Samstag den 9. Dezember M Die weiße Frau. Noman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Er trug seine sechzig Jahre, als ob' es keine vierzig gewesen wären. Er schlenderte ba^ht, den Hut ein wenig auf der einen Seite tragend, mit einem leichten, munteren Schritte, indem er seinen großen Stock schwang, vor sich hinsummte und von Zeit zu Zeri mit süperber Herablassung an den Häusern und Gärten zu beiden Seiten hinauf und hinab blickte. Hätte man einem Fremden gesagt, es gehöre diesem Manne die ganze Nachbarschaft, so würde dies beit Fremden nicht im geringsten überrascht haben. Er sah sich nicht ein einziges Mal um; er nahm anscheinend keine Notiz von mir, noch von sonst jemandem, der an ihm an seiner Seite der Straße vorbeiging — ausgenommen hin und wieder, wenn er mit einer Art" leichter, vät rlich r guter Laune die Kindermädchen und Kinder aulächelte, die rhm begegneten. Auf diese Weise führte er mich immer weiter, bis wir zu der besseren Klasse von Kaufläden zwischen dem New-Road und der Oxford-Straße kamen. Der Graf unterbrach seinen Weg nunmehr und trat in einen kleinen Optikerladen, der eine Anzeige im Fenster hakle, daß drinnen Ausbesserungen auf das sorgfältigste ausgeführt würden. Er kam wieder heraus und hatte etn Opernglas in der Hand; dann ging er ein paar Schritte weiter und stand wiederum still, um einen vor einem Notenladen stehenden Opernzettel zu lesen. Er tat dies aufmerksam, überlegte einen Augenblick und rief dann ein leeres Kabriolet an, das vorbeifuhr. „Zum Kartenverkauf-der Oper", sagte er zu dem Kutscher unb fuhr davon. Ich ging hinüber und sah meinerseits bett Opernzettel an. Die angekündigte Oper war „Lucrezia Borgia" und die Vorstellung sollte an demselben Wende stattfinden. Jetzt wußte ich genug. Ich wandte mich an einen der Dekorationsmaler des Heaters, mit dem ich in früheren Zeiten bekannt gewesen, um für mich, und einen Freund Billetts fürs Parterre zu erhalten. Es war wenigstens eine Aussicht vorhanden, daß der Graf mir und meinem Gefährten leicht unter den Zuschauern sichtbar sein würde, und in diesem Falle hatte ich ein Mittel, noch an diesem Abende zu erfahren, ob Pesca seinen Landsmann kenne oder nicht. Das Ergebnis dieses Besuches in der Oper ist rasch erzählt. Pesca kannte den Grafen nicht, aber Fosco erschrak beim Anblick Pescas bis ins Innerste und verlies Hals über Kopf die Vorstellung. Nicht vergessen darf ich, daß ein junger Herr mit einer Narbe aus der linken Wange, offenbar ein Ausländer, diese Vorgänge mit auffallendem Interesse verfolgt hatte. Mr war das aufgefallen, und ich machte Pesca ebenfalls' darauf aufmerksam. Der kleine Professor schenkte indes dem Umstand keine Bedeutung. Nun aber mußte ich von Pesca Aufklärung haben. Wir fuhren sofort in seine Wohnung. Dort verriet er mir auf mein Drängen, daß er einer geheimen politischen Gesellschaft angehöre. Jedes Mitglied habe auf dem Arm eine kleine Tätowierung. Die Mitglieder unter sich kannten sich nicht, nur dem Präsidenten und seinem Sekretär waren alle Mitglieder bekannt. Auf Verrat stand der Tod. Der Exekutor werde vom Präsidenten oder seinem Sekretär ernannt, beide haben geschworen, jeden Verräter, der ihnen bekannt werde, zu richten. Pesca war in jungen Jahren in die Verbindung geraten,, konnte sich aber nun nicht mehr zurückziehen. Da ihm ein Mord, auch ein politischer, in innerster Seele verhaßt war, flehte er mich an, ihm keine Mitteilung über diesen Mann zu. machen, der ihm im übrigen nicht bekannt war, damit er von jeder Verantwortung frei bleibe. Ich willfahrte seiner Bitte und stürmte nun" nach Hause. Für mich stand felsenfest, daß Fosco ein Verräter an dieser Verbindung war und den Sekretär Pesca seinerseits wohl erkannt hatte. Nur so ließ sich sein tödliches Entsetzen bei Pescas Anblick deuten. Es war leicht zu verstehen, warum dieses Erkennen nicht ein gegenseitiges gewesen. Ein Mann vom Charakter des Grafen würde nie die fürchterlichen Folgen, Spion zu werden, riskieren, ohne für seine persönliche Sicherheit ebensowohl zu sorgen, wie für feine goldene Belohnung. Das rasierte Gesicht, welches ich. Pesca in der Oper