I) fff! vti ■ ■ •/""/»' herzeloide. ERontan von Georg Freiherrn von Ompteöcr« (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als .der Abschied nun aber wirklich kam, waren wir — .wie so oft im Leben — gefaßt. Maria sagte, daß wir uns ja in vierzehn Tagen Wiedersehen würden. Sie sprach so vernünftig, als herrsche bei ihr nur der Verstand, Während doch ihr kleines Herz dieses Menschenkind regierte. Nicht, daß sie kopflos gewesen wäre, nein, die Klugheit redete .aus diesem langen, schmalen - Gesicht, so gewiß sie nur je aus einem Antlitze gesprochen; aber was Maria tat, geschah mit dem Herzen. Nie habe ich von ihr ein liebloses .Urteil über einen Dritten gehört. Wohl erkannte sie Schwächen, .aber immer fand sie die Entschuldigung, zum mindesten die Erklärung dazu. Und die kam aus ihrem Herzen. Beim Abschiede fehlte Herzeloide. Maria lief hinauf, um sie zu" holen. Sie kam herab ohne Hut. Maria, die sich nun du mit ihr nannte, fragte: r— Kommst du nicht mit zum Bahnhof? Sie.ward ein klein wenig rot: j— Ich "habe oben zu tun! Der Geheimrat jedoch, der mit ihr auf dem Fuße stand wie ein Vater, stellte sich! empört: — Aber, Herzeloide! Das tun Sie Ihrem Pflegepapa an? Sie lassen ihn so ganz ohne Sang und Klang abschwirren? Na., hören Sie mal, das hätte ich aber von Ihnen nicht gedacht. Nun ward die Arme ganz rot und lief schließlich auf ihr Zimmer, um sich fertig zu machen. Wir gingen langsam voraus, denn mein Schwiegervater hatte fürchterliches Eisenbähnfieber. Er lachte selbst darüber, aber es war .nun einmal so. Die Koffer hatten wir schon abgeschickt, die Fahrkarten besaßen wir, so hätten wir eigentlich Zeit 'gehabt, aber schon nach den ersten Schritten artete unjer Gehen in einen Wettlauf aus, und wir waren richtig eine halbe Stunde vor Abgang des Zuges auf dem Bahuhdf. Die arme Herzeloide konnte uns gar nicht mehr eiuhölen. Sie erschien erst sehr viel später mit „ihren Kindern , die neben ihr standen, rechts und links, als wollte sie sagen: seht, ich habe ausch etwas, ich bin nicht ganz allein, hin nicht zu bedauern. — Aber sie nahm gleich Abschied und .ließ sich auch nicht bewegen, zu bleiben. Maria küßte sie, bann reichte sie mir die Hand und sprach —- sie hatte oft äjefonbere Worte: i— Glück auf den Weg! Ich sagte nur: Dank, Herzeloide. Wrr halb war ich m.if meinest Gedanken dabei, W sah Maria an; als ich mich zu Herzeloide wenden wollte^ war sie verschwunden. Dann gab es einen kurzen AbschicL. Maria winkte mir noch lange .nach. Jetzt hatte sie doch die Tränen in den Augen. .. . Während ich dann dem Geheimrat gegenüber faß> verglich ich seine Züge mit denen meiner Braut. Die Aehn- lichkeit war so groß, daß ich immer Maria wieder fand. Ab und zu jedoch nahm ich meine Brieftasche heraus, m der ich ein Bild verwahrt trug, das mich mit ernsten Augen anblickte. Gott sei Dank, nicht lächelnd. Ist em Lächeln nicht furchtbar auf die Dauer? Es wird notwendig zur Fratze. Maria war oft ernst, Meist ernst, wenn sie auch lachen konnte, daß einem selbst vor Freude die Tranen in die Augen traten. r .... , ,, Wie diese schwarzen Augen micty ansahen! Wie der kleine Mund .zusammengepveßt war in süßer Herbigkeit. Und dieses tiefschwarze Haar! Auf dem Bild sah bte glatte, weiße Haut blaß aus, und darin log es: denn es unterschlug das zarte Rot der Wangen! _ Da übermannte mich eine solche Sehnsucht, daß ich die .Photographie an die Lippen drückte Der Geheimrat hatte es bemerkt und fragte lächelnd: Was küßt du denn da? i— Maria! * Auch diese Prüfungszeit ging vorüber, und Mutter und Tochter kamen nach Berlin. Es gefiel Maria nicht, trotz unseres Glückes des Wiedersehens. Sie verlangte nach dem Meer und den Blumen, nach der weichen, warmen Luft. Wir hatten einen verspäteten, häßlichen Frühling, es war, als sollte es in diesem Jahre gar nicht grün und warm werden. Erst als unsere Hochzeit stattfand, war der Lenz und mit ihm zugleich der Sommer eingezogen.. Natürlich war Herzeloide eingeladen, doch fte schrieb an Maria einen langen Brief, aus dem die Augst klang, wir möchten ihre Absage übel nehmen. Als äußerer Grund! war angegeben, daß sie, die ungesellig lebe, kein Kleid zur Hochzeit besitze und die Kinder nicht längere Zeit verlassen könne. Sie