n «■ 1 W Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Viel, viel Elend gibt's auf der Welt!" seufzte die blasse Wtrtsfrau und hielt die Hand auf ihre kranke Brust. „Kein Geld haben, ist ja hart — besonders für eine, die's nicht gewohnt ist, aber krank sein, das ist noch vrel schlimmer!" Die Kosh schenkte ihr noch eine Tasse heißen Kaffee ein. „Ich könnt ja mal sehen, ob ich nicht doch was für sie tun kayn!" fuhr sie fort und rührte ihren Zucker um. „Der Lasker aus Mehrendorf hinter Großheringen sucht eine Frau, und was Feines wär ihm auch schon recht, aber ob er's ganz ohne Geld tut, das weiß ich nicht. Wie sieht sie denn eigentlich aus?" „Das ist schwer zu beschreiben," meinte die Kosy. „Js man ein bißchen schmal geworden und immer traurig; aber wenn sie gut gefüttert würde, dann änderte sich das vielleicht. Was aber den Jungen anbetrifjt, das ist ein strammer Bengel; wenn er den als Zugabe kriegte, dann könnte er sich nur freuen. Bon wegen der Frau, wenn er sich dafür interessieren sollte, da machte er besser mal selbst heraus. Er hat ja eine feine Kutsche!" „Pst!" machte sie plötzlich, „hören Sie mal!" Sie legte die Hand ans Ohr und lauschte am Fenster. Nn der Hintertür, dem Pförtchen, tuschelten zwei miteinander. Das war die Specht mit der Apothekerin. So recht geheimnisvoll und zischelnd verhandelten sie, und dazwischen lachten sie auf, und die Kosy hörte die Worte: „Frau von Hilbach" und „das Gemüseweib"! Sie räusperte sich ein paarmal laut, band dann ihr Kopftuch zurecht, naym einen Korb in die Hand und machte sich im Hausflur, wo sie Körbe mit Aepfeln und Kartoffeln stehen hatte, zu schaffen. Die Specht und die Apothekerin stoben erschrocken auseinander, verabschiedeten sich eiligst, und die Specht ging nach einer kurzen Bemerkung übers Wettex, die sie an die Kosy richtete, kleinlaut ins Haus, denn das Gemüseweib hatte sie nur hochmütig angesehen und kein Wort erwidert. „Das ist ein Zustand!" sagte sie zu ihrem Besuch, als sie wieder in ihr Stübchen trat. „Wo nur und nur Weibsleute in einem Hause wohnen, da ist der Teufel los. Aber warte — dich werde ich lehren!" In ihrem Kops war ein Racheplan entstanden, den sie schnell, ganz schnell in der nächsten Viertelstunde ausführen mußte, und dazu war ihr die Frau aus Lahrenfeld gerade recht gekommen. Sie redete eifrig auf sie ein, ließ einen schüchternen Einwand nicht aufkommen und stand ein paar Minuten später mit der schmalen, gutgekleideten Wirtsfrau im Flur der ersten Etage, gerade vor der Specht Wohnzimmertür. Geräuschvoll öffnete sie das Korridorfenster, nötigt« die Frau, einen Blick da heraus zu tun und begann mit lauter Stimme die Annehmlichkeit der Wohnung zu rechter Hand zu preisen. Rechts und links, an den braunen Türen, die zürn Korridor führten, begann sich etwas zu regen. Die Kosy gab der Wirtsfrau einen leisen Stoß in die Seite. „Jetzt sind sie am Schlüsselloch!" sagte sie triumphierend, d^nn fuhr sie fort: „L"e Zimmer kann ich jetzt leider nicht zeigen, aber wenn Sie entschlossen sind, dann kommen Sie wieder!" Die Tür zur linken Hand ging auf. Mit einem verbindlichen Lächeln um den Mund, aber totenbleich stand die Specht auf der Schwelle. Sie tat, als sei sie zufällig im Begriff gewesen, ihre Wohnung zu verlassen, tat auch erstaunt, als sie die Kosy sah, musterte die Fremde uno sagte schmeichelnd: „O, es ist mir sehr angenehm, liebe Frau von Kos- czyskowsky, daß ich Sie treffe. Die Ente von neulich war so vorzüglich, daß ich gleich eine neue Bestellung machen wollte; ja — und wenn Sie die Besorgung von meinem Wintervorrat für Kartoffeln übernehmen wollen!