Donnerstag den 7. Dezember SV!« M J Ai UM s kHs ml MM K, Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) XVII. Es vergingen vier Monate. Der April kam —- her Monat des Frühlings, der Monat des Wechsels. , Von der angstvollen Ungewißheit und Bangigkeit befreit, welche sie so schwer und so lange bedrückt hatte, erholten sich Mariannens frohe Lebensgeister, und die natürliche Energie ihres Charakters machte sich wieder geltend Mit etwas von der Freiheit und Kraft früherer Zeiten. Laura, die unter dem Wechsel fügsamer war, als ihre Schwester, zeigte noch deutlicher die Fortschritte, welche sie unter dem heilenden Einflüsse ihres neuen Lebens machte. Das abgezehrte, elende Aussehen, das ihr Gesicht so frühzeitig alt gemacht hatte, verließ, es bald ; und der Ausdruck, welcher in früheren Zeiten der größte Zauber ihres Gesichtes gewesen, war der erste der Reize, die jetzt wiederkehrten. Meine genaueste Beobachtung entdeckte nur eine ernste Folge des schändlichen Komplottes, das einst ihr Leben und ihre Vernunft bedroht. Ihre Erinnerung der Ereignisse von dem Augenblicke an, wo sie Blackwater Park verlassen bis zu dem, wo wir int Friedhöfe zu Limmeridge einander gegenüber gestanden, war hoßnun.gs os entschwunden. Bei der geringsten Hindeutung auf jene Zeit zitterte sie und veränderte sie sich noch immer; ihre Worte wurden verwirrt; ihr Gedächtnis wanderte irr umher und verlor sich so hilflos wie je. Hier — und nur hier allein — lagen die Spuren der Vergangenheit zu tief, um sich verwischen zu lassen. c In allem klebrigen hatte sie sich jetzt m dem Grade erholt, daß sie an ihren besten Tagen zuweilen wieder sprach und aussah, wie die Laura Fairlie vergangener Zeiten. And unsere Beziehungen veränderten sich auch etwas. . Unsere Hände fingen wieder an zu ztttern, wenn sie sich begegneten. Wir sahen einander selten lange an, wenn Marianne nicht zugegen war, und schwiegen in der Unterhaltung. Wenn ich sie durch Zufall berührte, begann mein Herz schneller zu schlagen, wie ehedem in Limmeridge — ich sah die liebliche Rosenglut in ihre Wangen steigen, wie in jenen glücklichen Tagen in Cumberland. Endlich sprach ich mit Marianne darüber. Falls ich, sagte ich, in der festen Ueberzeugung von Lauras Sicherheit mich mit dem Grafen in einen Kampf einlassen soll, so muß dieser Kamps für mein Weib geschehen. Bist du soweit mit mir einverstanden, Marianne? Vollkommen, entgegnete sie. Ich will nicht aus meinem eigenen Herzen brtten, fuhr ich fort; ich will mich nicht auf -die Liebe berufen, dte alle Wechsel und alle Erschütterungen überlebte — ich will meine Rechtfertigung dafür, daß man von ihp als von meinem Weibe spreche, nur auf das begründen, was ich soeben gesagt habe. Falls die Aussicht, dem Grafen ein Geständnis abzuzwingen, wie ich es glaube, unsere letzte ist, um Lauras Existenz öffentlich zu beweisen, so ist dadurch von uns beiden der am wenigsten selbstsüchtige Grund für unsere Vermähi- lung anerkannt. Aber ich mag mich täuschen in meiner Ueberzeugung; es mögen noch andere Mittel, um unseren Zweck zu erreichen, in unserer Macht liegen, die weniger unsicher und weniger gefährlich sind. Ich habe aufmerksam in meinem Geiste nach ihnen gesucht —mnd habe sie nicht gefunden. Hast du sie gefunden? Nein. Ich habe ebenfalls darüber nachgedacht, aber vergebens. Wahrscheinlich, fuhr ich fort, sind dir beim Ueber- legen dieses schwierigen Gegenstandes dieselben Fragen eingefallen, die sich auch mir darboten. Sollten -wir, jetzt, da sie wieder aussieht wie sie selbst, hie nach Limmeridge zurücknehmen und auf das Erkennen der Dorfleute und der Schulttnder hoffen? Sollten wir den praktischen Versuch mit ihrer Handschrift anstellen? Gefetzt, wir täten dies. Wir wollen annehmen, daß dies Erkennen statt- gefunden habe und ihre Handschrift erkannt worden sei. Würde der Erfolg in beiden Fällen mehr bewirken, als daß er eine ausgezeichnete Grundlage zu einem Prozesse böte? Würde dies Erkennen ihrer selbst und ihrer Handschrift Mr. Fairlie von ihrer Identität überzeugen und ihn bestimmen, sie trotz des Zeugnisses ihrer Tante, des Zeugnisses des Arztes, des