zeigte, mochte früher mit einem großen Barte bedeckt gewesen sein; sein dunkelbraunes Haar war vielleicht eine Perücke; sein Name war offenbar ein falscher. Der Zufall der Zeit mochte ihm auch geholfen haben — seine ungeheure« Korpulenz war vielleicht erst in späteren Jahren gekommen. Es war jeder Grund vorhanden, daß Pesca ihn nicht wieder erkannte — und ebenfalls jeder Grund, daß er Pesca erkannte, dessen eigentümliche kleine Persönlichkeit ihn, wohin er auch gehen mochte, zu einer auffallenden Erscheinung machte. Die Chancen gegen mich waren leicht aufgezählt: sie liefen alle in einer einzigen zusammen. Sobald der Graf durch tttcttt eigenes Bekennen erfuhr, daß dec gerade Weg zu feiner Sicherheit über mich als Leiche ging, so war er wahrscheinlich der letzte Mann von der Welt, der zaudern würde, diesen Weg einzuschlagen, wenn er mich allein in seiner Gewalt hatte. Die einzigen Verteidigungsmittel gegen ihn, von denen ich hoffen durfte, daß sie die Gefahr verringern würden, stellten sich nach etwas sorgfältiger Ueberlegung deutlich genug heraus. Bevor ich mein persönliches Bekenntnis der Entdeckung in seiner Gegenwart machte, mußte ich die Entdeckung selbst so plazieren, daß sie zu dem augenblicklichen Gebrauche gegen ihn bereit und gegen jeden Versuch von seiner Seite, dieselbÄ unwirksam zu machen^ gesichert war. 770 XIX. Dieser Gedanke kam mir, als ich dicht vor unserer Wohnung angclangt war, die wir nach meiner Hochzeit gemietet hatten. Ich ließ mich, ohne jemanden zu stören, mit Hilfe meines eigenen Schlüssels eilt. Es stand ein Licht im Flur, und ich schlich leise mit demselben auf mein Arbeitszimmer, um meine Vorbereitungen zu treffen und mich absolut zu einer Unterredung mit dem Grafen zu verpflichten, ehe sowohl Marianne als Laura nur die leiseste Ahnung von dem haben konnten, was ich zu tun beabsichtigte. Ein Vries an Pesca schien mir die sicherste Vorsichtsmaßregel, die ich jetzt treffen konnte. Ich schrieb ihm folgendes: „Der Mann, den ich Dir in der Oper bezeichnete, ist ein Mitglied der „V erbin d u n g" und zugleich ein Verräter an ihr. Ueberzeuge Dich sofort von der Wahrheit dieser beiden Behauptungen. Du kennst den Namen, unter welchem er in England lebt. Seine Adresse ist Numero 5, Forest Road, St. Johns Wood. Bei der Liebe, die Du für mich hegst, beschwöre ich Dich, die Macht, die Dir verliehen, ohne Erbarmen und ohne Verzug in Anwendung zu bringen. Ich habe alles gewagt und alles verloren und mit meinem Leben für mein Mißlingen bezahlt." Ich unterzeichnete und datierte diese Zeilen, tat sie in einen Umschlag und versiegelte ihn. Oben darauf schrieb ich folgendes: „Lasse das Kuvert bis morgen früh um neuen Uhr ungeöffnet. Wenn du vor dieser Zeit nichts von mir hörst oder siehst, so brich das Siegel mit hem Glockenschlage und lies den Inhalt." Ich schrieb meine Anfangsbuchstaben darunter und tat das Ganze in ein zweites versiegeltes Kuvert, welches ich an Pesca adressierte. Daß es in Pes ms Macht lag, des Grafen Entweichen zu verhindern, bezeiselte ich keinen Augenblick. Ter außerordentliche Eifer, mit dem er seinen Wunsch ausgesprochen, über des Grafen Identität unaufgeklärt zu bleiben, verriet deutlich, daß er Mittel zur Hand hatte, um die fürchterliche Gerechtigkeit der „Verbindung" walten zu lassen, obgleich es ihm, als einem von Natur humanen Manne, wider- strebte, dies in meiner Gegenwart zu sagen. Nun hieß es noch den Brief an seinen Bestimmungsort schaffen. Ich beauftragte damit den Sohn des Hauswirts. Er sollte einen Fiaker nehmen, um den Brief hinzubriugen — ihn in Pesens eigne Hände geben und mir von ihm eine Zeile zurückbringen, die mich überzeugte, daß er mein Schreiben richtig erhalten; dann sollte er in dem Fiaker zurück- kommen und ihn ftir meinen Gebrauch warten lassen. Es war jetzt beinah halb elf Uhr. Ich berechnete, daß der junge Mann in zwanzig Minuten zurück wäre und ich dann in weiteren zwanzig Minuten in St. Johns Wood angelangt fein könnte! Als der Bursche fort war, kehrte ich in mein Arbeitszimmer zurück, um gewisse Papiere zu ordnen, so daß man sie leicht finden möchte, im Falle sich das Schlimmste