1911 - Nr. 191 WM^-7 I!WM ... B Roman von W. Collins, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Er traf sofort seine Vorbereitungen, um mit dem Besitzer der Irrenanstalt in London zusamenzutreffen und rhn an den Ort zu führen, wo sich seine weggelaufene Patientin befinde; in dem Glauben, daß die Folge hiervon, wie sie auch immer enden möge, die sein würde, dich in endlose gerichtliche Streitigkeiten und Schwierigkeiten zu verwickeln, und es dir so unmöglich zu machen, deine Angriffe gegen ihn zu richten. Dies war sein Zweck, wie er mir selbst bekannte. Das einzige, was ihm im letzten Augenblicke zögern ließ — Nun? Es ist hart, es eingestehen zu müssen, Walter — und doch muß es sein! I ch war der Gegenstand seiner Rücksicht. Er erklärte, daß in dem Augenblicke, wo er dem Irrenärzte das Haus zeigte, er meines Jammers gedachte, wenn ich von Laura.getrennt würde, und daraufhin den Arzt wegschickte. — Jedenfalls ist es gewiß, daß ich den Mann ihn verlassen sah, ohne ein einziges Mal nach unseren Fenstern oder auch nur nach unserer Straßenseite hinüberzublicken. Ich glaube es wohl, Marianne. Die besten Menschen sind im guten nicht konsequent, — wie sollten es da die Schlimmsten im Bösen sein? Zu gleicher Zeit aber habe ich ihn im Verdacht, dich bloß mit etwas erschreckt zu haben, was er in Wirklichkeit gar nicht ausführen kann. Ich bezweifle, daß er imstande ist, uns jetzt, da Sir Per- cival tot und Mrs. Catherick frei von allem Zwange ist, durch den Besitzer der Irrenanstalt Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten zu bereiten. Doch laß mich werter hören. Was sagte der Gras von mir? Er sprach von dir zuletzt. Seine Augen wurden klarer und härter, und sein Wesen, wie es mir früher oft erschienen war, veränderte sich in jene Mischung erbarmungsloser Entschlossenheit und theatralischen Hohnes, durch den er so unergründlich wird. „Warnen Sie Mr. Hartright!" sagte er mit seiner hochtrabenden Miene. „Er hat es mit einem Manne von Klugheit zu tun, einem Manne, her den Gesetzen und Gebräuchen der Gesellschaft nut fernen großen dicken Fingern ein Schnippchen schlägt, falls er sich mit mir messen will. Hätte mein armer verstorbener Freund meinen Rat .angehört, so wäre die Leichenschau mit Mr. Hartrights Körper vorgenommen worden. Aber mein armer verstorbener Freund war halsstarrig. Sehen Sie! Ich betraure seinen Verlust — im Innern meiner Seele und auswendig auf meinem Hute. Dieser unbe- deutende Flor drückt Gefühle ans, die ich Mr. Hartright W achten «nffordere. Sie Wunen sich in unermeßliche Feindseligkeiten verändern, falls er sie zu stören ivagt. Sei er zufrieden mit dem, was er erlangt hat — mit dem) was ich ihm und Ihnen um Ihretwillen ungestört lassen will. Sagen Sie ihm (mit meiner Empfehlung), daß, falls er mich anrührt, er es mit Fosco zu tun haben wird." Nun eilte ich zu Laura zurück. Ehe ich noch wieder im Hause anlangte, war ich schon zu dem Entschlüsse gekommen, daß wir fort müßten. Wie kamst du auf den Gedanken, hierher zu ziehen? Durch meine Unkenntnis anderer Teile von London. Ich fühlte die Notwendigkeit, möglichst weit von unserer alten Wohnung fortzugehen; und ich kannte Fulham etwas, weil ich hier früher einmal in Pension war. Ich schickte in der Hoffnung, daß diese Pension noch existierte, einest Bot-m an ihre Besitzerin ab. Die Schule existierte, jedoch unter der Leitung der Töchter meiner alten Lehrerin, welche indessen, nach dem in meinem Briefe ausgesprochenen Wunsche, dieses Logis für mich mieteten. Es war gerade vor Abgang der Post, als der Bote mit der Adresse des Hauses zurückkam. Wir zogen nach dem Dunkelwerden fort — und langten ganz unbeinerkt hier an. Habe ich recht getan, Walter? Habe ich dein Vertrauen auf mich gerechtfertigt? Ich antwortete ihr mit der Wärme und Dankbarkeit, die ich in Wirttichkeit fühlte. Aber der sorgenvolle Ausdruck verließ ihr Gesicht noch immer nicht, während ich sprach, und ihre erste Frage, nachdem ich geendet, bezog sich auf Graf Fosco. 