m ;l=ti [ u Mtt!wocy oett fl. oniooer !M- >■'■' *Z?A‘- fe3^$*,![<■$<& liVA UKA.ÄD4 ^MMW ^WiM tii Die weiße Frau. Roman von W. Collins, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Dasselbe Schweigen, welches sie in bezug ans , ihres Mannes Charakter und Betragen beobachtet, übertragt sie auch, in ihren wenigen §inbcutitngen, auf Graf Fosco. Aus irgend einem unerklärten Grunde scheinen der Graf und seine Gemahlin plötzlich int Herbste ihre Plane geändert zu haben und nach Wien gegangen zu sem, anstarr, wie Sir Percival erwartet hatte, in Rom mrt ihnen zu- saminenzutreffen. Laura schreibt ausführlich gwug Uber ihr Begegnen mit ihrer Tante und versicherte mich, ne habe sich so sehr zu ihrem Vorteile geändert, daß ich sie kaum wieder erkennen werde, wenri ich sie hier wiedersehe. über in bezug auf Graf Fosco ist sie unleidlich zurückhaltend und schweigsam. Sie sagt weiter nichts, als daß er ihr ein Rätsel ist, und daß sie mir ihre Eindrücke über tytt nicht sagen will, bis ich ihn selbst gesehen und meine eigene Meinung von ihm gefaßt habe. Das sieht meiner Änsicht nach nicht günstig für den Grafen aus. Laura hat die feine Kindergabe, durch Instinkt e.nen Freund zu erkennen, in weit vollkommenerem Grade bewahrt, als die meisten Leute sie in späteren Jahren haben. Den 28. Juni. — Ein Tag der Nachforschungen und Entdeckungen — aus vielen Gründen ein weit interessanterer Tag, als ich zu erwarten gewagt hatte. „ Ich begann natürlich mit den Sehenswürdigkeiten b> y tz^Das Hauptgebäude stammt aus der Zeit jener unendlich überschätzten Fran, der Königin Elisabeth. Im Erdgeschoße sind zwei ungeheuer lange, niedrige Galeriwi die miteinander parallel laufen und durch scheußliche Hamluu- bilder, die ich alle ohue Ausnahme verbrennen mochte, ein doppelt düsteres und schauerliches Aussehen erhalten. Die Zimmer, welche oberhalb dieser Galerwn liegen, sind in ziemlich gutem Stande gehalten, werden aber wueu benutzt. An jedem Ende des Hauptgebäudes ist ein ö'tiigel anaebaut. Der halb verfallene Flügel links (wenn man sich dem Hause iiähert), itrar einst ein allein stehendes Wohngebäude u,id wirrde im vierzehnten Jahrhundert erbaut. Ich bezeugte kein großes Interesse fürwese alte Architektur, und so gingen wir — dre höfliche Haushälterin (die Witwe eines Pfarrers) und ich — zum rechten Müqel über, der, um den witnderbaren architektonischen Mischmasch von WaMvater Park zu vollenden, zur Zeit Georgs II. erbaut war. Dies ist der bewohnbare Teil des Hauses, welcher um Lauras willen inwendig ausgebessert Und neu eingerichtet worden ist. Weine beiden Zimmer Und alle die besten Schlafzimmer liegen ttn ersten Stock Und im Erdgeschoße: das Ges eilschaftszimmer, Wohnzimmer, Eßzimmer, eine Bibliothek und ein hübsches kleines «oa- dorr für Laura, die alle sehr hübsch nach neuer Mode verziert und elegant mit all den herrlichen neuen ^uxus- aeqenständen möbliert sind. Keine von den Stuben snd an Größe und Luftigkeit mit unfern Stuben in Stntmetibge zu vergleichen; aber sie haben alte ein gemütliches Missehen. Ich war nach dem, was ich von Mackwater gehört, in einer schrecklichen Angst gewesen, daß ich dort nichts als antike, steife Stühle, klösterlich bemalte Fenster, dumpfe, verinoderte Vorhänge und all jenen barbarischen Plunder finden werde, den Leute, die ohne jeg.ichen Begriff von Komfort geboren sind, ohne alle Rücksicht auf oas, was sie ihren Bekannten schuldig sind, um sich anhaufen. Es nimmt mir daher einen autzerordenlllchen Stan vom Herzen, zu finden, daß das neunzehnte Jahrhundert « diese meine neue Heimat gedrungen und dce garstige,,gute alte Zeit" aus den Pfaden meines tagrichen Lebens hier verdrängt hat. Ich verbrachte den Morgen teils in den Zimmern des Erdgeschosses, teils außen in dem Quadrate, das von den drei Seiten des Hauses und dem hohen Eisengitt^ mll dem Tore, das es von vorne schützt, gebildet wird. Ein großer runder Fischteich mit steinernen Seitenwid einem allegorischen bleiernen Ungeheuer in der Mute bildet den Mittelpunkt des Vierecks. Der Teich ist volllr Gocd- und Silberfischchen und von dem weichsten Rasenaurtel e.u- aefaßt, den ich je betteten habe. .Nach dem Gabel srah- stück wanderte ich ohne Begleitung in den stponen warme» Sonnenschein hinaus, um mir die Parkanlagen anzusehen. Das Tageslicht bestärkte den Eindruck vom dlbende vorher, da'eS nämlich in Blackwater zu viele Bäume gebe, sre ersticken das Haus förmlich. Es sind meistens funge Bäume, und sie sind viel zn dicht gepflanzt, ^ch denke mir, daß vor Sir Percivals Zeiten aus der ganzen Besitzung auf sehr verschwenderische Weise Nutzholz gehauen worden und daß der nächste Besitzer voll empörter Besorgnis gewesen, dw Lücken möglichst schnell wieder zu füllen. Indem tchmich vor dem Hause umschaute, bemerkte ich zu meiner LtickLN eilten Blumengarten und gtng darauf zu, um zu sehen, was ich in dieser Richtung entdecken werde. Der Garten erwies sich in der Nähe als klein, u'che- beutend und schlecht gehalten. Ich ließ chn htnter nnr, trat durch ein kleiner Pförtchen tn der Kecke, und befand mich an einer Tannenpsianzung. Etn hübscher, künstlicher Pfad schlängelte sich durch die Bäume und ich"schritt aus ihm weiter, wobei meine Erfahrungen tm^rden mich belehrten, daß ich mich sandigem, h^mgem ^den ttäherto. Nachdem ich wohl mehr als eine halbe Mette well: untep den Bäumen daüinspaztert war, machte der Pfad pGtzllch eine scharfe Wendung; die Baume horte« zu beidenlen auf und ich sah Mich am Rande einer großen offenen Ebene und auf den Blackwater See hinab, der dem tzlI ein Phantast, als em gescheiterter Lump erwies, der sich n» t>e° sSngnis ausruhen mußte, da war viel Fluchen gegen den Grasen neckten ihn ei» und er kam erst nach zwei Jahren wieder zum Vorschein, als die Geschädigten längst nicht mehr ni^ riissel wolm" ten. Ta legte sich der Grat auis Fremdensuhren. Er steckte die Beine in mächtige, blanke Stulpenstie'el und setzte sich eine goldene Kokardenmütze aust Daran stand in leuchtenden Lettern: Tol-- mctscher in sieben Sprachen". Ter Gras log wirklich nicht. Er beherrschte alles Kauderwelsch der Welt. Er kam so stark aui den Hund daß er wegen eines armen, erborgten ,ziemten ril^ sieben Sprachen bettelte, das; er iür einen ihm dargeeoleneii schnaps in sieben Sprachen Tank sagte. Tie Stulpeiistieiel» tlasften aufeinander. Tie ti! Ütze wurde sehr schmutzig. Ter Gral zeigte so o t keinen Adelsbrie' vor gar nicht ebenbürtigen, neugierigen Reisenden, daß der Brie« grau, klebrig und zerrissen wurde. EtMtmals war der Mann ein Schisfskapitä» gewesen, doch er batte alle schwimmenden Planken und das Gut, das ckm anverkraut wurde, vertrunken. Er glitt sehr schnell durch Alkohol und Abenleurerlust ins Elend. Von der Konunandobrücke ins Kasemattenzuchthaus, vom Spital aiis die Strasse. Er wurde den Fremde» ni Brüssel überlästig. Er ivurde sehr billig, indem er schon kur einen Korn zu den bösesten Orten geleitete. Da schickten sie ihm die Ausweisung. Ta schoben sie ihn aus dein Lande. Wer weis;, wo er jetzt seine schäbigen Küirste erprobt. . . r . ... Fwei von den traurigsten Originalen der Hauptstadt sind m die Welt hinausgeworsen. Tie Polizei ist stolz, und allen den Männern und Frailen, die vom unehrlichen Pfennig leben, die das Gesetzbuch nicht lieben, ist der tüchtige Schrecken über so vtel oift- ,feile Unbarmherzigkeit in die Glieder gefahren. Verm?schtes. • Die Geschichte der Dia in an ten wird ausführlich tn einen. Buche behandelt, das eben aus den, englischen Büchermarkt erschienen ist und eine ganze Reihe interessanter Angaben enthalt. So wurden seit der Entdeckung von Tlamanten m L-udasrika bis zum Kahre 1908 90 Millionen Karat gesetzlich aus Sudatrika ausgemhrt. t ix Fahl berühmter Diamanten itt Legion. Der Diamant des Königs von Portugal, .Braganza", soll 1,680 Karat wiegen. Er stammt aus Brasilien. Ter beeütimtefie brasilianische Tiama t mar der .Stern des Südens'. Er wurde m, Jahre 1853 von einer Siegerin gekunden. Ihr Herr und Gebieter schenkte ihr zur Belohnung die Freiheit und setzte ihr außerdem eme^Pension aus Lebenszeit ans. Ten Dianranten verkaufte er für 60 000 Alk. ,rückgewiesen. Schließlich kam er doch m dei Aettg eines indische» Fürsten, des „Gäkivar" von Baroda. Ter berühmte „Porter Rhodes" ist einer der schönsten grotren T,ai,,aute t. Jm Fabre 1880 wurde er in einer Tlaiuanlengrube der Kapkolouie aestuideu. Er ivurde mit 4 Millionen Mk. bewertet. Der verstorbene Rizam von Hyderabad bezahlte 8 Millionen sim emm Diamanten der in Südafrika gesunden ivorden war und un Jahre 1884 nach Europa gelangte. , ... , m m„.,nnrp kf Das Ende des Ozean bettlers. Nach tn Neuyort eingetrosseuen Nachrichten erscheint es zweifellos, bau tn den Stürmen der letzten Tage eines der seltsamsten scknsse. das m der Gegenwart das Meer befuhr, untergegangeu ist. Es lamel »ch um die Schoneryacht „Corot,et", d,e der amerikanische ©ehe iei fiolu Gboslers' gehörte. Tie genannte Veremlgnug ist Jahr mr Jahr auf der Suche »ach dem heiligen Lande. Nachdem sie unter [ Führung ihres Geistlichen Frank Saud'ord, der sich nannte, die östlichen Küsten Afrikas abgesncbt und bas Klima dort für zu heiß befunden hatte, war sie entichlosie», nunmehr dlc Kutteit Grönlands aulzusuchen. Tas eigenartige be, den ««mhr en dieser Hol» GhosterS" ist, daß sie staiidig ohne leglickren Proviant auf ihre Reite gehen und sich allein auf die Mildtätigkeit der begegnende» Schiffe verlasien. Auch dieses Mal sind sie innerhalb weniger Monde von einigen 20 Dampfer» reichlich mit Proviant versehe» worden Das letzte Schiff, das ihnen begegnet war, das der Sied Ctar-Lmie gehörige .Lapplands das kurz nach der Trennung vo. der .Eoronet" m einen he'tiae» Orkan geriet, dem be der schwache I ber Sea-lnacht diese zweifellos ziun Dp-ev «em len ist. CV ®f ©her lock Holmes, der A l l w U I end e. Ter eben I gestorbene Tr. Josef Bell, das Urbild des Sherlock Holmes, der I ?eöe»i auS den Kriminalromanen Tooles Mannt »st besag tat» ächlich die erstaunliche Beobachtung^. und Ko»ch'natw,,.gaM I durch die der Afeisterdetektiv immer zum Eriolge gelangt. Wenn I Dr. Joies Bell einen fremden Menschen sah, war er augenblicklich I imstande bestimmte Angaben über ihn zu machen, ohne dav die I Anwesenden erkenne» konnten, woher er seine Keniltnrsse halte. I Jhuei, mutzte er deswegen beinahe allwissend erscheinen. Em Bei I spiel für viele, das jüngst eurer seiner Landsleute erzählt hat. ES I lvnv i„ Tr Bells Sprechzrmn'er, und Dr. Bell stellte tu Gegenwart einer größeren Anzahl seiner Hörer Diagnosen Em Patient trat herein" Dr. Bell sieht ihit mit einem prüfenden Blicke an und sagt- „Sie sind Soldat, — Unleroifizier, und haben auf! den Bermudainseln gedient." Der Patient ist bv Island rg verblLjft und bestätigt, daß Tr. Bell Recht hat und, die Studenten sind I „nfg verblüffter Alles fragt Dr. Bell, tote er daraus taine. Nichts eü! acker als das/' erwidert Dr. Bell, „dieser Herd kommt in das Zimmer, ohne den Hut abzmichmen 'me ^r eS von der Kaserne her gewohnt tst — also tst cr SolMt. tocu ue sichtswusdruck zeigt, das; er -rns Deschleu geivolmt 'st, u>ch lvenn i k;t-ieit Umftanb Mit seinem Alter, da» stch leicht ab! cyatztu MM» I r^sanimenstelle folgt daraus, daß er nur Unteroffizier fern kann. I Ein Blick auf 'seine Stirn zeigt, das; er guf den Bermudainselitl geivesen sein muß, denn er hat einen Hautausschlag, der nur dort I vorkomnit.' " ' 58.. m G..i.ß.. r..h..r Auslösung in nächster Nummer. sestgeftettt- Tatsache «ufS neue zu erhärten, daß so wenige Maschen I mtT historischen Tatsachen zu lernen vermögen. Als ob das alles l ^cht gAen wäre! Und in Wahrheit ist es doch immer toller jxisfelbe, kommt alles immer wieder, rote es schon gekommen war. I (Schluß folgt.) Das aröMe Vagabundenpaar. Brüssel ist die Stadt des International,sums. Dort wird die internationale Friedeusgesellschaft diplomatisch geleitet. Tor hat die internationale Schlalwagengesellscha't ihre Bureaus. Dort versammeln sich auch jahraus, jahrein die Lpitzbuben, Garnier und Sinrfififluler linieret ganzen großen Erde. Alänner und Frauen, die mtt Dietrick, und falschen Wechseln m,d ^ogar mit Mordwerkzeugen viel geschickter umgehen ais nut der Tugend. Deshalb hat d e Brüsseler Kriminalpolizei stets horte Beschäftigung. 91 ub ni Teiitickland ein mächtiges Gaunerstück fleletitet, acbtzigmal von bimdeit verstech sic" der Spitzbube in Brüssel. D e tüchtigsten Zuckubäusler Frankreichs und Englands versammeln Itch am thten Fluchtlahrte» in kleinen schmierigen Kneipe» rings um ] Fontenas. Die Weltausstellung uoi» Jahre 19)0 bat tn Btujjel ein seht beträchtliches internationales Linnpenprolelartat zuruct- qelassen: Glücksritter jeder Art. musizierende Neger, diemauckieÄ CaiS ungemütlich gemackt dasw», und onttige Bruder und Schwestern bte qeiu bcv Polizei aus beiu Ä-e^e (lebeii. Sianae Zeit gehörte zur Ertzme dieser Gesellschaft em stolzes Eraienpaar ^Sie hatten sich nicht etwa die klmgeuden Titel bei- gelegt wider das Gesetz. Sie trugen ihren Adelsbrtef, der mit vielen Wappen, Adlern und Kronen geschmückt war, zu Recht: tn der Tasckie. Und waren doch am Ende so verwahrtost, so verlasten und verloren, datz sie eben den Retiebrtes erhalten haben, der in der Jnsttzsprache etwas imsansl Ausweisungsbefehl getauit tst. Sie war'ein Sproß von uralter deutscher Fanälie. Ihr Ahn besitzt in Deutschland viele Denkmäler, da er die Welt die Buchen itcker- kuust gelehrt hat. Deswegen wurden Seine Nachkommen hock» geadelt Dte Gräsi» nun siedelte sich eines Tages ut d-r belgischer Hauptstadt an. Sie war schon an die iuMztg Jahre, doch fte tnelt sich stattlich und sie flößte Vertrauen ei», wenn sie tu den Warte- säten des Bahnhofs auf Opfer ihrer Betrugersehnsucht wartete. Sie bot sich in mehreren Sprachen an, an jungen, unerfahrenen Mädchen Wkutterstelle zu vertreten, und sie erbat sich die Börse ber allem» reisenden Fräuleins. Und ost verschwand sie damit und heckte andere Bauernfängereien aus. Und sie tat noch maiicheilei, wcw der Staatsanwalt nicht verteidigeii darf. Uttd un €'<’«'5 bet bunbinnen von Forest, das nach neuester Hygiene nut Lu thetzung, Siomanbibliothek und amerikanischen Eisetibettett aiisgettattet ist, war die Gräfin ein ost gesehener Gast, ete benabni ttrt) un ^ptn t- »,nna ftpfa .nie eine Edeldame. Sie nahm alle Ehren Hut, die ihr Ns S Ls? »siö ärsit gezollt wurden. Und wen» die belgische Regierung ^nach der Absicht der Gräfm gehandelt hatte, dann würde fie9 die Tante nut bet ueunzackigeu Krone nicht ausgewtejeii u 134 338 24p ■245 338 134 15 134 15 •245 338 338 245 15 134