Montag den 15. November MW FWt MW MG !IW WK!<>« ä WM W If&fsao MW Ä Die weiße Frau. Roman von $8. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) II. Ich brach meine Erzählung in den stillen Schatten der Kirche zn Limmeridge ab, eine Woche später nehme ich sre in dem Gewoge und Getümmel einer Londoner Straße wieder auf. Es ist eine Straße in einem armen, bevölkerten Stadtteile. Das .Erdgeschoß eines der Häuser -wird von einent Zeitungshändler bewohnt, .und der erste und Werte Stock werden als möblierte Wohnungen der anspruchslosesten 2lrt vermietet. . , , Ich habe diese beiden -Stöcke unter einem angenommenen Namen gemietet. In dem oberen wohne icher besteht aus einem Schlafzimmer und einem Arbertszrmmer. In dem unteren Stocke wohnen — wie ich unter angenommenen Namen (— zwei Frauen, welche für meine Schwestern gelten. Ich erwerbe mir meinen Lebensunterhalt, indem ich für eine der billigen Zeitschriften Zeichnungen rrnd Holzschnitte anfertige. Meine Schwestern helfen mir, tote es heißt, durch.Handarbeit. Unser ärmlicher Wohnort unsere bescheidene Beschäftigung, unsere vorgebliche Verwandtschaft und angenommenen Namen dienen uns allen als JJctttel, uns in dem Hauserwalde zu verstecken. Vor allem muß ich jetzt erzählen, wie wir in dieses Versteck gekommen sind. 1 Es war einige Tage, nachdem Lady Glyde das Haus ihres Gemahls verlassen (Mrs. Michelson war leider nicht imstande zu sagen, wieviele Tage es waren), als em Bries von der Gräfin Fosco eintraf, welcher Lady Glydes Tod, der plötzlich im Hause des Grafen Fosco erfolgt, aiikundigte. Der Brief enthielt keine Data und überließ es Mrs. Michelsons Ermessen, Miß Halcombe diese Nachricht sogleich mit- zuteilen, oder sie zu verschieben, bis sich erst die Gesundheit der Dame werde befestigt haben. Nachdem sie hierüber Doktor Dawson zurate gezogen, teilte Mrs. Michelson der Kranken die Nachricht tn des Doktors Gegenwart und auf sein Anraten am Tage darauf mit. ., Es ist unnötig, hier bei der Wirkung zu verweilen, welche die Nachricht von Lady Glydes plötzlichem Tode auf ihre Schwester hatte. Für unseren gegenwärtigen Zweck ist es nur notwendig, zu sagen, daß. sie auf drei Wochen nicht imstande war, zu reisen. Nach deren Verlauf begab sie sich in Wegleitung der Haushälterin nach London. Sobald Miß Halcombe von der Haushälterin Abschied genommen, ging sie nach dem Geschästsbureau der Herren Gilmore und Kyrle, um Kyrle in Mr. Gilmores Abwesen- h-eit zu konsultieren. Sie sprach gegen Mr. Kyrle aus, was sie allen anderen zu verbergen ratsam erachtet: ihren Argwohn in bezug auf die Umstünde, unter welchen Lady Glyde ihren Tod gefunden haben sollte. Mr. Kyrle unterzog! sich sofort der Aufgabe, solche Nachforschungen anzustellen, wie die gefährliche Natur der ihm vorgeschlagenen Unter» uchung sie zuließ. Um mit diesem Teile der Sache abzuschließen, ehe ich weiter gehe, kann ich gleich hier bemerken, daß Gras Fosco Mr. Kyrle allen gewünschten Beistand leistete, als dieser ihm sagte, er sei von Miß Halcombe abgesandt, um über Lady Glydes Ableben alle Einzelheiten für sie zu sammeln, über die sie bisher in Unwissenheit geblieben. Mr. Kyrle wurde an den Arzt, Mr. Goodricke, und an die beiden Dienerinnen, die Köchin und das Stubenmädchen, verwiesen. In Ermangelung aller Mittel, genau das Datum von Lady Glydes Abreise aus Blackwater Park zu erfahren, erschienen das Zeugnis des Arztes und der beiden Mägde, sowie Graf Foscos Auskünfte — und die seiner Frau — Mr. Kyrle als entscheidend. Er konnte nur amiehmen, daß Miß Hal- combes tiefer Schmerz über den Verlust ihrer Schwester auf beklagenswerte Weise ihre Urteile irre geleitet hatte, und er schrieb ihr in diesem Sinne und fügte noch hinzu, daß der schreckliche Verdacht, dessen sie gegen ihn erwähnt, feiner Ansicht nach auch nicht im entferntesten begründet sei. Sv begannen und endeten die Nachforschungen von Mr. Gilmores Kompagnon. Unterdessen war Miß Halcombe nach Limmeridge House zurückgekehrt und hatte dort alle ferneren Erkundigungen eingezogen, die sie noch erhalten konnte. Mr Fairlie hatte die ersten Nachrichten vom Tode seiner Nichte durch seine Schwester, die Gräsin Fosco, erhalten, bereit Brief jedoch auch kein einziges Datum, enthielt. Er hatte in den Vorschlag seiner Schwester, daß die Verstorbene in das Grab ihrer Mutter int Friedhöfe zu Limmeridge gelegt werde, eingewilligt. Graf Fosco hatte die Leiche nach Cumberland begleitet und der Beerdigung in Sintmeribge, welche am 22. August stattgefunden, beigewohnt. Am folgenden Tage wurde die Grabschrift ;auf ber einen Seite bes Marmors über der Gruft angebracht. Zu jener Zeit war Graf Fosco in Limmeridge House als Gast ausgenommen worben, aber Mr. Fairttes Wunsche zufolge waren bie beiben Herren nicht zusammen getommen. Sie hatten sich schriftlich unterhalten, uno Graf Fosco hatte Mr. Fairlie auf biesem Wege mit den Einzelheiten des Todes seiner Nichte bekannt gemacht. Der Brief, welcher diese enthielt, fügte keine neuen Auskünfte zu denen, welche bereits bekannt waren; nur das Postskriptum enthielt eine bemerkenswerte Stelle; sie bezog sich aus Anna Cathcrick und lief auf folgendes hinaus: Er begann damit, Mr. Fairlie zu benachrichtigen, daß Anna Catherick (über bie er von Miß Halcombe näheres erfahren werde, sobald sie in Limuieridge House emttafe) in der Umgegend von Blackwater Park wieder aufgesunden — 710 Und sofort wieder unter dieselbe ärztliche Obhut gestellt worden, der sie sich durch die Flucht entzogen. Dies war der erste Teil des Postskriptums. Der zweite bereitete Mr. Fairlie darauf vor, daß sich Anna Cathericks Geisteskrankheit durch die lange Aussetzung der lieber» wachung bedeutend verschlimmert habe, und baß ihr wahnsinniger Haß gegen Sir Percival Glyde, der früher ihre hervorragendste Sinnesverwirrung ausgemacht, auch noch jetzt, und zwar unter einer neuen Form, existiere. Diese letzte Idee der unglücklichen Person in bezug auf Sir Perei- Val Glyde bestehe darin, ihn zu ärgern und zu kränken und sich selbst, wie sie denke, in den Augen der Patienten rntb Wärterinnen zu erheben, indem sie sich für seine Gemahlin ausgebe: eine Idee, die sich ihr wahrscheinlich nach einer Verstohlenen Zusammenkunft, die sie sich mit Lady Glyde zu verschaffen gewußt, in den Kopf gesetzt habe, bei welcher Gelegenheit sie die auffallende Aehnlichkeit zwischen der verstorbenen Dame und sich selbst wahrgenommen haben müsse. Es sei möglich, daß es ihr gelingen möchte, bte Angehörigen der verstorbenen Lady Glyde mit Briefen zu belästigen, und Mr. Fairlie sei deshalb hiermit gegen solche gewarnt. Dieses Postskriptum wurde Miß Halcombe gezeigt, als sie nach Limmeridge kam, und es wurden ihr außerdem die Kleider und anderen Effekten übergeben, welche Lady Glyde mit in das Haus ihrer Tante gebracht hatte. Diese waren von der Gräfin Fosco sorgfältig zusammengepackt und nach Cumberland gesandt worden. Dies war die Lage der Sache, als Miß Halcombe Anfangs September in Limmeridge eintraf. Kurze Zeit darauf fesselte ein Rückfall sie wieder an das Zimmer, da ihre geschwächte physische Kraft dein Seelenschmerze erlag, bett sie noch immer um ihre Schwester litt. Als sie sich nach ungefähr einem Monate wieder erholt, war ihr Argwohn in Bezug auf die den Tod ihrer Schwester begleitenden Umstände noch immer unerschüttert derselbe. Sie hatte inzwischen nichts von Sir Percival Glyde gehört; Graf Fosco und seine Frau hatten wiederholte herzliche Nachfragen über Miß Halcombes Befinden angestellt. Anstatt jedoch diese Briefe zu beantworten, hatte Miß Hal- combe das Haus in St. Johns Wood, sowie das Verfahren der Bewohner heimlich beobachten lassen. Ihre nächsten Nachforschungen, welche sie im geheimen über Mrs. Rub sie veranstaltete, hatten denselben Erfolg. Diese war e:wa sechs Monate vorher mit ihrem Manne in London angekommen. Sie waren aus Lyon und hatten bei ihrer Ankunft in London in der Nachbarschaft vom Leicester-Platze ein Haus gemietet und es zur Aufnahme von Fremden herge- rtchtet, die in großer Menge zur Industrieausstellung von 1851 in England erwartet wurden. Sie waren ruhige Leute und hatten bisher redlich Zahlung geleistet. Ihre letzten Nachforschungen bezogen sich auf Sir Percival Glyde. Er lebte in Paris, und zwar sehr ruhig in einem Kreise englischer und französischer Bekanntschaften. Doch ungeachtet der Erfolglosigkeit all ihrer Bemühungen konnte Miß Halcombe nicht ruhen und beschloß zunächst, die Anstalt zu besuchen, in welcher Anna Catherick zum zweiten Male gefangen war. Sie hatte früher eine große Neugier in Bezug auf das arme Wesen gefühlt, und diese