hielt sich mit ihnen in der Schweiz auf — Meine Braut antwortete sehr traurig und redete ihr zu, doch zu kommen, aber wir sahen bald em, daß es vergebens war. Je näher dann der Jubeltag ruckte, der unser Glück voll machen sollte, desto mehr vergaßen wir Herzeloide. Das ist nun einmal Meuschenart! Und wir waren keine höheren, größeren, besseren Menschen als andere. Wir fühlten uns mit unferen Angelegenheiten so beschäftigt, daß die ganze übrige Welt hinter uns versank. Wir lebten jenen Traum, von dem ich nicht mehr ge- hofft hatte, daß er mir beschieden werden sollte, jenen Traum junger Seelen, die allein füreinander smd. Die Erde berührten wir nicht mehr mit unseren Gedanken, wir befaiiden uns in einem fremden, nie gekannten Land, jenem erster Liebe, wo Bäume wachsen nie geahnt und nie gesehen, wo Blumen duften nicht von dieser Welt, wo Wasser 286 — rauschen, bereit Tropfensall und Wellenschlag Märchen erzählen und Sagen von der Siebte — immer von der Siebe. .Als wir vor der Hochzeitsgesellschaft standen, wußten wir nicht, wer diese Seilte waren, die hier zusammengeeilt, uns zu verbinden. Wie im wachen Traum knieten wir Nebeneinander vor dem Altar. Nur dumpf klangen die Worte an unser Ohr, nur dumpf benebelnd umschwirrte Uns der Gesang. Und dann, als die Hochzeitsgesellschaft uns begrüßte, xnichten wir freundlich lächelnd die Hand und wußten nach einer Minute nicht, was die mit uns gesprochen. Wir haben es uns später gestanden. Dann aber ging es in die Wett hinaus, nicht mit Urlaub — ich hatte mehr getan, ich war eilt Jahr ä la suite gegangen. Ich sagte mir: setzen sie mich dann in ein Regiment, das mir nicht paßt, betrachte ich es als Orakel und nehme sofort meinen Abschied. Sonst bleibe ich. So meinte ich einen Mittelweg zwischen dem Mat meines Schwiegervaters und den eigenen Wünschen gesunden zu haben. Nun fühlte ich mich so frei, wie nie wahrend meiner 'ganzen Dienstzeit bisher. Ich genoß zum ersten Male jenes herrliche Bewußtsein, das der Unabhängige nicht schätzt: Tein Mensch darf mir befehlen. Und doch eines, ja, eines Menschen Knecht war ich, der hieß — Maria. Nur gehörte sie mir so gut wie ich ihr. Und was ich wollte, tat auch sie. Wir waren eins, als hätten wir nur einen Willen, einen Gedanken. , . Ich hatte immer an die Ehe gedacht wie an ein Myste-- rium, ein Rätsel. Wie war es möglich, daß zwei Menschen Uiiteinander lebten, die doch verschiedenen Temperaments waren, und trotz aller Siebe nicht einmal aneinander gerieten? Ich hatte gemeint, trotz allem guten Willen von Heiden Seiten müsse dieses geschehen! Und daß ich es nur ehrlich sage — ich hatte mich gefürchtet davor. Aber zwischen uns beiden, Maria und mir, gab es nie teilten Streit, eine Spannung, ja auch nur ein Mißverständnis. Nie, niemals hat etwas zwischen uns gestanden, nie hat auch nur ein Gedanke sich zwischen uns gedrängt. Ich habe nie das Gefühl empfunden, daß sie etwas anderes wollte, etwas anders ansähe, als ich. Wie in den ersten Tagen ist es geblieben. Diese ersten Tage waren ein reines Glück, wie ich geglaubt habe, es könnte uns Menschen auf dieser unvollkommenen Erde nicht zuteil werden, ein Glück, mich so beseligend, daß eS mir war, als würde ich wieder jun st als erwachten in mir alte Gedanken und Wonnen meiner ersten Seutnantsjahre, ba mein Herz, mein armes Herz, täglich für eine andere gebrannt. All dieses Feuer, das da unruhig, zwecklos geloht hatte, schien sich wieder zu entzünden mit derselben Glut, mit gleicher Poesie, die damals jene Mädchen alle umkleidete mit Tugenden, die ihnen nicht eigen waren, mit einer Schönheit, die sie nicht beschien. Aber alles entbrannte nur in einen, alles galt allein diesem einzigen köstlichen Geschöpf, Vas ein Zufall mir in den Arm geführt, das zu gewinnen ich mir selbst nickst wert schien. Ich umgab Maria mit aller Siebe und Sorge, die mir ein gütiger Gott für sie geschenkt, und sie reichte mir alles doppelt und dreifach zurück. Es war Kinderei in unserer Siebe, wenn ich es heute bedenke, aber selig sind die, deren Herz nach dem Kampf der Jahre, bei allem dem Ernst, dem Ekel, dem Schmutz des Daseins noch sein kann, wie das eines Kindes. Kinder lernen. Wir lernten, nicht allein sie von mir, dem Manne, dem