1 Ich sah, daß sie jetzt in veränderter Weise an ihn dachte. Ihre Ueberzeugung, daß jenes Mannes hassenswerte Bewunderung für sie wirklich aufrichtig war, schien um das Hundertfache ihren Argwohn seiner unergründlichen Hinterlist und ihre tiefgewurzelte Furcht vor der boshaften Energie und Wachsamkeit all seiner Fähigkeiten vermehrt zu haben. 'Ihre Stimme wurde leiser, ihr Wesen zögernd, und ihre Augen lasen mit einer eifrigen Angst in den meinigen, als sie mich frug, was ich über feinen Auftrag an mich denke, und was ich demnächst zu tun beabsichtige. . Ich bin nicht so unbesonnen, mich mit einem Manne tote Graf Fosco messen zu wollen, antwortete ich, ehe ich nicht wohl aus ihn vorbereitet bin. Ich habe Geduld gelernt; ich kann warten. Wir wollen ihn glauben lassen, daß ferne Botschaft an mich ihre Wirkung gehabt; wollen ihn nichts von uns hören oder erfahren lassen; wir wollen ihm volle Zeit geben, sich sicher zu fühlen — und ferst eigener prahlerischer Charakter wird, wenn rch mrch nicht sehr in ihm getäuscht habe, den Erfolg beschleunigen. Dies ist ein Grund, zu warten; aber ich- habe noch einen wichtigeren. Meine Stellung, Marianne, dir und Laura gegenüber, muß noch fester sein als sie jetzt ist, ehe ich unser« letzte Chance versuche. — Sie beugte sich mit einem Blicke der UeberrMtMg ist mfc herüber ■ 762 haben. (Fortsetzung folgt.) *) Eine Weltreise mit Sven Hedirr —■ das ist das Neueste auf dem Büchermarkt. Der berühmte Forscher hat ein Volks- und Jugendbuch unter dem Titel „Bon Pol zu Pol" geschrieben, das soeben bei Brockhaius in Leipzig erscheint, und dem wir das obige Kapitel entnehmeir. Alexander der Große. Von Sven Hedin.*) Im Juli des Jahres 325 vor Christi Geburt fuhr Alexander der Große, König von Mazedonien, mit einer Flotte neuerbauter! Schisse den Indus hinunter Md landete in der Stadt Pattalax Wie kann sie fester werden? frug sie. Das will ich dir sagen, wenn die Zeit kommt, enttz tzegnete ich. Bis jetzt ist sie noch nicht gekommen, und vielleicht kommt sie niemals. Ich mag vielleicht zu Laura auf immer darüber schweigen, und selbst zu dir muß ich jetzt noch schweigen, bis ich sehe, daß ich rechtschasfener- und redlicherweise sprechen kann. Doch wollen wir den Gegenstand fallen lassen. Ein anderer hat noch dringenderes Recht an unsere Beachtung. Du hast Laura — hast sie mitleidsvoll über ihres Mannes Tod in Unwissenheit gelassen —? O Walter, muß sie es nicht noch lange bleiben? Nein, Marianne. Es wird besser sein, daß du es ihr jetzt sagst, als daß der Zufall, gegen den uns zu verwahren uns unmöglich ist, es ihr später verriete. Verschone sie mit den Einzelheiten — bereite sie sehr sorgfältig darauf vor — aber sage ihr, daß er tot ist. Du hast außer dem Grunde, den du angibst, noch einen, der dich wünschen läßt, sie von dem Tode ihres Mannes zu unterrichten, Walter? Ja, erklärte ich. Einen Grund, der mit dem Gegenstände in Verbindung steht, dessen wir noch nicht weiter erwähnen wollen? — dessen vielleicht zu Laura niemals erwähnt werden soll? Sie sagte diese letzten .Worte mit bedeutungsvollem Ausdrucke, und mit einem ebensolchen gab ich ihr die bejahende Antwort. Sie erbleichte — und schaute mich eine Weile mit einer traurigen, zögernden Teilnahme an. Eine ungewohnte Zärtlichkeit zitterte in ihren dunklen Augen und verlieh ihren festen Lippen einen weicheren Ausdruck, als sie zur Seite auf den leeren Sessel blickte, in welchem die geliebte Gefährtm all unserer Freuden und Schmerzen geiesseu baue. Ich glaube, ich verstehe dich, sagte sie. Ich glaube, ich bin es dir und ihr schuldig, ihr den Tod ihres Mannes mitzuteilen, Walter. Sie seufzte uud hielt einen Augenblick meine Hand fest in der ihrigen — dann ließ sie sie plötzlich sinken und! verließ das Zimmer. Am folgenden Tage wußte Laura, daß sein Tod sie freigegeben, und daß der Irrtum und das Unglück ihres Lebens mit ihm begraben seien. XVI. Sir Percivals Name wurde unter uns nicht mehr erwähnt. Und ebenso gewissenhaft enthielten Marianne und ich uns jeder Erwähnung jenes anderen Gegenstandes, dessen wir fürs erste nicht wieder zu gedenken übereingekommen waren. Er war oeshalb uns nicht weniger g genwärtig — er wurde im Gegenteil durch die Zurückhaltung, die wir uns auferlegt, noch lebendiger erhalten. Wir beobachteten beide Laura aufmerkfamer denn je; einmal wartend und hoffend, dann wieder wartend uno fürchtend — bis die Zeit käme. Allmählich kehrten wir wieder zu unserer gewohnten Lebensweise zurück. Ich nahm die tägliche Arbeit wieder auf, welche ich durch meine Mwesenheit in Hampshire unterbrochen hatte. Unsere neue Wohnung kostete mehr als die kleinere und weniger bequeme, welche wir verlassen hatten; und die Notwendigkeit verdoppelter Anstrengungen wurde noch durch das Zweifelhafte unserer ferneren Aussichten vermehrt. Ich mußte mich nun nach einer einträglichen Beschäftigung umsehen. Man denke nicht, daß ich in dem Zwischenräume von Ruhe und Zurückgezogenheit, von welchem ich jetzt schreibe, ganz und gar die Verfolgung des einen Zweckes aufgab, mit dem alle meine Gedanken und Absichten in diesen Blättern verknüpft sind. Dieser Zweck ließ während vieler Monate nicht nach in seinen Forderungen an mich. Sein langsames Reifen ließ mir noch immer Zeit, eine Vor- sichlsniaßregel zu treffen und eine zweifelhafte Frage zu lösen. Die Vorsichtsmaßregel bezog sich natürlich auf den Grafen Fosco. Es war von der größten Wichtigkeit, womöglich. zu erfahren, ob seine Pläne ihn nötigten, in England — oder mit anderen Worten innerhalb meines Bereiches — zu bleiben. Es gelang mir durch sehr einfache Wittel, diefen Zweifel zu lösen. Da mir seine Adresse in St Johns Wood bekannt war, stellte ich in der Nachbar- fchi'.ft meine Nachfragen an; und als ich ausfindig gemacht, welcher Hausagent über das möblierte Haus zu verfügen hatte, in dem der Graf wohnte, frug ich ihn, ob Numero 5, Forest Road, bald zu vermieten sein werde. Die Antwort toax eine verneinende. Man unterrichtete mich, daß der fremde Herr, welcher es bewohnte, seinen Kontrakt auf sechs Monate erneuert habe und bis Ende Juni nächsten Jahres dort wohnen bleiben werde. Wir waren jetzt erst im Anfänge des Monat Dezember. Ich verließ den Agenten mit beruhigtem Gemüte, daß mir der Graf wenigstens fürs erste nicht entwischen weroe. Die zweifelhafte Frage war die nach dem Vater Anna Cathericks. Eine Menge kleiner Betrachtungen in Verbindung mit diesem Gegenstände hatten mich neuerdings zu einer Mutmaßung geführt, die ich zu bestätigen beschloß. Ich erhielt Erlaubnis von Mariannen, an Major Donthore auf Varneck Hall zu "schreiben (in dessen Hause Mrs. Cathcrick einige Jahre vor ihrer Verheiratung gedient hakte), nm gewisse Fragen an ihn zu tun. Ich tat dies in Mariannens' Namen und entschuldigte mein Ersuchen dadurch, daß die Sache für gewisse persönliche Interessen der Familie von Wichtigkeit sei. Nach Verlauf von zwei Tagen kam in der Gestalt eines Briefes der Beweis, daß der Major lebte und bereit war uns zu helfen. Der Gedanke, welcher meinen Brief an ihn diktiert, und die Beschaffenheit meiner Fragen wird leicht ans seiner Antwort entnommen werden können. Sie enthielt folgende wichtige Tatsachen: Erstens war „der verstorbene Sir Percival Glyde von Blackwater Park" in seinem Leben mit keinem Fuß in Varneck Hall gewesen. Er war dem Major Donthorne und seiner aanzen Familie persönlich Dolifomu.cn imbcfomit qciveien. Zweitens war „der verstorbene Mir. Philipp Fairlie von Limmeridge House" in seinen jüngeren Tagen Major Donthornes vertrauter Freund und häufiger Gast gewesen. Nachdem er sein Gedächtnis dadurch aufgefrischt, daß er in alten Briefen und Papieren nachgesehen, konnte Miajor Donthorne mit 'Gewißheit sagen, daß Mr. Philipp Fairlie ihn im Monat August 1823 in Varneck Hall besucht hatte und während der "Monate September und Oitober dort zur Jagd geblieben war. Er reifte dann von dort, soviel der Major sich erinnerte, nach Schottland und kehrte erst nach geraumer Zeit, und zwar in der veränderten Eigenschaft eines Neuvermählten, nach Varneck Hall zurück. An sich selbst war diese Mitteilung vielleicht von geringem positivem Werte — aber in Verbindung mit gewissen Tatsachen, die sowohl Mariannen wie mir als vollkommen richtig bekannt waren — führte sie zu einem Schlüsse, der für uns augenfällig war. Nachdem uns jetzt bekannt geworden, daß Mr. Philipp Fairlie im Herbste " des Jahres 1828 sich als Gast in Varneck