WW^WAWW UMöm W i Ul.ll I fOllBTir Jbiwt ZsW i^üul_ » ' M - Nr. (6J Samstag tat ((. Mob» itß«E'>>e->b, CW9 Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Ich fürchte mich fast, es selbst diesen geheimen Mattern 'anzuvertrauen. Der Mann interessiert mich, zieht mich an, zwingt mich, ihn gern zu haben. In zwei kurzen Dagen ist er geradewegs in meine Gunst hineinspaziert, und wie er das angefangeu hat, ist mehr, als ich mir erklären kann. Er ist beispielsweise enorm beleibt. Die korpulente Menschheit war mir von jeher ein Greuel. Und trotzdem ist hier Graf Fosco, der so fett ist tote Heinrich VIII. selbst, durch seine abscheuliche Korpulenz ungehindert, in meine Gunst hineingewandert. In der Tat wunderbar! Ist es sein Gesicht, das ihn empfohlen? Dies mag sein. Es trägt die auffallendste Aehnlichkeit im vergrößerten Maßstabe mit dem Napoleons des Großen. Seine Züge haben Napoleons erhabene Regelmäßigkeit. Ihr Ausdruck erinnert an die großartig ruhige, unerschütterliche Kraft des Gesichtes des großen Soldaten. Diese auffallende Aehu- lichkeit machte gleich zu Anfang Eindruck auf mich; aber es ist noch außer dieser Aehnlichkeit etwas in ihm, was noch größeren Eindruck auf mich machte. Ich glaube, daß der Einfluß, nach dem ich jetzt suche, durch feine Augen ausgeübt wird. Sie sind die unergründlichsten grauen Augen, die ich je gesehen, und funkeln zu Zeiten so kalt, klar, schön und unwiderstehlich, daß es mich zwingt, ihn anzusehen, obgleich es mir zugleich eine Empfindung verursacht, die ich lieber nicht fühlen möchte. Auch andere Teile seines Kopfes und Gesichtes haben ihre Eigentümlichkeiten. Seine Hautfarbe ist zum Beispiel von einer sonderbaren fahlen Weiße, die so sehr von der dunklen Farbe seines Haares absticht, daß ich es in dem Verdachte habe, eine Perücke zu sein, und feilt Gesicht, das vollkommen glatt rasiert, ist ebener und runzelfreier als meins, obgleich er (nach Sir Percivals Angabe) beinah sechzig Jahre alt ist. Sein Wesen und die Art und Weise, wie er unsere Sprache beherrscht, mag ebenfalls dazu beigetragen haben, ihm meine gute Meinung zu verfchaffen. Wenn er einer Dame zuhört, hat er jeue ruhige Ehrerbietigkeit, jene Miene aufmerksamer Teilnahme, und wenn er zu ihr spricht, liegt in seiner Stimme eine geheime Sanftheit, der wir, was wir auch immer sagen mögen, nicht widerstehen können. Auch hier hilft ihm seine ungewöhnliche Kenntnis der englischen Sprache. iAlle die kleinsten Eigentümlichkeiten dieses seltsamen Mannes haben etwas auffallend Originelles und verwirrend Widersprechendes an sich So stark und bejahrt er auch ist, sind doch seine Bewegungen erstaunlich leicht und Unbefangen. Er ist so geräuschlos im Zimmer, wie nur je eine von uns Frauen, und was noch mehr, er ist Ungeachtet all seiner unverkennbar en geistigen Festigkeit und Kraft so nervös empfindlich wie die Schwächste von uns. Er zuckte und schauderte gestern, als Sir Percival einen der Wachtelhunde schlug, so zusammen, daß ich mich meines eignen Mangels an Gefühl im Vergleich mit dem des Grafen schämte. Dieser letztere Vorfall erinnert mich an eine seiner sonderbarsten Eigenschaften, deren ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe, nämlich seine außerordentliche Vorliebe für Lieblingstierchen. Einige von diesen hat er auf dem Fest- laude zurückgelassen, aber er hat einen Kakadu, zwei Kanarienvögel und eine ganze Familie von weißen Mäusen mit hierher gebracht. Er sieht persönlich nach allen Bedürfnissen dieser merkwürdigen kleinen Lieblinge und- hat sie gelehrt, ihn außerordentblich lieb und erstaunliches Zutrauen zu ihm zu haben. Seine weißen Mäuse wohnen in einer kleinen Pagode von buntem Draht, von ihm selbst ent» warfen und angefertigt. Sie sind beinahe so zahm wie die Kanarienvögel, und werden, wie diese, häufig herausgelassen. Sie laufen auf seinem ganzen Körper umher, kriechen in seinen Westentaschen aus und ein und fitzen in schneeweißen Pärchen auf seinen gewaltigen Schultern. Es ist kaum glaublich, aber nichtsdestoweniger wahr, daß dieser selbe Mann, der die Liebe einer alten Jungfer für seinen Kakadu hegt und seine weißen Mäuse mit der Geschicklichkeit eines Savoyardenknaben regiert, mit einer kühnen Gedankenfreiheit, einer