Erfahreneren, dem soviel Aelteren, sondern auch ich von ihr. Ich lernte die Hingebung des liebenden Weibes kennen, die da ohne Grenzen ist, von der jener nichts ahnen kann, der sie nicht an sich erfahren hat. . Ich lernte die Kraft der Siebe, jener Siebe, davon der Apostel spricht, denn ich sah wie im Verkehr mit mir, unter dem Hauch meiner Worte, dem Anin eh en meiner Gedanken, Wünsche, Ueberzengungen, jene junge Mädchenseele, die sich mir geschenkt hätte, sich veränderte, wuchs, andere Gestalt annahm und mir ähnlich ward. Ich spürte aber auch zugleich, wie meine verknöcherte Altjunggesellenscele weich ward, schmolz, sich bog und anders formte durch den Einfluß meiner jungen Frau. Wir beide, Maria und ich, gaben nach, wie es in einer rechten Ehe sein soll. Wir gaben nach, nicht unter dem Zwang eines Druckes, fonbern im Gefühl, daß es nicht anders ging. Beide glaubten wir immer voneinander, der andere habe recht. Und abends, ehe wir das Sicht löschten^ nahm ich die kleinen Hände meines Weihes in meine großen und sprach zu ihr: r- Maria, ich danke dir, daß du mein geworden bist. Durch dich erst bin ich zum Seb en erwacht, denn das, was vorher gewesen ist, war des Sehens nicht wert. Das er*, kenne ich heute. Wenn meine Frau mich dann küßte, gab! sie zurück in ihrer lieben, stillen Art: i— Mein Sebert war zu kurz, Um das zu wissen. Es fing erst an, als ich dich zum ersten Male gesehen. Da ward in jenen Tagen der jungen Ehe mein Weih für mich mein eigen Selbst. Und mir schien es gewiß, daß fortan für mich ein Dasein nicht mehr möglich wäre ohne m Maria! i * Ja, wir waren wie die Kinder, wir waren arglos, vertrauend, heiter, sorgenlos. Wir lebten in den Tag hinein, von der Hand in den Mund, denn ich, der schon ein Stück Kleinmeister geworden war, der jeden Pfennig, wenn auch nicht umzudrehen, so doch anfzuschreiben gelernt, führte nicht mehr Buch. Ich hatte keine Zeit — wahrhaftig! Von früh bis abends dachte ich an Maria, von früh bis abends saßen wir beieinander, gingen wir zusammen, lebten einer nur für den anderen. Abends, wenn wir nicht zu müde waren von dem! Herumstreichen den ganzen Tag, nahm Maria ein Buch und las mir vor. Sie las nicht mit Kunst, wie ein SchaNi- spieler, im Gegenteil, ganz schlicht und einfach, fast ohne Betoiiiing. Aber wenn sie las mit ihrer ein wenig verschleierten Stimme, klang es so heimelig, so einschmeichelnd^, so weich, so zart, daß es mir nicht möglich war, die Augen von ihr zu wenden. Sie saß gerade im Stuhl am Tisch, den einen Ellenbogen aufgestützt, mit der Hand die Augen beschattend. Der Arm in seiner runden Schlankheit bildete einen sanften Bogen, einen Sinienfluß, au dem ich mich nickst sattsehen konnte. Da verlor ich oft den Fäden, hörte nicht mehr zu, sondern in den Anblick meiner Frau versunken, dachte ich an all mein unsägliches Glück. Ich erhob mich dann leise und schlich auf den Zehen hinüber zu Maria. Sie merkte es nicht, vertieft in das Buch. Da kniete ich nieder neben' meinem Weibe, ganz sacht, und während sie immer weiter las, immer ihre verschleierte Stimme klang, senkte ich behutsam meine Sippen auf ihre Hand, die im Schoße ruhte. Nun sah sie'auf. Sie schien erschrocken im ersten Augenblick. Doch sofort schob sie das Buch zurück und schlang die Arme um meinen Nacken. Ich lehnte ben Kopf an ihre Schulter und sprach: t— So möchte ich einig bleiben! Maria rührte sich nicht, aber sie flüsterte, als saglS sie es nur so vor sich hin: j— HM du mich denn so lieb? i (Fortsetzung folgt.) Geschichte des Postwesens im Grohherzogtum Hessen. Von M. Koehler Und R. Goldmann. 3. Postverbindungen nach Darmstadt und Gießen im Jahre 18O4'.; Nach Durchführung der Neugestaltung und nachdem zwischen Darmstadt und Gießen am 14. Februar 1804 eine dritte Post eingerichtet worden war, bestanden nach Darmstadt Und Gießest folgende Postverbindungen: A. nach Darmstadt: 1. von Gießen an Darmstadt: Donnerstags, Sonnabends und Montags mittags; 2. von Franlfuro (Taxissche Post) an Darmstadt: Montags und Donnerstags 7°; 3. von Heidelberg (Taxissche Post) vn Darmstadt: Samstags und Mittwochs 7°; B. nach Gießen: 1. von Darmstadt kn Gießen: MittwoW,- Freitags und Sonntags morgens; (Die Briespakete nach Grünberg und Alsfeld wurden sogleich durch reitende Post nach Grünberg weiter gebracht und kamen an den genannten Tagen mittags um 12 Uhr in Grünberg an. Bon hier wurde das Alsfelder Bricf- paket um 2 Uhr durch eisten Alsfelder Boten, der bereits um! 11 Uhr in Grünberg mit den Briefen usw. aus Alsfeld cinge- troffen war, westerbefördert. Die Rückposten ans Alsfeld. Grünberg trafen noch am selben Tage, nämlich Mittwochs, Freitags und Sonntags in Gießen ein.) 2. vion Frankfurt (Main) über Bad-Nauheim und Wetzlar, an Gießest: Sonntags und Mittwochs 2°, diese Post ging sogleich Weit# st.aK Münster ,(WS 287 —< ► Möneb'ürg, MW ZM PaderSovn)'; 3, VW Münster Wer Uaderborn, Fritzlar, Amöneburg), an Greßen: Dienstags Hitb Samstags 1» W Post ging sogleich über Wetzlar werter nach SrWiTfurt; 4. von Kassel an Gießen: Sonntags und Bcittwochs9 , frte Post ging sogleich weiter nach Frankfurt und vaiiau; 5. von Hanau und Frankfurt an Gießen: Sonntags und- Mittwoche 7 , totr 8° weiter nach Kassel; 6. von Wetzlar (Fußbote; er brachte Lin Briefpaket von der Kaiserlichen Post in Wetzlar nnd von dem Kaiserlichen Oberpostamt in Frankfurt) an Greßeu: Dienstags Nnd Samstags 4°; der Bote ging Mittwochs und Sonntags 8 zurück, für jeden Gang erhielt er 15 Kreuzer m Geld; 7 von Langgöns, Büseck, Rabenau, Londorf, Bingenheim, Nidda, Schotten, UUd Königsberg (Amtsboten) an Gießen: Mittwochs und Sonrr- jags 10°; NM 12° gingen sie wieder zurüch 4. Zweite Uebereinkuüft mit Taxis. ' Gemäß § 13 des Reichs-Deputations-Hauptschlusses blieben Wch in Hessen die kaiserlichen (Taxisscheu) Posten bestehen. Sre berührten, wie vorher angegeben, Darmstadt Montags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags und wurden vom 1. April 1804 ab in der neuen Posthalterei int Hessischen Hose abgefertigt. Als Nusgabezeit für PoUachen deut Wagen, der von Heidelberg kam Und nach Frankfurt weiterging, waren Samstags und Mtttivochs die Stunden von 2° bis 5« und für den Wagen von Franksurt die gleichen Stunden Montags und Donnerstags bestimmt. Da^ Reichs-Post-Generalat iir Regensburg Ditz der Thurm und Taxiv- schcn Postvcrwaltung) hatte schon int Jahre 1802 bei dem Landgrafen in Vorschlag gebracht, dem reitenden Postkurse zwischen Franlsurt-StraßLurg und Basel über Darmstadt-Heppenheim ,,mehrere Accelleration und Sicherheit" durch Anlegung eigener Kurierposten (Courricre de Malles) zu verschaffen. Obwohl dem Vorschlag int Einvernchmeir mit Baden zngestimmt wurde, mußte die Ausführung tocom der Kriegsunriihen sowie der außerordeiit- lichen Kosteii, die die Einrichtung erforderte (66 900 fl. jährlich) bis Ende des Jahres 1804 verschoben werden. Als Beforderiingo- Mittel dieser Geschwindposten wurden, den damaligen Verhaltmssen entsprechend, sehr leichte, bequem gebaute Wagen (Diligencen) verwendet, in denen 6 Personen Platz fanden; sie hatten eine Bespannung von 4 Pferden, wurden von einem Kurier oder Ron- dntteur begleitet und beförderten außer den Personen Mit „kleiner Bagage auch die Correfpondenz und Aeine Pakete , Diese Bestrebungen der Fürsten von Taxis, ihre Postkurse auf 'Kosten der Landespost weiter auszndehnen, führten trotz, der be- stehendeii Vereinbarungen usw. bald wiederum zu Streitigreltcn zwischen deii kaiserlichen uüd den fürstlichen Landesposten. Um diese '„durch gütliche Verhandlung und Vereinbarung des wcch,el- seitigeil Interesses" zu beseitigen, schlossen der Geheime Reseren- dariiis Schmidt Intb der Regierungsrat Freiherr du Thil nut dem Wirklichen Hofrat bei dem Collegio der Generaldirektlon der Kaiserlichen Reichs-Posten Grub in Darinstadt mit 22... April 1804 eine Uebereinkuüft. In dieser Wurden die Konvention vo'M 28. April 1744 sowie der 8 13 des Reichs-Depulations-Hauptschlnsscs ausdrücklich an- erlannt; ferner „die Besorgung der zwischen Hessen und Westfalen zu befördernden Landgräsl. Briefpaguetc und die Samin ung derjenigen Correspondeuzsn, die nach Ortschaften bestimmt sind, wohin keine direkte Kaiser». Reichspostroutcn führen, aber land- gräfliche Am'tspagneter geschlossen werden, dem Kaiserl. Reichs- Postverwalter in Meschede, der auch für den Landgrafen vereidigt werden Mußte, übertragen". Ebenso sollte auch an solchen Orten, wo sich bereits Kaiserl. Reichspoststcllrn befanden und erne landesherrliche Postlinie sich Mit einer tüiscrlichen kreuzte, die „landesherrliche Spedition von den taxisschcn Postossicianteu" Mit wahr- genomMen werden. Umgekehrt waren die landesgrallichen Post- meister in Darmstadt und Butzbach sowie der hessische! Briefpost- vcrwalter in Gießen verpflichtet, die „Kar,erliche ReiK-Brlefpost- Svcdition" mit zu besorgen. Zur Bermeidnng aller Mißverständnisse wurde gleichzeitig im! § 4 betont,, daß „die EiirrtchtunB landgräslicher Communic-atioiisanstalten innerhalb Hessens mcht 'als Beeinträchtigung der Gerechtsame Sr. Hochfnrstlichen Durchlaucht von Thurn und Taxis anzusehen sei". Ferner verpflichtete sich die Taxissche Postperwaltimg, zwischen ihren Und den landgräflichen Posten förmliche Anschlüsse, und eine wechselseitige Vergütung der Auslagen cmzusuhren sowie zu den in Hessen anzustellcndcn „Reichs Po stofsicianteii ^andgraslich Hessische ltnterthanen zu wählen und auf die Landesherrliche Empfehlung zu diesen Stellen ganz vorzügliche Rücksicht zu liehuieu . Die Gerichtsbarkeit über diese Personen blieb den landgraflicheu Behörden Vorbehalten; nur in reinen Disziplinarangelegenheiten, in denen es sich um die Einbehaltung der Besoldung oder um Dienstentlassung handelte, war das Erb-Post-Geuernlat allein zu- ständig. Anderseits mußte die Landesregierung, sobald" ein Taxis- scher Postbeamter verhaftet werden sollte, das Taxissche Generalat sofort benachrichtigen. m _ „„ Bezüglich der Verzollung der durch „die Kaiserl. Post-Wagen etwa transportiert werdenden zollbarcn" Waren wurde bestimmt, daß die fahrenden „Post-Expeditores" den Zollbehörden jedesmal ein genaues Verzeichnis der abgehenden oder ankommenden „zoll- baren" Waren zustelleu sollten. Für die auf den kaiserl. fahrenden Posten beförderten zollpflichtigen Durchgangsgüter hatte Taxis fcirie jährliche PaUschsumMe von ,37.5 fl. n.it, tzie lchi-Bgräfliche Zollkasse in Darmstadt zu zahlen. Das' Ehaüsseegeld für sämtlichZ kaiserl. Post- und Beiwagen wurde nach der Bespannung vermerkt und vierteljährlich „dem Chattssee-Empfänger" gezahlt. „Die bisher bestandenen BrieffreithüMer" auf den Kai;erst Reichs-Posten würden bestätigt und dahin erweitert, daß. die M der Uebercinlünst einzeln ausgesührten Personen und Behörden „eine gänzliche Befreiung des Briefportos innerhalb der deutsches Reichspost-Grenzen genießen sollten",, „Damit aber bei den gestatteten Frelthu.Mern allen zu besorgenden llnterschleiseu Möglichst vorgebogen werde", verpflichtete ich die hessische Regierung, „alle Wegen derartiger Mißbrauche erlassenen und noch zu erlassenden landgräflichen Verordnungen auch zum Vorteil der K. R. Posten auf strengste auszuuben . Schließlich würde von Hessen genehmigt, „daß der Mgeuanntej Heilbronner Kaiserl. Reichs-, vormals von Außenische-Pustwagen gleich den übrigen in die Residenz einfahre und expediert werde . Entsprechend den Bestimmungen im § 15 der Uw er em kauft Wurde zur Leitung des Postweseus in Hessen noch int Fahre 1804 ein eigenes Kollegium mit deni Namen „Fürsts. Ober-Postdire^-. tion" in Darmstadt eingerichtet. Es bestand aus dein Geh. Res., Schmidt, dem Reg.-Rat Frhr. du Thil und demOberPostuiclstev Nebel. Letzterem würde! die Selretärstelle bet dieser Behörde und nach dem Ableben des Postmeisters Kleesen m Darmstadt auch die Kaiserl. Briefpostverwaltimg übertragen, dabei aber gestattet, die Posthaltereigeschäste durch den Posthalter Wiener wahrnehmen zü lassen. Ober-PostMeister Nebel Mußte sich durch Revers vom 16. März 1804 verpflichten, „dem Fürsten von Thurn und Taxis gegenüber mit aller Treue, Aufrichtigkeit, Glauben und Fleiß jederzeit verhalten, wich gehorsam' und bereitwillig bezeigen, den Nutzen, soweit es die Briefspedition betrifft, stets suchen UM fördern, Schaden und Nachteil hingegen zeitig warnen und ab- wenden helfen" usw. und erhielt von der Taxisscheu Postverwaltnnn salarii loco V- Prozent der in Darmstadt aufgckvmMcnen EinnahmA an Briefporto, (Ein Zett- und Weggenosse Goethes. Bon W i l h c l m B o d e. Einen Wertvollen Beitrag zur Goethelileratur bringt Wilhelm Bode in dem soeben bei Mittler & Sohn erscheinenden neuen Heft der „Stünden mit Goethe" mit dem Aufsatz „Passows Llufzeich?! uungeii über