hatte sich jetzt noch gesteigert; sie wünschte sich zu überzeugen, erstens: ob es währ sei, daß Anna Catherick sich für Lady Glyde auszugeben versuche, und zweitens (falls dem wirklich so war), welche Beweggründe zu diesem Betrug das arme Geschöpft hatte. Obgleich Gras Foscos Brief an Mr. Fairlie nicht die Adresse der Anstalt an gab, so legte doch dieses Versehen Miß Halcombe keine Schwierigkeiten in den Weg. Als ich Anna Catherick im Friedhose zu Limmeridge gesprochen, hatte sie mich von der Oertlichkeit des Hauses unterrichtet, und Miß Halcombe hatte die Adresse sofort genau in ihr Tagebuch eingetragen. Demzufolge sah sie uach und fand die Adresse; sie ließ sich darauf des Grafen Bries an Mr. Fairlie geben, damit ihr dieser im Notfälle als eilte Art von Beglaubigungsschreiben diene, und brach dann ohne Begleitung am 11. Oktober nach London auf, wo sie übernachtete. Am folgenden Tage begab sie sich nach der Anstalt. Sie wurde sofort eingelassen, um mit dem Besitzer zu E:echeu. Dieser schien anfangs entschieden abgeneigt, sie ne Patientin sehen zu lassen. Als sie ihm jedoch Gras scos Postskriptum zeigte uttb ihn daran erinnerte^ daß sie selbst die darin genannte „Miß Halcombe" und eine nahe Anverwandte der verstorbenen Lady Glyde sei, und deshalb — aus Familiengründen — ganz natürlich ein Interesse daran nehme, sich persönlich von Anna Cathericks Sinnentäuschung in Bezug auf ihre verstorbene Schwester zu überzeugen — da änderten sich Ton und Wesen des Besitzers der Anstalt, und er nahm seine Einwendungen zurück. Miß Halcombes eigene Ansicht war, daß Graf Fosco und Sir Percival den Besitzer der Anstalt nicht in ihr Vertrauen gezogen hatten. Ein Beweis hiervon schien darin zu liegen, daß er überhaupt einwilligte, sie mit seiner Patientin zusammenkommen zu lassen, und ging ferner auch aus Einräumungen hervor, welche sicherlich nicht von einem Mitschuldigen gemacht sein würden. Zum Beispiel unterrichtete er Miß Halcombe im Laufe ihrer vorläufigen Unterredung, daß Anna Catherick ihm am 27. Juli mit den nötigen Anweisungen und Zeug;- nissen durch Graf Fosco wieder zurückgebracht worden, welcher ihm dabei einen von Sir Percival Glyde unterzeichneten Brief mit Erklärungen und Instruktionen übergeben. Er (der Besitzer der Anstalt) gestand, daß er, als er seine Pflegebefohlene wieder gesehen, einige auffallende persönliche Veränderungen an ihr wahrgenommen. Allerdings seien solche Veränderungen bei Geisteskranken seiner Erfahrung nach durchaus nicht ohne Beispiel. Solche Leute seien sich oft innerlich sowohl wie äußerlich zu verschiedenen Zeiten im höchsten Grade ungleich, indem eine Besserung ober Verschlimmerung des geistigen Krankheitszustandes notwendigerweise Veränderungen im äußern Erscheinen des Patienten hervorbringe. Er rechtfertigte diese Veränderungen, sowie auch die gemäßigte Form vou Anna Cathericks Sinnverwirrung, welche sich ohne Zweifel in ihrem Aussehen und Wesen kundgab. Dennoch aber verwirrte es ihn zu Zeiten, daß seine Patientin, ehe sie ihm entwichen, verschieden war von der Patientin, die ihm zurüügebracht worden. Diese Verschiedenheiten waren zu geringfügiger Natur, um beschrieben werden zu können. Er könnte "natürlich nicht sagen, daß sie sich in Größe, Gestalt, Gesichtsfarbe ober allgemeiner Gesichtsform entschieden verändert; es war eine Veränderung, welche er mehr fühlte als sah. Dies erklärte sich, als Miß Halcombe die Patientin vor Augen bekam. Zu ihrer namenlosen Freude machte sie die Entdeckung, daß die angebliche Anna Catherick niemand anderes war, als ihre totgesagte Schwester Laura. (Fortsetzung folgt.) Line Nachtfahrt im Freiballon. Von L. Roemheld. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) Schon wurden im Osten fahlgrau und rötlich gefärbte Dunst- streifen sichtbar, die Vorboten der Morgendämmerung, da setzte ich mich in meiner Ecke zur Ruhe und verfiel bald in einen erquickenden Schlaf. Als ich wieder erwachte, war die Sonne gerade daran, den Dunst- und Nebelschleier, der sich inzwischen weiter ausgebreitet hatte, zu durchbrechen. Die Zeit, zu der wir Metz sehen mußten, war da und nichts war zu erkennen, als eine Reihe nach Norden führender Chausseen, eine Bahn, ein Flüßchen und in der Ferne einige Häuser, aber alles so wenig charakteristisch, daß man sich danach unmöglich orientieren konnte. Hatten wir die Richtung gewechselt und waren mehr Nach Süden getrieben worden, so mußten wir in der Nähe der franzö - fischen Grenze sein und es war unser fester Vorsatz, diese nicht zu überfliegen. Also blieb nur noch ein Orientierungsmittel, die freundlichen Erdbewohner anzurufen. Aber würde kurz nach vier Uhr nachts wohl jemand wach sein da unten, um antworten zu können? Ta trieb auch der Ballon schon über ein kleines Dörfchen hinweg und aus drei Kehlen tönte der Schlachtruf „Haaloo" hinunter. Und siehe da, er hatte Erfolg. Ohne unsere Fraas nur abzuwarten, schallten in bestem Deutsch die für uns so schmerzlichen Worten herauf: „Nicht weiter fliegen, dort ist die Grenze". Wo war nun das „dort", wie weit war es noch entfernt? Konnte man noch vorher landen und Ivo fand sich ein geeigneter Landungsplatz? Rasch flogen Rede und Gegenrede. Man spähte und suchte den grauen Dämmerungsschleier, der immer noch die Erde leicht umfing, mit scharfen Augen zu durchbohren. Doch bevor wir ein Ergebnis erzielten, tauchte vor uns ein Fluß auf und auf seinem diesseitigen Ufer ein bewehrter, mit einzelnen Gebäuden bestandener Hügel. Sofort erklärte der Führer, daZ sei die Mosel Md hinter dem Hügel müsse Pont ä WpussdA — 711 fctan Vorschein kommen. Wir seien also bereits in Frank- rerch. ' Nachdem der erste Mißmut über diese Unliebsame Entdeckung verflogen war, fingen seine Augen wieder an zu leuchten, er Zahlte die Sandsäcke,,die noch in der stattlichen Zahl von 9 Stück vorhanden warm und versicherte, daß sich der Ballon damit Noch bts gegen Mittag in der Luft halten könne. Wir könnten also W dm brs letzt zurückgelegten 300 Kilometern fast nochmals so viel und damit ein großes Stück französischen Landes überfliegen. M bitte um Unsere Zustimmung, da die Schwierigkeiten einer Landung ini Auslande fetzt die gleichen seien, ob wir nun hier dder im Herzen Frankreichs niedergirrgen. Wer wichtige Pflichten erforderten unsere baldige Rückkehr Und so mußte der schöne Vorschlag unausgeführt bleiben und mit N^Ayem Herzen rüsteten wir uns zur Landung. Während wir die Mosel überflogen und das hübsch gelegene Pont ä Monsfon. rollte außen, mit ruckweisen Stößen den Korb erschütternd, das Schleppseil nieder, rasch wurden die Instrumente emgehvlt und verpackt, Gläser und Flaschen gesichert und die Lernen klar gemacht. Tort lag neben einem Wald ein scheinbar Unbestelltes Feld; ein Zug an der Bentilleine Und der Ballon senkte sich schnell darauf zu. Aber der Wind war schneller und stärker als wir. Er wollte Uns wohl, denn er trieb uns von dem, wie sich jetzt zeigte, be- stelltm Feld hiwveg auf den Wald zu. In niedrigem Fluge, fast die Baumkronen streifend, trug er uns darüber hinweg Und bot uns hinter dem Walde ein mit einzelnen Lärchenbäumchen bestandenes Oedland als geradezu idealen Landungsplatz. '®in weiterer Ventilzug brachte uns auf die Erde, wobei ein Lärchenstämmchen sein junges Leben lassen mußte. Dann setzte der Korb gerade auf, ein blitzschneller Zug der Reißleine und der sich rasch entleerende Ballon blieb zunächst senkrecht über dem aufrecht stehenden Korb schweben. Dann aber erfaßte ein Windstoß die schoil fast entleerte Hülle und legte sie sanft neben den Ballon auf eine vollkommen freie, wie dazu geschaffene Fläche. Diese „Salon"- oder „Damenlandung" tat nach der imMerhiU etwas anstrengenden Fahrt ganz wohl und in dem uns jetzt umfangenden Sonnenschein reckten wir wohlig die Glieder und tranken den Rest des mitgebrachten Mineralwassers, das uns besser mundete als sonst der vorzüglichste Kaffee. 4y2 Uhr war es nach deutscher, oVs Uhr nach französischer Zeit. War das auch der Grund/ daß die Bauern in dem nahe gelegenen deutschen Dörfchen schon fleißig gewesen waren, ivährend hier noch alles in tiefer Ruhe 5U schlummern schien? Lange Zeit hatten wir nicht zum Ueber- legen, denn es mußte nach kurzer Frühstückspause mit den ohne tüchtige Hilfe immerhin anstrengenden Verpackungsärbeiten begonnen werden. Hiermit ist mein Thema eigentlich erschöpft. Da es über vielleicht manchen interessieren wird, was man' alles zu tun und zu leiden hüt, um mit einem Ballon aus Frankreich wieder! nach Hause zu kommen, will ich noch etwas weiter plaudern. Ein vorliberfahrender Bauer wurde zum Abfahren des Ballons gestellt Und sandte seinen alten Vater zur erwünschten Hilfeleistung. Dieser holte uns Mch nach getanener Arbeit aus dem benachbartMj Dörfchen eine prachtvolle „Limonade gazeuse“. Bald aber sollten wir die Eigentümlichkeiten einer Auslandslandung kennen lernen. Nachdem einige vorüberreitende Dragoner, unter denen sich nach feinem fließenden Deutsch zu schließen, ein geborener Deutscher befand, uns gründlich ausgefragt und ihre Neugierde befriedigt hatten, kam eine Kavalkade Offiziere mit ihren Damen, die auf einen nahe gelegenen Rennbahn sich vergnügten und das Fragen ging von neuem los. Nachdem die stereotype Hauptfrage „Sind Sie Offiziere?" zu ihrer Beruhigung und Befriedigung verneint war, begrüßten sie uns aufs liebenswürdigste und erkundigten sich- vor allem, woher wir gekommen und warum wir die Grenze überflogen hatten, sprachen aber noch viel schlechter Deutsch, als wir Unser Gymuasialfranzösisch. Unsere Auskunft schien sie zu befriedigen und in schlankem Galopp ging die Kavalkade davon. Schon glaubten wir, jetzt unbehelligt unsere Arbeit beenden zu können, da knackten die Zweige des benachbarten Gebüsches Und! zwei wild aussehende, aber uniformierte Reitersmänner erschienen in Begleitung eines Regimentsarztes, der sich vorerst im Hinter- gvuiÄ hielt. Zunächst erfolgte eine oberflächliche Besichtigung und ein kurzes Verhör durch, einen der Hunnenreiter, das ihn offenbar P fchr beruhigte, daß er seinen Begleiter alsbald zurückschickte. wste er den mit zwei Holzklützchen in der Trense befestigten Zügel l eines Pferdes auf der einen Seite los und band das ungebärdige, wild bäumende und ununterbrochen wiehernde Roß an einen dünnen Lärchenbaum, den es bei der geringsten Anstrengung hätte umreißen können. Da es dieses Hemnis der scheinbar heiß begehrten Freiheit aber ängstlich respektierte, machte seine Pust so gut gespielte Wildheit einen sehr komischen Eindruck. Sollten damals etwa in Frankreich die Gäule Komödie gespielt Haben, um die Deutschen Gruseln zu machen? Inzwischen Hattens bekanntlich auch ihre Herren wieder gelernt und wir sind jetzt froh, daß unsere Landung noch vor dem Beginn der Marosto- Schandlungen lag, da wir sonst wohl, wie kürzlich gelandete Luft- iffer, zunächst auf 24 Stunden eingesperrt worden wären, nm die Vorzüge der erhöhten Zivilisation jenseits der Vogesen kennen Au lernen. Damals hatten wir keine Zeit biarüber nachzudenken, den» letzt begann feag hochnotpeinliche Verhör, bei hem her Re- gimentsärzt, der sich als geborener Deutscher entpuppte, in der liÄenswurdrgsten Weise den Dolmetscher spielte, da eine Meng« technischer Ausdrücke zu erklären war. Seinen Bemühungen ist e® auch zu danken, daß unsere photographischen Platten vor der Vernichtung bewahrt blieben, denn schließlich sah der Polizei- beamt.e em, daß auch die 'Deutschen, trotz ihrer vorgeschrittenen Technik, noch nicht in der Lage sind, bei einer Nachtfahrt in Deutschland die französischen Festungen zu photographieren. Ein um so größeres Interesse aber zeigte die Polizei für unsere Personalien und die mitgebrachten wissenschastlichtzn Instrumente, die! wir einzeln erklären mußten nnb deren Namen und Zweck sehr eingehend notiert wurde. ,. Du aber auch die große Gefahr bestand, daß Gegenstände, die die Sicherheit der Republik gefährdeten, von uns mit dem Ballon zusammen verpackt sein konnten, mußte der mühsam verschnürte Ballon wieder ausgepackt und der polizeilichen Untersuchung liuter- breitet werden. Nachdem auch diese zur Zufriedenheit des Polizei- gewaltigen ausgefallen war, hellte sich fein Gesicht merklich auf Uüd er gab uns seine Anerkennung für unsere Korrektheit und Ungesahrllchkeit dadurch zu verstehen, daß er in leutseliger Weise em Schnäpschen mit uns trank. Roch am selben Abend lasen wir in den größeren Deutschen! Zeitungen unter voller Namensnennung die Geschichte unserer! Fahrt.und unserer Landung und erfuhren zu unserem Erstaunen, daß die Polizei verpflichtet ist, solche, die Staatssicherheit in so hohem Maße gefährdende Ereignisse sofort dem auswärtigen Amte nach Paris zu telegraphieren, von dem sie sich dann die Presse- buraus zur telegraphischen Weiterverbreitung verschaffen. Wie Mel mehr Ruhe und Würde weiß man doch in Deutschland in solchen Dingen zu bewahren, wo sich die Polizei um niedergehende Ballons nur dann kümmert, iuen.it wirkliche Verdachtsmomente verhanden sind. .,..,.Nun war alles z'ur Abfahrt bereit und wir erwarteten eine höfliche Verabschiedung des Polizeibeamten, um dann in aller Ruhe die Ankunft unseres Transportwagens abzuwarten, den wir versehentlich nach deutscher Zeit bestellt hatten und dessen Stemmen daher erst in zwei Stunden in Aussicht stand. Aber! weder das. -eine noch das andere trat ein. Der Polizeibeamte blich da -und ließ uns nicht aus den Augen Und die Wartezeit war lange und. ungemütlich, da wir unter dem niedrigen Buschwerk gegen die immer glühender werdenden Sonnenstrahlen nur wenig Schutz fanden. Aber bevor die festgesetzte Abfahrtsstunde da war, fuhr ein einspänniger Leiterwagen auf dem Platze vor, bracht« -die nötige Hilfsmannschaft mit und ehe wir uns dessen versahen, war der Ballon darauf verladen. Aufklärung erhielten wir keine, ober doch nur in ganz unverständlichen Ausdrücken, und da der Vater des von uns gemieteten Transporteurs keinen Widerspruch erhob, nahmen wir an, daß sein Sohn wegen eigener Verhinderung den Ersatzmann geschickt habe und gaben uns zufrieden. Die Polizei bestieg ihr Schlachtroß und führte unter sicherer Bedeckung den Ballon seinem Ziele zu, während wir, froh-, dem glühenden Sonnenbrand entronnen zu fein, im Waldesschatten vergnügt hinterdrein gingen. Nicht lauge dauerte die Reise, da kommt uns unser zwei- spänniger Transportwagen in schlankem Trabe entgegen, dessen Besitzer seinem Versprechen gemäß auf den Landungsplatz fahren! Und das Ballonmaterial abholen wollte. Doch kaum sieht er, daß ihm ein Konkurrent zuvorgekommen ist, als sich fein ZovN in heftigen und nicht gerade unbegründeten Schimpfworten List macht. Aber einige befehlende, nicht sehr freundliche SBorte' deH Polizeigewaltigen, der auf diesem Gebiete kein Neuling war, brachten ihn zum Schweigen, und resigniert fuhr er von bannen, tief betrübt, daß ihn die Polizei aus Gründen der höheren Staatssicherheit um den schönen Verdienst von 15 Franks gebracht hatte. Dem Polizeifuhrmann mufften wir später für fein trauriges Gefährt 20 Franks zahlen, wobei in diesem Ueberpreis offenbar der Wert der polizeilichen Bedeckung mit einkalkuliert war. Langsam ging die Fahrt weiter. Der Waldweg bot nichts besonderes und so würde wohl die Müdigkeit über uns Herd geworden sein, wenn nicht ein neues Ereignis uns wieder aufge- muntert hätte. Mit freundlichem Lächeln trat ein mit einem1 Strohhut geschmückter Herr auf uns zu urtb stellte sich in zwar etwas gebrochenein, aber gut verständlichem Deutsch als Grenzt- kommissar vor, mit der Bitte, uns zu legitimieren. Obwohl nun der ihm untergebene Polizeibeamte unter Vorlage feiner so genaues Notizen Bericht erstattete, nahm der Herr Grenzkommissar nochmals ein eigenhändiges Protokoll auf und das Vorzeigen und Erklären der Apparate usw. begann von neuem. Währenddessen blieb die schmale Waldstraße gesperrt und eine lange Kette Holzfuhrwerke reihte sich hinter uns an, bis sie endlich die Erlaubnis zum Vorbeifahreu erhielten und der Polizeifuhrmann Platz Machte, Dann schloß sich auch der Herr Grenzkommisfar unserem Zuge an und Unter doppelter Bedeckung zogen wir in Pont ä Monsfon ein, zur Freude der Einwohner, die zunr bevorstehenden Fest der Republik bereits ihre Straßen und Häuser schmückten. Die komplizierten Verhandlungen auf dein Bahnhof erledigten sich glatt und nur die Verzollung führte zu Schwierigkeiten. Auf dem ZollbUrean saß ein alter Herr, das Urbild eines verknöcherten Bureaukraten. Als ich ihm gesagt hatte, daß der Ballon aus- gummiertem Stoffe bestehe, stug er über die Brille hinweg 7-caoutchpuc?" »,caputcho!uc?", worauf ich verständnisinnig „vm — 712 -errett ti Wnften »v^v3 |V .—--------• preußisch-österreichischen von 1866 ober den spanisch-amerikanischen, Auflösung des Arithntogriphs in voriger Nummer: Geel — Egge — Igel — Beil — Elbe — Tabelle ©et bei. was die sechs reichsten Manner der wett alles tun tonnten! Schier unzählig sind die Mitteilungen und Zahlenaitgaben, die mit der Zeit über den fabelhaften Reichtum der vermögendsten Leute der Welt in die Oeffentlichkeit gedrungen sind. Aber mag e§ auch wahr sein, daß „Zahlen beweisen", so ist doch gewiß, daß sie, so bald sie eine gewisse Höhe überschreiten, keinerlei Anschauung mehr zu vermitteln vermögen. Und darum ist es als eine sehr lnibsche Idee zu bezeichnen, wenn eme englische Monatsschrift der „Strand", in ihreni neusten Hefte den Versuch macht, eine wirkliche Anschauung von der ungeheuerlichen Geldansammlung in der Hand der größten Krösusse unserer Zeit zu geben, indem er die Frage stellt: Was könnten denn eigentlich die sechs reichsten Männer der Welt mit ihrem Gelde alles ausrichten? Diese sechs reichsten Männer sind Rockefeller, Pierpont Morgan, Astor, Lord Strathcrona, Carnegie und Rothschild, und das Vermögen, worüber diese sechs verfügen ist auf 20 000 Millionen Mark zu beziffern. Nun, dafür könnten die Herren zunächst einmal die Schulden des Deutschen Reiches, die etwa '4500 Millionen March betragen, bezahlen, sodann auch^ Großbritannien seine kleine Schuldenlast von 15 000 Millionen Mark begleichen — und sie würden noch immer etwa 500 Millionen Mark, also genug zu einer guten Zigarre und einem soliden Glase Wein behalten. Sollten sie aber etwa England bevorzugen und sich mit der Bezahlung der englischen Nationalschuld be- Snngen, so könnten sie etwa dazu noch die ganze Natlonal- Galerie, das South Kensington-Museum in London und schließlich '„als Zugabe" sämtliche Linienschiffe der englischen Flotte an- also kurz: auf einen der billigeren Kriege beschränken. AM vielleicht liegt der Ehrgeiz der sechs Generalgewalttgen aich der See? Much da haben sie keine üblen Aussichten. Um die Halft« ihres Geldes können sie eine Flotte schaffen, die allen^ gegenwärtigen Flotten der Welt ganz außerordentlich überlegen sein würde und annähernd die gegenwärtige britische Flotte, zur zeit die stärkste, ums Doppelte übertreffen wurde. 3 Allein, wie bei Beethoven gesungen wird, „ihr Freunde, nickt diese Töne! sondern lasset uns andere anstimmen und friedvollere. Der gesamte Hausbesitz in Großbritannien besitzt überschläglich einen Wert von 4400 Millionen Mark, sämtliche Gebäude Londons werden zusammen auf 880 Millionen Mark an- gesetzt und der ungefähre Wert des ganzen Eigentums in Englaiw und Wales erreicht beiläufig 5200 Millionen Mark. Ml das zusammen tonnten die Krösusse erwerben und blieben doch noch Krösusse! Oder sie könnten ;edem Bewohner der britischen,-ouiel, Mann Weib und Kind, Kopf für Kopf 400 Mark zum machen Oder sie könnten die ganze Erzeugung der britischen Industrie, die etwa sechs Millionen Arbeiter bet sechstagmer Arbeitszeit in der Woche hervorbringen und die 1910/11 ungefähr auf 14 240 Millionen Mark sich belief, erwerben, ohne W verarmen Ein noch hübscheres Bild aber bietet der Gedanke, daß die Sechs das ganze Großbritannien sechs Jahre- lang »»d Koch länger freihalten könnten — das will sagen: sie konnten wahrens dieser Zeit alle Staatsausgaben Großbritanniens bezahlen, die Zollhäuser könnten schließen, Briefe und Telegramme waren frei und Steuern würden nicht erhoben: was wollen denn auch dre 3000 Millionen Mark, die England allfährlich aus diesen Quellen Die Krösuss? könnten^Jolm Bull sechs Jahre lang freihalten, aber, wenn sie übler Laune werden, so könnende ihn anch glatt anskausen. Der englische Gesamthandel tnt ^«l>re stellt einen Wert von 16 590 Millionen Mark dar: das konnten also dm reichen Herren bequem schaffen. Sie konnten John Bull aus- kaufen und ihn weiter verkaufen — wenn ihn, was "M über jeden Zweifel erhaben ist, einer haben will. Was konnten fte laust noch tun? Alle Kohlen Englands erwerben und sämtliche Fabriken undEisenbahnendes Landes zum Stillstände zwingen Alle Automobile der Welt ankaufen, Mit dem nicht zu geringen Reste ihres Vermögens etwa den Panama- und den Suez-Kanal, erwerben und „zur Abrundung" den gesamten Wert des britischen Schiffsverkehrs in einem Jahrzehnte bezahlen. Sie konnten sogar ein ganzes Land ankatifen - wenn es überhaupt verkäuflich Wäre9 Schottland z. B., das will sagen: sein gesamter Grund und Boden, wird auf 18 600 Millionen dk«rk beertet „Btlllg. Würden die sechs- reichen Herren sagen und Schottland in bte Tasche stecken. biti" sagte. Sofort begann er nun ein ivüstes Rechnen und ein SBätsen von Tabellen, wobei er immer halblaut mltbrummte, als Wenn e^eche Logarithmentafel auswendig lernen Er st frfriicfifent und dann immer dreister, wagte ich ihn zu untirviecyin, Um ihn zu bitten, die Sache doch etwas zu beschlemngen, da unser Zua^ Wb ei®Äe. 'Aber alles war vergeblich, Offenbar ^vonftrte^chm nrein Französisch nicht. Er blickte nicht einmal L.nc nnx iniirmi'ltf* seine retünerlschen SB efcfyfttötun goruvclit iun^ Sää K nach Verlauf einer qualvollen Viertes stunde hatte er das richtige Ergebnis gefunden und erklärte mir freudestrahlend, daß wir 7 6 2,9 9 F r a n k s Z o l l M zahlen hatten Ich wäre unbedingt vor Schreck umgefallen, wenn ich Nicht gerade noch gesessen hätte. 762,99 Franks! Wo sollten Wtr so viel Geld int fremden Lande Hern echtsten? , Es war unmöglich Ich verlegte mich also aufs Bitten. Da.mir bekannt war, daß der Zoll an der Grenze, also bereits an der nächsten Zahnstation wieder zurückbezahlt werden mußte, ersuchte ich M cAnesn Weamten aus unsere Kosten mitzuschrcken, der uns erst dort den Mallon ausliefern sollte. Aber er lächelte nur fern überlegenstes Lächeln und sagte dazu sehr freundlich und bestimmt: „Der Ballon bleibt hier, bis Sie den Zoll bezahlt hüben; eme andere Regelung ist, so lange ich hier bin, unmöglich." Da es uun nM'angin-g, seine Pensionievung abzuwarten und wtr auch die Kunst, zu bezahlen ohne Geld zu besitzen, noch nicht kannten, mußte em längerer Ausweg gesunden werden, umsomehr, als der Zug soeben ?nCtb8nin Glück kam gerade unser Führer mit den Fahrkarten und dem Gepäckschein zurück und er erklärte dem Rechenmeister schnell, daß unser Ballon gar nicht so wertvoll sei, als er uns zugetraut habe. Nun begann das Rechnungsgemurmel von neuem, aber unter gütiger Assistenz des Herrn Grenzkommissars soviel schneller, daß wir gerade noch die jetzt geforderten 121 Franko bezahlen und in den Zug springen konnten, froh -und glücklich, wieder dem freieren Deutschland zuzustreben, das die Fremden lieber abschrebt, als fte gegen ihren Willen festzuhalten. Dankbar erkannten wir an, daß uns keine größeren Schwierigkeiten entstanden waren, und hatten für bte vielen, aber uisolge her großen Höflichkeit aller Beamten recht humorvollen Weit- laufigkeiten nur ein verzeihendes Lächeln, das uns die Rückerinnerung an die unvergleichlichen Genüsse unserer Nachtfahrt nicht stören, sondern nur noch erhöhen konnte. Vermischtes. kf A m j ü n g st e n T a g e. Was für sonderbare Vorstellungen Vom Jenseits man bei manchen Leuten findet, zeigt ein Gespräch eines Geistlichen mit einem Irländer, der mit dem Urwüchsig en Humor seines Volkes besonders reich begabt zu sein scheint. ^Der Geistliche stellte den Irländer zur Rede: .„Patrick, die Witwe Maloney sagt, du habest ihr ihr bestes Schwem gestohlen Stimmt SmS9" — „Ja, Ehrwürden. *— „Was hast du damit getan? — '„O, Ehrwürden, ich habe es geschlachtet und gegesien. — , O Patrick, Patrick, wenn du nun am jüngsten Tage der Witwe und dem Schwein von Angesicht zu AiH-eftcht gegenuberstehst, wie wirst du dich rechtfertigen, wenn die Witwe dich des Diebstahls beschuldigt?" — „Wird das Schwein bestimmt dabei sein, Ehr- Würden?" — „Aber natürlich, wenn ich es dir doch sage. — „Nun, EhrWürden, dann würde ich sagen: „Frau Maloney, hier haben Sie Ihr Schwein wieder." kaufen. Sollten die sechs Herren kriegerisch gesinnt sein, so stehen • her Welt harte Zeiten bevor. Hat doch einer von ihnen wahrend hes Burenkrieges bereits wirklich 1000 Mann, voll bewaffnet Und ausgerüstet, ins Feld gestellt und -ein Jahr oder zwei auf feine Kosten erhalten. Unser Krösus^Sextett aber konnte eine ganze Million Krieger ins Feld stellen, und dies Heer zehn, ja vielleicht zwanzig Jahre erhalten. Freilich, es gibt Kriege und Kruge! Der Burenkrieg z. B. hat England an die 5000 Millionen M-ark gekostet, während noch die ganze napoleanische Kriegszelt von 1790 bis 1815 Großbritannien nur mit der verhältnismäßig geringen Summe von 13 000 Millionen Mark belastet hat. Freilich, um so kriegerische Gelüste zu befriedigen, müßten die reichen ihr Kapital angreifen; wollen sie nur von ihren Eln- Krieg führen, so müssen sie sich auf einen, wie den zur Gott Rösselsprung. schert und er geben Ug (Auflösung in der nächsten Nummer.) Freude ver- ent« kehrt dir be- Müh' heben Leid wenn wird schon fet- was der deine heit dir dich das Ug küns- Leid Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Nrühl'scben Universitäts-Buch- und Steiiidruckerei, R. Lange, Gieße».