W O r j- 4 au}^^h/n ^ '• । • £>j■£• Q s ^'- M Das nette Mädel. Noman von Fedor von Zabeltitz, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ,Tini!" rief Traute. „Nicht wahr? Dein Jonathan ist der John meines Herzens geworden. Er hat mich aufgesucht, um wenigstens die Freundin seiner hoffnungslos verlorenen Braut kennen zu lernen. Und kam häufig wieder. Beim dritten Besuch ge- | stand er mir seine Liebe, beim vierten wollte er mich her- I raten. Er möchte nicht gern ohne europäische Frau zu seinen Quesals zurückkehren." „Und du hast ihm dein Jawort gegeben?" „I Gott bewahre. Das geht nicht so schnell. Ich smoe ihn ja sehr originell — und auch recht hübsch. Er hat eine famose Figur und etwas Stolzes im Profil. Wer an die Bronzierung muß ich mich erst langsam gewöhnen. Er meint, das würde schon kommen. Na, und da hat er mach denn vorläufig nach Paris eingeladen und will mernen Reisemarschall spielen." Tini, was bist du leichtsinnig!" „Das ist noch die Frage. Ich finde, ich bin sehr vorsichtig. Liegt in dem Gedanken an einen Reisemarschall etwas Unerlaubtes? Er macht mir in allen Ehren den Hof und auch — trotz seiner Verwandtschaft mit Coopers letztem Mohikan —, das muß ich sagen: äußerst chevaleresk. Und sollte er einmal. . . aber lassen wir ihn! Für dich ist er nichts als eine Erinnerung von gestern — dem heute und morgen ist besser. Nun nimm nur deinen Wildfanggehörig an die Strippe. Anziehen und nachgeben, Mäuschen : wie bei der Dressur einer jungen Remonte. Und mast mal ein Sturm durch euer Haus: laß dir nicht bange sein. Sei nachsichtig gegen kleine Dummheiten und unbarmherzig gegen eine große. Da weiß ich ein probates Mittel, aber ich sage es dir nicht: jede Frau kommt von selbst darauf. „Danke für deine guten Lehren, Tim. Ich hoffe, sie werden nicht nötig sein: wir lieben uns ja/' „Selbstverständlich, ihr liebt euch. Ich, will dich auch nicht ängstlich machen. Ich freue mich uneigennützig! über euer Glück. Könnte mich höchstens ärgern, daß ich so blind gewesen bin. Alle Welt behauptet, sie hätte längst gewußt, haß sich zwischen euch etwas anbändelte." „Alle Welt lügt. Wer ein paar waren da, die etwas ahnen mochten. Und woher? so hab ich mich zuweilen gefragt. Nun weiß ich es. Weil ihnen die Eifersucht die Augen geöffnet hat. Ach du, mein Herzenstinichen, ich hätte nur zuzugreifen brauchen! Ich armes, kleines Hühnchen wurde auf einmal von allen Seiten umflattert/ „Infektion, Traute. Nichts wirkt so ansteckend als die Liebe. Außerdem, du warst auf einmal in die Mode gekommen. O ja, man glaubt gar nicht, von welchen Strömungen die Männerherzen beeinflußt werden! Sieh mal: al« ich zur Bühne kam, war ich etn harmloses Dingelchen. Anfangs beachtete mich kein Mensch. Wer da wurde eines schönen Tages eine neue Operette gegeben: „Die Launen der Marquise" Ich spielte die Marquise und hatte mich rm Laufe des Abends achtmal umzuziehen^ Zuletzt war es des Umziehens kaum uoch wert, denn die Schlußszenen spielteii in einer Badekabine. Von da ab war die Meute hinter mir her. . ." Sie zuckte mit den runden Schultern. . . „wei dem einen macht es die Badekabine, bei dem andern das je ne sais quoi der lieben Unschuld, Bei dem erneu das Deshabille, bei dem andern der stählerne Panzer Aber das Lockzeichen ruft — und in uns meldet sich das erste War- nungsfignal „Nimm dich in Acht!" Manchmal überhört man es, und manchmal. . Sre stand aus, und chre Lippen berührten das Haar der Freundin . . - „Kleine, ich bin keine Priesterin der Vesta. Aber ich kann nur nicht helfen' ich freite mich doch, daß du dich aus den Gefahren des Ewig-Männlichen so tapfer auf festes Land gerettet hast. . . Und nun lebe wohl, mein Schatz. Uebermorgen ahre ich mit meinem Sir John nach Paris. Wir werden uns kaum Wiedersehen — aber wir schreiben uns, nicht wahr?" Sie umarmten sich herzlich. Traute wurde der W- schied schwer. Sie hatte die leichtsinnige Freundin sehr ieb gehabt. Es war merkwürdig: sie hatte sich auch an ihr gebildet, ohne an ihrer moralischen Vorurteilslosigkeit Schaden zu erleiden. Denn jenseitsmhres Guten