Kenntnis von Büchern in allen Sprachen und einer Erfahrenheit über die Gesellschaft in den Hauptstädten Europas sprechen kann, die ihn in jeder Versammlung in der gebildeten Welt zu einer hervorragenden Persönlichkeit machen würden. Er soll 1— wie Sir Percival mir erzählte — ungewöhnliche Kenntnisse auf chemischem und medizinischem Gebiete haben und em hervorragender Hypnotiseur sein. Dieser korpulente, träge, ältliche Manu, dessen Nerven so zart sind, daß er bei einem zufälligen Geräusche auffährt, zusammeuzuckt und schaudert, wenn ein Wachtelhund gepeitscht wird, ging neulich morgens in den Stallhof und legte seine Hand auf den Kopf eines Schweißhundes H eines fjo wütenden Tieres, daß selbst der Reitknecht, her ihn füttert, sich aus seinem Bereiche halt. Zn diesem Mute steht in seltsamem Gegen,atz feine Borliebe für schöne Kleider. Er hält daraus wie der größte Narr, den es geben kann, und ist bereits in den zwei Tagen seines Aufenthaltes hier in vier verschiedenen prachtvollen Westen aufgetreten, alle von hellen, bunten Farben und selbst für ihn unendlich zu groß. . Ich kann bereits wahrnehmen, daß er wahrend semes Aufenthaltes hier mit uns allen auf dem freundschaftlichsten Fuße zu leben beabsichtigt. Er hat offenbar entdeckt, daß Laura ihn nicht gern hat (sie hat mir dies bekannt, da ich deshalb in sie drang), aber zu gleicher Zeit, daß te eine unbeschreibliche Porliebe für Blumen hat, Wann )ie — 642 —■ immer •einen Strauß verlangen mag, er hat stets einen für sie bereit, und zwar von ihm selbst gepflückt und gebunden, und zu meiner großen Belustigung ist er immer schlauerweise mit einem zweiten versehen, der von genau denselben Blumen und genau ebenso gebunden ist, um die eisige Eifersucht seiner Frau zu besänftigen, ehe sie noch daran denken kann, sich verletzt zu suhlen, ©eine Behandlung der Gräfin (vor den Leuten) ist ein sehenswerter Anblick. Er verneigt sich vor ihr und redet sie gewöhnlich mit „mein Engel" an. Die eiserne Rute, mit der er sie regiert, erscheint nie in Gesellschaft, sie ist eine Privatrute und bleibt stets int Privatgemach. Seine Art und Weise, sich bei mir beliebt zu machen, ist gänzlich hiervon verschieden. Er hat ausfindig gemacht, (der Himmel mag wissen wodurch), daß gemachte Empfindsamkeit bei meiner prosaischen Natur weggeworfene Muhe ist, und er schmeichelt meiner Eitelkeit, indem er so ernst und verständig mit mir spricht, als ob ich ein Mann sei. Ja! ich durchschaue ihn, wenn ich nicht bei ihm bin. Er weiß mich zu nehmen, wie er seine Frau und Laura zu nehmen weiß, wie er den Hund int Hofe zu nehmen wußte und wie er ©ir Pereival selbst zu jeder Stunde des Tages zu nehmen weiß. „Mein guter Sir Pereival, ich kann dir nicht sagen, wie sehr mir deine rauhe englische Laune gefällt!" — „Mein guter Pereival! ich kann dir nicht sagen, wie sehr ich mich über deinen gesunden englischen Menschenverstand freue!" Er hält sich auf diese Weise ©ir Percivals ungezogene Bemerkungen ruhig vom Leibe, wobei er ihn stets bei seinem Danfnamen nennt, mit der ruhigsten lleber- legung ihm zulächelt, ihm auf die Schulter klopft und ihn überhaupt mit der wohlwollenden Nachsicht behandelt, die wohl ein gutmütiger Pater gegen einen eigensinnigen Sohn übt. Das Interesse, welches ich wirklich nicht umhin kann, für diesen seltsamen Menschen zu suhlen, bewog mich, Sir Pereival über sein früheres Leben zu befragen. Sir Pereival weiß aber davon nur wenig oder will mir nur wenig darüber mitteilen. Er und der Graf trafen sich zuerst vor Jahren in Rom unter Umständen von drohender Gefahr, aus die ich schon früher hingedeutet. Seit jener Zeit sind sie fortwährend zusammen in London, Paris und Wien gewesen, aber nie wieder in Italien, und der Graf hat seltsamerweise seit Jahren nicht mehr die Grenzen seines Paterlandes überschritten. Ist er vielleicht das Opfer politischer Verfolgung? Jedenfalls scheint er einen patriotischen Eifer zu fühlen, seine in England anwesenden Landsleute nicht aus den Augen zu verlieren. Am Abend seiner Ankunft erkundigte er sich gleich, wie weit wir von der nächsten Stadt entfernt und ob dort zusällig Italiener ansässig seien. Jedenfalls steht er mit Leuten auf dem Fest- laude in