Hall aufgehalten, wo zur selben Zeit Mrs. Ca- therick im Dienste gewesen, wußten wir außerdem: — erstens, daß Anna Catherick im Juni 1827 geboren war; zweitens, daß sie stets eine ganz auffallende persönliche Aehnlichkeit mit Laura gehabt; und drittens, daß Laura selbst ein genaues Ebenbild ihres Vaters gewesen. Mr. Philipp Fcnrlie war einer der für ihre Schönheit berühmten Männer seiner Zeit gewesen. Seinen Gemütsanlagen nach seinem Bruder Frederick vollkommen unähnlich, war er der verzogene Liebling der Gesellschaft, besonders aber der Frauen — ein gefälliger, warmherziger, liebenswürdiger Mann; großmütig bis zum Fehler, ohne befonders 'feste Grundsätze und bekannt als durchaus rücksichtslos in Bezug auf moralische Verbindlichkeiten gegen Frauen. "Dies waren die uns bekannten Facta und dies der Charakter des Mannes. Gewiß bedarf doch der hieraus sich ergebende klare Schluß keiner näheren Erllärung? Jetzt endlich — nach dieser Feststellung — durfte ich hoffen, vor der gespenftischen Frau in Weiß Ruhe zu 76» (Ein „weinkauf"-ttrieg. In Nr. 168 der „Gießener Familienblätter" vom 26. Oktober d. Js. bringt Herr Pfarrer Zinn in Herbstein eine interessante Arbeit ,Lur Geschichte des Weinbaues in Oberhessen". In den beiden letzten Absätzen seines Aufsatzes behandelt er auch den sogen. „Weinkauf": eine Abgabe vom Grund und Boden, die entrichtet werden mußte, wenn Grundstücke in andere Hände übergingen. Tie Abgabe betrug 5—10 Prozent des Verkaufs- Wertes. Ter Empfangsberechtigte war der Landesherr, damals der Reichsfreiherr v. Riedesel. Tiefes altadelige, reichsireiherrliche Geschlecht besaß und besitzt noch großen Grundbesitz in dem ehemaligen Kurhessen nnd in.der Großh. hessischen Provinz Oberhessen, von Lauterbach an südwärts bis in das sogen, blaue Ländchen nach Freiensteinau. Jenes Land heißt unter den dortigen Bewohnern „das Junkerland". , Wegen der Abgabe beim Ueberqang von Grundbesitz tit andere Hände kam es im Jahre 1754, also zwei Jahre vor dem siebenjährigen Kriege, zu einem Aufstand, der blutig niedergeschlagen werden mußte. Die erste Ursache war, daß der Riedesel sche Jagdhüter Harmeß den Schäfer in Hopfmannsfeld niedergeschossen hatte. Nicht unnwglich war es, daß der Schäfer cm wenig wilderte, daß er das Hasenknüppelen und Schlingenstellen, das Rehkitzgreifen verstand. Dazu ckam das exekutornche Eintreibeu des „Herren-W eiukaufs", worüber eine kurze.Erklärung hier folgen mag. Wenn ein Riedesel'scher Untertan fern Gütchen verkaufte, oder wenn ein Vater bei Lebzeiten seine Grundstücke seinem Sohne, seiner Tochter oder einem Tritten übergab, oder wenn die Geschwister das Gut nach dem Tode ihrer Elterir an eins der Geschwister überließen, so mußte jedesmal von dem Uebernehmer der 10te Pfennig an die Herrschaft als Abgabe entrichtet werden. Das Geld konnte auch zunr Ankauf von Wein Verwendung finden, der aber von der Herrschaft bezogen werden mußte, daher der Name „Herren-Weinkauf". In der Regel wurde der Wein durch Zitsatz von Honig, Zucker u. dgl. mund- Btt, hto sich die Deltaarm« ves Flusses voneiwander trennen. Er fand die Stadt verlassen, denn die Einwohner waren ins Inne« des Landes entflohen. Alexander schickte ihnen leichte Truppen nach und ließ ihnen sagen, daß sie in Frieden in ihre Häuser und Hütten zurückkehren könnten. Bei der Stadt wurden eine Festung Nnd mehrere Schiffswerften erbaut. König Alexander hatte große Pläne. Als Zwanzigjähriger hatte er die Herrschaft über das kleine Mazedonien angetreten Nnd nicht nur die Völker Thraziens, sondern auch Illyrien undj ganz Griechenland unterworfen. Er hatte seine Heeresmassen über den Hellespont geführt, die Perser geschlagen und die kleinasiatischen Reiche Lyzien, Kappadozien und Phrygien besiegt und mit einem Schwerthieb den gordischen Knoten zerteilt, das Sinnbild der Herrschaft über Asien. Bei SffitS, in der rechtwinkligen Bucht vor Cypern, besiegte er den persischen Großkönig 'Darius Kodomannus, der ihm mit seinem ganzen Heere entgegentrat. In Damaskus bemächtigte er sich des persischen Kronschatzes. Dann eroberte er Tyrus und Sidon, die berühmten Handelsstädte der Phönizier, und gründete an der Küste Aegyptens Alexandria, das noch heute nach 2240 Jahren eine blühende Stadt ist. 'Durch die Libysche Wüste zog er nach der Oase des Jupiter Ammon, wo die Priester ihm, nach alter Pharaonensitte, die Weihe eines Sohnes des Ammon verliehen. Dann aber zog er weiter ostwärts nach Asien, Werschritt den Euphrat, besiegte am Tigris noch einmal den Darius und eroberte das stolze Babylon und Susa, wo 150 Jahre vor ihm der Perserkönig Ahasverus (Xerxes), der über „127 Provinzen von Indien bis Kus" herrschte, seine Häuptlinge zu einem Gastmahl geladen und ihnen „den herrlichen Reichtum seiner Macht und- dre köstliche Pracht seiner Größe" gezeigt hatte. Und dann zog Alexander nach Persepolis und ließ den Palast des persischen Großkönigs einäschern, zum Zeichen, daß es nun mit der alten Herr- gift vorbei sei. Den Darius über Jspahan und Hamadan ver- ;end, wandte er sich weiter östlich nach Baktrien, dem heutigen ssisch-Zentralasien, und ging nordwärts nach dem Syr-darja iunb dem Lande der Skythen. Von hier zog er mit einem über 100000 Mann starken Heer südwärts, nach Indien, eroberte das ganze Tiefland des Pendschab und unterwarf sich alle Völker, die im Westen des Indus wohnen. Jetzt war er nach Patiala gelangt Uiid! gedachte nun der zahlreichen Siege, die er erkämpft, und der weiten Länder, die er, erobert hatte. Ueberall hatte er Griechen und Mazedonier eingesetzt, die an der Seite der eingeborenen Fürsten und Satrapen das Regiment führen sollten. Aber dieses große Reich mußte zu fester Einheit zusammengesügt werden, und Babylon sollte seine Hauptstadt sein. Rur im Westen war noch eine ungeheure Lücke auszufüllen, die Wüstengegenden, die wir eben auf dem Wege von Teheran über die Oase Tebbes durch Sei'stan nach Belutschistan durchwanderö haben. Um die hier wohnenden Bölter zu unterwerfen, schickte er einen Teil des Heeres auf einer nördlicheren Straße über Seistan nach Nordpersien. 12 000 Mann aber sollten auf neugebauten Schiffen an der Küste des Indisch-arabischen Meeres entlang durch die Meerenge von Hormns und den Persischen Golf bis zur Euphratmündung segeln und rudern. Kein Grieche hatte bis dahin diese Meere befahren. Und mit den Schiffen jener Zeit bei völliger! Unkenntnis der Küsten war dies Unternehmen auch ein gefährliches Wagnis. Aber es mußte versucht werden, denn Mexander wollte sich zwischen der Mündung des Euphrat und der des Indus einen Seeweg sichern, der den westlichen Teil des Reiches mit dem östlichen verband. Um die Flotte mit Lebensrnitteln und Trinkwasser versehen zu können, entschied er selber sich für den gefährlichen Wüstenweg längs der Küste. Von seinen 40000 Kriegern Wer, die ihn auf diesem Marsch begleiteten, starben 30 000 vor Durst! Ter Großadmiral Nearchus aus Kreta führte Mexanders Auftrag in glänzendster Weise aus, und seine Fahrt ist eine der merkwürdigsten Reisen, die je gemacht wurden. Die von ihm «rufgenommenen Seekarten sind so genau und zuverlässig, daß man sie noch heute benutzen kann, obwohl sich die Mste seit jener Zeit an mehreren Stellen verändert hat, stärker versandet und seichter geworden ist. _ . v , Aber Mexander wollte ferne Flottt mcht zu dieser waghalsigen Fahrt auslausen lassen, ehe er sich selbst von der Befahrbarkeit der Jndusmündung und dem Aussehen des großen Weltmeeres überzeugt hatte. 'Daher fuhr er mit den schnellsten Schiffen der Flotte, Dreißigrnderern und kleinen Trirernen, die von 150 nackten Ruderknechten in drei Bankreihen übereinander mit langen Rudern durch die Oeffnungen im Schisfsrumpf hindurch fortbewegt wurden, den westlichen Jndusarm hinunter, während Truppen am Ufer entlang zogen, um die Schiffe zu decken. Mitten im Sommer, wenn der Indus seinen höchsten Wafser- stand erreicht nnd die Ufer meilenweit Werschwemmt hat, zwischen den Sand- und Schlammbänken ohne Lotsen durchzurudern, ist keine Vergnügungsfahrt. Am zweiten Tag schon erhob sich ein heftiger Südsturm, und der tückische Seegang in den Wasserwirbeln des Stromes beschädigte mehrere Fahrzeuge und brachte einige zum Kentern Mexander ging daher an Land, um einige Fischer aufzutreiben, die ihm als Lotsen dienen sollten, und nun ging es weiter stromabwärts. Der Fluß wurde immer breiter und breiter, tztüd immer deutlicher verspürte man die frische Brise vom Meere her. Der WiiÄ totale stärker, der Südostmonsun hatte seine« Höhepunkt erreicht. Das grautrübe Flußwasser schlug immer höhere Wellen, das Rudern wurde immer schwerer, da die Ruder! bald nicht ins Wasser hineinreichten, bald zu tief eintauchten. Man wußte damals noch nichts von Ebbe und Flut. Bald schien es, als ob der Fluß vom Meere zurückkehre, und die Lotsen rieten dem König, in einem Kanalarm Schutz zu suchen, wo die Schiffe aufs Land gezogen wurden. Nun trat die Ebbe ein, und das Wasser sank, als ob es vom Meere aufgesogen würde. Die Boote lagen auf dem Trocknen, und manche sanken tief in den Schlamm ein. Alexander und seine Leute waren ratlos, denn sie konnten weder vor noch zurück. Ms sie aber mit dem Flottmachen der Schiffe beschäftigt waren, kam die Flut vom Meere wieder und nahm sie auf ihren Rücken. Nachdem man nun die regelmäßige Wiederkehr von Ebbe' und Flut beobachtet hatte, ließen sich deren Gefahren vermeiden, und Mexanders Flotte kam schließlich zu einer Insel, die süßes Wasser in Hülle und Fülle hatte. Von hier aus sah er die schäumende, donnernde Brandung an der äußersten Jndusmündung und oberhalb der rollenden Wstenwellen den hohen, gleichmäßigen Horizont! . des Ozeans. Und als er sich nun überzeugt hatte, daß auch von den obersten Bankreihen der Triremen nichts anderes mehr als Himmel und Wasser zu erblicken war, da opferte er dem Gott des Meeres, Poseidon, den Nereiden und der silberfüßigen Meeresgöttin Thetis, der Mutter seines Stammvaters Achilleus, und bah die Götter um Schutz für die weitere Fahrt nach dem Euphrat; Und als er das Gebet beendet hatte, warf er einen golbenot Becher in die Flut. In einem weißen Mantel, einen goldenen Gürtel um die Lenden und ein turbanartiges Tuch um die kastanienbraunen Locken, stand der dreißigjährige König der Mazedonier hoch aufgerichtet und schlank am Achtersteven der Trireme und schaute auf das herrliche Meer hinaus, das er mit derselben Entschlossenheit zu besiegen gedachte, wie er bisher drei Weltteile unterworfen hatte! Er atmete den kühlen, salzigen Monsun und dachte wohl an die endlosen! Heerstraßen der Wüste, wo erstickender Staub Pferde und Transportwagen umwirbelt. Er war.der mächtigste Herrscher der Erde und sich seiner Machtfülle wohl bewußt. Aber schwerlich ahnte er, daß sein Name noch nach mehr als 2000 Jahren bei den Kindern später Zeiten fortleben würde. Es gibt Städte in Aegypten, Wüsten in Persien und Bergketten und Seen in Zentralasien, die noch heute Mexanders Namen tragen! Drei Jahre später, 323 v. Ehr., starb er in Babylon, chist dreiunddreißig Jahre alt. Sein weltumspannender Heereszug aber verbreitete in ganz Asien griechische Bildung. Daher verlöschte sein tatenreiches Leben nicht spurlos wie ein Meteor in der Nacht der Zeiten. Heute, wo verständige Leute sich die dicken Röcke bis unters Kinn zuknöpfen und auf Friedenskongressen kluge Reden halten, dürften Knaben und Jünglinge gut tun, sich gelegentlich einmal der ritterlichen, sonnigen Zeit zu erinnern, als noch die Schwerthiebe der Mazedonier auf die Köpfe und Schilde der Feinde niedersau sten, der Ruf der Sieger ein Echo in Asiens Tälern weckte und junge Krieger sich einen Weg durch den heißen Sand der Wüste bahnten. ____________ 764 gerecht gemacht. Diese Abgabe bestand in Hessen, Hannover, Bayern nnd anderen Ländern, weil der Landesherr der Ober- rigentümer war. In der Fveiherrnschaft Riedesel war die Abgabe mäßig, weil die Bauern ihre Grundstücke selbst taxieren dursten. Tast die Abschätzung möglichst niedrig aussiel, war verzeihlich. Trotzdem konnten unerträglick>e Lasten entstehen, wenn schnelle Uebergänge wegen Todesfälle vom Vater aus den Sohn, den Enkel, oder Seitenverwandte vorkamen. Erwägt man, daß das Geld damals sehr rar, daß keine Gelegenheit zu Nebenverdiensten gegeben war, so ist begreiflich, daß der „Herren- Weinkauf" zu .einer sehr drückenden Last werden konnte. — Um das Jahr 1750 wurden die Zahlungspflichtigen halsstarrig, sie rückten nicht mehr heraus. Der Riedesel'sche Beilreibungsbeamte konnte keine Zahlungen mehr eintreiben. Drohungen waren ebenso erfolglos als gute Worte. So vergingen zwei Jahre. Da wandte sich Freiherr von Riedesel an den Landgrafen Ludwig VIII. in Darmstadt und bat um ein Pikett Soldaten, die den halsstarrigen Steuerverweigern Respekt ein- flößen sollten. Es wurde auch ein kleiner Trupp Musketiere von Gießen nach Engelrodt gesandt, wo der Riedesel'sche Gesamt-, schultheiß Habicht seinen Wohnsitz hatte. Habicht war ein gerechter und ivohlwotlender Beamter, der das Interesse der Herrschaft wahrte, aber die Zahlungspflichtigen nicht drückte. Di« wenigm Musketiere aus Gießen gaben einige blinde Schüsse ab und zogen unverrichteter Sache .wieder nach Hause. Diese halbe oder Viertelsmaßregel bewirkte genau daS Gegenteil davon, was beabsichtigt war, nämlich die Bauern wurden jetzt erst recht halsstarrig und übermütig: sie verspotteten die herrschaftlichen Beitreibungsbeamten. Da nahte das Verhängnis ! Es war in der ersten November- Woche des Jahres 1754. Von allen Seiten strömten eigenartig bewaffnete Bauersleute nach Engelrod: sie trugen gradgebogene Sensen, Aexte, Beile, rostige Feuerschloßflinten, Säbel, Heugabeln, Säcke mit Kieselsteinen, zum werfen geeignet, mit sich. Die Weiber, Knechte und Mägde in Engelrod füllten Kessel mit Wasser und brachten es zum Kochen — und das alles geschah, tat den Feind, der von Gießen heranmarschierte, zurückzuschlagen. Der westliche Eingang des Dorfes Engelrod war von Bürgermeister Frank aus Eichenrod, der einer von den Haupträdelsführern war, stark besetzt worden. Frank feuerte seine Leute an und wies "die Ermahnungen des Schultheißen Habicht: die Leute möchten anseiuandergehen und es nicht zum Aeußersten " kommen lassen, schroff zurück. Gegen Mittag kam ein Engelröder Reiter von Ulrichstein, her gesprengt, der die Nachricht brachte: „Sie kommen!" wobei er ein rotes Tuch schwang. Da rutschte manchem Leonidas das Herz in die Hosen. Bürgermeister Frank feuerte seine Leute von Neuem an und wies darauf hin, daß die Soldaten int vorigen Jahre beim ersten Versuche in die Luft geschossen und unverrichteter Sache labmaschiert seien. An der Wegkrüm'müng vor Engelrod erschien jetzt die Spitze des Regiments, das von Oberst Stutzert kommandiert wurde. Nachdem das Regiment herangerückt war, sandte der Oberst, der sah, daß der Eingang des Dorfes von den bewaffneten Bauern besetzt ivar, einen Parlamentär mit weißer Flagge und einen Trontpeter ab und ließ die Leute auffordern, den Platz zu räumen. Die Bauern antworteten Mit Gröhlen, Pfeifen und Schreien, worauf der Parlamentär zurückmarschierte und seinen Mißerfolg Meldete. Alsbald gab der Oberst den Befehl: Ich halte mit der ersten Kolr uc hier, die zweite besetzt die Dorfmühle, die dritte den Friedhof, die vierte das Pfarrhaus, die fünfte den Kälberberg. Die erste Salve wird in die Luft geschossen. Ziehen sich die Aufwiegler nicht zurück, so wird scharf geschossen. Eine Rakete gibt das Zeichen zum Angriff." Die Offiziere traten ab, in kurzer Zeit war das Dorf nmzingelt. Jetzt, nachdem alle Meldungen eingetroffen waren, sauste eine Rakete über das Dorf hin; der Oberst kommandierte Feuer! Eine Salve krachte und Schlag auf Schlag folgten diejenigen der vier anderen Abteilungen. Ms die Aufwiegler sahen, daß die Soldaten in die Luft geschossen und keinen Schaden angerichtet hatten, brachen sie in ein höhnisches Gelächter, Heulen, Pfeifen und Gröhlen aus; dann trat tiefe Stille ein. Die Soldaten luden ihre Gewehre von neuem und rückten näher an das Dorf heran. „Feuer!" kommandierte der Oberst. Tie Salve krachte und diejenigen der vier anderen Kolonnen folgten in kurzen Zwischenräumen. Da entstand ein schreckliches Jammern, Schreien und Stöhnen. 15 Tote, 26 Schwerverwundete und 50—60 Leichtverwundete, im Ganzen 90 bis 100 Mann Kampfunfähige, deckten die Walstatt. Wahrscheinlich waren es mehr, denn viele Leichtverwundet« flüchteten und verbissen ihre Schmerzen, um nicht angezeigt zu werden. Der Bürgermeister erschien mit einer weißen Fahne Nnd bat um Gnade und Schonung für das Dorf. „Sind Eure Krawaller jetzt zahm Nnd gehorsam geworden?" fragte der Oberst. „Ja Herr Oberster!" antworte?« das Torfoberhaupt, „ste Wollen alles tun, nur laßt nicht mehr schießen." — Tas Militär biwakierte und schloß einen dichten Kreis um das Dorf. Bereitwillig brachten die Leute Nahrungsmittel, Holz und Strotz für das Militär, der Oberst quartierte sich beim Pfarrer ein. Viele Gerüchte gingen im Dorfe um: der zehnte Mann soll erschossen werden, hieß es und noch vieles andere, weil die Bauern seit vier Jahren hartnäckig und widerspenstig waren. Am folgenden Morgen marschierte das Regiment nach Gießen zurück. Bürgermeister Frank und Henrich Schaaf, nebst acht anderen Männern wurden mit nach Gießen genommen, wo fte verhört und ab geurteilt wurden. Dort saßen di« Leute monatelang im Gefängnis und — einer suchte die Schuld auf den anderen abzuwälzen. Der Prozeß dauerte jahrelang,' der Landesherr, Freihent von Riedesel gewann ihn. Trotzdem behandelte er die Aufwiegler milde; ja .er unterstützte sie noch, als in einem d« folgenden Jahre Mißwachs eintrat. Diejenigen Dörfer, die sich an dem Aufruhr nicht beteiligten, wurden besonders berücksichtigt: sie brauchten nur einen ganz geringen Betrag zu entrichten, wenn durch Besitzwechsel der „Herren-Weinkauf" fällig wurde. Nachdem der Eroberer Bonaparte im ersten Dezenium des 19. Jahrhunderts der Kleinstaaterei in Deutschland ein End« gemacht hatte, kam die Reichsfreiherrnschaft Riedesel unter daS Großherzogtum Hessen zu stehen. Durch die großen Ablösungsgesetze in den 30er Jahren wurden alle Grundlasten in Geldbeträge umgewandelt, die durch eine sehr mäßige Grundrenten» zahlung in 40 Jahren getilgt werden konnten. Dann war der Bauer ein freier Herr auf seinem eigenen Grund und Bo dem vorausgesetzt, daß er nicht etwa eine Hypothek darauf errichten liefe. Aus der Münchener „Jugend". Der alte Medizinalrat ist ein tüchtiger, aber saugrober Arzt. Er ist auch Hausarzt bei Regierungsrats, wo eine überängstlich« Mutter dauernd über das Wohl ihres verzärtelten Sproßlings wacht. Eines Tages kommt die Frau Regierungsrat in die Sprechstunde: „O Gott, Herr Rat, Willychen ist so schrecklich erkältet, er hat einen fürchterlichen Schnupfen." — „Das ist ia bedauerlich," sagt der vielbeschäftigte Arzt, ,-aber ich habe absolrck keine Zeit!" — „Ja, aber was soll ich bloß tun, wenn das Kind fortwährend niest?" — 'Da sagt der Doktor: „Dann sagen Sie „Prost", .gnädige Frau!" * Aus dem fernen Osten. Unteroffizier Pollak erteilt Unterricht und fragt den Musketier Katschmarek, was er zu tun hat, weml er als Posten einen Wann in der Nähe des Pulver- Hauses rauchen sieht. Katschmarek: „Ich sage ihm: „Nimm den Stummel aus der Fresse." — Unteroffizier: „Nein, du mußt viel höflicher sein und wirst sagen: „Nehmen Sie, bitte, ben Zigarrn aus dem Maul." Herr X geht mit Herrn P vvm Pferderennen nach Haus, wo Herr N wieder einmal beim Wetten eine größere Summ« verloren hat. „Merkwürdig," sagt X, „beim Kartenspiel gewinnst du immer und beim Rennen verlierst du immer," — „Kunststück," sagt D, „kann man Pferde mischen?" * Kirchgang. Ter Herr Hauptmann sieht seine Kerls in der Kirche schlafen. Während des Ausgehappels fährt er di« Leute an: „Wenn euch die Predigt schon zu langweilig ist, dan« schlaft wenigstens nicht, sondern übt euch int Entfernung schätze« von eurem Platz bis zur Kanzel!" * Ein zielbewußter Anarchist. >,Was Machen Sie den» eigentlich den gaiyen Tag im Cafe?" — ,„Jch entziehe der bürgerlichen Gesellschaft meine Arbeitskraft!" Der Fabrikbesitzer. ..Neapel haben Sie auf Ihrer italienischen Reise auch besucht, Herr Äßhauer? Was sagen Sie Mm Vesuv?!" — „Sv 'n Schwindel mein Fabriksckwrnsteü» raucht viel doller!" Logogriph. Bin zwar geschwätzig mit „Q", doch spend' ich dir kühle Erquickung Wortlos und furchtbar mit „D" brachte ich Manchem den Tod. Auflösung in nächster Nummer, Auflösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1. Sc5-d7f Kf8n.f7. 2. Dg4n.g6 K17 n. g 6. 3. 8 d 7 — e 5 f Kg6 -h6. 4. Kg2-h3 Beliebig 5. Bauer g 3 macht Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitats-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Liehe»