Begräbnisses und der Inschrift auf dem Grabsteine, wieder bei sich in Limmeridge House auf- zunehmen? Nein! Wir dürften nur hoffen, daß es uns gelingen würde, einen ernstlichen Zweifel an der Behaup- tung ihres Todes zu erregen — den'nichts als eine gerichtliche Untersuchung zu lösen imstande sein würde.1 Ich will annehmen (was durchaus nicht der Fall ist), daß wir Geld genug besitzen, um diese Untersuchung durch ulle rhre Stadien hindurchzuführen. Ich will annehmen, daß man Mr Fairlie seine Vorurteile ausreden könnte; daß das falsche Zeugnis des Grafen und seiner Frau und alle übrigen falschen Zeugnisse widerlegt werden könnten, und daß es nicht möglich wäre, das Erkennen einer Verwechselung zwischen Laura imd Anna Catherick zuzuschreiben,^oder daß die Handschrift von unfern Feinden als eine । Fälschung erklärt würde ■—- alles Voraussetzungen, die gegen alle Wahrscheinlichkeit sind, doch wollen wir sie annehmen — und dann wollen wir uns fragen, welches »dte ersten Folgen der ersten Fragen sein würden, die man Laura in Bezug auf den schändlichen Anschlag vorlegte. Wir wissen, nur zu wohl, was die Folgen sein würden — 'denn wir wissen, daß ihr nie die Erinnerung an das, was 'sich tn London nut ihr zugetragen, zurückgekehrt ist. Man befrage sie allein oder öffentlich, sie bleibt immer gleich unfähig,^die Be- hauptung ihrer eignen Sache LU unterstützen. Falls Du 766 dies nicht so klar siehst, wie ich es sehe, Marianne, dann wollen wir morgen nach Linnneridge gehen und den Versuch wagen. Ich sehe es, Walter. Es ist hoffnungslos, nach Lirn- nreridge zu gehen. Ich wollte, ich könnte ebenso fest davon überzeugt sein, daß du recht hast, indem du bei deinem Entschlüsse, diesen letzten Versuch mit dem Grafen zu machen, beharrst. Gibt es wirklich noch eine Aussicht? Ohne allen Zweifel, ja. Es ist dies die Aussicht, das verlorene Datum von Lauras Reise nach London zu finden. Ohne der Gründe wieder zu erwähnen, die ich dir vor einiger Zeit genannt habe, bin ich noch immer ebenso fest wie zuvor überzeugt, daß zwischen dem Datum jenes Tages und denr des Totenscheines ein Widerspruch besteht. Dies ist der Punkt, wo die Schwäche des ganzen Anschlages liegt — er wird in Stücke zerschellen, wenn wir ihn von dieser Seite her angreifen; und die Mittel zu diesem Angriffe sind int Besitze des Grasen. ' Falls es mir gelingt, sie ihm zu eutreißeu, so ist der Zweck meine» Lebens und der des deinigen erfüllt. Mißlingt 1 es mir aber, so wird das Uitrecht, das Laura erlitten, in diesem Leben nicht mehr wieder gut gentacht. > Danu sprach ich mit Laura . . . Uud zehn Tage später waren lvir vermählt. XVIII. Der Schatten des kommenden Kampfes schlich sich über uns hin. Wir waren jetzt im Anfänge des Monat Mai, und des Grafen Kontrakt über das Haus in Forest Road würde im Juni abgelaufen sein. Falls er ihn. erneute, konnte ich ziemlich sicher sein, daß er mir nicht entwischen würde. Falls er jedoch meine Erwartungen täuschte und das Land verließe, dann hätte ich keine Zeit zu verlieren, indem ich mich nach Kräften für die Begegnung mit ihm wassnete. Zum erstenmal dachte ich zagend an die Größe des Wagnisses; an die gegnerischen Verhältnisse, die sich mir in den Weg stellten; an das schöne Versprechen unseres neuen Lebens und tut die Gefahr, in die ich das Glück bringen mochte, das wir uns so schwer erworben. Aber danu widerstand ich der Versuchung. Die erste Notwendigkeit war, etwas 'über den Mann zu erfahren. Seine Lebensgeschichte war mir bis jetzt ein undurchdringliches Geheimnis. Warum chatte er fein Vaterland verlassen? Ich erinnerte mich an 'die Aussagen Mariannes - in ihrem Tagebuch, er habe „seit Jahren nicht anehr die Grenzen seines Vaterlandes überschritten" — habe sich erkundigt, ob in der Blackwater Park am nächsten gelegenen Stadt zufällig Italiener ansäßig seien — -und daß er Briese mit allerlei Poststempeln erhalten, worunter meiner mit einem „großen, offiziell aussehenden Siegel" gewesen. Die Betrachtungen, welche sich mir aus dem Dage- buche aufdrängten, verbunden mit gewissen Ahnungen, die aus ihnen entstanden, ließen mich zu einem Schlüsse kommen, an den nicht früher gedacht zu haben mich jetzt wunder nahm. Ich sagte jetzt zu mir selbst, was Laura einst in Blackwater Park zu Mariannen gesagt und was hie Gräfin Fosco, indem sie an der Türe gehorcht, -gehört hatte , der Graf ist ein Spion! 