brieflicher Verbindung, und die Briefe, welche er erhält, tragen alle Arten von sonderbaren Stempeln; heute morgen beim Frühstück sah ich ein Schreiben an seinem Platze auf ihn warten, das eilt großes, offiziell aussehendes Siegel trug. Vielleicht steht er mit seiner Regierung in Korrespondenz? Aber das ließe sich kaum mit meiner anderen Idee, daß er nämlich ein politischer Flüchtling sei, vereinigen. Den 2. Juli, — Heute gibts auch außer meinen Gedanken und Eindrücken noch etwas aufzuschreiben. Es ist, Laura und mir ganz unbewußt und von ©ir Pereival völlig unerwartet, ein Besuch gekommen: Sir Pereivals Rechtsanwalt. Aber wir erfuhren den Zweck seines Besuches nicht. Ungefähr zwei Stunden, nachdem ©ir Pereival vom Frühstückstische aufgestanden war, um seinen Advokaten, Mr. Merrtman, in der Bibliothek zu empfangen, verließ ich mein Zimmer, um allein einen Spaziergang in den Anlagen zu machen. Gerade als ich am Dreppenende des Korridors anlangte, öffnete sich die Tür der Bibliothek, und die beiden Herren traten heraus. Da ich es für das beste hielt, sie nicht zu stören, beschloß ich, nicht eher die Treppe hinunterzugehen, als bis sie über den Flur gegangen seien. Obgleich sie ziemlich leise miteinander sprachen, äußerten sie ihre Worte doch mit hinreichender Deutlichkeit, daß ich sie verstehen konnte. „Beruhigen Sie sich vollkommen, ©ir Pereival," hörte ich den Advokaten sagen, „die Sache liegt durchaus in Lady Glydes Händen." Ich hatte mich umgewandt, um auf ein paar Minuten in mein Zimmer zurückzukehren, aber Lauras Name von den Lippen eines Fremden ausgesprochen, ließ mich augenblicklich still stehen, so sehr mir das Horchen zuwider ist. Sie verstehen mich doch ganz, Sir Pereival? suhr der Advokat fort. Lady Glyde muß in Gegenwart eines Zeugen, oder falls Sie besonders vorsichtig zu sein wünschen, in Gegenwart von zwei Zeugen ihren Namen unterschreiben. Falls dies in Zeit von einer Woche geschehen ist, wird dadurch unser Zweck vollkommen erreicht werden und alle Besorgnis beseitigt sein. Wo nicht — Was wollen Sie mit Ihrem' „wo nicht" sagen? frug Sir Pereival aufgebracht. Wenn die Sache geschehen muß, so soll sie geschehen, das verspreche ich Ihnen, Merrtman. Ganz recht, ©ir Pereival, ganz recht; aber in allen Verhandlungen gibt es zwei Alternativen, und wir Advokaten sehen ihnen gern beiden kühn ins Gesicht. Falls durch irgend ein unvorhergesehenes Hindernis die Sache sich nicht machen ließe, da denke ich die betreffenden Parteien bewegen zu können, Wechsel auf drei Monate anzunehmen. Wie wir aber das Geld aufnehmen sollen, wenn diese Wechsel fallen —i Der Teufel hol' die Wechsel! Das Geld ist nur auf eine Weise zu haben, und ich wiederhole Ihnen nochmals, daß es auf diese Weise geschafft werden soll. Ein Glas Wein, Merriman, ehe Sie gehen? Ich hatte nicht viel gehört. Aber selbst das wenige hatte mir ernstliche Unruhe verursacht. Nichts anderes hatte den Advokaten hergeführt, als eine ernstliche Geldverlegenheit seines Klienten, und es sollte Laura ototegen, ©tr Pereival davon zu befreien. Die Aussicht, sie in ihres Mannes geheime Schwierigkeiten verwickelt zu sehen, erfüllte mich mit einer Angst, die wahrscheinlich durch meine Geschäftsunkenntnis und mein Mißtrauen gegen ©ir Pereival eine übertriebene wurde. Anstatt deshalb, wie ich mir vorgenommen hatte, meinen Spaziergang zu machen, ging ich sofort auf Lauras Zimmer und erzählte ihr, was ich gehört habe. , . , Sie nahm meine schlimme Nachricht mit einer Ruhe entgegen, die mich in Erstaunen setzte. Sie weiß offenbar mehr über ihres Mannes Charakter und seine Verlegenheiten, als ich bisher vermutet habe. Ich fürchtete es, sagte sie, als ich von dem sremden Herrn hörte, der gekommen war und seinen Namen nicht hatte nennen wollen. Wer glaubst du denn, daß dieser Herr war? frug ich. Jemand, der große Forderungen an ©ir Pereival hat, entgegnete sie, und der die Ursache von Mr. Merrimans heutigem Besuche ist. Weißt du etwas über diese Forderungen? Nein, keine Einzelheiten. Du wirst doch nichts unterschreiben, Lauri, das du nicht zuvor gelesen hast? . Gewiß nicht, Marianne. Was ich nur immer redlicherweise tun kann, um ihm zu helfen, das will ich tun, um dein Leben, meine