Ml - Nr. \Tl Samstag den ll- November ) Z WW ‘ L '■" MÄ KiW im W/A W. Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Meine gnädige Frau fand sich ruhiger in diese schlimme Nachricht als der Herr. Er war ein dicker, großer, sonderbarer ältlicher Mann, der sich Vögel und weiße Mäuse hielt und mit ihnen schwatzte, als ob es Kinder wären. Er schien furchtbar ergriffen. Ach! die arme Lady Glyde! Die arme, liebe Lady Glyde! schrie er immer los, indem pr in der Stube umhermarschierte und seine fetten Hände rang und sich mehr wie ein Komödiant als wie ein Gentleman gebärdete. Gegen Nachtzeit erholte sich die Dame ein wenig. Ich ging bloß einmal hinein, ehe ich zu Bette ging, um zu fragen, ob ich noch etwas tun könne, und hörte, daß sie auf unruhige, verwirrte Weise mit sich selber sprach. Sie schien so gern mit jemand sprechen zu wollen, der irgendwo fern von ihr war. Das erste Mal konnte ich den Namen nicht verstehen, und als sie ihn zum zweiten Mal aussprach, rief gerade die gnädige Frau nach mir. Als ich am folgenden Morgen hineinging, war die Dame abermals völlig erschöpft und lag in einer Art matten Schlafes da. Als der Arzt dagewesen, erholte sie sich plötzlich und war dem Anscheine nach viel wohler. Ich wurde nicht wieder zu ihr hineingelassen — noch das Stubenmädchen —, damit sie nicht, wie sie sagten, durch fremde Gesichter beunruhigt würde. Der Doktor kam nachmittags wieder und sah selbst, daß die Dame Wohler aufgewacht war. Er verbot uns mit ihr zu sprechen, oder sie mit uns sprechen zu lassen, falls sie sich dazu aufgelegt zeigen sollte, weil sie möglichst ruhig bleiben und möglichst viel schlafen müsse. Sie schien übrigens nie besonders zum Sprechen geneigt, wenn ich sie sah, ausgenommen in der Nacht, wo ich aber nicht verstehen konnte, was sie sagte, — sie schien zu sehr erschöpft, um ^deutlich zu sprechen/ Mr. Goodricke war lange nicht so beruhigt ihretwegen, als mein Herr. Er sagte nichts, als er herunterkam, außer daß er gegen fünf Uhr wieder vorsprechen werde. Ungefähr um die Zeit (ehe noch mein Herr wieder nach Hause gekommen war), wurde heftig in der Schlafstube geklingelt; meine gnädige Frau kam auf den Borsaäl herausgelaufen und rief mir zu, schnell zu Mr. Goodricke zu laufen und ihm zu sagen, daß die Dame ohnmächtig geworden sei. Ich hatte kaum meinen Hut aufgesetzt und mein Tuch umgebunden, als der Doktor glücklicherweise schon, wie er versprochen hatte, selbst ankam. Ich öffnete ihm die Haustür und begleitete ihn die Treppe hinauf. Lady Glyde schien sich ganz wie gewöhnlich zu befinden, sagte die gnädige Frau zu ihm an der Tür; sie wachte und blickte auf eine sonderbare verwirrte Weise um sich, als ich sie plötzlich etwas wie eine Art kleinen Schrei ausstoßen hörte, worauf sie augenblicklich ohnmächtig wurde. Der Doktor trat ans Bett und beugte sich zu der kranken Dame herab. Er wurde plötzlich sehr ernst, als er sie anblickte, uno legte seine Hand auf ihr Herz. Die gnädige Frau sah ihm gespannt ins Gesicht. Doch nicht tot? ! sagte sie flüsternd, und indem sie vom Kopf bis zu Füßen zu zittern anfing. Doch, sagte der Doktor sehr ernst und ruhig. Tot. Ich fürchtete schon gestern, als ich ihr Herz untersuchte, daß es sehr plötzlich kommen würde. — Die gnädige Frau trat, während er sprach, vom Bette zurück und zitterte immer mehr. Töt! flüsterte fie vor sich hin, tot! so plötzlich! so bald schon tot! Was wird der Graf sagen! Ich muß hinaus, um ihn vorzubereiten! — Wie mein Herr die Nachricht ertrug, als er zuerst von dem Tode der Dame hörte, ist mehr, als ich sagen kann, denn ich war nicht anwesend. Als ich ihn aber wiedersah, hatte er wirklich eilt furchtbar ergriffenes Aussehen. Er saß ruhig in einem Winkel, seine fetten Hände hingen auf seine dicken Knie herab, sein Kopf tief auf der Brust, und seine Augen stierten ins Leere. Er schien nicht so sehr betrübt über das, was sich zugetragen, als erschrocken und verblüfft. Meine gnädige Frau besorgte alles, was zur Beerdigung notwendig war. Es muß eine Masse Geld gekostet haben, so schön ist das Begräbnis gewesen! Zum Schluffe muß ich als Antwort auf mir vorgelegte Fragen hinzufügen: 1. Daß weder ich noch das Stubenmädchen je gesehen haben, daß mein Herr selbst Lady Glyde Medizin gegeben hätte. 2. Daß er meines Wissens nie allein bei Lady Glyde int Zimmer war. 3. Daß ich nicht imstande bin, zu sagen, was der Dame, wie meine gnädige Frau mir gesagt, bei ihrer Ankunft int Hause den plötzlichen Schrecken verursacht hat. Weder mir noch dem Stubenmädcheit ist die Ursache hiervon je erklärt worden. II. Aussage des Arztes. An den Registrator des engeren Distrikts, in welchem der untengenannte Tod stattfand. Ich bezeuge hiermit, daß ich Lady Glyde, welche att ihrem letzten Geburtstage einundzwanzig Jahre alt wurde, in ihrer Krankheit behandelte, daß ich sie am 25. Juli 1850 zuletzt gesehen, daß sie an selbigem Tage zu Nr. 5 Forest Road, St. Johns Wood starb, und daß die Ursache ihres Todes Aneurisma war. Alfred Goodricke, St. Johns Wood. III. Aussage der Leichenfrau. Ich bin die Leichenfrau, welche von Mr. Goodricke geschickt wurde, um an den irdischen Ueberreften einer Dame, welche in dem Hause, das in der vorstehenden Bescheinigung 70ö namhaft gemacht worden, gestorben, zu tun, was recht i urtb notwendig war. Ich fand die Leiche in der ^bhut der Köchin, -Hefter Pinhorn. Ich blieb bei der Toten und bereitete sie zur gehörigen Zeit für das Grab vor; spater war ich anwesend, als man den Sarg, ehe er fortgefahren wurde, zuschraubte. Nachdem dies geschehen, und kernen Augenblick früher, erhielt ich meine Gebühren und verließ dann das .Haus. IV. Noch eine Aussage. Zur Erinnerung an Laura Lady Glyde, Gemahlin des Sir Percival Glyde, Baronet, zu Mackwater Park, Hampshire, und Töchter des weiland Philipp Fairlie Esqre „zu | Limmeridae, in diesem Kirchspiel. Geboren, den 27. Marz 1829. Vermählt, den 23. Dezember 1849. Gestorben, den 25. Juli 1850. Walter Hartrights Aussage. 2. Teil. Im Frühsommer des Jahres 1850 verließen ich und die noch überlebenden meiner Gefährten die Wüsten und Wälder von Zentralamerika und traten unsere Heimkehr an. An der Küste angelangt, schifften wir uns nach Europa ein. Das Schiff scheiterte im Golf von Mexiko, und ich war einer der wenigen Geretteten. Es war dies me ne brit e Rettung aus Todesgefahr. Tod durch Krankheit, Tod durch die Wilden, Tod durch Ertrinken — allen breien war ich Uah gewesen, und allen dreien entgangen. Die aus dem Schiffbruch Geretteten wurden von einem amerikanischen Schiffe ausgenommen, das nach L verpool bestimmt war. Es erreichte den Hasen am 3 Oktober im Jahre 1850. Wir stiegen spät am Nachmittage ans Land, und ich kam noch selbigen Abends in London an. Laura Fairlie war mein einziger Gedanke, als das Schiff mich davontrug und meine letzten Blicke auf England fielen — und als ich heimkehrte und das Morgenlicht mir die befreundeten Gestade zeigte, war mein einziger Gedanke wiederum Laura Fairlie. Ist es da ein Wunder, wenn ich bedauerte, nichtben Gefahren der Wildnis unterlegen zu fein, als ich bei meiner Rückkehr erfuhr, daß Laura nicht mehr unter den Lebenden weile? An einem stillen .Herbstnachmittag, am_ dritten Tage nach meiner Ankunst in London, stieg ich aus der einsamen Station in Cumberland aus und wanderte allein den wohlbekannten Weg hinab. Der Frieden der einsamen Landschaft erhielt einen traurigen Schatten durch den Einfluß des schwindenden Jahres. Ich erreichte die Heide; ich stand wieder auf dem Gipfel des Hügels; ich schaute hinaus — den Pfad hinab, und da, in der Entfernung standen die bekannten Gartenbäume, der deutliche, gewundene Halbzirkel des Fahrweges, die hohen, weißen Mauern von Limmeridge House. Die Unfälle und Wechsel, die Wanderschaften und Gefahren vieler Monate schwanden plötzlich aus meinem Geiste, als ob sie nie gewesen. Mir war, als ob erst gestern menie Füße über diesen duftigen Heideboden gewandert! Ich wandte mich um und pilgerte dem Friedhöfe zu. Leise trat ich ein. Da endlich stand das Marmorkreuz, hoch und weiß am Hauptende des Grabes ■— des Grabes, das jetzt sowohl Mutter als Tochter bedeckte. Ich stand 'vor dem Postamente stille, aus dem sich das Kreuz erhob. Auf der einen Seite — auf der Seite, die mir ab nächsten — begegnete die neu gravierte Inschrift meinen Micken: die harten, deutlichen, grausamen Buchstaben, welche die Geschichte ihres Lebens und ihres Todes Die Zeit verging, und über sie hin hatten sich Stille dichte Nacht gezogen. Der erste Laut, welcher der himmlischen Ruhe folgte, war ein leichtes Rauschen, wie von eknem vorüberziehenden Lüftchen, int Grase des Begräbnisplatzes. Ich hörte es mir langsam näher kommen, bis es meinem Ohre verändert schien wie Fußtritte, welche näher kamen — bann stille standen. Ich blickte auf. Es war nahe Sonnenuntergang. Die Wolken hatten sich zerteilt; die schrägen Strahlen der scheidenden Sonne ergossen sich mit einem milden Lichte über die Hügel. Das Ende des Tages wär kalt und klar uub ruhevoll in diesem stillen Tale der Toten. Weiter abwärts in dem Friedhöfe sah ich zwet Frauen- gestalteu in der kalten Klarheit des letzten Lichtes stehen. Ihre Blicke waren aus das Grab — auf mich gerichtet. Sie kamen ein wenig näher — und standen wieder stille. Ihre Schleier verbargen mir ihre Züge. Als sie stille standen, erhob die eine ihren Schleier. In dem sttllen Abendlichte erkannte ich Marianne Halcombe. Verändert war sie, als ob viele Jahre indessen vergangen gewesen! Die Augen waren groß und wilb ttnd blickten mit einem seltsamen Entsetzen auf mich hin. Das Gesicht war bleich und eingefallen. Schmerz, Angst und Kummer standen dariit geschrieben. Ich tat einen Schritt vom Grabe näher zu thr Hut. Sie rührte sich nicht — sie sprach nicht Die verschleierte Frauengestalt neben ihr stieß einen matten Schret aus. Ich stand stile. Mein Lebensquell schien zu erstarren; und ein Schaudern wie von unsäglicher Furcht durchrieselte mrch vom Kopf bis zu den Füßen. L e v Die Verschleierte verließ ihre Gefährtin und kam langsam auf mich zu, kam näher — langsam und schweigend immer näher. Ich sah sie an — und von diesem ckugen- .licke an nur sie und nichts weiter. „ . „ Da rief Marianne Halcombe mir ängstlich zu, ich solle Weggehen. „ Aber die Verschleierte hielt mich an Letb und Seele gefesselt. Sie war auf der einen Seite des Grabes angelangt Wir standen einander gegenüber, und zwischen uns der Grabstein. Sie stand dicht an der Inschrift auf dem Postamente; ihr Kleid berührte die schwarzen Buchstaben. Die Stimme tam näher uitb erhob sich immer leiden- schastlicher. Bedecken Sie Ihr Gesicht! Sehen Sie ste ntcgt an' O, um Gottes willen, schone ihn! — Die Gestalt lüstete ihren Schleier: Laura, Lady Myde, stand neben der Inschrift und blickte über das Grab zu mir herüber! (Fortsetzung folgt.) Eine Nachtfahrt im Freiballon. Von L. Noernheld. ,Nachdruck vv.....,i.) Neun Uhr abends. Nach einem schwülen Julitage, der mit Gewitterbildung drohte, völlige Aufklärung. Nur dünne Dunstschleier umsäumen den Himmel, zart und durchsichtig wie ichim- mernder Gazemusselin auf alabasternen SäMltern. Schon senkt sich die Dämmerung langsam zur Erde hernieder, da erhebt sich, von den zahlreichen Zuschauern freudig umjubelt, der dreibemannte Ballon in majestätischer Ruhe, nicht ohne seine Abschiedvgrutze in Gestalt feinkörnigen Sandes den Bewohnern von Ak ar bürg hinab zu senden. Wie ein breites silbernes Band stießt er hinunter und verbindet uns noch ein Weilchen mit der Heimatstadt des Ballons, dem es offenbar schwer, ja zu schwer fällt, sich von ihr zu trennen. Wein ginge es nicht so, der das reizende Städtchen kennt. Von den Fluten der Lahn umspült, wächst es terrassenförmig an dem mit dem wuchtigen Schlosse gekrönten Hügel empor und bietet dem Auge wundervoll abwechslungsreiche Bilder dar. Gespenstig steigt jetzt das Schloß vor uns auf und drohend nahe zugleich, denn wir haben seine Höhe noch nicht erreicht- und müssen hinüber. So will es unser Meister, der Wind, dessen; Führung wir uns blindlings anvertraut haben und der uns ganz weich in seine oft so rauhen Arme genommen hat. Schnell also noch einen letzten. Wschiedsgruß aus sandigem Sacke und geräuschlos und sicher gleiten wir darüber hinweg, von neuem überzeugt, daß er eine Gefahr für den besonnenen Luftschisfer überhaupt nicht 9i6t $3ie herrlich war es', die bekannten Plätze und Gebäude so nahe von oben zu sehen und die Blicke in die prächtigen mittet alt erlichen Straßen und Gäßchen zu werfen, erfüllt von tausendstimmigem Jubel und nicht eudentvollendem Tücherschwenken, das wir kräftig erwiderten. So hatten uns die altdeutschen Stämme, vertreten durch die buntbemützten StudentengruPPen, und gar manche fröhliche Mädchenschar, aus den Gärten ihrer Pensionen das Luftgeleite gegeben und ihre guten Wünsche mögen M dem; Gelingen unserer Fahrt wohl beigetragen haben. Ein herzlicher, stimmungsvoller Abschied, dessen Wehmut von der bald herniedersinkenden Nacht eingehüllt und von der Arbeit ausgelöscht wurde. Tenn jetzt hieß es arbeiten. Während. der Führer die zahlreich mitgenommenen Apparate bediente und feinem Stolz, den feingesiebten Sand, in den prall gefüllten Säcken so ängstlich bewahrte und so spärlich verwandte, wie der Geizhals fein Gold, blieb für die Mitfahrer das wichtige und bei Nacht besonders schwere Kartenlesen und die Führung des Bordbuches« beides Unter Benutzung elektrischer Taschenlämpchen, die sich, von der Erde besehen, wie brennende Zigarren ausnahmen. Als wir dann mit nordsüdlicher Richtung Gießen überflogen, mußten auch noch an die Freunde Ballonkarten geschrieben und zur Beförderung durch den ehrlichen Finder über Bord geworfen werden. Leicht hat es ein Luftschiffer also nicht. Auch der Jubel in Gießen war groß, da der niedrig, fliegende Ballon trotz des dunkeln Abendhimmels noch deutlich gesehen wurde und die Bewohner, die glaubten, es stehe eine Landung bevor, in Scharen dem südlichen Ausgange der glänzend be- und erleuchteten Stadt zustrebten. „ Kurz hinter Gießen änderte sich die Windrichtung. Ein schärferer Nordost setzte ein und trieb uns dem Taunus zu. Schwer war es, die Orientierung aufrecht zu erhalten. Auch die wenigen Nachtschwärmer in den überflogenen Dörfern, die wir mit dem üblichen langgezogeneu „Haaloo" anriefen und um Auskunft fragten, gaben nur unfreundliche und unverständliche Antworten. Da blitzte nach Süden zu ein Licht über einem bewaldeten Berge auf und ehe wir uns noch recht klar wurden, was es sei, stand schon die volle Scheibe des glänzenden Mondes vor uns, die nur deshalb mit so überraschender Schnelligkeit herausgekommen war, weil wir selbst in diesem Augenblick von einer Luftströmung in die Höhe gehoben wurden. Wie verschlafen lagen die Wälder tief Unten zu unseren Füßen noch ganz in Dunkel gehüllt, während um uns die Fülle des weißlich glänzenden Mond-lichtes flutete Und Ballon und Korb mit einem feinen silbernen Schleier umzog. Dort oben strahlten am dunkelklaren Firmament die Sterne und leuchteten und glitzerten so stark, wie es in einer warmen Sommernacht nur möglich ist. Unten aber, tief unten auf der Erde, herrschte eine majestätische Ruhe, so daß nichts die volle Hingabe au den Zauber des Unendlichen störte. Doch halt, was ist das? Ein immer deutlicher werdendes Aechzen und Dröhnen läßt sich vernehmen. Ein Blick über den Korbrand und wir begreifen die Veränderung. Ein nach unten gehender Luftwirbel hat uns erfaßt und ohne daß wirs merkten, mit solcher Geschwindigkeit nach unten gezogen, daß wir schon über die Wipfel der Bäume dahinfahren und das Rauschen des vom Wind gepeitschten Waldes wie das mächtige Dröhnen des Meeres uns umfängt. Nicht lange, da flaut der böige Wind wieder ab und es bleibt nur noch ein sanftes Säuseln und leise murmelndes Rauschen. Jetzt ist der Mond hoher g'eftiegen und beleuchtet die Kronen! des aus mächtigen Eichen und Buchen aufgebauten Waldes, die sich sanft im Winde wiegen und uns die vielgestaltigen Licht- Mnh Wellenlinien eines im Frühlingsfounenschein wogenden Kornfeldes vor Augen führen. Auch die Tiere schlafen nicht mehr. Sei es, daß sie der kurze Sturmstoß, sei es, daß sie der Anblick oder der Schatten des Ballons aufgeschreckt hat, oder daß sie durch andere Organe den vermeintlich gefährlichen Vogel Über sich wittern. Ueberall hört man am Rascheln des Laubes, ihr ängstliches Fliehen, und das kurze rauhe Bellen erschreckter Rehböcke mischt sich mit langgezogenen Klagetönen zwei- und vierbeinigen Wildes. Das ist bid Erde in ihrer Kleinheit mit all ihren Sorgen gegenüber der strahlenden Unendlichkeit über uns, die weder Angst noch Sorge »emit. „Bitte, meine Herren, wo sind wir jetzt?" Dies mahneudd Wort des Führers unterbricht jäh den einzigartigen Naturgenuß, dem wir uns mit vollen Zügen hingegeben hatten, und rasch tritt Karte und Taschenlaterne wieder in Wirksamkeit. An dem Verlauf der Straßen und Eisenbahn erkennen wir, daß wir uns dem Städtchen U f i n g e n nähern, von wo aus uns der Wind westlich iam Feldberg vorüber nach Wiesbaden trieb. Auf dieser Reise gab es noch manches Bemerkenswerte. Um feinen Ballast zu opfern, ließ sich der Führer ganz vom Wiitde treiben und den Ballon mit einer Durchschnitts-Gleichgewichtslage von ca. 500 Meter Meereshöhe weit höhere Berge überfliegen, prachtvoll ist es, Wenn man mit großer Geschwindigkeit einem Ken Berge zugetrieben wird und während man einen unlieb- m Zusammenstoß mit den Bäumen oder gar mit deut Erdboden fürchtet und für unvermeidlich hält, von dem Winde, der ja auch über die Berge hinaus will, auf den Rücken genommen und sanft hiuübergehoben wird, wobei sich Gelegenheit gibt, prächtige Sträuße von Laub- und Nadelholzzweigen zu pflücken. Kaum aber ist die Krone des höchsten Gipfelbaumes in sanfter Anlehnung Überstrichen, so beginnt auch schon der Fall des Ballons, viel schneller und tiefer als der Aufstieg hoch war, und wehe dem Führer, der nicht rechtzeitig diesen Fall durch Ballast,abgabe „ab- fäugt", oder so rechtzeitig unterbricht, daß der Ballon nicht bis zur Erde „durchfallen" kann. Ein recht unsanfter AUfstoß und viel Verlust des kostbaren Ballastes würde die Folge fein, der wir durch geschickte Führung stets entgingen. Nur einer alleinstehenden alten Eiche machten wir_ einmal eine so kräftige Stoßvisite, daß wir eine Zeitlang das mit einem eigenartigen Zittern des Korbes, verbundene, in langsamen Schwingungen verlaufende „Schwanken" des Ballons kennen lernten und geniefjeit durften. Dort leuchtet der Bahnhof von Niedernhausen und wenige Minuten noch und es bietet sich uns ein Anblick wie aus Tausend und eine Nacht. Da tauchen in der Ferne die ersten Lichter von Wiesbaden auf und schon ist es ein ganzes Meer von Licht und Glanz, das. 600 Meter hoch zu uns Herausstrahlti Laugsam überfliegen wir die prächtige Stadt und erkennen Ws den Llchterreihen den Zug ihrer Straßen, die schönen Plätze und' hervorragenden Gebäude. In vollen Zügen geben wir uns dem poetischen Zauber hin, den das harmonisch gegliederte Lichtermeer auf den Beschauer ausübt, und obwohl nur Millivnärstadt, übertrifft ihre Wirkung an Großartigkeit noch die einer Millionenstadt. Kaum kann sich der trunkene Blick davon trennen, da schimmert schon ganz nahe das silberne Band des Rheines unh des' M a i n e §. Von fern her strahlen, an ihren grell weißen und bunten Lichtern leicht erkennbar, die Städte Frankfurt und Höchst Und in der Nähe fesseln Biebrich, Mainz,, Kastel und viele andere unsere Blicke und wie schimmernde Goldstickerei, breiten die Städtchen und Dörfer bis nach Bingen und Rüdes- h e i m hin ihren Lichterglanz an den Ufern des Rheines ans. Wer wirklich Erhabenes sehen, von der Schönheit der ErdL tntnfen werden und an ihrer Größe und Mannigfaltigkeit sich aufrichten will, der muß in einer so herrlichen Sommernacht eine Ballonfahrt in das eben geschilderte Zauberland unternehmen^ Die über dem Flusse herrschende Luftströmung drehte unsere Fahrtrichtung nach Westen ab und hielt uns eine Zeitlang auf dem rechten Rheinufer fest. Bei Eltville setzte der Wind seine ganze Kraft ein und langsam trieben wir über den mächtigen Strom, der uns jedoch noch nicht frei gab, sondern bis Bingen: seine Anziehungskraft bewährte. Gespenstig schaukelte der Schatten, des Ballons auf den glitzernden Wogen bald zum einen, bald zum anderen Ufer hinüber gleitend, je nachdem die Wellen der Temperaturumkehr, auf deren Rücken wir sanft dahin gondelten, uns in die Höhe hoben oder in einem Tal untertauchen ließen. Südlich von Bingen gings über die Nahe, die tvir bei der Mündung des von Südivesten kommenden Glanflüßchens zum! zweitenmal kreuzten, um dann mit großer bis zu 60 Kilometer in der Stunde gehender Geschwindigkeit dieses Flußtälchen auswärts zu fliegen. Freilich konnten wir dies erst nachträglich feststellen, beim bei dem völligen Mangel an markanten, auch in der Nacht sichtbaren Geländepunkten, wie größeren Städten, Eisenbahnen, großen Chausseen und Flüssen verloren wir bald die genauere Orientierung und gaben uns wieder eine Zeitlang der Poesie der in tiefster Stille ruhenden Nachtlandschaft hin. Nur das heisere Bellen zahlreicher Rehböcke war der einzige Laut, der unser Ähr berührte. Dies fast zwei Stunden dauernde Idyll erlitt nur eine einmalige Unterbrechung dadurch, daß uns ein freundlicher Vertikalwirbel plötzlich auf einen Kartoffelacker aufsetzte. Doch dieser gar nicht unangenehme Ausstoß und die Abgabe einiger Hände voll Bal ast genügten, um uns wieder auf etwa 400 Meter in die Höhe schnellen zu lassen. Endlich tauchten Lichter in der Ferne auf und zeigten uns, daß wir wieder in belebtere Gegend kamen unb vermutlich auch aus eine größere Stadt zutrieben, die wir für ©aarb rüden ansprachen. Mit einem Zauberschlag änderte sich das Bild. Während eben noch das tiefste Dunkel der Nacht uns umfangen hatte, war jetzt die ganze Landschaft mit tausenden von hellstrahlenden iw kleinen Gruppen vereinigten Lichtern übersät. Das betriebsreich« Saargebiet tag unter uns mit seinen unzähligen, Gruben, Hütten, und Werken, die ununterbrochen arbeiten und schon längst den Unterschied zwischen Tag und Nacht zu einem vergessenen Märchen! gemacht haben. Obwohl die Uhr noch nicht 2i/2 nach Mitternacht zeigte, war es dort unten so lebhaft wie am.Tage, und bald gelang es uns, von Arbeitern zu erfahren, daß wir zwar noch nicht auf Saarbrücken, aber auf Neunkirchen zuflogen, das mit b-emj nicht weit gelegenen Ottweiler prächtig zu uns heraufleuchtete. Bald tauchten auch am Horizont die Lichter von Saarbrücken auf und gleichzeitig damit sehen wir aus zahlreichen Hochöfen mächtige Feuergarben gen Himmel steigen. So schön es auch gewesen wäre, sie von der Nähe zu besehen und das eigenartige Schauspiel noch etwas intensiver genießen zu können, so hielt es der Führer doch für geraten, durch Ballastabgabe die Flughöhe derart zu vergrößern, daß wir eine Berührung des Ballons mit den leuchtenden Funken nicht zu befürchten brauchten. Der frische Wind in der Höhe trieb uns mächtig voran und bald querten! Wir die Saar und ihre an den großen Bahnhöfen kenntlichen Städte nnd das in allen Farben strahlende Lichtermeer, das sich in den Wellen spiegelte, bot uns das letzte imposante Nachtbild unserer Fahrt. Hier stellten wir fest, daß Wir genau in der Richtung auf Metz zu flogen und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit, die uns in weniger als 2 Stunden, also kurz nach Somtenaufgang^ dorthin bringen mußte. (Schluß folgt.) Aus den Erinnerungen eines alten Yostheater- Intendanten. Die „Erinnerungen und Erfahrungen eines alten Hoitdeater- Jniendanten", die aus dem Nachlaß I. v. W e r t h e r s von seinem Sohne veröffentlicht werden, sind ein ebenso interessantes wie vergnügliches Buch, aus dem man viel lernen und bei dem man viel lachen kann. Der Versasser, der unter Laube's Augen seine scha»° svielerische Laufbahn begann, der sich bann in Weimar die künstlerischen Sporen verdiente, in Mannheim, Darmstadt und zuletzt in Stuttgart als Intendant ein reiches Wirken entfaltete hat viel er- — 708 — lebt rind viel erfahren, und so wird sein Buch zu einer nicht unwichtigen theatergeschichtlichen Quelle sur die zweite Hallte des 19 ^abtbiinbert^ ' Schon seit seiner Schulzeit war Werther ein Anhänger Wagners und setzte dann in Mannheim gegen Vincenz Lachner, semen Kavell- meister, der der grimmigste Feind der Zukunftsmusik war, die Auf- führung der „Meistersinger" durch. Ber seinem, ersten Besuch bei Wagner wostte er sich das Aufführimgswerk für dieses Werk sichern. .Des großen Richards kleine Gestalt, m grüuatlaßnem Schlafrock und grünatlaßneii iveiten Pantalons gehüllt, im unverialschtesten Leipziger Dialekt redend, zerstörte die Idealfigur, die sich Wer her von dem Meister gemacht hatte. Die „Meistersinger" stießen m Mannbeiin aus große Schwierigkeiten: so 'varen Eduard Devrient und Lübke entrüstet über die „Unmoralriat" des Werkes. „Em Atädchen aus einem hochanständigen Burgerhause wird sich doch nicht nachts mit einem Ritter unter eine Linde setzen, sprach Devrient indigniert in seinem nasalen Ton, und Lubke, der bedeutende Kunsthistoriker, sekundierte: „Das Opus wimmelt von Unanständigkeiten." „ . „ , , . ö Später erschien der Meister selbst in Mannhemr, um eul S'On- „ert zu dirigieren. „Bis dahin war man gewohnt, den Kapellmeister in einem Konzert zum Publikum gewendet dirigieren zu sehen. Wagner brach zuerst mit dieser Anstandspose und drehte sein Gesicht dem Orchester zu, heute für jedermann begreif ich, damals imbegreiflich. Um dem Ernste der Situation auch etwas Komisches beizumischen, will ich erwähnen, daß aus der bmteren Fracktasche des großen Richard ein langes rotes Tuch heraushing, mit dein er sich häufig abzutrocknen pflegte. Wenn er nun mit leidenschaftlichen Bewegungen sich aus- und niederschivang, so machte das rote Tuch wie ein Kichschwanz diese Bewegungen mit, indem es sich bald in die Lust schlvang, bald über den Boden hinweg- ^8tC9((§ Wagner einer Mannheimer Aufführung der „Antigone" mit der Mendelssohnschen Musik beigewohnt hatte, kam er ganz wild aus Werther zu und ries: „Nu, jetzt haben Sie aber Ihre ganze schöne Arbeit zunichte gemacht! Diese scheiißliche Lleder- taielmiisik dazu machen zu lassen l Wie geschmacklos I Als der Direktor sich damit entschuldigte, daß diese Musik m Mannheim herkömmlich und sehr beliebt sei, erfolgte em neuer stürmischer ZorneSnusbruch: „Das ist es ja eben", rief Wagner, „daß die Theaterdirektoren nicht bloß rein künstlerlsch-asthetischelr Dlotiven folge«, sondern praktischen I Das ist ja gerade der Fluch de- deutschen Theaters!" , .. Aus seiner Stuttgarter Zeit ist die spannendste Episode, die die Werther erzählt, der Besuch des alten Kaiser Wilhelm zu den großen Kaisermanövern von 1885. Die Festvorstellungen, bei denen alte Possen und Singsviele den greisen, der fugend gedenkenden Herrscher köstlich vergnügten, stehen unter der spannenden Aufregung drohender Attentate, die nur durch größte Wachsamkeit abgewendet iverden. Damals hatte der Generalintendant auch eine sehr interessante U n t e r r e d ii n g mit dem damaligen Prinzen, dem jetzigen Kaiser Wilhelm. Per Prinz kam aus ihn zu, gab ihm die Hand und sagte: „Ich habe Ihnen noch zu danken." „Wofür, Königliche Hoheit? Doch nicht sur „Zehn Mädchen und kein Mann?" (Die Posse, die aufaesührt wurde.» „O nein", erwiderte der Prinz lachend, „sondern für etwas ganz Ernsthaftes. Sie haben in Mannheim meines Lehrers in Aesthetik, des allen Geheimrats Werder Draina „Kolumbus", das ineiimnb für bühnenfähig hielt, mit großem Erfolg aufgeführt. Dafür danke ich Ihnen herzlich!" Prinz Wilhelm begann nun einzelnes aus dem Werk zu zitieren; er kannte ganze Perioden auswendig. Bedeut- sam war es dabei, ivie er den Konflikt zwischen König Ferdinand und Kolunibus erörterte. Als Prinz Wilhelm fünf Jahre spater als Kaiser den K o n f l i k t m i t B i s in a r ck hatte, mußte ich an seine damalige Aeußerung denken. Er fritg mich plötzlich rasch und scharf: „Geben Sie dem König oder Kolunibus recht? „Ein Jeder hat von seinem Standpunkt und aris seiner Individualität heraus recht; der eilte als Herrscher, der andere als Genie " -Nein", sagte er entschieden, „der König hat recht, Kolmnbus hat unrecht. Das Genie, auch das größte, Hal sich immer dem Herrscher unterzuordnen." Der Prinz erging sich da>in in einer Rekapitulation der großen Schlußszene des Werderschen Dramas. Ter König tritt in das einsame Zimmer des Kolumbus, in der Absicht, sich mit ihm zu versöhnen, und dabei erfolgt eine rückhaltlose, scharfe Auseinandersetzung zivischen Genie und Krone. „Weder Prinz Wilhelm selbst, der damals noch ganz unter Bis- marcks Einfluß stand, noch ich hatten wohl eine Ahnung davon gehabt, daß sich die Werdersche>r Jamben so geringe Zeit baraiif in Taten, in so ernsthafte Taten, umsetzen würden!" Vermischtes. kf. Eine Tabakspfeife Sir Walt er R a le ig hs. In London wird soeben eine höchst merkwürdige geschichtliche Religine zum Verkauf gestellt. Es ist dies eine Tabakspfeife, die mit einem sehr hohen Grade von Wahrscheinlichkeit im Besitze und Gebrauche von Sir Walter Raleigh, dem Einführer des Tabaks in Europa, gewesen ist. Ten heutigen Tabakspfeifen sieht sie nicht sehr ähnlich. Sie hat etwa die Gestalt eines Y und liegt seit Jahrhunderten in einem alten Kasten, der die Jahreszahl 1527 tragen oll (?). Die Pfeife ist aus vier Stücken Holz gearbeitet, die ttt derbem Schnitzwerk mit Hundeköpfen und Jndianerhäuptern ge- chmttckt sind. Der Kopf wird durch einen Deckel verschlossen, der etwa ebenso groß wie der Kopf selbst ist, und an dem Rohre beendet sich eine Perlenkette; die Perlen sind aus demselben Holz hergestellt ,vie die Pfeife. Jin Rohr ist eine starke Pfeife angebracht, deren sich Sir Waller, wie angenommen wird, bediente, um seine Leute herbeizurufen. An der Pfeife hangt nun noch eine besondere Ueberliefennifl. Es ist nämlich berichtet, daß Sir Waller Raleigh, als er zu seinem letzten Gange das Schaffott bestieg, noch unmittelbar vor der Exekution selbst eine Pfeife Tabak geraucht habe — und die Pfeife, die er in diesem kritischen Augenblicke gebrauchte, soll eben die unsere sein. Es spricht dafür allerdings der Umstand, daß alle nachweisbaren Besitzer der Raleigh-Pfeife ihren Stammbaum auf den Bischof Andrewes zurückiühren, der Sw Walter das letzte Sakrament gereicht hat. Ein Amerikaner hat festgestellt, daß das Holz der Pfeife virginischer Ahorn ist. Schon Buliver hat Lust nach der Erwerbung dieser sonderbaren Religuie getragen, allem zu seiner Zeit war sie noch unter keinen Umständen verkäuflich. "Die Regelung der Niagarafälle. Ter von dem amerikanischen Ingenieur Senex Smith ausgearbeitete Plan einer großzügigen Regelung der Niagarafälle erregt m Amerika lebhaftes Aufsehen und beschäftigt dje öffentliche Meinung. Wenn maii sich nicht dazu entschließt, den Lauf der Fälle künstlich abzuändern, wird nian in ferner Zukunft damit rechnen muffen, die m großem Maßstabe für die Industrie ausgenutzten Wasserkräfte nahe den Ufern abnehmen zu sehen, denn der Niagara neigt immer mehr dazu, seine ganzen Waffermaffeii in die Mitte des Stromes zu leiten, in die schmale Felsschlucht, die den Namen das „große grüne Herz" führt. Durch diese schmale Oeffnung peitscht der sttia- gara schon heute ein Drittel seiner gesamten Wassermaffen, und man hat berechnet, daß durch die schmale Schlucht ui einer Minute 5 Millionen Kubikfuß Wasser getrieben werden. Der Fels vermag diesem wilden Wasserdruck auf die Dauer nicht Stand zii halten, wird immer mehr ausgehöhlt und entzieht dadiirch den anderen Teilen der Faste Wassermengen und damit auch Kraft. Die Plane des Ingenieurs zielen darauf ab, dem Zecstörungswerk der Fluten durch die Errichtung einer soliden Stahlschranke Einhalt zu gebieten. Das Wasser würde dann nur über diese Stahlmauer einen Weg finben, der Zerklüftung und Abfrefstmg des Felsens ivare Einhalt geboten, ja, man könnte auf diesem Wege die Wasserkraft an den anderen Teilen der Fälle künstlich verstärken. Zur Ausslihrung der Arbeiten wäre es freilich nötig, den Fästen an den Seiten Auswege zu öffnen imb die Fluten des Niagara von dein „griinen Herzen" abzuleiten, dis die Arbeiten vostendet sind. ~te Durchführung dieses Planes würde auf amerikanische Seite dem Staate Neuyork unb auf kanadischer Seite der Provinz Ontario zufallen. * Schwierige Kalkulation. „Was? der Glühwein kostet eine Mark? Das find' ich aber happig!" — .-Aber bedenken Sie doch unsere Abgaben! Erstens die hohe Weinsteuer, zweitens die hohe Schnapssteuer und drittens auch noch die hohe Steuer aus Glühkörper." vücherttsch. — Heinrich von Kleists Werke. Rechtzeitig zuist 100. Todestag pes Dichters tritt die Goldene Klassiker-, Bibliothek mit einer schönen Ausgabe seiner Werke an die Oessentlichkeit. Aus Grund ber Hempel scheu Ausgabe gibt das Deutsche Verlagshaus Bong & Co., dem wir die seine, gut aus- gestattete Goldene Klassiker-Bibliothek verdanken, diese neue Au^ gäbe heraus, die von H. Gilgow, W. Manthey und W. Wätzow mit Einleitungen und Anmerkungen versehen ist. Adolf Wtl- brandt hat die Biographische Einleitung geschrieben und sie ist in den dem letzten Teil beigegebenen Anmerkungen nach denk neuesten Stand ber Forschung ergänzt. Die ganz« Ausgabe,- die in sieben Teile gegliedert ist, ist sehr übersichtlich geordnet^ mit knappen Erklärungen versehen und ebenso wie die anderen Ausgaben der Goldenen Klassiker-Bibliothek sowohl für den Forscher als auch für den bloßen Literatursreunb geeignet. Besonders zu erwähnen ist noch der schmucke Einband in seiner feinen Bordeau- farbe mit ein paar zarten Goldlinien auf dem Rücken, die beit seitherigen, reich mit Gold verzierten Deckeln wesentlich überlegen ist. Akithmogriph. 1 2 2 5 niederländischer Bildhauer. 2 112 landwirtschastliches Gerät. 3 1 4 5 ein Tier. 4 2 3 5 Werkzeug. 2 5 4 2 deutscher Strom. 5 3 4 2 5 5 2 ein Insekt. 1 2 3 4 2 5 lyrischer Dichter. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Ruben, Rubin. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.