--" Die Stimme brach ihr ab; sie mußte sich am Treppengeländer festhalten. Durch ihren Kopf flogen blitzschnell tausend Gedanken. Sie sollte hier heraus, inan wollte ihr kündigen — für Ostern kündigen — und sie hatte doch das feste Versprechen von ihren Badegästen vom Sommer, daß sie die beiden Vorderzimmer zu einem hohen Preis vom Juli ab für acht Wochen wieder übernehmen wollten. Nein — das durste nicht sein — um keinen Preis. Die Kosy sah herablassend auf die ganz gebeugte Specht; sie antwortete gar nL,t. Die Wirtsfrau fragte jetzt nach dem Preis der Wohnung. „Vierhundert Mark, Frau Belzig —" antwortete die Kosy. „Drunter kann meine gnädige Frau sie nicht mehr abgeben. Jetzt werden ja nur dreihundertfünfzig bezahlt, aber die fünfzig Mark mehr bringt die Badevermietung gut wieder ein, da können Sie sich drauf verlassen. Nicht wahr, Frau Oberlehrer, das müssen Sie zugeben, gut vermieten lassen sich diese Zimmer! Da laufen sich die Berliner die Beine ngch ab." Die echt wollte etwas sagen, aber sie konnte nicht. Ihr würgte etwas in der Kehle. „Vierhundert Mark ist nicht zu viel für die Wohnung!" * sagte jetzt die Wirtsfrau und warf einen Blick in die ofsenstehende Zimmertür. „Frau von Kosczyskowsky," begann jetzt die Specht mit heiserer Stimme, „man hat mir nicht gekündigt; iÄ weiß von nichts!" das werden Sie bald wissen, Frau Oberlehrer V „Aber liebe Frau von Kosczyskowsky, ich begreife Nicht. Ich bezahle doch pünktlich; ich halte doch Flur und Treppe rein, verursache kein Geräusch; ich bin doch wirtlich eine Mieterin, wie Sie so leicht keine wieder finden — ich---“ ,, „Hm," machte die Kosh und wandte sich an Die SßttfSfictu. „Einen Kontrakt müßten wir natürlich auch machen. Frau von Hilbach vermietet von jetzt ab nur not., auf ein volles Jahr; bisher war alles tritt vierteljährlicher Kündigung; da konnte einer im Juli kündigen, und wenn er nach einem^fetten .Sonnner die Taschen voll Geld hatte, zog er im Oktober ab. Jetzt wird's nur noch so getnacht, Laß von April zu April vermietet wird. Das kann uns Niemand Übelnehmen I" „Nein, da haben Sie vollkoinmen recht!" sagte die Frau. Die Specht hielt sich mit beiden Händen am Treppengeländer fest. Bor ihren Augen begannen rote Pünktchen zu tanzen; sie war eiltet: Schwindel nahe. „Frau von Kosczyskowsky, kann ich vielleicht Frau von Hilbach sprechen?" fragte sie ganz schüchtern, fast bittend und sah mit einem bangen Blick auf das dicke Weib. ,Fftau von Hilbach? Tat ich nicht an Ihrer Stelle. Was können Sie mit Frau von Hilbach zu sprechen haben, «einer Frau, über die Sie vor einer halben Stunde so schön Verhandelt haben? Ne — das machte der Frau von Hilbach- sicher keine Freude, wenn Sie sie besuchten!" „Aber ich bitte, Frau von Kosczyskowsky — in einer geschäftlichen Angelegenheit muß ich mit ihr reden; man kann mich doch nicht so einfach hinanswerfen!" „Hinausw-erfen? Davon ist keine Rede. So einer Handlung wäre meine Frau gar nicht fähig; die wirft keinen heraus. Sie können rn aller Gemütsruhe ausziehen, ganz nach Belieben; drei Tage haben Sie Zeit vom ersten bis zum dritten April." Run traten der Specht die Tränen in die Augen., „Ich hab es nicht schlimm gemeint!" jammerte sie. /.Was die Frau Apotheker ist, die hat eine böse Zunge und die will allerlei wissen aus der Vergangenheit von Frau von Hilbach. Ich hab sie aber in Schutz genommen — aus mein Ehreulvort — ich hab gesagt, daß ich ihr nichts Schlechtes zutraue!" „So? — Ja, wie ist's denn liebe Frau? Künnen Sie sich entschließen?" Sie ivandte sich wieder der Wirts- srau zu. „Qd) müßte natürlich erst mit meinem Mann überlegen. Aber morgen bis zwölf Uhr haben Sie Bescheid. Kann ick vielleicht noch die Zimmer sehen?" „Mm!" schrie die Specht wild und rannte aus die Tür tzu. Ihre Augen flammten. „Ehe mir nicht ordnungsmäßig gekündigt ist, lasse ich von niemand die Räume besichtigen." „Ja, das Recht hat sie!" sagte die Kosh, und die Wirts- srau ging fort und versprach ihr Wiederkommen für den Nächsten Tag. Wie zwei zum Sprung bereite Tiere standen sich die Specht und die Kosh einen Augenblick gegenüber. „Ja, das ist nu mal so in der Welt!" sagte die Kosh plötzlich lustig, ging zum Korridorsenster und schloß es. Der Specht war eine Helle, schöne Welt soeben in Trümmer zerfallen. Ihre Badegäste, ihre lieben, schönen Berliner Badegäste, um die sie das ganze Haus beneidet hatte, waren dahin. Mit ganzer Pension hatten sie bei ihr gewohnt, sechs Mann hoch. Nie hatten sie gemäkelt, nie waren sie knickerig gewesen. Jede Woche war sie ein oder zweimal mitgenommen worden zum Abendkonzert in Len Mutigen Ritter — und nun? Alles, alles siel zusammen. Im Juli hatte sie