Schwester, und das meinige so behaglich und glücklich wie nur möglich zu machen. —. (Fortsetzung folgt.) Hamburger Kiifeit. Eine Reiseskizze von Anny Wothe. (Nachdruck verboten.) Heute morgen war Graf Bodo Bentheim von seinen Gütern kommend, in Hamburg eingetroffen. Der Arzt hatte ihm, seiner angegriffenen Nerven wegen, einen Aufenthalt in Westerland' dringend empfohlen, und der Graf war, wenn auch nur widerwillig, dem Rate gefolgt und hatte sich auf die Reife gemacht. Hier in Hamburg hielt er nun Rast. Was wußte der alte Sanitätsrat von seinen Nerven? Nichts, rein garnichts. Er litt am Leben, der Graf. Tas Schicksal hatte ihni arg mitgespielt. Ein schönes, junges Weib, ein blühendes Kind hatte es ihm genommen. Sein großes Haus im fernen Osten lag einsam in schimmernder Weite. Lein Laut wehte durch die Hallen und Gänge des Schlosses. Kein Trippeln kleiner Füßchen, nicht der müde, weiche .Klang einer süßen Frauenstimme. Nur überall todestrauriges Schweigen. Schauerlich hallte fein eigener Schritt durch die verödetest Räume, durch die verwilderten Gärten mit dem üppigen Gerank, von dem keine weiße, zarte Hand mehr die wilden Blumen brach, wie einst in des Lebens Mai. Alles tot, alles still. Ihm.graute vor der Oede daheim, aber ihm graute auch vor. der Welt. Und nun war Graf Bodo Bentheim hier in Hamburg, mitten in dem breit dahinflutenden Strom des Großstadtgetriebes, inmitten des heißen, pulsierenden Lebens. —— 648 ——- Im Botel Le l'Europe am Alsterdamm hatte er Wohnüttg tzrnommen und pflichtschnldigst schon die Sehenswürdigkeiten von Hamburg genossen. Er hatte das Bismarckdenkmal gesehen, eine Hafenrundfahrt gemacht und war im Alsterpavillon und bei Kem- pinsky gewesen, auch war er die Harvesdehude entlang gefahren, jene wundervolle Straße vornehmen Bürgertums in Hamburg, die jeden Fremden entzückt. Tie gewaltigen Hafenanlagen hatten seinen Anschauungskreis erweitert und ihm gezeigt, welch eine Fülle von Intelligenz, Arbeitskraft, Wissenschaft, Technik und Kapital hier notwendig gewesen war, ein so großes Gesamtbild zu schaffen. Tie tausendjährige Geschichte .der alten Hansastadt, die vor ihm auftauchte, hatte seine Seele seltsam, wie mit Andacht erfüllt, und er war sich so klein, so haltlos mit seinen Schmerzen und Grübeln vorgekommen, inmitten dieses großartigen Getriebes in dem >,nordischen Venedig", daß er sich immer wieder sagte: „Was wollen wir eigentlich immerfort etwas für unser eigenes Ich? Wir, die wir nur ein Atom in den: Äeltenreich sind?" Zu Hause, da erschien er sich selbst alles, da war er wie ein Gott in seinem Reiche. Hier war er nur ein Sandkorn im Weltenmeer. Wie reines Gold von Schlacken, so löste sich diese Erkenntnis in seiner Seele. Er wollte -gesund werden. Er wollte wieder schaffen und wirken und nicht nutzlos sein Leben dahindämmern und sich in seinem Schmerz vergraben. „Bring dir ein hübsches Hamburger Küken mit," hatte ihm ein Freund in Berlin, den er auf der Durchreise traf, zugerufen^ „unb laß das Grillenfangen." Gras Bodo mußte lächeln. Es stand ihm gut, dieses Lächeln. Tie großen, blauen Augen in dem braunen Gesicht mit der leisen Lcidensfalte um die feinen Lippen, konnten noch so schalk- hast blitzen, so feurig strahlen. Nur ein Schleier lag darüber, den der Seele Kummer darüber gespannt. Er war erst sechs- jinddreißig Jahr alt, und das Leben lag noch vor ihm. „Bring dir ein Hamburger Kiiken mit," hallte des Freundes Ruf in seinem Herzen wieder. Graf Bodo fröstelte. Nein, niemals! Keine andere sollte den Platz in seinem Hause und seinem Herzen einnehmen, den seine holde Inka besessen. Tie Hamburger Mädchen waren ja allerdings reizend. Blauäugig, mit blondem Haar und das Rosenrot der Jugend auf den frischen Wangen, so hatte er schon viele gesehen, aber er dankte doch für diese reizenden „Hamburger Kücken", die den Freund, der seine Jugendzeit in Hamburg verlebt, so begeisterten. Es war nur gut, daß Morgen früh die Reise weiter ging. Der Graf sehnte sich, hinaus zu kommen auf die wogende See, fort aus dem Großstadtgewimmel, das ihm die Sinne verwirrte Md seltsame Wünsche entfachte, die lange geschlafen. Heute abend war er noch im Uhlenhorster Fährhaus gewesen. Beim Klange lustiger Weisen hatte er dort.Hamburger Jugend auf und nieder wandeln sehen: Blauäugige, blond- zöpfigc Mädchen, und mehr oder minder intelligente Jünglinge, die den kleinen Hamburgerinnen die Cour schnitten. Graf Bodo hatte einsam an einem Tisch gesessen und hatte auf die Speisekarte gestarrt, die der Kellner ihm reichte. „Hamburger Küken?" hatte der Ober empfehlend gefragt. „Natürlich," hatte er wie im Traum zurückgegeben, und dann hatte.er im Uhlenhorster Fährhaus mechanisch die „Ham- burger Küken" verspeist, und .es war ihm, als hätt er damit jede Hoffnung auf Glück vernichtet. Wie lächerlich das war, er hatte schon hundertmal in seinem Leben „Hamburger Küken" gegessen. — Er stand jetzt im Hotel de l'Europe am Fenster seines 'Zimmers und starrte auf das malerische Bild, das sich seinem Auge bot. Wie ein Märchenbild aus Tausend und eine Nacht spannte sich dort unten die Alster im Mondenlichte aus. Vom Alsterpavillon stiegen Raketen leuchtend zu dem blauen Nachthimmel empor, und .tausende von Lichtern spiegelten sich in der blinkenden Flut. Und wie Graf Bodo dastand und auf das Märchenbild sah, da kam es wieder über ihn, wie eine verzweifelte Sehnsucht nach Glück, nach dem seine todwunde Seele schrie. Er vergrub sein .Gesicht in die Kissen seines Lagers, und wie ein Krampf erschütterte es seinen mächtigen Körper, daß er einsam war, ganz einsam. Er lag in seinem Bett mit weitgeöffneten Außen und sann. Das Mondlicht malte Schatten um Schatten in das Gemach. Nur undeutlich konnte er die Umrisse der einzelnen Gegenstände erkennen. Und wie der Graf, schon halb im Traum, plötzlich die Empsindung hatte, als nahe sich ihm das Glück auf leisen Sohlen ünd beuge sich zu ihm hernieder, seine Stirn zu küssen, da flog plötzlich die Tür seines Zimmers auf, und eine helle Stimme rief: „Nein, Grete, wie war das köstlich. Was bist du für em kleines Schaf, daß du zu Hause geblieben bist. -Ich sage dir, singen kann der Kerl, göttlich. Papa findet es auch. Ach, Und dann nachher bei Kampinsky. „Hamburger Küken" haben wir gegessen, und Baron Reichenbach war auch da. „ Er hat Ulir natürlich mächtig die Cour geschnitten. Ich hätte mich zu finden. (Schluß folgt.) der auf Augen und träumte und sann. , Er würde sie gewiß wiederfinden, die schlanke .Iran mit der süßen Stimme und dem fröhlichen Lachen. Unter Tausenden würde er sie erkennen, und hatte sie nicht gesagt, daß sie auch nach Westerland gingen. Ulnd dann sielen ihm die „Hamburger Küken" ein, die sie auch so gern mochte. Bei bicfeit Anhaltspunkten mußte es leicht sein, den holden Eindringling a'usschütten können vor Lachen. Er denkt, wenn so'n armes Huhn, wie ich, seine ungezählten Millionen nur ahnt, dann! hat er sie weg. Ich danke, Herr Baron! Wenn ich mal heirate, dann nehme ich nur einen aus Liebe, weißt du, Grete, so wie Tristan und Isolde in Not und Tod trotz König Marke. Ach, Grete, wie herrlich muß es sein, so geliebt zu werden und für seine Liebe zu sterben." Graf Bodo lag mäuschenstill. Er wagte kaum zu atmen. Seine Augen mühten sich, die Dämmerung des Zimmers zu durchdringen. Augenscheinlich hatte eine Dame die Zimmer verwechselt und glaubte, daß ihre Freundin dort an seiner Stelle im Bett liege. Eine siedende Angst überkam den Grafen. Das war ja eine geradezu unglaubliche Situation. Und die Fremde schien ihren Irrtum auch garnicht zu bemerken. Sie plauderte unausgesetzt mit ihrer süßen Stimme,, einer Stimme, die ihm wie Musik dünkte — und schildertg überaus drollig und launig den Millionenfreiersmann und jetzt — dem Grafen stockte fast der Herzschlag — fing sie auch wohl gar noch an, sich auszukleiden. Bei dem unsicheren Licht sah er deutlich eine hohe, schlanke Gestalt vor dem Spiegel, und es war ihm, als ob sie ihren Hut abnahm und die Oberkleidcr abzustreifen begann. Nein, das durfte ja auf keinen Fall geschehen. Er wollte rufen, sie warnen, aber das Wort erstarb ihm auf den Lippen. Kalter Schweiß perlte auf seiner Stirn, und die süße, weiche Stimme redete noch immer allerhand liebes, närrisches Zeug, jetzt aber lachte sie plötzlich laut lauf und rief launisch hinüber: „Ich glaube gar, Grete, du schläfst. Ich rede und rede, um dir diesen himmlischen Abend in Hamburg, bevor es nach Westerland geht, möglichst anschaulich zu beschreiben, und du sagst kein Wort. Fehlt dir etwas? Bist du krank?" Näherte sich die schlanke Gestalt nicht seinem Lager? Tödliche Angst überkam ihn. „Sie irren, gnädiges Fräulein," sagte er so ruhig wie möglich, „ich bin nicht Ihre Freundin, Sie haben sich in der Zimmertür geirrt." Ein gellender Schrei irrte durch das Zimmer. Dann vernahm der Graf noch das hastige Zusammenraffen von Bekleidungsstücken, es war ihm noch, als sähe er noch die Umrisse eilten zarten, mädchenhaften Büste, und dann schlug die Zimmertür krachend ins Schloß. „Gott sei Dank," rief der Graf wie erlöst, indem er aufstand, um Licht zu machen und die Tür zu verschließen, „das war eine Höllenqnal. Das arme Ding," dachte er weiter, „wie muß sie sich erschreckt haben," und dann sah er sich eifrigst im Zimmer um. Vergebens, nirgends war etwas zu entdecken, das an den Eindringling erinnerte. Doch da auf dein Spiegeltischchen, was war das? , . Ein weicher, perlgrauer Handschuh. Zögernd, wie in geheimer Scheu, nahm der Gras ihn auf. Ein zarter Wohlgeruch ging von dem Handschuh aus, wie der Dust fremdländischer Blumen, die ein Windhauch verweht. Und da geschah das Ungeheuerliche. Gras Bodo Bentheim, Frauenverächter, der Einsame, der preßte seine Lippen heiß den Handschuh, dann Barg er ihn an feiner Brust. Und dann lag Graf Bodo die ganze Nacht mit offenen Zufall und Erfindungen. Von Dr. Heinrich Wiesenthal. Ter viel geschmähte Zniall, den Lessing Gotteslästerung genannt hat, spielt in der Geschichte der Erfindungen eine große Rolle. Natürlich soll diese Ta-mche die bedeutsame Arbeit so vieler Erfinder keineswegs herabsetzeu, denn hätten sie nicht verstanden, den gegebenen Wink anszunutzen und den Zufall zum Glück zu meistern, so wäre er unverwertet geblieben und unsere Kultur wäre nm zahlreiche wiffenschastliche unb technische Grotz- Bei den meisten Erfindungen ist vom Anfcmgsstadium bis zu ihrer praktischen Verwertbarkeit ein weiter, steiniger Weg dessen Uebernnnbuug große Mühe erfordert. Die Erfindung des Gluh- strumpies, die das Gaslicht billig und den mannigfachen Vorzügen des elektrischen Lichtes gegenüber konkurrenzfähig gemacht hat, gehört dahm. Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhimderts studierte der Wiener Chemiker Auer von Welsbach bte Eigen- schailen des Erbiummetalles unb besonders sein Verhalten un Spektralapparat. Ta ihm von dem seltenei: Metall nur eme geringe Wenge zur Verfügung stand, konnte er die übliche Methode, die Substanz an: Platindraht zu glühen, nichts benutzen. Er stellte sich deshalb eine Lösung des Salzes her, tränkte "" dieser em Baumwollgewebe und bekam eine« unerwarteten Lichteffekt. A,ie Erfindung, also die Einführung des Strumpfes war somit eigentlich gemacht, aber die Flamme genügte den Ansprüchen, die man an eine gute Beleuchtung stellte, noch lange nicht, und vom Er- biumstrnmpf bis zu den heutigen Glühstrümpfen, zu denen Toroxyd und Ceroxyd verwendet werden, lagen jahrelange mühevolle Versuche. Auch die beiden Grundsteine der gerade in Deutschland recht bedeutenden Sprengstoffindustrie sind nicht viel anderes als Zufall- erfindungen. Berthold Schwarz, ein Franziskanermönch in Freiburg i. B., über dessen persönliche Verhältnisse man nicht viel Zuverlässiges weiß, widmete, wie viele seiner Mönchsbrüder, sein Leben alchiinistischen Studien und kam auf (der Suche nach dem Lebenselixir zu einer Mischung, deren explosive Eigenschaft sich ihm recht unangenehm bemerkbar machte: er erfand das Schwarzpulver. Aehnlich ging es mit dem Dynamit, das wegen seiner stärkeren Wirkung das Pulver so ziemlich verdrängt hat. Der schwedische Chemiker Alfred Nobel stellte zuerst das Nitroglycerin fabrikmäßig her, da es sich im Bergbau, bei Steinbrüchen, Tunnelanlagen und zu manchen anderen Zwecken wegen seiner außergewöhnlichen Sprengkraft vorzüglich bewährte. Aber Herstellung und Handhabung dieses Sprengmittels waren recht gesährlich. Die Fabriken flogen in die Luft und das Nitroglycerin sollte trotz seiner sonstigen guten Brauchbarkeit ganz verboten werden. Da hals wieder ein- mal der Zufall: Eine Flasche, die Nobel zu weiteren Versuchen in Arbeit nehmen ivollte, ivar trotz sorgfältiger Verpackung zerbrochen, das gefährliche Oel ivar in die Kiselgur-Hülle gelaufen und von ihr ausgesogen ivorden. Nobel war ein Mann des schnellen Denkens nnö des noch schnelleren Handelns. Mit dem mörtel- artigen Gemisch stellte er sofort Versuche au und sand die furchtbaren Wirktingen des Nitroglycerins insoweit gemäßigt, daß man den neuen Sprengstoff, den er Dynamit nannte, bei einiger Vorsicht benutzen und verwenden konnte. Daß dieses Dynamit an seiner ursprünglichen Kraft nichts eingebüßt, bewies ei» schnell darauf folgender Vorfall. Das erste Paket Dynamit, das per Schiff nach Peru abging, explodierte in der Nähe des Hafens von Sima und im Bruchteil einer Sektmde war das Schiff vollstäitdig zertrümmert. Mehr oder weniger gehört auch das Porzellan zu denZufalls- ersindungen. Ter Apothekergehilie Friedrich Böttcher, der schon mit 16 Jahren als so berühmter Goldmacher galt, daß sich zwei Könige um seine Person stritten, wurde von August II. in Dresden und dann aus Festung Königstein gefangen gehalten, um sein Versprechen, Gold zu inactjen, nun endlich einzulösen. Natürlich konnte Böttcher das ebenso roenig, wie irgend ein anderer Alchimist, und als August II , der Gold sehr nötig brauchte, austug, beit Schwindel zu durchschauen, drohte er, den gefangenen Adepten um einen Kops kürzer zu machen, wenn das Gold nicht baldigst erschiene. Da fand der geängstigte Böttcher, während er mit Bolus, einem roten Ton aus der Meißener Gegend, experimentierte, das Geheimnis der Porzellanfabrikalion und rettete soinit seinen Kops. Wie sich in der Geschichte der Erfindungen noch mancherlei Beispiele anführen ließen, bei denen der Zufall die Hand im Spiele hatte ober mindestens den Boden befruchtete, den die Arbeit des Erfinders vorbereitet hat, so ist auch bei großen und Heinen Entdeckungen das Mitwirken des Zufalls nicht zu verkennen. vermr-chtes. kf. ® i c Herren hutmode des Winters. Aus London, wo die Diktatoren der Herrenmode hausen, fonunt eine seltsame Nachricht. Ein Londoner, George, hat jüngst einen Spaziergang durch die vornehmen Straßen Loudons gemacht, hat dabei die ihm begegnenden Herren, soivie die Hutläden betrachtet tmd dabei mit Erstaunen sestgestellt, daß sich eine Umwälzung im Gebiete der niännlichen Kopfbekleidung vorbereitet. Das Ende des Zylinders ti n d a ti ch d e s st e i s e >t H u t e s steht nnmittel- bar bevor. An ihrer Stelle erobert sich der weiche Filzhut immer neue Scharen von Anhängern. Ter Londoner sah auf dem Strand Herren mit allen möglichen weichen Filzhüten, auch noch Männer mit Strohhüten, ja verspätete Panamahüte, die im Herbstwinde um den Kopf schlappten, aber vergeblich suchte er Zylinder oder steife Filzhüte. Nur nach längerem Suchen entdeckte er den einen oder den anderen, Zylinder und steifer Filzhut sollen in diesem Winter also augenscheinlich eine schwere Niederlage gegen den ehe- tnals in London lange nicht so vornehmen weichen Fut erleiden. Alle Formen des weichen Filzhutes, auch alle Farben sind zu sehen. Der weiche Filzhut ist allgegenwärtig und paßt sich jedem Kopse au. Er hat alle Formen bis zur Formlosigkeit. Der häufigste weiche Filzhttt ist der ursprüngliche, der die Form des steifen Hutes, den man eingebeult hat, zeigt; dann gibt es breitkrempige Hüte, die der Kopfbedeckung unserer afrikanischen Truppeit nach der Beschreibung des Loodoners ähneln müssen, ferner extravagante anterikanische Formen, deren Rand hinten hoffuungs- sreudig in die Höhe geschlagen ist und vorne traurig nach unten hängt. kk. Die armen Milliardäre von Neuyork, von denen man erzählt, daß sie ihre Steuern ohnehin schon nur mit großem Widerstreben bezahlen, haben den Kummer erleben müssen, daß die Stadt Neuyork ihnen die Steuerschraube erheblich strammer angezogen hat. So ist es gekommen, baß der bekannte Carnegie^ der sich selbst auf ein jährliches Einkommen von 20 Millionen einschätzte und deshalb als ein liberaler Steuerzahler galt, jetzt plötzlich mit einem Jahreseinkommen von 40 Millionen veranlagt ist. Die gleiche Steigerung um 100 Proz. widerfuhr noch einer ganzen Reihe bekannter Persönlichkeiten, so z.B. Pierpont Morgan, Mrs. Rüssel Sage und verschiedenen Mitgliedern der Familie Vanderbilt. Daß auch jetzt noch nicht alles in der Besteuerung so geregelt ist, wie es vielleicht der Fall sein könnte, mag man daraus entnehmen, daß Pierpont Morgan z. B. auch jetzt noch ein Einkommen von nicht mehr als 3 200 000 Mark zu versteuern hat. * Die Rolle oder das Lebenl Der soeben verstorbene Wiener Hosschauspieler Ernst Hartmann, neben Baumeister der letzte aus der „alten Garbe der Burg*, der noch von Laube sein Rollenfach und seine Ausbildung erhalten hatte, war in der strengen Hierarchie der Rollenbesetzung an der Burg der eigentliche Nachfolgen Sonnenthals. Wie dieser seine Rollen von dem unvergeßlichen Karl Fichtner, dem Ideal des liebenswürdigen Bonvivants, geerbt hatte, so sollte Hartmann allmählich bas Erbe seines großen Vorgängers antreten. Ader der glückliche Besitzer all jener Schätze an jugenblichen Helden des klassischen und modernen Spielplans trennte sich nur sehr ungern von den ihm liebgeworbenen Aufgaben und, wie es nun einmal das traurige Los von Erben ist, Hartmann mußte warten und warten. Ta war es ihm denn nicht zu verdenken, daß er einmal, wie Adolf Wil- b r a n b t in seinen Burgtheater-Erinuerungen erzählt, zu einem Gewaltakt seine Zuflucht nahm, um das ihm angestammte Recht ber Nachfolge auch wirklich antreten zu bütfen. Der hohe Preis, um den er kämpfte, war ber heiß ersehnte Clavigo, von dem sich Sonneuthal nicht trennen wollte. Es war im Sommer, in den Ferien. Wie so manches Jahr hatte sich auch 1880 eine Kolonie von Burgschauspieleru am Gundlsee aerfammelt, „die bem schönen Bergsee gleichsam den Burgstempel ausdrückte". Sonneuthal genoß seine Ruhe in der herrlichen Natur, fern von den staubigen Kulissen und bem grellen Lampenlicht, und träumte besonders gern, im kleinen, schwanken Boot liegend, zum blauen Himmel empor. Eines Morgens hatte er sich wieder in den See herausgerubert, auf einem sogen. Seelentränker, ber (einen Insassen wehrlos macht und beim geringsten Stoß umzuwerfen ist. Ahnungslos, allen Rollen-Kabalen ünb Theaterintriguen entrückt, träumt er vor sich hin. Da rudert plötzlich Hartmann aus einem handfesten Boot heran und entdeckt den anderen in feiner hilflosen Lage. Sofort fährt er mit raschem Ruderschlage direkt auf den schwankenden Nachen los, mit einem Ernst und einer Schneidigkeit, die nicht mißzuverstehen ist. „Lieber Adolf, willst du mir den Clavigo abtreten ?" fragt er. Adolf, der gern Fische aß, aber nicht gern von ihnen gegessen wurde, nickt, gibt sein Wort, und die Sache ist abgemacht. * Die.Grabinschrift eines Sonntagsjägers, Der einst so vielgefeierte große Schauspieler Fritz B e ck m a n n (geb. am 13. Januar 1803 zu Breslau, von 1824 an in Berlin, seit 1845 in Wien als Vertreter komischer Rollen am Hof- Burgtheater, gest. zu Wien am 7. September 1866) liebte es, als passionierter Jäger sich zu betätigen, obwohl er nie etwas traf. Er war überhaupt ein sehr gefühlvoller Manu. „Sein Charakter," sagt ein Biograph von ihm, „war weich wie bet! Ton in seines Vaters Werkstatt," der nämlich Töpfer gewesen! war. In Würdigung solcher Tierfreundlichkeit, wie sie aus seiner ergiebigen Wildschouuug sprach, widmete der Bühnenschriftsteller Friedrich Kaiser dem großen Zwerchfellerschüttever an einem lustigen Versammlungsabend die nachstehende sinnige Grabschrift i Münder er, ziehe deine Mütze: Hier ruht ein Komiker und Schütze In diesem kälten, finstern Loch; Die Witze, die er sagte, Die Hasen, die er jagte —> Sie leben alle noch! * ® i c U nschnldvo m Land e. Madame: „Aber, Marie/ warum hallen Sie denn die Weckeruhr an?" — Dienstmädchent „Ach, Madame, das dämliche Ding macht ja morgens immer! solchen Radau, gerade, wenn ich irtt besten Schlaf liege," versteSrätsel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „au" in „Wanderer". Kalmücken — Mäßigkeit — Ganges — Journalist — Halskette — Müllerbursche — Weinglas — Butterbemmchen — Spanferkel — Jinkensang. Auflösung in nächster Nummer» Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer r Weiß. Schwarz. 1. Td2 —• d3 Kein, d 3 oder n. d 6. 2. 8f 7 — e5 oder Dg 2 — a2 f und Matt. A. 1. ..... . e4. n, d.3 oder e4 — e8. 2. Dg 2 — a2 oder 8k 7 - e5 f und Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversitats-Buch- und Steindruckerei, R. Lang», Gieße».