Goethe". Er leuchtet in einen Streid htnern, der, den großen Dichter zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts iN Weimar umgab, und enthüllt dabei die kleinenMenschlichkeiten, die in das Leben des Dichterfürsten oft htnetnsptelten, Passows war Goethe im Jahre 1805 in Halle.in enter Gesellschaft begegnet. Dem Dichterfürsten schien der imtgc Mann zu gefallen, denn Goethe lud ihn ein, ihn zu besuchen, wenn sein Weg ihn einmal nach Weimar führe. Erst zwei Jahre spater, kam Passow nach Weimar, aber Goethe erkannte ihn sogleich wieder. Passow blieb an die zwei Stunden bei Goethe, und beim Weggehen'reichte ihm dieser die Hand mit den Worten: „Jch.hofse Sie 'bald Wieders in unserer Nähe zu sehen," Kurz darauf erhielt der damals einundzwanzigjährige Passow einen Brief woM Minister v. Voigt, mittels dem ihm die erledigte; Professur der griechischen L-prache am weimarischen Gymnasium übertragen wurde. Aus Passows Wirksamkeit in Weimar sind vorn Jahre 1807 Briefe vorhanden, die das Leben bei und um Goethe, mit den Augen des jungen Professors besehen, schildern. „Wieland ist, so schreibt Passow an Pastor Breem', „für den Umgang fast unbrauchbar. Zwar spricht er entsetzlich viel und immer mit cmeü gewissen Eleganz, aber es fehlt Allent der lebendige Geist, der ber Goethe schon aus der leisesten Bewegung spricht. inzwischen ist es mir nicht uninteressant, zuweilen ein müßiges Stündchen mit ihm zu verplaudern, und ihm! kann man kcme größere Freude bereiten als durch einen Besuch. Er' übersetzt an Ciceros Briesen, doch übersetzt er alles Griechische Und bei wertem, das meiste Lateinische, was er geliefert hat, nicht aus dem Original, sondern aus französischen und englischen Versionen, wie er nur selbst gestanden hat, wodurch denn seine Sachen wohl schlecht werdens müssen." Bode fügt diesem Briefe die Bemerkung..hinzu, daß diese Darstellung Passows ungerecht .und mißverständlich ist, Wieland wird gesagt haben, daß. er die französischen und englischen Nebersetznngen zu Rate ziehe.. Wieland las sckon m t acht Jahren den Nepos „mit den feurigsten Gefühlen und hatte zeitlebens ein inniges, wenn auch Tcut Philologisches Verhältnis zu den griechischen und lateinischen Klassikern. „Neulich," erzählt Passow m einem Briefe, „hat Goethe an- gefangen, bei Fran Schopenhauer aus Schlegels Uebersetzung von Ealderons „Standhaftem Prinzen" vorzulcfen, von der er das Manuskript hat. Tas Stück genießen wir nicht sonderlich, aber Goethe desto mehr, weil er sich leim Vorlesen so recht sshen läßt. Erstlich spricht er so laut und heftig, raß die Leute nn ftuent Ernst inilernt Fenster stehen bleiben müssen, naitn wiederholt er ost lange Stellen, die ihm' besonders gefallen, zwei- und dreimal!, und endlich spricht er selbst alle Augenblicke dazwischen, wo er' etwas zu loben oder zu tadeln findet." Ans einigen Brre stellen, so urteilt Bode, tritt uns der Dünkel des vom Schicksal allzusehr Begünstigten deutlich entgegen. Goethe bemerkte diese unerwartete Eigenschaft des neuen Mitbürgers. AM 18. April drs Vihres 180 c sprach er hei Fraii Hchoswntza.ner mit ÜbeMütUW Mott Mer. Pie 288 Gelbschnäbel in der neuesten deutschen Literatur. Unter anderem rühmte er Schillers „Wallenstein" und fügte hinzu: „Freilich verlautet jetzt von dem guten Schiller, daß er kein Dichter sei, doch wir haben so unsere eigene Meinung darüber." Dieser Satz ging auf Passow, der zwei Schritte von Goethe stand, denn es war Goethe zugetmgen, Passow predig« seinen Primanern, daß Schiller kein echter Dichter sei. Ein recht schlimmer Äusfall gegen Goethe findet sich in einem Briefe Passows aus dem Jahre 1808: „Bei dieser Gelegenheit muß ich Ihnen doch die betrübte Nachricht melden^ daß Goethe, seitdem ihm Napoleon das Schandkreuz der Ehrenlegion ins Knopfloch gesteckt hat, sich beträgt, wie es einem solchen Legionär geziemt." Dann folgt eine Periode der Entfremdung zwischen Goethe und Passow, dem' der Dichter doch seine Position in Weimar geschaffen hatte. Passow erschien häufig bei den Nachmittagtees der Frau Schopenhauer und gefiel sich darin, den Verkannten dort zu spielen. „Ich besuchte sie den ganzen Winter, aller Langweile zum Trotz, weil ich Goethe dort zu sehen ünd ihn zuweilen sprechen und erzählen hörte, — selbst wenig teilnehmend, weil der ewig mit aufgesperrtem Maul lachende !>md jachternde frivole Ton der Tees nicht in meinen Ton paßte." Der junge Mann ahnte nicht, wie unbeliebt solche Ueberlegenheit macht. „Selbst wenig teilnehmend" —• er hörte also nur zu, ünd machte innerlich oder hinterher seine Glossen. Riemer erzählt, Passow habe bei der Hofrätin Schopenhauer ganze Abende gesessen, ohne ein Wort zur Unterhaltung beizutragen, und mit Bezug auf Passow berichtet er von Goethe, „daß er in der Mitte heiterer Gesellschaft, ehen im Begriff, sich gemütlich- zu ergehen, durch die Anwesenheit gewisser impafsibeler oder im- pasfibel erscheinender Personen, die den Verdacht heimlichen Aufpassens rechtfertigten, aus dem Konzept gebracht wurde, und das, was humoristisch und geistreich herausgekommen wäre, nun ernst, trocken und einsilbig ablief." Ein Oberst v. Hintzenstern, der zu jener Zeit sich in Weimar Uiederließ, unternahm es, die Verstimmung zwischen Goethe und Passow aus der Welt zu schaffen. Es gelang ihm auch, und Goethe! in seiner großzügigen Art lud daraufhin Passow und seine Gattin wieder zum Essen zu sich ein. Goethe war überaus mild und freundlich und ließ von den bisherigen Mißverständnissen gar nichts merken. Bald darauf wurde Passow nach Jenkau berufen. Und Goethe schreibt darüber an Knebel: „Es ist mir.nicht angenehm, daß wir Passow verlieren. Vielleicht wäre er mit der Zeit kommunikabler geworden." Im Herbst 1811 wechselten Goethe Und Passow zwei lange Briefe miteinander. Passow erbat Goethes Protektion stir «in großes pädagogisch-patriotisches Unternehmen, Goethe lehnte jedoch ab. — Als -am 28. August 1830 int Bade Landeck, wo Passow als Patient weilte, der Graf Larisch eine Goethe-Feier aus dem Stegreif veranstaltete, hielt Passow eine halbstündige Festrede, die die Zuhörer entzückte. Bei Goethes Tode gehörte er zu den aufrichtigsten Leidtragenden, vermischtes. ' ’ — Mozarts Meisterwerk, „Figaros Hochzeit", wurde ttnt 1. Mai 125 Jahre alt. Das heute noch jugendfrische Werk wurde am 1. Mai 1786 zum ersten Male in Wien aufgeführt, i Es geschah auf Befehl des Kaisers, der zuerst das Lustspiel des Beaumarchais wegen seines „unmoralischen Stiles" verboten und Ktrnd) gegen Mozart Bedenken hatte; als aber der Textdichter da Ponte ihm ein Probestückchen vorspielen ließ, den Auftrag zur Vollendung gab. Der Sätrger Kelly, der erste Basilio, der auch den stotternden Richter fang, erzählt, nie sei eine Oper besser gegeben worden als in dieser Premiere des Figaro. Denn Mozart Unterwies selbst alle Darsteller und bemühte sich, auf ihren Geist seine Anschauung und seine Begeisterung zu übertragen. Niemals, sagt Kelly, werde ich sein kleines belebtes Gesicht vergesseir, in dessen Zügen das Feuer des Genius glühte und leuchtete. Ich sehe noch Mozart im roten Pelz und goldbordierten Hut bei der ersten Probe mit Orchester auf der Mhne stehen und der Musik den Takt angeben. Als Benucci, der den Figaro fang, zu der Stelle kam: „Gei dem Donner der Kartaunen", waren die Darsteller auf der Mhne und im Orchester elektrisiert und riefen immer lauter: „Es lebe der große Mozart". Die im Orchester schlugen Unaufhörlich mit den Bögen ihrer Violinen auf die Musikpulte. Es schien, als ob der Sturm der Beifallsbezeugungen sich gar nicht legen wolle. Der 'kleine Mann dankte durch wiederholte Verbeugungen. So gab es denn auch bei der Auffiihrung einen großen Erfolg. Mozarts Vater konnte seiner Tochter berichten, sieben Nummern seien wiederholt worden und ein Duett mußt« sogar dreimal gesungen werden. Bei jeder folgenden Aufführtmg war das Haus gedrängt voll und das Publikum nicht müde zu klatschen Und Mozart herauszurufen. Aber trotzdem blieb dem Werke der Erfolg nicht treu. Mozarts Kollegeit und Neider setzten alle Hebel in Bewegung, die Oper zu Falle zu bringen. Der Kaiser wurde dazu veranlaßt, jede Wiederholung einer Nummer aus der Oper zu verbieten, und erklärte das für eine Wohltat den Sängern gegenüber. Aber die Sängerin der Susanne erklärte dem Kaiser freimütig: „Glauben Eitre Majestät das nicht, alle wünschen, daß mau da capo ruft, ich wenigstens kann es von mir bestimmt versichern." Aber die Italiener behielten Seit Sieg. Nach benennten Aufführung wurde „Figaros Hochzeit" noch im Jahr« 1786 vom Spielplan abgcsetzt und in den beiden folgenden Jahren überhaupt nicht mehr gegeben. Auf dem Prager Theater aber erlebte die Oper einen ungeteilten Erfolg. ^AusderGeschichtederKußpreise. Zuweilen liest man, wie irgend jemand — meistens ein Amerikaner — zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist, weil er ein junges Mädchen geküßt hat, ohne die Erlaubnis dazu vorher eingeholt zu haben. Die Italiener zur Zeit der Renaissance betrachteten das unerlaubte Küssen eines Mädchens offenbar als viel schwereres Verbrechen, wenn man die Strafen als Maßstab benutzt, die sie dafür verhängten. Nach dem „Figaro" hing die Strafe für das unerlaubte Küssen damals zum Teil von dem Alter der Geküßten ab, und das Küssen eines jungen Mädchens wurde teurer! geahndet, als das einer älteren Dame. Im Coneglianq wurde ein unerlaubter Kuß mit einer Geldstrafe von 500 Lire belegt. Zuweilen wurde das Küssen sogar mit heute unverständlicher Härte bestraft: Im Jahre 1525 wurde ein Florentiner zu einer Gefängnisstrafe von einem vollen Jahre wegen dieses Verbrechens verurteilt und im Jahre 1556 mußte ein Römer das gleiche Verbrechen mit zwei Jahren Galeere büßen, während ein Einwohner voit Gori sogar auf fünf Jahre auf die Galeere wanderte! Es scheint sogar, als ob die Italiener den Bösewicht bestraft haben, selbst wenn er seine Verbrechen gar nicht hat zu Ende ausführen können! . . .. — Von der Bereitwilligkeit im Namenh « r - geben könnte in unserer Zeit ein Kapitel geschrieben werden.. Es könnte nicht nur, es sollte, so meint der „Knnstwart". Es scheint nachgerade, als ob unsere Berühmtheiten überhaupt nicht mehr widerstehen könnten, wenn man sie um ihren Namen bittet. Das aber nutzen die Geschäftsleute aus,' um damit für jene heutzutage auch „hochbeliebten" Unternehmungen zu fischen, die rein geschäftliche Privatmiteritehmungen sind, sich aber als gemeinnützige „Vereine" usw. geben. Der neueste „Fall" dieser! Art betrifft die „Gesellschaft für Heimkultur", „Sitz Wiesbaden".^ Gegen einen festen Mitgliedsbeitrag soll man allerhand schöne Publilatioiten bekommen, daß die Sache vorzüglich ist, dafür aber bürgen „Vorstand und Ehrenausschuß" aus den „nachstehenden Herren", „deren Namen hinreichen, die Bedeutung der Gesellschaft zu dokumentieren". In der Tat, die Namen ivaren so stattlich, wie man es nur wünschen kann. Woher jedoch hatten die Träger dieser Namen die genügenden Informationen, die berechtigten, eine gute Durchführung der Sache mit ihrem Namen zu verbürgen? Das war die Frage. Und da dieses ganze Wesen weit über den einzelnen Fall Hinaus wichtig war, so beschloß der Arbeitsausschuß des Dürerbuitdes, sich bei bett sämtlichen Unterzeichneten nach den Gründen zn erkundigen, die sie zum Eintritt bewogen haben. Mehrere von den Herren des „Vorstandes" und „Ehrenausschusses" fchriebett uns, sie zögen ihren Namen zurück, einer sogar, er wiße von der Gesellschaft überhaupt nichts, die anderen aber hatten sich jeder auf di« übrigen verlassen. Kein einziger der Herren, die uns antworteten, wußte etwas Näheres. Jmuterhin hatten eilte ganz« Anzahl ihren Beitritt zum „Ehrettausschusse" tatsächlich erklärt und somit ihren Namen zur Empfehlung einer Sache hergegeben, die keine« kannte! * In der Klemme. Sie: „Ich denke, du warst auf der Kegelbahn? Du riechst ja aber ganz nach Veilchenparfüm!" — — Er: „Weißt du, die andern in der Kegelbahn haben sich auch darüber aufgeha'lten. Der Kegeljunge hat sich nämlich heute so einparfümiert ttnb damit di« ganze Kegelbahn ver stänkert!" * Vorsichtig. A. (Arzt): „Na, wie geht's, lieber Freund?" — B.: „Bevor ich Ihnen di« Frag« beantworte, sagen Sie, fragen Sie als Arzt ober als Freund?" * Zweifel. „Gnädige Fran sind in tiefster Trauer? Der. Herr Gemahl gestorben oder gar der Seidenpinsch?" Ergänrungsratsel. G.. tz.. M. n . c.. n W. r. e . u . eh' S... ä. t . i. e. n.. b. r, .. ch e. h. b. e. . u. h w.. b. r, ..ß .o .t. a. b.. c. M. n. c..n g.. c.eh'.l Auflösung in nächster Nummer i Auflösung des Diantanträtsels in voriger Nummer: G Leu Harte Gertrud Barke Rum d Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitSts-Vuch- und Steindruckereh R. Lange,