Samrtag den 6. Mal ii ™ Ms M tzrrjkloidr. No man von Georg Freiherrn von O mpte d 0, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich ging mit Maria. Langsam schritten wir durch den langen Gang des Hotels, dann stiegen wir Stufe um Stufe die Treppe hinauf. Auf dem Absatz blieb Mariw stehen, griff nach meiner Hand und sprach leise: — Ich habe solche Angst! Wovor denn, du Närrchen? ।__ rßpr {QCTJCfoi'bß. Ich lachte sie aus, doch ich fühlte Marias kleine Hand zittern, und ich scherzte: r y — Herzeloide ist wie alle anderen Menschen, wr besser, als die meisten. Aber nicht so wie meine kleine. Hebe, süße, einzige Maria. Ein dankbarer Blick belohnte mich. Nun standen wer vor der Tür. Maria flüsterte mir noch zu: — Aber du hilfst mir! Ich nickte. Ich klopfte. Maria sagte ängstlich r .— Du mußt dicht neben mir sitzen! Dann ging die Tür auf, und wir traten ein. Herze- loide stand mitten im Raum. Gegen das Licht erblickten wir nur eine dunkle Gestalt, und um den Kopf ward von der Blendung das leicht abstehende Blondhaar vergoldet, als trüge sie einen Heiligenschein. Die beiden Mädchen blieben einen Augenblick voreinander stehen. Herzelvidens Blick schien Maria durchdringen zu wollen, um zu erkennen, wer sie sei. Marias Augen ruhten auf dem lieben, armen Wesen, dessen Blässe noch von dem Unfall sprach. Aber eine Blutwelle färbte bald die Züge, wie auch Warm errötete über das ganze Gesicht bis tief in den Hals hinein. Dann, als mich schon der Zweifel überkam, was geschehen sollte, öffnete Herzeloide die Arme, trat auf Maria zu, und die beiden hielten sich umschlungen. Lange blieben sie so, iind als sie sich endlich losließen, ward ich eines seltsamen Schauspieles Zeuge: voreinander standen sie, sich bei beiden Händen haltend, Herzeloide blond, bleich, zitternde Tränen En deii Augen, Maria schwarz, mit strahlendien Augen und lachenden Wangen, versöhnt, beruhigt, die Siegerin. Wie ich die beiden Mädchen so sah, schoß e» mir tote ein Blitz in die Seele, ein jähes Ahnen, ja fast. Begreifen. Empfindungen kamen mir herauf aus vergange- uen Jahren, das Bewußtsein einer einstigen Schwärmerei für dieses blonde, nun langsam alternde Mädchen dort. Im Untergrund der Seele hatte es geschlafen, aufgeflammt war es, dann verdämmert, durch mangelnde Gelegenheit, durch Zufälle gänzlich verlöscht. Es hätte etwas werden können. Können aber war nichts gewordien. Oder doch: zur Liebe nicht gewachsen war es Kamerad-- schaft, Freundschaft geworden. Und mein schwankendes. morsches, totes, leeres, altes Herz stand heute iN sengen* den Flammen für eine andere. Sie aber, Herzeloide, hatte es anders empfuiiden. wußte ich nun in diesem Augenblick. Wie wir oft Mre. lang blind herumtappen im Verkehr mit Menschen und eine Sekunde bringt uns die Erleuchtung. Warum nicht früher? — Zufall, oder war unser Fassen noch nicht reif? Warum überhaupt? Was wissen wir davon? Genug, daß das Erkennen kam! Nun begriff ich auch die letzte Verstimmung, verstand, warum sie nur, dem einzigen aller Bekannten, damals die Todesanzeige, nicht geschickt hatte, im mädchenfeinen Zartgefühl, daß ich. Nicht aufNierlfam würde auf ihr Alleinstehen, damit es Nicht klänge wie em Ruf nach mir. Jetzt wußte ich, warum das arme Geschöpf vorhin vor mir zusammengebrochen war. , s Nun, ich, wir, wir beide, Mana und ich, sollten sss ihr vergelten. Ich trat zu meiner Braut, nahm ihre Hand und ergriff die Herzeloideus. Dann sagte ich: — Herzeloide, seien Sie gut gegen sie! Sie antwortete nicht, sie nickte nur langsam. Ich sprach zum zweiten Mal: — Maria, habe sie lieb. ___ ™ Meine Braut sah mich an, als habe fee nur solches Wort von mir erwartet. Sie versuchte Herzeloideus Hand pn die Lippen zu ziehen und sagte bewegt: — Ich habe Ihnen etwas abzubitten. j— Sie, Maria, mir? Ich. ... . ich bin eifersüchtig geweM . v -1 hZ Ja, ja^anf Sie, oh, so eifersüchtig! Ich haßte Sie.....ja, ich haßte Sie! , , . , „ Da begann Herzeloide zu lächeln, wahrend noch immer in ihren Äugen Tränen zitterten. Sie zog Maria an sich ^ud^Aufsmich Arme? Mer jetzt nicht mehr, Maria? Nein, jetzt nicht mehr. c K n r. Die Aeliere zog die Jüngere nieder aufs Sofa Und bat. i— Nennen Sie mich beim Namen. «. M »m -MM "'"Wd"lh'Lİid°, unb ihr Lächeln war LMückgekehrih last mit einem Jubel im Ton: Ich aber ging leise hinaus, während die beiden mit* einander sprachen, ohne aufzublicken. * Mein Urlaub ging zu Ende. Auch der Geheimrat mußts nach Berlin zurück. Wir wollten zusammen reisen. Die Trennung von meiner Braut lastete die letzten ^age auf mir und schon dachte ich daran, den Abschied zu uehmeu, doch mein Schwiegervater redete mir zu, nicht einen Schritt zu tun, der unwiderruflich und den ich möglicherweise 6t> reu an würde. Auch Maria schloß, sich chrem Vater am yjS 282 — Wußte, daß ihr an Berlin und daran, Offiziersdame zü fern, nichts lag. Hatte sie nicht ganz in der Einsamkeit leben wollen? Aber sie liebte mich eben. .Sie glaubte ihrem' Water, daß ein Weiterdienen besser für mich wäre, so unter- Drückte fie ihren eigenen Wunsch. , , Herzelvide war mit „ihren Kindern", wie sie dre Mädchen nannte, schon zweimal in Pernese bei uns gewesen, und wir alle hatten, sie in Menton« besucht. Sie kannte, wie herauskam, in ihrem Hotel keinen Menschen und war glücklich, Anschluß an uns zu finden. Außer dem einen Besuch 'von Monte Carlo hatte sie nichts von der Riviera gesehen. Sie konnte die kleinen Mädchen, die regelmäßig leben und in ihrem Unterricht nicht unterbrochen lverden sollten, nicht mitnehmen. Die Erzieherin mußte bei ihnen bleiben und allein wollte sie nicht „in der Welt herumstreichen". So waren wir mit ihr 'in Nizza gewesen, hatten hie Wahrt über die Route de la Corniche gemacht und einen Bootsausflug, bei der jedoch meine Schwiegermnrter zu Daus blieb, denn allein der Gedanke an Das Schwanken eines Schisses schlug ihr aus Den Wagen. Bei alledem war Herzelvide ivic eine liebe, alte Freundin mit meiner Braut. Zuerst fühlte ich mich befangen ihr gegenüber, aber keine Miene, kein Wort von ihr verriet, daß ich mit meiner sähen Vermutung recht gehabt hätte. Sie war immer die Gleiche, nie von einer Stimmung ergriffen, immer freundlich, herzlich. Sie tat Maria zuliebe, was sie ihr an den Augen absehen konnte. Höchstens in einem schien sie verändert: ich hatte das Gefühl, als wiche sie jedem Gespräch mit mir allein aus. Verließ Maria das Zimmer, so folgte sie ihr, als häufe sie das, lv-as sie etwa mir entzog, auf meine Braut. So war es uns denn auch nicht überraschend, daß- Herzelvide den Entschluß faßte, gleichfalls ins Hotel Pernese zu ziehen. Sie sagte: — Ich will Maria über die Trennung hinweghelfen! Am Morgen des Tages vor unserer Abreise kam Herze- loide an. Sie hatte Zimmer neben denen der Frau von Fryburg erhalten. Aber außer zu den Mahlzeiten war sie nicht sichtbar. Sie müsse „ihre Kinder" und sich erst etnrichten, hieß es. Als wir den letzten herrlichen Nachh mittag auf unserer Bank saßen, meinte Maria: — Herzelvide will uns nicht stören, deshalb hat fie auszupacken! Und sie sprach über ihr Zartgefühl. Sie lobte sie, sie schwärmte fast von Herzelvide. Sie meinte, außer ihrer Mutter kenne sie nicht eine Frau, mit der sie sich so gut verstünde. Ich fragte scherzend: . — Nun, Maria, bist du noch eifersüchtig? Sie gab strahlend zurück: «— Nein, und deinetwegen werde ich es auch niemals sein! Dann aber schwiegen wir, und nur unsere Seelen pflogen Zwiesprache miteinander. Mich überkam eine entsetzliche Traurigkeit, daß ich morgen Maria verlassen mußte. Immer und immer wieder dachte ich daran: „Du nimmst doch den Abschied. Du bringst es ja doch nicht viel weiter." Der Gedanke, meine Braut hier zurücklassen zu sollen, erschien mir fast unmöglich. Wir faßen Hand in Hand. Ich zog Marias Finger an die Lippen. Dann fragten wir uns alle die tausend Dinge, die Verliebte und Verlobte einander fragen: ob ich bald wiederkäme, ob sie mir auch täglich schreiben würde, und ich ihr natürlich auch. Wir gaben uns Versprechen, wir wurden wie die Kinder, machten Strafen aus, wenn eines von beiden irgend etwas nicht hielte, und geizten auch mit Belohnungen nicht für jeden langen oder zweiten Brief an einem Tage. Diese Belohnungen aber konnten nur mündlich erteilt werden, und da wir uns so lange nicht sehen würden, nahmen wir sie der Sicherheit halber vorweg. Es war eilt milder, warmer Märztag, ein Tag wie bei uns im Norden im späten Mai, wenn das Jahr günstig ist. Wie an jenem ersten Abend trug leiser Lufthauch Düfte zu uns, von den in Glutfarben prangenden Beeten am Hotel. Der Himmel war ohne eine Wolke, fast glatt das Meer. Kaum eine Brandung gab es heute am Felsen unter uns, nur ein leises Glucksen und Plätschern verriet, daß das Wasser nicht gänzlich ruhte. Immer und immer wieder quälte mich der Gedanke: „Du mußt fort, mußt fort!" Es peinigte Mein Herz luj.e einst in jungen Tagen die Liebe. Ich sagte mir, ich sei doch ein vernünftiger Mann, einet; dessen Schläfen schon zu ergrauen begannen; doch nichts half. Mir war so unendlich weh ums Herz, daß ich es gar nicht wagte, vonr morgenden Tage zu sprechen, denn sch fürchtete, mir würden sofort die Tränen in die Augen treten. Auch Maria redete nicht davon'. Sie tvärd stiller und stiller. Ich fühlte, ich wußte, daß auch sie daran dachte. Ich empfand, wie auch sie meine Gedanken erriet. Wir blickten zins an. Wir lasen einer in des anderen Seele; und fast zugleich, während unsere Augen sich eins ins andere senkten, sagten wir: — Morgen! Dann hielten wir uns plötzlich umschlossen. Wir hatten uns verstanden. Wir sühlten zu gleicher Zeit. Wir wußten immer, was in des anderen Seele vor sich ging. So gehörten wir zusammen, so waren wir eins geworden, ich und Marim (Fortsetzung folgt.) Erlebnisse vom Februar bis in den März unter den Mauern von Paris. Meinen früheren Bericht hatte ich mitt der Ueb ergäbe der Festung Belfort am1 18. Februar abgeschlossen. Wir lebten in Versailles, dem Sitz des großen .Hauptquartiers, fröhlich weiter. Dazu hatten wir nach den langen Kämpfen und den geradezu furchtbaren Entbehrungen in den Winterm-onatcn an der Loire alle Berechtigung. Wir Leutnants erhielten neben der Gage von 25 Talern per Monat eine Kriegszulage von 30 Talern. Dazu kam im Monat Februar eine Extrazulage von 15 Franken per Tag neben freiem Quartier und Verpflegung. Unter solchen Umstünden kann der junge Offizier gedeihen. Diese außerordentliches Zulage von 15 Franken wurde gezahlt aus der Kriegskontributiost von 200 Millionen Franken, die Paris an die Armee entrichtete bei der Kapitulation. Diese große Summe kam im bestimmten Verhältnis zur Verteilung an alle Soldaten und Offiziere, die damals auf französischem Boden standen. Es hat Leichtsinnige! genug unter uns gegeben, die den Franzosen ihr Geld wieder mit vollen Händen hinwarfen. Ja, es hat Einzelne gegeben, die mit all diesem Geld nicht einmal auskamen. Von dem allzu leichtsinnigen Leben wurden wir durch fleißiges Exerzieren einigermaßen abgehalten. Der Vormittag wurde durch den Dienst vollständig in Anspruch genommen. Es wurde in der Kompagnie und im Bataillon exerziert. Das erregte das Erstaunen der Franzosen, der Pariser, die in Scharen herauskämen und den friedlichen Uebungen zusahen. Die Pariser Zeitungen! schrieben damals, indem sie unseren Fleiß bewunderten: welches Beispiel geben uns unser« Feinde! Zu diesen Uebungen kamen die zahlreichen Wachen, die die beiden 'Infanterie-Regimenter, die die Besatzung von Versailles bildeten, zu geben hatten. Ich war während der vier Wochen; unseres Aufenthaltes viermal aus Wache. Das einemal im Schloß, Als ich am Morgen meine Toilette machte, benutzte ich ein bereit- liegendes Handtuch, in dem ein N mit der Krone darüber eingestickt war. Also ein Handtuch aus dem Kaiserlichen Haushalt, Es mochte einen Wert von einem Franken haben. Das wird mit- genommen, sagte ich mir im Stillen. Ein hübsches Andenken.! Aber da trat schon eilt Diener ein und bat mich nm das benutzte Handtuch. Ick) war erstaunt und er erklärte mir nun, daß eil strengste Weisung habe, die Tücher abzicholen, da schon zu viele: fortgekommen seien. Ich gestehe, ich suchte den Mann zu bestechen, ich bot ihm 20 Franken, vergeblich. In der Avenue von Paris war die stattliche Präfektur, in' der unser Kaiser wohnte. Gegenüber derselben war die Haupt- wache installiert. Auf diese Wache kam ich auch eines Tagesb Der Offizier der abziehenden Mache übergab mir dieselbe mit dem Wachtbuch und all den Kleinigkeiten bis zum Tintenfaß und der Feder herab. Das Zimmer des Offiziers war sehr einfach möbliert. Vor dem Tisch stand ein großer gepolsterter Sessel. Ein Bett wie im Schlosse, mit allen sonstigen Bequemlichkeiten, gabs hier nicht. Beim Abgänge sagte mir der Offizier noch: Herr Kamerad; ich warne Sie noch vor dem Sessel, da sind Läuse drin. Auch das noch, seufzte ich, setzte mich auf den Tisch und baumelte miij den Beinen. Nun bin ich die halbe Nacht um den Sessel herniu- gegangen todmüde, daun hielt ichs nicht mehr aus, ich warf mich in den Sessel und dachte: Hols der T , , . , Und merkwürdig; ich habe keine Läuse gekriegt. Nach Mitternacht gabs eine kleine Unterbrechung der Ruhe.! Ein junges französisches Ehepaar kam und bat um Hilfe. Soldaten säßen in ihrer Wirtsstube und lärmten und wollten gar nicht! Feierabend machen und sie möchten doch' gern ins Bett. Ich schickte eine Patrouille hin, die aber zumi Glück die Wirtsstubei schon leer sand. Man weiß nie, was aus solchen kleinen Anlässen sich entwickeln kann. Und bann ist immer die Wache: der schuldige Teil, toenn auch nur das geringste VMeheU oder M paar kräftige Kolbenstöße PprgekMstM slM 283 —' worden waren. _ , , « Auch an den Uebergäugen über btd .Seme nach Paris war es damals interessant. Die massige Brücke bei Seyres war für Fußgänger wieder passierbar gemacht. Brücke von Meully war intakt. Tausende von Parisern kamen heraus, aufgeregte Menschen mit kleinen Gefährten, Schiebkarren usw. S:e luchten sich hier draußen zu proviantieren auf den Dörfern und Stad en, in denen Händler Gemüse und anderes fcrlhrelten, da» sie von weiter her sich verschafft hatten. Wir sahen Pariser rm Gescll- schastsanzuge, mit dem Zylinder anf dem Kopf, beit schwerbeladenen Schiebkarren durch die Menschenmassen drücken und die Erregung darüber prägte sich in ihren Gesichtern ans, ob sie wohl den mühsam errungenen Proviant M ihren hnngeriiden sieben daheim glücklich schaffen würden. So vergingen unsere Tage m Versailles« presch an Abwechselung und kleinen Abenteuern. Bald nachdem ich in Versailles angelommen war, mußte ich daran denken, mich neu zn equipieren. ^ch durfte nicht langer mit meinem ganz verwettcrten Wasfenrock, den rch ber der Mvbtl- plachnng angczogcn und sozusagen Tag und Nacht auf dem Leibe gehabt hatte seit sieben Monaten, Herumlaufen, ^n ^ersailliw hatten sich unsere deutschen Militäresfekteichandler nieLwrgelassen, sie füllten mit ihren Läden eine ganze Straße. .«and darnntchl meine Firma, die bisher meine Uniformen gebaut hatte, Ed. Kuhm, Erfurt. Zik der ging ich und fand sofort einen Waffenrock, der mir wie angegossen saß. Man konnte alles und lebe^.habin. -u Herren machten glänzende Geschäfte, >vohl alles wurde bar bezahlt. Run kam eine wirklich schwere Stunde für mich, ^ch sollte den lieben Waffenrock ausziehen, der mich seit e Monaten, Tag und Nacht wie ein Bruder beschützt hatte. Er wurde mir schwer, dieser Kleiderwechsel, so glänzend der neue Rock auch war. .rach dieser Zeit habe sch wohl noch zwölfmal meinen Koller heim Ouartierwechscl packen müssen, aber immer erhielt der, alte Wassen- rock den besten Platz int Koffer. Er wurde behütet.löte eine Perle, Sein Verlust würde mich sehr geschmerzt haben. Hetzthangt er neben meinem Schreibtisch. In der Dämmerstunde leuchten seine Knöpfe matt zu mir herüber wie halb erblindete Augen. Dann plaudern. wir zusammen und erinnern uns an manchen ruhmvollen Tag vor 40 Jahren und an manche schwere Stunde ans Miizv- sischem Boden. „ 'o_ , . In meinem Quartier in Versailles Rue Tuplelir 3ü war G immer gleichmäßig behaglich. Es wurde viel polltisiert. Tie alten Leute waren gute Republikaner und sie prophezeiten pur, daß Deutschland nach 50 Jahren auch eure Republik sein werde, Dieine EiiiwendÜlMU ließen sie nicht gelten. Nach Tische lauten. r» Aut anderen Vorüiittag kam ein Diener' Mts bet Präfektur' Md meldete mir, Se. Majestät würden in 10 Minuten ausfahren. Diese Rücksicht wurde gebraucht, damit dre Wach« rasch ins Gewehr treten konnte. Tie Pferde — es wärenbier Rappen -- waren so flink, daß, man sich mit den Kommandos aufs Aeußerstr beulen mußte. Der Posten vor dem Gewehr hatte von diesem Moment', an seine ganze Aufmerksamkeit auf das Portal der Präfektur zu riten. Sobald der 'eiste Pferdekopf sichtbar wurde, mußte er sein „Heraus" schreien. Die übrigen Soldaten saßen in sogenaiin- ten zwanglosen Gruppen mit dem Helm in der Hand herum, wa schrie der Posten, wie ein Blitz stand alles m. Reitz und Glied, ich stieß die Kommandos heraus, trat an meinen Platz, senkte den Degen, da war der hohe, Herr schon vor suns, sah prüfend über die präsentierende Wache hin, hob, grüßend dm Hand und das Ereignis war vorüber. Ich freue mich heute noch-, daß ich einmal den Degen habe senken können vor dem ersten deutschen Kaiser, Unserer neuen Zeit. , , , Zweimal war ich auf Kronpriuzen.wache, wie man damals sagte. Der Kronprinz von Preußen wohlite ziemlich weit antzer- halb der Stadt im Walde tu einer prächtigen Villa mit vielen Nebengebäuden. Es mußten drei Feldwachen un Walde ausgestellt werden, um die Villa zu sichern. Eine starke Wache war in einem Nebengebäude untergebracht. Ich -als Führer per 9. Kompagnie war hier Höchstkonimandierender. Wir marschierten mit formierten Wachen ab, mit der Regimentsmusik voran. Nachdem abgelöft war, hatte ich mich beim Kronprinzen zu melden. Der war leider an diesem Tage nach Orleaiis gefahren und ich meldete mich bei seinem Generalstabschef, dem späteren „Grafen Blumenthal. Dieser fragte mich nach meinem Alter und schien sehr erstaunt, daß ich als Sekonde-Leutnant eine Kompagnie führe Ich erwiderte, das sei schon die fünfte Kompagnie, die ich wahrend de» Feldzuges geführt habe und war meinerseits erstaiint, daß der Generalstabschef nichts davon zu wissen schien, wie sehr die Regimenter der 22. Division an Offizieren und Mannschaften znlammeim geschmolzen waren. Die sämtlichen Offiziere der Wachen wurden übrigens stets aufgefordert, an den Mahlzeiten teilznnehMem Ich war froh, bei Tische wieder einmal Rheinwein trinken zn können statt des ewigen Rotweins., , . Die Nachmittage waren meist dienstfrei. Wrr benutzten biete Zeit, um in Gruppen zu dreien und vieren zu, Pferde die Um- gegend abzureiten. Das Hauptziech war natürlich in der Regel Paris, um es wenigstens über die ernte hinüber sehen zu konmii. Dabei durchritten wir den Park von St. Cloud, sahen das zertrümmerte Schloß, in dem Lulu geboren war, dessen -Spielplatz im Park mit einer wirklichen Eisenbahn, die da auf den Eingebauten Schienen zur Zeit tzerumgMufeu war, die Marmorstatuen, die vom Mont Valerien aus samt dem Schloß,t,n Trümmer gelegt häufig zlvci höhere katholische Geistliche. Tann M'rde erst reGi politisiert. Von diesen Herren erfuhr ich mehr über dre politischen! Vorgänge als im Verkehr mit meinen Kameraden, oder durch die ost sehr schlecht unterrichteten Zeitungen. Als Bismarck acht Milliarden Kriegsentschädigung verlangt hatte, war mente Tischgesellschaft ganz aus dem Häuschen: BUmarck wisse offenbar gap nicht, was eine Milliarde sei usw. Tatsächlich, hatte man sich damals noch keine rechte Vorstellung von einer Milliarde gemacht. Die Zeitungen bemühten sich, ihren Lesern zu erklären, welch eine Summe eine Milliarde sei. Heute ist uns der Begriff ge.(ait,igei< eitdem wir gewohnt sind, unsere Schulden nach Milliarden zu zählen. — Leider ließ sich Bismarck 3 Milliarden abhandeln^ Eine hätte er wenigstens noch nehmen sollen, um sie znruckzulegeä ür die Kriegsveteranen, damit denen wenigstens Genüge geschah ür ihre durch den Uebermut der Franzosen zerschossenen Knochen. Auch Belfort, die heute uneinnehmbare Feste, die den Franzoieil den Weg zum Oberrhein sichert, wurde Preisgegeben. Wir hatten damals den Eindruck, als beeile sich Bismarck, Frieden zu chlleßem Erwartete er Schwierigkeiten, Einmischungen durch das Ausland . Es schien so. — Ich tonnte mich noch ohrfeigen, datz ich mtchpamals. um Bismarck in Versailles gar nicht gekümmert habe Obgleich ich sozusagen Wand an Wand mit ihm wohnte, bin ich nie ihm zu Gefallen gegangen, ich habe nie, Fensterparade gemacht, rtzn nteiner Erinnerung nach niemals in Versailles gesehen. Wir jungen Offiziere waren übermütig und hielten nichts von Diplomaten Schon bei Sedan, als meine Hingen Kameraden dte Köpf« nach der Schlacht etwas sehr hängen ließen, rief ich- ihmn «s mir beit Kopf hoch, wir schreiben setzt Geschichte mit unseren Sabelm So dachten wir auch noch in Versailles-. Wir hatten die -schlachte^ geschlagen, die Diplomaten konnten höchstens wieder, Verderbern was wir gutgemacht hatten. Erst spater erkannten wir, „daß dieSl Wort auf iinseren Bismarck keine Anwendung finden könne. . In Versailles hatte ich auf meiner Wache in der Avenue de Paris, gegenüber der Präfektur, der Wohnung unseres Kaisers, Gelrgm- heit, einmal sehr viel Geld zu sehen. In einem. Raume unmiltel- bar neben der Wache gleicher Erde lagerte die KriegskonttibuttM der Pariser, 200 Millionen Franken. Ein Doppelposten stand davor. Eine größere Sicherheit als unsere Waffen tonnte es ;a gar nicht geben. Ich habe in diesen Raum einmal hmemgesÄen.und dm Säcke und die Kisten und Kasten mit einem Blick überschaut, dis diesen großen Schatz bargen. Es 'hat mich gar nicht aufgeregt, — Es mag manchem Leser unglaublich scheinen, daß man damals scheinbar so sorglos mit dem Gelbe umging. , Es stand un Kriegs für uns viel höheres auf dem «Piel: Gesundheit und Leben., Anderes hatten wir verachten gelernt, besonders das Geld. —' Was ich über die Aufbewahrung der 200 Millionen Franken tzier erzählte, findet seine Bestätigung dadurch, daß ein funger Offizier von uns kommandiert wurde,^>en Anteil, der aus dm Sudarmee, von diesem Gelbe fiel, nach Dyon an Geiieral v Werdtr ödes vielmehr an den Höchstkommandierenden von Manteuffel zu bringen. Man sprach von «0 Millionen. Das kanit aber nicht richtig sein, so stark war die Sudarmce nicht Tas Geld wnrfeö auf gewöhnlichem Wagen verpackt. Papiergeld m Korben. Geld konnte natürlich dem Kommandofuhrcr nicht vor gezahlt werden. Leutnant K., ein sowieso etwas erregter und ängstlich« Mensch, war wegen dieses Kommandos m taufend 'Noten. M biwakierte mit seiner Wagenkolonne und mit seiner Beglettniann- schast von Infanterie und Kavallerie jede Nacht und dankte Gott, als ^ er endlich in Dijon ankam, die Bestätigung der WerW in der Tasche hatte und sich den Tafelsreuden am Tische deS Generals v Werder in Dijon hmgeben konnte. Persönlich erzählt« er mir, daß er auf einen Korb, der besonders reiche Schatze in Papiergeld enthielt, -einen Gefreiten gesetzt habe, der ichn. besonders vertrauenswürdig erschien. —Wie mag wohl die Schluß^ rechnung in diesem großen Kriege gestimmt haben. Ob da tune Kassendifferenz um ungezählte Millionen vorlaut. C» kann nicht gilt anders gewesen fein. In dieser Zeit lvurden die Kriegsgefangenen, die die »mn- zofen von uns in Händen hatten, ansgewechselt. «o kamen drei unserer Offiziere zu uns zurück, die man, um stä ganz sicher m haben, bis an die Pyrenäen verschleppt hatte. Li.se diei Olli ziere, ein Hauptmann und zwei Leutnant», waren am VL-J» tober bei der ersten Einnahme von Orleans verwundet und läge t in Orleans in Privatquartieren. Ehe wir dort abmarichiut-n« besuchte ich die Herren. Der Hauptmann hatte einen Schuß aM Brustkorb nahe am Herzen. Ein paar Rippen waren zerfchossen und der arme Herr hatte infolge der Geschwulst Attinnot, ein Leutnant war durch den Mund geschossen, das Geschotz steckt! I irgendwo int iäalse und war damals noch nicht gefunden, der anbne Leutnant ein alter Schulkamerad von mir, hatte etnen Schuß quer über die Brust und durch den Oberarm. Das Geschotz hatte also vier Löcher gemacht. Als General v. b. Tann am 9. No- urniber 1870 Orleans räumen mußte, wurden diese und ander« Verwundete vergessen und ihrem Schicksal üb'erlasseii. Die ent* rückenden Franzosen freuten sich, auf so bequeme Weist deutsche Ossiziere zu Gefangenen Machen zu können. Sie zwangen di« Verwundeten ausznstehen und schleppten sie mit der größten Mid» ficktslosigkeit mit der .Eisenbahn bis an die spanische Grenze, Die fanatische Bevölkerung dort bewarf sie. mit Schmutz, wenv- sie sich auf der Straße sehen ließen. Wie sind dagegen die- un- versv'indcteu 'und erst recht die verwundeten französischen Ölst- 284 giere in Deutschland' verhätschelt. Nur immer Rücksicht nehmen auf die ritterliche französische Station, die soweit geht, daß man die Ruhmestage der deutschen Armee nicht mehr feiern will. Lieber die eigenen Veteranen auch in dieser Beziehung vernachlässigen, als der französischen Nation ein Aergernis geben! Die Franzosen feiern heute noch ihre sogenannten Siege aus 1870/71 mit großem Spektakel und unverschämten Reden — wir unterlassen es aus Schonung der Eitelkeit dieser selben Nation. Das ist dumm! Doch zurück zu unseren Verwundeten. Die Schußwunden Meines Schulkameraden waren noch nicht geheilt. Ich hatte ihn mit in mein Quartier genommen. Als er sich am Abend entkleidete, sagte er: Du, sieh mal hier. Tie Brustwunde war noch offen. Am Rand derselben zeigte sich ein schwarzer Gegenstand, er zog lifm mit den Fingernägeln heraus. Es war der untere Teil des jUniformknopfes, den das Geschoß mit in die Wunde gerissen hatte, ein Stück Weißblech, auf dem die Firma der Knopffabrik eingepreßt Mar. Beinahe 5 Monate hatte der Fremdkörper in der Wunde gesteckt. Unsere drei Verwundeten wurden vor ein Kriegsgericht gestellt und freigesprochen. Man konnte ihnen unter den Umständen aus ihrer Gefangenschaft keinen Vorwurf machen. Aber eins muß ich noch anfügen zur Ehre der Fvanzosm. Als dis Soldaten unsere Verwundeten von ihrem Wundlager holten aus den Privathäusern — man hatte den französischen Soldaten verraten, daß da und da deutsche Offiziere in Pflege lägen — versteckten die Wirte unserer Verwundeten in aller Eile die Degen derselben und überreichten sie ihnen wieder, als sie aus der Gefangenschaft über Orleans zurückkamen und ihre Wirte aufsuchten. — Mein Gast erzählte mir vor dem Einschlafen, wie er sich gefreut habe, aus dem Zuge heraus auf der Fahrt aus der Gefangenschaft nach Orleans die ersten deutschen Vorposten zu sehen. Am 1. März zogen die ersten unserer Truppen in Paris ein, zirka 30 000 Mann. Mein Regiment war daran mit dem ausgelosten 2. Bataillon beteiligt. Am 3. März sollten die Garde und andere Truppen einrücken, am 5. März die restlichen 100 000 Mann. 'Aber schon am 2. März abends wurde bekannt, daß die 2. und 3. Staffel nicht mehr einrücken dürfe, da die Friedenspräliminarien in Bordeaux unterzeichnet seien. War man in der Bh'ni'ec, schon darüber entrüstet, daß nur ein kleiner Teil derselben Nur einen kleinen Teil der Stadt besehen solle, so steigerte sich die Unzufriedenheit nun noch mehr. Dio Armee hätte gern ganz Paris beseht auch auf die Gefahr hin, daß das noch einmal zu einer tüchtigen Rauferei führen könne. Es war anders beschlossen und die Armee fügte sich, wie immer, den gegebenes Befehlen. Am 12. März räumten wir nach den Vereinbarungen das linke Ufer der Seine und damit auch Versailles. Unser alter Freund von der Loire, dem Lvir und der Sarthe, der französische General Ehaney, stmid mit einer Division vor dem Tore der Stadt und erwartete ungeduldig unseren Abzug, den er da unten im Kampf vergeblich erstrebt hatte. Jetzt machten wir ihm friedlich und gutwillig Platz. Im nächsten Artikel, im September, werde ich erzählen, wie es auf der anderen Seite von Paris aussah, bis zu Unserem Abzüge in die Heimat am 21, September 1871, vermachtes. * Deutsche Ehemänner, die den Namen der Si'ftu annehm en. Die Meldung, daß es in Deutschland Bezirke gibt, in denen nicht die Frau bei Verheiratung den Namen des Mannes, sondern umgekehrt, der Mann den Namen der Frau ünnimmt, klingt wie ein schlech- ter Scherz, ohne doch ein solcher zu sein. Dieser eigene Artige Brailch ist in Deutschland nur in einem verhältnis- knäßig kleinen Bezirk zu finden, und zwar im Osnabrückschen Gebiete, ausschließlich auf dem Lande. Der Grund für die eigenartige Sitte, die uralt ist, ist rein wirtschaftlicher Natur und hängt mit der konservativen Gesinnung der Landbewohner zusammen. Der G-atte nimmt nämlich auch hier nicht immer den Namen der Frau an, sondern nur in einzelnen Sonderfällen, in denen es durch die Nützlichkeit geboten ist, und zwar dann, wenn der Mann in ein Gut heiratet, das von altersher der betreffenden Familie gehört. Das Gut eines gewissen Weber gehört dieser Familie schon seit vielen Jahrzehnten und heißt ttn ganzen Landkreise nur das Webersche Gut. Wenn nun ein unmittelbarer männlicher Nachfolger nicht vorhanden ist, der das Gut übernehmen Und ihm dadurch seinen Namen erhalten könnte, sondern nur eine Tochter, dann muß etien der künftige Ehemann dieser Töchter, der vielleicht den Namen Schmidt führt, seinen eigenen Namen ablegen und den Namen Weber annehmen, da der Bolksmund das Webersche Gut nicht plötzlich umnennt und sich sonst Mißverständnisse ergeben würden. Der betreffende Schmidt heißt nun von dem Tage seiner Verehelichung ab! Karl Weber, geb. Schmidt, lvährend seine Gattin weiterhin ihren bisherigen Namen Anna Weber führt. Den Namen führt der Betreffende dann nicht nur int Bolksmunde, sondern auch amtlich. Auch vor Gericht werden Leute, die so ihren Namen geändert haben, mit ihrem neuen Namen genannt. Ja, man kann in kleinen Lokalzeitungen sogar Heiratsanzeigen finden, die folgende Form haben: „Karl Weber, geb. Schmidt r— Anna Weber, Vermählte." — Inte t u ationaler Frauenbund für freie Liebe. Diese höchst ntoberne Aufschrift tragen Zirkulare, die von Mailand nuS an viele Frauen der besseren Gesellschaft in B n ka r e st seit einiger Zeit versandt werden. In diesenr Rnndschreiben wird, man muß cs zngeben, in schriftstellerisch äußerst gewandter Weise auf die Psyche der ungeliebten, von ihren Gatten' vernachlässigten oder der sich unverstanden fühlenden Frauen eingewirkt. Unter dem Hinweis auf das schöne Wort „Gleiches Recht für alle" empfiehlt das Zirkular den Leserinnen, ihr Unglück in das Gegenteil zu kehren, indem sie — durch Vermittlung des Frauenbundes und gegen Entrichtung einer Taxe — diskreten Anschluß an gleichgestimmte Seelen, die in männlichen Körpern wohnen, suchen mögen. Wie die Bukarester Zeitung „Epoca" meldet, hat sich die Bukarester Polizeidirektion an die Regierung gewandt, welche auf diplomatischem Wege die Polizeibehörde von Mailand um Untersuchung des Falles bitten ließ. Es stellte sich heraus, daß sich die aus Bukarest stammende Emilie Raieoviceanu vor einiger Zeit in Mailand niedergelassen und als Stenographin da ihr Leben gefristet hat. Dann verheiratete sie sich mit einem geivissen Longhi Jgino und gründete hieran» den fraglichen Bund. Bei ihrem ersten Verhör bestritt sie entschieden jede „häßliche" und im besoiideren auch gewinnsüchtige Absicht und behauptete, der Bund zähle Tausende von Mitgliedern in verschiedenen Ländern. Tie Mailänder Polizei hat vorläufig keine Handhabe, um dieser Oberpriesterin der freien Liebe beizukommen. * „Freitag ist solch ein Unglückstag!" seufzte sie. — „Ers ist nicht halb so unglücklich, wie Menstag!" entgegnete ihr Gefährte. „Letzten Dienstag z. B. fiel ich aus einem Fensterl des zweiten Stockes und wurde von einem Wagen überfahren." — „Wie schrecklich!" rief sie schaudernd aus. — „Ja, und flirt Dienstag vorher," fuhr der Dulder fort, „fiel ich in einen Ententeich und wurde mit einem Bootshaken wieder herausgezog.'n. Arni Dienstage davor wurde ich von einem wild gewordenen Bullen gehetzt. Am Dienstag davor — doch wozu die Liste fortsetzen!" — „Warum blieben Sie denn nicht an den Dienstagen zu Hause?" meinte die Dame. „Sie würden in Ihren vier Pfählen sicherer fein." — „Weil ich, wenn ich es täte, weine Stellung »edieren würde," antwortete er. „Ich bin Kinematographenschauspieler, sehen Sie, und am! Dienstag wachen wir unsere humoristischen Films." __ vüchettifch. >— Die Bluse. Die diesjährigen Blusen haben die Eigeu- ttrt, bei größter Einfachheit elegant und vornehm zu wirken. Es wird also die vielfach mißachtete, aber immer beguerne und praktische Bluse in diesem Jahre eine besonders große Zahl vost Anhängerinnen finden. Welch reizende Modelle die Mode in dem wichtigen Kleidungsstück bringt, zeigt am besten das soeben int Vertage von F. Bruckmaun Ä.-G., Berlin W. 35, erschienene Blusen-Album. Infolge des großen Bedarfes, den die Frau! an Blusen hat, ist in dem Album auf deren ^elbstherstellung Rücksicht genommen und in Wort und Bild ist in leichtsaßlicher Weise veranschaulicht, wie man die Blusen ohne große Kosten selbst Herstellen kann. Besonders hingewiesen fei aus die große Auswahl der teilweise farbigen Blusenmodelle, sowie auf das reiche Schnittmustermaterial, Diamanträtse!. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a b d d et eefgghklmrrr rrtuuu derart einzutragen, daß die wagercchten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Poetischen Namen für ein Tier. LJ 3. Ein Musikinstrument. © Auflösung 4. Weiblichen Vornamen. 5. Ein Fahrzeug. 6. Alkoholhaltiges Getränk. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagcrechte Mittel- rcihe ergeben das Gleiche. in nächster Nummer. Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer r NELKE E S A U LAR Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UntversttSts-Buch» und Steindruckerii, R. Lange, Gieße»