ereignete. Den Schlüssel des altmodischen Schreib isches, in welchem ich die Papiere aufbewahrte, versiegelte ich, schrieb Mariannens Namen auf das kleine Paket und legte es auf meinen Arbeitstisch. Darauf ging ich ins gemeinschaftliche Wohnzimmer hinab, wo ich Laura und Marianne, meiner Heimkehr von der Oper harrend, zu finden erwartete. Ich fühlte meine Hand zum erstenmal erzittern, als ich sie aus die Türklinke legte. Marianne war allein im Zimmer. Sie las und blickte erstaunt auf ihre Uhr, als ich eintrat. Wie früh du wieder da bist! sagte sie, du mußt fortgegangen, fein, ehe die Oper aus war. Ja, sagte ich; weder Pesca noch ich blieben bis zu Ende. Wo ist Laura? Sie hatte eine ihrer bösen Migränen heute abend, und ich riet ihr, sich lieber gleich nach dem Tee zu Bette M legen. — Ich verlieh das Zimmer wieder unter dem Vorwande, nachzusehen, ob Laura schliefe. Mariannens scharfe Augen begannen sich prüfend auf mein Gesicht zu heften. Ihr scharfer Instinkt fing an wahrzunehmeu, daß etwas auf meinem Gemüt lastete. Als ich ins -Schlafzimmer trat und mich leise im matten Schimmer der Nachtlampe dem Bette näherte, sah ich, daß meine Frau schlief. Ich berührte zum Abschiede bloß ihre Hand und ihre Stirn mit meinen Lippen. Sie bewegte sich im Schlafe und murmelte meinen Namen, doch ohne zu erwachen. Marianne stand an der Treppe und wartete auf mich. Sie hielt einen zusammengelegten Papierstreifen in der Hand. Des Hauswirts Sohn hat dies für dich gebracht, sagte sie. Ein Fiaker ist vor der Tür; er sagt, du hast ihm befohlen, auf dich zu warten. Ganz recht, Marianne. Ich brauche den Fiaker. Ich muß noch einmal fort. — Ich ging die Treppe hinab und trat in die Wohnstube, um den Streifen Papier zu lesen. Er enthielt folgendes in Pescas Handschrift: „Ich habe Deinen Brief erhalten. Wenn ich Dich vor der genannten Zeit nicht sehe, werde ich mit dem Glockenschlage das Siegel brechen." Ich legte das Papier in mein Taschenbuch und wandte mich zur Tür. Marianne trat mir an der Schwelle entgegen und schob mich ins Zimmer zurück, so daß das Licht der Lampe voll auf mein Gesicht fiel. Sie hielt meine beiden Hände fest und heftete ihre Augen prüfend auf die meinigen. Ich sehe es! sagte sie mit leisem, schnellem Flüstern, du willst heute abend die letzte Chance versuchen. Ja, die letzte und die beste, gab ich flüsternd zurück. Geh nicht allein! O, Walter, um Gottes Hüten nicht allein! Laß mich mit dir gehen. Verweigere es mir nicht, weil ich bloß ein Weib bin. Ich muß mitgehen! Ich will mitgehen! Ich will draußen im Fiaker warten! — Jetzt mußte ich sie halten. Sie versuchte sich von mir loszumachen und zuerst hinunterzneilen. Falls du mir helfen willst, sagte, ich, so bleibe hier und schlafe heute abend im Zimmer meiner Fran. Laß mich nur mit über Laura beruhigtem Gemüte gehen, und ich stehe für alles Uebrige ein. Komm, Marianne, zeig« mir, daß du Mut hast zu warten, bis ich wiederkonnne! Ich wagte nicht, ihr Zeit zu lassen, noch ein Wort weiter zu sagen. Sie versuchte nochmals, mich zu halten. Ich machte mich frei und hatte das Zimmer in einer Minute verlassen. Ich sprang in den Fiaker, ehe noch der Kutscher vom Bocke steigen konnte. Forest Road, St. Johns Wood, rief ich ihm durch das vordere Fenster zu. Ich zahle doppelt, falls wir in einer Viertelstunde dort sind. Ich will's machen, Sir. — Ich sah auf meine Uhr. Elf Uhr — es war keine Minute mehr zu verlieren. Die schnelle Bewegung des Fiakers, das Bewußtsein, daß jede Sekunde mich dem Grafen näher brachte, die Ueber- zeugung, daß ich mich endlich auf das gewagte Unternehmen eingelassen, versetzten mich dermalen in Aasr aung, daß ich dem Kutscher wiederholt zurief, schneller zu fahren. Gerade als eine Kirchenuhr in der Ferne das Viertel nach Elf schlug, bogen wir in Forest Road ein. Ich ließ den Kutscher in einiger Entfernung von des Grafen Hause halten — bezahlte und entließ ihn — und ging daun zu Fuße an die Tür. Als ich mich dem Gartenpförtchen näherte, sah ich jemanden von der entgegengesetzten Seite her ebenfalls zu ihm herankommen. Wir trafen unter der Gaslampe der Straße zusammen und sahen einander an. Ich erkannte augenblicklich den blonden Ausländer mit der Narbe im Gesichte; und es schien mir, er erkannte mich. Er sagte nichts; und anstatt ins Haus zu gehen, setzte er seinen Weg fort. War er durch Zufall in Forest Road? Oder war er dem Grafen von der Oper her gefolgt? Nachdem ich ein paar Sekunden gewartet, bis der Fremde außer Gesichtsweite war, zog ich die Glocke am' Psörtchen. Es war jetzt zwanzig Minuten nach elf Uhr. Während ich wartete, nahm ich eine Karte heraus und schrieb unter meinen Namen „in wichtigen Geschäften". Die Hansmagd öffnete die Tür, während ich noch das letzte Wort schrieb und frag mich argwöhnisch, was ich wünsche. Seien Sie so gut, dies an Ihren Herrn, abzugeben/ entgegnete ich, ihr die Karte gebend. Die Zuversicht, mit der ich ihr meine Karle gab, machte sie unschlüssig. Nachdem sie mich mit erstaunter Verwirrung an gestiert, ging sie mit meiner Karte ins Haus zurück, indem sie die Tür schloß und mich imi Garten stehen ließ. In ein paar Minuten kam sie wieder heraus. Eine 771 J- > l 'i e e SSW? MU. I c S t ) 2 t t c c i* K t meine stieg mrd schttig um sich, das- ich feine meiner Waffen M“1’? und Me Kraft daran setzen mußte, es festzuhalten, M k m«r T' durchlief. Das Maren entsetzliche Äugens blicke der Angst, bis ich Mich aus den Steigbügeln losmachen und »u Boden springen konnte Dabei entglitt mir die Büchse und entlick sich von ,elbst, und durch den Knall erschreckt, floh mein Merd tote ein Blitz über den gefrorenen Schnee davon Glück-- licherloeise hatte ich meine Pistolen und mein Jagdmesser zu« NE, so daß ich sie gleich gebrauchen konnte. Ich mar furchtbar aufgeregt und konnte zuerst nichts anderes denken, als daß mein geliebtes Weib, die Mutter meiner Kinder, unter drei oder vier Bestien lag, die ihr ans Leben wollten; so faßte ich in halbem Wahnsinn in jebe Hand eine der Pistolen, deren Hahn ich rasch gespannt hatte, sprang mitten unter meine Feinde, setzte die Mündung an ihre Köpfe und schoß beide Läufe zugleich ab.' Beide Schnise trafen Gott sei Dank, zwei Bestien rollten zurück und walzten sich in ihrem Blute, worauf die andern, als sie dieses witterten, über sie mit Wut herfielen, sie wörtlich in Stücke rissen iinö bor meinen Augen, beinahe über dem Körper meiner Frau, verschlangen. Nachdem ich mich durch ein Paar Fragen ver- gewtjfert hatte, daß meine Frau am Leben und unverletzt war, bat ich sie, ruhig liegen zu bleiben, hob meine Büchse auf und lud fte nnb ebenso meine Pistolen in größter Eile. So wie ich dis erste Kugel heruntergestoßen hatte, fühlte ich mich in Versuchung, stoch eine Bestie totzuschießen; aber in diesem Augenblick höre ich neues fernes Geheul, und da ich fürchten mußte, es werde em zweites Rudel herankommen, bewahre ich meine Kugeln für bie nächste Gefahr. Während dieser Zeit stahlen sich die ersten Angreifer, die sich vvllgefresfen hatten, nach und nach hinweg, aber das Geheul der andern laut immer näher und warnte mich, auf der Hut zu sein. Ich hatte, gerade meine Frau noch dichter eingehüllt, das beste, was ich jetzt für sie tun konnte, und mich mit den Pistolen in der Hand zur Verteidigung vor sie hingestelli, als acht bis zehn neue Wölfe aus dem Gebüsch hervorfprangen. Es entstand eine kurze Pause, als sie mich erblickten und mit ihren mordfunkelnden Augen anstierten, bann kamen sie unter furchtbarem Geheul immer näher und uingaben nrich im Kreise, so daß der Raum zwischen ihnen unb mir immer enger wurde. Endlich sprang einer, oer kühner unb hungriger schien als die andern, vorwärts und erhielt sogleich einen Pistolenschuß zwischen die Augen, der ihn auf den Schnee warf, ivorauf die andern, ebenso wie vorher, über ihn herfielen, und ihn verschlangen. Ich hatte aber nicht Zeit, mir Glück hierzu zu wünschen, denn gleich darauf fühlte ich die Zähne einer Bestie an meinem Schenkel, so schmerzhaft, daß ich aufschrie., Meine arme Fran Hörte es; sie glaubte wohl, es sei vorbei mit mir, und war eben im Begriff äufzuspringen und so wie sie war, den furchtbaren Vieren entgegenzutreten; ich rief ihr jedoch zu, sie solle sich nicht rühren, setzte die Pistole an den Kopf meines Angreifers und streckte ihn tot zu Boden. Noch hatte ich meine Büchse als Reserve, riß sie hoch und schoß die Ladung auf das heulende Rudel. Wie viele ich traf, weiß ich nicht, ich sab nur, daß sie eilends aus meiner nächsten Nähe flohen, einige hinkten und wurden beim Fliehen von den andern angefallen. Das kam mir wie eine zweite wunderbare Rettung vor, und obwohl meine Wunde mich schmerzte, hielt ich mich ruhig und fand zu meiner Freude, daß sie nicht tief unb gefährlich war. Hastig lud ich meine Pistolen und Büchse Wieher und ließ barauf meine Frau aufstehen, die mich zärtlich umarmte unb Gott für unsere Rettung dankte. „ O, unsere lieben Kinder," rief sie voll mütterlicher Zärtliche feit aus, „wie gut, daß sie nicht wissen, tote nah^sie daran waren, Waisen zu werden, die Armen, die nun so allein mitten in der furchtbaren Wildnis. Komm, laß uns rasch nach Hause zu unfern Kindern, so lange es noch Zeit ist." „Wir haben keine Zeit mehr, Frau. Hörst du nicht, da komiuen mehr von unseren Feinden." „Kommen sie hierher?" fragte sie zitternd. „Ich fürchte cs." „O Gott, was soll dann aus uns Werben?" fuhr sie jammernd fort, „ich fürchte, wir überleben den dritten Angriff nicht." „Ich sehe nur einen Weg der Rettung," erwiderte ich, selbst besorgt. „Wir müssen auf einen Baum klettern und den Morgen abwarten." „Ta frieren wir zu Tode," sagte sie darauf. „Ich hoffe, das soll nicht geschehen. Jedenfalls haben Wir keine Wahl. Der Büsselrock wird dich vor der Kälte schützen, Wie er dich vor den Wölfen bewahrt hat, unb ich will suchen, mich durch Auf- und Abklettern unb das Ausstampfen der Füße warm zu halten." „Doch warum zünden Wir nicht ein Feuer an?" fragte sie rasch und ihre Stimme wurde wieder lebendiger, als eine neue Hoffnung sie durchdrang, die ich aber leider nicht teilen konnte.. „Aus zwei Gründen nicht. Erstens haben mir keine Zeit, beim hörst du nicht das Geheul des hungrigen Rudels? Unb zweitens fehlt uns das Brennmaterial, da die losen Zweige unter dem Schnee liegen." „Tann möge Gott uns helfen," stöhnte meine Frau, „hier scheint nichts als der Tod für uns zu fein. O meine armen, lieben Kinder! Großer .Gott, laß sie nicht diese Nacht zu .Waisen werden!" Line Nacht unter den Wölfen. Mus den Erinnerungen eines amerikanischen Farmers, Von Dr. I. Wiese. Bor einer Reihe von Jahren zog ich mit meiner Familie wach Wisconsin, erzählte mir ein alter Farmer, unb siedelte mich in einem Walde an, wo wir etwa 10 Meilen von der nächsten Ortschaft entfernt waren unb fünf Meilen von uns der nächste Nachbar wohnte. Der Wald um uns war nicht immer geheuer durch wildes Getier unb unruhig schwärmende Indianer. Ich fühlte mich jedoch wenig beunruhigt darüber, und ebensowenig meine Frau, die es mit dem besten Jäger aufnimmt; aber wir hatten drei Kinder, deren ältestes erst zehn Jahre alt war, unb manchmal, wenn ich fern vom Hause weilte und das Brummen eines Büren, das Geheul der Wölfe oder das Geschrei eines Panthers hörte, schlug mir das Herz bei dem Gedanken an meine Kinder. Zuerst erschreckte sie dies Geischrei und Geheul der wilden Tiere zur Nachtzeit sehr, und auch meine Frau, sowie ich selbst, fuhren zuweilen auf, wenn uns die Schreie der Panther wie Indianer-' rufe vorkamen; mit der Zeit gewöhnten wir uns jedoch an diese Töne und kümmerten uns nicht darum, und als ich erst ein paar Sieder um unsere Hütte entwaldet und eingezäunt hatte, hielten sich die Bestien ferner von uns, als verständen sie, daß sie da, wo Menschen sich angefiedelt, nichts mehr zu tun hätten. Ab unb zu schoß ich auch ein paar tot unb lichtete dadurch ihre Reihen, so daß sie uns immer weniger belästigten. In dem ersten Jahre geriet ich zwar einmal durch einen Bären und ein andermal durch einen Panther, bie mich anfallen wollten, in Gefahr, doch diese Abenteuer sind nichts gegen ein anderes, das ich im zweiten Winter zu bestehen hatte. Es war ein kalter Morgen unb der Boden ringsum mit festgefrorenem Schnee bedeckt, als ich eines meiner Pferde für meine Fran sattelte, die nach der Kolonie in unserer Nachbarschaft reiten Wollte, um etwas zu kaufen. Obwohl ihre eigenen Kleider sie gut einhüllten, gab ich ihr noch einen weiten Büffelrock um Unb bat sie beim Wschiede, ja recht zeitig aufzubrechen, um vor Nacht aus den Wäldern zu sein. Den ganz-en Tag über fühlte ich mich unruhig, und es war mir, als könnte sich irgend etwas ereignen. Als ich die Sonne sich neigen sah unb noch keine Spur von meiner Frau erblickte, griff ich unwillkürlich nach meinen Pistolen, meiner Büchse, Jagdmesser linb Schießbedarf, sattelte mein zweites, noch Wenig zugerittenes Pferd, bat die Kinder, nicht über die Schtvelle zu gehen, schloß das Hans und ritt meiner Frau entgegen, die ich bei jeder Wendung des Weges zu treffen hoffte. Immer wieder fand ich mich jedoch getäuscht, ich sah nichts von ihr unb wurde immer unruhiger, je mehr Meilen ich zurücklegte. Es wurde gerade dunkel, als die Lichtungen der Pflanzungen mir entgegen schimmerten; ehe ich diese jedoch erreichte, sah ich meine Frau eilig auf mich zukommen. Sie war durch einen alten Bekannten aus dem Osten, der Neuigkeiten brachte. Und durch das Abendessen aufgehalten worden, die Zeit war ihr vergangen, sie wußte nicht wie, unb sie war herzlich erfreut, daß ich ihr entgegenkam. Ich selbst totr gleich froh, sie gesund jwieberzusehen. Als ich ihr von meinen bösen Ahnungen sprach, wollte sie nichts davon wissen, sondern lachte mich aus. Wir ritten im scharfen Trabe durch einen dichten Wald und hatten etwa 5 Meilen zurück- aelegt, als wir durch langgezogene Klagetöne alarmiert wurden, die ans verschiedenen Entfernungen unb Richtungen zu uns bringen. Wir wußten nun, daß Wölfe uns gewittert hatten Und sich zum Angriff auf uns sammelten. Wir trieben also unsere Pfeibe zur Eile an, aber Wit hielten Nicht Schritt mit den Verfolgern, ihr Geheul verriet uns, daß sie näher kamen. Wir ritten gerade durch eine tiefe Schlucht, frao ein paar große alte Bäume ihre Riesenzweige über ein Dickicht streckten, als ich das Geheul dicht bei uns hörte. Im Nächsten Augenblick raschelte das Gebüsch, und es kamen sechs Ober acht dieser unheimlichen Tiere zum Vorschein, die rasend vor Hunger hinter uns her stürmten. Tas geschah so plötzlich Und unerwartet, daß meine Frau aufschrie unb den Zügel fallen lieft Worauf ihr Pferd, sich bäumend und hinten ausschlagend, sie abwarf und mitten unter die wilden Bestien schlenderte, deren Mugen im Dunkeln wie feurige Kohlen glühten. Glücklicherweise erschreckte der plötzliche Fall auch sie, so daß sie zurückwichen; Und meiner Frau Zeit ließen, den Büffelrock so dicht um sich zu ziehen, daß sie fürs erste vor ihren Bissen sicher war. Gleich darauf sprangen aber die wilden Bestien auf sie, auf mich und h-ie Pferde los. Das meiner Frau schüttelte sie ab und entfloh, Empfehlung von ihrem Herrn, und ob ich nicht so gut sein wolle, zu sagen, wozu ich ihn zu sprechen wünsche? — Machen Sie Ihrem Herrn meine Empfehlung und sagen Sre ihm, ich könne das niemandem als ihm selbst untteilen. ; .Sie verließ mich abermals, kam wieder heraus — Und bat mich diesmal, einzutreten. Ich folgte ihr sofort. Im nächsten Augenblicke befand ich mich im Hause des Strafen Fosco, (Fortsetzung folgt.) 772 Ich bat fie, Mut zu fassen intit nicht zu verzweifeln, wählte einen großen Baum aus, dessen untere Zweige stark und breit waren und von unseren Feinden nicht erreicht werden konnten, Hais meiner Frau hinaufsteigen und vetterte ihr nach. Es war die höchste Zeit, denn kaum hatten wir uns in eine bequeme Stellung gesetzt, als das neue Rudel hungriger, wild heulender Bestien ankam, die ihre Feueraugen gierig nach uns emporrichteten. Wir waren sicher, mußten aber eine lange furchtbare Nacht zu- briugen und auf ihr scheußliches Wutgeheul hören, während wir schmerzerfüllt an unsere Kleinen daheim dachten. Tie Nacht war entsetzlich kalt, und trotz meiner Bemühungen, mein stockendes Blut in Umlauf zu erhalten, wurde ich noch vor Morgen so benommen, daß ich mich aufgegeben hätte und gestorben wäre, wenn nicht fortwährend meine Frau flehend gebeten hätte, um Gotteswillen auszuhalten und sie nicht zur Witwe und unsere Kinder zu vaterlosen Waisen zu machen. Endlich dämmerte der Morgen, und nie wurde das Tageslicht mit größerer Freude begrüßt. Unsere Feinde stahlen sich, einer nach dem andern, hinweg und ließen uns allein. Sowie sie erst fort waren, glitt ich herunter und brachte durch Herumlaufen Wärme in meine Glieder. Dann half ich meiner Frau herunter, und wir eilten nach Hause. Ich brauche wohl nicht zu sagen, daß wir gerade zur rechten Zeit kamen, um unsere armen, zu Tode erschreckten Kinder aus ihrer Angst zu befreien. Sie sprangen, als sie uns kommen sahen, halb sinnlos vor Freude uns entgegen und stürzten in stnsere Arme. Die deutsche Tierwelt und die Dürre. K-f. Der erstaunlich heiße, dürre Sommer dieses Jahres hat in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt Erscheinungen bervor- gerufen, die meistens salsch gedeutet worden sind. Aus den außer« gewöhnlichen Erscheinungen in der Tier- und Pflanzenwelt glaubt man gewöbnlich, Schlüsse aus die künitige Witterung, insbesondere des Winters, ziehen zu können. Demgegenüber betont nun der Meteorologe Dr. Wilhelm R. Eckard t in der „Natur", der Zeitschrist der Deutschen natur» wissenichaitlichen Gesellschaft, daß zwischen dem Perdalten der Tiere während des Sommers und der tmvtiqen Witterung durchaus kein Zusammenhang besteht, und setzt im Anschluß daran auseinander, wie das Verhalten unserer Tiere zu erklären ist. Am auffälligsten war das abiveicheiide Verhallen bei Bienen und Zugvögeln. In vielen Gegenden sind die Zugvögel sehr frühzeitig nach dem Süden geflogen. Tie Erklärung dafür ist die folgende: Unsere Ziigvögel iveilen im Sommer bei uns, um hier ungestört ihre Brutgeichäste erledigen zu können. Daraus folgt, daß sie desto früher abziehen können, je günstiger der Sommer für sie ist, denn weiin die Brutqeichäile erledigt sind, haben sie bei uns nichts mehr zu suchen, (sine Ausnahme hiervon hat tn diesem Jahre das tauge Verweilen der Schwalben in manchen Gegenden gebildet. Die Schivalben haiten in der Mitte des August ober gar noch früher die zweite Brut hinter sich und konnten, da dre gewöhnliche Zeit ihrer Abreise noch nicht gekommen war und sich ihnen viel Nahrung bot, noch zli einer dritten schreiten, während in den früheren, regnerischen Sommern der Jahre 1905, 1909 und 1919 nicht einmal die zwelte Brut hatte anigezo ien werden können. Bei den Bienen war die Antwort auf den heißen Sommer ein Verkleben aller Fugen und Ritzen ihrer Behausung mit Wachs. Ter Zusammelihang ist folgender: In (Seqenben, wo es ferne Heide gibt, ober wo bleie infolge der Trockenheit schlecht honigte, gab es nach dem Aiblühen der Linden feine Blüten anderer Pflanzen mehr, aus denen die Bienen hätten Honig holen tonnen, da ja alle Wiesen und Raine voir der Sonne versengt touren. Infolgedessen war für die Bienen die Hauottracht, die übrigens tn diesem Sommer sehr reichlich war, beenbet; sie haben nun genug Vorrat für den Winter und schließen emiach die Wohnungen gegen den nustrocfnenben Luftzug, vor allem aber gegen das Eindringen gefürchteter Schmarotzer lustdichl ab. Die Tiere, die im Erdboden hausen, stiegen infolge der Dürre in größere Tiefen hinab, z. B. Regenwürmer, Engerlinge und M a u l iv ü r f e. Der Grund hierfür ist, daß Engerlinge und Regenwürmer die Feuchtigfeit aufsuchen, während die Maul« tuürfe, die von Engerlingen und Regenwürmern leben, ihren Bewetteren in die Tiefe folgen mußten. Häusig war im Sommer auch die Beobachtilug zu machen, daß die Maulwürfe an die Erdoberfläche kamen, sich eine Zeitlang sehr auffällig gebärdeten und bann starben. Wahrscheinlich halle dieses 1 erhalten seinen Grund darin, daß die vom Maulwurf unterirdisch angelegten Tränken versiegt waren unb die Tiere infolgedessen, vom Durst geueuugt, in ihrer Todesangst an die Oberfläche kamen, um hier Wasser zu suchen. ______________ vermischtes. kf. Der Hund des Roten Kreuzes. Das italienische Rote Kreuz rühmt sich des Besitzes eines hervorragenden Hundes, der sich gegenwärtig auf dem Kriegsschauplatz in Tripolis sehr nützlich erweist. Der Hund hört auf den Namen Jimmi, ist seiner Abstammung nach ein kräftiger Däne, und da er ein besonders gelehriges und geschicktes Tier ist, so hat ihn das Rote Kreuz in folgeicher Weise in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt. Ans Jimmis Hals ist auf passende Weise eine Büchse befestigt, und so ausgerüstet, wird der Hund auf die belebtesten Plätze, an di« Straßenkreuzungen, auf die Märkte und wo sich sonst in Tripolis Menfchen zusammenzufinden pflegen, geführt. Dort vollführt er allerlei Künste, Tänze, possierliche Sprünge und dergleichen mehr, die das Volk ergötzen. Es regnet Münzen in seinen Kasten und Jimmi bringt regelmäßig eine schöne Tagesernte heim, die int Interesse der verwundeten Bersaglieri verwandt wird. Wenn man der Mitteilung eines Pariser Blattes Glauben schenken darf, so hat Jimmi in einer knappen Woche dem Roten Kreuz drej Summe von 30 000 Lire durch seine Künste eingebracht. * Tie Kommandouse. „Also Ihr Herr Gemahl haß das Rauchen aufgegeben? Dazu gehört aber eine fabelhaft« Energie, gnädige Frau--". — „Ja, die habe ich — — * Aufmunterung. „Fräulein Lieschen, ich kann mich an Ihnen gar nicht satt sehen!" — „Nun, so beißen Sie doch an, Herr Knebbchen!" Büchertisch. —> Zeiten und Völker. Monatshefte für Geschichte, Kulturgeschichte, Länder- und Völkerkunde. Heft 5—10. Franck h- sche Berlagshandlung, Stuttgart. Preis für den Jahrgang (12 Hefte nebst 2 Buchbeilagen) 4,80 Mark. Tie Monatsschrift „Zeiten und Völker" bietet dem für alle bedeutenden Erscheinungen des Kultuslebens Interessierten eine gediegene und vielseitige Ueberschau. Namentlich dem geschichtlichen und politischen Leben sind eine Reibe hervorragender Aussätze gewidmet. So behandelt Alb. Wirth Probleme der Weltpolitik in der Abhandlung „Von Tanger bis Kuldscha"; Karl Lamprecht würdigt „'Die Weltstellung des alten Reiches". Höchst interessante und überzeugende Tatsachen bringt Prof. W. F. v. Mülinen zur oft erörterten Frag« von Ludwig XVII. und Naundorfs. Auch Marokko wird völkerkundlich beleuchtet in dem Auffatz „Das Judentum in Marokko". Und aus der Feder Fr. Ratzels stammen noch eine Reihe von! Artikeln, die das Schicksal der vielbeliebten Reisebeschreibungert eingehend und geistvoll besprechen. In die zugleich gefühlsrohe und geWhlstiefe Zeit des Raubrittertums versetzt uns 'Dr. F. Riefer, dessen Darstellung aus den Chroniken und Liedern jener schwankenden Zeit schöpft. — Sehr mannigfaltige Anregung bietet die Beilage „Der Sammler", die sich mit kulturgeschichtlich wertvollen Drucken, Büchern, Kunstwerken aller Art beschäftigt. Ein« Rundschau und eine sorgfältig gepflegte Bücherschau ergänzen den reichhalttgen Gesichtskreis der gediegenen Zeitschrift. Eine wertvolle Zugabe für die Abonnenten bilden die Buchbeilagen, die zweimal jährlich erscheinen. — Fahrten und Abenteuer des Herrn Steckel- bein. Eine wunderbare und ergötzliche Historie. Nach Zeichnungen von Rudolf Töpffer. In Reimen von Julius Kell. 6. Auflage. Mit 150 farbigen Bildern und buntem Einband. Verlag F. A. Brockhaus. Nichts für Leute, die ihre Kinder statt ins „Weihnachtsmärchen", zu Ibsen und Hauptmann ins Theater führen. Modern ist der Steckelbein trotzdem. Er fährt zwar nicht int Luftschiff, aber, was erstaunlicher ist, im Walsischbauch. Er erfriert und wird wieder aufgetaut, er rennt schneller als bet Löwe — kurz, er erlebt Wunderbares. In neuem, modernen Gewände wird das lustige Buch sich unausgesetzt neue Freunde erwerben. — Theaterkalender auf das Jahr 1912. Im Verlag von Oesterheld u. Go., Berlin, ist soeben der von Dr. H. Landsberg und Dr. A. R u n d t herausgegebene, bestens bekannte Theaterkalender für das nächste Jahr in bcr schönen und schlichten Ausstattung erschienen, die wir an ihm gewöhnt sind. Der reiche Inhalt beschäftigt sich mit allen die Bühne betreffenbett Fragen und wird sowohl dem Schauspieler, als auch dem Theater« liebhaber ein willkommenes Büchlein sein» rlreuzratsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben bbcceeeeeegghhhh iii 111 n nnnnnnn oo ppprrs ttuuuu derart einzutragen, daß bi« senkrechten unb wagerechten Reihen gleichlautend solgenbes ergeben: 1. Stabt in Württemberg, 2. Eine Krankheit. 8. Stabt in Norbbeutschland. Auflöiung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer» Wiege, Rufen: »rote gerufenl* Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gieße»