kündigen wollen, genau wie die Kosh es eben der Fremden klar gemacht hatte und im Oktober wäre sie gezogen — ja, im Oktober, wenn ihre Badegäste abgereist waren, wenn sie genau wußte, daß die Wohnung nun ein halbes Jahr leer stehen müßte. — „Ja, ja — meine Gnädige wird lachen!" sagte die Kosh noch schadenfroh und schickte sich zum Gehen an. „Frau von Kosczyskowsky, liebe Frau von Kosczyskowsky," jammerte die Specht; „wollen Sie nicht einen Augenblick eintreten? Es ist wegen der .Ente und den Kartoffeln; auch Aepfel wollte ich von Ihnen kaufen; ich bitte Sie, machen Sie nur Ihren Preis!" ,iBon!" sagte die Kosy und trat ein. Sie zog eins kleine Tasel aus ihrer Rocktasche und begann zu notieren, „Also eine feine Ente zum Sonntag — drei Mark, einen Zentner Kartoffeln, fünfundzwanzig Pfund Aepfel! Noch etwas?" Die Specht zitterte immer noch. „Ja, was haben Sie denn sonst noch KN verkaufens liebe Frau von Kosczyskowsky?" ■ „Eingelegte Käse, alle Sorten Gemüse, marinierte! Heringe, Soleier, Preißelbeeren, selbst eingekocht. Fein, sag ich Ihnen!" „Ja, dann will ich von allein was nehmen!" sagte sie ohne Ueberlegung. „Schreiben Sie nur aus und nennen Sie mir den Preis!" Die Kosy lachte und schrieb. „Sechzehn Mark fünf- und siebzig Pfennig fürs erste, Frau Oberlehrer. Da haben Sie aber eine ganze Hucke voll — lauter gute Ware!" „O gewiß, davon bin ich überzeugt!" Sie holte ein Zwanzig-Markstück. „Bitte, bittet Die Kosy gab zurück und stand auf. „Ach, bleiben Sie einen Augenblick. Sie müssen doch von meinem guten Napfkuchen probieren und hier, ein paar Pralines und etwas Vanilleschokolade — noch von meinem Geburtstag her." Das sagte die Specht alles mit hellen Tränen in'den Augen; ihre Hände flogen, und plötzlich sank sie auf einen Stuhl und weinte laut und jammerte: „Meine Berliner — o, meine Berliner Badegäste .!"- (Fortsetzung folgt.) Zu wohltätigem Zweck. Humoreske von Reinhold Ocimann,: (Fortsetzung.) III. Ob der Rauenthaler im „Weißen Rosse" zu Schwarzhof vielleicht doch nicht ganz unverfälscht gewesen tvar, oder ob Hans! Volckmar besser getan hätte, der BersuäMNg der vierten Flalchy mannhaft zu widerstehen — genug, als er um die zehnte Morgenstunde aus schwerem, unruhigem Säflummer emporfuhr, hatte er nur noch eine sehr unbestümnte Vorstellung von der Art, Ivie ev nach Liebeuthal zurückgekommen war, und er würde den fibdcrt Abend mit all den zahlreichen, insgeheim stets aus Fräulein Marys Wohl geleerten Gläsern vielleicht für einen Traum gehalten haben, wenn nicht ein dumpfer Druck in den Schläfen und ein abscheuliches Schädelweh nur zu beredt für die Wirklichkeit des Erlebten gezeugt hätten. Draußen plätscherte der Regen eintönig gegen die Fenster, die bewaldeten Berg kuppen waren im Nebev verschwunden, und die ganze Welt schien in ein trübseliges, graues Bußgewand eingehültt. Erst als zum zweitenmal an die Tür seines Zimmers gckloW wurde, entschloß sich Hans Volckmar, „Herein!" zu rufen. Der Kellner steckt« den Kopf durch die Spalte und sagte:! „Der Herr Kapellmeister kommt nun schon zum drittenmal. Ev bittet dringend, wenigstens auf einige Minuten empfangen zK iüCVb'CTl 1 Hans Volckmar setzte sich im Bette auf Und starrte den JünglinA verständnislos an. . . „Der Kapellmeister? Was stir ein Kapellmeister? Und was! kann der Mann von mir wollen?" „Es ist Herr Steingräber, der Dirigent der Badekapellch und ich glaube, er kommt in derselben Angelegenheit, in der vorhin! schon der Herr Bürgermeister und der Kurdirektor hier waren/ Die Herren bedauerten sehr, daß Sie noch nicht zu sprechen seien, und haben mick) beauftragt, mit ihren schönsten Empfehlungen dies«! Karten zu übergeben." L , Der Rechtsanwalt griff sich an die schmerzende Stirn. „Der! Bürgermeister? Der Kurdirektor? Ja, soviel ich weiß, habe ich doch gar nicht das Vergnügen, diese hochgestellten Persönlichkeiten! zu kennen. Wahrscheinlich befinden Sie sich in einem Irrtum, lieber Freund, und der Besuch war irgend einem anderen Hotelgäste! zngedacht.^, nicht, die Herren fragten ausdrücklich nach Herrn Volckniar aus M., und sie hinterließen, daß sie sich erlaubet würden, nm zwölf Uhr wiederzukommen." „Na, meinetwegen, also. Dann werde ich ja erfahren, was sie von mir wünschen," seufzte der Rechtsanlvalt, indem er ratend machte, sein gepeinigtes Haupt wieder m die Kissen zu vergraben., Der Quälgeist an der Tür aber ließ es lischt zu, tnbem er zst wissen begehrte, mit welcher Begründung, er den Kapellmeister/ der nun schon zum drittenmal da sei, fortschicken solle. „Potzwetter, so lassen Sie ihn hereinkommen, wenn es de ml schon ganz unmöglich ist, einem harmlosen Vergnügungsreisen den seine Ruhe zu gönnen," rief Hans Vplckmar tvWmd, UM siche« — 19 — M war der Herr Kapellmeister ntetnals mif einer minder ermutigenden Mene empfangen worden, als es ihm hier geschah. Er blieb denn auch, nachdem er. sich zweimal sehr ehrerbietig vlerbeugt hatte, verlegen tu der Tür stehen und beeilte sich, seine Unbescheidenheit zu entschuldigen. „Ich bitte tausendmal um Verzeihung, verehrter Meister. Wenn die Zeit, die uns für die Proben noch zur Verfügung steht, nicht gar so kurz wäre, würde ich mir gewiß, nicht erlaubt haben, Sie in ihrer Morgenrnhe zu stören." „Tas iväre in der Tat um so weniger nötig gewesen, als Sie sich offenbar in Bezug auf meine Person in irgend einem Irrtum befinden. Ich habe so wenig einen Anspruch auf den ehrenvollen Titel, bett Sie mir da zu verleihen die Güte haben, als ich auch nur dunkel ahne, was für Probeir Sie meinen." Ter Kapellmeister lächelte: „Ich nahm an, daß Sie das eine oder das andere Stück mit Orchesterbegleitmtg zu spielen wünschen und deshalb —" Haus Volckmar hatte sich in den Arm gekniffen, um ganz ficher zu sein, daß er wach sei. Und da er an dieser Tatsache üglich nicht mehr zweifeln konnte, rief er deut Erstaunten halb ärgerlich unb halb belustigt zu: „Mit Orchesterbegleitung? Ja, um des Himmels willen, Herr, für was sehen Sie mich denn eigentlich an?" „Entschuldigen Sie, Maestro, wenn ich etwas Ungeschicktes gesagt habe. Aber da die Programme doch gedruckt werden müssen--es wäre ja gewiß besser gewesen, das Konzert noch Hin einen oder mehrere Tage zu verschieben; aber Fräulein Burnes bestand darauf, daß es schon auf heute angesetzt werde, damit das Erträgnis den Neberschwemmten möglichst rasch zu gute käme. Und da doch nun einmal sämtliche Billets bereits vergriffen sind — —" Er hielt erschrocken inne, beim ein dumpfes Stöhnen war Man dem Bette her an fein Ohr gedrungen, und er sah, wie der vermeintliche Stanislaw Kamarinski sein Gesicht gleich einem Verzweifelten mit beiden Händen verhüllte. Schrecklich hatte es ja mit einem Male in Hans Bolckmars bis dahin noch immer etroaS weinumnebeltem Geiste getagt. In entsetzlicher Klarheit Hütte er den Zusammenhang der Dinge erkannt. Nun wußte er, Worin Fräulein Marys geheininisvolles Vorhaben bestanden, und jht seiner ganzen Furchtbarkeit übersah er das Verhängnis, das -er freventlich selbst über sich heraufbeschworen hatte. „Mein Gott, teuerster Meister, was ist Ihnen?" fragte her Kapellmeister erschrocken. „Sie find doch nicht krank?" „Ja, krank — sehr krank," stöhnte der unglückliche Rechts- sanwalt. „Alle Billets sind vergriffen — sagen Sie? Und die Leute erwarten, Stanislaw Kamarinski zu hören?" „Wir würden nicht ein Dutzend Eintrittskarten verkauft haben. Wenn Wir nicht Ihren berühmten Namen mit riesengroßen Lettern hätten auf die Plakate setzen können. Es Wäre hart ftir die armen Ueberschvemmteit, falls Ihr Unwohlsein Sie etwa verhindern sollte, zu spielen. Alle Eintrittsgelder müßten zurüch- gezahlt werden." In Hans Volckmars Herzen Wär nur noch Raum für einen einzigen Wunsch — für den Wunsch nämlich, daß das Haus über tont einstürzen, oder daß die Erde sich unter ihm auftun möge, lum ihn zu verschlingen. Aber da er sich sagen mußte, daß die Erfüllung dieses Wunsches zu den unwahrscheinlicheren Dingen gehörte, raffte er sich zu der Erkenntnis auf, daß hier ungesäumt etwas geschehen müsse. Vor allem mußte er Mary sprechen. Sie zuerst hatte ein Recht darauf, seine Beichte zu empfangen, tob sie allein durfte feilt Urteil sprechen. 'Demütig wollte er auf sich nehmen, was sie über ihn verhäitgte, und um welches Preis es auch immer geschah, jedenfalls mußte alles vermieden/ werden, was sie auch nur im mindesten bloßstellen konnte. Darum alaübte er sich nicht berechtigt, den Kapellmeister durch .etitel Mitteilung der Wahrheit ans seinem Irrtum zu reißen. Um) sich seiner so schnell wie möglich zu entledigen, sagte er iut,ri -,Ob das Konzert zustande kommen.wird oder nicht, vermag ich Ihnen in diesem Augenblick noch nicht anzugeben. Wer ich verspreche Ihnen, daß Sie in einer Stunde Nachricht erhalten! sollen. Jedenfalls müssen bis dahin alle weiteren Vorbereitungen! «eingestellt Werden." Mit dem Ausdruck seines lebhaften Bedauerns über die Unpäßlichkeit des verehrten Meisters und mit den besten Wünschen, für seine baldige Wiederherstellung hatte sich der Kapellmeister empfohlen. Hans Volckmar aber war kaum jemals schneller mit fäuer Toilette fertig geworden als an diesem Morgen, ©einet Kopfschmerzen waren merkwürdigerweise ganz verschwunden, aber to die Stelle des physischen Katzenjammers war ein moralischer! getreten, wie er ihn schauerlicher niemals kennen gelernt. Er kam sich vor wie ein Verbrecher und wagte, als er über die) Straße ging, keinem Menschen in das Gesicht zu sehen. So jäh und so kläglich war das Gebäude seines Glückes zusammeu- gebrochen, daß es ihm unmöglich schien, er. könne sich von den Folgen dieser Katastrophe jemals wieder erholen, und daß ihn der graue Regentag so recht ein Bild feiner grauen Zukunft! dünkte. , Wie es ihm! die gute Sitte zur Pflicht machte, ließ er sich! -richt bei Fräulein Mary, sondern bei ihrem Vater melden, fiel aber war es, die ihn eiiipfiug, ein halb verlegenes, halb schalk- Laftes LcichM M hem- frildjen, Migey GeMtchem. Sie. ihm lebhaft um ein paar Schritte entgegen, aber äks et den; gesenkten Kopf erhob, blieb sie betroffen stehen. „Um Gottes willen, was ist Ihnen?" rief sie erschrocken., „Ist Ihnen etwas Schlimmes ividerfahreir, oder sind Sie mir so böse? Ich habe die ganze Nacht kein Auge geschlossen aus) Furcht, Sie würden mir meine eigenmächtige Handlungsweise! vielleicht doch nicht verzeihen." Mt einer flehenden Gebärde erhob er abwehrend beide Hände., „Wenn Sie nur ein klein wenig Mitleid für einen Unglülckichen! empfinden, Fräulein Burnes, so hören Sie mich geduldig an. Nicht ick) bin es, der hier zu verzeihen hat, sondern das Recht, zu verdammen ober Gnade zu üben, liegt einzig bei Ihnen. Ich habe Sie belogen — gräßlich, schändlich, nichtswürdig, belogen, titbem ich Sie in deut Glauben ließ- baß ich Stanislach Kamarinski sei." Sie wich ein wenig zurück unb starrte ihn mit großen Ang«« an, „Wie? Unb Sie wären es nicht?" „Nein, ich bin weder eine Berühmtheit noch überhaupt ein Musikant. Ich bitt, als was ich Ihnen vorgestellt wurde, der) Rechtsanwalt Hans Volckmar aus SOI." Eine heiße Blutwelle flutete über ihr Gesicht, bann aber) wurde sie sehr bleich. „Ah,, das war abscheulich," sagte sie, von der unerwarteten Enthüllung offenbar ganz überwältigt, mit gepreßter Stimme, „unb ich hatte so großes Vertrauen zu) Ihnen! Sje haben feine Ursache, mein Herr, auf diese Heldentat) stolz zu fern." „Ach, wenn Sie wüßten, mein Fräulein, wie weit ick iit diesem Augenblick von jeder Empfindung des Stolzes entfernt! bin! Ich begreife Wohl, baß Sie mir niemals vergeben können, und würbe nicht wagen, Ihnen noch länger durch meine Gegenwart lästig zu fallen, wenn es sich nicht darum handelte, einen Ausweg aus dieser verzweifelten Situation zu finden — einen] Ausweg, der alle Widerwärtigkeiten und Beschämungen ganz) allein auf mich fallen läßt." „Das Konzert ist angekündigt, und die Eintrittskart«! sind verkauft — es muß also stattfinden." „Gewiß, bock) nicht unter meiner Mitwirkung, denn ich zweifle, baß ich, der ich nie in mseinem Leben eine Taste angerührt habe, es bis heute abend zu oer nötigen Fertigkeit bringen könnte." Sie errötete wieder. „Wenn Sie glauben, sich obendrein! über mich lustig machen zu dürfen, mein Herr, so haben wir) wohl nichts weiter miteinander zu reden. Ich stelle es in Ihr Belieb«!, was Sie tun oder lassen wollen. Ich für meine) Person weiß ja nun zur Genüge, woran ich bin, und wie ich mich zu verhalt«! habe." Hans Volckmar konnte ihr zu seiner Verzweiflung nicht mehr klar machen, daß seine letzt«! Worte nichts weniger alA spöttische gemeint waren; denn jetzt öffnete sich die Tür, und die hagere Gestalt des hölzernen Mr. Burnes erschien auf der Schwelle. Während er mit gewohnter Feierlichkeit auf den Besucher zuschritt, schlüpfte Mary hinaus, unbekümmert um den) flehenden Blick, mit dem Hans Volckmar sie zurückzuhalteu suchte« In seiner Ratlosigkeit unb Zerknirschung behielt er die gewaltige Rechte *des Mr. Gilbert Burnes wie einen Rettungsanker in seinen beibeit Händen unb suchte aus allen Winkeln seines Ge- dächtnisses zusammen, was von den englischen Lektionen seiner Knabenzeit nod) darin zurückgeblieben war, um auch dem alten; Herrn ein r«tmütiges Bekenntnis sein«' Schuld abzulegen und ihn himmelhoch nm ein Wort freundlicher Fürsprache bei seiner Tocht« zu bitt«t. Mr. Gilbert Burne verzog keine Miene, aber als Volckmar seine lange Rede geendet hatte, sagte er: „Ich iterbc sein ferr erfreut, Sie zu hören. Ich Hebe fern viel das Piano." Da ließ Hans Volckmar hoffnungslos die so lange festgehalten«! Hand fahren und griff nach feinem Hute. Hier gab es für ihn nichts mehr zu hoffen. Nun galt es, den dornenvollen Weg vis ans Ende zu gehen. Er sah an einer Straßenecke das große Plakat der Ankündigung des Wohltätigkeitskonzertes unter Mitwirkung des Pianister Stanislaw Kamarinski, und er las darunter die Namen des Bürgermeisters unb des Kurdirektors, die im Verein mit einigen vornehmen Herren der Badegesellschaft das veranstaltende Komitee bildeten. Darum also hatten diese beiden Würdenträger ihm in der Frühe des heutig«! Tages ihren Besuch machen wollen. Sie waren ohne Zweifel gekommen, sich bei ihm für feilte menschenfreundliche Absicht zu bedanken, unb f'etzt war er genötigt, als ein Missetäter vor sie hinzutreten, dev roh sein mußte, wenn man sich damit bennügte, ihn einfach hinauszuwerseit. Er begab sich in die Wohnung des Bürgermeisters, aber er traf diesen ebensowenig an als den Kurdirektor, unb nachdem] er fast eine Stunde lang ohne jeden Erfolg in dem strömenden! Regen herumgelaufen war, lenkte er endlich die Schritte wieder nach seinem Hotel in der Hoffnung, daß die Herren ihre Ab- sicht ausführeu und ihren Besuch wiederholen würden. „Es ist ein Herr oben, der sie in dringender Angelegenheit zu sprechen wünschte und durchaus ihre Rückkech abwarten wollte," sagte ihm der Pförtn«'. Und Hans Volckmar, der nach deut verheißungsvollen Anfang dieses Tages nicht den allergeringsten Zweifel hegte, daß es sich.bier^nnr um^ irgend.,ein neueschlnglück handeln Kime, Ueg^xjh 'tn die blinkte, schaurige Herbflncirl-t . das Getöse draußen. 20 — bat als Sie." (Fortsetzung folgt.) Erstaunt prallte er imt einen Schritt zurück, als er bte Tür seines Zimmers geöffnet und einen Mick auf den Besucher geworfen hatte, der da drinnen, den Hut, auf dem ftopfe, nut langen Schritten auf und niederging. S'U'ier gcckeuhask elegant gekleidete Herr mit dem weichen dunklen Schilurrbartchen, den yaintcn Augen und der lang herabwallenden Kunstlermahne, der Lhm, wenn auch nicht gerade zum Verwechseln, so doch immerhin auffallend ähnlich sah, konnte ja unmöglich eut anderer fein als der Urheber all seines Mißgeschicks — als Stamslaw Kamarrnsku Er hatte den Mann noch soeben m fernem Herzen zu allen Teufeln gewünscht, jetzt aber sah er rn lhm die vom Hrmmel gesandt« Erlösung aus allem Uebel. „ , ., .. m-. „Täusche ich mich nicht!" rref er. „Habe rch die Ehre, den berühmten Herrn Kamarinskr vor mir zu sehen Mit einer Gebärde voll unnachahmlicher Maiestat schob der andere die Hand zwischen den zweiten und dritten Knops seines strohgelben Sommerüberziehers mrd sagte, sich zu seiner ganzen Größe aufrichtend, mit stark ausgeprägtem slawischen Accent: «Man nennt mich so, mein Herr. Und Sie find also der Doppelgänger, der sich anmaßen »vollte, hier unter meinem warnen mtfzutreten?" __ . , ,. .Aber ich habe niemals auch nur tm Traume daran g-wacht, mein verehrter Herr Kamarinski. Ein Kind von acht Tagen driin ja nicht unmusikalischer sein als ich. Alles beruht nur auf einem abscheulichen Mißverständnis " ,Eh!" machte der Virtuose, „solche Flausen kennen wir. Wissen Sie auch, daß ich Sie bei dem Staatsanwalt belangen kann, mein Herr? Ich werde Sie auf Entschädigung verklagen für den Mißbrauch meines Namens." ,Tun Sie es in Gottes Namen — nur lassen Sie sich gefälligst erst den Zusammenhang erklären. Ich begreife voll- kommen, daß niemand besseren Anspruch auf diese Erklärung: Vermifdyte». • Der veränderte Grabstein. Am NeusahrStage hat der älteste lebende Franzole seinen Geburtstag gefeiert: an diesem Tage vollendete der greise Geinenidevrielier von Roche, Baler Gadeune, jein H>5. Lebensjahr. Ter ehrwürdige Getstliche erfreut sich einer ausgezeichneten Gesundheit; er vermag noch bte meinen seiner Amtsvflichten selbst zu erfüllen, aber in einer Unterredung erklärte er traurig, daß (ein hohes Alter ihm nicht wenig Aergerms und Unkosten verursacht habe. Er hatte tue erwartet, alt zu werben; da er ans einer Familie stammt, bte von der Schwmb» sucht heimgesncht ist, war er ehrlich ernannt, als er (einen 75. Geburtstag feiern konnte, boch als voriorgltcher ’Slann hielt er die Reit für gekommen, (einen Grabstein zu bestellen. In bte Blatte ließ er die Injchrist etngraoteren: ,M. Gabemte, gestorben 18b .* Aber die Zeit verstrich, unb als bas Jahr 1^90 kam, war Baker Gabemte noch immer am Leben. Er liefe nun die letzte 8 bet Inschrift in eme 9 umänbern und harrte geduldig des Alleclösers. Aber auch das Jahr ItiOO tarn heran und fanb ihn noch frisch und munter; nun mußten gar bte betben letzten Zahlen umgeänbert werben. Als aber jetzt bas Jahr 1910 do i übet ging und er zum dritten Male bte Grabplatte ändern mußte, verließ ihn bas Ber- trauen zu seinen eigenen Bereclmuugen. Er bat jetzt auf (einem Grabstein nur die beiden Anfangsztssern 1 und 9 eingesetzt und blickt nun wieder vertrauensvoll in bte Zukunft, da eine neue Aenbertmg wohl nicht mehr nötig wird, es fei beim, daß er auch das Jahr 1999 noch überlebt. * Warum ist das Taschentuch viereckig? Ein eigenartiges Jubiläum konnte in diesen Tagen gefeiert werden, der 125. Jahrestag der viereckigen Form des Taschentuches. Unsere Urgroßväter und unsere Ahnen trugen ernst Taschentücher, in deren Form Phantasie und Laune sich noch ausleben konnten, man trug rechteckige Taschentücher, runde, ovale, dreieckige, just wie der Besitzer es verlangte. Die Zeiten sind dahin, vergebens wird man in der zivilisierten Well nach einem Taschen- tnche suchen, das eine andere Form hat, als die eines Quadrates. Wie ist diese Gleichförmigkeit entstanden, dieses Gesetz, das überall wirksam ist, wo Taschentücher im Gebrauch sind? Es war in einem! Salon des reizenden Trianonschlosses, der Kreis der Königin Marie Antoinette hatte sich zum Geplauder vereinigt. Da, im Laufe des Gespräches, machte die Königin die Bemerkung, es wäre geschmackvoller und schöner, wenn man den Taschentüchern eine quadratische Form gäbe. Ludwig XVI., so erzählt der Ganlors, pflichtete bei, und wenige Tage später, am 2. Januar 1785, erschien ein königlicher Erlaß, der bestimmte: „Die Länge al leb Taschentücher, die künftig im Königreiche hergestellt werden, wird mit der Breite übereinstimmen." Als dann die Revolution kam und alles zerstörte, was an die Monarchie erinnern konnte, vergaß man das Taschentuch, fein Terrorist stand auf, der den Vorschlag machte, ihm eine neue „Republikanische" Form zu geben. So überdauerte das viereckige Taschentuch den Umsturz, unb die Schreckenstage und lebt noch heute fort als ein Einfall der unglücklichen Königin Marie Antoinette, dem sich die ganze zivilisierte Welt gefügt hat. " Humorvolle Tiere. Wir betrachte» die Komik in* Tierreich gern von unserem menschlichen Stanbpuukt auS unb sehe» allerlei ßuntges tn mancherlei Erscheinungen, die von bett Tieren gewiß höchst ernst genommen werben. Aber es gibt auch „komtichs Tiere", bte nicht nur uns so erscheinen, sonbern auch wirklich he* wußten Humor besitzen mögen. Von solchen Komikern des Tierreiches erzählt allerlei Henry Conpin in ber „Revue". Als Spaßmacher ftnb vor allem bte Affen bekannt, unb es gibt unter ihnen gar viele Beiwiele von Vorgängen, in denen sie eine beabsichtigte Komik hervorbringen. So berichtet z. B. Rontaues von einem weiblichen Orang-Utang, ber sich die Schüssel, ans ber er sein Essen erhielt, rote eilten Hut auf ben Kopf setzte w,h sich so mit einer Grimasse ben Zuschauern oorführte, bereit H iterfeit seinem Stolze sichtlich schmeichelte Denselben Sinn füi Komik besitzen auch die Paviane unb die Kapuzineraffen. Tragen die Ässen vielfach eme offensichtliche Komik zur Schau, so ist dem Elefanten mehr ein versteckter Humor eigen. Bor allem versteht er, sich auf luftige Weise zu rächen, wofür von sehr vielen Beispielen nur eins angeführt fei: so weiß der Kapitän Shipp in (einen Erinnerungen einem Elefanten zu melden, dem er ein mit Cayennepfeffer l st eines Butterbiot gegeben hatte. Erst nach sechs Wochen wagte och ber Kapitän ivteber in den Käsig des Tieres und liebkoste es auf seine gewöhnliche Weise. Der Elefant ließ sich diese Freundlichkeiten ruhig ge allen imo ging auf sie ein, wie wenn er den andern erst sicher machen roollie. Als der Kapitän bann aber immer mehr Mut bekam, benutzte das Tier die günstige Gelegenheit unb überschüttete ihn mit ei ne m t r ä f t i g en Strahl schmutzigen Wassers aus seinem Rüssel. In die Reihe ber humorvollen Tiere läßt sich and) ber Esel ein- reiben, von dem Chervtlle berichtet hat. Tas Tier war ber Liebling eines alten, allem stehenden Ehepaares, bas mit seinem grauhaarigen Freunbe in trautester Harmonie lebte unb ihn rote sein Kuib ' bebanbelte. Die Mutter Fabian führte ihren Esel Mirolu täglich spazieren unb setzte sich mit ihm wohl auch an ben Rand ber Chaussee, wo sie bann beibe ein Rachmnta.isjchläfchen hielten, tnbetn der Esel seinen langobrtgeu Kopf mit dem Ausdruck vollkommener Glückseligkeit an die Schulter seiner Henin lehnte, ßt ieS Tages aber kam em Taugenichts, riß ben guten Mirolu von feiner fchla'enben Freundin fort, sprang auf seinen Rücken und kitzelte ihn mit dem Meiler an den Flanken, jo daß bas arme Tier schmerzerfüllt guerfelbein sprang. Aber halb nahm sein Galopp eine bestimmte Richtung, von ber er durch alles Ziehen an ben Obren und durch Schläge nicht abzubringen war. Er wußte ganz ge> a i, wo Vater Fabian nachmittags arbeitete; dabin ging schnurstracks sein Weg. Unb vor ben Füßen fernes Herrn warf er den ahnungslosen Bösewicht recht unsanft auf beit Boben, so daß der Uebeltäter sein volles Maß an Stra'e erhalten konnte. * Von seinem Standpunkt. Stromer (der einen entlaufenen fetten Mops wiedergebracht hat, enttäuscht): „Fünfzig Pfennig bieten Sie mir an. . . ist das eine Belohnung ber den heutigen Fleischpreisen?" * Unangenehmer Zusatz. Dienstmädchen (nachts 12 Uhr in die Stammkneipe ihres Herrn kommend): „Hier schickt Ihnen die gnädige Frau den Hausschlüssel, weil wir zu Bell gehen wollen .... und das andere werde sich morgen früh finden!" * I m Zweifel. Nach einer zweitägigen gründlichen Bierreise kehrt ein Studiosus am frühen Näorgen des dritten Tages heim. Als er vor der Tür seiner Wohnung einen alten Papierkragen erblickt, murmelt er: „Sollte mich meine Wirtin also doch vor die Tür gesetzt haben?" Bachertisch. — Das literarische Echo. Halbmoimtsschrift für Literatursreunde (Herausgeber: Tr. Josef Ettlinger, Verlag: Egon Fleische! u. Co., Berlin W. 9). Das 1. Januarheft tfj soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Hermann Kienzl: Hermann Bahr. — Hermann Bahr: Im Spiegel — Willy Rath: Gerhart Hauptmanns Heiland. — Thassilo von Scheffer: Neue Lyrik. — Wilhelm Bolin: Runebergs Hauptwerk. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. — Echo des Auslandes. — Echo der Bühnen. — Kurze Anzeichen. — Nachrichten. — Echo der Bereute. — Ter Büchermarkt. Magisches öahienquadral. In die Felber nebeustehenden Quadrats ---------------- sollen die Ziffern 8 13 26 49 ---viermal derart eingetragen werden, daß die Summe ber Zahlen in jeder der senkrechten, roagerechten und Tiagonalreihen stets 96 ________________ beträgt. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Wie eng gebunden ist des Weibes Glück. MM eimTCtenr CS l^-iueyeit vor ,d unb Verlag ber Brühl'schen Universums-Buch, unb Steinbruckerei, R. Lange, Gießen.