WM W ss^M (Fortsetzung.) Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. (Nachdruck verboten.) Viertes Kapitel. Nein, es schadete ihr nicht, daß sie arbeiten, mußte! Daß die Kosy ihr früh am Morgen teilte Ruhe im Bett ließ und daß sie sich abends todmüde zum Schlafen legte. Sie sah rosiger und frischer aus als je zuvor, und sie schlief so gut und fest, wie einer schläft, der em tüchtiges Tagewerk hinter sich hat. Im alten Witwenhaus waren in diesem Frühling viel Veränderungen vor sich gegangen. Acht Tage vor .ihrem Umzug hatte die Specht Auktion von ihren alten Sachen veranstaltet. Gern hatte sie es nicht getan, denn sie hing an jedem Stück. Jeder Stuhl, jeder alte Schrank, jedes Stückchen Teppich war ihr ans Herz gewachsen, aber die Häuflein wollte ein vornehmes, modernes Pensionat einrichten, und wie sie Umschau in der Specht Sachen gehalten, fand sie das meiste für ihre neue Häuslichkeit unpassend. Fast wäre dieses Umstandes wegen der ganze Plan einer gemeinschaftlichen Zukunft in die Brüche gegangen, aber nach ein vaar schlaflosen Nächten und nachdem auch die Pastorin sich auf der Häuflein Seite gestellt hatte, war die Specht klein geworden, hatte mit dem Auktionator Rücksprache genommen, und der hatte gleich ein paar andere kleine Auktionen mit zu der ins Saalehaus verlegt. Da Frau von Hilbach in ihrer Gutmütigkeit gestattete, daß in ihren Räumen nicht nur der Specht Sachen, sondern auch die einer Anzahl Nachbarn versteigert werden durften, war ein bundes Leben int Haus entstanden. Die Kosy war ganz außer sich über ihre Frau. Wie hatte sie das der Specht, die sie doch immer nur fchikaniert hatte, so einfach erlauben können? Was lag oen fremden Leuten, die da mit ihren Möbeln die Treppe hinaufpolterten, daran, ob sie ihre Türen und Fußböden verkratzten und das gute Linoleum zertraten? Und das Schlimmste war, daß so eine wie die Specht im geheimen noch über diss Dummheit der Fran von Hilbach lachte, denn was andere gut und edel fanden, das nannte die doch einfach „dumm". Es war der Kosy auch noch längst nicht einerlei, haß am Auktionstage jeder, der wollte, Eintritt ins Saalehaus hatte und sich in allen Ecken und Winkeln umsehen konnte, um nachher zu klatschen und zu keifen; aber sie war ja machtlos. Ein paar Tage lang sprach sie nur das Nötigste mit ihrer Frau und ärgerte sich über die Fliege an der Wand, aber an der Auktion nahm sie doch teil. — Es ging alles unter Preis fort, denn man kaufte hier am Ort nicht gern alt, es wurde dann gleich darüber geredet: die Kosy stand ja auch nur dabei, um eben dahei gewesen zu fein. Als aber ein großmächtiger Kleiderschrank mit Muschelaufsatz und schöner Schnitzerei für zwölf Mark fünfzig Pfennig ausgeboten wurde und keine Käufer fand, lief sie schnell zu Fran von Hilbach, holte sich deren Einwilligung und erstand das schöne Stück. Sie kaufte auch noch eine Fußbank, ein paar Garten-, stichle und ein Küchenspind, alles halb geschenkt; das Schönst« dn der ganzen Auktion war für sie, daß die Specht die Tränen nicht zurückhalten konnte, wie ihre schönen Sachen fortgingen. Nur ihren Plüschsalon und ein Schlafzimmer- Mobiliar durfte sie mitnehmen: das wurde gleich zu der Hänflein Umzug zugepackt. — Die Häuflein zog schon drei Tage vor dem ersten April, denn seit ihrem Streit mit der Küsterswitwe ließ die all ihre Wut und ihre Bosheit an dem armen Harmonium aus« und der Hänflein war es leid, sich in dem alten Witwenhaus ärgern zu lassen. Sie ging ohne Abschied, warf der Kosy, die an her Haustür stand, als sie zum letzten Mal über die Schwelle des alten Hauses schritt, einen herablassenden Blick zu und sah nur flüchtig zu einem Fenster der zweiten' Etage hinauf« von wo die Pastorin ihr weinend mit einem großen Taschentuch zuwinkte. — Die Specht schlief noch eine Nacht länger im Witwenhaus ; die Pastorin hatte ihr Unterkunft gewährt, und obgleich sie wußte, daß die neuen Mieter schon am Dritten einzogen, empfahl sie der Pastorin beim Abschied dringend, den Schlüssel der Wohnung aufzubewahren und ihn erst am Morgen des ersten April abzuliefern. Die Pastorin versprach ihr unter Tränen, ihrem Wunsche nachzukommen; sie ließ es sich nicht nehmen, der Frau Oberlehrer, die zu Fuß nach Naumburg ging, das Geleit bis Schulpforta zu geben. Auch die Specht schied ohne Gruß aus dem Witwen* haus, und die Kosy lief empört zu ihrer Herrin, die mit einer Handarbeit im Garten unter der Linde saß. „Da sehen Sie, Frau von Hilbach, wie die Ihre Güt« lohnen! Ohne „Adieu" rauscht sie davon. Die Wohnung hat sie verschlossen, und ich hab gehört, wie sie zur Pastorin sagte, vor dem Ersten sollten wir den Schlüssel nicht kriegen. Nehmen und immer wieder nehmen will solche Gesellschaft und dann alle Güte mit Mederträchtigkeit zurückzahlen. Das nehmen Sie sich einmal ad notam, Frau von Hilbach — und sagen Sie nicht mehr so leichthin „ja", wenn eine was von Ihnen will." , Fran Üon Hilbach sah traurig vor sich hin. Sie begriff es gar nicht, warum die Menschen Freude daran hatten, sich das Leben zu verbittern, sich einander feindlich gegen* überjup ) .n von Schulpforta zurückkam und Frau von Hilbach im Garten sitzen sah, öffnete sie die kleine eiserne Gittertür, ging durch den Laubengang und trat etwas zaghaft zu der Bank unter der Linde. „Es wird jetzt leer im Haus!" sagte sie in gleich gulti* — 158 oem Gesprächston und Frau von Hilbach schob ihre Hand- , Pastorin, „und wenn ich an die langen, einsamen Abend« SÄSftE X ÄÄt Ml He »fr StKSf« <1 nU«-. «*» °°°- TL wurfsvollem Ton neben Ihnen von Hilbach ein gutes Wort geben. Sie wissen, die schlagt ... »Ist ey ^huen urchl recyr, oaö uj nicht gern jemand was ab. Bis achte sind wir aber von Warum soll es mir nicht recht sein?" antwortete Frau morgen ab im Haus beschäftigt, wenn Sie dann nachher „au "®i?S «1U |i= y »i= »6=n -.ich« °°n it,r« tommm bann nrnnetocg«! «tu geben «6« Arbeit auf. «siTfinrh" Der Pastorin Augen leuchteten; sie reichte Frau von „Ich verstehe Sie gar mcht mehr, Frau von Htlvacy, tzlfdg tzände- begann die Pastorin wieder „Wenn W) anfJe^a”^ ' „Sie sind mir so seht: ans Herz gewachsen, liebste Frau Zeiten denke, mochte rch weinen. Cie hatten )o otei ^ci | Hilbach- oft ist's mir gewesen, als seien Sie meine trauen zu mir, Sie schütteten mir rhr Herz aus und nahmen I unb gan, tm Vertrauen gesagt, ich bin ja nur Anteil an meinen Angelegenheiten, ^etzt ist dav ganz andir^ I sas die Specht und die Häuflein fort sind. So geworden. Sie sind herablassend, man hat immer dav j fl hab ich mich nie bei denen. Die Hänf- Gefühl, als tzäre man Auen lästig; ob ich Llerger und I e|ne hochmütige, kalte Person, und die Specht ist Verdruß in meiner $abe' baS lf eine Intrigantin, das tut auch nicht lange gut mit den Ihnen aivch ganz gleichgültig geworden. beiden'" Frau von Hilbach sagte noch immer nichts; sie empfand ,chas glaub ich auch nicht!" ries die Kosh von ihrem! einen Widerwillen gegen das kleine, armselige Persönchen yeet au§ |n sie kleine Pflänzchen einsteckte. an ihrer Seite, in deren Seele sie am Neujahiytag einen I Pgstorin sprach nun noch viel über den Hoch- so tiefen Blick getan. : , I mut der Häuflein und die Niederträchtigkeit der Specht,. „Ich hab jetzt doch niemand mehr im ganzen Haus, mit uui> bie Soft) toarf- at) Ultb zu ein Wort in ihre Reden, dem ich mich aussprechen kann," fuhr die Pastorin fort, . glaube. Sie hören gar nicht zu?" unterbrach sich „und wenn Sie Ihr kühles Wesen 6^ mich weiter fort- $ay{ür{n und sah gekränkt zu Frau von Hilbach setzen, dann wäre es mir schon am besten, ich läge unter p -) ^vf an den Stamm der Linde gelehnt hatte der Erde, und das Schloß Wehringen kann meinetwegen und träumerisch zur Saale hinunterblickte. Die Sonne war kommen, an wen es will. Meine Patieneekarten hab ich mw waumemIch "'dunklen Wald verschwunden, und wie auch neulich, wie ich alte Papiere in meinem Ofen ver- ein leichter grauer Schleier legte sich die erste Däminerimg brannte, aus Berseßen mtt hmemgeworftn glnch beide ^in ganz schwacher, süßer Frühlings- Spiele; nun sind mir die Abende so schrecklich lang in beT Luft, und das Rauschen des Wehrs hatte „Der Sommer kommt ja jetzt! meinte Frau von Hil- b J einförmigen Reden der Pastorin übertönt. KMMNXM- MMWMM fm,,,®eu2 3?™ Oet„ n^t f. -ntsttzllch rauchte». Frau h-ren gar von Hilbach, dann hätte ich die Patieneekarten sicher Nicht sammen und kehrte in die Wirklichkeit zurück BnbrÄÄ den WS -beib,e*bd" „Ach, ich bin immer ganz blind von dem Qualm; ins Haus. da ist es kein Wunder, wenn man wertvolle Sachen mit I (Fortsetzung folgt.) in den Ofen wirst, aber natürlich, jetzt wird man sagen, es ------------ wäre meine Schuld, und wie ich meine Abende herum- | Jtrflhiöhrsmo?6 bringe, danach fragt kein Mensch Wenn ich sonst Vie ^rUl)jaQrsmook ibelemt)- tunß, Speicher voller Brot aller Art, Kellergewolbe mit Cbft, ,scheu einkehrten. Und der Wohltäter ergänzte alle Vorräte, die die Einkehreilden genommen hatten und freute sich darüber. Da geschah es aber, daß dreiste, freche und böse Menschen einkehrten. Sie begmmen sofort zu schmausen, sich zu vergnügen, rafften alles, tuns da war, an sich; und es entstand sofort unter ihnen Streit um das, was vorhanden war. Anfangs i'ckerhäusten sie einander mit Schmähreden, dann begannen sie sich zu prügeln; einer nahm dem anderen das fort, was er bei sich halte; sie begannen ans Bösiuilligkett die Gaben zu vergeuden, zu verderben, nur, damit der andere nichts davon bekäme. Und sie brachte«, es soweit, daß tveder ihnen noch bett anderen irgend etwas zugute kam. Unb als schon alles verborben war und sie selbst zu frieren und zu hungern unb einer die Beleibigungen des anderen zu erbulbett begannen, fingen sie an, beit Geber zu schmähen, warum er es so schlecht eingerichtet, keine Wächter angestellt, so wenig Vorräte beschafft und warum et allerlei böse Menschen zu- gelassen habe. Jeber dachte vott sich, daß er der einzig gute, die anbeten aber schlecht seien. Anbere aber sagten, baß es gar teilten Wirt gebe, baß der Einkehrhof von selbst entstanden sei. Unb so lebten biefe Leute einen, zwei, drei Tage, und als schon nichts mehr im Eiukehthos verblieben war, gingen sie erbost aus den, Hause unb waren nur batans bebacht, einer aus den anberen S schimpfen unb den Eiukehthos sowie den, bet ihn erbaut, zu mähen. Dasselbe tun auch in der Welt die Menschen, wenn sie nickt in Gott leben; sie richten sich unb die anderen Menschen zugrunde unb benfen nicht daran, sich selbst Schuld zu geben, daß ihr Leben unglücklich ist, sondern schiebet, einer dem anderen die Schuld zu, manche aber auch Gott, weil er die Welt so schlecht eingerichtet habe, manche aber auch dieser Welt selbst, die ebenso tvie bei jenen der Einkehrhof, ihrer fflleittuttg nach, von selbst entstanden sei. Die 'Menschen müssen aber einsehen, daß die Wett nicht von selbst eiitftanben ist, .sondern baß sie der Wohltäter, (Sott, zu ihrem Wohle erschaffen hat; unb sie müssen nur' nicht bas tun, was ihr Leben verdirbt und zugrunde richtet, so wird ihnen so viel Gutes daraus erwachsen, wie es nicht mehr vorhanden ist und vorhanden sein kann.' ______________ vermischte». — Boni täglichen Leben des Prinzregenten> Luit Po Id entwirft der Münchener Prof. Graf Du Moulin-Eckart ein anziehendes Bild in einer Festschrift, die er zum 90. Geburtstage und zum 25jährigen Regierungsjubiläum «des greisen Fürsten er!deuten läßt. Während dem verstorbenen König Ludwig Sinn und Neigung sowie seine zunehmende Verstimmung in die Ein- Samteit trieben und mehr und mehr seinem Volke entfremdeten, st der Regent von Anfang an so sehr aus seiner fürstlichen Abgeschlossenheit herausgetreten wie sonst kaum ein Monarch. Die Pflichten der Repräsentation hat er immerdar mit seltener Hingebung ausgeübt. Er hat stets mit seinem Volke gelebt und unter ihm. Seine Residenz ward gewissermaßen zum gastfreiesten Hause der Hauptstadt. Stets versammeln sich Offiziere und Beamte, Wnstler und Gelehrte an seiner Tafel und finden sich dann im Arbeitszimmer des Regenten zur anregenden Plauderstunde zusammen, wo Prinz Luitpold den Mittelpunkt der Unterhaltung bildet, sich über alles unterrichtet und geistige Fühlung gewinnt mit weiten Kreisen seiner Untertanen. Herrscht so am Hofe die angenehmste und intimste Geselligkeit, so entfaltet sich bei den großen Hoffestlichkeiten in den glänzenden Räumen seiner Residenz ein fürstlich prächtiges und bodj ungezwungenes Treiben. Majestätischen Prunk trägt er zur Schau bei dem Feste des Ordens vom hl. Georg, bei dem der imposante Großmeister jedes Jahr den neuen Ordensherren den Ritterschlag erteilt; voller Leutseligkeit und Liebenswürdigkeit ist er bei der alljährlichen Neu- lahrseour gegen alle, die ihm gratulieren. Frei und unauffällig, sorglos und gütig hat er sich auch stets unter seinem Volk bewegt «und sich die Liebe zu erhalten und zu bewahren gewußt, die ihm gleich bei. seiner ersten Rundreise durch das ganze Land nach Antritt der Regerstschaft aus allen Herzen zu flog. Oftmals fährt Itt m den stillen Morgenstunden nach dem englischen Garten, wo man ihn früher so oft zu Fuß und zu Roß' mitten unter Seit Spaziergängern sehen konnte. Dann steigt er wohl aus deut Wagen unb tritt aus Ufer, um die Schwäne und Enten zu füttern^ die ihn alsbald umringen. In dem schönen Nymphenburg, seinem Lieblingsaufenthalt, ist er bei den Schwänen nicht minder gut bekannt. Als echter Waidmann ist er überhaupt ein großer Freunds der Tiere; so hat er int Kleinhesseloher See zahllose Enten verschiedenster und seltenster Art ein sehen lassen. Wenn er auf seinen Spaziergängen während des Sommeraufenthaltes im Gebirge weidenden Kühen begegnet, geht er auf sie zu und streichelt sie, läßt sich auch wohl von einer Schafherde umringen, der ep dann Futter reicht. Alljährlich fährt er noch zur Winterszeit nach Berchtesgaden, um dem idyllischen Bilde der aus den verschneiten Waldbergen hervortretenden Rehe und Hirsche zuzu- kbauen, die zu ihren wohlvertrauten Futterstellen kommen. Mit Nymphenburg ist Name und Gestalt des Regenten aufs innigste! verknüpft; in dem alten wundervollen Park, wo auf Schritt und Tritt ihn Erinnerungen an sein ruhmreiches Geschlecht grüßen# wandert er spazieren; an Sommerabenden nimmt er das Abendbrot auf der Terrasse bet Babenburg ein, in einem engen, aus- erwählten Kreise, zu dem Wnstler und Professoren, bisweilen auch ferne Minister gehören. Diese Genossen seiner stillen Stundest sind ast ch-seine Gefährten beim Bad, das der immer rüstige königliche Herr (vom Frühling bis in den Herbst hinein in Nymphenburg zu nehmen pflegt. Die von Jugend auf gehegte Freude ast Leibesübungen, zumal am Schwimmen, hat er sich bis uts hohe Alter betoaljrt. Wie ein Freund der Tiere, ist er auch ein Freund der Blumen. Er freut sich an der blühenden Pracht seiner Treibhäuser, und wenn der Schnee im Winter den Park bedeckt, dann wandelt er still und sinnend durch den Wintergarten, wo ihm die Blütenfülle der Orchideen, Kamelien und Azaleen einen ewigen Frühling entgegen trägt, den der Neunzigjährige mit seinem ewig jungen Herzen wohl nachzufühlen vermag. * Der Hosenrvck im päpstlichen Rom. Es ivurbd berichtet, daß in den letzten Tagen auch eine Dame in Rom zur allgemeinen Verwunderung den Hosenrock öffentlich zu tragest versuchte, damit jedoch nur sehr wenig Erfolg hatte. Da tst es überraschend, zu hören, daß die Dame bereits Vorgängerinnen gehabt und daß der Hosenrock in der Geschichte des päpftiidjen Rom schon vor Jahrhunderten eine Rolle gespielt hat. In einem Werke „Regrets et untres oeuvres poetiques“, das im Jahrs 1558 in Paris erschien, erhob Du Bellay bittere Anklagen gegen die verderbte Gesellschaft der ewigen Stadt und beschwerte such besonders über die Zügellosigkeit der „Damen", die sich darast gewöhnt hätten, in der Oeffentlichkeit in Hosen zu erscheinen.. Grossino beschreibt in einem Briefe vom Januar 1512 das Trecken bei dem Feste des hl. Sebastian und spricht dabei von eurer „sehr großen Menge von Courtisanen, die ganz als Ncänner geklecker find und auf Mauleseln ober auf Pferden daherkommen". Auch Aretino erzählt, daß mehr als eine dieser Damen tu derselben Kleidung in den Straßen der Stabt umherritt. Gegen dieses Treiben vermochten auch die schwersten Strafen nicht viel aus- znrichteii, die von den Päpsten gegen die Frauen verhängt wurden, die sich als Männer ankleibeten; bie öffentliche Auspeitschung war vor allen anderen Strafen gegen solche Damen behebt. IM 17 Jahrhundert waren es, wie bie Tribuna erwähnt, zwei jo launische Geschöpfe wie Christina von Schweden und Olimprst Aldobrandini, Prinzessin von Rossano, die in Welskreisen bett Ton angaben, bie das männliche Kostüm für Damen wieder em» führten, wenn sie es im allgemeinen auch auf sportliche Veranstaltungen beschränkten. So waren bei den berühmten „königlichen Jagden", die im Jahre 1668 von den Borghese für den römischen Adel veranstaltet wurden und an denen außer der Königin Christina höchstgestellte Damen der Gesellschaft teilnabmen, tote eine zeitgenössische Chronik erzählt, „die Damen nach Manneratt gekleidet, mit dem Hund an der Hand, und da der Tag regnerisch gewesen war, so beschmutzten sie sich gehörig. Sie mürben. Pott Herren dann abgetrocknet, und der Fürst Pansilo hat Christin« wohl bedient, , ." * Heimgeleuchtet. Meister (zu einem Kollegen, der bankerott gemacht hat, neckend): „Ich wollt, ich hätte dein Geld! — Kollege: „Unb ich deinen Verstand, dann hätten wir bewS —7 nichts," ____________ Magisches Quadrat. In die Felder liebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AABEEEEHIILLL M N N derart einzntragen, daß die wagerechten u. senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: 1. Emen Strom. 2. Werkzeug. 3. Französische Stadt. 4. Einen Ltederkomponisten. Auflösung tu nächster 'Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer k Flügel,Lüge. Redaktion: «.Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckeret, R. Lange, (Siebe»