M - Nr. po Donnerstag den 5. August B8tf iiWW^^M njjMgjl Ml ) t d it n t t Mheilmittel für die herzensdarbende Menschheit und hat das unermeßlich Gute, daß sie nie zur Sophistik werden kann. Schauen Sie mich einmal an, Traute: ehrlich und unerschrocken! Und nun antworten Sie mir: lieben Sie Everftedt?" Da jagte ein gewaltiger Schrecken durch ihre Glieder. Sie riß sich zitternd los, und das Blut wich aus ihrem! Gesicht, während sie stammelte: „Nein! — O nein, Herr Pastor! Ich verabscheue ihrt ja! Ich hasse ihn!" Sie brach plötzlich in Schluchzen aus. Moebius nahm sie mit väterlicher Zärtlichkeit in seine Arme. Er streichelte ihre Wangen. Er sprach leise und liebevoll. „Sie hassen ihn und Sie verabscheuen ihn. . . Das ist das Geständnis, das mir noch fehlte. Traute, wenn es Ernst wird zwischen Ihnen: vergessen Sie die kleinen Wuirden, die sein hochfahrendes Ungestüm Ihnen schlug. Wenn der Mann kommt, bringt er Ihnen viel Liebe entgegen. Und dann denken Sie daran, daß Sie seine Retterin werden können." Sie merkte nicht das Zittern seiner Stimme. „Ich?!" fuhr sie auf, ich seine Retterin?! —" Ihre Augen wurden groß und strahlend. Aber es währte nicht lange/ und aller Glanz erlosch. Sie schüttelte den Kopf. „Er kommt nicht," flüsterte sie, noch unter Dränen. „Er spielt nur... iD, er ist doch schlecht!" Moebius hielt sie noch. Er spürte das Beben ihrer jungen Glieder, vermeinte auch, ihres Herzens Klopfen zu hören. Da wußte er ihr Geheimnis. Es ging in die Tiefe. Es war kein fröhliches Tändeln mehr: im Dunkel der Gefühle regte sich die Leidenschaft. Das tat ihm weh. Er war Everstedts nicht sicher. Er suchte nach einem Trostwort, das ihm nicht leicht wurde. „Sie müssen Vertrauen haben, Traute," sagte er. „Auch zu sich selbst. Zu den nnbeschwingten Seelchen gehören Sie ja gottlob nicht. Warten Sie ab und versuchen Sie, ihir kennen zu lernen. Das ist auch auf der Oberfläche unseres gesellschaftlichen Treibens möglich; es findet sich immer Gelegenheit, ein Stück von der Selbständigkeit des Wesens in unserm Nächsten auszuspüren. Nun trocknen Sie Ihre Tränen. Der Küster soll nicht glauben, daß Ihre Beichte so schwer war. Und noch eins, Kind: wenn auch er sich gegen Ihre Modellbesuche erklärt hat, dann machen Sie Schluß damit." „Er wird triumphieren — und das will ich nicht!" „Liebe Traute, wenn Hohes auf dem Spiel steht, soll man nicht trotzen. Sie sagen: er wird triumphieren. Gut. Wissen Sie denn so bestimmt, daß sein Triumph nur ein« kleinliche Regung sein würde?" Er sah, wie sie schwankte. Ihr Trotz hielt noch an. Sie tupfte mit ihrem Taschentuche die Augen. .Es zuckte fiebrig um ihren Mund. Dann nrckte sie. „Ich habe Kruse schon gesagt, haß ich am Mittwoch Das nette Mädel. Roman von Fedor von ZobeltiA (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Das Rot in den Wangen Trautes hatte sich noch tiefer gefärbt. Der Eifer, mit dem sie den Worten des Pastors lauschte, ließ ihre Augen glänzen. „Da wäre er also nicht der schlechte Mensch, für den ihn so viele halten?" fragte sie. „Keineswegs. Denn das scheinbar Schlechte würde nur eine Gegenbewegung sein zu dem gefesselten Besseren. Das klingt philosophisch, ist aber durchaus natürlich. Im Kampfe mit der eigenen Mißachtung siegt oft das Nickere. Und dann tritt der Prozeß unserer Entwicklung in seine schwerste Krise, in jenes niederdrückende Stadium der Traurigkeit, das sich erst wieder in Freude wandeln kann, wenn wir über die Widersprüche hinauskommen und Suchen und Finden sich ergänzen in der alldurchdringenden Macht der Liebe." Er schwieg einen Augenblick. Trante war, als hätte sie eine Fortsetzung seiner Predigt gehört. Sie wußte: dieser merkwürdige Mann, dessen reformatorische Schriften weit über die Kreise der theologischen Welt hinaus Aufsehen erregt hatten, stammte aus einer Schauspielerfamilie. Sie entsann sich auch, gehört zu haben, er hätte in,seiner Jugend selbst einmal auf den Brettern gestanden, ehe er dyzu gekommen wäre, jeüte Studien zu vollenden. Und manches an ihm, vor allem der Tonfall seiner Stimme und die getragene Würde seiner Gestikulation, erinnerte noch an das Theater. Aber es war sicher keine gemachte Pose und vor allem keine gewollte; es kam von innen heraus. Und so war auch der Eindruck auf Traute ein starker. Sie verstand nicht alles, was er sagte; es wurzelte doch zu sehr in religionsphilosophischer Auffassung, als daß es ihrem Begreifen leicht geworden wäre. Aber sein Schlußwort klang ihr noch im Ohre: die Wendung von der alles durchdringenden Macht der Liebe, und sie legte sie sich in süßer Harmlosigkeit als weltlich und sinnlich gemeint aus und sagte schüchtern: „Kruse meint auch, daß Everftedt zu den Männern gehöre, die nur durch eine Frau zur Vernunft gebracht werden könnten." Das fuar eine so herzliche Naivität, daß Moebius lächelnd ihren Kopf in seine Hände nahm und sie auf die Stirn küßte. „O, Sie glückliches Kind!" rief er. „Was sind Ihnen alle Konflikte der Seele und alle metaphysischen Probleme! Sie lösen sie leicht. Und Sie haben recht, wenn Sie in der Liebe den Pulsschlag der Welt finden, der lauter tönt als alle Mechanik des Geistes! Sie ist auch ein Glaube, der Berge versetzen kann, und dringt mit ihren Erschütterungen tiefer als spekulative Vernunft. Sie ist das große 478 a Mn letzten Male zu ihm komme. Mcht eWa', itm Ever- stedts Wunsch zu erfüllen — o nein! Es paßt mir selber Nicht mehr. Ich will unnötigem Klatsch aus dem Mege gehen." * „Recht so. Daß das Bild nicht ausgestellt wird, dafür lassen Sie mich sorgen." T Seine Hand glitt über ihre erhitzten Wangen. Er strcch die blonden Härchen zurück, die sich vor ihrem kleinen Ohre Lauschten, und fuhr zärtlich über ihre Augen, als wollte er fühlen, ob sie noch Tränen trugen. „Alles Gute, liebes Kind," sagte er, „und Gottes Segen." Wieder nahm er, wie vorhin, ihren Kops in seine Hände und küßte sie. Aber er rüßte sie auf den Mund. Sie ließ es ruhig geschehen. Es war kein Kuß, der sie schreckte, und feiner, der ihr Herz traf. Aus trotzigem Widerstand wurde weiche Stimmung. Ein großes Dankbar- keitsempfindeu durchströmte sie, und da neigte sie sich und drückte ihre Lippen auf seine Hand. Er zog sie rasch zurück, und dabei verlor sich die Farbe auf seinem Gesicht, und er schloß die Augen, als blende ihn plötzlich das Sonnenlicht, das in zwei schmalen Streifen durch die Fenster fiel. Als er die Augen wieder öffnete, war Traute fort. Moebius sah sich um. Ja, sie war fort. Auch die Sonne. Weißes Gewölk strich über den Himmel. Ein bleifarbiger Ton ging von dem Wandgrau oberhalb der Täfelung aus. In einer Ecke hing an unsichtbarem Faden eine dicke Spinne. Es sah aus, als schwebe sie bewegungslos jn der Luft. Möbius starrte auf die Spinne. Er sagte fich: Der Kirchendiener sollte besser auf Reinigung achten. Und dann wieder: Es ist eine Kreuzspinne; wie fein ist die Zeichnung auf ihrem Rücken! Und dann wieder: Ich muß Bindemann sagen, daß neue Hostien bestellt werden. So gingen seine Gedanken hin und her. Doch die Besinnung kam zurück. Er setzte sich; er war müde, morgen und Zweifel türmten sich auf. eie griffen ost in ihn ein und tief. Aber nie hatte er sich zu Boden werfen lassen und nie die Hoffnung verloren, sich doch noch einmal aus alleu schweren Kümmernissen in die reinere Welt des Glaubens flüchten zu können. Er predigte mit Begeisterung seine Lehre: daß wir aus dem Innern über die traditionellen Borstellungen des Glaubens hinwegkommen und uns eine Religion des Gefühls schaffen müßten, die uns gegen Angriffe und Zweifel feit. Und gerade zu Zeiten, da er am lebhaftesten den Gegensatz zwischen Kopf und Herz verfocht und für einen Glauben jenseit aller Erfahrung und Forschung eintrat, spürte er zuweilen schmerzlich, wie dieses Gefühl widersprach, das für ihn doch die Quelle der Wahrheit sein sollte. Als es ihn zum ersten Male belogen hatte, war er noch jung gewesen. Aber der Mann litt schwer unter jener Lüge. Er stand seufzend auf und legte seinen Talar ab. Das war in diesem Augenblick wie eine symbolische Handlung. Traute war nach Hause gegangen. Sie hatte ihren Schritt beschleunigt, um noch rechtzeitig zuur Essen zu kommen, und traf auch ein, als Emma die Suppe auf den Tisch setzte. Die Kinder stießen bei ihrem Eintritt ein gemeinsames Freudengeheul aus, das Traute sich nicht deuten konnte, bis Rolf fragte: ,Mater, darf ich das Stopfvieh holen?" Der Vater bejahte lächelnd, und Rolf flog in die Stube Köhlers. Nun wußte Traute, daß etwas Sensationelles in Vorbereitung war, ahnte aber noch immer nicht, um was es sich handelte, zumal ihr das Wesen eines „Stopfviehs" Unbekannt war. Inzwischen waren auch Alfred und Helene ihrem Bruder gefolgt, während Paülmchen sich in unklaren Andeutungen erging und Theachen munter dazwischen krähte. Die Mutter lachte. „Erschrick dich man nicht, Traute," meinte sie. „Knallt es?" fragte Traute. „Dann geh ich lieber Knaus." Doch nun zeigte sich bereits die lleberraschung. Die Tür E Vaters Arbeitszimmer öffnete sich wieder, und Rolf und fred erschienen und hielten zwischen sich einen ausgestops- ten Riesenvogel: ein Tier von prachtvoller Schönheit. Es war wohl gut einen Meter lang, allerdings mitsamt den fast den Boden schleifenden Schwanzhecksobern, die allein eine Länge von fast dreiviertel Metern haben mochten. Auf dem Kopfe trug das Getier eine aus zerschlissenen Federn gebildete, seitlich zusammengedrückte Haube, die dem' närrischen Vogelgesicht eine originelle Gelehrsamkeit gab. Besonders schön wirkte der Farbenglanz des Gefieders: smaragdgrün im Rücken, scharlachrot am Bauch. Theachen starrte mit großen Augen aus das fremdartige Gebilde, und auch Traute war verwundert. „Wo kommt denn der Hahn her?" fragte sie. Nun lachte alles schallend. „Ein Hahn!" jauchzte Rolf. „Das ist doch kein Hahtt. Sieh bloß den Schweif an!" Traute beäugte den Vogel genauer. „So eine Art Pfau," meinte sie; „ich kenn mich nicht aus." , Wieder jubelten die Kinder. „Ach herrjeh!" rief Rolf. „Ein Pfau! Traute, du weißt doch gar nicht! Das ist ein .— ein —; na Donnerwetter !" Jetzt wurde er plötzlich kleinlaut. „Vater, wie heißt das Biest doch gleich?" „Man sagt nicht Biest," antwortete Köhler. „Das ist ein königlicher Bogel, Traute. Außerdem ist es ein Wappentier. Und wenn ich dir sage, welches Landeswappen sein Abbild schmückt, dann wirst du auch wissen, woher wir ihn haben." Aber Traute schien heute in der Tat schwer von Begreifen. Sie strich dem Bogel über das strahlende Gefieder und klopfte ihm mit dem Fingernagel auf den harten Schnabel; sie hob seinen Kops und kraute ihn am Halse; doch seine Art fand sie nicht heraus. ' „Schlagt mich tot," sagte sie, „ich weiß es nicht. Ein Ibis ist es nicht. Auch kein Kasuar. Es mag ein Paradiesvogel aus einer entlegenen Gegend fein." „Es ist das Wappentier der Republik Guatemala," sagte der Vater dozierend. „Und- dort liegt eine Stadt, die nach diesem Vogel benamset worden ist. Tie Stadt heißt Quetz- altenango." „Ein Quesal!" schrie Traute auf. Dann kam auch von ihren Lippen ein fröhliches Lachen. „Ein Quesal! Schau an! Und in meiner wüsten Einbildung vermeinte ich, ein Quesal sei ein Asse ober derlei. Ich hab« die heimische Zoologie int Kopse, aber unter dem Wappenviehzeug Zen- tral-Amerikas weiß ich nicht Bescheid. Hat ihn mein lieber Freund Brigham geschickt?" Der Vater bejahte. Einer ungelegenen Sendung von Opossumfellen war der ausgestopfte Kückucksvogel beigefügt gewesen. Köhler holte sein Notizbuch hervor und entnahm ihm einen Brief, 6en er gemächlich entfaltete. „Ich kenne die Handschrift," rief Traute. „Ich werde doch die Handschriften meiner Anbeter kennen! Ist das neue Wohnhaus fertig, damit ich einziehen kann?" „Davon schreibt er nichts," entgegnete Köhler, „aber er schickt dir den bunten Piepmatz. Und zwar dir speziell . . ." Und nun las er vor: „Der Quesal wird, wie ich hoffe, Fräu- kein Traute Freude machen. Es ist der schönste, den ich auf- treiben konnte, und ist so gut präpariert, daß ihn die Motten nicht unterfriegen können. Ich denke mir, daß es hübsch sein würde, wenn Fräulein Traute ihn über ihrem Betthimmel befestigen wollte!" (Fortsetzung folgt.) Die Uüche im August. Von A. Bur g. Seit den ersten Anfängen der Knchenkultur ist das Bestreben zu beobachten, allerlei gute Dinge, die nur eine bestimmtet Jahreszeit lieferte, also vorzugsweise die Früchte, für eine spätere Zeit aufzubewahreu. Schon im alten Rom dämpfte man das Obst in Honig ein Lcnd verwahrte es in gereinigten Ochsendärmen ober in irdenen Krügen, die mit Schweinsblase zugebunden wurden. Der Honig, selbst dem Verderben kaum -anheirnsallend, war nun auch das beste Konservierungsmittel, das man damals kannte. Denn der chemische Prozeß: die Unfruchtbarmachung der Keimpilze, durch das Einsieden, war den Leuten von damals natürlich fremd. Tie allererste wirkliche Künstlerin im Einmachen soll die Gemahlin des Perikles, Telesippe, gewesen sein, die Nußkerne in Honig weich dünstete, dies mit gekochten Oliven mischte und alles in gereinigte Därme füllte. Da die frühmittelalterliche Küche Deutschlands viel von römischer, auch gallischer Ueberlieferung lernte, besonders die Kloster- — 479 — Neben den M MM W« Somm'K Stift bezogenen Tomaten stellen sich nach und nach tue Tomaten deu^ scher Gartenkunst ein. Seit vor zwanzig Jahren bte_ Tomate mehr und mehr die deutsche Küche, bis letzt vorläufig nur die em- fache Küche eroberte, haben deutsche Gärtner es NÄ angelegen sem lassen, diese Frucht auch hier zu Uehen und zur Reife zu bringen. Wem: die Tomaten so wohlfeil stich, daß V- Kgr 2P-25 Pf^ kostet, so ist die Bereitung von einigem Vorrat an TomatenmuH sehr- zu empfehlen. Denn es hilft die winterliche Küche mit auien Saucen versorgen, und dient als Würze an Reis, -nar karoni, Silppen usw. Die zerschnittenen Früchte werden möglichst ohne Wasser, nur int eigenen Saft unter stetem Rühren zur ver, kocht, der Brei wird durch ein Sieb gestrichen^ nochmals umch Rühren zu recht steifer Masse gekocht und diese m nicht M große weitbaliiae Töpfe oder Glaser gefüllt. Nach dem ttrtairen nver stillt man die Oberfläche mit zerlassener Butter oder zerlanencm sTMnherfeft läßt dies erstarren und bindet die Glaser Mil L.erga mentvapier zu Eine dünne Brühe oder Knochenbrühe. Mit diesem Mus vwkocht und durch in Wasser mit Butter und Salz ausg-- quelltem Reis vervollständigt, gibt z, B. eine treffliche Suppe, Gurken aibt es in diesem Monat meist in größter elnswahi zu wohlfeilen Preisen. Man hat auch schon ans sogenannten Sckniellkückie" neue saure Gurken, wahrend die Zeit desZ^rn GWÄ *, ®“ d» Jsrtf 5* AL gurken und Kräutergurken wartet man meist bu> zum --v tember, bis der große Gurkenreichtum EzeMer Gegenden, z.B, des wendischen Spreewalds, sich über^Kand «Mt. s den vorhandenen Gemüsen gesellt sich der^Kohl. traufer ^irnng , | «euer Rot- und Weißkohl, nach und nam sogar schon.der emge machte Sauerkohl der zur Zeit der Rebhühner nicht fehlen darf. Wenn es nickst zu trocken ist, Pflegen reichliche Plesferlmge die Küche mit dem fast beliebtesten Pilzegericht, das es gibt, zu ver fnroen Ter August ist auch die Zeit des jungen Geflügel». -1 Weideäans hat schon auf der Stoppelweide etwas Kornenrahrnng gehabt ' Dadurch ist ihr Fleisch bedeutend herzhafter rm Gechsmach oeworden Junge Enten wid Brathühner fehlen nicht, doch sind die Preise im allgemeinen recht hoch, ebenso stir Suppenhühner. ^^gMewist'es wichtig, daß die Glaser und Büchsen von guter WLkMM-M *"8 »W«it flnS g ta UMLWWMHM «ÄgXgsÄÄ In Wasser eingetaucht und über gelindes Feuer gestellt Wr ). I kocht ihn Ä fortwährenLem Rü^en nitt den Hollloffel lPorzellaiilöfsel sind wegen derGefahr desIbwlitternsltrei^ durch^elli^Porzella?sicki? koch? ihn nochmals mchrere Malch aus Genau ebenso kocht mail Marmelade aus Pfirsichen, Pflaumen, | Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren; man muß ster solchen F cy ten, die mehr Saft hergeben, aber auch,etwas mehr Zucker n h • Neben den vorhandenen Sommerfruchten stellen M nun ersten herbstlichen Früchte ein, allen voran die ausländischen JJit' tonen, sowohl die graugrünliche Netzmelone mit dem.orangegelben Fleisch, als auch die Cantaloup-Melone, deren aromatisches Fleisch leicht an Ananas erinnert, die italienische mit dem dunkeftoten Fleisch und schwarzen Kernen. Da die Melone leicht, gleich der ihr verwandten Gurke, anderes Aroma annimmt, so Wird sie viel fach mit der Zutat von Vanille eiiigemacht. Die nun in schönster Beschaffenheit reifenden Brombeeren sind leider noch immer astf den Markten, der, großen Städte nur tn kleinen Vorräten vorhanden; aber di^emgen Hausfrauen, denen das Selbstpflücken der köstlichen Fruchte möglich ist, können m Brombeersuppen und -flammeris schwelgen. Zum Aeudau der Gderrealschule in Gießen. Der Neubau der Oberrealschule in Gießen Mar in der Stadtverordnetenversammlung vom 27. ^ult der^ Gegenstand lebhafter Beratungen. Von den beiden Mr Wahl stehenden Entwürfen hatte sich der Kunstausschuß für dm vom Ministerium bearbeiteten Entwurf entschlossen, Watz' rend die Mehrzahl der Stadtverordneten sich für den im Re- naissancestil gehaltenen Plan der Stadt Gießen entschied. Der von der Versammlung gefaßte Beschluß ist endgültig, und der Renaissancebau damit^Uiiwiderrifflich angenommen. Die Ausführungen, die Dr. Ebel im Namen des Klinst LLMM hat, und di° heute fast überall uub». strittene Geltung haben, schienen nn» aber so beachtenswert, daß wir ihn sofort nach der Sitzung um eine ausführliche schriftliche Darlegung seines Standpunktes, baten. Zu späterem Nutzen sei er hier wiedergegeben: Der von der Majorität empfohlene Entwurf will dem nach Grundriß und Naiimausnutzung, glanzend Qeüingenen Plan eine ^assape neben, die nicht etwa eure selbständige, dem Zwecke an aevaßte Verarbeitung von Renaissancemotiven, foudern lediglich Strt der hier ausgestellte Grundsatz richtig wäre, dann hätte? die Baumeister, die im Jahre 1586 das Zeughaus bauten, MWßMMZ | ^"^"Diesem Gffetz folgte die Baukunst aller Zeiten bis zur Mitte SAäeö.gsjSg.äss:; S-LH-WMM-T xEKNWs-ML SX’Ä-BÄS fi» | wn Alt«!-» und Stmillm. Don Fleisch oder Wildbret in fluffigem Feit, das d,mn erstwrie, | im 16 und 17. Jahrhundert den Hausfrauen schon geläufig und 1 entspricht ungerähr noch unser» heutigen Vorschriften, wenn «atm- I die Verwendung des damals nuerschwinglich teuren Zuckers^erst nach und iiach allgemeiner wurde W e »omg inw Jucker war auch Essig als Konservierungsmittel, finhzeitig ve I Xi. bis »Isen »’LÄÄÄ berühmten deutschen Sauerkraut, von Gurken und Bohnen. Dennoch ist durch die moderne Chemie, Nahrungsmittellehre I e» äM'ää’S* ÄÄtt lind si^d^?lleA?iwii?nngtblmlleu?^zucke^ bwstnein ferner NMZWKW WSSKSW MMWMK-M — 480 Renaissancebaues Stt tun, folglich soll man der Schule auch nicht bas Aussehen eines solchen gebe it. Man soll auch nicht einfach eine „Biedermeier"-Front, oder irgend eine andere hinstellen, wenn sie nicht paßt zu Grundriß und Zweck des Baues. Dem Beschauer muß das neue Haus K erkennbar sagen: hier steht ein modernes Schulhaus. Und lb muß eine Fassade gefunden werden, die dies zum Ausdruck bringt. Der von dem Kunstbeirat vorgezogene Entwurf entspricht keineswegs allen seinen Wünschen, aber da ein besserer nicht vorliegt, so - ist er vor dem anderen zu empfehlen und als geeignetere Grundlage einer erneuten Durcharbeitung anzusehen. Der Widerstand, den die-Anregungen des Kunstbeirats finden, ist bedauerlich, denn er zeigt, wie sehr die Bedeutung künstlerischer und ästhetischer Fragen unterschätzt wird — sicher nicht zum Vorteil des Aussehens unserer Stadt. Denn eine Stadtverwaltung hat die vornehme Aufgabe, vorbildlich zu bauen, das Beste hinzustellen, um anregend auf die heimische Baukunst zu wirken, indem sie nicht immer wieder alte Formen ohne Berechtigung wiederholt, sondern neuen Gedanken und Formen zum Durchbruch verhilft.. Das gilt ganz besonders für einen Bau, m dem die Jugend einer 'langen Reihe künftiger Geschlechter erzogen werden MI, der ihr tagtäglich sagen soll, was Kunst und Schönheit ist. Hierfür zu arbeiten ist des Schweißes wert. „Großvaters Garten". Von F. Zahn. , Der Abteilungsvorsteher und Lehrer der Gartenkunst an der ktonigl. Gärtner-Lehranstalt zu Dahlem schildert in seinem soeben erschienenen höchstiuteressanten und lehrreichen Buche „Unser Garten" (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig) recht niedlich die alten traulichen Gärten^ unserer Großeltern, ivie wir sie in den engen Winkeln kleiner Städte glücklicherweise auch heute noch finden können. Welche Erinnerungen an sröhliche Stunden der Kindheit werden noch heute wach, wenn wir deiner gedenken! Wie ist er im Laute der Jahre mehr und mehr aus seiner Einsachheit heraus- getreten, nut einem Hauch von Poesie umwoben. Noch heute sind die einfachen Liirien seiner Emleilung, seine Umgebung und all die vielen Einzelheiten genau im Gedächtnis festgehalten:' Die Gartenstube, die unter einem Dach mit dem den Hos abschließenden Stallgebäude lag, die dichte Weinlaube, die an der Rückseite in ganzer Ausdehnung sich anschloß, unter ihren Schatten den groben Familientisch aufnabm, rechts des Nachbars Scheune, deren Wand hoch hinaus von Wein am Holzspalier gedeckt ivar, die Rabatte davor mit Schneeglöckchen und Primeln und Veilchen, mit der heute so seltenen Traubenhyazinthe (Muscari botryoides), nut Tulpen und Scilla dazwischen. Tas war ein Blühen lind Düsten schon im Frühling, besonders zeitig und begünstigt dadurch, daß die nahe Wand, von der Südsonne krästig durchwärmt, die Warme zurückstrahlen ließ. Denken wir weiter an beit mit Bur eingefaßten Mittelweg, zu dessen Seiten rechts und links auf den Rabatten Stachel- und Johannisbeeren wuchsen, mit Kaiserkronen, Akelei, Bartnelken und brennender Liebe (Lychnis chalcedonica), Dem fliegenden Herz (Dicenthra speetabilis), dem Eisenhut, dessen Blüten der Kinder Freude war, ließ sich doch aus ihnen eine mit Pierden bespannte niedliche Kutsche Herstellen; gleich große Freude bereitete das Löweumaui (Antirrhinum), dessen Blüten bei leichtem Druck das Mäulchen öffnen und die gelben Stallbgefäße, den bunt gefärbten Schlund zeigen. Der Nachtviolen starker Tutt lockt am Abend Nachtfalter und Eitlen, am Tage im Sonnenlicht umsummen Bienen von Nachbars Bienenstand und dickköpfige Hummeln die Blumen. Weiterhin ist Großniutlers Kräulerbeet mit Schnittlauch, Salbei, Esdragon, Pfefferminz, Wermut, Bohnenkraut und anderen, Heilzwecken und Würzen der Speisen dienenden Kräutern. Auf dem Beete vor der Laube stehen Rosen und den Untergrund decken Levkoien, Reseda, Portulak und Heliotrop, im Frühjahr der aold- gelbe bis dunkelbraune Goldlack; es macht sich auch wohl anstelle der Rosen m der Mitte eine dicke Pfingstrose (Paeonia) breit. Hinter den Rabatten wachst, in Reih iind Glied nach der Schnur gleich- maßig gepflanzt und gesät, was die Küche erforderte an Gemüse u^*en öbfibäume stehen zwischen den Beeten, und ivenn der Wmd die Blütenblättchen abgeschüttelt hat, liegt es wie Schnee °m, grauen Boden. Hinten im Garten an der Grenze ist dichtes G^usch aus Glieder, aus Schneebast und Rotdorn. Violett, weiß und rot blüht es, die Spiräen am Rande hängen weit über mit den blutenubersaten, schneeigen Ruten und reichen herab bis zur Erde, die Efeu, Immergrün und Veilchen decken. Dort am Hasel- ousch hat unter dem dichten Gezweig eine natürliche Laude sich ge- vildet, eine einfache Bank nach alter Zimmermannsart, derb gearbeitet und fest gefügt, ladet zum Sitzen uns ein, ein zum Lesen Plätzchen au t$en ®,nneit und Träumen so gern ausgesuchtes - _ So war der Garten, entwickelt aus dem Nützlichkeitsprinzig heraus, dem der Benutzung als Ausenthaltsraum, als Stätte, den 8tlld)teti und Gemüsen zu ziehen, auch Blumen, zu und das Zimmer. Gestimmt auf Wahrheit war der Garten, er wollte nichts anderes scheinen, als er war; Benutzungsmöglichkeit, Zweckmäßigkeit und Wahrheit, das machte M,c.°!yte$en?! *)a8 machte ihn schön. Seine einfache, regelmäßig« Austeilung, sein achsgemäßer Aufbau auf das Gartenzimmer, seine Raume und Plätze roetfen auf architektonische Gestaltimg hin. Und em anderer Grund, weshalb ich diese Erinnermtgen wecke, um so recht den Unterschied hervorzuheben zwischetr der praktischen, zweckentsprechenden Anlage, der traulichen Gemütlichkeit des alten Gartens gegenüber der konventionellen Form, der kalten Pracht des heutigen. Früher war er behaglicher Wohnraum, heute ist er leider oft die „gute Stube", die nicht benutzt, die nur angesehen werden “Ql'' öte nur dazu da ist, zu zeigen: „Unsere Mittel erlauben uns oas. , Der heutige Mensch, dem ein stetes Vorwärtshasten eigen ist, pat e^ vielfach verlernt, mit dem Garten und für den Garten zu leben, daher auch nur konnte es kommen, daß sich eine Art kon- DenttoneUer Repräsentationsgärten einjuburgern vermochte. Die . meran trifft nicht im ganzen Umfange den ausübenden Gartner, sie ist zum größten Teil der Entfremdung der Besitzer vom Garten znzufchreiben. Mit Genugtuung und Freude zugleich kann festgestellt werden, daß die Aufklärungsarbeit der letzten Jahre schon gute Erfolge gezeitigt hat, daß wir auf dem besten Wege sind, ®tn., wirkliches Gartenheim unS wieder zu erobern, es zum Teil schon haben. vermischte». ff. Eine irische Insel, die keine Steuern Se« S a hl enwi II. Der Grafschaftsrat von Sligo an der Westküste Irlands wird augenblicklich von einer Insel in Atem gehalten, deren Bewohner sich weigern, die Steilerpflicht zu erfüllen. Tie fragliche Insel ist Jnnishmnrray und liegt in der in den Atlantischen Ozean mündenden Dotalbucht. Der Steuerbeamte hat tn seinem Bericht an die Regierungsbehörde dargetan, daß er anr dem Festlande kein Boot habe bekommen können, das ihn nach der Insel bringen wollte zu einem Zwecke wie Steuerein- treiben; und in der letzten Sitzung des Grafschaftsrats von Sligo wurde festgestellt, daß vor wenigen Jahren zwei Ratsbcamte, die W demselben Zwecke auf der Insel zu landen versuchten, durch die Einwohner vom User aus mit Steinwürfen zurückgejagt wurden. Die Frage ist nun, wie eine Landung auf der Insel bewerkstelligt werden könne, und em Mitglied des Gvafschaftsrats hat jener! letzten Sitzung allen Ernstes den Vorschlag gemacht, man solle emen Dreadnought aus dem nächsten Kriegshafen in Anspruch nehmen. Dabei ist die Insel nur 2>ch Kilometer lang und 800 Meter breit; und nur ungefähr 14 Familien wohnen aus ihr, die sich in der Hauptsache von Gerste, Kartoffeln und Fischen nähren. Aber diese Bewohner sind ein geistig regsames Völkchen. Wenn sie auch weit von dem Mittelpunkt der hohen Politik leben und wenig Gelegenheit haben, Zeitungen zu lesen, 'so sind sie doch stets über alle lausenden Ereignisse im Leben des Landes und m der Weltpolitik gut unterrichtet. Selten haben sie untereinander Streitigkeiten, und diese zu schlichten, ist einer der Inselbewohner, ein hochbetagter Manu, beauftragt, der gleichsam der König der Insel ist; im allgemeinen aber herrscht aus dev Insel die größte Einigkeit. Auch ihren Gottesdienst haben dis Inselbewohner selbständig geregelt. Jeden Sonntag mittag kommen sie in den Ruinen einer kleinen Kirche, die aus dem 16- Jahrhundert stammt, zusammen, und bringen dort dem Herrn ihre Gebete dar. Es gibt nur einen einzigen Tag im Jahr, an dem auf der Insel getraut wird, zu diesem Zwecke kommt ein Geistlicher vom Festland herüber; und dann werden fröhlich die fälligen Hochzeiten gefeiert. * Bekenntnis. Meister Knieriem: „Wat heulste, Bengel? — Schusterlehrling: „Die Frau Meistern hat mir verhauen!" — Meister Knieriem: „Dummer Junge — und wenn sie mir zehnmal verhauen würde — ich würde doch glücklich ein, wenn ick bloß ihr Lehrling wär'!" G tter-Rätsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a & a, c c, d d( c 6 6 ß, g §■ g h h h h, i i i i, 1 1, n n, r r r r r r, s s s s, t t t t, w w derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Angesehene Körperschaft. 2. Ort in den Rheinlanden. 3. Provinz in Kaukasien: Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Alle Bäume laffen sich nicht biegen. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen UMversttäts-Buch- und Sten.druckerel, R. Lange, Gießet