Samstag den 4. November MM MW MM E^WMV EWL Wi^W^W |ni M!WW> 8 TT W Die weiße Frau. Noman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Nun entschuldigte er sich, daß er mir eine Mitteilung zu machen habe. !Mtte, machen Sie mir Ihre Mitteilung mit Vorsicht, bat ich ihn und schloß die Augen. Ist irgend je- mand tot? Tot! rief der Graf mit unnötiger ausländischer Heftigkeit aus. Mr. Fairlie, Ihre nationale Ruhe flößt mir Grauen ein. In des Himmels Namen, was habe ich gesagt oder getan, das ®ie veranlaßte, mich für den Boten des Todes anzusehen? O bitte, empfangen Sie meine Entschuldigungen, er- widerte ich. Sie haben nichts gesagt oder getan. Ich mache es mir in solchen betrübenden Fällen zur Regel, stets das Schlimmste vorauszusehen. Die Heftigkeit des Schlages wird gebrochen, indem man ihm auf halbem Wege begegnet. Unaussprechlich erleichtert, zu hören, daß niemand tot ist. Ist jemand krank? — Ich öffnete die Augen und sah ihn an. War er vielleicht schon sehr gelb, als er hereinkam, oder war er es erst in den letzten paar Minuten geworden? Ich kann es wirklich nicht bestimmt sagen, und ich kann auch nicht Souis fragen, denn er war nicht im Zimmer. Das macht einen Teil meiner schlimmen Nachrichten aus, Mr. Fairlie. Ja, es ist jemand krank. Bin wirklich sehr bekümmert. Welche von ihüen ist es? Zu meinem großen Kummer Miß Haleombe. Vielleicht waren Sie einigermaßen hierauf vorbereitet? Vielleicht ließ schon Ihre liebende Besorgnis Sie dies fürchten, als Sie fanden, daß Miß Haleombe weder kam, noch Ihnen zum zweitenmal schrieb? Ist die Sache ernsthaft? fragte ich. Ernsthaft — ohne allen Zweifel, entgegnete er, doch nicht gefährlich, wie ich von ganzem Herzen hoffe. Miß Haleombe hat sich unglücklicherweise einem kalten, durchnässenden Regen ausgesetzt; oie darauf erfolgte Erkältung war sehr heftiger Natur und istz jetzt in Fieber aus- geartet. Gerechter Gott, ist es ansteckend? fragte ich entsetzt. Er versicherte mrch, es sei nicht ansteckend, aber man weiß ja, was man von solchen Beteuerungen zu halten hat. ©ie werden die Güte haben, einen Kranken zu entschuldigen, sagte ich; aber eine lange Unterhaltung, welcher Art sie auch sei, verschlimmert stets meinen Zustand. Darf ich ©ie bitten, mich genau von dem Zwecke zu unterrichten, dem ich die Ehre Ihres Besuches zu verdanken habe? Ich hoffte inbrünstig, daß dieser ungemein deutliche Wink ihn aus seinem Gleichgewicht werfen, ihn verloirrt machen, ihn zu höflichen Entschuldigungen zwingen, kurz, ihn aus Hem Zimmer treiben würde. Aber im Gegenteil/ er saß .nur um so fester. Er wurde jetzt doppelt feierlich/ würdevoll und vertraulich. Er hielt zwei seiner abscheulichen Finger empor und gab mir noch einen seiner unangenehm durchdringenden Blicke. Der Zweck meines Besuches, fuhr er unerschüttert fort, ist ein zweifacher. Ich komme erstens, um Ihnen mit aufrichtigem Bedauern mein Zeugnis in bezug auf die klagenswerten Uneinigkeiten zwischen Sir Pereival und Lady Glyde abzulegeu. Ich bin ©it Pereivals ältester Freund; ich bin — durch Heirat — mit Lady Glyde verwandt und bin ein Augenzeuge von allem, was sich in Blackwater Park zugetragen hat. In diesen drei Eigenschaften spreche .ich mit Autorität, mit Vertrauen und mit aufrichtiger Betrübnis. Sir! ich unterrichte Sie hiermit, als das Haupt von Lady Glydes Familie, daß -Miß Haleombe in Hem kürzlich an Sie gerichteten Schreiben nichts übertrieben hat. Ich bestätige, daß das von dieser verehrungswürdigen Dame vorgeschlagene Hilfsmittel das einzige ist, welches Sie gegen die Greuel öffentlicher-Bloßstellung schützen kann. Eine zeitweilige Trennung des Ehepaares ist die einzige friedliche Lösung dieser Schwierigkeit. Trennen Sie sie für jetzt, und sobald alle -Ursache . zu Zwistigkeiten beseitigt, verpflichte ich mich, Sir Pereival zur Vernunft zu bringen. Lady- Glyde ist unschuldig, ist tief beleidigt; aber — gerade deshalb ist siejich sage es mit tiefer Beschämung) Ursache von Spannung, so lange sie unter dem Dache ihres Gemahls bleibt. Kein anderes -Haus als das Ihrige kann Lady Glyde mit