1 Nach dieser Voraussetzung wurde fein Bleiben in England so lange, nachdem er den Zweck des Komplotts erreicht, vollkommen verständlich. Das Jahr, von dem ich jetzt schreibe, war das der großen Industrieausstellung im Kristallpalast. Ausländer waren in großer Anzahl bereits in England angekommen, und ihre Zahl vermehrte sich noch täglich. Es befanden sich Männer unter uns, welche der unausgesetzte Argwohn ihrer Regierungen durch geheime Agenten bis an unsere Gestade verfolgen ließ. ' Meine Mutmaßungen ließen mich keinen Augenblick einen Mann von des Grafen Fähigkeiten und gesellschaftlicher Stellung mit der gewöhnlichen Menge von Spionen vergleichen. Ich hatte ihn im Verdachte, daß er eine offizielle Stellung ein- nähme; daß seine Regierung ihn mit der Organisation und Leitung besonderer Agenten, weiblicher sowohl als männlicher, in diesem Lande beauftragt hatte; und- ich glaubte, daß Mrs. Rubelle, welche zu so gelegener Zeit gesunden worden, um in Blackwater Park die »Krankenwärterin zu spielen, aller Wahrscheinlichkeit nach auch-eine von diesen Personen war. Nach der Voraussetzung, daß meine Vermutung- auf Wahrheit begründet war, durste des Grafen Stellung -nicht so unangreifbar fein, wie ich mich bisher zu hoffen gescheut. An wen konnte ich mich wenden, um etwas mehr von des Mannes Geschichte und über den Manu selbst zu erfahren, als ich bis jetzt wußte? In dieser Schwierigkeit fiel mir natürlich ein, daß ein! Landsmann, auf den ich mich würde verlassen können, die geeignetste Person fein dürfte, um mir zu helfen. Der erste Mann, an den ich unter dieseit Umständen dachte, war zugleich der einzige Italiener, mit dem ich genau befreundet war — mein drolliger kleiner Freund-, Professor Pesca. Ich habe ihn bisher nicht mehr erwähnt, weil er mit dieser Geschichte nichts mehr zu tun hatte. Darum habe ich hier nichts von dem Droste gesagt, den ich in Pescas brüderlicher Zuneigung zu mir fand, als ich ihn nach meiner plötzlichen Rückkehr aus Limmeridge House wiedersah. Ich habe nichts von der treueit Anhänglichkeit gesagt, mit der mein warmherziger kleiner Freund mir nach dem Einschiffungsplatze folgte, als ich nach Zentralamerika absegelte, noch von dem großen Jubel, mit dem er mich begrüßte, als wir uns das nächstemal in London wiedersahen. Aber obgleich ich wußte, daß ich mich auf seine Ehre und seinen Mut verlassen durfte, war ich doch nicht ebenso fest überzeugt, daß ich seiner Vorsicht vertrauen dürfe; und nur aus diesem Grunde setzte ich meine Nachforschungen allein fort. — Ehe ich nun Pesca zu meinem Beistände herbeiholte, war es notwendig, daß ich mich selbst davon überzeugte-, mit tvem ich es eigentlich zu tun habe. Bis zu diesem! Augenblicke hatte ich den Grafen Fosco noch nicht ein einziges Mal gesehen. Drei Tage nach uitserer Rückkehr nach London machte ich mich morgens zwischen zehn und elf llhr allein auf den Weg nach Forest Road, St. Johns Wood. Es war ein schöner Tag ■— es blieben mir einige Mußestunden — und! ich hielt es für wahrscheinlich, daß, falls ich ein wenig wartete, der Graf sich durch das schöne Wetter herauslocken lassen würde. Ich hatte keinen besonderen Grund zu befürchten, daß er mich bei Tage erkennen würde, denn das einzige Mal, daß er mich gesehen, war an jenem Abende gewesen, wo er mir von der Eisenbahn in der Entsernungf nach Hause gefolgt war. Es ließ sich niemand an den vorderen Fenstern des Hauses sehen. Ich ging in eine kleine Nebenstraße hinein, die an der Seite des Hauses hinunterlief, und schaute über die niedrige Gartenmauer. Eins der Fenster in einer Hinteren Parterrestube stand offen und- über die Oess- nung hin war ein Netz gezogen. Ich sah niemanden; aber ich hörte im Zimmer erst das laute Zwitschern und Singen! der Vögel und dann die tiefe, durchdringende Stimme, mit der Mariannens Beschreibung mich vertraut gemacht. „Kommt heraus auf meine Finger, meine Piep—Piep—j Piepvögelchen!" ries die Stimme. „Kommt heraus! Hüpf hinaus! Eins — zwei — drei — und oben. Drei — zwei — eins — und wieder unten! Eins — zwei — drei —> zirp — zirp — zirp — ziuirp!" Der Gras exerzierte seine Kanarienvögel, wie er sie zu Mariannens Zeit in Blackwater Park zu exerzieren Pflegte. Ich wartete eine kleine Weile, bis das Singen und/ Zirpen aufhörte. „Kommt und küßt mich !" sagte die tiefe Stimme. Ich hörte ein erwiderndes Zwitschern und- Zirpen — ein leises, sanftes Lachen — dann trat eine Stille von einer oder zwei Minuten ein — und darauf wurde die Haustür geöffnet. Ich wandte mich um uni) ging zurück. Die erhabene Melodie des Gebetes in Rossinis „Moses", von einer wohlklingenden Baßstimme gesungen, erhob sick- großartig in der Stille der Vorstadt. Das Psörtchen des Vordergartens öffnete und schloß sich. Der Graf war; herausgekommen. Er ging über den Weg hinüber und nach der westlichen Grenze des Regents Park zu. Ich blieb auf meiner Seite der Straße ein wenig hinter ihm zurück und nahm dieselbe Richtung. Marianne hatte mich auf seine hohe Gestalt, seine ungeheure Korpulenz und seine auffallenden Trauerkleider vorbereitet — nicht aber ans des Mannes Frische, Munter-i feit und Lebenskraft. (Fortsetzung folgt) 767 t u tt 'C T e, 'P it >e S !L ch ;r r- e, e, er >n r- rr in *n. e> nd in te en in tbl ig en vt» as de ags es ;cr en te, ht. —I Pf ,er ne ck- ir- lle )ie ick. y*r ich >es M en ite lbe tN- >er eri Thomas Wallbotts Lamilienleben, Brautfahrt und Hochzeit. Von Gg. Schäfer. (Fortsetzung aus Nr. 190.) Wie verabredet, ging Anna am Dag vor dem Schlitzer Markt nach Grebenau. Am folgenden Tage brachte sie den Vater und dre ältere Schwester mit nach Schlitz, wo sie im „Weißen Roß" mrt Frau Wallbott, Thöms uitd Frau Stock zusammentrafen. Zwar hatte Anna ihren Angehörigen unterwegs schon vieles auseinander gesetzt, trotzdem wurden sie von Zweifeln beunruhigt. „Tu bist ein braves, hübsches Mädchen," plauderte unterwegs der alte Gilbert; „allle Leut' haben dich gern, sogar die gnädig' Gräfin in Schlitz. Daß du aber ein so großes Glück wachen sollst, ist mir unbegreiflich." „Wer das Glück hat, führt den Bräutigam heim, Vater!" erwiderte die älteste Tochter. „Anna hat das Glück, sie muß mir eine Geis*) kaufen, weil sie als jüngere Schwester vor der älteren heiratet. So ganz trau' ich der Beschicht' doch nicht und nicht eher glaub' ich daran, bis ich sie gescheit hab'. Beim Heiraten wird vieles übertrieben." , „Darum hat man ja auch die Mädchenschau auf dem Schlitzer Maintarkt; dort muß jeder Bauer sagen, was er seiner Tochter mitgibt, auf daß hintenach nicht mauliert werden kann. Das ist gut so!" entgegnete der Vater. „Was gebt Ihr denn Eurer Tochter in die Ehe mit?" fragte die Aelteste. „Du lieber Gott!" seufzte der alte Gilbert; „woher nehmen Und nicht stehlen! Ich bekomme Herzklopfen, lvemr ich daran denke." — Im „Weißen Roß" trafen Gilbert und seine zwei Töchter mit Thomas und den beiden Frauen zusammen. Frau Stock nahm unverzüglich den alten Gilbert in Beschlag, Frau Wallbott und Thomas unterhielten sich mit den beiden Mädchen. „Nächsten Samstag werden sechs Stück Rindvieh bei euch eintreffen," erklärte Fran Stock deut Gilbert. Hier habt ihr 200 Gulden, womit ihr Haus, Hof und Scheuer in Stand fetzt. Für Viehfutter wird auch gesorgt. Ich geb' euch das, daß ihr alles in die Reih' macht und daß ihr auch ordentliches Vieh zeigen könnt. Nachlässigkeit darf nirgends bemerkt werden. Ihr habt zwei heiratsfähige Töchter, die sind brav, fleißig und hübsch. Daß Anna in die Wallbottsfautilie heiraten kann, ist ein großer Segen für euch. In vier bis sechs Wochen könnt ihr alles sauber in die Reih' gebracht haben; dann findet die „erste Braut" statt, das heißt: es ist der erste Besuch bei dem Teil des Brautpaares, der von zuhause weg heiratet. Ist das auch bei euch so, Gilbert?" „Ja! Ja," antwortete dieser; „die zweite Braut ist darin bei Wallbotts!" „Richtig! Nun die fünf Sinne zusammen genommen. Die Wallbotts sind nicht hochmütig, aber sie sehen auf -Ordnung und Reinlichkeit. Wenn ihr noch Geld braucht, schreibt es mir. Annas Ausstattung und« den vierspännigen Brautwagen besorge ich auf höheren Befehl." „Ach du lieber Gott!", rief Gilbert und schlug die Hände zusammen, „wem verdank' ich denn das Alles?" „Eurer seligen Frau, eurem Herrgott, eurem Glück. Nun Whig und still angepackt. Ich komme mit zur „ersten Bräut" Und erwarte, daß alles vorzüglich in der Reih' ist." Der alte Gilbert war starr und stammelte seinen heißen Dank. Nachdem alles geordnet war, spazierten die Frauen Wallbott und Stock über den Markt, um sich die inzwischen erschienenen Mädchen und Bräute zu betrachten. In den Wirtszelten saßen die Eltern zusammen. Dort verhandelten sie darüber, was sie ihren Ändern gegenseitig mitgeben wollten. So unpoetisch diese Verhandlungen sind, so zweckmäßig sind sie, weil die Seiitdjen wissen, wie sie von vrouherein stehen. Spätere Vorwürfe sind dadurch ausgeschlossen. Findet eine Verlobung statt, so legt die Braut ein farbiges Band über ihre Schürze an, woraus jeder ersieht, daß dieses Mägdlein nicht mehr zu haben ist. Gegen Mend fuhr Anna mit Frau Stock und den Wallbotts wieder nach dem Eisenbacher Hof, wo das Abendbrot eingenommen wurde. „Jetzt zieht euch ein toeittg in das Nebenzrmmer zurück und gebt Wch einen tüchtigen Kuß!" sprach Frau Stock zu dem Bärchen. „Nicht war, Regine, du erlaubst es?" Diese nickte.-- Um Mitternacht trafen Thomas und seine Mutter in Rothen- bühl ein. Ter Vater hatte sie erwartet. „Na, Altescheit, jetzt hast du deinen Schaff!" rief er, nachdem Frau und Sohu alles erzählt hatten. „Kannst dich gleich auf eine Doppelhochzeit richten. Die Scholzehannjern hat alles mit Matthes fertig gemacht: Lore uitd Matthes heiraten, wenn im Herbst die Arbeit getan ist. Wir müssen ihnen die Hochzeit ausrichten, sie geht in einem Aufwaschen mit derjenigen unseres *) Auch im Odenwald findet sich diese Redensart, tveitn die jüngere Schwester vor der älteren heiratet. Der Gebrauch selbst ist eingeschlasen. hin. ivetzk lustig Voran! Ich gratuliere dir von Herzen- Thöms!" . »Nur nicht so blitzmäßig, Alter, und eins nach dem anderen, wre man die Klose tßt," fiel Frau Wallbott ein. „Seither galt O für unwiderruflich und fest wie Ziegenhain, daß Peter die Kathrine nimmt So stand die Sach, als wir heute früh weg- fuhren. Was ist inzwischen geschehen?" „Einen kleinen, rneintswegen auch einen großen Krach hats gegeben, Regine! Seit einigen Wochen hat Kathrine Getuschel und Gcbändels mit dem Schusterhannes augefangen. Dem Peter wurde es gesteckt. Als ihr beide heut früh abgefahren wäret, g-aü es einen Mordspektakel im Hause. Der Schusterhannes war so frech, pch bei uns einzuschleicheu. Peter erwischte ihn bei der Kathrine im Brennhaus, worüber Peter so aufgebracht wurde, daß er dem Schuster fürchterlich den Buckel versohlte, worauf er ihn zum Haus hinausschmiß und die Kathrine hintendrein jagte." „Das hast du in aller Gemütsruhe zugegeben, Vater?" fragte dte Bürgermeisterin. „Versteht sich! Peter war in seinem Recht. Ueberdies hat er die Pflicht, darüber zu wachen, daß der Anstand beim Gesinde nicht verletzt wird. Dann ging er hin zur Scholzehannjern; die freute sich, als sie ihn sah. „Ich nehm die Lore!" sprach er. „Tas Bellmensch, die Kathrine hat mit dem Schusterhannes zusammengesteckt, ich hab sie aus dem Wallbottshof hinausgeschmissen, der Bürgermeister hat mir recht gegeben. Im Herbst, wenn die Arbeit getan ist, wird Hochzeit gehalten, vorher müssen die Aecker und das Häuschen auf meinen Namen geschrieben werden." — Ter Scholzehannjern und der Lore ist alles recht, also gibt es eine Doppelhochzeit. Habt ihr etwas dagegen?" „Gott bewahre! es gilt!" antwortete Frau Regine. „Ist es nicht die reine Hexerei mit den Gilberts," redeten; die Leute in Grebenau, als sie nach einigen Wochen sahen, wie es vorwärts ging. „Ta steckt gewiß die Gräfin dahinter." „Oder der Hofbauer in Eisenach," meinten andere. Tie Dorfbewohner gerieten aber förmlich in Aufruhr, als eines Sonntags eine feine Chaise vorfuhr. Darin saßen Frau Wallbott und Frau Stock, Bürgermeister Wallbott und Anna Gilbert, sowie Thomas Wallbott, der die Chaise lenkte. Seine Peitsche, das Leitseil und die Mähnen der Pferde waren mit bunten Bändern geziert. Die Chaise hielt vor Gilberts Haus, das bis ins kleinste Eckchen blank geputzt war. „Seht ihr, das ist die erste Bräut," riefen die Leute einander zu; „Gilberts Anna ist Braut, sie hat das „Ja" gehalten, d. h. Verlobung gefeiert, und heiratet den einzigen Sohn des reichen Bürgermeisters Wallbott in .Rothenbühl." Ein gutes Mittagsmahl stand bei Gilberts bereit, dein alle Ehre angetan wurde. Darauf fand die Besichtigung des Gilbert- scheu „Werks" statt. Haus, Hof, Scheuer, Stallung, Küche und Keller, Möbel, Vorräte, Vieh, Schiff und Geschirr wurden betrachtet. So toar und ist es heute noch Sitte. Niemand findet etwas dabei. Wohl aber würde cs Anstoß erregen, wenn ein Bauer seinem zukünftigen Schwiegersöhne und seinen Eltern das „Werk" nicht zeigen wollte. „Wie gefällt dir die Sach?" fragte Frau Stock den Bürgermeister, mit dem sie hinter den anderen zuruckbleibend, im Gras- garten spazierte. „Alles blitzblank, einfach aber gut gehalten, Gevatterin. Nur bezweifle ich, daß Anna 10 000 Gulden mitbringen kann. Wo sollen die herausspringen? Thöms nimmt die Anna auch ohne das Geld." „Tie springen heraus, verlaß dich darauf, Gevattermann^ Ich verstehe deine Gedanken, nämlich: Was batt't mich ein’ schön' Schüssel, Wenn gar nix darinnen ist." „Fehlgeschlagen, Gevatterin. Wir haben reichlich genug; ich weiß aber, wie das Leutgeschwätz gehen wird." „Tie Leut mögen es abwarten wie die Hanauer Gelberüben- Iveiber." Nachmittags war der Besuch und die ganze Familie Gilberk in der Oberstube versammelt. Frau Wallbott nahm das Wort: „Heut in 14 Tagen findet die „zweite Braut" bei uns statt. Dazu seid ihr alle geladen, könnt auch eure Freunde und Freundinnen initbringen. Tie Hochzeit wird auf den letzten Donnerstag im Oktober gehalten, wozu ihr wieder alle geladen seid. Aus eurer Verwandtschaft und Freundschaft könnt ihr laden wen ihr wollt, nur müsset ihr uns die Zahl der Geladenen anzeigen, daß wir uns darnach richten können. Der Brautwageu heißt in unserer Gegend auch „Rumpelwagen". Er wird bei unserer Freundin Stock in Eisenbach gerüstet, weil die Braut dort wohnt. Zwei Tage vor der Hochzeit geht er ab. Was ihr Anna mitgeben wollt, muß tags vorher dort -eintreffen. Vor 11 Uhr vormittags darf der Brautwageu nicht abfahren, das ist so Brauch und Sitte, darauf wird ftreitg bei uns gehalten. Nun seid bedankt für die gute Austvartung, Freundschaft und Liebe, die ihr uns bewiesen habt und heut in 14 Tagen sehen wir uns wieder in Rothenbühl." Der Wagen fuhr vor. Das ganze Dorf war auf den Beinen. „Fahr langsam, Thomas, daß uns die Leute ordentlich betrachten können," befahl der Bürgermeister. Nun fand ein nochmaliges Abschiednehmen statt, dann fuhr der Wagen langsam durch das Torf. Draußen ging es schneller.) 768 „Regiue! Da hast prächtig vorhin gesprochen," neckte der Bürgermeister, „Pu verstehst zu predigen." „Aber du verstehst nicht zu hören, Alterchen! „Da hab ich mal wieder meinen Taps weg! lachte Wallbott. Die „zweite Braut" bei Wallbotts brachte viel des Schönen Und Guten. Der alte Gilbert und seine Kinder wurden noch wochenlang darüber ausgesmgt. . Tie Anna hat sich warm gesetzt, Hieß «s von allen Serien in Grebencm,. (Fortsetzung folgt.) Vermachtes. ■* Schö ue und wohlfeile Bücher sind es, die das Deutsche Verlagshaus Bong u. Co. unter dem längst vorteilhaft bekannten Namen Goldene Klassiker-Bibliothek auf Grund der alten Hempelschen Klassiker-Ausgaben in neuer Bearbeitung herausgibt, sieben der gediegenen textlichen Gestaltung der bis jetzt erschienenen Bünde ist der Ausstattung die größte Sorgfalt gewidmet. Einband, Papier und Druck entsprechen allen Anforderungen, die ein gesÜMackvoller Leser von seinen Büchern verlangen kann. Wie die meisten anderen Klassiker- Ausgaben erscheint auch die Goldene Klassikerbibliothek, die sich außergewöhnlich rasch beliebt gemacht hat, in verschiedenen Ausstattungen als Leinen-, Halbfranz- und Luxusausgaben, jo daß nicht nur jedem Geschmack, sondern auch jedem Geldbeutel vollauf Rech- nung getragen ist. Als neuste Ausgabe ist die schöne, in zwei handliche Bände geteilte, von Homers Werken zu nennen. Eduard S t e m p l i n g e r hat die immer noch an erster Stelle stehende Uebersetzung von Johann Heinrich Voß, die ja auch fast ausschließlich in Frage kommt, sehr schön eingeleitet, mit ausführlichen, klugen Anmerkungen versehen und ihr eine lesenswerte Darstellung -der homerischen Welt beigegeben, die zweifelsohne sehr willkommen ist. Ein ausführliches Namenregister nebst Belegstellen verleiht der Ausgabe noch einen besonderen Wert. Einen: guten Brauch folgend, ist in der G o l d e n e n K l a s s i k e r- bibliothek das dichterische Werk gesondert und -ohne alles störende Beiwerk abgedruckt; alle Beigaben sind in den Anhang verwiesen. Durch diese Anordnung wird die Lektüre des Liebhabers nicht gestört und den berechtigteil Forderungen des Forschenden ist doch im weitesten Maße Rechimng getragen. — In der gleichen vortrefflichen Ausstattung sind auch Heines Werke in fünfzehn Teilen in der Goldenen Klassikerbibliothek erschienen. Herausgegeben von Helene Herrmann und Raimund P i s s i n. Und von Erwin K a l i s ch e r mit einem nach Objektivität strebeichen Lebensbild ausgestattet, sind die einzelnen Teile außer den genannten von Herrn. Friedemann und Beit Valentin mit Einleitungen und Anmerkungen versehen worden. Ein guter Stich nach den: Neuschen Jugendbildnis ist den Werken voran- gestellt. N. * Was die Könige verdienen. Im „Gil Blas" liest man: Schelten wir nicht allzusehr über die Kosten, die die Könige uns verursachen, wenn sie als Gäste zu uns kommen. Sie stellen sich, wenn sie zu Hause bleiben, für ihre Untertanen noch weit teurer. Man hat z. B. berechnet, daß die Könige von Belgien und von Griechenland auf den Kopf der Bevölkerung 40 Pfg. kosten, der Kaiser von Oesterreich 36 Pfg., der König von Italien -etwas über 35 Pfg,, die Könige von Schweden und von Norwegen 32 Pfg., der Zar 28 Pfg., der deutsche Kaiser etwas mehr als 24 Pfg. Weit billiger arbeiten die Präsidenten von Republiken: der Präsident der Vereinigten Staaten belastet seine „Untertanen" nur mit etwas mehr als 17 Pfg. für den Kopf, Herr Falliöres nur mit etwas mehr als 7 Pfg. und der Präsident des Schweizerischen Bundesrats kaum mit Vs Pfennig. * Das „ung eschriebene Gesetz". Die Chronik der in Amerika immer häufiger werdenden Fälle, bei denen blutige Mordtaten unter dem Einfluß des „ungeschriebenen Gesetzes" nach dem Wahrspruch des Gerichtes ohne Sühne bleiben, wird jetzt durch zwei neue Beispiele bereichert, die sich am gleichen Tage -ereigneten. !Das Schwurgericht von Deiwer in Kolorado sprach am Mittwoch die Frau Gertrud Patterson frei, die ihren Mann er- imovdet hatte, weil er sie angeblich für 6000 Mk. an einen Millionär in Chicago verkauft habe. Zur gleichen Stunde aber sprachen die Geschworenen in Neuyork eine andere Mörderin frei, Mrs. O'Shaugnessy, die ihren Mann bei einer Untreue entdeckt hatte und ihn daraufhin ohne weiteres umbrachte.. Keine der beiden Mörderinnen bestritt die Bluttat, beide verließen sich auf das Ungeschriebene Gesetz, und beide haben, wie die doppelte Freisprechung beweist, richtig gerechnet. * Im Eisenbahnkupee. Backfisch (leise zum andern): -,-,Du, Elly, huste mal, daß di« beiden Herren uns gegenüber Wach werdkin. . . gleich kommt ein Tunnel!" * Darum. „Was weinst du denn so. Kleiner?" — „Ach, Wein Meister ist die lebendige Uhr!" — „Wieso denn?" — „Er schlägt alle Viertelstunden." * Ein Pechvogel. Herr: „Mein Fräulein, ich habe dreimal unglücklich geliebt!" — Dame: „Ach, Sie Ärmer. Wieso?" — Herr: „Sehen Sie: meine erste Geliebte ging inA Kloster, die zweite hat «inen anderen geheiratet. Die oritt«! ist -- meine Frau!" Büchertisch. ■—< !Dr. B. Lindemann, Die Erde. Bd. I. Geologische Kräfte. Mit 7 Farbendrucktafeln, 19 Schwarztafeln und 322 Abbildungen. 408 Seiten. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Franckhsche Verlagshandlung). Der erste stattliche Band von 'Dr. B. Lindemanns volkstümlich gefaßter Geologie bringt in anziehender Form eine Fülle von inter-essanten Tatsachen und eingehende Belehrung über alle die Naturgewalten, die an unserer Erde bauen und zerstören; wir sehen die Weltalteü mit ihren unausdenkbaren Zeiträumen Und ihrer phantastischen Tier- und Pflanzenwelt über die Erde hingehen, lernen das Wesen von Vulkanen, Gletschern und den Aufbau der Erdschicht« verstehen. Lindemann versteht -es meisterhaft, auch den Laren zu fesseln und ihm die gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft klar und übersichtlich mitzuteften. Wir haben in Lindemanns großem Werk eine wahrhaft volkstümliche und gediegene Geologie, die keine höheren Vorkenntnisse v-oraussetzt und als wertvolles Weihnachtsgeschenk für jeden Gebildeten und auch für die reifere Fugend warm empfohlen werden kann. , _ ~ . — Ludwig Finckh, Die Reise nach Trrpstrrlst Roman. Verlag von Albert Langen in Abünchen. Ludwig Finckhs stille, feine Art hat ihm sogleich bei feinem Auftreten einen großen Kreis von Freunden und Verehrern geschaffen, und dre herzliche Aufnahme seiner früheren Bücher, insbesondere des „Rosendoktor , wird wohl auch seinem neuen Roman zuteil werden. Der lungS Held des Romans macht sich auf, um nach Tripstrill zu wandern, das für ihn im Kaukasus liegt, in dem sich vor vrelen, vielen Jahren biedere Schwarzwälder, Vorfahren seines Stammes, niedergelassen und wohlhabend geworden sind. Und das ist ja dr« Hauptfach', denn — er läßt ein Mädel" im 'Dorf, das er heiraten möchte. Und wenn der Bursch auch nicht in den Kaukasus kommt,- so gelangt er doch bis an den Bodensee und nach Algerien; und dort hat er mit einem treuen Fahrtgenossen wirklich materielles' Glück. Das Liebesweh, das ihn in wette Fremde getrieben hatte, verwandelt sich ins bessere Gegenteil, und reich an Crfahrungeu, mit Erfolgen und einem hübschen Geldsack sieht ihn der Bodensee/ sieht ihn seine Liebe ivieder. Das Buch endet mit der Gründung einer eigenen aussichtsreichen Arbeitsstätte — und damit puch die Reise nach Tripstrill. , , . „, . — N eu« Künstler-St einzeichnun gen 1911. Wieder bringt der Teubnersche Verlag, der sich durch dre Herausgabe der nunmehr in den 10 Jahren des Bestehens der L-ammlung allbekannt und allbeliebt gewordener Mnstler-Stnnzeichnimgest schon ein großes Verdienst um die Ausschmückung der bürgerlichen Wohnung und damit um die Läuterung des ästhetischen Geschmacks erworben hat, eine stattliche Reihe neuer Bilder. Zum Teil sind es neue Namen, die hier auftreten, zum Teil auch alte Bekannte, wie „Hoch" und „Bendrat". — Nach dem Motto: „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen", scheinen zunächst di« Sujets zusammengestellt. ‘ Aber auf allen Blättern finden wir mit herziger Freude die sorgfältige Abstimmung der Farben, den feinsinnigen Zusammenschluß aller Momente zu einer den Railm, den sie schmücken sollen, beherrschenden Gesamtfttmniung. Mag uns nun Bolkertdie Reize eines sonnenbeschienenen B erges- Hanges oder H o ch die freundliche Klarheit eines M a t mjo r - gens in Oberbayern — mag uns Bauer das prächtige Lenchteii der Ab end s o n neb e st r ahlu ng oder Rveg g e den sanften Zauber des Abendfriedens vorsühren: immer losen sie int Beschauer Empfindungen aus, inniger und sinniger Att. wn der neuen Bilderreihe tritt vor allem auch das Lanchchastlichs stark hervor. Da führt uns Liebermann die altersgrau^ Rheinbrücke bei Laufen vor, Preutzel lehrt uns die bäuerliche Idylle des SchwabenlandeS belauschen und führt uns auch am Neckar entlang; Beckert zeigt die Franenkirchej zu Dresden in winterlichem Gewände und den Zwinger int Schmuck seiner leuchtenden Patina, Bendrat endlich zeichnet das finster ttotzige Krahntor zu Danzig, den Beugen alter Macht und Pracht. Gleichzeitig veröffentlicht der Verlag einen neuen mit ca. 200 meist mehrfarbigen Bildern geschmückten Katalog.- Charade. (Zwei Silbei'.paare). Die Ersten sind ein enger Raum, Wir träumten d'rin den längsten Traum, Bis manche Wochen uns verrauschten Und wir der Mutter Zweiten lauschten. Bist du in Sorgen dann und wann Und klopit der Geldbrieiträger an, So kommt er dir an solchen Tagen Wie sämtliche vier Silben sagen. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Quell, Duell. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießen.