off o t« n il n t» c- se te IV ch 1)6 tu II» Is 3 t, he es r- n8 er, ud cke n, en, ng che hr- !;re ers ch» der tu fe, der eru beu er, er, [ere oß- tcl)» «eilen. Montag den KO. April ÄS. — Nr. 5l MeEWEenblz^ KtlechLlümz-blM M MeßemrZHÄzer (GetMtl-ZltMch. (Nachdruck verboten!.) Gortsetztmg.) Stube. Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Frau von Hilbach mtb Kofy saßen nun während der letzten, grauen Tage, die der November brachte, im Alkoven- zimmer utch fabrizierten Wachsrosen und sprachen von der Zukunft, das heißt, die Alte sprach, und Frau von Hilbach träumte, oder nein, sie dachte etwas, aber sie dachte wieder ohne ihren Willen, ließ einfach ihre Gedanken denken, was sie wollten; die schwirrten wieder wie verängstigte Vögel in ihrem Kopf. Zn der Kosh Freude hatte sie schnell begriffen, wie «ran die Wachsrosen herstellte; sie übertraf die Alte sogar in Schnelligkeit und auch in der Schönheit der Formen. „Das sind lauter Prachtexemplare, die Sie da machen, Frau von Hilbach, die sind ganz herrlich! Sehn Sie mal, so ein Bukett aufs Grab zu bekommen, man meint, da müßt sich ein Toter noch drüber freuen!" Der kleine Erwin versuchte auch, Wachsrosen zu machen, und der Duft des warmen Wachses durchzog die niedere Stube. Frau von Hilbach wußte nicht warmn: aber es war ihr oft, als sei das Zimmer ein Friedhof ge- die Kraft, dann war sie verloren, sie und ihr Kind,doch gewann sie Land - - - Ach, was nutzte es ihr o> M Land geivann oder nicht--und wieso oft tnletzü .*,8, » weinte sie sich in den Schlaf und wachte am Morgen mit müdem, schwerem Kopf auf. Elftes Kapitel. Frau von Hilbach lies nun jeden Dag nut ihrem Kind auf eine der Burgen, die ihr Tcmringei .tcskhen schmückten, auch nach Psorta zu ging ie oft. Die Kosh wollte es so, sie sollte sich zerstreuen, sollte nn Appetit nach Hause kommen, und ihre bleichen Wangen sollten rot Es war ja auch ein so wundervoller Dezember in diesem Jahr, kalt, und doch nicht so, daß man ö^m Frieren kam. Windstill war die Luft und der Himmel blau und Äat'9He hatte F-rau von Hilbach ihr Witwenhaus so gesehen, wie sie es jetzt sah, wenn sie auf der Derrasse der Wilhelmsburg stand. Das hatte jetzt ordentlich Wurde bekommen, stand still und ruhig und vornehm da, wie em Mensch, der sich verletzt Mlt, der /ber weun ihm ein ! tiefes Leid widerfahren, nicht reden kann, der m(e» stumm in sich verschließt. . , „Ach mein liebes, liebes Hans," mmmerte sre oft. Sieb ich muß ja fort, die Kosh will es ja, aber du bleibst doch mein Eigentum! Kein Mensch darf Mr was antun, darf dich niederreißen oder irgend etwas an dir zerstören, ich geb es nicht zu, das verspreche ich dw Und wenn ich sterben muß, daun ich dich Erwin ans Her^ und schreib ihin einen Bries, daß er dich tu Ehren halt! Aber das Haus blieb stumm und würdevoll, und grau von Hilbachs Blicke blieben an der braunen Haustur mW der blitzenden Messingklinke hängen. Kaum em Mensch ging da jetzt tagsüber ein und aus, nur Laugmann oder der Bäckerjunge imd das Milchmädchen, sonst niemand! Wer sollte beim auch zu ihnen kommen, zu ihr und Mr Koch I _ w, zwei so einsamen Frauen? , Und doch wartete sie, und wenn sie rn ihrem stubmen I am Fenster saß, lauschte sie, schalt sich töricht, wollte nicht I lauschen und — lauschte doch wieder. — Dann war es ihr I oft, als tanze alles vor ihren Augen; sw warf Me Arbeit hm und lief mit ihrem Kind auf die WilhelmsbuW sprach mit ihrem Haus und fragte die braune Haustür, ob sie wohl glaube, daß bald jentmtb durch sie eto I treten würde, jemand, ach jemand, der so oft, so> oft, mw heißer Sehnsucht erwartet worden war. sie wemte d« oben und schickte ihr Kind em paar Schritte wert fort« I damit es ihre Tränen nicht sah, und toenü sie Nicht mehr weinen konnte, sah sie starr zu der langen Reihe von | Fenstern im zweiten Stock. , . „Alle drei, die da oben wohnten, haben es nicht ev7 I trauen'-" sagte sie trostlos, „haben ihren Verstand tier* I loren; wenn er nicht kommt, ivertu Gott nicht ein Wunder | schickt — =i —" worden. Der ganze Tisch lag voll von Rosen; die Alte sang geistliche Lieder und sprach viel von Begräbnissen und von W-enschen, die gestorben waren. „Denn wenn man für Tote arbeitet, beschäftigt inan sich unwillkürlich mit ihnen!" sagt« sie, aber ihrer gesunden Seele konnte es nichts an- haben, ivenn sie an überirdische Dinge dachte. Sie staunte nur, daß Frau von Hilbach von Dag zu । Tag bleicher wurde und viel weinte. „Es ist Zeit, daß ich wieder die Wirtschaft übernehme, sonst wird sie mir krank!" sagte sie oft zu sich und war unglücklich, daß sie nicht gleich, tote sie zum ersten Mal ausstehen durste, nach dem Rechten sehen konnte. . Jeden Tag saß sie nun ein paar Stunden tut Lehnsessel am Ofen, aber nach einer Woche ging sie ohne des Doktors Erlaubnis zum ersten Male in die Küche und einen Tag später zum Bergabhang hinauf in ihre kleine Wohnung. Als am ersten Dezember Herr Belzig kam und die Sache mit der Pacht perfekt machte, war die Kosh so weit hergestellt, daß sie ihm und seiner Frau eigenhändig den Kaffee kochen konnte. Sie saßen dann alle im Wohnzimmerchen am Kaffeetisch und fetzten einen Kontrakt auf. Frau von Hilbachs Hand zitterte stark, wie sie ihren Namen schrieb. Nun hatte sie ihr Witwenhaus nicht mehr, und wie sie an diesem Abend in ihr Bett ging, war ihr, als habe sie jemand in ein Wasser gedrängt, und es käme nun «wrauf an, ob sie zu schwimmen verstände. Gebrach ihr 226 — Ach, sie mochte Vicht Senken, und ihr kleiner Junge fror, wenn er so lange da oben spielen muhte. Sie lief Mit ihm durchs raschelnde Laub bergab, kam atemlos und heiß unten au und ging dann plötzlich so entsetzlich mud und schwer über die große Promenade, denn es war chr so unerträglich, da unten zu sitzen und zu lauschen. Sie strich auch noch die Tage auf ihrem Zettel aus; in einer Woche war Weihnachten — die Kosh hatte schon den Christbaumschmuck vom vorigen Jahr vom Boden geholt und erinnerte ihre Frau daran, daß sie bald nach Naumburg müsse, um fürs Jungchen etwas einzukaufen, „denn wenn für uns in diesem Jahr Weihnachten auch kein rechtes Fest wird, so ein Kind darf nicht drunter leiden!" sagte sie. Manchmal am Abend, wenn sie wie früher mit Frau von Hilbach im Wohnzimmercheu bei der Lampe saß, fing sie an vom Doktor zu reden. „Wenn ich „er" wär, ich käm als Weihnachtsüberraschung zurück, denn wenn er Silvester was ist, dann ist er's auch Weihnachten schon und malen Sie sich das mal aus, wenn er plötzlich unter dem Weihnachtsbaum ständ! Ich möchte nur Erwins Augen sehen, wenn er ihn sähe!" Frau von Hilbach- antwortete nichts darauf; ihr armes Herz zuckte zusammen, wenn die Kosy von ihm sprach ; es war ihr dann, als risse sie eine schmerzende, blutende Wunde immer wieder von neuem auf. Sie wollte doch vergessen; sie las doch, las ganze Bände alter Bücher; sie lachte und spielte mit ihrem Kind, um zu vergessen und lauschte doch immer, den ganzen Tag, mitten im Spielen oder Lesen oder Lachen lcmfchte sie und in der Nacht hatte sie entsetzliche Träume. So träumte sie einmal, ihr Doktor läge unter der Erde, und die Kosy wand Kränze für ihn, wie sie es getan, als die Lengerichs gestorben war; ber, Bauunternehmer und sie bedeckten beide sein Grab mit ihren Wachsrosen, mit gelben, weißen, rosa Wachsrofen, bis man kein Stückchen Erde mehr sah, und sie mußten immer neue Rosen formen, damit der Hügel über "einem Grab höher und höher wurde. — Oder sie träumte, der Doktor fei plötzliche das geworden, was die Leute „vernünftig" nannten, habe unterwegs auf seiner Glücksfuche eine gefunden, die nicht so arm, nicht so einsam und traurig war wie das „Weibelchen" im Witwenhaus. Dieser Gedanke, daß er einer andern das gab, wonach ihre Sehnsucht schrie, war ihr furchtbarer, unerträglicher, als alles andere. Wenn sie sich das ausdachte, bann verlor sie die Herrschaft über sich, dann wurden ihre stillen Tränen zum leidenschaftlichen Schluchzen, dann biß sie sich aus die Lippen, daß das Blut heraussprang. Wenn er nicht kam und wenn sie hörte, daß er eine andere nahm, weil sie Geld hatte und lustig war, dann wollte sie — nein, dann konnte sie nicht mehr leben, bann wollte sie werben wie die drei aus dem zweiten Stock, sterben oder trinken oder — Die Kosy schlief noch immer im Alkoven und wenn sie hörte, wie ihre arme Frau weinte und oft mit sich- selbst sprach, bann erfaßte sie eine große Angst und Unruhe. In diesem Haus mußte man ja auf alles vorbereitet sein, hier wurde das Unmögliche möglich — und wenn nun die junge Frau den Verstand verlor? Gott, ach Gott! Sie konnte ja auch nichts weiter tun, als zum Mmächtigen beten, daß er des Doktors Schritte ins Witwenhaus zurücklenkte. Aber wenn Gott es in seiner Allbarmherzigkeit und weisen Vorsehung nun doch anders beschlossen hatte, was bann? Daß aber auch die junge Frau so unvernünftig war! Sie, die Kosy, hatte doch wahrhaftig auch ein Herz unb verstand es, daß man einem Mann aufrichtig zugetan sein kann; jeden von ihren drei Männern hatte sie ehrlich- lieb gehabt, aber toettn es einmal nicht gegangen wäre, dann würde sie sich- doch nicht so gegrämt haben. Sie wußte doch auch, wie eine unglückliche Liebe tut, aber auch das überwindet sich, da muß die Zeit helfen und Arbeit. Einstweilen wußte man ja noch nicht, wo dran man war; aber kam der erste Januar und der Doktor war nicht zurückgekehrt, dann sollte die junge Frau gar nicht zur Besinnung kommen, so wollte die Kosy sie an- spannen. — Am Tag vor Weihnachten entschloß sich Frau von Hilbach endlich, nach Naumburg zu gehen und für Erwin Einkäufe zu machen. «Sie ging den langen Weg hinwärts zu Fuß, einmal weil ihr die Bewegung gut tat, nach der Kosy Ansicht, und dann auch-, weil bie Alte fand, daß es Verschwendung sei, beide Wege zu fahren. Sie ging wie eine Schlafwandelnde, wurde nicht kalk und nicht müde und merkte nicht, daß der Schnee ihr wie scharfe, kleine Nadelstiche ins Gesicht schlug. Erst als sie in dem überwärmen Spielbazar stand und sich Pferde, Wagen und allerlei Spielzeug vorlegen ließ, fühlte sie, daß sie am Unifinten war. Sie kaufte rasch- und unüberlegt und schleppte sich mühsam bis zur Konditorei Furcht am Markt; da saß sie wieder in tiefen Träumen, bis der Schlag einer Kirchenuhr sie aufschreckte. Die Kosy holte sie am Bahnhof ab und trug ihr die Pakete, aber sie merkte gleich, daß bei ihrer Frau nicht alles stimmte. Sie half ihr beim Ausziehen, packte sie warm in ihre Decken ein, brachte ihr Tee und goß heimlich ein paar Baldriantropfen hinein; aber am nächsten Morgen lag Frau von Hilbach im Fieber. Als der Weihnachtsbaum brannte, konnte sie nur vom Nebenzimmer aus Hinsehen, und bie Kosy weinte, denn so traurig hatte sie sich das Fest nicht vorgestellt. Das arme Kind konnte auch zu keinem rechten Jubel kommen; so weh es ber guten Kosy tat, ihre Frau allein zu lassen, sie hielt es doch für ihre Pflicht, am ersten Weihnachtsfeiertag beit armen Jungen anzuziehen und mit ihm in die schöne Schueelandschaft herauszugehen. Als sie einmal draußen war, lief sie weiter, kam zu Bclzigs und ließ sich bis spät am Abend halten. — Frau von Hilbach lag im Dunkeln, sie wunderte sich nicht, daß die Alte nicht zurückkam, sie vermißte auch ihr Kind nicht; sie sah starr vor sich hin und lauschte. * . Draußen lag der Schnee wie ein weicher Teppich, man hörte keinen Schritt, und wenn Frau von Hilbach den Kopf wandte, sah sie, daß bie ganze Luft erfüllt war von ben leise uiebersinkenben Schneeflocken. „Gerade wie im vorigen Jahr V' sagte sie leise und weinte dabei. Gegen neun Uhr kam die Kosy mit Erwin zurück; sie sah aus wie ein Schneemann und brachte einen Hauch von Kälte und frischer Winterlust ins Zimmer. „Ne, Frau von Hilbach," rief sie, „morgen müssen Sie auch mal heraus. So 'was von Schnee haben Sie noch nicht gesehen; am Gradierwerk liegt er schon anderthalb Fuß hoch, wenn das so weitergeht, kommt man bald nicht mehr durch." Sie zog das Juugchen aus und gab ihm warme Milch. , „Morgen stehn Sie mal auf und gehen in den Gottesdienst, das tut Ihnen wohl. Neber unsere Kanzel haben sie jetzt den schönen Spruch gemalt: „Kommet her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid!" Wenn Sie ben so eilt butzendmal gelesen haben, bann kriegen Sie auch einmal wieder Gottvertraueu. Die Frau Belzig meint auch, das viele Liegen sei nur schädlich; die kennt das aus Erfahrung. Jetzt legt sie sich nur noch hin, wenn's gar nicht mehr anders geht." — (Schlich folgt.) Die kranke Esche. Von Emmy von Egiby. Hier sollte sie sich erholen! Unter diesem blaffen Himmel, ber Wie ein dünnes Dach Bon Festkattun dort oben flach, aber stramm ausgespamit war! Welche lächerliche Eiitbildung ihrer Verwandten War das doch — im Süden war der Himmel blau gewefen, Bon' tiefer, golden blauer Farbe, und so hoch er sich wölbte, unergründ!- lich hoch, hoch MM Ausschweben. und Dreiuversinken, sandte er doch beständig feine blauen Fluten herab, die Lust bebte und zitierte! von dieser blaustießenden, süßen Gnade, dort tonnte man atmen,- aber hier! Müde, mißmutig und leer irrte Adelines Blick über den Park« Neben ihr ging ihre Cousine Adele. Wie ihre Namen Bon gleichem Ursprung und verschiedenem Klang, so nuch ihre Gesichter ähnlich und verschieden, es war das Familieugesicht ber Kaltenberg, bei der jüngeren. Adele, frisch fest und blühend, hei Adeline durchs- sichtig, fein, Bon kranker Schönheit. Adele streifte die bewunderte .Cousine Bon Zeit zu Zeit mit besorgtem Blick. „Tut es dir nicht gut, das viele frische Grün hier zu schätz das soll doch in Italien ganz fehlen?" sagte sie endlich zaghaft, „Grün hier? das ist kein Grün, das ist braun, stumpf, dich 227 -i- Mt, plumU täte aus Eisenblech geMritten tii» lv »ildringlW W diese Masse von. Blättern, zudringlich ohne Macht, einen zu Kmen; dort unten quillt auch im Frühling das Grün upprg, usend, rauscheiid aus Strauch und Busch und Baum, ab«r das m so mächtig, daß du dich gar nicht Mehren kannft, es nimmt dich, es raubt dich, es vernichtet dich . . ." . „Wie schrecklich/' entfuhr es Wele. Adelrne schwreg. Was stutzte «s zu reden, Niemals wnnten diese begreifen, was die Schönheit des Südens war. Und hier sollte sie den Sommer zubrungen. Wie töricht Ivar sie gewesen, den Aerzten zu glauben, die Sitze könnte ihr schaden! Hier konnte sie nicht einmal atmen, weil hier keine Luft war, keine blaue Lust unter blauem HiMmel. Und ihren Augen taten die Linien der Landschaft weh, diese stümperhaften Versuche ohne Form. Sonderbar —. '"/mand murde fie zwingen wollen, den kindlichen Hebungen eines Anfängers aus der Violine zuzuhören, aber niemand bedachte die Grausamkeit« ihre armen Augen zu ähnlichem Martyrium zu verdammen. L>o gedankenlos waren die Menschen. Plötzlich aber sah sie in dem verschmähten Park ihres Onkels doch etwas, das sie fesselte. Es wuchs da em Baum auf aus dem kurzgehaltenen grünen Rasen: edel, schlank und rund der dunkle Stamm, das violette Grau der Rmde war unterbrochen von schwärzlich braunen Stellen, in Ringenund Flecken willkürlich Über den Stamm verteilt. Hoch über Menichenhöhe teüte sich der Stamm, wuchs in etwa sechs Aesten auf; so rhythmisch, daß es fast gleichmäßig erschien. Seltsam waren die Blatter, halb ausgerollt, eine feine und krause Harmonie von Limen entstand, durch die das dunkelviolette Gezweig schimmerte. Wre Rauch einer Opferflammr kräuselte sich dies Laub! „Der Bauni ist schön, hier will ich sitzen, was ist das für ein Bauni?" fragte Adeline mit lässig müder Sttntme und ging auf die Steinbank zu, die unweit unter hängendem Gebüsch stand. Adele suchte eine Weile mit ihren blauen Äugen m der Ferne nach denr Baum, den ihre Cousine meinen könnte, bis )ie endlich begriff, es sei dieser merkwürdige Baunr mit dem dünnen Laub, der bewundert werde. Beschämt gestand sie. daß sie den Baum gar nicht kenne, seinen Namen nicht wisse. Dwch dies macht Adeline den Baum noch lieber, es gefiel ihr, daß das Einzige, das sie in diesem Park erfreute, Don den Besitzern noch gar Nicht bemerkt war. „'Ich werde hier bei Euch bleiben," entschied |te plötzlich voller Huld, als sie auf der 'Steinbank saß und fand, daß der Baum fufji so gesehen noch schöner mache. , v . ., „Du willst hier bleiben! Wie herrliche, wie herrlich, wie werden sich alle freuen, wie glücklich wird Alexander sein!" „Alexander, warum?" , .., , . ,Er wird ruhiger an sein Exanreu gehen, wenn er dich ber uns weiß," war die betretene Antwort. „Er soll gar kein Examen machen, wozu? Ich glaube ihm, daß er alles weiß, ein Examen kann jeder machen . . Sie sagte es leise und die Worte fielen so nachlässig von ihren Lippen, als sei es nicht der Mühe wert, zii reden. Adele hatte eine nagest huldige Antwort auf den Lippen, aber der jammervolle Zustand ihrer Cousins ließ sie schweigen, sie lief, UM Kissen zu holen., Allein gelassen sank Adeline noch mehr zusammen, die Arme auf die Bank gestützt, zog sie den Kopf zwischen die Schultern, schob ihn vor und starrte unbeweglich), mühsaiii atmend aus den Baum. Sie träumte sich in sein Leben ein und langentbehrt» Sensationen rieselten durch ihre Nerven. Fast tote ein Buh von Stein saß sie in der grünen BlätterWmmerung. Das Gesicht war in seiner Magerkeit wie gemeißelt, darüber lag das ganz Helle Haar duftig lose und unterschied sich kaum als Farbe von dem gleichmäßig matten Ton der Haut, auch das Gewand aus roher Seide stimmte merkwürdig zu dielen Tonen, Um >o auffallew- der waren die blauen Augen. Sie waren nur Farbe, werchle, wundersüße blaue Farbe. Und dann waren da noch die schmalen qlühend roten Lippe», wie ein Schrei nach Leben m diesem er- lö scheu den Gesicht, und sie standen in sonderbarem Wider,PNM zu der königlichen Linie, mit der die Augenbrauen in die Stirn aufwuchsen fand sanft in die eingefalleneil Schlafen flössen, ^n ihrer willenlosen weichen, etwas fleischigeii Hand hielt sie em kleines Taschentuch mit rotem Rande. Das war em falsches Rot, ein Rot, das nicht hätte da sein dürfen, bläulich und Aankhaft Und störend im Gegensatz zu dem purpurnen Rot der schmalen Lippen. Aber Adeline liebte diese Farbe und trug sie stets an ihren Taschentüchern. Eine lange matte Silberkette mit einzelnen ganz fahlen Chrysoprasen war der einzige Schmuck an ihr. Ein Gärtner, der in der Entfernimg vorbeiging, erschrak und. schlug eilt Kreuz über sich, er glaubte eine Erscheinung zu sehen, seltsame Gerüchte lebten im Herrenhau.se von einer steinernen Frau, die bös und grausam gewesen und nun umgehen mußte ।— dort saß sie! , Mit Gepolter ließ er ein Gerät fallen, da wandte die Er- jcheinuug den Kopf nach deni störenden Geräusch und ein Blick aus dm weichen blauen Augen beruhigte den Mann, noch bevor ihm die kranke Komtesse eingefallen, die am Tage vorher angenommen war. Jetzt kam Alexander, er trug einen bequemen Korbsessel triumphierend hoch über seinem Kopfe und hinter ihm lief Adele Mit Kissen herbei. Adeline lächelte beim Anblick ihres Bruders, er kam ihr immer vor wie ein junger Bernhardiner, den sie zu Lebzeiten ihrer Eltern zu Hanse gehabt, von allen Menschen war er «ihr der liebste, er gehörte ihr, sie wußte, daß er sein warmtch Blut bis auf beit letzten Tropfen in ihre Adern würde fließest lassen, wenn ihr das helfen könnte — er sagte es oft scherzhaft? und sie liebte sich das träumend vorzustellen ■— einzig bei ihm konnte sie Gesundheit und Kraft ertragen, sie gehörte ja ibu „Sieh, Alex, den schönen Baum, ist er nicht ganz japanisch? sagte sie, während er sie in den bequemen Sessel setzte und Kissest nach Bedürfnis unterschob. Er sah auf. „ „Japanisch? Ich finde, die Blätter sehen aus wie gedorrth Bohnenschuitzs," antwortete er, und eben wollte Adeline Metz seine verdutzte Aufrichtigkeit lachen, als sitz Meles beistimmendes unterdrücktes Kichern hörte. Da sah sie müde fort von den beiden, die sich nm sie bemühten. , Der Hausherr kam vorüber unb Adeline fragte Wieder, was das für ein Baum sei. ., , , „Eine kranke Esche ist es," war die Antwort, 7,ich habe ver« gessen, sie schlagen zu lassen, schon vorigen SomMer war sie krank; Bn sie wieder ihre armen, dünnen Blättchen getrieben W? ttt ich mich nicht dazu entschließen." „Mer warum auch, sie ist ja schön so wie sie ist, warum millst du sie schlagen lassen?" fragte bestürzt Adeline. „Sie ist krank, mein Kind." t . „Sie erholt sich vielleicht wieder," meinte AlexaMer. Seine Schwester streifte ihn mit einem kalten Blick, das war das Einzige, was den Menschen einfiel bei Krankheit — wenn doch Krankheit schön malAe, warum sollte es nicht so bleiben? „Ich werde den Baum nicht ganz schlagen lassen, em gut Stück soll stehen bleiben und Schlingpflanzen sollen ihn van oben Und von unten umwachsen, ein würdiger Grabstein seiner selbst — sagte der Hausherr. Adeline zog fröstelnd die Schultern zusammen, das war noch schlimmer, als ihn ganz zu schlagen, und sie bat für den Baum, sie bat, der Onkel möge ihn ihr schenken, da sie ihn ließe und ihre großen, blauen Augen sahen so süß und hilflos zu dem gesunden, kräftigen Mann auf, daß. er weich wurde und ftch be- innend, es könnte die Verwerfung des kranken Baumes bittere Gedanken in seiner kranken Nichte erwecken, ihn ihr schenkte Wr eines Jahves Frist. , . Sie war zufrieden und erklärte Noch einmal, daß sie den Sommer hier bleiben wolle. , Mittagssülle sank über den Park, der frischgrune Rasen leuchtete im flimmernden Sonnenglcmz, weiße Wolken fliegen E Himmel auf, geballt und drohend, obwohl ganz weiß, Jasminduft durchzog die Luft, Alexander ging dem Duft nach wett hinten blühte der erste Busch und besonders ein Zweig war wunderoar, reich schmelzend reihten sich Blüten an Blüten. Er fratte itt Kn geschnitten, als chm erst einfiel, daß er tn diesem Park ; Recht habe, die Blüten in Zweigen für seine Schwester W brechen. Mit dem Zweig lockte er sie ins Hans, draußen wurde es nun zu heiß. c AM Nachmittag lag sie rn ihrem dunketgemachten 6immer, schwül war der Duft des Jasminzweiges in der Luft, er stand am Boden dicht bei ihrer Cousine und bog seine Blüten fast über ihr helles Haar. „Daß du dieseii starken Geruch aushalten kannst, Meline,' Unterbrach Alexander sein Vorlesen, „ich Bann es kaum/. & stand auf, um mehr Luft ins Zimmer zu lassen und sah am Fenster, daß ein Gewitter int Anzug fei, der Himmel war grau bezogen, Wind hatte sich erhoben, jetzt zog eine gelbe Wand mi Südvsten auf, es wurde finster, fast Nacht, eine unheimliche Stimmung verbreitete sich draußen. Alexander zählte laut alles aus, was er sah: schon wehten einzelne Blätter auf den Rasen herab, dir Kronen bogen sich im Wind — da — ein sonderbar pfeifender Tom gleich darauf vereinzeltes Knattern und Krachen: Hagel fiel; groß, wie kleine Eier, tanzten die Eisstücke über den grünen Rasen« Beim exften Ton war Adeline aufgesprungen und stand neben dem Bruder, sich) fest an ihn klammernd: „Oh, wie sie tanzen! Wie Kobolde! Man sieht sie nicht falten, Mer aufspringen, vom Boden. Siehst du sie, ausschnellen, toll« Sprünge machen sie, lustig, lustig und dann liegen sie und der Rasen bedeckt sie nicht, sieh, er wird ganz weiß!" sagte sie lachend mit wachsender Erregung. Zwischen den ausgestellten Stäben der Jalousie sah sie in den Park und prallte erschrocken zurück bei jedem Eisstück, das gegen das Holz schlug. Aber Freude/ leiser Jubel war diesem Schnecken beigemischt. Sie entzückte sich an den gebogenen Wipfeln, an dem grünen Wirbel der abge- toiagenen Blätter, der zusammen mit den tanzenden Eisstucken ein heftiges Gewirr ergab. Es war, als strömten von den end- fesselten Gewalten auch Kräfte in ihren armen Körper, ^hr« Wangen röteten sich, ihre Augen leuchteten, der milde Glanz war aewichen und etwas Stahlhartes darin erwacht. Mit unsicheren, fast tanzenden Schritten lief sie plötzlich zur Wir hinaus aufdie lange Galerie. Von da konnte man den Schloßhof übersehen. Mit lautem Jubelschrei warf sie sich gegen das Fenster, hier war erst recht der Kampf und das Toben großartig. Der Hagel siel nun nicht mehr in vereinzelten Riesenstücken, er war kleiner geworden, aber dichter und der Wind peitschte ihn schräg über den Schloßhof Nn daß die Luft wie. von weißen Fahnen erfüllt war und bas Regenwasser - denn Regen fiel außerdent inStromen - fufc wild empört auf, wenn solch eine hergewehte vagelflut es traf, »Md Ivars die Körner, hie es tanzend trug, hin und her SUl wl 228 Wegen, in Setten es zum Abfluß strömte. Auf den Dächern stanzten bte Hagelkörner noch wie vordem auf dem Rasen, an den Dachrinnen der Seitenflügel stießen sie sich ab und sprangen tn weitem Bogen in bett Hof, sie klirrten gegen Fenster nnd Mauern, platschte» ins Wasser mtb wurden fortgeschwemmt und immer neue kamen stürzend vom Himmel. Adeline war außer sich, thre grellen Jubelschreie tönten in das Getose des Unwetters. Der Hausherr hatte gleich, als sie heraussturzte, den Kopf nach ihr gewendet, überrascht und unwtlltg. Er ging schweigend auf nnd ab, er litt für seine Bäume und feinen Park, für feilt Land und seine Bauern, kaum wagte er hinauszusehen und doch wurde fein Blick immer wieder angezogen von den wehenden Hagelsahnen, die der Sturm trieb und die die Luft mit sonder- barem Bleichen erfüllten. Fast versteckt in die Falten eines der schweren Vorhänge, stand au einem anderen Fenster Adele, sie hatte dem Unwetter den Rücken gekehrt nnd beobachtete mit unruhigen Augen ihren Vater, sie las ihm den Kummer vom Gesicht und litt mehr noch als er für alles, was er litt. Verständnislos starrte sie auf ihre Cousine und wäre nicht Alexander dagewesen, der sie zu beruhigen versuchte und zu entfernen, so hätte sie einfach die schmale, leichte Gestalt in ihre Arme genommen und hätte sie fortgetragen, Alexander war diese Erregung nichts neues. Bei einem Sturme auf bent Meere hatte er ähnliches an ihr erlebt, freilich war sie danach kränker geworden. Deshalb versuchte er sie von dem aufregeitben Schauspiel zu entfernen. Uninöglich! „Das ist Leben! Das ist Leben, Kampf und Schönheit!" rief sie und ihr Körper bog sich, als wehe der Sturm auch über sie hin, jihre Hellen Haare hatten einen roten Schein bekommen und bei fettem Blitz leuchtete ihr fahles Gesicht erschreckend aus. Endlich legte sich die Wut des Unwetters und auch Adeline Sonnte von dem Fenster fortgebrackst werden. Als der Hagel aufgehört und nur noch das gleichmäßige Rauschen des niederströmen- den Regens zu hören war, lag sie mit rasend beschleunigtem Puls auf der Couchette. Sie sprach unausgesetzt. Kein Beruhigungs- Mittel konnte helfen, weder Befehl noch Bitte. Sie behauptete, sich wohl zu fühlen, so wohl wie noch kaum je, und phantasierte mit offenen Augen von dem wundervollen Schauspiel. Dazwischen sprach sie in ruhigeren Sätzen zu ihrem Bruder, machte Pläne sür ihr künftiges Löben, für die nächste Reise, bei der sie nachdem ruhigen Sommer hier ganz erholt sein werde. Sie lächelte ihm gn. Das Rot war noch nicht wieder aus ihren Wangen gewichen, zusammen mit dem mühsam atmenden geöffneten Mund gab das hem schönen Gesicht etwas kindlich Hilfloses. Mends verlangte sie mit den andern in den Park zu gehen, mitt den Schaden zu sehen. Alexander wehrte entsetzt. Die Temperatur war um 12 Grad gesunken. Gesunde konnten sich dabei erkälten. Aber Adeline hatte, wenn ihren Wünschen Widerstand geleistet wurde, eine Art die Hand auf ihr krankes Herz zu pressen, während ihre Augen sich ganz verdunkelten, daß er, wie unten einem furchtbaren Zwang, immer nachgeben mußte. Sorgfältig in einen Pelz gehüllt, ging sie mit. Eben heiterte sich der Himmel wieder auf. Ein feuchter Sonnenstrahl fiel schräg durch die Stämme auf den Rasen, der noch immer einen weißen Schimmer trug, wie schmelzenden Schnee. In den Wegrändern lagen die losen Korner hoch anfgeschichtet, vom abfließenden Wasser hin geschwemmt. Die Wege waren mit Blättern, ganzen Zweigen Und kleinen Aesten dicht besät, unter denen sich die Blüten der beraubten Bäume bargen. Kastanien trugen ihr durchlöchertes Laub stolz wie Soldaten zerschossene Fahnen tragen. Traurig sah das alles aus und wehmütig floß das Gold der finkenden Sonne durch die Verwüstung. Adeles Augen füllten sich mit Tränen, Adeline aber verlangte mit den Hagelkörnern zu spielen und bat scherzend, man möge ihr eine Halskette davon aufreihen. Bei der kranken Esche angekoimneu, versank sie in wortloses Entzücken. Der violette Stamm lenckstete jetzt wundervoll in der feuchten Lust vor dem smaragdenen Rasen und das stumpfe Schwarz der rauhen Stellen war wie ein Schmuck von Runen in feiner Ziselierung. Einzelne Inseln von Sonnengold lagen in der Tiefe des Parkes und schwammen in der Flut des grünen Lichts, ja die Luft selbst war jetzt grün geworden mtb die Bäume, wesenlos, nur wie verdichtete grüne Luft, schwebten darin. Alles war verzaubert, das Sonnenlicht lag wie ein fester Körper in der flüssig scheinenden Luft und die Bäume waren das Unwirklichste im Park geworden. lieber all dem sah Adeline nickst, wie traurig ihre Esche zugerichtet war. Hier hatte der Hagel die einzelnen, schmalen Blätter Nicht getroffen, aber von ganzen Zweigen, die er abgeschlagen, den Boden ringsum besät. Viel war nicht mehr übrig von dem armen Laub. „Nun werde ich die kranke Esche doch schlagen lassen müssen," sagte der Hausherr und sah mit kühlem Blicke über Adeline fort, bereu grelle Jnbelrnse, während der Hagel sein Land zerstörte, Mn unverständlich und unverzeihlich schienen. „Mein Baum!" sagte Adeline, nicht bittend, sondern mit abwehrenden Befehl und legte den Arm um den rmtben Stamm. „Er ist doch krank," sagte nun auch Adele bittend zu ihrem Vater — als fei gerade das ein Grund ihn zu hegen und zu pflegen und bat fitr ihn. Warmes Mitleid sprach aus ihrer Stimme, Adelins wandte den Blick von ihr fort: Mitleid, gelte es ihr oder anderen, war ihr ein ganz unerträgliches Gefühl. „Du kannst den Bäum schlage» lassen," sagte sie hart zst ihrem Onkel, aber kaum war das letzte Wort von ihren Lipmn gekommen, als das fahl gewordene Gesicht hintenüber sank. Die Hand an das Herz krampfend, fiel sie tn die Arme ihres Bruders« schwer, ohne Zeichen von Löben. Auf seinen Armen trug er sie ins Haus. Me Bemühungen blieben fruchtlos. Aufgepeitscht durch den Aufruhr der Elemente zu einer letztest großen Anstrengung, erlag das kranke Herz, nachdem es noch einmal die Wonne des Lebens gefühlt. Man schlug die kranke Esche am andern Tag und füllte AdelinM Grab mit allen Zweiglein, die das Unwetter verschont. Vermied?!«* * Ein Zweikampf der Schlangen. Eine anschauliche Schilderung des vor einigen Jahren in Brasilien gegründeten sero- therapeutischen Institutes von Butantan, das von dem berühmten Gntlorscher Dr. Vital Brazil geleitet wird und seinem Bestehen in kurzer Zeit bereits Segensreiches geleistet hat, gibt Prob Pozzi von der iranzösischen Akademie der Medizin in einem interessanten Aussatz des „Figaro". In dem Institut wird eine Schlangenart gezüchtet, die von Natur gegen die Bisse der Giftschlangen immun ist und als ein Freund der Menschheit angesprochen werden darf, weil diese „gute Schlange" die gütigen Reptilien verfolgt und vertilgt. Pros. Pozst hat einen Zweikamps zwischen dieser giftfesten Schlange, dem Rachidelus brasili, und der todbringenden Lachesis laneeolatus mit angesehen. Tie beiden Schlangen murben aus ihren Behältern genommen und einander gegenüber gelegt. Sie schienen einander zu ignorieren, rührten sich kaum, als plötzlich die „gute Schlange" mit einer unbeschreiblich flinken Bewegung sich der gefährlichen Feindin nähert. Die hat den Gegner bereits erkannt, setzt sich in Kampfstellung, die tückischen Augen blitzen. In diesem Augenblick schießt die „gute Schlange" atü den Fetnd zu; sie wist ihn offenbar am Nacken packen und lähmen, aber das giftige Reptil ist auf der Hut und gräbt seine Fangzähne tief in den Körper des anderen. Dann gleitet sie zurück und scheint auf die Wirkung des Giftes zti roarteii. Umsonst: die Natur bat die „gute Schlange" gegen diese tückische Waffe geschützt. Uitd mm entfpinnt sich eilt grauenvolles Ringen, die Scdlangenleiber schlingen sich um einander, es ist, als ob der stärkere Rachidelus brasili den Gegner ersticken will. .Er wird ihm die Rückenmarkknochen zerbrechen", sagt leise der Dr. Brazil zit mir, „passen Sie auf, das ist sehr interessant". Ja, es ist iutereffant, aber zugleich grauenhaft anzusehen. Wohl zwölf Minuten lang haben bte beiden Reptilien bereits mit einander gerungen, bis endlich die Giftschlange überwältigt erscheint, ihre Bewegungen werden matt und matter, bis der Feind sie erwürgt hat. Als wir gehen, ist die giftige Viper tot und der Sieger macht sich daran, die Beute langsam zu verschlingen. Erst eine Stunde später kehren mir zum Kampfplatz zurück. Die „gute Schlange" liegt lang ausgebreitet auf dem Boden, sie hat den Gegner fast blnabgefcblungen, nur ein Stuck des Schwanzes ragt noch zwischen den Kiefern hervor. Dian kennt die Dauer der Reflexbewegungen und ihr mibewitßtes Wirken: dieses letzte Schweifende schlang sich noch mit zitternden Bewegungen um ein Tischbein und schien hier konvulsivisch einen letzten Halt zu suchen. * Mißverständnis. „9hm, Frau Nachbarin, gehen Sw auf keinen Ball?" — „Nein, mir ist mein Bett lieber," — „In,: da müssen St« eben was anderes versetzen!" * Bedenklich. „Wenn ich Sie nun bitte, sämtliche Tänze mit mir zu tanzen, was wäre bann?" — „Dann iriegaten, N zum Schluß noch an Dauz mit meinem Manu!" * U m schrieben. „Als ich gestern abend spät nach Haust kam, bekam ich auf dem Hausflur eine derbe Ohrfeige!" —: „Und was sagtest bu?" — „Guten Abend, Frauchen!" Skat-Ausgabe. Vorhand hat 20, Mittelhand 39 Augen in ihren Karten r Hinterhand spielt Treff-Solo mit: + + *+* * * °i» Das Spiel wird verloren, obwohl noch 21 Augen im Ska liegen. — Wie waren die Karten verteilt und wie mußte gespielt werden? Auflösung in nächster Nummer. Auflistung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer: Laute. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckereh R. Lange, Vieh«»