Schicklichkeit aufnehmen, und ich fordere Sie daher auf, es -ihr zu öffnen! Aeußerst trocken. Im Süden von England tobte ein eheliches Hagelwetter, und- ein Mensch mit einem Fieber in jeder Falte seines Rockes forderte mich auf, aus dem Norden herbeizueilen, um mir meinen Anteil an dem Schauer abzuholen! Folgen Sie gütigst nochmals meinem Gedankengange, fuhr et .unbeirrt fort. Sie haben den ersten-Zweck meines Besuches gehört. ,Der zweite besteht darin, das zu tun, was Miß Haleombes Krankheit sie verhindert, selbst zu tun. In allen schwierigen Fällen zieht man in -Blackwater Park meine au§ gebreiteten Erfahrungen zurate, und es geschah dies auch in bezug auf Ihren interessanten Brief an Miß Haleombe. Ich begriff augenblicklich — denn Ihre Sympathien sind die meinigen —, warum Sw Mrß Haleombe hier zu sehen wünschten, ehe Sie einwilligten, Lady Glyde hierher einzuladen. Sie haben vollkommen recht, Sir, wenn Sie zögern, *bie Damen zu empfangen, bis Sie die Versicherung empfangen, daß der Gemahl nicht seine Autorität geltend machen und seine Frau von Ihnen zurückfordern wird. Nun sind feine Angelegenheiten sehr verwirrt. Meten .Sie ihm Hilfe an unter der Be- — 690 dingung, daß Lady Gly.de ihre Freiheit erhält! Ich verspreche Ihnen, daß er die feinige ans diese Weise erkaufte mit beiden Händen ergreifen und mit aller Schnelligkeit nach dem Festlande zurückkehren wird. Ist Ihnen dies klar wie Kristall? Ganz gewiß, Haben Sie mir Fragen vorzulegen? Es sei; ich bin hier, um sie zu beantworten. Fragen Sie, Mr. Fairlie, fragen Sie, soviel Ihnen beliebt. -- , ., Er hatte bereits so viel gesagt, ohne Rücksicht aus mich zu nehmen, und sah auf so entsetzliche Weise fähig aus, noch viel mehr ohne alle Berücksichtigung meiner zu sagen, daß ich zur bloßen Selbstverteidigung seine liebenswürdige Aufforderung ausschlug. Ich danke herzlich, entgegnete ich. Ich fühle mich K erschöpft. In meinem Gesundhertszustande muß ich gleichen Dinge für ausgemacht annehmen. Erlauben Sie mir, dies auch bei der gegenwärtigen Gelegenheit zu tun. Wir verstehen einander vollkommen. Ja wohl., Sehr verbunden für Ihre gütige Vermittelung _ Sollte ich jein als wieder gesund werden und Gelegenheit haben, unsere Bekanntschaft — Er stand auf. Ich dachte, er wolle gehen. Nein. Er hatte noch mehr zu sprechen — er mußte der Entwickelung ansteckender Einflüsse in meinem Zimmer noch mehr Zeit gönnen. Einen Augenblick, sagte er, nur noch einen Augenblick, ehe ich mich verabschiede. Ich bitte, Sie auf eine dringende Notwendigkeit aufmerksam machen zu dürfen. Dieselbe ist folgende, Sir: Sie müssen nicht daran denken, mit der Einladung an Lady Glyde zu warten, bis Miß Haleombe wiederhergestellt ist. Miß Halcombe genießt die Pflege des Arztes, der Haushälterin zu Blackwater Park und einer erfahrenen Krankenwärterin — drei Personen, deren Fähigkeit und Treue ich mit meinem Leben verbürge. Dies sage ich Ihnen und zugleich, daß die Unruhe imb Besorgnis um ihre Schwester Lady Glydes Gemüt und körperliches Gesinden bereits dermaßen angegriffen hat, daß ihre Anwesenheit im Krankenzimmer vollkommen nutzlos wäre. Ihre Stellung ihrem Gemahl gegenüber wird täglich beklagenswerter und gefährlicher. Falls Sie Ihre Nichte noch länger in Blackwater Park lassen, so bewirken Sie dadurch keineswegs die schleunigere Wiederherstellung ihrer Schwester und riskieren zu gleicher Zeit eine öffentliche Bloßstellung, welche Sie und ich und wir alle die Verpflichtung haben, im Interesse der Familie zu vermeiden. Ich rate Ihnen daher von ganzem Herzen, die Verantwortlichkeit eines Verzuges von sich abzuwerfen, indem Sie Lady Glyde auffordern, augenblicklich hierher zu kommen. Dun Sie Ihre liebende, ehrenhafte, unvermeidliche Pflicht, und was sich dann immer zutragen möge, so kann niemand I h n e n die Schuld davon beilegen. Ich spreche,nach meinen umfassenden Erfahrungen und biete Ihnen meinen freundschaftlichen Rat an. Nehmen Sie ihn an — ja oder nein? Ich sah ihn an — sah ihn bloß an —, indem jede Linie meines Gesichtes meine Verwunderung über seine unbegrenzte Frechheit und den erwachenden Entschluß ausdrückte, Louis zu klingeln und ihm die Tür zeigen zu lassem Es ist völlig unglaublich, aber vollkommen wahr, daß mein Gesicht nicht den geringsten Eindruck auf ihn zu machen schien. Ter Mensch ist ohne Nervensystem geboren — ohne jegliches Nervensystem! Sie zögern? sagte er. Mr. Fairlie! ich begreife dieses Zögern. Sie wenden ein, daß Lady Glyde wed-er körperlich noch geistig sich in einem Zustande befindet, um allein die Reise von Hampshire hierher zu unternehmen. Sie wenden abermals ein, daß sie nicht gut in London bleiben kann, um sich auszuruhen, weil es sich nicht wohl paßte daß sie in einem öffentlichen Gasthause übernachtete, wo sie vollkommen fremd ist. In einem Atem lasse ich beide Einwendungen zu, und im nächsten beseitige ich sie beide. Folgen. Sie mir gütigst zum letztenmal! Als ich mit Sir Percival nach England zurückkehrte, war es meine Absicht, mich in der Umgegend von London niederzulassen. Diese Absicht habe ich soeben glücklich ausgeführt. Ich habe in dem Stadtviertel St. Johns Wood auf sechs Monate ein kleines möbliertes Haus gemietet. Haben Sie die Güte, das in Ihrer Erinnerung zu bewahren und dann dem Programme, welches ich entworfen habe, Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Lady Glyde reist bis London — eine kurze Reise — ich selbst empfange sie an der Eisenbahnstation^ führe sie in mein Haus, welches zugleich das Haus ihrer Dante ist, wo sie ausruhi. und übernachtet; sobald sie sich erholt hat, begleite ich sie selbst an die Station — sie reist bis hierher, und ihre eigene Kämmerjungfer! (die sich augenblicklich unter Ihrem Dache befindet) empfängt sie am Wagenfchlage. Auf diese Weise wird ihre Bequemlichkeit sowohl wie die Schicklichkeit berücksichtigt, und Ihre: Pflicht — die Pflicht der Gastfreundschaft, her Teilnahme! und der Beschütznng — von Anfang bis zu Ende glatt und leicht für Sie gemacht. ■ Nun war' es aber höchste Zeit für mich, irgend einen verzweifelten Entschluß zu fassen. In dieser äußersten Schwierigkeit kam mir ein Gedanke — ein unschätzbarer Gedanke, welcher sozusagen zwei lästige Fliegen mit einer Klappe schlug. Ich beschloß, mich da-» durch, daß ich das Gesuch dieses widerlichen Ausländers, erfüllte, indem ich sofort das von ihm gewünschte Billett schriebe, mich sowohl von des Grafen langweiliger Beredsamkeit, wie von Lady Glydes langweilten Bekümmernissen zu befreien. Es hatte nicht die geringste Gefahr, daß die Einladung angenommen würde, denn es war im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß Lady Glyde Blackwater Park zn verlassen einwil.igte, solange ihre Schwester dort krank lag. Wie es möglich war, daß dies sehr willkommene Hindernis des Grafen diensteifrigem Scharfblick entgangen, konnte ich nicht begreifen, und dennoch war es ihm entgangen. Rasch schrieb ich den Biief folgenden Inhaltes: „Liebe Laura, bitte, komme sobald es Dir gefällt. Verkürze Dir die Reise, indem Du in London im Hause Deiner Tante schläfst. Bedaure zn hören, daß die gute Marianne krank ist. Herzlich der Deine." Ich reichte dem Grafen diese Zeilen und sagte: Entschuldigen Sie mich — ich bin gänzlich erschöpft, .ich bin zu nichts weiterem fähig. Wollen Sie sich ausruhen und unten frühstücken? Grüße an alle und meine Teilnahine und so weiter. Guten Morgen. — Erwartet man noch fernere Aufschlüsse von mir? Ich glaube nicht. Ich denke, hier bis an die mir vorgezeichneten Grenzen gekommen zu sein. Die erschütternden Ereignisse, welche sich später zutrugen, liegen, wie ich so glücklich bin sagen zu können, nicht innerhalb meiner Erfahrungen. Ich tat alles in der besten Absicht. Man muß mich nicht für ein beklagenswertes Unglück verantwortlich machen, das unmöglich vorauszusehen war. Es hat mich völlig daniedergestreckt; ich habe mehr darunter gelitten, als sonst irgend jemand. (Fortsetzung folgt.) Zu früh. Skizze von E m m a Haushofer- M,c r k (München).- Die jungverheiratete Frau ordnete im Erker mit den gemalten Fenstern, die nur ein mattes Licht einließen, den Teetisch. Das funkelnagelneue „altdeutsche" Eßzimmer war so schön eiugerichtet, wie es sich ein junges Paar in der Mitte der achtziger Jahre nur wünschen konnte: Butzenscheiben an der reich geschnitzten Kredenz, am Fenster ein Spinnrad mit einem von blauem Band umschlungenen Wockeu; über dem Tisch ein Lüsterweibchen ; auf den Schränken, den Simsbrettern, über den Türen eine Reihe von Tonkrügen mit Makartbukets, von gemalten Platten, von Holztellern mit eingebrannten Rittern; dazwischen Rauken! von künstlichem wilden Wein. Sie hieß natürlich Elsa (wer damals auf sich hielt, hieß. Elsa). Ihr hübsches Puppengesicht sah noch unbestimmter und alltäglicher aus, weil die blonden krausen Haare ihr völlig die Stirn verdeckten. Ihr feiner Wuchs kam kaum der Geltung in dem Gewirr von Stofs und Falten, das sie umbauschte. Nur die Taille war eng zusammengeschnürt, und um den kurzen Hals trug sie ein blaues „Mitzibäudcheu". Sie schien offenbar sehr zufrieden mit sich und ihrem neuen Kleid und wackelte! mit ihrer Tournure auf hohen Absätzen trällernd in dem dämmerigen Gemach umher. Dann kam die erwartete Freundin, und die jungen Damen umarmten sich zärtlich nach längerer Trennung. Elsa aber warf sofort einen prüfenden Blick auf den Anzug des jungen Mädchens und rief: „Nein wie komisch du wieder aussiehst! Jula! Wirklich ganz unanständig mit deinem glatten! Rock! Ws hättest du garnichts an! Au drollig ist das!" Julas Kleid floß allerdings auffallend schlicht und gerade! an den schlanken Hüften herab. Ihre Bluse saß lose und sie hatte das reiche braune Haar aus der Stirn zurückgekämmt und etwas sorglos in einen Knoten geschlungen. „Sag doch lieber gleich, ich sei verwachsen, weil ich nicht all das Zeug an mir hängen habe!" lachte sie und zeichnete in de« Lust die Silhouette der Freundin nach. 691 Mer Du hast bii.,___---— ----------- ----- .. du ein sonderbares Ding! Wenn ich geahnt hätte, ba'„. so tief geht! Man meint immer, du seist ein so kühler Naturbursche, und nun weint sie wie ein weichherziges, dummes Mädel! Sie wirkte in der Tat itt Bet putzigen Umgebung wie ein wilder Sprößling, wie eine schlanke Hochlandstanne in einem zierlich abgezirkelten Stadtgärtchen. „Ach geh! Du willst nur immer anders sein als die andern", weinte Elsa ein wenig schmollend, während sie sich am Teetisch uiederließem Jula aber schlug die schönen warmen Augen mit einem ernsten Blick zu ihr auf und sagte leise: „Ja! Einmal habe ich das gewollt! Nicht bloß anders aussehen; nein, auch was Ungewöhnliches werden! Was leisten, arbeiten, lernen wie ein Mann! Einmal hatte ich solchen Ehrgeiz! Aber jetzt — du glaubst gar nicht, Elsa, wie ich mich in diesem Sommer verändert habe! — Du denk: Ich muß es dir ja doch gestehn: Ich hab mich schrecklich verliebt!" Elsa, die den Tee 'einschenkte, murmelte verlegen: -film so schlimmer!" „Wieso?" frag Jula. „Nun, ich meine," warf die junge Frau hin. „Wenn du' gefallen möchtest, wenn du heiraten willst, wie wir andern gewöhnlichen Menschenkinder, dann ist es erst recht ein Unglück, daß du dich so wild anstellst und dich so komisch herrichtest r— Und überhaupt halt so bist." „Wer wie bin ich denn?" „Geh, das weißt du doch selbst, daß dst sehr emanzipiert hist! Du willst es ja sein! Aber das verzeiht dir keiner!" „Glaubst du?" flüsterte Jula mit einem Lächeln, als wüßte sie es besser. Elsa rührte nachdenklich in ihrer Teetasse. „Wir haben in der letzten Zeit viel über dich gesprochen," sagte sie mit einem altklugen Ton, und ihr Puppengesicht sah noch philiströser als sonst aus. Jula horchte leidenschaftlich aus. „Von mir habt ihr gesprochen! Mit wem? Doch nicht „Ja, allerdings; mit Assessor Salmers", unterbrach Elsa das aufgeregte Stammeln. „Ich weiß, daß er sich sehr stir dich interessiert, daß er dir die Kur gemacht hat! Und daß du verliebt bist, habe ich schon aus deinen Briefen erraten. Wenn man gar so entzückt ist vom Landaufenthalt, dann steckt immer ein Mann dahinter!" Julas Wangen glühten. Sie schaute der Freundin in leidenschaftlicher Spannung auf die Lippen. „Er hat deinen Mann besucht? — Du hast ihn gesehn?" stieß sie gepreßt hervor. „Aber natürlich. Mein Karli ist doch so befreundet mit ihm! Dreimal hat er bei uns gegessen" erzählte Elsa. >Dann stockte sie, zerkrümelte etwas betreten ihr Bisqnit. — „Jula! Es tut mir leid es dir sagen zu müssen; — aber er hat Mich beauftragt, dir seine ehrfurchtsvollen Abschiedsgrüße zu bestellen." Wie emporgepeitscht von wildem, Unerträglichem Schmerz sprang Jula von ihrem Sitz auf. „Er ist fort! Das ist Unmöglich!" Aber Elsa zuckte die Achseln Und löffelte verlegen ihren Tee. „Sag', daß es' nicht wahr ist!" rief das junge Mädchen mit heißem Flehen. „Sag', daß du mich bloß necken, quälen willst! Es kann ja nicht fein, daß er abgereist wäre, ehe ich kam, ehe er . . „Es ist leider doch so, liebes Herz!" sagte Elsa und bemühte sich, sehr viel Mitgefühl auszudrücken, vermochte aber doch die leise Schadenfreude nicht ganz zu verbergen, die auch die beste Freundin empfindet, wenn _ sie mehr Glück in der Liebe hat als die andere, die eigentlich viel hübscher ist als sie. Aber geh!" . . „ Nach einer Weile trocknete Jula sich die Augen, warf den Kopf zurück, -und ihre Stimme klang fast hart: „Sag' mir, was er über mich gesprochen hat! Alles! Ich will alles wissen. Kein mitleidiges Geflunker! Hörst du!" Elsa bot ihr zur Beruhigung ein paar Süßigkeiten an und begann dann eifrig: „Du kannst dir denken, daß ich dich sehr gelobt habe! Ich hätte mich doch selbst gefreut! Was für einen famosen Charakter du hast, habe ich iljm gesagt! Daß du leider ohne Mutter aufgewachsen bist, und daß dein Vater dich in deinen Schrullen gegen die Mode bestärkt. Wer er seufzte nur immer: „Schade für das wunderschöne Geschöpf. Jammerschade! Sehen Sie, gnädige Frau, ich muß Rücksicht nehmen auf meine Stellung als Beamter, auf meine Familie. Meine Frau darf nicht aus dem Rahmen herausfallen!" „Aber was tue ich denn so Schreckliches!" warf Jula ein. „Ach weißt du," fuhr die Freundin fort, „seine Mama ist kwch ein paar Tage draußen gewesen und hat dich besehn! Nicht mit Augen der Liebe! Dao tun die Mütter von heiratsfähigen Söhnen ja meistens nicht. Aber diese Regierungspräsidenten- tpitwe-Exzellenz! Sie hat natürlich über dich die Häuve zu- Jula ließ sich auf ihren Platz znrücksinken; ihr erst so strahlendes Gesicht war bleich und verstört. Sie preßte die Ltppen aufeinander, um nicht aufzuschreien. Aber die erlittene Enttäuschung war zu bitter. Sie konnte den Tränen nicht wehren. Fassungslos brach sie in ein verzweifeltes Schluchzen aus. Jula!" rief die junge Fran erschrocken. „Mer geh! ich doch sonst über alle Männer lustig gemacht! Bist " ' r r ^aß es dir sammengeschlagen vor Entsetzen, Dein -Aussehen! Wie schlampia deine Kleider an dir hängen!" ” „Wohl weil ich kein Korsett trage! Das ist doch das ganze Verbrechen!" verteidigte sich Jula mit einem bitteren Auflachen. „O, sie war außer sich!" bestätigte Elsa. „Du hast nie eine Handarbeit gehabt. Das gehört sich doch für ein junges Mädchen! Und du bist geschwommen, und geraucht hast bu einmal! Und mit zwei jungen Herren warst du auf einem Berg!" „Tu lieber Himmel!" rief Jula. „Mit den zwei Buben,' dem Ernst und dem Klans, die wie meine Brüder sind!" „Na weißt, das steht ihnen nicht auf der Nasenspitze geschrieben! 'Ein junges Mädchen darf eben nichts tun, was sich nicht schickt. Denk nur, wie man es dir hier verdacht hat, daß du ohne Gardedame Schlittschuh gelaufen bist, und daß du Turnstunde hattest." „Gilt das auch für unanständig?" spottete Jula. „Es ist unweiblich; schau, und das wollen die Männer nicht!" belehrte die junge Frau sie altklug. „Ihr fehlt die mädchenhafte Sittigkeit," seufzte der Assessor immer wieder. „Er hatte dich gern, Jula! Wer er sagt mit Recht: Er kann keine Emanzipierte heiraten. Er hätte nicht das .nötige Vertrauen!" Jula hatte mit starren Augen auf die bunten Fenster geschaut. Nun war ein trotziger Zug um ihren hübschen Mund. „Er hat ganz recht," sagte sie in verändertem Ton. „Wenn er erst seine .Mutter und die fremden Leute fragen muß; wenn er kein Vertrauen zu mir hat, dann soll ers nur bleiben lassen! Dann habe ich mich eben auch in ihm getäuscht. Ich glaubte, er wäre klug und großdenkend und sähe in mein Herz und suchte meine Seele. Ich meinte, der müßte mich so gut kennen, daß ihn solche Aeußer- lichkeiten nicht an mir irre machen könnten!" „Ich bitte dich!" lachte Elsa, stolz auf ihre Erfahrung als verheiratete Frau. „Die Männer kennen uns doch gar nicht. In dem Punkt ist jeder dumm! Man muß halt so sein — oder sich wenigstens so anstellen, — wie sie uns haben wollen. Wenn du es dir nur zur Warnung bienen lassen wolltest!" * Seitdem waren 25 Jahre vergangen. Im Sommer 1910 saß Jula, die eine bekannte Malerin geworden war, auf einer Wiese vor ihrer Staffelei und arbeitete an einer Baumstudie. In der Nähe befand sich eine gute kleine Pension, in der es' lebhaft zuging: moderne Jugend traf sich auf dem Tennisplatz neben ihrer Wiese. Sie hatte von ihrem Platz aus Gelegenheit^ die jungen Herren und Damen zu beobachten. Sie konnte auch zuschaueu, wie die jungen Mädchen, die hübschen Frauen in ihren Badekostümen zwischen den Herren herumhüpften, die vor den Kabinen Sonnenbäder nahmen; wie man sich jetzt im Wasser in Gesellschaft amüsierte. Sie lächelte oftmals vor sich hin. Da war besonders ein pikantes schlankes Ding, das mit Vorliebe auf das Dach der Kabine kletterte, eine Weile da oben stand in köstlicher Ungeniertheit und bann lachend Herabspraug in den See. Ein schneidiges Mädel, das ihr sehr gefiel. Und einmal belauschte sie auch eine kleine Szene. Auf der Bank am Ufer saß die Mama der Kleinen, eine recht korpulente, fest in das „Wns-ventrö-Mieder" eingepreßte Dame. Vor ihr stand der junge Wildling mit dem Raket in der Hand, erhitzt vom Spiel: „Du, Mama!" rief sie, „wir machen eine Radtour! Aeugstige dich nicht, wenn wir ziemlich spät zurückkommen." Die Mutter schien nicht sehr erfreut. „Mit wem denn, Gerda?" fragte sie. „Nun ja, halt mit den anderen Mädels und mit den Herrn vom Tennis!" erwiderte die Tochter ungeduldig. „Ich finde es höchst sonderbar, daß die Herren mich nicht fragen; sie sind mir kaum vorgestellt!" warf die Mutter ungnädig ein. „Mer Mama, wozu denn!" lachte Gerda. „Im Winter beim Skikurs waren wir doch vierzehn Tage allein hier. Tü hast du sie auch nicht gesehen!" „Du weißt, daß das auch ganz gegen meinen Willen geschehen ist. In meiner Jugendzeit..." „Aber geh, das ist schon so lang her!" unterbrach die Tochter sie übermütig. Während des Wortwechsels war ein würdig aussehender, ergrauter Herr mit der Zeitung in der Hand, auf die Bank zugeschritten. „Du, Papa," rief Gerda, „die Mama hat wieder ihren altmodischen Tag!" v Die Malerin auf der Wiese hob die Augen. Sie war neugierig, den Vater des modernen Mädchens zu sehen. Und nun schlug ihr Herz doch ein wenig rascher, da sie dieses Gesicht wiedererkannte. So schaute er jetzt ans, der Herr Regierungsrat von! ©ulntcrS! Jula war unverheiratet geblieben. Sie hatte freilich nicht ihr ganzes Leben lang der einen Enttäuschung nachgetrauert. Ein paarmal war sie noch verliebt gewesen. Wer es hatte uw so recht geklappt mit den Verhältnissen, und sie toar zu klug für eine ganz dumme Partie und nicht kühl und temperamentlos genug für eine Verminftheirat. Nun lauschte sie doch mit großer Spannung, was der Regierungsrat seinem Töchterlein antworten würde. Er ließ die Zeitung sinken unb fragte: „Was fiwt es. denn wieder für einen Konflikt?" 692 „Ach weißt dkr, Papa," rief die Tochter anklagend, „wir wollen mit den Herren radeln, und nun verlangt Mama, daß sie erst vor ihr Kotau machen und fragen, ob ich mitdarf? Das ist doch ganz stillos! Wir wissen doch selbst, wie wir uns zu benehmen haben!" Der Regierungsrat lächelte. „Laß sie nur, Irene," meinte er ruhig. „Die Tochter von Exzellenz von Miller ist auch von der Partie, und Baroneß Waldheim bläst eben schon ihr Rad auf. „Danke Papa! Du bist doch immer ein flotter Kerl!' rief Gerda und klopfte ihm lobend mit dem Ratet auf 'die Schulter. Die Mutter ging kopfschüttelnd und beleidigt ins Haus. „Wenn du ihr immer noch die Stange hältst," murmelte sie ärgerlich, „dann ist es kein Wunder, daß ich überhaupt kaum mehr fragen darf, wohin sie geht!" t m Gerda aber kletterte gleich über den Zaun, um den Weg abzuschneiden. Gewandt, schlank mrd ungeschnürt wie sie war, nahm sie spielend das Hindernis. „Grüß Gott, Papa! All Heil!" klang es noch zurück. Jula konnte ihre Freude an der Kleinen nicht länger unter-» drücken. Sie rief laut über die Wiese: „Bravo, bravo!" Gerda hörte sie nicht mehr. Vor dem Tennisplatz standen schon ihre jungen Sportskameraden und schüttelten ihr „stilvoll", mit scharf geecktem Ellbogen die Haird. Aber der Regierungsrat ließ nochmals sein Zeitungsblatt sinken und warf einen hochmütigen Blick auf das Publikum da draußen, das sich erdreistete, Beifall zu äußern. Jula hielt dem Blick stand. Sie hatte trotz ihrer 45 Jahre noch eine gute, schlanke Gestalt, ihr Haar war nicht ergraut, und in diesem Moment huschte das alte mutwillige Lachen über ihr Gesicht. Daran erkannte er sie. Er zog den Hut. Sein Kopf war bedenklich kahl. „Ach das ist ja — o Fräulein Jula Brügge, unsere berühmte Malerin!" sagte er. „Freue mich sehr! Wie lang wir uns nicht gesehen haben! Nur manchmal in einer Ausstellung las ich den Namen." Ueber den Zaun weg gaben sie sich die Hand. „Es ist gerat» ein Vierteljahrhundert, seit ich das Vergnügen Hatte, Herr Regierungsrat. Gratuliere aber von Herzen zu der Tochter!" Er lächelte geschmeichelt. „Ja, sie ist recht frisch und flott!" Sie plauderten nun öfter miteinander, wenn Jula auf der Wiese malte und der Regierungsrat sich langweilte. Sie erinnerte ihn angenehm an die eigene Jugend, an die Zeit, da er noch Mädchenherzen eroberte. Wieder einmal stand er vor der Staffelei und schaute ihr beim Malen zu. „Eben ist Ihre Tochter mit ihrer jungen Gesellschaft vorübergegangen," sagte Jula. „Schneidig sah sie wieder aus, kurzgeschnürt, mit dem kecken Hütel! Mir scheint, sie sind fort auf einen Berg. Wirklich: Mir lacht das Herz, wenn ich sie sehe! Aber daß Sie eine solche Tochter haben — das ist mir unfaßlich!" > Der Regierungsrat zog etwas beleidigt die Brauen auf. r,O warum? Wieso?" „Aber Sie waren doch immer so für das Mädchenhafte eingenommen!" spottete Jula mit einer leisen Schärfe. „Sie waren für die Bravheit und Sittigkeit und haben freiere Manieren so entsetzlich gefunden!" „Ja mein Gott! Der Zeitgeist! 'Die jungen Mädchen lassen sich nicht mehr so fest im Zaum halten wie früher!" bemerkte er mit Achselzucken. „Da haben Sie sehr recht, die jungen Mädchen!" rief sie lebhaft. „Nur. . ." „Ihnen tut es wohl leid, daß Sie nicht etwa später zur Welt kamen? Sie waren ja auch ein rechter Wildfang!" meinte er lachend. Sie drehte sich heftig um auf ihrem Feldstuhl und sah ihm nun voll ins Gesicht. „Was war ich? Ein Lämmchen mit einem rosa Bändchen bin ich getoefen! Zahm, hausbacken, schüchtern war ich im Vergleich mit diesen jungen Mädchen — mit Ihrer eigenen Tochter! Und mich hat man emanzipiert genannt! Erinnern Sie sich, Herr Regierungsrat? Nicht gedacht haben wir an die Freiheiten, die heute diese jungen Damen genießen! Wer nun heißt es nicht mehr emanzipiert. Sie selbst nennen es flott, fesch, modern!" Er war ein wenig verlegen geworden. Auch ihm mochten Erinnerungen an die Ansichten aufgetaucht sein, die er einmal für so unerschütterlich gehalten hatte. „Man denkt nun eben anders über diese Tinge. Sehen Sie, Fräulein Jula: Man darf ttie anders sein als die andern!" Ms Jula wieder allein vor ihrer Staffelei saß, lächelte sie still vor sich hin: Hast du gehört, alte Eigenbrödlerin! Tu hättest warten sollen mit deut Geborenwerden! Der Dücher-Frie-hof. Lord Rosebery ist als ein origineller Kops von selbstständigen Ansichten bekannt und er hat diesen Vorzug wieder bei der Festrede bewährt, die er zur Einweihung des Neubaus der Mitchell-Bibliothek in Glasgow dieser Tage hielt. Er hatte nämlich in dieser Rede den Mut, von den modernen Riesenbibliotheken und Bibliotheksgründungen nicht mit der in solchen Fällen üblichen Bildungsbegeisterung, sondern recht skeptisch, ja beinahe ironisch zu sprechen. Mr. Carnegie, der unermüdliche Bibliotheksstister, war ja in diesem Zusammenhänge kaum zu uingehen und juft hatte er Lortz Rosebery stolz erzählt, daß er bisher 2200 Büchereien gegründet habe. 2 2 0 0 Büchereien: rief Lord Rosebery bedrückt aus. Und jede ist mit einem Redeakte eröffnet worden. Und bei jedem dieser Redeakte sind sicherlich iin Durchschnitte nicht weniger als zehn Reden gehalten worden. Das macht 22000 Biblio- theksgründungsreden. Und in jeder dieser Reden sind sicherlich im Durchschnitte zehn Plattheiten über Bibliotheken und Bibliotheksstiktungen geäußert ivorden — macht wenigstens 2 2 000 Plattheiten, die allein bei der Einweihung von Carnegie-Büchereien in die Welt gesetzt ivorden sind! Alan kann die Bibliotheksmanie des amerikanischen, Krösus nicht lustiger verspotten. 21ber Lord Rosebery äußerte bei dieser Gelegenheit auch recht ernste Gedanken. Er bekannte, daß er sich über die Größe der 180 000 Bände umfassenden Mitchell-Bibliothek nicht freuen könne, sondern daß er sich durch diese Riesemnaffe von Büchern bedrückt fühle. Und zwar aus dem Grunde, weil die meisten dieser Bücher doch hoffnungslos tot seien. Wie viele lebende Bücher, so fragte er, mag es in dieser Bibliothek wohl geben? Er hat sich an den Bibliothekar mit der Frage gewandt, ob nicht roenigftenS 100 000 Bücher dauernd unbenutzt blieben und der Bibliothekar wich der Antwort aus. Er hätte die Frage taunt verneinen können. Welcher Gedanke nun: dieser riesige Bücherfriedhof, diese ungeheure Blasse von toten neben so wenigen lebenden Büchern! Und welche Wandlung gegen früher I Im Mittelalter hätte so ziemlich der gesäurte Bücher- vorrat der ganzen ellropäischen Welt, durch je ein Exemplar vertreten, in einem Bücherschränke untergebracht roerben können und ein Kloster, bas etwa 400 Bücher besaß, konnte sich einer annahern- ben Bollstänbigkeit seines Bücherschatzes rühnren. Jetzt ist bte Büchererzeugung ins Ungeheuerliche gestiegen; fraglich bleibt, ob bie Nachtrage nach Büchern mit ihr gleichen Schritt hält. Carnegie ist offenbar davon überzeugt und Lord Rosebery meinte, wenn bte 300 ober 400 Millionen Chinesen jetzt enbgiüig aus ihrem langen Schlaie erwachten, so würbe Carnegie barin vor allem eine neue Veranlassung zur Gründung von Bibliotheken sehen. Dieses Bestreben, die ganze Erde mit einem Gürtel von Volksbibliotheken zu umschlingen, nannte der ironische Lord ein „Meisterstück der Philanthropie". Ward je eine Bibliothek in dieser Laune eröffnet? Vermischtes. ff. (Sitte Pflanze, die um einen Fuß täglich wächst. Ein außerordentlich schnelles Wachstum von beinahe 1 Fuß am Tage (rund 30 Zentimeter) hat nach einer amerikanischen Zeitung C. B. Thomas in Pasaena an ein paar kalifornischen Yucca-Pflanzen, während der Zett der Blütenbildung messen können. Leider wird nicht berichtet, um welche Art der Yucca-Pflanze (Palmenlilie, von der man bei uns verschiedene Arten als rasch wachsende Zierpflanzen kennt) es sich handelt. Die Samenkörner sollen im Gebirge gesammelt sein und es soll' neun Jahre gedauert haben, ehe die Pflanze mit der Blütenbildung begann; dann jedoch schossen die langen Stiele rasch in die Höhe und innerhalb weniger Tage blühten die weißen Blumen auf. ff. Selb st mord und Selb st mörder in den Vereinigten Staaten. Im Fahre 1910 haben sich in den Vereinigten Staaten einer amtlichen Statistik zufolge 12608 Selbstmorde ereignet. In dem kurzen Zeiträume von vier Jahren waren ein Knabe von 9 und ein Mädchen von 10 Jahren, die ältesten ein 81jähriger Mann und eine 91jährige Frau. Bon den Männern stellen den größten Anteil bte kleinen Beamten, die Makler und die Börsenspekulanten, während unter den weiblichen Selbstmördern außer Beamtinnen in untergeordneter Stellung Hausmädchen und Studentinnen in der Ueberzahl sind. Skat-Ausgabe. Mittelhand erhält folgende Karten: Sie tourniert Pique-Dame und findet noch Coenr-Aß. Das Spiel verläuft für Mittelhand so ungünstig, daß sie schwarz wird. — Wie ging das zu? (Auflösung in nächster Nummer). Auflösung der Buchstaben-Charade in voriger Nummer: Vers, Ehen; Versehen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießen.