Donnerstag den Mal v ZKWMt K^WUsL WWiMWfW öEW Wg^MM 'MEMWW» ÄWZMWSSösWI tzerzeioMe. Vornan von Georg Freiherrn von O m P t e d L, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wir hatten ein winziges Hans gemietet, das einzige, das zu haben war. Das ließen wir nicht nach üblichem Muster von einem „Dekorateur" aus Berlin einrichten, sondern wir machten alles selbst. Erst das Schlafzimmer, damit wir doch wenigstens ein Gelaß für uns hätten, das in Ordnung war. Dann folgten die anderen Zimmer. Alles stellten wir selbst, alle Bilder hingen wir beide auf. Ich stand auf der Leiter und hämmerte. Maria mit dem „berühmten Augenmaß", wie wir zum Scherze sagten, rief: „Weiter rechts — höher Oefer". Und nach jedem Bilde gab es eine Freude über unser Heim, eine Bewunderung, die vielleicht andere Menschen nicht teilten, die uns aber selig machte. Nun erst das Ereignis, als wir Gäste bei uns hatten,! Maria war aber auch zu reizend als junge Hausfrau. Drei Lage vorher begann schon die Erregung. Alles wurde mit mir besprochen: die Anzahl der Butterbrötchen zum Tee r— denn —- nun mögen andere, die Diners von vierundzwanzig Personen geben, über unsere Aufregung lachen — es war nichts als ein Dee! Dann, ob nur der Bursche servieren oder auch die Jungfer helfen sollte, am Ende gar die Stall- ordonnanz? Doch nein, das war ein braver pommerscher Junge, der die Pferde blank hielt wie einen Spiegel, aber aufwarten konnte er nicht. Ich glaube, er hätte sofort beim Eintreten den Tee tisch umgerissen .! Endlich rückte der große Tag heran. Marias Mutter hatte aus Berlin allerlei Süßigkeiten geschickt, die wir in silberne, durchbrochene Körbchen, das Hochzeitsgeschenk eines Freundes, verteilten. Das Teewafser summte, denn es sollte »Acht draußen aufgegossen werden, Maria wollte ihre schöne Teemaschine zeigen, die sie von den Eltern bekommen hatte. Ich hatte für die Herren in meinem Zimmer Zigarren bereit- gestellt. Wir beide standen im Wohnzimmer — dem Raume, in dem wir lebten — denn Marias „Boudoir" betrat sie fast nie. . „, , i—1 Es ist nur da, weil ich dje hübschen Rokokomöbel habe fe pflegte sie zu sagen. Sie war einfach gekleidet. Nie zog sie sich wie eine Mo'dÄdame an — nie aber sah sie altmodisch aus oder vernachlässigt. Ihr stand alles, was sie nur anlegen wollte, denn alles wußte sie auf besondere Art zü tragen, so daß ich immer das Gefühl hatte: das besitzt nur sie so und keine andere. Sie verstand die Hüte 'zu biegen, zu drehen, und ne bekamen dadurch eine völlig andere Gestalt. Sie zog Falten und Falbeln zurecht, daß sie für ihre Größe paßten. Ms wählte Farben, die wie eine Ergänzung zu ihrem schwarzen! Haar,, zu ihrer weißen Haut stimmten,. Wie sie so dastand neben der summenden Teemaschine, konnte ich nicht anders, fiel ihr um den Hals und küßte sie zum Ersticken. Sie rief zwar empört: Du zerdrückst mich ja ganz! , Aber sie war nicht böse. Wir hatten auch noch Zeit, Lis die ersten Gäste wirklich kamen. Als sie dann erschienen — nur Herren und Damen vom Regiment .— kam Maria ihren Hausfrauenpflichten nach, als hätte sie nie anderes getan. Sie saß bald hier, bald dort unter den Gästen Und redete mit ihnen, als kennte sie alle seit Fahren. Sie führte die zusammen, die besonders zueinander paßten. Sie trennte solche, von denen bekannt war, daß sie sich nicht verstanden. Sie wußte aus alle Leiden Md Freuden dieser Menschen einzugehen, die von sich oder vom Nächsten erzählten mit jener Wichtigkeit kleiner Orte, wo das Geringste zuM Ereignis wird. Dabei blickte sie mich! ab ilnd zu an, Und es war, als fühlten wir beide den Augenblick, denn zu gleicher Zeit suchte auch ich ihren Blick. Unfr im Grunde hatten wir beide nur einen Gedanken. Als ich neben sie zu stehen kam, flüsterte sie ihn mir ins Ohr: — Wenn wir doch erst wieder allein wären! Mir ging es durch alle Glieder, es durchzuckte mich tote ein elektrischer Schlag: eine unendliche Sehnsucht überkam mich, wieder allein zu sein mit meinem Weibe. Den Augenblick konnte ich nicht mehr erwarten, daß die Gäste uns verließen. Am liebsten hätte ich jeden einzeln gefragt: „Wieviel Uhr ist es eigentlich?" oder: „Sie versäumen doch nichts?" Mir brannte der Stuhl. Mich quälten die Dienstgespräche der Kameraden; das Gerede der Damen über die Bekannten, die Mode, die Gesellschaften hätte mich rasend machen können! Und immer, immer noch fanden unsere Gäste nicht den Weg zur Tür. , Endlich standen einige auf. Einzelne gingen. Andere setzten sich von neuem, und ich blickte Maria verzweifelt an. Es waren Damen, die meiner Frau eigens beweisen wollten, daß mau sich angenehm bei uns fühlte und bestrebt war, ihr näher zu kommen. Es waren liebe, gute Menschen, über die wir uns hätten freuen sollen, die unsere Ungeduld, nicht verdienten. Doch als wir endlich die letzten Gäste, den Major mit einer Frau, zur Tür geleiteten und als das Ehepaar, fast >chon draußen, noch einmal umkehrte, um uns für den kommenden Sonntag zu Tisch zu bitten, da hätte ich fast „Nein" gesagt, nur ntn sie los zu werden. Wir taten aber anders; nach einer kurzen Verständigung durch einen Blick nahmen wir an. Dann: Händedruck und Handkuß, die Dur fiel zu, urrd wir traten in das Wohnzimmer zurück. Sobald wir allein waren, hielten wir uns umschlungen und küßten einander, als hätten wir uns viele lange Jahre nicht gesehen. Dann aber kam die Glückseligkeit des BewußtseinK über uns, daß wir wirklich wieder für uns waren. Wir be- aannen zu tanzen wie auf dem Ball. Wir drehten uns unter deut Kronleuchter im Kreise auf dem Teppich. Und als de< — 294 Uns ZU stören begann,- schoben wir Stühle, Sofa, Tisch beiseite und arbeiteten int Schweiße unseres Angesichts wie die Kuli, um Platz zu machen, den Teppich umzu!- klappen. Aber gerade als wir mit unserem Werke fertig waren, trat der Bursche eüt. Er blieb fassungslos stdheu. Unser freiwilliges Reinemachen, an das er wohl glaubte, begriff er nicht. Und- auch wir mochten nun nicht mehr tanzen. Wir ließen alles stehen, wie es war und retteten Uns in mein Zimmer. Dort setzten wir uns auf den Diwan, sahen uns in die Augen, und ich fragte lachend: — Nun sage mir einmal, Maria, was hat man davon? Sie stöhnte nur: Gott sei Dank, daß es vorbei ist! — Nicht wahr, das tun wir nie wieder? — Nie wieder! Dann aber erzählten wir uns Unsere Eindrücke. Sie wollte genau wissen, was jeder einzelne geredet, wovon ich mit dieser Dame gesprochen hätte, wie lange mit jener. Wir befragten uns ängstlich, wie unsere Gäste den Tee und wie sie die Butterbrote gefunden hätten. Ob der Bursche sich anständig benommen hätte, ob die Leute zufrieden gewesen wären. Schließlich fanden wir alles gut und gelungen, und waren mit Allerhöchstuitsselbst sehr zufrieden. Am zufriedensten aber darüber, daß tvir allein waren. Wir zogen uns sofort um — ich! bequemes Zivil, denn heute war ich! entschlossen, nicht einen Fuß mehr aus dem Haufe zu setzen — Maria ein Hauskleid. — Das kann ich zerknautschen, wie ich will! — meinte sie dazu. Darauf gingen wir ins Wohnzimmer, wo noch vor einer halben Stunde förmlich und feierlich die Teegesellschaft gesessen, und begannen uns zu. erzählen. Wovon sprachen wir? Von unserem Glück ■— Nur immer und immer von unserem Glück. Bon dem, das wir gehabt, uns zu finden. Ich sagte zum Scherz: i—- Wenn ich nun in Pernese einen Tag vor euerer Ankunft abgereift, wäre? -Maria war erschrocken: — Nm Gottes willen, das wäre ja fürchterlich ß'o wesen! Doch bald tröstete sie sich- und meinte nun ganz beruhigt: — Dann hätten wir uns in Mentone getroffen, in Vordighcra, San Remo, in Nizza, in Nervi oder irgendwo anders. Denn getroffen hätten wir uns ganz bestimmt. Ich- zog meiner Frau Stuhl zu mir, und !vie wir so nebeneinander saßen, die Schläfen aneinander geschmiegt, dis Hände verschränkt, daß meine großen, langen Finger ihrs zarten, kleinen umspannten und unsere Schultern sich berührten, fragte ich: — Weißt du denn das so gewiß? Sie war ernst geworden, als handle es sich um eine große Feierlichkeit, sie antwortete langsam: — Ganz gewiß! Ich dankte ihr durch einen Kuß. Es wär schon dunkel geworden, denn die Tage würden kurz. Wir liebten beide diese Dämmerungsstunde, in der die Gedanken freier sirren als am lichten Tage, in der die Seelen sich weiter öffnen, wie eine Iris int Menschenauge größer wird in der Dunkelheit. Mir schwirrten Fragen durch den Sinn, aber ich schwieg und ließ bett Zauber der Stunde auf mich wirken. Maria begann zu sprechen. Ganz leise, als hauche sie mir ein tiefes Geheimnis ein. Ich sah sie nicht an, ich lauschte nur ihrer leise verschleierten Stimme: -- Ich bin immer überzeugt gewesen, daß Menschen füreinander bestimmt sind! Ich glaube, ich hätte tun können, was ich wollte — dir wäre ich begegnet. Ich habe denen, die früher um mich ungehalten haben, nein gesagt, weil ich immer nur den wollte, zu dem es mich auf den ersten Blick triebe. Ms ich dich damals in -Pernese sah, denke dir, wußte ich sofort: der ist es. Sie schwieg, und ich küßte im tiefer niedersinkenden Dunkel ihre Hand. Sie sprach weiter: — Und denke dir, ich hatte nicht Angst, du möchtest mich nicht sehen, und weitergehen. Ich wußte, du mußtest kommen! Fritz, ich! habe so eigene Gedanken oft, und heute möchte ich dir etwas beichten, das Einzige, das ich in unserer Ehe für mich behalten habe. Du brauchst nicht zu er-? schrecken. Es sind nur Gedanken, Gedanken, ja . oder, wie soll ich es neunen? — Ahnungen vielleicht. Es find dUmme, dumme Gedanken, aber ich kann nichts dafür, daß sie mir gekommen sind. Mir ist ess als wäre meist Glück zu groß! Zu groß? — fragte ich! leise, und sie fuhr flüsternd fort: Ich bin so glücklich, so namenlos glücklich, daß ich fühle, wie es nicht so bleiben kann. Ein Mehr ist nicht! möglich. Was soll da also geschehen? Ich .... ich denke! manchmal, das Glück der Menschen dürfte doch nicht so ungerecht verteilt sein, daß die einen alles haben und die anderen nichts. Daun weht mich- der Gedanke an, nur von fern, nur ganz leise, das könnte so nicht bleiben. i—Wie — wie meinst du das? Maria legte den Kopf dicht an meine Wange und sprach nun so leise, daß ich kaum mehr verstand: r- Ich meine, mein unsägliches Glück kann nicht lange dauern! Es ist zu groß, zu herrlich!. Es muß ende«, bald einmal. Ja, Fritz, sei mir nicht böse, ich muß dir doch sagen, was ich fühle. Es muß — ich glaube — ich werd-e nicht lange leben! Das traf mich jäh. Ich fuhr zurück von ihr. Doch j nur für einen Augenblick, dann schloß ich mein Weib in die Arme, küßte ihr Wangen und Stirn, Augen, Schlafen und Mund, streichelte und liebkoste sie, nannte sie mit zärtlichen Namen. Aber eine fürchterliche Angst hatten die Worte in mir erweckt. Bor meine jäh erregte Phantasie trat per Gedanke, ich könnte Maria wirklich verlieren, so lebhaft, so schmerzlich, daß ich sie an mich preßte, sie hielt, als müßte ich sie verteidigen, und ich rief als wollte ich mich selbst vor dein Gaukelspiel der Sinne schützen: >— Maria, du darfst mich nicht verlassen, nie, hörst du? Was sollte aus mir werden ohne dich? i— Ich will bei dir bleiben ! i— Immer, Maria? H Immer und ewig! Wir waren ruhiger geworden. Wir kehrten zur Wirklichkeit zurück, und es schien uns beiden, als hätte irgend etwas Sonderbares auf uns gelastet. Etwas Unerklärliches, das wir jetzt gar nicht mehr begriffen. Wir richt- teten uns auf. Maria sagte nachdenklich: >— War das nicht eigen? Welche Ahnungen man doch manchmal hat! 9(1111 begannen wir beide zu lachen über die Stinw mung, die uns noch eben im Bann gehalten hatte. (Fortsetzung folgt.) Die rialterücksälle. Dr. A. Peppler, Vorsteher der Wetterdienststelle Gießen. Es ist eine Eigentümlichkeit unseres Klimas, daß voiN Winter zum Sommer die Wärme nicht-gleichmäßig zunimmt,- so wie die Sonne sich von Dag zu Tag um einen bestimmtest Betrag höher über den Horizont erhebt, sondern daß der Wärmeanstieg in unregelmäßigen Sprüngen erfolgt; auf Perioden der Wärme folgen scharfe Rückschläge, die die Temperatur unter den Normalwert herabdrücken. Besonders im Mai und Juni sind diese Kälterückfälle häufig und gefürchtet, da sie an der jungen aufsprießenden Vegetation oft großen Schaden anrichten. Seit Jahrhunderten schon spielen diese Eigentümlichkeiten der Witterung im Volks- munde eine große Rolle und sie haben sich zu zahlreichen Wetter- und Bauernregeln verdichtet, in denen diese Wetterregeln mit den mannigfaltigsten Zweigen des praktischen Lebens in Beziehung gefetzt werden. Im Volksmunde haben die Külterückfälle eine Verlegung auf ganz bestimmte Tage erfahren, die ohne innere Gründe meist int Anschlüsse an bestimmte Legenden oder Kalenderheiligc erfolgte. Am bekanntesten sind die drei Eisheiligen, Mamertus, Pankratius, Servatius, am 11., 12. und 13. Mai. Bei einer wissens schaftlichen Prüfung der Regel, ob wirklich an diesen drei Tagen mit besonderer Vorliebe Wlterückfälle eintreten, ist oft übersehen worden, daß die Eisheiligen wie die meisten Bauernregeln ihren Ursprung vor die Gregorianische Kia-, lenderreform zurückführeit lassen. Dadurch wird eine Untersuchung, die sich aus den 11., 12. und 13. Mai erstreckß ganz illusorisch, denn die Eisheiligen haben durch die Käleuderreform eine erhebliche zeitliche Verschiebung er-, fahren. Bekanntlich! war der Gregorianische Kalender dem alten Julianischen Um 10 Tage voraus. Schon zur Zeit der Reform im Jahre 15.82. machte man gegen feine. Mila 295 — «ffinttt'rf oelteni)1 daß durch die Berschi-ebvng der Wetter- I kälteste Monat im Jahre. Achülfthe Verhältnisse! trifft man,. Effifi K nnmMich sÄich nach den Regeln wenn man von der Erdoberfläche sich i» d e freie Atmo- Ln. richten den ältesten Jetten war nur Servatius als I sphäre erhebt; nut zunehmender Höhe verschiebt sich die Eisheiliger bekannt, undaußerfflS Urban am 23. Mai, größte Kälte auf den Frühling und in 4-5 Lm Hohe M wälirend die beiden anderen Eisheiligen erst päter dazu- I der Mai der kälteste Monat, ^m Kegensatz hierzu findet aekonuuen sind Die Ursache ist die, daß in den alten Ka- I in der Nähe der Erdoberfläche bereits eine starte Erivar- lendern die stahl der Heiligen noch sehr gering war, an die I mung der unteren Luftschichten statt, denn die Früh Ungs- Ln die WefZregel ankuüpfen konnte. In der Mitte des sonne erhitzt den Boden schon stark der seine WarMo den Mai war nur Servatius zur Verfügung, wenn man aus- I über ihm lagernden .^nftinassen mittellt. .. ’ L J drücken wollte, daß um die Mitte des Monats Fröste bevor- Art der Erwarmung von unten herauf an warmen Tvaen stehen. In Wirklichkeit wurde die Verschiebung um zehn sehr gut beobachten, denn der Vorgang verrat M ^asmn Tage durch die Kalenderreform keineswegs störend emp- I durch das.Zittern der Luft über dein er )cht finit;eit, da die Wahrscheinlichkeit für einen Kälteruckfall diese Erwarmung längere Zeit braucht nm sich höheren um die Mitte des Monats ungefähr dieselbe ist tote zu Schichten Mitzuteilen und gegen die kalten polaren Lust Miikaita des Mai I raume vorzudringen, bilden sich große Warmegegensatze, » «ffiutooft »af MC Wl.C--.M- Ich-« -ft M--U Ä'ätoÄÄÄSÄM des hohen praktischen JUteresses, das ihnen zukommt, untm> | $ 0$eren Atmosphäre. In dieser Verschärfung, und Zusucht und die darauf bezüglichen Wetterregeln geprüft. Es I rg^mendränaung der Temperaturgegensätze ist die eigent- tourde wenigstens das bestätigt gefunden, daß Kalternckfalle I iiriadhe der Kälterückfälle zu suchen. Werden die Gegen- eine sehr allgemeine Erscheinung sind und mehrwder weniger W W«»“1 i wobeidie deutlich in ganz Europa austreten. Auch die über fast Wtzezu aroß oaun rominr«> ä h u/tb per hundert Jahre daueriid drwchgeführten Temperaturmessmi- «ckten ^u^mafwu^von ^ten Vordringen, was bald gen zu Frankfurt a. M. („Das Klima von Frankfurt a. M. j ^d sehr rasch, wie in Nordamerika in Form Von Dr. Ziegler und Prof. Dr. W. König, ergänzt I 31 K^^welle geschieht. Immer'erklärt sich der Eiü- ueuerdings von Prof. P. Heide prim), zeigen deutlich I bines Kälterücksalles sehr leicht aus den über der die Existenz der Kälteruckfalle. Sie treten tu der mittleren I . öx^{cfieit Halbkugel herrschenden Witterungsverhältnissen; Jahreskurve der Temperatur als ausgeprägte Sprunge £ auf der Wetterkarten für ein bis hervor, die beweisen, wie unregelmäßig der -Anstiegs per I ' $ h/^et keine wesentliche Schwierigkeit. Nur die Wärme im Frühjahr uitfr «ommer erfolgt. Besonders iin I | -m e{)]C)t Jahre im Mai sommerliche Mai springt die Temperatur beständig aus und ab, ohne daß herrscht, und im folgenden zur selben Zeit Frost und jedoch bestimmte Tage besonders bevorzugt waren. Man | gF ^Xetcitioit vennchien, macht einer Erklärung muß daraus den Schluß ziehen, daß die Eisheiligen ihren | Schwierigkeiten Möglich ist, daß diese von Jahr zu Jahr Ruf als Frostbringer zu Unrecht haben; ste neigen Nicht EffiXit Ursprungs' mehr dazu wie jeder andere Tag rm Monat, so daß mau die I 0 ( .. ct)üa blu.c!) ^eräuberuugen in der Wärmestrahlung Regel von den Eisheiligen dahin andern muß, daß man 1 ' ,u suchen sind, die in letzter Linie die Beherr- sagt: Kälterückfälle sind rm Monat Mac allerdings häufig, | { von Wind und Wetter ist. So klein diese Aende- aiber es ist kein bestimmter Tag in besonderer Weise bevor- I n erscheinen und so wenig sie unsere Apparate zngt. IN der langjährigen Temperaturkurve von Frank- I ß” vermögen, um so größer können doch ihre Wir- surt steigt die Wärme von 12.4« am 7. auf 13.9° am 12 messen Implizierten Mechanis- worauf sie sich in unregelmäßigen -Sprüngen bis zum Ende I ™”ß Erdatmosphäre sein. Um diese zu erforschen,, muß des Monats auf 16.8° erhebt. Auch der Ium ist wie der I meteorologische Forschimg in die Atmosphäre Vordringen Mai in seiner ersten .Hälfte noch häufig von ualteruckfnlle.n I p eigentliches Reich, das Luftmeer, mit Ballon und heimgesucht, die aber nur noch selten Frost bringen, da die I ber Beobachtung zugänglich machen. Diese For- Temperatur sich schon erheblich über den Gefrierpunkt er- I sEnngsmethode ist in uuserer Zeit in ungemein raschem hoben hat. Ein besonders scharfer Temperatursturz, tritt I ;,siMühen begriffen, nachdem man allgemein erkannt hat,- um die Mitte des Monats ein und zwar vom 10. bis 19. | .. . $. Hyffnung der Witterungskunde in der Höhe liegt.. Während in Frankfurt in den ersten Tagen des Monats uup v J ________ sich die Temperatur schon auf 18° erhoben hat, geht sie I gegen den 10. plötzlich auf 17° herab, also um über 1 . I ämSaw« tzox CailQkbititCit Dieser Rückschlag ist der schärfste iin ganzen Jahr und über- I COqOHS «... trifft auch die Rückfälle im Mai erheblich. Im Volksmunde | Die Amerikaner betrachten nut Stolz ihren Edison als findet man jedoch kaum eine Bauernregel, die dem Er- I ejne Verkörperung des Geistes des neuen Amerika wo un-- wähnung tut, was sich nur daraus erklären läßt, daß um ^schövfliche Kraft des Willens, Zielbewußtsein, Arbeitsfreude die Mitte des Monats die Wärme bereits so groß ist, daß „i d em uuerschütterlicher Optimisinus alle menschlichen Kräfte auch ein schärferer Tcmperatnrrückgang praktisch ohne erheb-i Zähigkeiten zu den größten Anstrengungen und den liche Bedeutung bleibt. Dem Landwirt wird ja nur dann I , . Leistungen befähigt. ' Und der berühmte Erfinder ein Temperaturrückgang anffallen, wenn er ßtuigt, I i n , bel- menschgewordene Optimismus der Über den ^Gef'rierpunlt erhoben °hüt, eher "möglich ist als I amerikanischen Nation gelten, hat er. doch jetztnui: dem im Juni Auch sind Maifröste schon deshalb gefährlicher, j ruhigen Lächeln der -Lelbstverstaudlichleit einem Besucher da die zarte Vegetation in ihrer ersten Entwicklung weniger j erzählt, daß er erwartet, 150 Jahre alt zu werden und daß widerstandsfähig ist. . er sich freut, noch so viel Zeit zu fruchtbarer und rastloser Die Frage, unter welchen allgemeinen Bedingungen j Arbeit zu haben. . , die Kälterückfälle eintreten, warum sie im einen Jahre 8 Die Aeußernng Edisons ist eine Antwort auf eie Erseh r scharf, im andern gar nicht Hervortreteti, ist fchon | jIärun(l bekannten Millionärs und Geschäftsmannes wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung ge-I « ftuS Chicago, der sich als 65jähriger von den Gewesen. Das Problem ist zurzeit nur annähernd gelost. -urückzieht, „um nun zu leben". Stubbs vertritt Mail weiß, daß die Kälterückfälle keine lokale Erscheinung I f) t °, ber aftljefte arbeitende Geschäfts- sind, sich auch nicht allein auf Europa beschränken, sondern die Anschauung, daß auch ver zayefle aronr^^ , sich in den meisten Ländern der gemäßigten Breiten vor- | mann sowohl NN p j . . dilter von 65 Jahren finden. Im Jahre 1910 hat ein derartiger Kalteetnbruch, seines eigenen Wohles spätestens m cincm .l ier ton ) der sich von Norden über die Bereinigten Staaten von sich von der Arbeit zurnckziehen müsse, um noch lauge zu Nordamerika ausbreitete, einen Teil der dortigen Banin- I fe[iert. Der Eisenbahnkönig Harriman sei nur darum ver- wollernte vernichtet. I hältnismäßig jung gestorben, weil er den ganzen -vag und Um zu verstehen, wie diese Kälterückfälle zustande kom- | die gmije Nacht über immer neue große Pläne ansarbeuete Uten, muß man sich die eigentümlichen Wärmeverhältnisfe | U)I-) durchgrübelte. des gemäßigten und polaren Klimas vergegcnwZrtigeu. ytt I Cdison empfing seinen Besucher nach Schluß feines Deutschland tritt die größte Kälte gegen Ende des Winters I Arbeitstages und meinte lächelnd: „Ich kann eilt, aber je weiter man nach Norden sortschreitet, um so I • * । denken und doppelt so lange arbeiten als kälter werden die folgenden Monate des Frühlings und rm 8 dopp i Stubbs und das nur darum, weil mein polaren Micha ist sogar vielfach .erst. her WÄ u.-ck Aprft dxx ' Hamman oder Stuvvs uno oas ' — 296 — Lebenssystem vernünftig geregelt ist." Dabei gab der berühmte Erfinder zugleich einen Einblick in sein Rezept der Langlebigkeit. Man soll vernünftig essen, man soll vernünftig schlafen und man soll sich vernünftig kleiden. „Warum grübelte Mr. Harriman des Nachts, wenn er im Bette lag? Weil er zu viel gegessen hatte. Alle unsere großen Geschäftsleute essen zu viel und dabei nicht so rationell wie ein Lastträger, der körperliche Anstrengungen überwindet. Man überhäuft die menschliche Maschine mit zu viel Kohle. Ich esse nur soviel, als ich zur Ernährung gebrauche, und das ist sehr wenig: bei jeder Mahlzeit kaum eine Handvoll fester Speisen. Aber das Ergebnis ist auch, daß ich 30 Sekunden, nachdem mein Kopf das Kissen berührt hat, fest schlafe. Harriman verbrachte von acht Stunden, die er im Bette lag, vier mit Nachdenken. Ich liege sechs Stunden im Bett und schlafe diese Zeit durch, einen gesunden, tiefen Schlaf. Nie in meinem Leben habe ich geträumt. Heute bin ich 64 und kann besser als je arbeiten und denken. Dieses Gerede von der Notwendigkeit, in einem gewissen Alter der Arbeit zu entsagen, ist Unsinn. Ich begann zu arbeiten, als ich 12 Jahre zählte, und ich hoffe weiter zu arbeiten, bis ich 150 Jahre alt bin. Mein Paradies liegt auf dieser Erde. Mein körperlicher Zustand ist ausgezeichnet, und das auch nicht zum wenigsten dank dem Umstande, daß ich mich vernünftig kleide." Dabei zog er den Schuh vom Fuße und zeigte, daß seine Fußbekleidung zwei Nummern zu groß ist. „Sehen Sie, genau so halte ich's mit den Beinkleidern, mit den Hemden, jeder Ader und jeder Sehne wird damit die Möglichkeit gegeben, ungestört die Arbeit zu verrichten, um derentwillen sie da ist. Keine von ihnen wird je eingeengt. Mein Körpersystem hungert Bakterien aus, und sie haben es auch aufgegeben, mich mit Krankheiten oder Leiden zu bedenken. Mein Laster? Ja, ich kaue Tabak. Meine Frau erhob früher geharnischten Einspruch dagegen; aber seitdem sie weiß, daß der Oberrichter der Vereinigten Staaten auch kaut, hat sie ihren Widerstand aufgegeben und hält die Angewohnheit für höchst respektwürdig..." Vermischtes. * Wie groß i st ein Am eisen st aat? So mancher, der dem Gewimmel der Ameisen zusah, hat sich gefragt, wieviel solcher winzigen Geschöpfe ein Ameisenhaufen beherbergen mag. Dieses Problem versuchte der Genfer Professor E. Pemg zu lösen. Zunächst untersuchte er einen 60 Zentimeter hohen Haufen der roten Waldameise, indem er Schwefelkohlenstoffdämpfe einströmen, den Haufen abtragen, in einen Sack packen und die getöteten Ameisen in einer Scheune auszählen ließ. Es zeigte sich, daß in diesem Falle dem menschlichen Wissensdurst 22 580 Ameisen und 13 500 Larven zum Opfer gefallen waren. Diese Methode der Zählung ward jedoch nicht beibehalten, denn sie berücksichtigte ja nicht die große Schar der Arbeiterinnen, die auf der Nahrungssuche gewesen waren, während über die Zurückgebliebenen die Katastrophe hereinbrach. Darum wandte man sich einem anderen Verfahren zu. Man brachte einen Holzspaten von 10 Quadratzentimeter Fläche an den Ameisenhaufen heran, und im Nu bedeckte sich das Holz mit Ameisen, die man sofort mit einer feinen Bürste in ein mit Spiritus gefülltes Gefäß hinabfegte. So verfuhr man mehrere Tage hintereinander jedesmal ungefähr zwei Stunden lang, bis der Haufen völlig entvölkert war. Auf diese Weise untersuchte Pemg im Hochsommer fünf Ameisenhaufen. Die „Einwohnerzahlen" waren — in runden Ziffern ausgedrückt — die folgenden: 20 000, 48 000, 53 000, 67 500 und einmal sogar 93 700 Individuen (die Larven kommen hierbei nicht in Betracht). Keiner der untersuchten Haufen überschritt die Höhe von 70 Zentimetern. Für Ameisenhaufen dieser Größe dürfte man also vielleicht die Zahl von 100 000 Einwohnern als Maximum annehmen. Kf. Der geschlitzte Rock. Der Hosenrock war ein vollkommener Mißerfolg. Trotzdem scheint es, als ob er nicht ganz spurlos in dem Meere der Vergessenheit versinken soll: die Pariser Modekünstler haben mit Erfolg verfrüht, zrvar nicht ihn, wohl aber eine hübsche Wirkung beizubehalten, die er ermöglichte. So unästhetisch die vollständige Spaltung des Rockes zum Hosenrock wirkte, so gab dies viel verlästerte Kleidungsstück doch wegen seiner Fußireiheit Gelegenheit, ein zierliches und zierlich bestrumpftes und beschuhtes Füßchen zu zeigen. Das Gleiche ermöglicht die „jupe fendue“, der geschlitzte Rock. Früher endete der Rock meistens einfach in seinem Saume, der zuweilen durch Besatz betont war, und gewöhnlich eine ununterbrochene Linie — wenn man von Falten absieht — am Boden bildete, je nach der wechselnden Mode bald Höher oder tiefer lag rind so mehr oder weniger vom Fuße sehen ließ. Bei dein geschlitzten Rocke ist diese Linie an einer Stelle oder an nrehreren durch tiefe Schlitze unterbrochen, die seiner Trägerin die größte Bewegungsfreiheit geben und den Fuß sehen lassen; bei einer Abart sind iricht Schlitze vorhanden, soirdern der untere Rand des Rockes bildet flache Bogen. Auch bei dem streng- linigen Schneiderkleid möglich; hier verlängert sich die Schlußlinie des Jacketts am der linken Vorderseite des Rockes abwärts. Zunächst ist der Spalt nur scheinbar, am unteren Ende aber ist daS Kleid wirklich ein Stück offen, und knopsähnlicher Besatz rüst eine Wirkung hervor, wie etwa ein bis auf den Boden reichender, dabei sehr enger Mantel, dessen unterste Knöpfe offen gelassen sind. Auf diese Weise gearbeitet, kann das Schneiderkleid ganz eng anliegen und behindert dabei doch nicht im Gehen. Bei anderen solchen geschlitzten Röcken, die nicht nach dem Vorbilde des Schneiderkleides gearbeitet fiiib, sind vorne, hinten und an den Seiten kurze Schlitze mit einer einfachen Einfassung oder auch etwas mehr Besatz zu sehen. Bei Gesellschaftskleidern aus leichten Stoffen ivird nur ein Schlitz gewählt, dieser aber kann mit Hilfe von Spitzeuvolants zu einer völligen Draperie ausgestaltet werden. Die Volants laufen zunächst in gewöhnlicher Weise um den Rock herum, steigen dann an der linkeü Vorderseite, ivo sie dem Schlitze nähern, in die Höhe und kreuzen sich zum Teil. Eine etwas orientalische Wirkung, die ja auch der Hosenrock haben sollte, ist alleii diesen geschlitzen Röcken gemeinsam, wenn man vom Schneiderkleide absieht. Tie Wirkiing der Fnßfreiheit läßt sich auch durch ohne wesentliche Kürziing des Rockes dadurch erreichen, daß man ihn nicht schlitzt, sondern den unteren Rand an ein paar Stellen emporzieht, so daß der Saiun sanfte Bogen bildet. Diese Art des Rockes haben die Londoner Schneiderkünstler nach bent französischen Vorbilde des geschlitzten Rockes gebildet. Gewöhnlich bildet der Rocksaum nur zivei solche Bogen und die hochgezogenen Stellen liegen vorn und hinten. Die Art des Rockes verträgt am unteren Rande keine starke Betonung der Umrißlinie durch Besatz, sondern es kann nur eine ganz einfache Einfassung des Bogens gewählt iverden. Sollte diese Art des geschlitzten Rockes und seine englische Abart eine Zukunft haben, so wird die Neuheit wohl nicht ohne Einfluß auf die Schuh- und Strumpfmode bleiben. * Es hatte den ganzen Tag in Strömen gegossen. Der Regen Hatte aber Dr. Pillmeier nicht abhalten können, seinen üblichen Rnndgang zu machen, aber sein Sohn und dessen Gast waren genötigt, sich nach Möglichkeit im Hause zu vergnügen. „Sag mal, Fritz, willst du mal etwas Ulkiges setzen?" sagte Plötzlich der Doktorsjunge. Fritz nickte. Sie schlichen sich in das Sprechzimmer und als sie da loareit, ging der Doktorssstinge auf deit Zehen an einen Schrasnk, steckte einen Schlussel in die Tür und warf sie offen. „Guck!" rief er. Fritz fuhr zurück, denn aus der dunklen Höhlung starrte ihm ein Skelett entgegen. „Bist du bange?" höhnte der Doktorsjuuge. — „N—nein," antwortete Fritz. „W—was für 'n Ulk! — W—wer ist das?" — „WM ich nicht genau. Der Alte hat es schon lange," sagte der Doktors!-' junge ganz stolz. „Ich denke mir, es wird sein erster P.atiM sein." ______________ Silbenrätsel. an, et, der, du, dy, ec, il, ka, ka, lo, nach, ni, o, ta, ins. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen fünf Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines außereuropäischen Hafenplatzes ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Ausländischen Ziervogel. 2. Figur aus Schiller's „Wallenstein". 3. Stadt in der Rheinprovinz. 4. Slavischen Dichter. 5. Römischen Geschichtsschreiber. Auflösung des Scherzrätsels in voriger Nummer r Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nuntmer: Weiß. Schwarz. 1. T c 4 — e 4 X 45 — e 4: 2. Dal —f6 K e 4 - e 3 ob. — d 5. 3. Df6 — f 4 ob. L f 1 — g 2 f unb Sflatt. A. 1..... Kd5 — c6 2. Te4 —e7 Kc6 — b 6,d6-db ob.Kcß — d5. 3. Dal — a6ob. Lfl — g 2 f und Matt. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Langes Gies