und Bösen hatte die Sandratt sich immer Ke Anständigkeit ihrer Gesinnung bewahrt. So sag Traute die Freundin ungern scheiden. Aber mit dem aufrichtigen Schmerzgefühl, sie verlieren zu müssen, verband sich doch, auch em erlösendes Bewußtsein: aus die kluge Tini hätte sie immer noch eifersüchtig werden können. * Das war nun das Verlobungsfest Traute Köhlers. Aller Glanz des Patriziats wurde im Hause Eberstedt entfaltet Es war etn stattliches Haus, und viel Schones und Wertvolles hatte sich im Laufe Jenen angesammelt. Di? aroüen Männer erwarben den Besitz, und die t lernen trauen brachten den Geschmack hinzu. Der war gut. Der 8a?e sich in d!n Gobelins des Treppenhauses und m der bronzenen Atalante, die den Mittelschmuck der Diele> Wj bete in dem Potpourri aus Lunoges auf dem GesiMÄ des Kamins im großen Salon; in den wuchtigen Schnitz e- reien des Herreiizimmers; in der BücherauÄvahl der Bibliothek- in allen Kostbarkeiten und in allem Kleinen. E» war ein Haus, das man lieb gewinnen mußte, und das doch auch Resvekt erweckte. Es waltete hier der Geist tüchtigen Kaufmannssinnes und die künstlerische Anmut sein empfindender Frauen. Nur das JunggeMenzinnner Pa^ Festabend verschlossen. Da herrschte noch das Chaos sprung haiter Verwilderung. Die Mutter lud hier klugerweise ab, 566 — zum Beispiel das Oeldruckbild einer schlummernden Venus, der Paul in einer Aufwallung ästhetischen Zorns Hühner- augenringe auf die Zehen geklebt hatte — oder eine Sokratesbüste aus Biskuit, der bei einem Besuch Mursiunas eine rotbraune Burgundernase angetuscht worden war. An den Wänden hingen Waffen und ein ausgestopfter Stör; hingen lockere Photographien und ein seidener Dauieustrumpf und eine große alte Pfeife; ein Fidschiinsulanerköcher und ein Diplom, das Herrn Paul L. Everstedt zum Ehrenmitglied der freiwilligen Schützenkompagnie ernannte. Vor dem Bette stand ein ungeheurer Stiefelknecht, auf dem mit schwarzer Tusche ein Gesicht gemalt war, uud auf dem Mittel- tisch lagen Broschüren und Zeitschriften, eine Schnurrbartbinde und eine halb durchgebrochene Zigarre. Auch ein Bücherschrank war da; aber man sah in ihm außer einem Dienstreglement für die leichte Kavallerie und dem „Heiligen Antonius" von Busch nur Romane: aller Sünden Blüte der Weltliteratur. Kurzum: es war ein liederliches Zimmer. Mer es wird nun anders werden. Dies Gemach, das bisher keine Zofe säubern durfte, sondern nur der vertraute Diener des Hauses, soll auf Befehl der Hausfrau sich in ein wohlgesittetes Fremdenzimmer verwandeln. Das junge Paar zieht vorläufig in die kleine Villa nebenan, die seit dem Tode der Großmutter leer steht, und die durch einen Wintergarten mit dem Everstedtfchen Hause verbunden ist. Da werden die beiden sich ein behagliches Nest schaffen, und es ist zu wetten, daß Traute kein liederliches Zimmer duldet. Gestern schon sind sie Hand in .Hand durch die Räume gegangen und haben ihre Verteilung vorgeuommeu: das Eßzimmer bleibt, aber die kälte Pracht des Salons muß weichen; das blaue Boudoir, Trautchen, wird dein Stübchen, und in dem Eckgemach entfaltet sich die Herrlichkeit des Gatten. Das bisherige Schlafzimmer dünkt Paul viel zu klein; er will eine Wand durchbrechen lassen und erläutert seine Ideen. Das Schlafzimmer sei sozusagen das Heiligtum des Hauses; da verbringe mau die Ruhezeit des Lebens. Er versteht sich auch aus Ausstattungsfragen. Er will die Möbel bei Maple in London bestellen, die Wände mit dragonerblauem Rupfen bekleiden, und die Gardinen sollen Utrechter Samt sein. Die Betten sollen hier stehen — er zeigt die Stelle. Aber er erklärt: kein Himmel darüber; der drücke. Er wird sogar poetisch; er sagt: „Den Himmel tragen wir ja im Herzen" — und dabei küßt er seine Braut, die ein bißchen rot geworden ist bei der Erörterung über die Einzelheiten dieser Einrichtung. Aber sie ist sehr glücklich. Das also ist ihr künftiges Heim. Da schlägt ihr Mädchenherz höher; es kommt auch die Freude am Besitz. Aus tiefem Grau tritt sie in eine rosenrote Welt. Die Geldfrage spielt keine entscheidende Rolle mehr. Es ist nicht kleinlich, daß sie auch daran denkt. Die Sorge hat schwer auf ihrer Jugend gelastet: nickt der Mangel am Notwendigsten, sondern die Kargheit, Die allen Glanz von ihrer Seele stäubte, und die Enge, die ihre guicke Lebendigkeit zu Boden drückte, und die Mechanisierung des Alltagsdaseins, die jede freie Bewegung hemmte. Kein Wunder, daß sie sich auf größere Weiten freut. Aber die hätten ihr wohl auch Roeßler und Kruse und Dow« und Brigham bieten können — und sie wäre vielleicht doch immer noch in der Enge geblieben. Ihr ist ein höheres Glück geworden: das Aeußerliche wird verinnerlicht, und über allem Sichtbaren schwebt das Unsichtbare, über allem Geist das Gefühl, über allem' Zauber Die Liebe. Das weiß sie, und das dehnt ihre Seele, und das macht sie so glücklich. Im ganzen Köhlerschen Hause herrscht eitel Sonnenschein." Was man nie für möglich gehalten haben würde, ist geschehen: Franz A. Köhler hat sich einen neuen Frack machen lassen. Warum denn nicht? Das Geschäft mit Mppold Söhne ist erledigt; damit ist eine schätzbare Verbindung angeküüpst worden, die weitere Früchte tragen wird. Das Lager ist entlastet; aber es wird sich wieder füllen. Jonathan W. Brigham ist kein Mann, der nicht Persönliches vom Geschäftlichen zu trennen weiß. Er bleibt trotz Trantes Korbe dem Hause Köhler treu. Kautschuk, Kakao, Tabak, Farbhölzer und Bananen kreisen immer noch als leuchtende Sterne am Firmament. Da ist Herr Köhler leichtsinnig geworden und hat sich einen neuen Frack gekauft. Er hat ihn zugeknöpft, und unten schaut die weiße Weste heraus. Vor dreißig Jahren machte man das so, und er hält an der Ueberlieserung fest. Bei Frau Auguste tut es noch das Schwarzseidene von S'er Konfirmation Trautes. Aber es ist erweitert und modernisiert worden. Es sitzt ängstlich prall; eine rasche Bewegung ermöglicht es nicht. Das schadet auch nicht. Frau Auguste ist majestätisch geworden in ihrem Sichgeben; sie hat etwas Königliches bekommen: sie ist die Schwiegermutter von Paul L. Everstedt und triumphiert: sie hat es ja immer gewußt, daß es einmal so kommen würde. Auch Traute ich für den Verlobungsrout eine neue Toilette vergönnt worden: sie trägt ein Kleid aus viel- gefältetem, weißen Seidenbatist. Die Hübner hat es gemacht. Sie sieht reizend ans und ist plötzlich wieder ganz gesund geworden. Kein Herzweh mehr, keine Schläfenstiche, keine Appetitlosigkeit. Alle Kinder umringen sie bewundernd; Theachen kräht, Pauline betastet sie vorsichtig, Rolf macht ihr eine tiefe Verbeugung. Aber der Wagen wartet: keine gemeine Droschke, sondern ein Mietswagen, der fast einer Equipage ähnelt. Auf der Straße ist ein kleiner Auflauf entstanden; die Bäckerin nebenan, der Viktualienhändler und der Fleischer stehen vor ihren Türen. Auch die Leute aus dem Kontor haben sich eingefunden, um die Braut zu sehen: Siepmann, der Buchhalter, und Fräulein Weller, die Schreiberin. Traute beeilte sich, in den Wagen zu kommen; sie ist ein wenig verwirrt. Mer die Mutter genießt ihren Triumph; sie macht kleine Schritte und sieht pompös aus. Köhler geht hinterher. Der Ueberzieher ist alt, und hinten schaut der Aushänger heraus; aber der Frack ist neu, und das Herz jubelt fast ängstlich. Aus allen Falten seines schmalen alten Gesichts lacht das Glück. (Schluß folgt.) weshalb Urause die „Unöppe" erhielt. Manöverhumoreske von Fritz Arens (Bremen). Das Regiment hatte einen neuen Obersten bekommen. Wie jeder neue Vorgesetzte, so hatte auch Oberst von Kartog einen Spezialtick. Gewiß, Parademarsch, Gewehrgriffe, Schießübungen, alles das mußte ja sein, aber die Hauptsache war nach seiner Ansicht doch die richtige Orientierung im Gelände. Jeder Soldat, auch der dümmste, sollte nach der Ansicht des Herrn Obersten imstande sein, in pechdimkler Nacht mit Hilfe einer Karte und eines Streichholzes sich in wildfremder Gegend zu orientieren. „Meine Herren," so hatte der Herr Oberst zu seinen Offizieren gesagtz als er ihnen bei der Uebernahme des Regiments das erste Privatissimum über die Technik des Krieges Hielt, „da« einzige Geheimnis unserer militärischen Uebertegemjcit ist die Kenntnis der Karte. Richten Sie sich darauf ein, daß nach acht Tagen jeder Musketier imstande ist, Patrouillen selbständig zu führen oder Doppelposten in der Vorposienkette richtig auf- zubanen!" Tie Batailloiiskommaiideure nahmen pflichtschuldigst non denk Spezialtick ihres Vorgesetzten Kemitnis und erließen iveise Instruktionen an die ihnen unterstellten Häuptlinge. Tie Herren Hauptleute ergingen sich in langen Reden an ihre Herren Leut- nants, und dann begann der Drill. In den Jnstruktlonsstunden gab cs nur noch Kartenkunde, und das mit einer Gründlichkeit, daß den Leutnants die Schädel brummten und jeder von der Mannschaft beinahe die Reife für eine Geographieprofefsur erhielt. Ter Tag der ersten großen Gefechtsübungen rückte heran. „Meine Herren," sagte der neue Oberst kurz vorher zu den Offizieren, „ich erwarte von Ihnen, daß Sie bei allen Posten die dümmsten Kerle Ihrer Kompagnie nehmen, damit ich mich von der Durchbildung der Mannschaft überzeugen kann." Die dritte Kompagnie sollte gegen den markierten Feind auf Vorposten ziehen. Vorn lag die Feldwache, befehligt von Leutnant Müller. Diese Feldwache hatte neben den einzelnen Patrouillen auch die nach der Flanke hinausgeschobeneii Doppelposten zu besetzen. Der Häuptling der Dritten hatte bereits die Feldwache inspiziert. „Herr Leutnant Müller!" „Herr Hauptmann?" „Aus den rechts hinausgeschobeuen Doppelposten am .Kreuzweg stellen Sie den bünimfteu Kerl, den . . . ." „Krause, Herr Hauptmann?" „Richtig, 'ja, den Krause. Aber gehen Sie selbst mit und bauen Sie den Doppelposten, den 'Krause befehligen soll, richtig auf!" „Zu Befehl, Herr Hauptmänu!" „Sie wissen doch, wie der Doppelposten an dem Kreuzweg stehen soll?" „Zu Befehl, Herr Hauptmann!" Leise setzte er für sich hinzu: Keine blasse Ahnung! „Schön! Ich werde mich übrigens von der Richtigkeit selbst überzeugen!" Damit Mengte er d'apon, leise in feinen Schnauzbart 567 — brinnmcitb: Hoffentlich mächt's der Müller richtig, hab' nämlich kerne Ahnung! Leutnant Müller war unterdesseir tiefsinnig vor der Feld- wache auf- und abspäziert. Endlich kam ihm ein rettender Gedanke: „Unteroffizier Mertens!" »Herr Leutnant!" . --Auf den Toppelposten ganz rechts kommt Musketier Krarrse mit vier Mann. Verstanden?" „Zn Befehl, Herr Leutnant!" „Haben Sie auf Ihrer Karte den Kreuzweg?" „Zu Befehl, Herr Leutnant! Kreuzung 18,24." Leutnant Müller sucht die Kreuzung 18,24. Also dorthin sollte der unglückliche Krause. Merkwürdig, dachte er Bei sich, was doch so ein Unteroffizier alles weist! , „Richtig^ Nun bringen Sic den Kerl hin. Und bauen Sie Mrr die Posten richtig auf!" „Zu Befehl, Herr Leutiiant!" Sprach's und machte stramm kehrt. Rach einem' Augenblick erscholl aber auch schon sein Kommando: „Krause, Lehmann, Hauke, Kumik, Teyler!" Wie geölte Blitze flogen die fünf herbei. „Krause an den rechten Flügel!--Zwei Glieder formiert! •— Rechts um! - •— Ohne Tritt, marsch!" Nach ungefähr einer Viertelstunde hatte Unteroffizier Mertens mit Zeinen Getreuen einen Kreuzweg erreicht, der ihm der Richtige schien. „Halt! -- — Gewehr ab!--So, ihr Kerls, nun hört zu. Krause, Sie vor allem, weil Sie hier der Wachthabende, also der dümmste Kerl, sind! Krause, der Feind ist zu erwarten von ivoher?" „Von — von — —" „Da haben wir's! Vo>i Tifselsbach!" „Zu Befehl, Herr Unteroffizier!" -»Was must nun der Toppelposten mit seinem Gesicht tun?" „Nach dein Feinde sehen!" „Richtig, Krause. Wat sind Sie doch für ein schlauer Kerl! Na, der Einfachheit halber will ich selbst den Doppelposten aufstellen. So! Und alle Viertelstunden ablösen, Krause!" . Damit verschwand Unteroffizier Mertens. Na, dachte Krause bei sich, die Geschichte ist ja sehr einfach, der Unteroffizier baut den Doppelposten selbst auf; mehr kann man nicht verlangen! Frei aller Sorgen legte er sich unter ein Gebüsch, zündete sich eine Zigarre an und stierte in den blauen Himmel. Aber (er sollte f'-cf) nicht lauge seiner köstlichen Ruhe erfreuen. Auf einmal brüllte jemand: „Krauseeee!" Krause sprang entsetzt hoch. D i e Stimme