in das niedere, kleine Wohnzimmerchen trat, betrog sich dazu noch selbst. Was ging ihn das Leid, die Einsamkeit anderer an? Warum sollte er Interesse haben für eine fremde Frau, die ihm gegen Bezahlung ein Zimmer vermietet hatte? Er war hierher gekommen, um Ruhe zu suchen, nein, nicht rn,entlich uni Ruhe zu suchen, denn wer Ruhe sucht, der will genesen, will sich zu neuem Lebenskampf ausrüsten, er aber wollte das nicht. Bor den Menschen, vor der ganzen Welt hatte er fliehM wollen, seine große Bitterkeit und Menschenverachtung in sich nähren und großziehen wollen; darum war er fortgezogen aus seiner Heimat, seit Monaten schon, hatte planlos ein Stück Welt durchstreift, und immer, wenn ein Ort ihm schön und freundlich dünkte, war er schnell geflohen. Er glaubte dann vor dem Platz zu fliehen, der nicht zu seiner Stimmung paßte; in Wirklichkeit aber floh er vor sich selbst, vor seiner Unruhe, vor all dem Groll und der Bitterkeit, die in ihm lebte. Ziellos war er gewandert, vom Rhein hinunter ein Stückchen nach Belgien und Frankreich zu, von da zurück zum Rhein und dann weiter, immer weiter, ohne Plan, und eines Tages war er müd geworden, so müd wie er sich's gewünscht seit langen Monaten. Das war der Abend gewesen, an dem er an der Tür des langen, grauen Hauses geklingelt hatte. Gerade das Oede, Graue dieses Hauses hatte ihn angelockt, denn an jenem dunklen Regenabend hatte er nicht vermuten können, daß sein Blick am nächsten Morgen auf so viel Schönheit sauen würde. Nein, er wollte ja kein Behagen und keine Freundlichkeit, und doch, dies dicke, geschwätzige Weib mit seiner gutgemeinten Zudringlichkeit, dies behagliche, niedere Stübchen mit dem geheimnisvollen Alkoven, in dem er seit langer, langer Zeit zum ersten Male wieder fest und traumlos geschlafen hatte, dies Altväterische, Weltabgeschiedene, dies fast lächerlich Patriarchalische in dem alten Hause hatten Hu bewogen, dazubleiben. „Noch eine Nacht!" hatte er sich an jenem ersten Morgen gesagt, als das alte Weib mit einem Tablett vor seinem Bett gestanden hatte und ihn wecken mußte, wecken, ihn richtig wecken, ihn, der seit Monaten vergeü- 'ich ein paar ruhige Stunden in der Nacht erhofft hatte. Und ivie sie ihm dann ein Tischchen ans Bett gerückt, ihm den unglaublich dünnen Kaffee eingeschenkt und ihn aufgesordert hatte, sich doch ja nicht stören zu lassen, sie wolle nur Stiefel und Anzug zum Reinigen holen und ich nach etwaigen Wünschen erkundigen, d!a hatte er em Behagen gefühlt, ein wunderbares Behagen, das viel, viel größer war als sein böser Wille, allem Guten ans dem Wege zu gehen. , , ,, ‘ Der dünne Kaffee und die weichen Semmeln hatten ihm geschmeckt; die Alte hatte ein Fenster geöffnet, sind eine Luft war ,in sein Zimmer geströmt, eine Luft, ach, er hatte sich wie ein glückliches, schlaftrunkenes Kind auf den weichen Federbetten gestreckt und war liegen geblieben, aul, froh und voll Behagen. Und dieses Behagen war nicht von ihm gewichen in all den Wochen, die er nun hier weilte, nein, es war größer, immer größer geworden, so groß, daß er erschrak, wenn er über sich nachdachte. ... Es war, als habe ihm eine unsichtbare Hand eine Brille aufgesetzt, er sah die Welt in anderen Farben. So etwas Dummfrohes, kleinlinderhaft Vertrauendes war über ihn gekommen; er freute sich über so viel alberne, nichtige Dinge, so zum Beispiel über das Sck)watzen der Alten, die so vertraut und mütterlich zu ihm tat, als kenne (te ihn sein Lebeti laug. . Dies alte Weib mit seinen gesunden, naiven, derben Ansichten war ihm-eine Freude, eine Wohltat geworden; die schwatzte so vergnügt und freute sich ihres armseligen Daseins und erzählte ihm von anderen, denen es noch viel kümmerlicher ging und die doch auch am Leben hingen, und jedesmal, wenn sie ihm von dem Schicksal eines der Weiblein aus deni Hause erzählte, war ihm, als habe sie ihm eine Pille gereicht, die bitter schmeckte, die aber heilsam totste. „ „ r , ,. Hier in diesem Hause wohnten also sieben, nein, acht einsame Frau en, und eine jede von ihnen hatte ein Dasein voll Mühe, Bitterkeit und Enttäuschung hinter sich, und keine hatte den Mut verloren, weiter zu kämvfen, mit ganz armseligen Waffen, die nie zu einem Sieg führen konnten. . , Und da neben ihm, nur durch eine Tür getrennt, wohnte eine, auf deren Schultern die ganze Last dieses Hauses ruhte, die alles verloren hatte, Geld und Gut, bett Vater, die Mutter und den Gatten, und die brachte es fertig, stille, freudlose Jahre in dem alten Hause auszuharren, allen Stürmen standzuhalten und womöglich sich ihres Da- eitiS zu freuen, zu lachen, und ihr Kind großzuziehen, damit es sich auch dereinst Niederschlagen lasse vom Leben, von der Erbärmlichkeit der Menschen. Ja, alle diese Weiblein kämpfteti mit zäher Ausdauer einen schweren Kampf, die verdienten sich Mennige an der Strickmaschine, an Sticken und Vermieten, die weinten und jammerten ein paar Tage lang, wenn ein schweres Ereignis sie traf, und dann saß so eine Mutter, deren Kind der Verzweiflung ins Auge geblickt hatte, doch luieber stumpfsinnig an der Strickmaschine unb vegetierte weiter. Das war Mut, das war erbärmlich und doch groß, mau konnte über so was lachen oder meinen, je nachdem, wie man es aufsaßte. Doktor Bergholz aber lachte und weinte nicht; er empfand etwas wie Scham, ja, Scham vor der Tapferkeit dieser heimgesuchten Weiblein, vor ihrer Geduld, ihrer großartigen 'Kleinheit. (Fortsetzung folgt,) Das getupfte Band. Eine Detektivgeschichte von ConaU Doyle, (Fortsetzung.) „9hm, was hältst du von der Sache, Watson?" fragte Holmes- sich in seinen Stuhl zurücktehnend. , „Es scheint mir eine höchst dunkle, unheimliche Geschichte. „Allerdings recht dunkel und recht unheimlich." „Unb doch, wenn, wie die Dame sagt, Fußboden und Wände ganz in Ordnung sind, und durch Tür, Fenster und Kamin nichts herein kommen konnte, muß unzweifelhaft die Schwester zur Zeitz ihres rätselhaften Todts allein gewesen sein." 103 ;,Wie erklärt sich dann aber das nächtliche Pfeifen Md die höchst eigentümliche Aenßerung der Sterbenden?" „Das kann ich mir nicht denken." „Dieses nächtliche Pfeifen, die Anwesenheit einer Zigeuner- vande, die init dem alten Doktor anf vertrautem Fuß stand, und die Tatsache, daß letzteren offenbar das größte Interesse daran hatte, die eheliche Verbindung seiner Stieftochter zu verhindern, sind starke Verdachtsmomente. Wenn ich sie mit der Andeutung der Sterbenden zusammenhalte und schließlich mit dem metallenen, Klang, den Fräulein Stoner gehört hat und der sehr wohl von der Wiederbefestigung der Borlegestange an einem Fensterladen herrühren konnte, so will es mich doch bedünken, als dürften wir hoffen, Veit dieser Grundlage aus des Rätsels Lösung zu finden." „Aber was sollen denn die Zigeuner getan haben?" „Davon habe ich allerdings keine Ahnung." „Ich meine, gegen diese ganze Auffassung ließe sich doch sehr viel einwenden." „Das muß ich freilich selbst zugeben,- gerade deswegen gehen wir noch heute nach Stoke Woran. Ich muß mich überzeugen, vb die Einwendungen stichhaltig sind oder sich beseitigen lassen, r— Aber, was zum Henker ist denn das!" rief er plötzlich aus. Mit eineimnal war nämlich die Zimmertür aufgeflogen, und eine gewaltige Männergestalt in einem sonderbaren, halb gelehrten, halb bäuerischen Aufzug hatte sich unter derselben aufgepflanzt. Der Eindringling trug einen hohen schwarzen Hut And einen Rock mit langen Schößen, dazu Stulpenstiesel, und in den Händen eine Reitpeitsche. Er war so groß, daß er buchstäblich oben am Türbalken anstieß, und so umfangreich, daß er die Türöffnung völlig auszufüllen schien. Auf seinem breiten, mit zahllosen Runzeln übersäten, sonnenverbrannten Gesicht spiegelten sich alle schechten Leildenschaften. Er wandte den Blick bald mir, bald meinem Freunde zu, und dabei gaben ihm seine tiefliegenden, gelb unterlaufenen Augen und die weitvorstehende schmale, fleischlose Nase das Aussehen eines stimmigen alten Raubvogels. „Welcher von Euch beiden ist Holmes?" fragte er. „So heiße ich; aber ich habe nicht das Vergnügen. - Antwortete mein Freund ruhig. „Ich bin Dr. Grimesby Roylott von Stoke Woran." „Darf ich bitten, daß Sie Platz nehmen, Herr Doktor," sagte Holmes verbindlich. „Fällt mir nicht ein. Meine Stieftochter ist dagewesen. Ich bin ihr nachgegangen. Was hat sie Ihnen gesagt?" „Es ist noch etwas kalt für die Jahreszeit!" gab Holmes zur Antwort. „Was hat sie Ihnen gesagt?" schrie der andere wütend. „Trotzdem soll sich, wie ich höre, die Krokusblüte ganz gut 'anlassen," fuhr Holmes unerschütterlich fort. „Macht nur keine Winkelzüge," rief jetzt der Unhold, indem er einen Schritt vortrat und die Reitpeitsche schwang. „Ich kenne Euch Schurken. Habe schon längst von Euch gehört. Ihr seid Holmes, der Schnüffler!" Mein Freund lächelte. „Holmes, der Allerweltslückenbüßer!" Sein Gesicht erheiterte sich immer mehr. „Holmes, der General-Kriminalpolizeispitzel!" Jetzt lachte Holmes hell auf. „Sie sind ja äußerst witzig," sagte er. „Wenn Sie hinausgehen, machen Sie auch die Tür zu, es zieht gauz entschieden." „Erst sage ich meine Sache und dann gehe ich. Laßt Euch nur nicht einfallen, Eure Rase in meine Angelegenheiten zu stecken. Meine Tochter war da — ich weiß es, ich bin ihr nachgegangen! Ich rate keinem, mir in die Quere zu kommen! Da, seht her!" Damit trat er rasch auf den Kamin zu, nahm den Schürhaken und bog ihn mit seinen mächtigen braunen Händen vollständig krumm. „Setzt nur zu, daß Ihr mir nicht unter die Finger kommt!" schrie er meinem Freund noch zu, warf den verbogenen Schürhaken wieder in den Kamin und schritt hinaus. „Nun, das ift ja ein recht liebenswürdiger Kumpan," meinte Holmes lachend. „Ich bin zwar nicht ganz so vierschrötig wie er, über wenn er noch einen Augenblick dageblieben wäre, hätte ich ihnr zeigen können, daß meine Finger an Kraft den seinen nicht viel nachgeben." Dabei nahm er den stählernen Schürhaken und bog ihn mit entern Ruck wieder gerade. „Welche Unverschämtheit von dem Menschen, mich mit der 'Kriminalpolizei in einen Topf zu werfen! Dieser Zwischenfall verleiht übrigens- unserem Vorhaben nur noch einen Reiz mehr. Ich will doch hoffen, daß unsere Schutzbefohlene, die dem Unhold ihre Spur vierraten hat, diefe Unvorsichtigkeit nicht zu büßen bekommt. Nun tootlen wir uns das Frühstück kommen lassen, Watson, und dann will ich und) der Gerichtsregistratur gehen, !vo ich mir einige Daten zu verschaffen hoffe, die uns in der Sache von Nutzen sein dürften." Es war ungefähr ein Uhr, als Holmes von seinem Ausgang zurückkant. Er hatte ein Blatt Papier in der Hand, das ganz mit Notizen und Zeichnungen bedeckt war. „Ich habe mir das Testament der Erblasserin zeigen lassen," sagte er. „Um ihre Willensmeinuug gauz genau festzustellen, Mußte ich den heutigen Wert der Anlagepapiere ausrechnen, um die es sich dabei handelt. Der Gesamtertrag, der zur Zeit ihres Todes fast elfhundert Psnnd Betrug, beläuft sich jetzt infolge des Rückgangs im Werte höchstens noch auf siebenhuitdertsünfzig Pfund. Nun kann jede der Töchter im Falle ihrer Verehelichung eine Rente von ziveihundertsünfzig Pfund ansprechen. Es ist also augenscheinlich, daß, falls beide Töchter sich verheiratet hätten, von der ganzen Herrlichkeit blutwenig übrig geblieben wäre, ja daß sogar schon die Abfindung einer der Töchter ihm eine ganz empfindliche Einbuße verursacht. Mein Vormittag war also wohl amgewendet; habe ich doch jetzt den Beweis in Händen, daß ihm alles daran gelegen fein mußte, die Heirat zit hindern; und nun, Watson, laß uns in dieser wichtigen Sache keine Zeit mehr verlieren, zumal der Alte Wind davon hat, daß wir uns mit seinen Angelegenheiten beschäftigen. Wenn du also Bereit bist, wollen mir uns einen Wagen nach der Waterloostation bestellen. Bitte, stecke, auch deinen Revolver ein. Damit kommt man gegenüber Herrschaften, die stählerne Schürhaken krumm Biegen, am besten aus. Wenn wir bann noch Kamm und Zahnbürste mitnehmen, so haben wir, denke ich, alles, was wir brauchen." Arn Bahnhof halten wir das Glück, gerade einen Zug nach Leatherhead zu treffen; dort angekommen, nahmen wir im nächsten Wirtshaus ein Wägelchen, auf dem wir vier oder fünf Meilen weit durch die fremtdlichen Gelände vott Surret) hinfuhren. Es )uar ein herrlicher Tag, klarer Sottnettschein itnd kaum ein Wölkchen am Himmel. Die Bäume und Hecken am Wege erglänzten im ersten Grün, und die ganze Luft mar von dem erfrischenden Geruch des feuchten Erdreichs erfüllt. Lebhaft entpfaud wenigstens ich für meine Person den eigentümlichen Gegensatz zwischen dem lieblichen Frühlittgsbilde und der unheimlichen Aufgabe, die unser wartete. Holmes ' saß, den Hut tief ins Gesicht gedrückt, mit untergeschlagenen Armen und gesenktem Haupte, in tiefes Nachdenken versunken da. Plötzlich fuhr er auf, klopfte mir auf die; Schulter und deutete nach rechts. „Sieh dorthin!" riet er. Ein dichter Park zog sich jenseits der Wiesen einen sanften Abhang hinauf, der oben von einem Wäldchen bekränzt war ; mitten aus dem Dickicht ragte der altersgraue Dachfirst eines Herren- hcmsechhoch hervor. „etote Woran?" fragte er. „Jawohl, Herr, das ist Dr. Grimesby Roylotts Haus," er- widerte der Ktitscher. „Wo der Umbau gentacht wird? Das ist unser Ziel." „Dort drüben liegt das Dorf," fuhr der Kutscher fort, inbent er auf einen Hausen von Dächern beutete, die in einiger Entfernung zur Linken sichtbar wurden; „aber wenn Sie nach dem Hanse motten, so sind Sie früher dort, wenn Sie hier die Steig« hinausgeheit und dann beit Fußweg über bie Felder einschlagen. Gerade dort, wo die Dame geht." „Die Dame ist Fräulein Stoner, wie mir scheint," sagte Holmes und hielt die Hand über die Augen. „Ja, ich glaube, wir Werben gut barmt tun, Ihrem Rat zu folgen.". Wjr stiegen aus, bezahlten unser Fahrgeld, und das Wägelchen rasselte nach Leatherheab zurück. „Ich hielt es für zweckmäßig, meinte Holmes, während wir die Steige hinaufgingen, „den Kutscher glauben zu lassen, mir seien wegen Bauarbeit ober zur irgenb einem andern geschäftlichen Zweck hergekommen. Das beugt vielleicht unnützem Gerede vor. — Guten Tag, Fräulein Stoner, Sie sehen, wir habe» Wort gehalten." Mit srendig erregter Miene kam unsere Schutzbefohlene uns entgegeitgelaufeit. „Ich habe Sie sehnlich erwartet," rief sie und brückte uns warnt die Hand. „Es hat sich alles herrlich gefügt. Der Baler ist nach Loudon gegangen und wirb schwerlich vor Abend zuruckkomnten." „Wir haben uitterbessen das Vergnügen gehabt, des Herrn Doktors Bekanntschaft zu machen," entgegnete Holmes, und gab ihr mit ein paar Worten eine flüchtige Schilderung unseres Erlebnisses. Sie wurde bei dieser Kunde weiß bis zu den Lippen. „Gütiger Himmel!" rief sie, „er ist mir also nadjgegattgen!" „So scheint es." „Er ist so schlau, daß ich nie weiß, wann ich sicher vor ihm bin. Was wirb er sagen, wenn er heimkommt?" „Er soll sich nur in acht nehmen, er könnte sonst vielleicht fittben, baß ihm noch ein Schlauerer ans ber Spur ist. Sie müssen sich heute Nacht vor ihm einschließen. Wirb er gewalttätig, so bringen mir Sie ztt Ihrer Tante nach Harroiv. Jetzt müssen mir aber unsere Zeit nach Kräften ausnützen, also führen Sie uns, bitte, ohne Verzug nach den Simmern, bie mir zu besichtigen haben." Das Gebäude, mit seinen grauen moosbewachseuen Quadersteinen, bestand aus einem hohen Mittelbau, von dem an jedem Ende ein geschrneister Flügel auslief. An dem linken Flügel waren bie zerbrochenen Fenster mit Brettern vernagelt, und bas Dach teilweise eingestürzt — ein Bild des Verfalls. Der Mittelbau befand sich schon in etwas besserem Stand, und ber rechte Flügel machte einen verhältnismäßig neuen Einbruch; bie Vorhänge au den Fenstern unb ber blaue Rauch, ber sich über bett Schornsteinen kräuselte, zeigten an, daß hier die Familie wohnte. An der Außemvand war ein Gerüst ausgeschlagen und das Mauerwerk durchgebrochen; von einem Arbeiter war jedoch zurzeit weit und 104 — breit nichts zu sehe». Holmes ging langsam aus dew schlecht gehaltenen Rasenplatz aus und ab «Mb untersuchte die Fenster aufs pünktlichste von außen. r . „Dies hier gehört wohl zu Ihrem früheren Schlafzimmer, das mittlere zu dem Ihrer Schivester, und das letzte zunächst dem Mittelbau zu Dr. Rohlotts Schlajzimrner?" . „Ganz richtig. Aber gegenwärtig schlase tct) tit dem mut'* ^""„Während der baulichen Arbeiten vermutlich. Uebrigens kommt es mir nicht gerade vor, als ob hier an der .lußenwand die Ausbesserung dringend nötig gewesen wäre." . „ , Ganz und gar nicht. Ich glaube, daß es lediglich em Vorwand war, um mich aus meinem Zimmer zu v er trecken." tza, sehr wohl möglich. Und an der andern Seite des schmälen Flügels läuft wohl der Gang hin, auf den die drei Zinimer münden? Natürlich hat er auch Fenster." „Aber nur ganz kleine, durch die em Mensch nicht heretti- konmlcn kann." ■ ,, „Da Ihre Schwester und Sie Ihre Zimmer nachts aS- schlossen, so wareii diese von dort her unzugänglich. Wollten . Sie jetzt die Güte haben, in ihrem Zimmer die Läden zuzumachen?' Fräulein Stoner tat es, und Holmes untersuchte dieselben zuerst sorgfältig durch das offene Fenster; dann machte er auf jede mögliche Weise den Versuch, den Laden zu erbrechen, ledoch ohne Erfolg. Nirgends war der geringste Spalt, in dem sich hätte etwa ein Messer ansetzen lassen, um die Stange zu lottern. Dann untersuchte en auch die Singeln, allein sie waren aus starkem Eisen und saßen fest in dem massiven Mauerwerk. „Hm," meinte er und rieb sich das Kinn in seiner Verlegenheit, „meine Annahme stößt allerdings aus 'Schwierigkeiten. Hier konnte kein Mensch hereinkommen, wenn die Läden geschlossen waren. Nun, wir werden ja sehen, ob die innere Besichtigung vielleicht Licht in die Sache bringt." , .. Eine kleine Seitentür sührte m den weißgetünchten Gang, auf den die drei Schlafzimmer mündeten. Das äußerste wollte Holmes nicht sehen, deshalb begaben wir uns sogleich nach dem mittleren, worin Fräulein Stoner gegenwärtig schlief und rn welchem ihre Schwester gestorben war. Es war ein heimlicher kleiner Raum mit niederer Decke und großem Kamin, wie man sie in alten Landsitzen oft trifft. Eine braune Kommode stand m der einen Ecke, ein schmales, weiß bezogenes Bett in einer anderen und ein Toilettentisch zur Linken des Fensters. Diese Möbel bildeten zusammen mit zwei geflochtenen Stühlen und einem Teppich in der Mitte die ganze Einrichtung. Das Holzwerk an Boden und Wandverkleidung waren braune, wurmstichige eichene Dielen, so alt und schwarz, daß sie wohl noch aus der ersten Zeit des Gebäudes herstammen mochten. Holmes schob sich einen der Stühle in eine Ecke, ließ Von diesem Platz aus den Blick ringsumher laufen und musterte fhtntm den ganzen Raum niit größter Genauigkeit. (Fortsetzung folgt.) vermischter. * Die Spatzen von Nassau. Für das Toten von Spatzen wurden vor ein paar Jahren von mehreren Gemeinden im Regierungsbezirk Düsseldorf Prämien ausgesetzt. Bald danach ging eine Negierungsverfügung an die Schulbehörde, weiche die Beteiligung der Schuljugend beim Fangen der Spatzen nnb ber Gewinnung von Prämien ausschloß, weil beim Tölen ber Vögel durch Umdrehen beS Halses der Verrohung der Jugend, der das Mitgefühl mit den Tieren und speziell der Vogelschutz bringend empfohlen iverden müsse, Vorschub geleistet werde. — Zur Zeit, als v. Vincke Oberpräsident von Westfalen war, halte laut Regieruugs» Verfügung jede Gemeinde einer gewissen Gegend regelmäßig eine bestimmte Zahl Spatzenköpfe einzuliesern Der Bürgermeister einer an der damals nassauischen Grenze gelegenen Ortschaft, bet die Spatzen für mehr nützlich als schäblich hielt nnb wußte, baß statt der Spatzenköpie auch Köpfe von Singvögeln aus Walb nnb Feld eingesandt ivurden, ivar damit nicht einverstanden und berichtete, daß in feinem Bezirk keine Spatzen vorhanden seien, v. Vincke stattete ihm einen Besuch ab und bemerkte dabei große Scharen Spatzen „Herr Bürgermeister, ich denke, Sie haben hier ferne Spatzen," sagte er. Antwort: „Exzellenz, das sind keine west- fälischen, sondern nassauer, die über die Grenze gekommen sind." „So, so," sagte der joviale Oberpräsident, ber oft im blauen Leinwaiidkittei in ber Provinz umherwanderte, „wenn die Sache so liegt, dann wollen wir uns in keinen Konflikt mit einer sremden Macht einlassen!" e Das Gewicht der Stände und Volker. Wie zwischen Beruf und Lebensdauer, so bestehen gewisse Zusammen- hänge auch zwischen Beruf und Körpergewicht. Die hierüber an- gestellten interessanten Untersuchungen ergaben, daß von allen Ständen der „umfangreichste" ziveifellos derjenige der Brauer und Büttner ist. Und nicht nur am schiversten waren die Brauer, sondern auch am größten. Ait ziveiter Stelle kamen die Zimmerleute, an dritter die Metzger. Ihnen folgten Bäcker und Müller nnb in sünster Reihe standen die Studierenden. Weniger ivohl- eleibt als die Gelehrsamkeit aber zeigten sich Maurer und Tüncher, dann Schlosser und Schmiede, Weber und Strumpfwirker. Uebertroffen an Magerkeit wurden diese von den Schuhmachern, die jedoch immer noch ein höheres Gewicht austviesen als die Handlungsdiener, die Kellner, die Schreiner und Drechsler. Von allen am leichtesten und kleinsten aber waren die Schneider — Wie mancher andere Faktor, so scheint übrigens auch Rasse und Nationalität das Körpergewicht des Menschen zu beeinflussen. Man hat bei zahlreichen Angehörigen ber verschiebensten Völker baS Größen - Gewichtsverhültnis berechnet (b. h. wie viel Gramm Körpergewicht durchschnittlich aus je 1 Zentimeter Körperhöhe entfallen) und dabei gesunden, daß z. B. wir Deutschen auf den Höben« Zentimeter 378 Gramm wiegen; das bedeutet so viel, als daß wir, was unsere Körperfülle anbetrifft, auf der goldenen Mittelstraße einherwandeln. Schiverer als wir sind die Skandinavier, die Vollblutneger, die Mulatten — am gewichtigsten ober zeigten sich die Jrokesen-Jnbianer, bei denen aus 1 Zentimeter Körpergröße 422 Gramm Gewicht entfiel. Leichtere Leute als luir sind dagegen z. B. die Nordamerikaner, die Franzosen, Belgier, Schweizer, Irländer, Engländer und Spanier. Für die Engländer stellte man nur 366 Gramm Gewicht auf den Zentimeter fest, für die glut- äugigen Söhne Spaniens sogar noch elivas iveniger. * Frauen rechte — Frauenpflichten. Den kampfq Bereiten Prophetinnen des unbeschränkten Frauenrochts gilt Amerika meist als ein Paradies der Weiblichkeit, weil das schöne Geschlecht dort auf den meisten Gebieten die gleichen Rechte besitzt wie die Männer. Aber diese ideale Lösung der Frauenfragö, so berichtet ein amerikanischer Mitarbeiter des „Figaro" in einem interessanten Aufsatz, hat auch seine Schattenseiten. Ja, in den Vereinigten Staaten gibt es Unckersitäten für Frauen, auf jeder Bahnstation sind besondere Wartesäle für Frauen eingerichtet, sogar in den Postämtern findet man bestimmte Frauenschaltev. In Newhork besteht eine Bank, die ausschließlich Frauen als Kunden annimmt, und in Kolorado, in Utah, in Idaho und nt Wyoming besitzen die Frauen sogar ein unbeschränktes Stuum- recht und nehmen auch au der Präsidentenwahl teil. Mer diese Zugeständnisse gehen keineswegs etwa auf eine Galanterie der! männlichen Daseinskollegen zurück oder auf eine Anerkennung der Gleichwertigkeit der Frauen. Der Ursprung dieser Rechte liegt ausschließlich in der Befürchtung des Amerikaners, in ferner hastvollen intensiven Tätigkeit gestört zu werden, er will um keinen Preis in seiner Arbeit durch weibliche Undisziplinierthett oder Resistenz behindert werden. Gerade in Amerika, wo die Zahl der Männer die der Frauen um 2 Millionen übertrifft und wo infolgedessen jede Frau von Bewerbern belagert wird, würden in der Praxis uniibersehbare Störungen aus dieser bevorzugten! Stellung des schönen Geschlechts hervorgehen. Um sich ledcr Verpflichtung gegen die Weiblichkeit zu entledigen, hat es der Amerikaner für praktischer gehalten, ihr alle Wunsche ohne weiteres' zuzugesteheu. Dadurch fallen für die Männer auch alle Pflichten besonderer Ritterlichkeit fort, und wie sie am Postschalter der Frau nicht mehr den Vortritt zu gestatten brauchen, so schwinden auch andere Höflichkeitsrechte, die dem arbeitenden Manne nur hinderlich sind. In den vier vorerwähnten Staaten hat bte H-rau das Wahlrecht, aber zugleich auch alle Pflichten des Mannes'. Wenn in Utah ein .Mädchen von 21 Jahren wählen darf, so kann sie andererseits von ihrem Eltern auch keinen Umerhalt! beanspruchen; und wenn sie heiratet, erliicht damit keineswegs ihre Pflicht, sich selbst zu ernähren. Erst kürzlich haben sechs Ehemänner in Utah die Scheidung erwirkt, weil die Frauen nicht genug zu den Kosten des Haushaltes beitrugen, und lächelnd konnte bei einem politischen Bankett in Colorado der Redner des Damentoastes sein Glas erheben mit den Worten: „Zum Wohl der Frauen, die uns gestern noch überlegen waren und heute unseresgleichen sind." Magisches Dreieck. I Jn die Felder nebeiisteheiider Figur sind die Buchstaben aaaeegkrrsstttt derart einzutragen, baß die einander ent- svrechenben wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bebeuteu: 1. Eine Gartenblume. 2. Beliebtes Spiel. 3. Emen Zeitabschnitt. 4. Teil von Etriirien. 5. Einen Buchstaben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung ber Skat-Aiifgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c — Coeur, car — Carreau, trB —' Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame u. s. i. Vorhand hat pB, trA, pD, 7p, earZ, carK, carD, car9, ear8, car7, im Skat liegen pA und pZ; Mittelhand erhielt die übrigen. Gang des Spieles: 1. V. earZ M. trB H. carA= — 23. 2. Ai. cA H. tr9 V. trA — - 22. 3. V. pD M.M H. p9 — — 7. 4. M. cZ H. carB V. trB — - 14. Sa. — — 66 Augen. Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Vertag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»