Mittwoch den 4. Oktober Die weiße Frau. Roman von W. Collins. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sie hatte eine unruhige Gewohnheit der Finger, deren ich mich aus ihrer Kindheit erinnerte, immer mit dem ersten Gegenstände, der ihr zur Hand kam zu spielen, wenn jemand mit ihr sprach. Bei dieser Gelegenheit wanderten sie nach dem Album und spielten zerstreut mit dem Rande der kleinen Wasserfarbenskizze. Der Ausdruck der Trauer auf ihrem Gesichte wurde tiefer. Sie sah weder mich noch die Zeichnung an. Ihre Augen bewegten sich unruhig von einem Gegenstände zum andern im Zimmer und ver- rieten deutlich, daß sie errate, weshalb ich gekommen sei, mit ihr zu sprechen. Da ich dies sah, hielt ich es für das Beste, mit möglichst geringem Zeitverluste zur Sache zu kommen. Das Ergebnis unserer Unterredung war sehr gering. Miß Fairlie war in unbeschreiblich trauriger Stimmung und wollte auf meine Borschläge nicht eingehen. Aber ein anderes Ergebnis dieser Unterhaltung kann ich nicht mit Schweigen übergehen. Sie hatte wenige länger als eine halbe Stunde gewährt, Miß Fairlie hatte in meiner Gegenwart nicht eine Silbe geäußert, um die offenbare Unruhe und Bangigkeit über die Aussicht ihrer Vermählung zu erklären — und doch hatte sie mich für ihre Ansicht der Frage gewonnen, ich wußte weder wie noch warum. Ich war mit dem Gefühle ins Zimmer getreten, daß Sir Percival alle Ursache habe, über ihr Benehmen gegen ihn unzufrieden zu sein. Ich- verließ es mit der Heimlichen Hoffnung, daß sie ihü beim Worte nehmen und ihre F-reigebung von ihm fordern wöge. Damit waren weine Geschäfte in Limweridge House zunächst erledigt. Ich ließ Mr. Fairlie meine Komplimente übermitteln er war zu krank, um sie persönlich entgegenzunehmen r-t Und verabschiedete mich von den Damen. Sir Percival bestand sehr höflich darauf, mich bis an den Wagenschlag Hu begleiten. Falls Sie je in meine Nachbarschaft kommen, bitte ich Sie, nicht zu vergessen, daß ich aufrichtig unsere Bekanntschaft zu befestigen wünsche. Der erprobte und bewährte Freund dieser Familie wird in jedem mir gehörigen Hause stets ein willkommener Gast sein. Ein wahrhaft unwiderstehlicher Mann, höflich, rücksichtsvoll, und auf eine bezaubernde Art frei von allem Stolze r- jeder Zoll ein Gentleman. Ms ich nach der Station abfuhr, fühlte ich, daß ich mit Freuden alles tun könnte, um Sir Percival Glydes Interessen zu fördern 1— alles in der Welt, nur nicht den Heiratskontrakt seiner Frau aufsetzen. III. Es verging eine Woche nach meiner Rückkehr nach London, ohne daß ich von Miß Halcombe hörte. Am achten Tage lag ein Brief in ihrer Handschrift unter den Briefen auf meinem Pulte. Sie zeigte mir an, daß Sir Percival Glyde definitiv» angenommen sei, und daß die Heirat, wie er es ursprünglich gewünscht, vor Ablauf des Jahres stattfinden werde. Miß Fairlies einundzwanzigster Geburtstag war Ende März nächsten Jahres. Auf diese Weise also wurde sie drei Monate vor ihrer Mündigkeit Sir Percivals Gemahlin. Ich hätte nicht erstaunt sein, es hätte mich nicht betrüben sollen; aber beides war dessenungeachtet der Fall. Eine kleine Unzufriedenheit über die lakonische Kürze von Miß Halcombes Briefe mischte sich in diese Gefühle und trug dazu bei, mich für den ganzen Tag zu verstimmen. In dem Lapidarstil von sechs Zeilen kündigte meine Korrespondentin mir die beabsichtigte Heirat an; in noch dreien, daß Sir Percival von Cumberland abgereist und nach Hampshire zurückgekehrt sei; und in zwei Schlußsätzen, erstens daß Laura sehr einer Veränderung der - Luft und heiterer Gesellschaft bedürfe und zweitens, daß sie beschlossen, sofort die Wirkung einer solchen Veränderung zu versuchen, indem sie ihre Schwester mit sich auf einen Besuch zu gewissen alten Bekannten in Iorkshire nehme. Damit endete der Brief, ohne ein Wort zur Erklärung der Umstände, welche Miß Fairlie bewogen hatten, in einer kürzen Woche, nachdem ich sie zuletzt gesehen, Sir Percival anzunehmen.--•- — Ehe ich die Feder niederlege und von den Schranken zurücktrete, bleibt mir nur noch die Aufgabe, das letzte mit Miß Fairlies Vermählung in Beziehung stehende Ereignis, mit welchem ich persönlich zu tun hatte, zu berichtest, nämlich das Aufsetzen des Heiratskontraktes. Es ist unmöglich, verständlich von diesem Dokumente zu reden, ohne erst in gewisse Einzelheiten in Bezug auf die Vermögensverhältnisse der Braut einzugehen. Ich will versuchen, meine Erklärung kurz und deutlich zu geben und! mich von allen dunkeln, technischen Ausdrücken freizuhalten. Die Sache ist von der allergrößten Wichtigkeit, da Miß Fairlies Erbe einen sehr wichtigen Teil von Miß Fairlies Geschichte ausmacht. Miß Fairlies Vermögenserwartungest also waren zweierlei Art und bestanden demnach teils in der möglichen Erbschaft liegenden Grundeigentumes, oder Ländereien/ wenn ihr Onkel starb, teils in ihrem unbedingten Erbe persönlichen Eigentumes oder Geldes, sobald sie mündig wurde. 1 Von den Ländereien zuerst. Zu Lebzeiten von Miß Fairlies Großvater h väterlicher Seite — (den wir Mr. Fairlie den Aelteren nennest wollen) stand das Fideikommiß folgendermaßen: Mr. Fairlie der Aeltere starb und hinterließ orst Söhne, Philipp, Frederick und Artur. Ms ältester Sohst 818 erbte Philipp bas Gut. Falls er starb, ohne einen Sohn zu hinterlassen, ging das Eigentum auf seinen zweiten Bruder Frederick über. Und falls Frederick ebenfalls starb, ohne einen Sohn zu hinterlassen, so kam es an den dritten Bruder Artur. Nun geschah es aber, daß Mr. Philipp Fairlie bei seinem Ableben eine einzige Tochter hinterließ, die Laura unserer Erzählung; und das Gut ftel infolgedessen an den zweiten Bruder Frederick, der unverheiratet war. Der dritte Bruder Artur war schon viele Jahre vor Philipps Tode gestorben und hatte einen Sohn und eine Tochter hinterlassen. Der Sahn ertrank im achtzehnten Jahre zu Oxford. Durch seinen Tod wurde Laura, Philipp Fairlies Tochter, die mutinaßliche Erbin des Gutes mit jeder Aussicht, die Erbschaft, nach dem Laufe der Natur, nack Frederick Fairlies Ableben anzutreten, falls besagter Freoerick ohne männlichen Erben starb. Der Fall ausgenommen also, daß Mr. Frederick Fairlie sich verheiratete und einen Erben hinterließ (bie beiden letzten Dinge von der Welt, die sich von ihm erwarten ließen), beerbte seine Nichte Laura ihn bei feinem Tode, indem sie jedoch, tote wir nicht vergessen müssen, nur den Nießbrauch des Gutes hatte. Falls sie unverheiratet oder kinderlos starb, so ging das Gut an ihre Cousine Mag- dalen, Mr. Artur Fairlies Tochter, über. Falls sie sich nach einem angemessenen Kontrakte, den ich für sie zu machen beabsichtigte, verheiratete, stand der Ertrag des Gutes (volle dreitausend Pfund des Jahres) auf Lebenszeit zu ihrer Verfügung. Falls sie früher starb als ipr Gemahl, so würde natürlich er seinerseits den Meßbrauch dieser Einkünfte verlangen; und hatte sie einen Sohn, so erbte dieser zum Nachteile ihrer Cousine Magdalen. Auf diese Weise versprachen Sir Percivals Aussichten, indem er Miß Fairlie heiratete (insoweit sie das zu erwartende Grundeigentum seiner Frau betrafen), ihm bei Mr. Frederick Fairlies Tode folgende zwei Vorteile: erstens den Nießbrauch von jährlich dreitausend Pfund (mit Genehmigung seiner Fran, während sie lebte, und nach ihrem Tode, falls er sie überlebte), kraft seines eigenen Rechts; und zweitens: die Erbschaft von Limmeridge für seinen Sohn, falls «r einen solchen hatte. So viel über das Landeigentum und die Verfügung über seinen Ertrag bei Gelegenheit von Miß Fairlies Heirat. Bis hierher ließ sich Feine Schwierigkeit oder Meinungsverschiedenheit über den Kontrakt der Dame zwischen Sir Percivals Advokaten und mir erwarten. Der nächste Punkt, den tvir zu berücksichtigen haben, ist das persönliche Eigentum, odex, mit andern Worten, das Geld, zu dem Miß Fairlie mit ihrem einundzwanzigsten Jahre berechtigt war. Dieser Teil ihres Erbes war an sich schon ein hübsches kleines Vermögen. Sie erhielt es nach ihres Vaters Testamente, und es belief sich auf zwanzigtausend Pfund. Außerdem hatte sie noch den Nießbrauch von zehntausend Pfund, welche Summe bei ihrem Ableben ihrer Tante Eleonor, der einzigen Schwester ihres Vaters, zufiele. Es wird die deutliche Auseinandersetzung dieser Familienangelegenheiten sehr fördern, wenn ich hier einen Augenblick inne halte, um zu erklären, warum die Tante bis zum Tode ihrer Nichte auf ihr Legat warten mußte. Mr. Philipp Fairlie hatte auf dem freundschaftlichsten Fuße irtijt seiner Schwester Eleonor gelebt, so lange sie unverheiratet war. Ms sie sich jedoch erst in den spütern Lebensjähren verheiratete und diese Heirat sie mit einem italienischen Edelmanne, der sich des Grafentitels erfreute, namens Fosco, vereinte, mißbilligte Mr. Fairlie diese ihre Handlung in dem Grade, daß er allen Verkehr mit ihr abbrach, ja sogar soweit ging, daß er ihren Namen aus seinem Testanrente strich. Graf Fosco, obgleich kein reicher Mann, tvar dessenungeachtet kein vermögensloser Abenteurer. Er besaß ein Kernes, aber hinreichendes Ein- fommen, Batte viele Jahre in England gelebt und be- yauptete eine sehr gute Stellung in der Gesellschaft. Doch diese Empfehlungen galten Mr. Fairlie nichts. In vielen seine« Ansichten war er ein Engländer von der alten Schule; und er haßte einen Ausländer einzig und allein, well er ein Ausländer war. Das äußerste, äu dem er sich noch in späteren Jahren bewegen Üeh. und Mar hauptsächlich auf MH FairlM Bitten^ Mar, haß x.r seiner Schwester Namen seine frühere Stellung in seinem Testamente wieder.- gab, sie jedoch auf ihr Legat warten ließ, indem er seiner Tochter den Nießbrauch der Zinsen und die Summe selbst ihrer Cousine Magdalen vermachte, falls ihre Tante vor ihr sterbe. Wenn man das bezügliche Mter der beiden Damen bedenkt, so war die Aussicht der Tante auf die zehntausend Pfund dem gewöhnlichen Gange der Natur nach auf diese Weise eine äußerst zweifelhafte, und die Gräfin Fosco rächte sich fta ihres Bruders Verfahren gegen sie auf so ungerechte Weise, wie es in solchen Fällen üblich ist, indem |\e sich weigerte, ihre Nichte zu sehen oder zu glauben, daß ihr Name nur auf Miß Fairlies Bitten in Mr. Fairlies Testamente wieder aufgenoiw- men fei. Dies war die Geschichte der zehntausend Pfund. Auch hieraus konnten mir Sir Percivals Advokaten gegenüber keine Schwierigkeiten erwachsen. Die Zinsen gehörten der Frau und das Kapital- fiel der Tante, oder bei ihrem Tode der Cousine zu Nachdem auf diese Weise alle vorläufigen ErKäruugen beseitigt sind, komme ich jetzt zu dem wirklichen Knoten in der Geschichte — den zwanzigtanserld Pfund. ^Fortsetzung folgt.) SllberstrW. Detektivgeschichte von Conan Doyle- (Schluß, statt Fortsetzung.) „Nun, meine Herren," sagte Holmes, „bin ich zur Abtahrk bereit." Als wir in den Wagen fteigen wollten, öffnete uns einem der Stalljungen den Schlag. Holmes fuhr ein plötzlicher Einfalt durch den Kopf, er lehnte sich hinaus und berührte den Arm des Jungen. „Ihr haktet dort ein paar Schafe im Pferch," sagte xr< „Wer besorgt denn ihre Pflege?" „Ich, Herr." „Ist ihnen in letzter Zeit nichts Besonderes Angestoßen?" „Nichts von Bedeutung; drei Schase waren nur etwas lahm." Die Antwort schien Holmes große.Freude zu machen, denn er lachte und rieb sich die Hönde. „Ein richtiger Treffer, Watson, ein Schuß ins'Schwarze," sagte er und kniff mich in den Arm. „Gregory, ich empfehle diese seltsame Krankheit unter den Schafen Ihrer Aufmerksamkeit. —, Fahren Sie zu, Kutscher!" Im Gesicht des Obersten stand deutlich zu lesen, welche geringe Meinung er von der Kunst meines Gefährten hegte, aber des Inspektors Miene irahm einen sehr gespannten Ausdruck an« „Halten Sie das für so wichtig?" fragte er. „Für außerordentlich wichtig." „Könnten Sie mich nicht iwch auf einen oder den tuiberenl Punkt aufmerksam machen?" .Lawohl — auf das sonderbare Benehmen des Hundes während der Nacht." „Der Hund hat sich in der Nacht ganz ruhig verhalten." „Ja, darin bestand eben die Sonderbarkeit," versetzte Sherlock Holmes. Vier Tage später saßen Holmes und ich abermals im Zuge, um nach Winchester zu fahren, wo das Rennen um den Ehrenpreis von Wessex stattfinden follte. Oberst Roß empfing uns verab- redetermaßen am Bahnhof und nahm uns in seinem Wagen nach dem Rennplatz mit, der außerhalb der Stadt lag. Er machte eine sehr ernste Miene und sein Wesen war schroff und kalt. „Ich habe mein Pferd nicht zu Gesicht bekommen," sagte er. „Vermutlich würden Sie es aber doch wiedererkennen, wenvj Sie es sähen," äußerte Holmes. Der Oberst war sehr ärgerlich. „Seit zwanzig Jahren halte >ch Rennpferde," rief er, „aber eine solche Frage hat noch nid ein Mensch an mich gestellt. Jedes Kind würde doch den Silbe» al an seiner weißen Stirn und dem gesprengelten rechten erbein erkennen." „Wie stebts mit den Wetten?" ■> < „Sie sind in vollem Gange und Silberstrahl steht mehr in Gunst als je." r „Sm," meinte Holmes, „irgend jemand muß das Publikum beruhigt haben, das ist klar." ( Als der Wagen innerhalb der Umzäunung am großen Halteplatz verfuhr, warf ich einen Mick auf das Programm, welches dir Namenllste enthielt. Es lautet«: „ ... ® essexPreis, 50 Sovereigns, die Hälfte Reugeld M 4 luhr. und 5 rühr. Pferde. Zusatzpreis 1000 Sovereigns.. Zweiter Preis 800 Dritter Preis 200 £; Distaist 2615 Meter. L Der Negev. Eigen?, Herr Heath Mm MMS rot, Jacke zimmetfarhey), SIS ion tat Mn ausgezeichneter ........., kommen sie eben um die Biegung! S. Gräfin Leay. Ngent. Oberst Wardlow (Mütze rosa, Bode blau und schwarz). S. Desbor ough, Eigent. Lord Backwater (Mütze und Mermcl gelb). 4. Silberstrahl. Eigent. Oberst Roß (Mütze schwarz, Kacke rot). 5. JriS. Eigent. Herzog von Balmvral (Mütze und Jacke schwarz und gelb gestreift). ,, 6. Rasper. Eigent. Lord Singleftrd (Mütze lila, Aenne! schwarz). „Wir haben Unser zweites Pferd zurückgezogen und unsere tzanze Hoffnung auf Ihr Wort gesetzt," sagte der Oberst. ..Men wird die Tafel mit den Zahlen angehängt," ries ich. r,Alle sechs stehen darauf." _v ..Alle sechs! Dann läuft also mein Pferd auch?" sagte der Oberst m großer Erregung. „Aber ich sehe es nicht. Meine Farben find nicht dabei." । ...Bis jetzt sind nur flins vorübergekommen. Dies hier muß W fein. Als ich diese Worte sprach, trabte gerade ein »nächtiger! Manner von der Wage her an uns vorbei; der Jockei aus seinem Salden trug des Obersten wohlbekannte Farben, die schwarze Mütze imd rote Jacke. ..Das ist nicht mein Pferd," rief der Besitzer des Silberstrahl. »Das Tier hat ja kein weißes Haar am Leibe. Was haben Sie M angerichtet, Herr Holmes!" „Soffen Sie uns doch erst sehen, was es zu leisten vermag," sagte mein Freund mit unerschütterlicher Ruhe. Einige Minuten lang ließ er meinen Feldstecher nicht vom Auge. „Vortrefflich! in ausgezeichneter Start!" rief er plötzlich, „Da jetzt Nacht im Stall von Dartmoor zugeiragen hakte und auf welch« Werse es ihm gelungen war, das Geheimnis zu enträtseln. „ .^.'Jchgestehe," sagte er, „daß alle Schlüsse, die ich aus de» Zeitungsberichten gefolgert hatte, gänzlich auf Irrtum beruhten, und doch enthielten sie Andeutungen der Wahrheit, die nur durch verschredene Einzelheiten verdunkelt wurde, welche mich von der Fährte ablenkten. Als ich nach Devonshire fuhr, war ich überzeugt, baß Frtzroy Simpson das Verbrechen begangen hätte, obwohl ich natürlrch einsah, daß noch nicht genügende Beweismittel gegen rhn hergebracht warm." . ..Zm Wagen, auf unserer Fahrt nach Strakers Hause, kam nur zum erstenmal der Gedanke, welche wichtige Rolle das Hammel- rag out der der Sache gespielt hatte. Sie erinnern sich vielleicht, daß ,ch in meiner Zerstreutheit noch sitzen blieb, während alle schon ausgestregm waren. Ich verwunderte mich gerade innerlich darüber, wie ich imstande sein konnte, eine so deutliche Spur zu übersehen." „Wozu sie nützm sollte, begreife ich auch jetzt noch nicht." warf der Oberst ein. »Es war das erste Glied in der Kette meiner Beweisführung, — Beim Opiumpulver ist Geruch und Geschmack nicht gerad» unangenehm, aber doch entschiedm bemerkbar. In den meisten Speisen würde man es gleich herausschmecken. Ein Hammelragout aber ist gerade ein Gericht, in dem ein solcher Beigeschmack schwer zu erkennen wäre. Wie sollte nun wohl Fitzroy Simpson, ein ganz fremder Mann, es veranlaßt haben, daß an jenem Abend in Strakers Hanse Hammelragout gegessen wurde? — Oder läßt sich annehmen, daß er gerade mit dem Pulver in der Tasche einhergegangen kam, als dort zufällig ein Gericht gekocht worden war, in dem man das Opium nicht schmecken konnte? — An ein so unerhörtes Zusammentreffen vermochte ich nicht zu glauben und schloß daher bei der Erwägung des Falles Simpsons Person völlig aus, wahrend ich meine ganze Aufmerksamkeit auf Straker und seine Frau richtete; denn diese beiden konnten allein das Hammelragout zum Abendessen bestellt haben. Das Opiumpulver war erst in die Portion des Stallknechts hineingeschüttet worden, nachdem sein Teller aufgeschüpft war, denn die anderen hatten ohne 'schädliche Folgen von Sem Gericht gegessen. Wer hatte wohl Gelegenheit gehabt, das zu tun, ohne daß die Dienstmagd es gewahr wurde?" „Noch bevor ich hierüber ins reine kam, war mir klar geworden, weshalb der Hund nicht angeschlagen hatte; denn eine richtige Schlußfolgerung leitet immer stets auf neue Spuren. Daß ein Hund im Stall gehalten wurde, bewies der Vorfall mit Simpson, und doch hatte er nicht laut genug gebellt, um bi« beiden Knechte auf dem Heuboden zu wecken, als jemand in den Stall kam und ein Pferd hinaussührte. Offenbar mußte der nächtliche Besucher dem Hunde wohl bekannt gewesen sein." „Ich war jetzt so gut wie überzeugt, daß John Straker bei nachtschlafender Zeit in den Stall gegangen war, um den Silberstrahl herauszuholen. Aber zu welchem Zweck? — Gewiß mit unredlicher Absicht, sonst hätte er nicht seinen eigenen Stallknecht zu betäuben brauchen. Aber unerklärlich blieb es mir fürs erste doch, bis mir einfiel, daß Pserdezüchter sich den Gewinn großer Summen sichern können, wenn sie einen Agenten beauftragen, gegen ihre eigenen Renner zu wetten, und es dann den Pferden durch irgend eine Hinterlist unmöglich machen, den Sieg zu erringen. Es waren Fälle vorgekommen, daß man den Jockei bestochen hatte, doch gab es auch noch ein versteckteres und unfehlbareres Mittel. Was aber war hier geschehen? — Ich hoffte, der Inhalt von Strakers Taschen würde mir Aufklärung darüber geben, und ich täuschte mich nicht." „Sie erinnern sich gewiß noch des seltsamen Messers, das man in des Toten Hand gefunden hat; kein Mensch, der bei Sinnen! ist, hätte es als Waffe gewählt. Messer von solcher Form werden, wie uns Doktor Watson mitgeteilt hat, bei sehr schwierigen chirurgischen Operationen verwendet. Und zu einer derartigen Operation sollte es auch in jener Nacht dienen. Bei Ihrer großen! Erfahrung in allem, was mit der Rennbahn zusammenhängt, werden Sie, Herr Oberst, ohne Zweifel wissen, daß man am Schenkel des Pferdes, unter der Haut, einen kleinen Einschnitt in die Sehnen machen kann, so daß äußerlich keine Spur zurückbleibt. Infolgedessen fängt das Pferd an, ein wenig lamn zu gehen, was gewöhnlich aus Ueberanstrengung geschoben wird oder auf einen leichten Anfall von Rheumatismus; ein Bubenstück vermutet niemand dahinter." . , , , „ „Der Elende! Der Schurke!" schrie der Oberst. „Das liefert uns zugleich die Erklärung, weshalb Jom« Straker das Pferd aus das Moor himmsgeUhrt hat. Tini fa feuriges Pferd würde sicherlich jeden aus dem festesten Schlaf geweckt haben, fobald es den Messerstich fühlte, SXe Sache mutzt«! durchaus im Freien vorgenommen werden." „Ich war wie mit Blindheit geschlagen," riek der Oberstr „natürlich brauchte er ein Licht bazn und strich das Zünw-» icrficbcri ün." „Ohne Frage. Bei der Untersuchung seiner Besitztümer war es mir übrigens gelungen, nicht mir die Art zu entdecken, wie er das Verbrechen begehen wollte, sondern auch seine Beweggründe. Sie leben ix der Welt, Derr Oberst, und werden wissen, daß man nicht die Rechnungen anderer L«tte in der Tasche hMMWtragetz pflegt, Jeder hat gewöhnlich genug MMt W Bon unserem Wagen aus konnten wir die gerade Bahn ihrer ganzen Länge nach prächtig übersehen. Die sechs Pferde waren ganz nah beisammen, man hätte sie alle mit einem einzigen Teppich bedecken können. Halbwegs kam jedoch der gelbe Jockei aus Capls- ton an die Spitze. Aber noch ehe die Renner in unserer Nähe waren, hatte des Obersten Pserd den Desborough überholt; es schoß wie ein Pfeil dahin und erreichte den Pfosten reichlich sechs Pferdelängen vor seinem Nebenbuhler. Der „Iris" des Herzogs von Baluwral folgte als drittes in geringer Entfernung. „Jedenfalls habe ich das Rennen gewonnen," stieß der Oberst keuchend heraus und fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Mer fein Mensch kann klug daraits werden. Mir scheint doch, Herr Holmes, Sie haben Ihr Geheimnis nun lange genug für sich behalten." „Jawohl, Herr Oberst. Sie sollen alles wissen. Kommen Sie, wir wollen uns das Pferd zusammen betrachten. Da ist es/' fuhr er fort, als wir die Umzäunung bei der Wage betraten, tu der nur die Besitzer der Rennpferde und ihre -K'ennde Einlaß erhalten. „Sie brauchen ihm nur das Gesicht und das Vorderbem mit Spiritus zu waschen, dann haben Sie Ihren alten Silberstrahl unverändert toteber." „Sft das möglich?!" 1 ,Lch fand ihn in den Händen eines Betrügers Und nahm mir die Freiheit, ihn das Rettnen so mitmachen zu lassen, wie er hierher geschickt worden war." „Mein bester Herr, Sie haben Wunder getan. Das Pferd ist in vortrefflichem Zustand. So gut ist es noch nie gelaufen. Ich muß mich tausendmal bei Ihnen entschuldigen wegen meiner Zweifel an Ihrer Geschicklichkeit. Sie haben mir durch die Auffindung des Pferdes einen großen Dienst erwiesen. Noch lieber wäre es mir freilich, wenn Sie auch den Mörder des John Straker entdecken könnten." „3ft schon besorgt," sagte Holmes mit größter Ruhe. Wir starrten ihn beide mit offenem Munde an, der Oberst find ich. „Sie haben ihn festgenommen! Wo ist er denn?" 1 „Er ist hier." ' >,Hier! Wo?" ' „In meiner nächsten Nähe in diesem Augenblick." Der Oberst wurde rot vor Zorn. „Ich erkenne vollkommen ttn, daß ich Ihnen zu Dank verpflichtet bin, Herr Holmes," sagte er, „aber, was Sie soeben sagen, kann ich nur als einen sehr schlechten Spaß oder eine Beleidigung ansehen." Sherlock Holmes lachte. „Ich glaube durchaus nicht, daß Sie auf irgend eine Weife an dem Verbrechen beteiligt sind, Herr Oberst," sagt« ter; „der wahre Mörder steht unmittelbar hinter Ihnen." !®r schritt an ihm vvrb'ei und legte feine Hand Mf bfett) glänzend en Hals des Vollblutpferdes. „Silberstrahl!" rief der Oberst und ich wie aus Einem Munde. „Sa, das Pferd. Seine Schuld wird dadurch gemildert, daß M aus Notwehr gehaitdelt hat, und daß John Sträker ein Ihres Vertrauens durchaus unwürdiger Mensch war. — Aber da tönt eben die Glocke; ich erwarte einen kleinen Gewinn beim nächsten Stauten und will daher meinen MsKhrlichen Bericht auf eine geeignetere Zeit verschieben." Ms wir am Abend nach London zitrücksuhren, hatten wir ®ine Ecke des Pullmannwagens ganz für uns. Vermutlich wird di« Reise dem Obersten ebenso kurz vorgekommen sein wie mir, tram mfterwegZ erzählt« Ms mein Freund, was sich in jene« — 620 hnt, feind eigenen jlt bezahlen. Ich tiermttfefe sofort, 'Sag (strafet ein Doppelleben führen und eine zweite Wohngelegenheit haben Müsse. AuS der Rechnung selbst ersah ich, daß eine Dame dabei int Spiel war, die sehr teuere Bedürfnisse hat. Wie hoch auch das Gehalt ihrer Angestellten sein mag, so glaube ich doch nicht, daß sie ihren Frauen Straßenkostüme für zwanzig Guineen kaufen können. Ich fragte Fran Straker nach dem Kleide, ohne daß sie mein« Llbsicht merkte; und als ich mich überzeugt hatte, daß es nie in ihre Hände gelangt sei, schrieb ich mir die Adresse der Schneiderin auf. Daß ich mich nur mit Strakers Photographie bei ihr einzufinden brauchte, um den rätselhaften Herrn Darbyshire an§ der Welt zu schaffen, dachte ich mir wohl. „Bon da ah war alles sonnenklar. Straker hatte das Pferd in den Hohlweg geführt, wo man das Licht nicht sehen konnte. Unterwegs fand er Simpsons Krawatte, die dieser auf der Flucht verloren hatte und hob sie auf, vermutlich in der Absicht, dem Pferd damit das Bein festzubinden. Im Hohlweg angelangt, trat er hinter das Pferd Und machte Licht, aber der plötzliche grelle Schein erschreckte das Tier, welches wohl instinktmäßig fühlen Mochte, daß irgend ein Unheil im Werke sei; es schlug aus und traf Straker mit dem Huf gerade auf die . Stirn. Trotz des Regens hatte er schon den Mantel abgelegt, um sein schwieriges Vorhaben auszuführen; so kam es, daß er sich im Fallen mit dem Messer die Wunde am Schenkel beibrachte, 7-1 Ist Ihnen die Sache jetzt verständlich?" „Vollkommen," rief der Oberst, „Sie sind ein wunderbarer Mensch; es ist gerade, als wären Sie dabei gewesen." „Meinen letzten Pfeil habe ich so ziemlich ins Blaue geschossen. Es fuhr mir durch den Kopf, daß ein so schlauer Mensch wie Straker den mißlichen Sehnenschnitt gewiß nicht vornehmen würde, ohne sich erst darin zu üben. Woran konnte er seine Versuche Machen? Mein Blick fiel auf die Schafe, und aus der Antwort, die, mir auf meine dahinzieleüde Frage wurde, ersah ich zu meiner Verwunderung, daß ich ganz richtig geraten hatte." »,Jhr Scharfsinn ist wirklich staunenswert, Herr Holmes." „Bei meiner Rückkehr nach London suchte ich die Schneiderin lauf. Sie-' erkannte Straker sofort nach dem Bilde als einen ausgezeichneten Kunden namens Darbyshire, dessen schöne Frau, eine sehr auffallende Erscheinung, große Vorliebe für kostspielige Kleider habe. Ohne Zweifel hat ihn dies Weib über Hals unt> Kopf in Schulden gestürzt und ihn so auf den schändlichen Plan gebracht." „Nur eins haben Sie noch im Dunkeln gelassen," sagte der Oberst. „Wo war denn das Pferd?" „Es war 'durchgegangen und einer Ihrer Nachbarn hat eS zü Pflege genommen. Nach dieser Richtung hin werden mir wohl Gnade für Recht ergehen lassen müssen. — Eben hält der Zug; ich glaube wir sind jetzt in Clapham, und in zehn Minuten kommen wir nach der Viktoria-Station. Wenn Sie uns begleiten wollen, Herr Oberst, um bei mir zu Hause eine Zigarre; zu rauchen, werde ich Ihnen mit Vergnügen noch alle übrigen jEinzelheiten mitteifett,• die Sie etwa zu wissen ttÄnschen." Vermischtes. K.-K. Bilder fälsch ungen. Welchen Umfang die Bilder-, fälschungen angenommen haben, zeigt ein Vorfall, über den die Neue kulturgeschichtliche Zeitschrift „Zeiten und Völker" (Stuttgart ,Franckh'sche Verlagshandlung) in ihrem neuesten Hefte berichtet. Während einer Gerichtsverhandlung in Carlisle, die wegen des Verkaufs eine# Bildes, das T. Sidney Cooper gemalt haben sollte, entstand, wurde ein Zeugnis des greifen Malers verlesen, daß das Bild von ihm nicht gemalt worden, wäre. Cooper stellte dabei fest, man hätte ihm 287 Bilder zur Prüfung Unterbreitet, und von diesen habe er 31 echt befunden, während 256 Fälschungen waren; dabei trugen aber viele seine gefälschte Sig- "5!?^>^bin Ruf hätte dadurch sehr gelitten. Dem Kläger wurden 480 Mark Schadenersatz zuerkannt. Diese Tatsache hat natürlich weitgehendes Interesse in Künstlerkreisen erregt. Zum Unglück Ur die Künstler ist die Nachahmung der Unterschrift auf einem Bilde in d.en Augen des Gesetzes kein Betrug. Um den Betrug Mlszumachen, muß das nachgeahMte oder gefälschte Werk mit einem, Dokument oder einer Schrift verbunden sein. Daher ist es ganz gewöhnlich, daß Man Bilder kopiert Und die Signatur des .Künstlers kühn hineinsetzt. Sir Lawrence Alma-Tadema, der über diese Angelegenheit befragt wurde, sagte: „Seit drei oder vier Jahren! bin ich Vorsitzender eines Rates, der die Gesetze des künstlerischen Nachbildungsrechts zu verbessern bestrebt ist. Wir gingen so weit, leinen Gesetzentwurf vorzulegen, aber das Oberhaus hat diö wichtigsten Punkte für die Künstler aUsgeMerzt. Sie verstanden von der Sache nichts und Lord Thring behauptete merkwürdigerweise sogar, daß die Unterschrift eines Künstlers auf dem .Bilde Feine Unterschrift, sondern einen Teil des Bildes selbst wäre. Es ist ein skandalöser Zustand, daß ein Künstler gegen betrügerische Nachahmungen nicht geschützt ist. Ter Käufer wird geschützt, aber Nicht der Künstler." Mr. S- I. Solomon von der „Royal Aeademy" memte dasselbe; er ist auch Mitglied des Rates für künstlerisches Verlagsrecht, und er lenkte die Aufmerksamkeit Mf die Ungeheuer pielÄk Mschnngen^ die Mf tzenß KonkinNck verbreitet werden. kt Der verkannte Schachmeister. Von Richard Telchmann, dem ersten Preisträger des Karlsbader Schachmeisterturniers, erzählt man sich in Berlin folgende lustige Geschichte: Eines Tages saß Meister Teichinann im Caiö Kerkau im Sptel- saale. Ein Fremder, der gern eine Partie Schach spielen wollte, trat herein, suchte nach einem geeigneten Partner, und schließlich blieb er vor Teichrnann stehen, dessen behäbige Gestalt im Verein mit der unvermeidlichen Virginia ihm ivohl am meisten Vertrauen einflößte. Er schlug den: Schachmeister, den er nicht kannte, eine Partie vor, und Teichmann erwiderte: „Recht gerne, aber ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich kein Amateur bin." — „O, das macht nichts," erividerte der Fremde, „ich spiele auch nicht sehr stark." Das lebensgefährlichste Verkehrsmittels Ente Preisfrage: Welches ist das lebensgefährlichste Verkehrsmittel? Eine überraschende, aber vielleicht zutreffende Antwort hat kürzlich der Agent einer Lebensversicherungsgesellschaft gefunden. Kommt da nämlich zu einem biederen Familienvater, der einen Vertrag mit ihm abschließen will, ein Agent und beginnt: „Sie fahren Auto? Nein! — Sie fahren Rad? — Nein! Dann sind Sie Luftschiffer? Um des Himmels willen nicht!" Der Agent klappt seine Mappe zu: „Bedauere, mein Herr, angesichts der großen Gefahren, denen sie sich anssetzen, versichern wir Fußgänger nicht," , * Beim Heiratsvermittler. .- . Sie reflektieren also nicht auf Schönheit und Kapital, sondern in erster Linie auf entsprechende Häuslichkeit?" — „Verstehen Sie mich nicht falsch! Ein paar Häuser soll sie haben!" * Wunsch. Student (vor dem Heidelberger Fasse stehend); >,Jetzt Sen Magen eines Mammuts haben um dies ehrwürdige Faß mit Champagner gefüllt austrinken zu können, das wäre so etwas für meines Vaters- Sohn." * Frau As: „Hat Ihr Mann gestern von der Jagd einen Hasen mitgebracht?" — Frau B.: „Nein einen A f f e n,"- Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. (Sebra n et) zweier Verhältniswörter unmittelbar hintereinander. Die Anwendung zweier Verhältnis- roörter unmittelbar hintereinander muß als sprachliche Härte bezeichnet werden. Diese Schreibweise sollte unter allen Umständen vermieden und, wo auch immer sie angetroffen wird, scharf gerügt werden. Einige Beispiele mögen das Unschöne der getadelten Darsiellungsiveife kennzeichnen. 1. „Darum ist auch bei großen Karbunkeln, zumal bei dur ch Zuckerkrankheit oder Krcifteveriall geschwächten Menschen, der tödliche Ausgang nicht gar selten." Bei Trennung der Verhältniswörter lautet dieser Satz viel besser: Darum....... zumal b e i Menschen, die d ur ch Zuckerkrankheit .... geschwächt sind, . . . nicht gar feiten. — 2. „Die Stadtverordneten beschäftigten sich mit einem Anträge, betreffend die Versicherung der Kinder gegen in der Schule vorkommende Unfälle". Dafür: D. St. besch. sich mit der Versicherung gegen Unfälle, die in d.Sch. vorkommen. — 3. Er warf sich mit Eifer auf die Ausarbeitung von zum Teil schon als Entwurf vorliegenden plattdeutschen Erzählungen. Besser: ... von teilweise schon im Entwürfe vorliegenden pl. Erz. — 4. „Ter Bereich der Fragestellung erstreckt sich aus für jede Person zu liefernde Angaben über Vor- und Fainiliennamen." Aenderung: D. B. . . . erstreckt sich a u f Angaben über...... die s ü r jede Person zu liefern sind. — 6. „Professor R. gab einige Proben aus v 0 in Verein gesammelten Liedern" .... — aus Liedern, die voin V. ges. waren oder die d. V. gesammelt hatte. — 6. „Sie können mir eine gewisse Gewandtheit zntrauen, um so mehr, als ich von aus diesem Gebiete zu Spezialisten ausgedildeteir Freunden unterstützt werde" — als mich Freunde unterstützt haben, die aus d. G. zu Sp. auSg. sind. — 7. „Wir fütterten ihn (den Sperling) mit in Milch geweichter Semmel" — mi t Semmel, die in M. ausgeweicht war. — 8. „Der Arzt betrachtete es (das Dolchmesser) und reichte es dem Intendanten, der es mit vor Erregung zitternder Hand entgegennahm" — der es i n sichtlicher Erregung m i t zitternder Hand entgegennahm. — Der Grund dieser nicht nachahmenswerten Aufeinanderfolge zweier Verhältniswörter ist wohl meist das Streben nach Kürze. Das sollte aber nicht aus Kosten der Schönheit unserer Muttersprache erfolgen; daher vermeide man die unmittelbare Nebeneinanderstellung zweier Verhältniswörter l ________________ P 0 etzsch. Ratsei. Eine Festung ist's am Rhein. Schreib ein kleines „i" darein: Nun entsteht ein Raubgesell, Ueberall schätzt man sein Fell. Auflösung in nächster Nummer, f Auflösung des Versteckvätsels trt voriger Nummer t Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießern