m 1 Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. ßortfeyung.) (Nachdruck verboten.) Ueber Frau von Hilbachs Gesicht slog ein Lächeln, aber es war ein trauriges Lächeln. Sie sah die Pastorin ort. Die hatte ein kleines, spitzes, seingeschnittenes Gesicht, von grauen, hochfrisierten Haaren eingerahmt wie man es aus Ahnenbildern sieht, und diese kleine, zierliche Pastorin, die sich da so herzlich über ihre Berliner Sommergäste freuen konnte, war in der Tat einstmals ein Grafenkind gewesen. Frau von Hilbach seuszte. „Mütterchen, "sagte dev kleine Junge, „mir tut der Kops weh." Sie nahm ihn auf den Schoß und drückte sein heißes Köpfchen an ihre Brust. „Warum sind Sie so still heut, Kindchen!" fragte die Pastorin nach einer Weile und nahm Frau von Hilbachs Hai in die ihre. „Ich bin nicht wohl; ich konnte zwei Nächte nicht schlafen!" erklärte die junge Frau und sank noch tiefer in sich selbst zusammen. „Aber, Kindchen, warum sagten Sie mir das denn nicht? Sie wissen doch, ich hab ein Mittelchen — das wirkt so sicher. Sie zählen bis fünf und sind schon im Schlaf. Aber warten Sie — ich hole es gleich herunter!" „Nein, ach nein!" sagte Frau von Hilbach und hielt die Pastorin zurück. „Das hilft mir nicht, und ich will ja auch nicht schlafen!" Aber die Pastorin hatte sich schon losgemacht, war ganz schnell zum Zimmer hinausgeschlüpft und lief die Treppet» hinaus wie eine Siebzehnjährige. . . . Das Fenerchen im eisernen Ofen knisterte leise; das Kindchen war aus seiner Mutter Schoß eingeschlafen, es war fast dunkel im Zimmer geworden. Die Pastorin kam mit zwei kleinen Fläschchen zurück. „So, mein Herz — hier von der braunen Flüssigkeit nehmen Sie zehn Tropsen und von der, weißen fünfzehn und dann nichts mehr denken, einfach die Decke über die Ohren ziehen, die Augen zumachen und fünfmal sagen: „Ich will schlafen!" — dann ist alles gut!" Sie stellte die Fläschchen auf den Tisch, wollte den kleinen Jungen streicheln und sah, daß in Frau von Hilbachs Augen Tränen standen. „Aber, Kindchen — Kindchen!" „Ach, lassen Sie, Frau Pastor!" sagte die junge Frau; aber sie konnte die Träiren nicht länger zurückhalten; sie mußte weinen. In der Pastorin Kleidern saß ein sonderbarer Duft, Und auch die beiden Fläschchen strömten einen weichen Und doch scharfen Geruch aus — wie Moder, wie etwas, was einstmals schön und glänzend gewesen und nun der« fallen war, und Frau von Hilbach wußte,, daß dieser Duft die Vergangenhert war und daß alles in diesem Haus« der Vergangenheit angehörte. Fast all diese sieben einsamen Weiblein, die in ihrem Hause vegetierten, zehrten von der Vergangenheit und hatten nicht viel ander« Wünsche für die Zukunft, als den, ihr armseliges Leben ohnt allzu große Sorgen und Entbehrungen noch möglichst lang« weiterjristen zu können. Sie alle hatten sich ergeben, waren kleinlich, klein und still geworden — nur sie nicht. Und die da vor ihr saß im abgetragenen, schwarzen Kleid, die kleine Pastorin mit dem aristokratischen Gesicht, bi« war auch durch ein Leben voll Widerwärtigkeiten und Stürmen gegangen, sie hatte sich beugen und biegen lassen und lachte heute trotz allem, wenn es etwas zu lachen gab, und eine gute Vermietung an Berliner Sommergäst« konnte sie mit aufrichtigem Glück erfüllen. Wenn aber Frau von Hilbach so viel Demut und Ergebung um sich herum sah, dann erfaßte sie ein Widerwillen: ein heißer, brennender Trotz stieg in ihr auf, und sie fand es erbärmlich und unwürdig, ein Leben, das kein Leben mehr war, so still und ergeben weiterznführen. Es tat ihr auch weh, wie jetzt der Pastorin schmale, aber verarbeitete Händchen über ihr Haar fuhren. Sie beugte den Kopf tief zu ihrem Kind hinab, und weil bi« Tränen mit Gewalt aus ihren Augen strömten unb ihre Brust vor Schmerz zerspringen wollte, unterbrach, sie der Pastorin Redestrom und wies allen Trost Von sich, weil ihr Leben ja doch einmal ein verfehltes sei. Aber die Pastorin ließ nicht nach mit Gegenbeweisen. „Verfehlt, Kindchen? Mit fünfundzwanzig Jahren verfehlt? Nein — o nein! Da fängt es ja erst an! Sehen Sie, ich bin eine alte Frau und habe mehr erlebt als Sie — ja, als zehn andere Frauen zusammen, und c3 muß doch auch gehen. Man darf nur die Hoffnung nicht verlieren; die Hoffnung allein hält aufrecht. Sehen Sie, Herzchen, wenn ich nicht immer wieder mich an die eine Hostnung klammerte, daß die Gerechtigkeit siegen muß, daß ich eines Tages meinen Prozeß gewinne und auf Wehringen einziehe, dann, ja dann wär's allerdings unertrüg- lich, aber so — —. Sehen Sie: hoffen, immer hoffen!" Frau von Hilbach aber weinte immer bitterlicher. Es tat ihr wohl, daß sie so weinet: konnte; sie fühlte wie ihr das Herz leichter wurde. Der Pastorin leise, eindringlich gesprochene Reden vernahm sie nur wie ein angenehmes Geräusch, so etwa wie den Herbstregen, der jetzt gegen die Fensterscheiben schlug. Nach einer Weile zog Frau Melzing ihr Taschentüchlein aus der Tasche, goß Wasser darauf und band es um bie heiße Stirn der weinenden Frau. _ „Sie machen sich ja krank!" sagte sie herzlich, „und das Weinen nutzt ja auch nichts. Gott, wieviel Tränen hab ich vergossen in meiner Jugend! Jetzt weine ich nicht mehr. Was sind wir armen Menschen denn überhaupt? — 6 Nchiffe sind wir, die ans Bem ruhigen Hafen ms offene Meer getrieben werden; so armselige Schiffe, die ein Sptel- zeug des Windes, der Wogen und des Sturmes sind und die froh sein müssen, wenn sie zum Schluß noch einen kleinen Hafen finden. Glauben Sie denn, liebe Fran von Htl- bach, ich hätte mir träumen lassen, daß ich einmal so dastände, tote ich's jetzt tue? Um Groschen arbeiten?? Denken Sie, Frau von Hilbach, das muß ich tun die Gräfin Wehringen zum Leuchtenberg — unmittelbare Reichsgrasm ■— Sie können es im Gothaer Almanach nachschtagen . — und da Frau von Hilbach geduldig war an diesem Abend und alles über sich ergehen ließ, hörte sie wohl zum hundertsten Male die Erzählung des ehemaligen Grafenklndes, das aus Liebe zu einem simplen Hauslehrer Schloß und Mafentitel gelassen hatte, das die Stärke besessen, entern harten Vater zu trotzen und dann nach Jahren als etnsache, bürgerliche Pfarrerswitwe mit drei Kindern und einer winzigen Pension dagestanden und sich vergebens an den alten Grafen um Wiederaufnahnle ins Schloß gewandt hatte. Vor zwei Jahren erst toar der starrköp ige, harte Vater in geistiger Umnachtung gestorben, hatte Schloß und Güter den Staaten Gotha, Weimar und Eisenach vermacht tind der abtrünnigen Tochter nur das Pflichtteil zukommen lassen. Aus dies Pflichtteil aber hatte die Pastorin Melzing verzichtet; sie wollte ihr volles Recht; sie wollte mit ihren drei Söhnen, die sie auf Gütern die Landwirtschaft studieren ließ, eines Tages als Herrin in Wehrungen Anziehen, und obschon die sortwährenden Prozesse sie in sinan- zielle Schwierigkeiten brachten, gab sie die Hoffnung auf den Sieg nicht auf, und diese Hoffnung gab ihr eine unglaublich zähe Stärke und Spannkraft. Fran von Hilbach, die der Pastorin Geschichte längst auswendig wußte, hörte sie gern immer und immer wieder; sie teilte treulich das Zagen und Hoffen der kleinen, alten ßrctu — aber heute abend sagte sie nichts, heute wollte He schwarz sehen, und es kam ihr erbärmlich vor, daß die Wastorin so sehr nach dem Besitz äußerer Güter strebte. „Wenn ich aber erst wieder auf Wehringen wohne, dann kommen Sie zu mir, liebe Frau voit Hilbach!" sagte die Pastorin zum Schluß, denn sie hatte das Gefühl, daß sie etwas Liebes sagen mühte, aber Frau von Hilbach blieb stumm. „Ach, gnädigste Frau Gräfin," sagte dafür ettte andere Stimme. „Geben Sie doch man endlich die Hoffnung auf! Ich an Ihrer Stelle nähme, was ich kriegen könnte, und ließe das alte Schloß Schloß sein!" Die Kosh war ins Zimmer getreten und machte sich am jOsen zu schaffen. Die Pastorin fah ärgerlich auf und ttahnt eine hoch- iniltige Miene an. „Ich muh doch sehr bitten, Frau von Kosczyskowsky!" Die Kosh lachte und meinte: „Da tragen Sie nun all Ihr schönes Geld an Ihre Ndvokgten in Naumburg und Eisenach, und darüber vergessen Sie, daß Milch und Eier vom halben Sommer itoch zu bezahlen sind!" Die Pastorin war aufgestanden. „Ich muß doch sehr bitten, Frau von Kosczyskowsky!" Wiederholte sie. „O Kosy!" sagte nun auch Frau von Hilbach leise, Uber im Ton des Vorwurfs. Aber die Kosy ließ sich nicht aus der Fassung bringen. „Nichts für ungut, Frau Pastern," sagte sie „Ich erlaubte mir nur, Ihnen mal einen guten Rat zu geben. Sehen Sie die Brötchen von den letzten zwei Monaten sind auch noch nicht bezahlt, und Sic wissen doch, wie bis Leute hier über so was reden!" Die Pastorin war blaß geworden. „Sie bedienen sich da eines Tones gegen mich, Frau Kosezyskowsky, der sich sür eine Person Ihres Standes ptir gegenüber nicht schickt. Ich habe an anderes als an solch kleinliche Dinge zu denken, und wenn Sie mir Ihre quittierte Rechnung geschickt hätten —---" „Js schon gut, Frau Gräfin!" sagte die Kosy gelassen. ^Jch hab's nicht schlimm gemeint. Milch und Eier können Sie bezahlen, wann es Ihnen beliebt, aber-wenn Sie meiner kle.inen Gnädigen den Kopf warm machen, daß sie Wie eine Unsinnige weint, das kann ich nicht gut mit an» Iehen. Was die Frau von Hilbach ist, die hat genug auf hren zwei Schultern zu tragen, der brauchen nicht andere Usch ihren Kram aufzupacken!" Sie hätte das schlafende Kind Ms' Frau von Hilbachs Armen genommen, hielt es an ihrer mächtigen Brust und ging mit ihm im Zimmer hin und her. Dabei warf sie der bleichgewordenen Pastorin herausfordernde Blicke zu. „Daß Sie dieser Person solche Macht über sich ein- räumen, Frau von 'Hilbach," sagte sie endlich, „das verstehe ich nicht!" Frau von Hilbach weinte nicht mehr. „Die Kosy ist gut, Frau Pastor!" sagte sie. „Sie Wilk auch Sie nicht kränken. Nicht wahr, Kosy —i Sie konnten sich nur nicht recht ausdrücken?" „I bewahre," sagte die Kcsy. „Schlecht hab ich's nicht gemeint. Aber wenn die Frau Gräfin man wüßten, was man im Ort über sch spricht----- —", Die Pastorin zitterte. Sie suchte eifrig in ihren Taschen und meinte aufgeregt: ' „Natürlich werde ich Sie sofort bezahlen! Ich muß aber gestehen, daß ich äußerst befremdet bin!" Die Kosy saß in einer Ecke und begann das Kind zu entkleiden. „Machen Sie sich keine Mühe," sagte sie zu der noch immer in ihren Taschen suchenden Pastorin. „Um das Geld ist's mir nicht zu tun — nur meine Frau hier sollen Sie mir nicht tmnötig traurig machen!" „Aber, Kosy!" entgegnete Frau von Hilbach, „wie können Sie ihr so nnrecht tun? Ich war traurig, bevor sie kam, und sie wollte mich trösten und band mir sogar ein Tuch um den Kopf, weil ich Schmerzen hatte." „O," schrie die Pastorin plötzlich freudig. „Ich wußte doch, daß ich das Geld in der Tasche hatte!" itnd ehe sich Frau von Hilbach versah, hatte sie ihr das Tuch vom Kopfe gezogen, begann eifrig einen Knoten aufzuchsen und brachte drei Goldstücke zum Vorschein. „Ich bitte!" sagte sie herablassend zur Kosy., „Achtzehn Mark fünfzig Pfennige, Frau Gräfin!" Nun wurde die Pastorin toteber bleich, aber sie biß, sich aus die Lippen und schob ein Zwanzig-Markstück hin. Die Kosy gab heraus und dankte. „Nun, Fran von Hilbach —-ich wünsche- gute Besserung!" sagte die Pastorin ein wenig frostig und schickte sich znnt Gehen an, aber Fran von Hilbach hielt sie fest. „Nein, so dürfen Sie nicht gehen, Frau Pastor —- bitte nicht. Die Kosy hat's nicht schlimm gemeint, und ich jväre so traurig, toenn Sie sich gekränkt fühlten!" Die Pastorin zauderte einen Augenblick; sie dachte daran, daß sie der Kosy ihre gute Badevermietung vom Sommer zu verdanken hatte und daß ihr dies dicke, derbe Weib so manches Mal schon aus der Verlegenheit geholfen hatte. . c, Ein wenig unsicher sah sie nach der Ecke, m der die Kosy mit dem Kind saß. Sie hielt den kleinen Jungen, der nur noch sein Hemdchen an hatte, mit beiden Armen in die Höhe und ließ ihn mit Armen und Beinen strampeln. „Bleiben Sie man unten bei meiner Gnädigen, Frau Gräfin!" sagte sie gutmütig, „oder holen Sie erst noch schnell Ihre Fettbückünge, die Sie sich heute mittag beim Kaufmann gekauft haben, herunter. Tee können Sie hter mittrinken; ich bring nur noch das Jungchen zu Bett, dann deck ich den Tisch!" I Die Pastorin schwankte. „Ich wurde nicht amtehmen," entschuldigte sie sich zögernd, „ich habe jedoch in der Tat keinen Spiritus int Hanse, um mir selbst Tee zu kochen —; aber stören möchte ich nicht gern!" e „Sie stören gewiß nicht, Frau Pastor!" sagte Fran von Hilbach herzlich. „Holen Sie nur Ihre Bücklinge.^ Die Kosy hatte den kleinen Jungen seiner Mutter auH den Schoß gesetzt. „Geben Sie nur den Schlüssel her, Frau Gräfin," sagte sie. „Ich hole alles: Bücklinge, Brot und Butter. Oder haben Sie sonst noch was?" „Nein, Frau von Kosczyskowsky; nur meine Baldriantropfen bitt ich mir ans, sie stehen auf dem Nähtisch auf einem Roman der Gräsin Hahn-Hahn!" „Ach, Fran Pastern, von der Gräsin Hahn-Hahn sagen Sie? Dieselbe, von der Sie uns voriges Jahr im Wtntep vorlasen? Wie wär's denn?---" „O ja, ja," sagte Frau von Hilbach froh. „Sie kommen wieder jeden Abend und lesen uns vor, Frau Pastor? bitte — bitte!" | (Fortsetzung folgt.) 1 Erinnerungen. Von Pfarrer Werner- Niddä. Ter in den „Familienblättern" enthaltene Artikel: „Dohr- Wuschen, Alleechen ufro." ruft bei mir die Erinnerung an ein Vorkommnis wach, welches jedenfalls merkwürdig ist. In fraglichem Artikel ist die Rede von der Ermordung eines jungen Menschen (es war ein Schreinerlehrling) durch einen Alanen Namens H., der aber nicht aus Watzenborn, sondern aus Garbenteich war. Ter junge Mensch war am 1. Pfingsttag 1865 von Gießen weggegangen, um seinen Schwager in Birklar zu besuchen und dann zu seiner Mutter zu gehen, in einem anderen! in der Nähe gelegenen Dorfe. Der Name ist mir entfallen. Bim 3. Pfingsttag ging ich mit meiner Braut, einer Gießnerin, nach dem Wald spazieren, es war ein wunderbar schöner Morgen, als am Waldrand eine Frau auftauchte, welche mit ihren Händen an den Kopf schlug und jämmerlich weinte, geradezu wimmerte. Ich ging auf sie zu und fragte sie nach der Ursache ihres Schmerzes. Da rief sie ein über das andere Mal: „Mein Kind, mein armes Kind;. seit Sonntag steht es vor mir in seinem blutigen Gewand Nnd ruft: „Mutter hilf, Mutter hilf." Ich tröstete die Frau, Nachdem ich von ihr erfahren hatte, daß ihr Sohn nicht heim gekommen sei und sie noch nicht wisse, wo er sei, so gut ich konnte. Ta, am Nachmittag durcheilte die Nachricht die Stadt: Am Lumpenmannsbrunnen, oben an der Straße nach Lich, ist die schrecklich zugerichtete Leiche eines jungen Menschen gefunden worden. Eine Frau, welche verbotenerweise Gras schneiden wollte» war, als sie Leute des Weges kommen sah, etwas zurückgetreten in den_ Wald und war auf die Leiche gestoßen. Der Schädel war mit schweren Straßenfl einen zerschmettert und die Leiche an den Beinen in das Gebüsch geschleift worden. An den Bäumen, an welchen der Mörder den Jungen vorbeigeschleift hatte, war die Rinde abgekratzt; der Junge hatte sich in seinem Todeskampf daran geklammert. Seine geringe Barschaft war weg. Ich war in bezug auf Ahnungen und sogenanntes „Anzeigen" fern weilender Menschen immer sehr zweiflerisch gewesen. Dieses Erlebnis gab mir aber doch zu denken. Die Mordtat erregte damals in Gießen nicht bloß Aufsehen, sondern geradezu Augst und Schrecken. Man wagte sich nicht mehr in den Wald. Eine Menge Handwerksburschen wurden eingesteckt, aber alsbald- wieder sreigelassen. Polizeirat Nover streifte selbst mit seinen Bediensteten im Wald umher, er scheinbar Reisender, um die Räuber anzulocken, die Gendarmen hinter ihm int Versteck, doch vergebens. Da führte der Mörder durch eigenes Ungeschick die Behörde auf seine Spur. Es wurden nämlich- Marktweiber von einem Kerl mit geschwärztem Gesicht in die Flucht gejagt. Dieses ließ vermuten, daß hier ein Mensch aus der Nachbarschaft die Hand- im Spiele habe, der der Polizei das Bestehen einer Räuberbande vortäuschen wollte. Ferner siel es der Behörde nachträglich auf, daß eben der -oben genannte H. sich soviel bei dem Transport der Leiche zu schaffen machte, daß er sogar zur gerichtlichen Obduktion sich drängte, dem Toten die zusammengeballte Faust aufbrach, und sagte: „Er ist ein Schreiner, man siebt es an der Schwiele, bte der Hobel macht," Ein Mann, bas war mein Schwiegervater, der als Beamter viel ihn Kreis Gießen herumkam, sprach in seiner Familie den ersten Verdacht aus, ohne ihn sonst laut werden zu lassen. Als er einst mit den Seinen spazieren ging, sagte er zu seiner Frau: „Betrachte dir einmal den H„ der daher kommt; wenn es' einer aus der Gegend getan haben kann, so ist es der H." Bald darauf wurde H. verhaftet, mußte aber wieder freigelassen werden, weil er nahezu fein „Alibi" nachzuweisen vermochte. Mau konnte die Stunde des Mordes nicht nachweisen, tz. war allerdings morgens weggewesen, gegen Mittag aber wieder zu Hause gewesen. Er hatte, wie sich später herausstellte, den Weg von der Mordstelle nach seinem HeÄnatsort rasend schnell zurückgelegt, um zu Hause sein zu können. Sein eigenes Kind gab. schließlich Zeugnis gegen ihn Bei der Schwurgerichtsverhandlung, welche damals in Ermangelung eines Justizgebäudes im Hotel Prinz Carl am Seltersweg gehalten wurde, war ein wahrer Mjenschenauflauf vor dem Hotel, und die Polizei konnte den Mörder kaum vor der Volkswut schützen. Die Menschheit war damals überhaupt noch nicht so abgestumpft in ihrem Fühlen, wie heute. Wenn ich noch an jene Zeit denke, an die Aufregung der Bevölkerung und damit vergleiche, wie heute so ein einzelner Mord vielen garnichts besonderes mehr ist, wie da gleich zwei vder drei ihr Leben lassen müssen, ja wie so mancher die Zeitung weglegt, wenn nichts Schauerliches zu verzeichnen ist, mit den Worten: „Nun, heute steht aber auch gar nichts drin" — so empfinde ich recht den Unterschied von damals und jetzt. Im Jahre 1868, als ich Pfarrvikar in Griedel war und den Siniiern des Direktors der Strafanstalt Marienschloß, Oberst- teutnant Knispel, Privatunterricht erteilte, ging ich manchmal mit dem Direktor in die Männeräbteilung und- sah dann die berühmten Verbrechergrößen, den Kammerdiener Stauf, der 1846 bte Gräfin Görlitz in Darmstadt erschlagen hatte, den Hofbuch- drucker Jakobi aus Darmstadt, der feine Frau vergiftet halte — darum Hofgiftmischer genannt — und auch den H. Groß- herzog Ludwig• III. unterzeichnete fein Todesurteil, er begnadigte iM Lebenslänglicher Saft, Uebrigens hatte mein öfterer Besuch des Zuchthauses später für mich einmal ein unangenehmes Mißverständnis zur Folge. Als Pfarrer zu Udenheim in Rheinhessen unterrichtete ich meine Kinder selbst und erzählte ihnen auch manchmal von den bösen Menschen, die sich an Leib und Leben ihrer Mitmenschen vergreifen, und wie ich solche Mörder schon! im Zuchthaus gesehen habe. Ta kommt eines Tages mein Nachbar, ein gemütlicher Rheinhesse, Philipp-Peter mit Vornamen, zuj mir und sagt: „Herr Parrer, ihr Kinn (Kinder) mache do e Geschwätz im Torf, das ist net scheen; sie sage: „Unser Vatter; ist schon im Zuchthaus gewese." Wisse se, ich glab’Si jo net; am er es sinn immer so Seit, die könnt en's doch glabe. Erkläre se mir emol die Sach!" Ich stutzte erst, nachher lachte ich herzlich und erklärte es dem Nachbar. Nun meinte er aber: „Herr Nachher, do druf misse in er eine trinke." Gesagt, getan. Um mit etwas Heiterem zu schließen, folge noch ein „Stickelche" vom Nachbar Philipp-Peter. Er hatte eines Tages geschlachtet — und das nicht leicht; war er doch selbst ein Mann iv-on mehreren Zentnern. Natürlich mußte die Pfarrersfamilie dabei sein, nicht bloß bei der „Metzelsupp", sondern auch bei Feststellung des Gewichts der Schweine. War letzteres vorbei, so wurden die Gäste auch gewogen. Auch meine Frau, ich selbst und die Kinder mußten heran. Als er mein Gewicht ablas, brummte er etwas vor sich hin, konstatierte aber, daß ich erliche 10 Pfund mehr wiege, als meine Frau. Kurz darauf blinkt er mit den Augen und nimmt mich mit in den Vorkeller uuds sagt: „Herr Parre, das ist anerscht (anders), die Fra Parrckr wiegt 10 Pfund mehr als Sie." „Nun", frage ich, „warum! haben Sie denn das so geheim gehalten?" „Ei wos", führt er heraus, die Fra Parrer ist schwerer als ihr Mann! Wenn das in der Geman (Gemeinde) laut werd, do mißte se sich jo schäme vor der ganze Geman." Sang, lang ist's her. Der gute Philipp- Peter ist schon laug tot; ich habe selten einen gutherzigeren Menschen kennen gelernt. Der Tod seiner Frau ist mir vor drei Wochen mitgeteilt worden; aber oft denke ich noch der mit jenen echten Naturmenschen verlebten Stunden, wie beim Ainde die Sprache entsteht.') Wenn ich aber nun weiter erzählen will von den späteren Rundgängen, bann muß ich vom Sprechen erzählen. Da habe ich wieder gesehen, wie furchtbar schwer es ist, zu bemerken, wenn das Kind zuerst spricht. Eigentlich ist es ganz und gar unmöglich. Man weiß in den ersten Monaten wirklich nie ganz genau, ob das Kind wirklich gesprochen hat und was es gesprochen hat. Das heißt, die Saute hört man ja. Helga sagte wie alle Kinder zuerst „ma ma" itnb „pa pa", aber was die Samte bedeuten sollten, darüber waren wir lange im Streit. Da denken nun die meisten Menschen immer, das wäre doch ganz einfach „ma ma" wäre eben „Mama" und „pa pa" wäre eben „Papa", und wenn sie das sagte, dann meinte sie es auch. Und wenn sie zum Beispiel morgens in ihrem Beuchen lag und wach war und ich kam rein und holte, sie raus, dann rief sie sehr lebhaft „pa pa, pa pa", und da meinten bann einige, das wäre doch ganz klar, daß sie damit mich meinte. Aber genau dasselbe sagte sie auch, wenn ein anderer sie raus holte! Da meinten nun wieder einige, sie wollte lagen: „Gewöhnlich holt mich der Papa raus, wo ist denn der Papa?" Aber ich glaube nicht, daß das so ist. Ich habe dabei und bei einigen anderen Gelegenheiten ganz deutlich gemerkt, daß fte mit „pa pa" das meinte, was wir etwa so sagen würden: „Mir ist meine augenblickliche Sage ungemütlich, ich möchte gern eine Veränderung meiner Sage haben, ich möchte gerne rausgetragen werden, ich möchte gerne ausgenommen werden," oder wie! es int Augenblicke war. Daß sie dabei öfter an mich gedacht hat, ist sehr wohl mögliche, denn wenn ich es irgend mit meiner Zeit machen foimte, bann holte ich sie immer aus ihrem Wett heraus, sobald sie sich hören ließ, und so kann es ganz gut fein, daß der Saut „pa pa" alles Beides bedeutet hat, daß sie mich gemeint hat, aber auch gemeint hat, sie möchte gerne hochgenommen und irgendwo anders- hingebracht werden und daß ihr dabei auch vorgeschwebt hat, daß ich sie häufig hochnahm. Denn als sie Ende November ober Anfang Dezember, wo wir alle die Influenza hatten, als sie da eine Zeit lang krank war und nirgends anders sein mochte, als bei der Mama, da hieß es auf einmal! immer „ma ma", wenn sie irgendwo weggebracht fein wollte oder! sonst irgend eine Veränderung wünschte. UebrigenS sind das jetzt alles längst vergangene Zeiten. Jetzt weiß sie ganz genau, wer Mama und wer Papa ist. Aber nun kommt eine andere Geschichte. Die läßt sich gar nicht genau aufschreiben, weils für die Laute, die da brinn vor- kommen, gar keine Buchstaben gibt. Denn wenn man druckens lassen wollte „i", bann würbe ein ganz anderer Saut herauskommen. Ihr habt vielleicht einmal ein Ferkel recht laut quieken *) Wir entnehmen diesen Aufsatz den Aushängebögen des dem!«! nächst erscheinenden Buches „Bon der Helga. Ein Buch für junge Eheleute und für Kinderfreunde." Von Berthold Otto. Verlag des Hauslehrers, Groß-Sichterfelde. Der bekannte Herausgeber des „Hauslehrers", der in der ersten Reihe der Sehul- reformer steht, lehrt darin, wie man das Seelenleben der Kinder mitfühlend nnd mitdenkend miterleben kann. 8 du das wo Aber so ein Junge, den ein Bildhauer aus Gips gemacht hat, der ist immer noch leichter zu erkennen als ein gemaltes Bild oder eine Photographie. Nun war da auch eine Photographie, auf der der Bubi mit seinem Vater und seiner Schvester und seinem Onkel zu sehen war. Dieses Bild wurde auch mit „i" gerufen, und das mutzte die Helga eine Zeit lang auch aus ihrem Rundgang täglich in die Hand nehmen. Und dabei passierte noch eine sonderbare Sache: Bubis Vater wurde mit „Papa" angeredet; sie zeigte wirklich auf ihn hin. Aber dann waren noch zwei andere Bilder. Das eine ist gemacht, ganz kurz ehe wir von Leipzig nach Berlin zogen; da bin ich mit den fünf Kindern, darauf, die ich damals hatte, und dann ist noch eins da, das ist Wohl noch fünf Jahre älter, da ist meine Frau drauf mit denselben fünf Kindern; aber da sind sie alle noch viel jünger, !und namentlich die Irmgard, die war auf dem Bild für die Helga auch noch ein „i". gehört oder einen Keinen Jungen oder et« kleines Mädchen, das sich sehr ärgerte, recht laut kreischen gehört; ent ,,t' hort man auch dabei, aber das kommt nicht so einfach heraus, sondern der ganze Kehlkopf und der ganze Gaumen zittert dabei mit; . und das macht Bubi, wenn er mit irgend etwas recht sehr unzufrieden ist. Wer schon länger den Hauslehrer liest, der weiß, wer Bubt ist. Der heitzt Bruno und ist jetzt schon über LV- Jahre bet uns. Er ist aber jetzt vier Jahre alt und kann selber schon vollMudig fertig sprechen, aber dieses „t" — ich kanns nun ja ooch nicht auders drucken lassen — das braucht er autzerdem neben seiner ganzen übrigen Sprache. , , , ... ~ „ Nun spielt aber der Bubi öfter Mit der Helga, und dte Helga ist sehr aufmerksam auf alles, was der Bubi tut, und dieses laute „i" hat ihr nun offenbar sehr gut gefallen, denn eines schonen Tages fing sie an, es nackMimachen. 'Darüber lachten sie nun alle und freuten sich, und dann fragten sie sie oster: "Wie macht der Bubi?" und dann machte sie genau das „t . Unb rate geschickt sie das macht, das haben wir einmal so erlebt, datz alte sehr darüber gelacht und sich gefreut haben. Wenn ich nämlich Kopfschmerzen habe und sehr nervös bin, dann mag ich das gar nicht gerne hören, wenn der Bubi so kreischt; und so Vatte ichs ihm denn, wie ers eben noch mal getan hatte, ernstlich verboten. Ich saß dann eine Weile ruhig da und las wohl eine Zeitung, und da kreischte es auf einmal wieder. Das bin uh nun nicht gewöhnt, datz etwas getan wird, was ich eben vorher ernstlich verboten habe; und ich rief denn auch sehr ernst: „Wulst ' ' ohl bleiben lassen!" und sah mich dabei um. Aber da Bubi, sondern an einer Stelle, too ich sie nicht gleich war kein Bubi, sondern an einer Stelle, wo ich sie nicht gleich sehen konnte, saß die Helga. Die hatte das so geschickt nachgemacht, daß ich wirklich gedacht hatte, das wär der Bubi. Nun war natürlich die Freiide und der Jubel im Hause groß, datz die Helga das so geschickt machen konnte, daß, selbst der Papa Nicht merkte, daß sie es war und nickst der Bubi. Aber nun tourbe dieses „i" allmählich der Name für den Buben. Jedesmal wenn sie ilm sah, rief sie das, und wemi sie ihn draußen sprechen oder spielen hörte, rief fies auch. Und im Anfang genierte das den Buben sehr, und er meinte, er macht: doch gar nicht mehr so; und er hat sichs auch wirklich dadurch sehr stark abgöwöhnt. Aber bei der Helga hat ihm das nichts geholfen, da heißt er immer noch „i". . . Aber nicht der Bubi allein heißt so, sondern jedes kleine Kind. Sobald Helga ein kleines Kind sieht, dann macht sie ein vergnügtes Gesicht und kreischt los „i"l. Und nach ganz kurzer Zeit brauchten das nicht bloß wirkliche lebeirdige Kinder zu setn, sondern es konnten auch Silber sein. Unb wir haben da im Zimmer einen wunberschönen kleinen nackten Jungen von August Kraus, der würbe zuerst „i" genannt. Und der war dann längere Zeit auch mit int täglichen Rundgang. Ich mutzte ihn heruitter- nehmen unb Helga klopfte ihm mit ber Hanb wohlwollend auf den Kops. So macht sies, wenn sie mit jemandem recht zufrieden ist. Mich klopft sie dann auf die SckMlter: und wenn sie felyi zufrieden ist, mit beiden Händen auf beide Scksultern. Das mackst sie besoichers, wenn irgenb ein anderer sie mir raegnehmen will ;unb wenn sie dann liebet bei mir bleiben will. Die Tragik des persischen Frauenlebens schildert aus Grund genauer Kenntnisse Ella C. Sykes im „National Geographical Magazine". Es ist ein trübes Bild, das uns aus dieser ausführlichen Darstellung, deren bezeichnendste Züge im Globus wiedergegeben werden, entgegentritt. Bis aus das Leben und Schicksal der Frauen erstrecken sich die modernen Reformen noch nicht, die sich nun auch im Lande des Schahs Bahn brechen; vielmehr ist ihr vom Eintritt in die Welt bis zum Tode, ja auch im Jenseits noch die schlechteste Seite des Dasein Vorbehalten. Den Perser lehren schon die Priester, datz er immer am besten fahre, wenn er gerade das Gegenteil von dem tue, was ihm eine Frau rät. Im Paradiese aber stehen auch den: ärmsten Gläubigen 72 engelgleiche Huris zur Verfügung, die ihm den leisesten Wunsch erfüllen und ihn alle Frauen vergessen lassen, die er auf Erden gekannt Schon die Geburt eines Mädchens ist stets unwillkommen; mit 8 Jahren wird es bereits in den für die Frauen bestimmten Teil des Hauses eingesperrt und zumeist ohne jede Bildung gelassen. Nur selten kann eine Perserin leserk und schreiben; sie verbringt ihre Zeit mit der Anfertigung von Stickereien, der Bereitung süßer Speisen und Getränks und im Geschwätz mit Dienerinnen oder Freundinnen. Ohne daß nach ihrem Willen gefragt wird, wird sie dem von den Eltern gewählten Manne in die Ehe ausgeliefert^ und ihr sehnlichster Wunsch ist mm darauf gerichtet, einen Sohn zu bekommen; denn nur dann kann sie die Zuneigung ihres Mannes erringen, während sie sonst von ihrem Manne entweder nach Hause geschicst wird oder zum mindesten etne Rivalin erhält. Nie kann das Weib die wirkliche Gefährtin des Mannes sein, denn ihr ganzes Leben ist von dem seinen geschieden; sie ist von seiner Welt wie von der Außenwelt überhaupt abgeschlossen. Auf der Straße, darf der Gatte seine Ehefrau selbst nicht grüßen, wenn er Jte unter dem dichten, sie verhüllenden Tschargat erkennt. >zhre Zeit verbringt die Perserin mit der Pflege ihres Aeußeren; sie schminkt und pudert sich in höchst barbarischer Weise, gebraucht Kohle, um den Augen einen schmachtenden Blick zu verleihen und die Stärke der Augenbrauen zu erhöhen^ die über der Nasenwurzel zusammen zu stoßen scheinen, Ihr Haar schneidet sie quer über der Stirn zu graben Fransen und durchsticht es mit Pferdehaaren. Ihre kosmetische Verschönerung setzt sie dann int öffentlichen Bad ort, in dessen heißer, dampferfüllter Lust sie titele Sinn- den im Geplauder mit den Freundinnen verbringt und das ihre Hauptzerstreuung bildet. Die Dieneriniten färben thr Haar mit Henna und Indigo und verzieren ihr auch Fingerspitzen und Zehen mit dem scharlachroten Saft. Das Haus- gewand besteht im Sommer aus einer Jacke aus Gaze und kurzen, das Knie nicht erreichenden Hosen; diese Tracht soll Schah Nasr-ed-din ans Europa eingeführt haben, wo ihm das Kostüm der Pariser Balletteusen besonders imponiert hatte. Das Einerlei der Woche wird am Freitag für die verheiratete Perserin durch einen Besuch der Mo- fcbee unterbrochen, wo sie in ihrem dichtvergitterten Käfig nur wenig von dem Gottesdienst sieht und hört. Der einzige Lichtstrahl in diesem düsteren Dasein ist die Liebe der Perserin zu ihren Kindern, die von diesen erwidert wird. Auch der Perser liebt seine Mutter, aber das hat keinen Einsluß auf das Benehmen gegen seine Gattin. Auch im Jenseits harrt der persischen Frau ein besonders tra- nifcbcd £o§. Sie toitb in bei* mit lufytert Qualen geplagt, und um diesem furchtbaren Geschick zu entgehen, schmeichelt sie ihrem Manne Geld ab, verkauft wohl auch ihre Edelsteine, nur nm durch eine Pilgerreise nach Mekka das Paradies zu erlangen. .Aber auch wenn sie nach dem Tode glücklich die über die Hölle gespannte Strat- brücke, die „dünner ist als ein Haar und scharfer als ein Schwert", überschritten hat, lebt sie in Abgeschlossenheit weiter; ihren Gatten trifft sie im Paradies nicht. * humoristisches. * Ach so« „Warum redest du denn deinem Freunde Meier nicht zu, daß er beiratet?" — „Aber, liebe Else, er hat mir doch ntd)t* Am^Fernsprecher. „Bist Du es, mein Liebling?" —' „Ja; wer dort?" ______ Namsnratsei. Amanda - Elfride — (Sagenie - Elisabeth — Helene — Paula Man ordne die vorstehenden Mädchennamen derart, datz der erste Buchstabe des ersten Namens, der zweue des zweiten, der dritte des dritten usw. wiederum einen Mädchennamen ergeben. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Skat-Auigabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr Treff, p = Vigne, o == Coeur, car = Carreau, tIB — Treff-Bube, pA = Pigue-Ap, cD Coeur-Lame u. f. f. Das Spiel geht verloren. Vorhand erhielt trB, carB, trK, eA, carZ carD, eaiN car8, car7, im Skat liegen trD und tr7; Rest für Mittelhand. Spielgaug: 1. V. cA M. cK 2. V. carZ Ni. pD 3. Al. trA H. pA 4. H. pB V. trB H. cZ --- — 25. H. carA — — 24. V. trK = (+ 26). Dl. trZ — — 14. Sa. — — 63 Augen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Umversitäts-Luch- und Steindruckerei, R. Lange. (Sieben.