WM WsW •a 8 W h < ?*™CwT'/i4 tzerzkloide. Komiin von Georg Freiherrn von O mp ted ct. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Ich habe in jenen Jahren nicht Zeit gehabt, trüben Gedanken nachzuhängen. Ich habe gearbeitet und in junge Menschen Seelen eingepflanzt nach meinem Vermögen. Kein großes militärisches Licht bin ich gewesen, kein Mann mit den roten Streifen; aber ich habe versucht, ans dem Platz, wohin mich mein König gestellt, meine Pflicht zu tun und zu arbeiten. In jenen Jahren empfand ich, wie niemals noch, den Segen der Tätigkeit. «tat frühen Morgen ging es fort zu Pferde hinaus zum Dienst, und immer wenn ich ausstand, dachte ich ruhig an jedem Tage, den Gott werden ließ, an meine Maria. Jeden Abend, wenn ich nach des Tages Mühe und Frohsinn mein Laaer aufgesucht, habe ich auf dem Bettrand gesessen, und wieder waren all meine Gedanken bei der, die mich unsäglich glücklich geinackt hatte. Ihr Segen leuchtete über mir so stark wie am ersten Tage. Das Bild der Toten ist in meinem Herzen aufrecht geblieben. Wie ich in den Tiroler Bergen empfand, daß es anfing, sich zu verklären, die kleinen Wesenszüge schwan- den, so arbeiteten die Jahre weiter. Es blieb von meinem Weibe nicht mehr der Erdenrest, die Schlacken, so lieb und gut auch Kleines, Kleinliches an ihr gewesen. Verklärt ward mir ihre Gestalt, gleich einem Engel umschwebte sie mich. Sie bedeutete für mich Segen. Nur Segen. Ich habe mich gefragt, wenn ich vor einer Entscheidung stand: Was würde Maria dazu sagen? Es war mir, sobald ich eine Freude gehabt, als müßte ich sie ihr mitdeilen. Formten die Lippen auch keine Worte, so glitt doch der Gedanke zurück zu der, die einst mein Weib gewesen war, und ich sagte mir: Das hätte sie glücklich gemacht. Ja, ein Segen ging von ihr aus. Ein Segen, der mein Lehen wie ein stilles Licht umstrahlte, der mir Ruhe gab und Heiterkeit. Ich habe es bald über mich geiuonncn, mit den Menschen von ihr zu reden. Mit guten Freunden, mit unserem Adjutanten, einem jungen, lieben, prächtigen Kerl, der mir am nächsten stand in diesem Freundeskreise unseres Regiments. Er hatte nie gefragt, es kam von felbst. Ich öffnete ihm mein Herz, ich sagte, auch ich sei einmal glücklich gewesen. Ich habe ihm von meiner Frau erzählt und, an meinen Worten mich entzündend, eines Abends, als er mir noch einen Befehl brachte, stundenlang mit ihm gesessen. Ich habe ihm berichtet, wie wir uns gefunden damals hort unten am Meer. Wie wir sofort gewußt: eins sei bestimmt für den anderen. Bon der Zeit in dem kleinen Ort habe ich ihm erzählt, von der Krankheit und von jenem langen, langen Sterben. Kein Wort hat er gesagt. Er drückte mir. nur die Hand. An etwas Seltsamem merkte ich, wie bewegt er war und wie er es ausgenommen, was ich ihm anvertraute. Als wir schieden, nannte er mich nicht ein einziges Mal mehr „Herr Major". Sein „Sie", das undienstlich immer wiederkehrte, schien mir zu sagen: Heute spricht allein der Mensch zum Menschen. In jenen Jahren habe ich jedes Frühjahr, jeden Herbst das Grab besucht. Der kleine .Hügel war nnn dicht bewachsen, hoch nmstauden. Eine schmale, niedrige Brüstung lief Darum, kein Gitter. Maria fottte nicht abgeschlossen sein. Es war mir, als müsse man frei nach allen Seiten blicken können. Die beiden Zypressen, die ihr zu Häupten i standen, waren groß geworden im Laufe der Zeit. Rosen blühten über dem Kreuz, ein dicker Teppich hatte den ganzen ' Hügel überwuchert, und nur die Worte der Schrift waren herausgeschnitten aus dem dichten Grün: „Die Liebe höret nimmer auf." Ich habe oft zum Urlaub ein paar Tage zngebracht dort unten in Meran, und immer war ich draußen, wie einst in den dumpfen Zeiten, auf den Höhen rund am gesegneten Tal: in Mailing, im Naiftal, an der Fragsburg, in Schloß Tirol. Dort saß ich ganz allein und blickte wie früher nieder auf den kleinen Fleck des Friedhofes. Dann reiste ich still wieder ab, wie ich gekommen. In mir war es ruhig. Mein Geist war gefaßt. Ich hatte das Gleichgewicht meiner Seele wiedergesunden. Nur mein Herz, mein Herz war tot. * Sind wir nicht seltsam, wir Menschen alle, daß toiti meinen, wir könnten nie gesunden, tu eit n uns ein Leid traf — und nach ein paar Jahren sind wir gesund? Die Jahre gingen und gingen, und mir, der ich übrig geblieben war von uns beiden, ward die Pflicht, zu leben und tätig zu sein, die Pflicht des Tages. „ Es schien, als sollten die Bande, die ernst geknüpft, allmählich gelöst werden. Marias Mutter war gestorben. Nicht am Kummer allein, wie die Menschen meinten, die da behaupteten, sie habe sich vom Verlust der Tochter nicht erholen können, nein, sie starb nach einer Operation in der Klinik. Und der Geheimrat folgte ihr bald darauf. „ < . ~ , Wir hatten uns wenig gesehen. Jedes Jahr nur trafen wir uns. Zweimal war ich mit ihnen in Meran znjammeu. Aber dann kam der Urlaub zu verschiedener Zeit. Er ging in die Berge und, nachdem seine Frau gestorben, mehr noch denn früher. Da hat der alte Steiger sich übernommen. Bei einer Erpedition am Montblanc mutzte er wegen Schneesturmes dreimal auf den Gletschern biwakieren. Davon hat er sich nie wieder recht erholt. Er ging langsam dahin. Er löschte aus. Eine Krankheit wußte der Arzt Mir nicht anzugeben. — 358 Ich war in feinen letzten Tagen um ihn. Meine Pflicht als Sohn, der ich blieb wie vorerst, habe ich erfüllt. Es war ein Trost für ihn, der nun allein stand, mir am Ende die Hand zu drücken. Dann kehrte ich heim, ernst, nachdenklich. Es ivar, als sollte alles weggelöscht werden aus t)€n Tagen meines Glückes. Ta fand ich einmal, als ich altes Zivil verkaufen wollte Und die Taschen nachsah, daß nichts stecken bliebe, einen nicht geöffneten Brief. Ich sah ihn erstaunt an. Jahrelang hatte er dort geruht. Es war die Antwort des Hotels in Pernese, als ich damals auf Marias Wunsch angefragt hatte, ob unsere Bank noch stände. Ich riß sie auf und! las die Worte, eine Auskunft, als hätte ich ein Zimmer bestellt. Jawohl, die Bank stand noch, und sie hofften, wir wür- deil bald eintreffen, und fragten an, ihrer Verfügungen halber, um welche Zeit etwa und wie viel Räume sie zurück- halten sollten. Mit einem Lächeln tat ich den Brief fort. Er rührte mich nicht mehr nach diesen langen Jahren! Und da war es mir, als ich mit dem Brief in der Tasche allein einen Ritt machte, als läge mein und Marias Glück so Weit in nebelhoher Ferne, so weit etwa wie meine Jugend. Ich hatte diese Frau geliebt, wie ein Mann sein Weib nur lieben kann. Ich hatte alles mit ihr geteilt. Ich hatte ihren bitteren Tod erlebt. Es schien, als sollte ich den Verstand verlieren. Ich hatte nicht essen und denken können, als wäre es mir versagt, weiter zu leben. Und die Fahre waren gekommen, und hatten an der Erinnerung gezehrt und gefressen, das Bild der Toten ge- ucodelt und geändert, und heute dachte ich au das alles wie an einen fernen Traum. Was ist Menschenwerk und Menschenherz? Eine Liebe über das Grab hinaus, leine Liebe aus ewig? — Nach wenigen armseligen Jahren ist sie verblaßt wie ein Stoff, der jahraus, jahrein in der Sonne liegt, von dessen leuchtender Pracht und Schönheit man in seinem stumpfen Gran nichts mehr ahnt. . War es mein Herz, das einst so wandelbar gewesen in jungen Jahren, das den Eindruck nicht wahren konnte? Mir ward das Ereignis klar wie ein gräßliches Rätsel, und den ganzen Tag ging mir der Gedanke int Kopfe herum: War ich untreu, daß ich so schnell vergaß? Aber bann saß ich abends am Schreibtisch nnb nahm noch einmal Briefe vor von Maria, und wie ich diese Zeilen las, trat mir ihr Bild wieder vor Augen. Ich sah das Datum an. Sieben Jahre. Wird man anders in dieser Zeit? Häuten wir uns denn wie Amphibien? Ich dachte so ruhig zurück. Dankbar wohl, aber doch fast, als ginge das mich nichts mehr an. Es war unabänderlich, ich hatte mich längst in den Gang meines Lebens gefügt. Was lag noch vor mir? Meine Schläfen waren ergraut, auch auf dem Scheitet begann es, weiß zu werden. All der Drang und Jugendmut hatte sich gekühlt. Lächelnd sah ich in der jungen Generation das wieder aufblühen, ivas ich einst gewesen war. Längst hatte ich ein Regiment. Meine lieben jungen Kerls im Elsaß traf ich hier und da wieder, einen hatte ich bei mir selbst, sonst sah ich nichts mehr davon. Auch diese Zeit der Genesung lag abgeschlossen hinter mir. Ich hatte hier und da einen dienstlichen Aerger, und mein altes Temperament, das sofort beim Abschicdnehuten gewesen, zuckte wohl in mir auf, und ich sagte: Beim nächsten Mal gehe ich. — Aber ivas dann? Tas Nichts schaute mir entgegen. Bon Marias Seite, wie ich erzählt, ivar alles dahin. Ich selbst stand allein. Was mit mir einst in jungen Leutnautsjahreir getobt, getanzt, geritten und geliebt hatte, war nun still/verändert, ruhig, ganz still zum Teil geworden, denn Dutzende weilten nicht mehr unter uns. Ich nahm einmal die Rangliste vor aus meinem ersten Leutnantsjahr und las die Namen. Mein Gott, was war aus ihnen allen geworden! Der über die Höhe, jener tot, der verunglückt, der sozial herabgekommen. Ta ward mir sehr ernst zu Sinn, und wie ich am Spiegel vorüberging, sah ich mich noch einmal an. Wirklich — beinahe weih; Furchen um die Augen und in den Wangen. Ich wurde alt. Aber da kam der Dienst und frische Tätigkeit, und die Stimmung ging wieder vorüber. Und wieder eines Abends, als ich still in meinem Zimmer saß — der Kommandeur konnte nicht mehr so mit feinen Leutnants verkehren tote der Major — da bedrückten mich abermals die Gedanken an die Vergangenheit, an das Sterben der Freunde, an die Zukunft, an mein Alleinsein. Ja, ich fühlte mich allein, sehr allein. Ich blätterte in dem dicken Buche der Erinnerung, und da tauchte eine Gestalt vor mir auf. Ein Mädchen, nicht schön, tticht einmal hübsch. Blond, schlank, mit stillen blauen Augen. Ich dachte an sie zurück, die meine ersten Jugendsah're begleitet, die ich einmal geglaubt hatte, mir zu gewinnen, die mir wieder entwichen, war unter den Händen, ich begriff selbst nicht toie! Ich dachte daran, wie wir uns Fahre ent= fernt, und wie sie nach Jahren, immer nach Fahren wieder ausgetaucht und in meinen Gesichtskreis gekom- men war. Mir stand vor Augen, wie lieb Maria sie gehabt hatte. Ich sah dies zarte, bescheidene Wesen in dem schwarzen Kleide, wie sie, da alles zu Ende gegangen, ztt mir sprach: „Heimgegangen". Ihre Hand wollte ich fassen. Sie wäre mir ein Trost gewesen in der Einsamkeit. Wo weilte sie? Wie kam es, daß ich jahrelang nichts von ihr gehört? Sie war mir aus den Augen, aus dem Gesichtskreis entschwunden. Und nun in der Stille meines Zimmers stand sie wieder vor mir wie einst in guten Tagen, und ich hörte ihre Stimme, die so anders klang als die Marias, und doch ebettso weich, weiblich, zart war und lieb. Ich hörte sie zu mir sprechen damals in der jungen Leutnantszeit, als mein Herz so stürmisch schlug. Sah sie vor mir, als ich ihr gebeichtet hatte, daß ich jene gefunden, die mein Leben teilen sollte. Und eine große Sehnsucht überkam mich in meiner Einsamkeit nach diesem lieben^ einfachen Geschöpf. Es war mir, als wäre nichts übrig, nur sie. Der einzige Rest meiner Vergangenheit, ein Vermächtnis meiner Maria. Ich träumte davon, wir säßen hier zusammen und sprächen von einst. Sie, der einzige Mensch, zu dem die Brücke ging in das Land der Jugend. Ich überlegte. Konnte ich ihr schreiben? Aber wohin? Wie war es möglich, sich mit ihr zu treffen? Ich fand, daß nur der Zufall es geben konnte. Ich wollte bei Bekannten anfragen, die sie vielleicht auch kannten: Habens Sie nichts von Fräulein von Leristow gehört? Ich begriff nicht, daß ich die Jahre nicht an sie gedacht hatte. Ich verstand nicht, daß ich ihr nicht begegnet war. Einmal mußte man sich doch treffen. Und doch, wie? Sie kam nicht in die Garnison, und wenn sie vielleicht in Berlin geweilt hatte, mochte ich wohl nicht dort gewesen feilt. Zufall — Zufall alles im Leben! Immer mehr stieg in mir die Sehnsucht sie ztt sehen. Was wollte ich von ihr? Reden von früher, ach, nur sie Wiedersehen. Wie sah sie wohl aus? Sie war älter, als ich. War sie auch grau geworden? Plötzlich kam mir ein Gedanke: Lebte sie noch? Aber ich hätte ihren Tod erfahren. Nein. Wenn ich von der Lebenden nichts hörte, wer sollte wissen, daß ich sie gekannt hatte? Und ein anderer Gedanke schlich sich in meine Seele: Vielleicht hatte sie einen Mann gefunden. Hätte sie es mir nicht angezeigt? Vielleicht nicht. Gerade nicht. Und! doch?..... Immer, wenn ich in dieser Zeit allein in meinem Zimmer saß, krampfte sich an meine einsame Seele leise der Gedanke an — Herzeloide. — —— (Fortsetzung folgt.) Ludwig II. Zn feinem 25. Todestage, 13. Juni 1911. Von Dr. Karl H n u ck (München). Es war am Abend eines trüben, naßkalten 'Junitages, als in den Fluten des Starnberger Sees bei München ein Leben endete, das längst in einer Traumwelt untergegaugen war. Das Geheimnis, das sich sagenhaft um die letzten Sinndeil Ludwigs II. spann und „ewig" über der düster» Tragödie 'zu liegen schien, ist längst entischleiert — man weiß heute, daß er sich nicht wie zum- Schlafe in die Tiefe des heimischen Bergfees uiedergleiten ließ, sondern daß ein Herzschlag dem durch den vorausgegangenest Kampfe mit seinem Arzte, aufs höchste erregte» Maime ein plötzliches Ende bereitete. Noch immer aber ist König Ludwig II. von Bayern weit mehr ein König der Legende .als der Geschichte; 359 W Wenig sind die geheimen Triebfedern seines Wollens und Handelns der Welt bekannt, als daß sich Mehr als in großen Um- rissen das Bild des genialen Wittelsbachers zeichnen ließe. Tas Verhängnis Ludwigs II. wurzelte in dem frühen Tode seines Vaters, des Königs Maximilian II. Bisher in strenger, fast zu strenger Abhängigkeit gehalten, denk gebieterischen Willen des Vaters unterworfen, sah er sich als 18 jähriger Jüngling, Unfertig und zur Uebernahme der schweren Pflichten, die ihn erwarteten, völlig unvorbereitet, in einer Zeit wildgährender! Kämpfe auf den Thron berufen. Wohl trat er die Regierung mit den besten Vorsätzen an; er gelobte, daß seines geliebten Bayern- volles Wohlfahrt und Deutschlands Größe die Zielpunkte seines Strebens seien, aber er empfand deutlich und klar, daß ihm die erforderlichen Fähigleiten fehlten, um' die schwierigen Aufgaben zu lösen, die über Nacht an ihn herangetreten waren. Wie er sich nach feinen eigenen Worten „genierte" mit gelehrten Männern zu reden, um die Lücken seiner Bildung nicht zu entblößen, f» erkannte er auch mit klarem Blick die Nachteile, die in dem jähen .Uebergang von der Unfreiheit, in der er bisher gehalten war, zu der Machtfülle eines regierenden Herrn lagen, „Kurze Zeit vor meiner Thronbesteigung," äußerte er gelegentlich zu Hans von Bülow, „bin ich noch um' 10 Uhr zu Bett geschickt worben, Und dann kam meiste Mutter, um zu sehen, ob ich gut zugedeckt war. Bald darauf war ich König. Ao etwas überwindet sich so schwer." Hohe geistige Interessen, das seit.Jahrhunderten überlieferte 'und treu gewahrte Erbe des wittelsbachischen Hauses, besaß König Ludwig in hervorragendem Maße, wenn sich diese Interessen auch fast ausschließlich auf Theater, Musik und Baukunst beschränkten. Aber in der Welt des Scheins versanken ihm die Dinge der Wirklichkeit. So mußte ihm die Politik mit ihren auf das Reale itub Erreichbare gerichteten Bestrebungen, und ihren hierin wurzelnden Bedingungen stets fremd bleiben.. Er verlor das Äugend maß für Mögliches und Unmögliches auch auf diesem Gebiete,, und ins Grenzenlose verflieg sich der Traum seiner königlichen; Machtfülle. Unbeschränkt und ungehindert sollte sein Wort und sein Wille gebieten, und so konnte die Entwickelung der Dinge, wie sie die deutschen Einheitsbestrebungen nach sich zogen, seinen Ideen und seinem idealen Gedankenfluge nicht entsprechen. Ohne das Bild des Königs zu trüben, darf es heute ausgesprochen werden, daß er nicht nur int Sintern dem neuen Reiche ablehnend gegenüberstand; gleich nach dem Kriege bemerkte er zu einem Lehrer der Münchener Universität, daß es nur seinem Wunsche entspräche, wenn alle Welt erfahren würde, wie unzufrieden er mit seinen Ministern sei, daß sie ihn zur Annahme der Verträge von Versailles veranlaßt hatten. Ehrlich aber und seinem gegebenen Worte getreu, hat König Ludwig diese Verträge alle Tage seines Lebens gehalten, wie er sich auch dInte Zaudern bei der Kriegserklärung int Jahre 1870 aus den Boden des Bündnisses gestellt hatte, das int Jahre 1867 zwischen dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, dem Fürsten Hohenlohe, und dem Kanzler des Norddeutschen Bundes, Bismarck, abgeschlossen worden war und das bei eineur^ feindlichen Angriffe ein gemeinsames Vorgehen der süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bunde bestimmte. Dem Geiste einer neuen Zeit hatte Hohenlohe Rechnung getragen, als er dieses Schutz- und Trutzbündnis mit Preußen abschloß und kürz darauf, wenn auch unter den schwierigsten Kämpfen, vor allem in der Reichsratskammer, den Anschluß Bayerns an den norddeutschen Zollverein vollzog. Niemals hatte das Vertrauen, welches der König dem Fürsten entgegenbrachte, gewankt, Unbekümmert um die Angriffe, die gegen den liberalen Minister geschleudert wurden, hatte er ihm stets feine Gunst ungeschwächt bewahrt, und als er int März 1870 das wiederholt eingereichte Entlafsuitgsgesuch Hohenlohes widerstrebend genehmigte, da geschah es nur, weil Hohenlohe; sich selbst davon überzeugt hatte, daß ein weiteres Verbleiben im Amte die Interessen Bayerns geschädigt haben würde. Ob auch der liberale Minister gefallen war: König Ludwig bewahrte sich die Freiheit des Denkens und Entscheidens, und niemals traten seine wahren Gesinnungen so plastisch hervor, wie in den Zeiten des vatikanischen Konzils und des beginnenden Altkatholizismus, als er über einen Mann wie Döllinger seine schützende Hand hielt, und jede Beeinflussung zu seinen Ungunsten unwillig und entschieden zurückwies. Seit dem' Rücktritt Hohenlohes und dem Tage von Versailles verlor sich das ohnehin geringe Interesse Ludwigs II. an politischen Dingen immer mehr; er empfand zu sehr den Verzicht! auf zahlreiche überkommene Rechte, den das neuerstandene Reich von ihm forderte, und es mochte ihm nicht leicht falle», sich einem Kaiser aus dem Hause der Hohenzollern zu beugen, nachdem das Haus Wittelsbach dem alten Reiche drei Kaiser gegeben hatte Und noch in den Tagen des Dreißigjährigen Krieges sein großer Ahnherr, Kurfürst Maximilian I., nach.der Krone der- Habsburger gegriffen hatte. , , Er zog sich in die großartige Einsamkeit der Alpennatur zurück. Seit er feiner Hauptstadt entfremdet- wär, weil sie auf seine hochfliegenden Pläne und Entwürfe zur Erbauung eines Festspielhauses jenseits der Isar nicht entging, und Richard Wagner zum Verlassen Münchens veranlaßt hatte, mied er seine Residenz; die Beziehungen zu dem Künstler erkalteten nicht, aber in München wurde der König ein Fremder, der sich dort nur so lange anf- hielt, Ivie es ihm die Bestimmungen der Verfassung vorschrieben. Einsam mochte der König inmitten feiner Berge feilt; aber er fühlte sich glücklicher als in dem Treiben der Menschen: „Sie scheinen zu glauben", schrieb er damals an eine Dame, „ich wäre überhaupt unglücklich; dem ist nicht so, int Großen und Ganzen bin ich froh und zufrieden, nämlich auf dem Lande, im herrlichen Gebirge: elend und betrübt, oft im höchsten Grade melancholisch bin ich einzig.und allein in der unseligen Stadt! Ich kämt nicht leben in dem Hanch der Grüfte; mein Atem ist die Freiheit! Wie die Alpenrose bleicht und verkümmert in der Sumpfluft, so ist für mich kein Leben als int Licht der Sonne,: in dem Balsamstrom der Lüste! Lange hier (in München) zu fein,^toäre mein Tod." In den geliebten Bergen verbrachte der König fürderhin seine Tage, in ihnen entstanden seine Schlösser, wie sie ihm der Geist vor die Seele stellte, vor allem Linderhof und auf dem Gipfel des Berges, Hvheitschwaugau gegenüber, das unvergleichlich schöne Neuschwanstein: Wie int Traum ich ihn trug Wie mein Wille ihn wies, Stark und schön Steht er zur Schau Hehrer herrlicher Bau. . . , In Neuschwanstein begann die Tragödie, hier ereilte ihn die Proklamation der Regentschaft, und von hier aus führte ihn der königliche Wage» am Gestade des Starnberger Sees entlang nach Schloß Berg, wo wenige Tage später seine Leiche ausgebährt wurde. Vor feinen Augen versank die.Welt mit ihrem Niedrigen und Unrechten, Und doch störten ihm qnälende Gedanken seine einsame Ruhe. „Daß ich oft von einem wahren Fieber des Zornes und des Hasses erfaßt und befallen werde, mich voll des Ingrimms abwende von der heillosen Aüßemvelt, die mir so wenig bietet, ist begreiflich. Vielleicht mache ich einst meinen Frieden mit der Erdenwelt, wenn alle Ideale, bereit heiliges! Feuer ich sorgsam nähre, zerstört sein werden. Doch wünschen Sie das nicht! — Ein ewiges Rätsel bleiben will ich mir und andern." Lauernde Augen, die sonder Schonung fein eigenstes Leben in die Oeffentlichkeit zerrten, verfolgten ihn auch in seine stillen Berge. Wohl flammte er anfänglich in wildem Zorn empor, menit er sich und sein Innenleben vor aller Blicken ausgebreiteh sah, dann aber berührte es ihn nicht mehr. Er hatte sich mit sich und so mancher, von der Welt nicht verstandenen Eigenart seines Wesens und seiner Natur abgefunden, er hatte, um an ein Dichterwort anzuknüpfen, aufgehört, sich vor sich selbst zu entschuldigen. Nichts sollte mehr, zu ihm bringen, immer mehr verschloß er sich vor den Menschen, bie Nacht machte er zum Tage, während er das Licht des Tages mied. Niemaub kam Mehr zu ihm, aber der Wahnsinn fanb den Weg in bie einsamen Königsgemächer. Sein Gefühlsleben verzerrte sich allmählich ins Maßlose, Liebe und Haß wechselten nach Laune unb Stimmung, unb bie bringende Finanznot, bie ihn verhinderte, feine ins Phantastische schweifenden Baupläne zur Ausführung zu bringen, peitschte mit immer neuen Sorgen unb mit immer neuen Plänen und Gedanken das rastlos hastenbe Gehirn. Dunkle Gestalten beäugten sich in seine Nähe, nicht zum wenigsten durch ein ständiges Gelbbedürfnis herbeigeführt — und er, der ein Herr fein wollte über alle, wurde der Spieb- ball niedrig geborener und niedrig bcnicnber Personen. Der Staat, dem der Jugendliche einst seine Kräfte zu weihen versprochen hatte, forderte seine Rechte, die Abneigung gegen jede ernste Tätigkeit int öffentlichen Interesse rief Stockungen und Schädigungen hervor, bereit Verantwortung bie Ratgeber des Königs nicht mehr übernehmen zu können erklärten. So kam der iO. Juni 1886, an dem Prinz Luitpold von Bayern, des Hauses ältester Agnat, schweren Herzens und mit zitternden Zügen seine Unterschrift unter das Dokument setzte, wodurch bie Regierung König Ludwigs II. von Bayern gewaltsam beendet wurde. Tas Weitere ist bekannt. Mait mag den König'zu ergründen streben, aber ein eigentliches Charakterbild mit allen Feinheiten seines Denkens und Fühlens wird einer kommenden Generation Vorbehalten bleiben. Wenn erst die Siegel gebrochen sind, bie heute noch auf feiner! Hinterlassenschaft ruhen, wenn vielleicht auch bie Archive Wahn- sriebs reden, dann erst wirb bas Bild bes Königs aufs Neu« erstehen, aber nicht mehr legendarisch und sagenhaft umwoben, sondern historisch unb echt. In der Grabkapelle der Mtchacls- hofkirche in München steht auf erhöhtem Postament der mächtige Sarg, der die Gebeine des toten Königs umschließt, ihm zur Seite wartet bereits der steinerne Unterbau auf den Sarg seines Bruders, des Königs Otto, für den der jetzt 90jährige Prinzregent Luitpold die Regentschaft führt. „Tie Kinder sind unsere ganze Freude", schrieb int Jahre 1853 bie Königin Marie von Bayern an eine vertraute Freundin des bayerischen Hofes, ohne bas furchtbare Schicksal zu ahnen, welches über beiden schwebte unb den ältesten der Brüder einem jähen unb tragischen Tode eilt» gegenführte, . ! , _ . Wer in bie Gruft bet bayrischen Herrscher hiiiabstetgt, habet über bem schweren Eingangsportale bie schönen Worte Quod 360 iprincipes Ucümriae tnortale haben!, hie deponnnt — lvn§ an den bayrischen Fürsten sterblich ist, liegt hier zur Ruhe gebettet. Das Unsterbliche aber umschließen die düsteren Wände nicht, und unsterblich wird der Name Ludwigs II. in der Geschichte fortleben. Sollet? unsere Mnder Taschengeld crhalten?^ Soll daZ Kind überhaupt sparen? Ist nicht die Sorge um! den kommenden Tag .unkindlich? Muß das Kind nicht beizeiten den Wert des Geldes kennen lernen? Soll es nicht zum vernünftige» Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben angchalten werden? Kann ein Kind, dem jeder Groschen mit vorgeschriebener Reiseroute und Bestimmungsziveck eingehändigt wird, jemals zu. Selbständigkeit und wirtschaftlicher Disposition über seine Mittel gelangen? Ist nicht dies Betteln um die Pfennige für kleine Bedürfnisse erniedrigend für das Kind, ermüdend und lästig für die Eltern? Andererseits —■ welcher Mutter sind die Gefahren des Taschengeldes unbekannt geblieben, das nun einmal unrettbar dem Verhängnis der Zeitwörter mit „Her»" verfallen zu sein scheint: verlieren und vernaschen, verschwenden und verborgen, verschenken und verposainentieren, von verrauchen, vertrinken, verspielen ganz ä» schweigen! Und kontrolliert man wieder —■ welche Fülle von Unannehmlichkeiten,^Träneir, Aerger für Kind und Eltern! Lauert nicht hart neben dem Ausgabc- büchlein die Ungenauigkeit, ja die Unwahrheit und Lüge? Und doch, wir dürfen unsere Kinder nicht aufwachsen lassen als Burger einer Welt, in der „Geld keine Rolle spielt", sondern es ist höchste Elternpflicht, bem Kinde in dem Umgang mit dem gefährlichsten Feinde und Freunde des Kulturmenschen beizu- stehen und timt zum richtigen Verhältnis zu Gott Mammon zn helfen. Betin Spiel — einem rechten Kind ist nichts so ernst wie sein Spiel — soll die Erziehung anfangen. Peinlichste Ehrlichkeit sei dabei Grundbedingung. Das Kind ist ein Fanatiker der Gerechtigkeit; es verzeiht Lieblosigkeit eher als Ungerechtigkeit. >,Nein, daS gilt nicht! Mit dir ist kein Spiel!" schallt es dem Unüberlegten Spaßmacher entgegen, der durch augenfälliges „Mogeln" den Reiz des Gesellschaftsspiels erhöhen zu können wähnt. „Zeige mir, iuie du mit deinen Spielmarken umgehst — und ich will dir sagen, ob sch dich später zum Bankier haben möchte." Eine sorgsame Mutter erkennt an der Art, toie Gewinit und Verlust verschieden von den einzelnen Kindern getragen werden, die Gefahren und Klippen, die es zu umsteuern gelten tvird, weint es sich einmal nicht nur um Blech- oder Pappstückchen handeln wird. Wirkliches Geld gehört nie ins Spiel. Weder als Tausch- initrel, noch gar — als Einsatz!. Mit dein Satz: „Geld ist geronnene Arbeit!" muß man die Ehrfurcht vor dem Geld bei denk Kinde begründen. „Die Hand davon! Es klebt Schweiß daran!" mag als ethisch-äMetische Mahnung dienen. Nicht die Genüsse, die damit zu Saufen sind, sondern die Mühen und Eut- behrungen, die mit seinem Erwerb verbunden toareu, sollten zuerst in den kindlichen Gesichtskreis treten. Davon, >vie zuerst das Kind das Geld sah, hängt mehr ab, als man glaubt. Hier liegt eilte der Ursachen, warum der Sprößling armer Eltern in der Regel besser mit Geld wirtschaften lernt, als der im Ueberfluß Ausgewachsene. Das Mädchen das zuerst fragt: Was kann ich mir damit kaufen? wird schwerlich eine gute Hauswirtin, wohl über, wer sich erkundigt: Ist das viel? Muß man dazu langg (arbeiten? Den konventionellen Münzwert, die Kaufkraft des Geldes, wird das Kind zumeist schon vor dem schulpflichtigen Alter an der Hand der Mutter bei ihren Einkäufen lernen. Es lernt aber noch mehr dabei, nämlich das Wie des Geldausgebens. Die ängst- liche Art, die um jeden Pfennig feilscht, ebenso wie das bequeme Aus-dem-Vollen-Wirtschaften, das Sich-schwer-Treunen wie die lustige Unbekümmertheit. Dergleicknm färbt ab. Wenn nun. das Kind praktische Geldwirtschaft erlernen soll, so muß der Lehrer und selbst Vater und Mutter ausgeschlossen werden. Was kamt das Kind dabei lernen, wenn es seine Groschen seinem Bankier abliefert? Ueberwachung und Kontrolle sollen ausgeschlossen sein, und doch soll die Selbstverwaltung des Kindes von den Erziehern im Auge behalten werden — daß der Geleitete nicht die geheimen Fäden spürt, die ihn lenken, scheinbar nichts — und doch alles sehen. „Ja, das sind wunderschöne Theorien," meint da vielleicht imamche (Mutter, „aber wie fängt man das praktisch am?" Ein jedes Kind, das regelmäßig wiederkehrende kleine Ausgaben hat, sei es nun der Groschen für die elektrische Bahn, für Hefte nsw., ist reif für ein Taschengeld. Und sollten solche Ausgaben — wie z. B. auf den: Lande — sich nicht ohne weiteres bieten, bann tut mau wohl, sie zu schaffen, indem man dem Kinde ein eigenes Ressort überträgt, etwa für Mädchen die Beschaffung und Erneuerung der ewig verloren gegangenen Zopf- . minder oder Handschuhe, für Knaben die der Hosenträger oder Schuhsenkel, der Murmeln oder Bälle und dergleichen. Als Termin *) Aus: „Ernste Antworten auf Kinderfragen" von Rudolph Penztg. Verlag: F. Dümmler-Berlin. empfiehlt sich der Monat; die Woche ist zu kurz. Das Fixum! sei nach der Erfahrung genügend bemessen, Nachtragsforderungen! werden mit eiserner Festigkeit abgelehnt. Extraeinnahmen, sowie Ersparnisse bleiben zu freier Verfügung. Tas Einnahme- und Ausgabeheft werbe wie das Portemonnaie einfach ebenso selbstverständlich als notwendig hingestellt, und man erbiete sich zu freundlicher Hilfe, niemsals als Revisor und Kontrolleur. Das Kind wird gern, schon um der Neuheit des Gegenstandes und der Nachahmung der Erwachsenen willen, die Einrichtung eines Kassabuches begrüßen und — nach wenigen Wochen oder Monaten vernachlässigen, es müßte denn ein geborener künftiger Rechniingsrat fein. Die Mutter sieht alles und sieht doch nichts bis zum nächsten Ersten. Da heißt es: „O weh! deine Kasse hat ja ein Loch — viele Löcher! Kornist rasch, wir wollen versuchen, aus dem' Gedächtnis zu flicken." Das wird sich ohne Zweifel noch manchmal wiederholen — aber wenn die Mutter daran festhält, Helferin, nicht Richterin zu sein, dann müßte es doch wunderbar zugehen, sollte nicht endlich liebevolle Geduld über Leichtsinn und Zerfahrenheit den Sieg davvntvagen. Endlich klappt der Mechanismus; die genaue Buchführung ist liebe Gewohnheit geworden; man schreibt an, wie man sich des Abeitds die Zähne.putzt; ein ganz gelegentlicher Seitenblick der Eltern genügt. Regieren aber heißt vorhersehen. Es kann eine Zeit kommen, wo das Kassabuch nicht mehr sorglos umherliegt, sondern eittgeschlossen wird, wo bedenkliche Verlegenheitsposten! auftauchen könnten. Schon früher war es nicht immer ganz leickst, diesen oder jenen Ausgabeposten so nackt Iinzuschreiben: „für Bonbons, für Karussellfahren, einmal Kuchen mit Schlagsahne" undsoweiter. Kluge Eltern bauen also vor. Möglichst früh schon wirft die Mutter einmal hin: „Weißt du, solche Posten sehen eigentlich nicht.hübsch aus. Wir wollen dafür ein für allemal einen Sammelnamen schaffen; sagen wir „für Unnüjjes" oder: „verpulvert", „verquackelt" usw. Ich weiß ja, daß ment liebes Kind ihn nicht allzuoft brauchen wird". Damit ist ein Ventil geöffnet. Vor allein wird die Versuchung zu kleinlicher Lüge oder Unwahrheit gemindert. Der immerhin etwas! anstößige Titel wird ein normal empfindendes Kind vor der eigenen Beschämung bewahren, größere Ziffern hinter das ominöse Wort schreiben zu müssen. Ein Anschwellen dieses Postens aber würde auch den Eltern ein Warnungssignal fein, .unmerklich die Ver-e gnügungen der jungen Herrschaften etwas zu beobachten. — Nur verlange man nicht das Unmögliche von einem simplen Kässabüch- lein, etwa daß feine Existenz allein ein vergnügungs- oder putz- süchtiges Mädchen, einen Knaben mit verfrühten Studentengewohnheiten von Ausschreitungen zurückhalte! Wer duldet, daß sich seine Kinder an die verschiedensten Nerveurcizungen, nicht nur Tabak und Alkohol, sondern auch „Kiuderbülle", Theater- und Konzcrt- besuche, Toilettenluxus usw., gewöhnen, für den ist diese Hausmittelpädagogik ungeschrieben. humoristisches. * B er schn ap Pt. Sie (bei Antritt einer Besuchs reise)t „Lieber Adular, du wirst doch hoffentlich keinen Augenblick vergessen, daß du verheiratet bist?" — Er: „Aber Agathe, ich denke ja immer mit Schrecken daran!" * Boshaft. „Wie sind Sie beim eigentlich zu Ihrer Frau gekommen, Herr Lämmchen?" — „Sie fiel als Mädchen in dis Elbe; ich zog sie heraus und trug sie ans Ufer." — „Da waren! Sie sich jedenfalls der Tragweite Ihrer Handlung nicht bewußt!" * Ein Gemütsmensch. Fräulein: „Würden Sie je be$ Geldes wegen heiraten?" — Herr: „Wieviel haben Sie beim?" * Schmeichelhaft.. Herr: ,.Gnädigste haben sich großartige konserviert, Sie sehen beinahe so jung aus wie Ihre Tochter!" — Dame: „Ich bin ja die Tochter!" BUderratse!. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Tauschrctisels in voriger Nummert .lkagd — Ajdje - Nüchel — Eier — Segen - Webet — Ast — Teilet — Topi; James Watt. Redaktion : I. B.: E. Heß. — Rotationsdruck und Vertag bet B t ii hl'scheu Universitäts-Buch- und Steindrucketei, R. Lange, Gießen.