kannte er. „Herr Leutnant!" „Was für eine verfluchte Schweinerei ist denn das? Natürlich, weil Sie der dümmste Kerl der Kompagnie sind, glauben See, das Recht zu haben, den Doppelposten verkehrt ausstellen zu dürfen. S o müssen die Leute stehen!" Leutnant Müller gab feine Anordnungen und verschwand Mit dem verheißungsvollen Zuruf: „Na, warten Sie, morgen!" ,Bei Krauses dickem Fell hielt die Gänsehaut nicht lange an. Gleichmütig suchte.er, als der Leutnant außer Sicht war, seine Zigarre wieder auf und träumte weiter. Mer das dauerte nur wenige Minuten, beim er hörte in der Ferne den Hufschlag eines Pferdes. „Wachhabender!" Krause stand schon bereit, slog an die vorschriftsmäßige Seite des Pferdes und brüllte: „Herr Hauptmann!" Der Hauptmann sah sich noch einmal den Doppelposten an Nüd machte dann ein Gesicht, als ob er weinen wolle. Jetzt Uber ging das Donnerwetttr über den armen Krause los. Das Ende vom Liede war, bag^er Häuptling den Doppelposten selbst richtig aufbaute. Mit einem Segenswunsch für bcn versteinerten Krause sprengte ber Gewaltige davon. Allmählich hörte das Entsetzen in Krauses klapperndem Gebein auf. Als er seinen Zigarrenstummel wieder in Brand hatte, war auch die Ruhe wiedergekehrt, und gleichmütig .meinte er zu seinen Kameraden: „Tree.Ecken von den Krüzweg hefst toi nu all probeert. Paßt mol op, off de veerte nich de richtige is!" Kaum hatte er ausgesprochen, da hörte 'er wieder das Getrappel eines Gaules. Ter Oberst kam angeritten. „Ter Doppelposten steht ja ganz verkehrt!" „Zn Befehl, Herr Oberst!" „Menn Sie das wissen, warum stellen Sie die Leute denn so hin?" „Hat ber Herr Hauptmann so befohlen, Herr Oberst!" „Wie stand der Posten denn vorher?" „So, Herr Oberst!" . „Tas ist auch falsch, Wachhabeicher!" -„Hat ber Herr Leutnant so befohlen, Herr Oberst!" „Und wie war's vorher?" „So, Herr Oberst, hat der Herr Unteroffizier befohlen!" „Himmelkreuzschockschwerenot! Wie muß der Posten denn stehen, Mensch?" , Krause dachte: Jetzt nehme ich die vierte Ecke, denn einen anderen Ausweg gibt's ja mcht! „So, Herr Oberst!" Der Oberst strahlte. Der einfache Musketier wußte also Be- schech. „Und Sie sind der düminste Kerl der Kompagnie?" fragte der Gestrenge ungläubig. „Zu Befehl, Herr Oberst!" antwortete Krause mit voller lleberzeugung. Kopfschüttelnd ritt der Oberst von dannen. Was er in der Kritik dem Häuptling und dem Leutnant Müller gesagt hat, ist der Nachwelt nicht überliefert worden. Festgestellt ist aber, daß beide vor Rührung über die liebevolle Ansprache noch minutenlang die Hand am Helm hielten, als der Oberst längst gesagt hatte: „Ich danke Ihnen, meine Herren!" Als Krause einige Wochen später im Schmuck der blank- geputzten Gefreitenknöpfe, die er durch die persönliche Verweim düng des Obersten erhalten hatte, zum Photographen ging und dabei seinem Hauptmann begegnete, hätte dieser bald vor Äerger über die Beförderung seines dümmsten Musketiers vor diesem Front gemacht. Ein alter Feldwebel, der das Gefechtsterraiu genau kannte, hat später festgestellt, daß der Kreuzweg 18,24 überhaupt nicht ber richtige war. Ter Doppelposten hätte auf 21,47 stehen müssen. Das hatte aber auch ber Herr Oberst nicht gewußt! Dom Heidekraut. Nur eilt Blümlein winket hier! Leibeblümlein ungesehen Mußt du blühen jmb vergehen. Keine Quelle rieselt dir Blümlein auf der Heide hier! Alohs Schreiber. Unser liebliches Heidekraut, das weit und breit bekannt und der reizvollste Mütenschmuck deutscher Berge, Wälder und Heiden ist, verrät zwar feinen fruchtbaren Boden, begeistert keinen Landwirt, hat aber doch int großen Haushalt ber Natur seine unbestrittenen Verdienste. Zunächst beansprucht es wegen seines hohen Alters auch Klassizität, denn die Höhen des Hhmettus waren überzogen von duftender Heide, aus deren Blüten die Bienen den berühmten Honig für Jupiter bereiteten, der allein würdig befmideit ivurde, von ihm genossen zu werden und überhaupt auf der Tafel der Götter zu erscheinen. Auf.diesem Gebirge war dem Donnerer ein besonderer Dienst geweiht und Zeus führte von diesen Höhen den Beinamen „Hymettikus". Ter.Name Erika entstammt dem Griechischen und bedeutet „ich breche", weil die alten Griechen an» nahmen, daß die Heidekräuter die Felsen spalteten. Man dichtete später den Erikazeen die Tugend an, daß sie das Eisen an die Oberfläche des Bodens brächten und daß es durch ihre Wurzeln emporgehoben werde. Hierzu hat wohl das Vorkommen von Raseneisenstein Anlaß gegeben. Tas gemeine Heidekraut, das in Norddeutschland so ausgedehnte Ebenen von vielen Meilen, wie z. B. die Lüneburger Heide überzieht, übt immerhin und überall einen geheimnisvollen Zauber auf bett Volksgeist aus. Tie so ninblüten Strecken sinb das Symbol der Einsamkeit und die Sage geht, das Heidekraut! sei von dem Blute der Heiden, die dort in blutigen Kämpfen fielen, unter den Hünengräberit liegen, so rot gefärbt worden. Eine märkische Sage aus Lüchow bei Salzwedel führt die rote Farbe darauf zurück, daß das Herzblut einer Braut, die ihrem! Geliebten untreu geworden war, die Heideblume rot gefärbt habe. Tas Heibekraut heißt dort deshalb auch „Brauttreue". Auch mancher Aberglaube hat sich au das Heidekraut geknüpft. Wo Wölfe hausten, band man ein Büschel Heidekraut der Elster zu Ehren auf einen hohen Baum, damit sie durch ihr Geschrei das Nahen des Wolfes, der natürlich den Herden schädlich war, verkünde. In der alten Medizin hielt man von der Erika viel. Wie dieses Kraut den Stein zermalme, erzählt Matthiolus. Es dient wider die Lähmung, gegen Schmerzen und Reißen ber Glieder, die Stein-Milz-Magen- und Rückenbeschwerden und vermehrt die Milch ber Frauen. Das hieraus gefertigte Oel kuriert bie alten, um sich fressenden Geschwüre, das Wasser und die Sehmerzen im Leibe, auch Schmerzen und Röte ber Augen. Nach dem Volksaberglauben bedeutet,es einen strengen Winter, wenn bie Heide gut und völlig ausblüht und je früher sie vor Jakobi (25. Juli) 'zu blühen anfängt und zwar von unten auf, desto früher soll auch ber Winter kommen. In beml mittelalterlichen Buch „die Bedeutung der Blumen" heißt es von der Heide: „Wer Heide ihm! selber treit, mit laube tob mit plüten, ber zeugt, daß er sin gemüdd zur nngesellschaft habe, wann Heide steht gerne inne der wilde, und halt ire wommug nit gerne bei anderm frühe." Natürlich hat die Heide auch unter den Poeten manchen Freund. Tie Heide „schämt sich", ist von ber verspäteten Blume unserer 568 Eriken noch immer ein landläufiger Allsdruck. Schon Walter pon der Vogelweide kennt ihn: — gegen den vinstern tagen Han ich not, wan daz ich mich rihte nach der Heide, bin sich schämt vor leide, so si den walt siht grnonen, do Wirts iemer tot. Jean Jacques Rousseau liebte es und hattö die größte Freude daran, Heidekraut zu suchen. Das Heidekraut genoß zu ferner Zeit die Ehre größter Popularität und wurde vielfach im Haar und auf den Tamenhiiteu als Schmnck getragen. Man verbannte jedoch bald die Heide und freute sich an bunterem Blumenschmuck. In neuester Zeit haben Annette von Droste-Hulshoff und Theodor Storm das Heidekraut stimmungsvoll besungen. Zwei Lieder, die den Preis der Heide enthalten von weniger bekannten Lyrikern, finden sich in dem Bnch „die Blumen im Lied" in Gerlachs Jugendbücherei (Bilder von Rudolf Sieck, Text von Hans Fraun-- gruber gesichtet), „im Heidekraut" von Fmuz Bechert und „lieber die Heide" von Karl Hunnius. Georg Hoerner, München. Vermischtes. kk. Für st l i ch e W ä s ch e g e h e i m N is s e aus alter Zeit. Ein bekanntes Wort bezeichnet den Verbrauch an Sehe als den zuverlässigsten Kulturmesser. Man könnte vielleicht etwas allgemeiner sagen, daß überhaupt das Reinlichkeitsbedürfnis ein sicheres Kulturbarometer bildet. Gar nicht allzu weit braucht man in der Geschichte zurückzugehen, um aus Zustände zu stoßen, die uns völlig unglaubwürdig erscheinen müßten, roriteit, sie nicht zuverlässig verbürgt. Ta starb in den Tagen Heinrichs IV. von Frankreich — desselben Heinrich, der jedem französischen Bauern sein Sonnlagshubn wünschte — eine Hosiväschelieserantiu, über deren Nachlaß beut Könige die Verfügung züfiel. Er überließ ihn im übrigen verschiedenen Miigliedertt des Hoies, aber ein paar Wäschestücke, als z. B. em paar Bettücher, behielt er sich selbst vor. Denn derartige Wäschestücke waren selbst am Hole des französischen Königs dazumal noch kostbare tmd rare Dinge. Es ist bezeugt, daß Heinrich als König von Navarra alles in allent nicht mehr als 11 Hemden besaß und daß diese 11 kostbaren Stücke sämtlich zerrissen waren. Ter König von Navarra in zerrissenem Hemde ist eine Vorstellung, die uns wenig königlich anmuten will. 1585 scheint er, als er sich im Felde befand, überhaupt kein Hemd bei sich gehabt zu haben, denn er schrieb dem Schatzmeister von Bsarn, ihm eins zu schicken. Erst gegen das Ende seiner Regiertmg besserten sich die Verhältnisse der königlichen Wäschekammer so daß sein Nachlaßinventar doch endlich 23 seine Leinen- und Seidenhemden aufzuweisen hatte. Aber das war beim auch eine königliche Wäschekammer, bte sich zu jener Zeit sehen lassen konnte I Eine bet angesehensten Prinzessinnen bes französischen Hoies aber hatte e i n Taghemd und e i n Nachthemd, und nachts wurde das Taghemd, am Tage aber das Nachthemd gewaschen, ein Verfahren übrigens, daß die Prinzessin selbst für recht unbequem erklärte. Man kann selbst in noch spätere Zeit herabgehen, um unglaubliche Zustände anzutreffen. Eine Modenenhett, die am Hofe Ludwigs XV. eingeiührt wurde, gab seiner Gemahlin Bl a r i a Lescinska Anlaß, sich über den einreißenden Sittenverfall auszufprechen. Sie fand, daß die neue Mode nach Protzentum schmecke. Wir anderen Damen vom Hofe hatten nur zwei Hemden; wenn sie gebraucht waren, wurden sie erneuert; wir sahen nicht wie die Fräuleins von heute, wie Grisetten aus. Was würde die Gemahlin Ludwigs XV. dann wohl sagen, wenn sie einen Blick in den Wäscheschrank einer heutigen Modedame werfen könnte! kf. Wie man ein volles Haus macht. Christine Nilson, die schwedische Nachtigall, gab einmal in Hamburg ein Konzert. Ihr damaliger Impresario war Moritz Strakosch, der Schwager und Lehrer der Adelina Patti. Mehrere Tage vor dem Konzert ging Strakosch, wie I. I. Schurmann im neuesten Hefte der „Annales" erzählt, in eines der größten Goldwarengeschäfte der Stadt und suchte sich ein wundervolles Scbmuckstück aus, das er im Schaufenster hatte liegen sehen. „Wie teuer ist denn dieses Kunstwerk?" — „Es kostet 8 500 Mk." — „Das ist ein wenig teuer; aber gut, ich kaufe es." — „Wohin dürfen wir es schicken?" — „Warten Sie, so weit sind wir noch nicht. Ich bin Bioritz Strakosch, der Impresario der herrlichen Sängerin Christine Nilson, von der Sie natürlich haben sprechen hören?" - „Gewiß, wie die ganze Stadt." — „Uebermorgen gibt Frau Nilson ein großes Konzert, für das jetzt die Karten verkauft werden. Wenn das Haus voll ist, wie das in allen anderen Städten der Fall war, so können Sie mich als Käufer dieses Schmuckstückes ansehen und es mir am Morgen nach dem Konzert mit quittierter Rechnung in den „Hamburger Hof" schicken. Wenn aber Plätze leer bleiben, so wird nichts daraus. Adieu." — Strakosch ging weiter und trat nach kurzer Zeit in Gesellschaft Schurmamis, der ihn auf seinem Wege begleitete, in ein zweites Juweliergeschäft, ivo sich die Szene fast wörtlich wiederholte. Beim Heraustreten aus dem Laden sagte er zu Schur- mann: „Die werden schon dafür sorgen, daß die Karten vertrieben werden. Gehen wir weiter." Und nun suchte Strakosch einen Juwelierladen nach dem anderen auf, um in jedem einen Kauf unter denselben Bedingungen abzuschließen. Am Konzetiabend war das Haus brechend voll, man schlug sich säst um die Karlen, nrrb Strakosch rieb sich vor Vergnügen die Hände. So traf ihn Schur- mann, der sagte: „Na, da wird Ihre Gattin morgen zufrieden sein." — „Wieso?" — „Nun, Sie wird doch dann eine Menge Schmucksachen bekommen." — „Pah! Nicht für einen Pfennig." — „Ader Sie Haden doch so viele Bestellungen gemacht." — „Freilich." — „Was wollen Sie denn antworten, wenn Ihnen morgen die Sachen abgeliefert werden?" — „Bis dahin werde ich nicht warten." — „Wie?" — „Hier ist schon ein Brief in 27 Exemplaren fertig, die ich in der Pause auf die Post geben werde." — Und Schurmann las nun folgendes: „Mein Herr, ich hatte Ihnen gesagt, daß ich mich als Käufer des ausgesuchten Stückes ansehen würde, wenn beim Konzert von Fran Nilson der Saal voll sein würde Leider aber sind mehr als 30 Plätze leer geblieben, und ich sehe mich infolgedessen veranlaßt, vom Kaufe zurückzutreten. In der Hoffnung, das nächste Stal mehr Glück zu haben, bin ich mit der Versicherung aufrichtigster Hochachtung Moritz Strakosch." "Ein Schloß, das sich anfAnrnf öffnet. Eine seltsame Mär läßt sich der „Corriere" aus London berichten: Der Physiker Thorne Baker soll ein Schloß konstruiert haben, das sich auf einen bestimmten Anruf hin selbsttätig öffnet, genau wie die Höhle im Märchen von Ali Baba und den 40 Räubern. Tie näheren Angaben, die das Blatt über die seltsame Erfindung hm- zufügt, zeigen übrigens, daß bte Erfindung durchaus möglich ist. Tie menschliche Stimme dient nämlich nur dazu, das Oeffnen des Schlosses auszulösen, das sonst elektromagnetisch betrieben wird. Ter Grundgedanke, auf dem das geistreiche Schloß beruht, ist folgender: eine Platinfvitze liegt in unmittelbarer Nähe eines ge- spannteii Klavierdrahtes, so baß keine Berührung natifindet. Im Augenblicke, wo bte Saite in Schwingungen versetzt ivirb, ivird hierburch ein elektrischer Strom geschlossen unb bie Feber bes Schlosses ge- öffiiek. Slatürlid) kann eine ganze Reihe solcher Auslösungen angebracht werben, ivobei die einzelnen Saiten auf verschiedene Töne abgeftimnit sind. Dann ist nur der imstande, das Schloß zu öffnen, der den Zauberschlüssel des Sesam öffne dich in seiner Gewalt hat. Allerdings gehört dazu, rote uns scheint, auch eilte ungemeine Treffsicherheit, um die richtigen Töne herauszubringen. Sonst singt man seinem Schlosse das schönste Leitmotiv, auf das es sonst zu hören pflegt, einen Viertelton zu hoch ober zu tief vor unb bas Schloß rückt und rührt sich nicht. * E i n e E h e z w i s ch e n T o t en. In verfchiedeneti Gegenden Chinas besteht die ganz eigentümliche Sitte, eine Ebe zwischen Toten zu fti'ten. Ter „Eclair" gibt darüber interessanten Aufschluß. Ist in einer Familie ein junger, noch unverheirateter Blann gestorben, so herrscht bei den Eltern und Verwandten große Trauer darüber, daß ben Frübverstorbenen nun bte Ehelosigkeit im Jenseits erwartet. Um diese traurige Lage von ihm abzuwenben, sieht man sich nach einer Braut für ihn um: man hält Ausschau nach einen ebenfalls vor kurzem verstorbenen jungen Mädchen. Bet dessc Familie macht der Vater des Verstorbenen einen Bestich unb sofort werden zwischen beiden Familiemiäuptern Eheverhanblungen geführt, gerade als wenn es sich um lebendige Brautleute handelte. Schließlich kommt es sogar zu Hochzeilszetemonie», wobei unter Anwesenheit sämtlicher beiderseitigen Verivandten die Bahre des jungen Mädchens zum Grabe des toten Bräutigams feierlich getragen wird. Tie beiden sind nun nach dem chinesischen Vosts- glauben im Jenseits für immer vereint und haben das Uebel der Ehelosigkeit überwunden. * Eingegangen. Kellner (beim Berechnen der Zeche) s „Sie haben zwei Glas Bier, macht vierzig Pfennige, — ein« Zigarre, fünfzig, — eine Taffe Bouillon, achtzig . . ." -7- Gast (ironisch): „Zwei Fliegen waren in der Bouillon." — Kellner; „Zwei Fliegen ä zehn: macht zusammen eine Mark!" * Die Xanthippe. Sie: „An tont denkst du?" — Er: „An dich, mein Lieb," — Sie: „Das wollte ich dir auch geraten Haben!" ~ . * Stimmt. „Kann man Wchren Dackl auch mit einer Schüssel Würste allein lassen?" — „Warum net; is eahm auf red n Fall lieber, als wenn man zuschaugt!" Charade. Recht viel schenk' dir der Hlmmel von den ersten Beiden, Bewahre dich vor Trübsal und vor bösen Leiden. Wenn Kummer nur und Sorgen arg dein Herz beschweren, Kannst du bisweilen dich der Drei-Vier nicht erroelften. Sind alle Silben nun zum Ganzen eng verbunden, So hast du unverhofft ein großes Glück gefunden. Auflösung in nächsten Nummer. Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer: E G G E G L A 8 G A N 8 E t E Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße».