W Z8R WW siME^^W W MD WM - her?elolde. Roman von Georg Freiherrn von OmptedG (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Meine Schwiegereltern hatten geschrieben, ich sollte mit ihnen zusammen sein. Aber ich wich dem aus. Nur keine Menschen sehen, und wären es die liebsten gewesen. Darum trafen wir uns nur auf.Stunden in Bozen. Und wieder saßen wir vor dem „Greiff" am Platze dessen von der Wogelweide. Wieder drängte sich die Menge und saß auf den weit hinausgeschobenen Stühlen. Der Himmel war mit funkelnden Sternen behängt, und drüben in der Ferne ragte im unsicheren Glanze der Himmelslichter König Saurins Rosengarten. Wie Mädchen gingen wieder bei der Musik am Platz mit den Burschen, die Nelke hinterm Ohr, mit lachenden, blitzenden Zähnen in der schwarzen Pracht ihres Haares, alles wie an jenem Tage, da ich mit Maria hier gesessen. Wieder war eine Sängergesellschaft da, die Koschatlieder sang. Auf und nieder schritten in ihren weißen Kleidern die Kellnerinnen zwischen den Gästen. Douristen, meist in Lodenröcken, deutsche Bergsteiger. .Alles, alles wie einst. Wir saßen stumm in all der Abendpracht, in all der Lebensglut, in all dem harmlosen Genuß des Daseins. .Wir saßen stumm in unseren schwarzen Kleidern. Pier Plätze waren am Msch. An der Stuhllehne mir gegenüber lehnten unsere Schirme und Stöcke, und jedesmal, wenn mein Blick hinüberging, kam mir zitternd der Gedanke: dort saß Maria. Mir war es manchmal, »als müßte ich mich zu ihr wenden, als gewahrte ich ihren Schatten, als neigte sie sich zu mir, blickte mich an mit ihren schwarzen Augen, als wollte sie sagen: Fritz, ist das nicht schön? Der Geheimrat starrte vor sich hin. Marias Mutter hatte die Hände gefaltet. Sie war älter, viel, viel älter geworden in der kurzen Zeit. Beide schienen nur der Musik zu lauschen. Ich aber hörte nichts, ich blieb mit meinen Gedanken. Da fühlte ich eine Hand, die mir leise über den Arm strich, und so weich! dieser Griff war, ich fuhr erschrocken auf. Ich sah in meines Schwiegervaters Augen, die mich groß anblickten. Er neigte sich flüsternd zu mir: '— Dort hat sie gesessen. Dann merkte ich, daß der starke Mann nicht mehr sprechen konnte. Seine Augen wurden trübe, es quoll rn ihnen empor, er wendete sich ab, er stand: auf und ging davon. Wie ich nun mit Marias Mütter allein war Und' wieder keines ein Wort redete, wußte ich: hiev kannst du nicht bleiben. Wir brachen auf. Auf dem Platz sind dann wir drei lange noch auf- und abgeschritten, auf der anderen, Seite fern vom „Greiff", daß die Musik uns nicht so rn hre Ohren klänge. Ab und zu blieben wir stehen, und der Geheimrat sah hinauf zum Rosengarten. Und als wollte er seine Gedanken zwingen, andere Wege zu gehen, erzählte er von der Pracht jener Felsenwirrnisse dort öden. Wir sahen hin, während er sprach. Die Niesenmauer, mit den wilden Türmen links daneben, stand unbeweglich wie sie gestanden, schon seit Milliarden Jahren. Sie schien herabzuschauen auf uns, mitleidig fast, als wollte sie sagen: Was seit ihr Menschen, die ihr kommt und geht dreimal alle Jahrhunderte? Langsam traten wir dem Denkmal dessen nahe, der dort in steinerner Ruhe stand, der einst gesungen jenes, „Liebe ist zweier Herzen Wonne". Und ich dachte an den Abend, da der Dichter uns das Dunkel seines Schatten gegönnt, daß wir die Lippen aufeinanderfügen könnten, ich —: und Maria. * Da stand ich nun oben in König Laurins Zaubergarten. Das schien der rechte Ort für mich. Nur Felsen und Einsamkeit. Hier fühlte ich mich wohl. Hier störten mich auch die Touristen nicht, die in Schwärmen zur Bajoletthutte kamen. ' , ...= _ Im wilden Hochtal des Rosengartens, wo Nichts mehr gedeiht, umstarrt von den gewaltigen Riffen der Dolomiten, habe ich Wochen zugebracht. Es war ein trüber Tag, als ich hinaufkam mit einem Führer, mir, der unbekannt war mit der furchtbaren Einsamkeit des Hochgebirges, den Weg zu weisen. Bis zuletzt huschten die Nebel so tief, daß ich von der Hütte nichts gewahrte. Endlich lag es vor uns, das kleine Bauwerk der Menschenhand, wie ein Würfelchen nur in dieser Welt der Steine. Ich erhielt ein wrnziges Zrmmer für mich allein, die beste der Zellen, die es gab. Ein schmaler Raum Mit Holzwänden, einem guten Bett und Tisch und Stuhl. Was brauchte ich mehr? Ich räumte meine Sachen ein, hing Wettermantel und Kleider auf, machte mir meinen Tisch gemütlich und legte Briefpapier zurecht, als wollte ich schreiben. ,, t,. Doch wem? Mit niemandem reizte Mich die &erbtn- dunq. Die Welt schien abgeschnitten hinter mir. Als rch dann am Abend beim Kerzenschein mit dicht geschlossenen Läden, während draußen tief die Nebel spukten und der Wind die Schindel,l auf dem Dach rüttelte, am Tisch saß, die Feder in der Hand, da fragte ich mich: An wen I ollst du schreiben? , ,,, _ Ich mußte schreiben. Zu lesen gab es nichts. Der Schlaf floh meine Augen. Ich mußte schreiben. Die Kerze flackerte. Ich sah mich um in dem kleinen Holzgemacch in dem kaum Ra,lm war für den Msch neben dem- Bett, 342 'Gerade recht für miclß denn ich war ja allein, Alkern, immer allein. Mir schien es, als könnte ich hier weniger jcmanb vermissen, da der Platz so beschränkt war, daß ein zweiter sich nicht hätte toenbeit können. Ich griff zur Feber, schob mir den Bogen zurecht, und dann begann ich zu sinnen. Ein seltsamer Gedanke kam über mich: mir war, als sollte ich Maria schreiben. Ich tauchte ein, setzte an, dann glitt meine Hand über das Papier. Ich schrieb, als hätte ich einen Ausflug gemacht, als würde ich zu ihr zurückrehren und ivollte nur den Abend iit der Hütte benutzen, daß sie wüßte, ich vergaß sie nicht: Meine Maria, es ist still tun mich geworben. Auf den Hütten geht man zeitig zu Bett. Ist es spät? Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht, denn den ganzen Tag habe ich Deiner gedacht. Die Stunden enteilen, und doch: die Stunden bleiben stehen. Es wird Morgen, cs wird Abend, ich merke es nicht. Meine Gedanken sind nur bei Dir, immer bei Dir. Du fehlst mir so! Es ist so still, nur ab Und zu höre ich den Wind', und dann denke ich: Branst er auch um Dein Haus? Vernimmst Du ihn? Ich denke zurück an alles Glück, das Du mir gegeben. Es war so viel, daß; es Vielleicht nicht langer dauern durfte. Es war so reich, daß ich cs nicht hätte ertragen. Muß man gestraft sein? Muß alles enden? Und nun bedrückt es mich: Was schreibe ich Dir von Deinem Haus, wo die Stürme wehen? Wo bist Du? Komm zu mir, ich bin so allein. Setze Dich an meine Seite und schau mir, während ich schreibe, über die Schulter, wie Du es einst getan. Siehst Du mich hier? Bist Du über mir? Bist Du zu weit? Bist Du zu tief? Ich habe Deinen Brief gefunden. Was wolltest Du mir sagen: „Und" . . . .? Willst Du nicht einmal noch zu mir sprechen? Du sollst es nie wieder tun. Einmal nur, daß ich weiß, was dieses „Und" bedeutet. Ist es ein Gruß gewesen? War es eine Frage? Ninrm diese Feder in die Hand, ich lasse sie liegen. Schreibe mir die Antwort hin. Ich leide so, daß Du, Geliebte, nicht mehr mit mir sprechen kannst......r Ich schlief ein, den Kopf auf dem Arm, und als das' Licht fast heruntergebrannt war, richtete ich- mich auf, löschte es 'aus, warf mich aufs Bett und schlief einen tiefen, festen Schlaf bis in den Hellen Morgen. Da war es mir, als ich die nächtigen Zeilen wieder- fand, als hätte ein anderer diesen Brief entworfen, und ich wüßte kaum davon. Ich nahm ihn in die Hand, wie etwas Fremdes las ich ihn. Dort mußte Marias Antwort stehen. Das Blatt war leer. Kein Mittel, mit meinem Weibe zu sprechen! Das ist das Fürchterlichste, wenn der Tod uns trennt. Und wenn auch himmelhoch der Seele nach die Gedanlen fliegen können, es kommt keiner zurück. Die Himmel schweigen. — Der Führer war eilt einsilbiger Mann, ein Welscher, den ich nicht verstand und er kaum mich. Wan hatte ihn mir genannt als einen der besten. Ich hatte ihn genommen ans. unbestimmte Zeit. Vielleicht dachte er an alle die Türme, die nm uns ragten, vielleicht wäre er gern hincm- gekiettert über die himmelhohen Wände, die in furchtbaren Abbrüchen zu uns niederstürzten. Aber ich hatte ihm gleich bedeutet, ein Bergsteiger sei ich nicht. Er war's auch so zufrieden, weil ich gut zählte. Mehr brauchte er nicht. Er ging mit mir, ein stummer Begleiter. Er trug die Last des Rucksackes mit Eßvorräten und den Wettermänteln. Er zeigte mir Weg und Steg, und im dichten Nebel schritten wir dahin. Ich mußte auf andere Gedanken kommen, ich wollte Bewegung haben. Der Körper sollte sich regen. Ich ward nicht müde, denn Ausdauer hatte ich immer besessen. So lief ich den ganzen Tag umher. Er führte mich steile Anstiege hinan, durch Ruusen und Rinnen. Auf Scharten sind wir gekommen, von denen rechts und links die Wände turmhoch hinausragten, verloren in dem Dunst der Hohen, der als dichter Schleier noch um die Bergesspitzen hing. Dann stiegen wir wieder hinab und gingen eine Wes le im Tal über grobes Geröll, gewaltige Blöcke, feinen Sand. Gingen endlos, um abermals an Scharten zu kommen, um hinabzusteigen, zu wandern und uns wieder oben zu finden. — Wo sind wir? — fragte ich ab und zu. Er nannte einen welschen Namen, er schien es selbstv'erst stündlich zu finden, daß ich wüßte, was es hieß. Abends kamen wir dann zur Hütte zurück, todmüde Von all dem Laufen, das mein Führer gleichmütig erledigte/ stumpfsinnig fast, für das Geld, -das er ohne Gefahr verdiente. Ich war müde, mir taten die Glieder weh. In der Gaststube setzte ich mich in eine Ecke. Die freundliche Wirtschafterin kam, und zum ersten Male feif langer Zeit aß ich mit bewußter Freude, aß die derbe Kost der Hütten. Neben mir saßen zwei junge Leute, Führerlose, wie ich hörte, schlanke Gestalten, dem Soldatenaugc eine Freude in ihrer einfachen Kleidung und Bedürfnislosigkeit, mit ihren blauen, blitzenden Augen und dem Wagemut, der alles zu überwinden schien. Sie schrieben eifrig, wohl ihr Tagebuch, sie verglichen die Karten. Sie besprachen sich flüsternd, als dürfte keines Menschen Ohr etwas hören von den Unternehmungen, die sie planten. Drüben am Tisch hatte sich eine Gesellschaft niedergelassen. Nicht Hochtouristen, sondern, wie man an ihrer Ausrüstung sah, einfache Freunde der Natur. _ Zwei ältere Herren mit weißem Bart, Brüder, wie es schien. Zwei ältere Damen, die Kleidung gerafft, mit dem wachsenden Leibesumfang der späteren Jahre, und junges Volk dabei, ein paar Mädchen, ein paar halbwüchsige Burschen, die Kinder der Leute. Alle aßen und tranken bescheiden, wie cs der Geldbeutel wohl vorschrieb, lauschten auf das, was der eüte der Herren aus dem Reiseführer vorlas, und tauschten ihre Gedanken aus über die Herrlichkeit, die sie auf der Bergreise -geschaut hatten. 'Sie waren vom jenen, die keine Spitzen ersteigen, die nur still von einer Hütte zur anderen gehen, die gleiche Schönheit, die gleiche Begeisterung, die gleiche Freude im Herzen wie die, die mit jungem Körper und starker Seele hinanstreben zu den gefährlichsten Gipfeln. Es waren Norddeutsche nach ihrer Sprache, und ich malte mir aus, iuie sie vielleicht ein ganzes J-ayr sparten, um mit Kind und Kegel jeden Sommer mit billigen Zügen hinauszuziehen in die Alpen, für ein billiges Geld im bescheidenen Dasein Gottes Schöpfung zn gemeßen. Der eine Sohn, groß, blond, warf hinüber zu den jungen Bergsteigern bewuitderude Blicke, die zu sagen schienen: Könnte ich das doch auch. Wenn mich der Vater doch ließe! Und das eine Mädchen saß da mit Nähnadel und Zwirn und' flickte den Rock ihres Bruders. Bemerkungeit gingen hin und her. Fröhlich, glücklich waren die Menschen. Kortsetzung folgt.) Die Erbschaft. Pfingsterzählung von Emma H-a u sho fer-M erk München)'.- Durch die engen Vorshrdtstr-aßen kam ein ganzer Zug von Arbeitern, von Kohleitruß geschwärzte, kräftige Gestalten, die aus der Maschinenfabrik znm Mittagessen nach Haus eilten, lieber dem Flußufer lag ein heller Maihimmel, blitzte und funkelte es von Frühlingslicht. Mer in die staubige Straße, in der sich eine Schar Kinder balgte, in die von hohen Rück-gebäuden lint» standenen Höfe, kam wenig Sonne. Michel Heißtracher, ein großer, breitschultriger Mann in den Dreißigern, stieg die schmale Treppe zu seiner Wohnung imi dritten Stock hinauf. Jedesmal, wenn er mittags heimkam, hatte er ein schmerzliches Gefühl: „die Theres ist nicht mehr da!" In diesen Minuten trauerte er immer wieder um die vor einem Jahr verlorene Frau. Im Lärm der Fabrik, beim Stampfen und Stoßen der Maschinen, hatte er Teilte Zeit wehmütigen Er- innerungeu nachzuhängen: -abends saß er mit den Kameraden beim Bier und vergaß seinen Verlust. Aber in dieser Stunde vermißte er schwer die Gefährtin, mit der er vierzehn Jahre lang, schlecht und recht, zusamMengehanst hatte. .Das Katherl, seine ältere Tochter, war noch ein halbes Kind und- kam kaum zurecht mit der Arbeit und mit der Aufsicht über die jüngeren Geschwister. Es gab manchmal eine angebrannte Suppe, und die Wohnung schaute auch viel unbehaglicher ans, als früher. Schon au der Türe klangen ihm wieder streitende Kinderstimmest entgegen. „Mei Ruh will i haben!" schrie Michel und ließ sich, müde und hungrig, in den Stuhl sinken. Da verstummte- das Gezeter. Sic wußten alle, daß es gefährlich war, den Vater zu reizen, ehe er gegessen hatte. Schweigsam löffelte man die wässerige! Suppe, in der von Küchendampf und Kr-autgernch erfüllten Stube,- in der es auch Mittags nicht hell wurde, weis die Fenster in den, engen Hof hinausgingen. „Vater!" sagte dann das Katherl, „Heut sind zwei Brief 343 Eototen." Sie Uchte erst ein wenig heruni tob' brachte freut» zwei «große Schreiben. „Boni Amtsgericht in Traunstein," las Michel erschrocken. Er meinte, Dom Gericht könne nur Unangenehmes an ihn kommen. r,Und vom Bürgermeister in Söchtling. Was das zu bedeuten hat?" Den Brief des Bürgermeisters erbrach er zuerst. Da hieß es: „Indem am 25. April der Bauer Franz Heißtracher |in Laimbach, Gemeinde Söchtling, durch ein Wagenunglück eines jähen, Todes gestorben . . „Nein so was! Der Franze!!" rief Michel verbWfst. Dann riß er rasch das zweite Schreiben auf. Er mußte die Zeilen immer ivteber lesen. Er schien ganz verwirrt und betroffen., Aber es war nicht die Todesnachricht, die ihn erschütterte. Denj Bruder hatte er ja seit Jahr und Tag nicht gesehen; sie hatten nie besonders gut miteinander gestanden und Michel hatte sich sehr benachteiligt gefühlt, als der Weitere den Hof übernahm! imb ihm sein Erbteil auszahlte. Was ihn nun so vollständig ans der Fassung brachte, das war Mehr die Scheu vor dem Glück, die Angst, ob er auch glauben dürfe an das Unerwartete, das Unerhvsfte. Aber da stund ja schwarz auf weiß die freudige Botschaft: „Wegen Regelung der Erbschaft des in Lambach kinderlos verstorbenen Bauern Franz Heißtracher hat sich dessen Bruder Michel Heißtracher am 10. Mai im Zimmer 9 des k. Amtsgerichtes in Traunstein einzufinden oder eine notariell beglaubigte Bollmacht an den Verlassenschaftsrichter einzuschicken," Ja nMrl.ich, wenn der Franzt tot war. . . verheiratet wär er uet. . . sonst lvarett auch keine G'schwister da, er war Iber einzige Bruder. . . also das war wirklich so =-5 wirklich wahr . . .! Ueberlegte Michel mit heißem Kopf. Die Kinder hatteit alle erwartungsvoll auf den Vater ge- fchaUt. Das Katherl brachte das Kraut und die Kartoffeln, äuch „das Geselchte" für den Vater. Aber obwohl ihnt der Geruch des LieblingSgerichts in die Nase steigen mußte, saß er immer noch in den Brief versunken. Dann schlug er mit frer Faust auf den Tisch, daß die Teller tanzten, und rief: „Alle kriegts neue Feiertagskleider zu Pfingsten und neue Stiesel auch! Da, Katherl, da hast zwei Mark, da kaufst einen Kranz für b’ Mutter und trägst ihn ihr 'naus ans 'n Gottesäcker! Ich laß ihr auch eilten schönen Stein setzen! Jawohl! Herrgott, Herrgott! Des wenn's derlebt hält'!" Und als die Kinder ihn alle mit großen Augen anglotzten, da Fants wie ein wildes Auflachen ans seiner vom Glück förmlich zusammengepreßten Brust: „(Sitte Erbschaft hab ich g'macht. Wenn ich den Hof verkauf, krieg ich ein schönes Geld! Ja, der Hof Muß gut beisamm' sein! Mein Bruder ist ein sparsamer Mensch g'wesen! Gott hab ihn selig! — Aber den Hof gib ich nur her, wann mir einer das Geld bar auf den Tisch hinlegt! O, ich hab schon meine Freund, die mir raten können! So dumm bin ich niminer wie total!" Die Kinder merkten bald den Umschwung in der Wertschätzung, die sie nun int Hause genossen, seit man wußte, daß sie „eilt Geld" kriegen sollten. Besonders Fran Afra Hofwinkler, die das gutgehende Milchgeschäft im Vorderhäuse hatte, zeigte sich plötzlich von schmelzender Liebenswürdigkeit. Sie ließ die Kinder nicht mehr vorüber, ohne ihnen ein Stück Kuchen oder ein Täfelchen Schokolade zu schenken, sie lobte das Katherl, so oft sie ihr begegnete. Aber die Dreizehnjährige, die frühreif war, wie alle Mädchen ihres Standes, machte sich über die Gefälligkeit frer blonden, schönfrisierten und modisch gekleideten Frau ihre Gedanken. Sie hatte einmal, als der Vater lange nicht zum Mittagessen kam und sie ungeduldig wartete, weil ihr Reis fast eingekocht war, beobachtet, wie er an der Treppe mit Fran Hof- Winkler plauderte und wie die rundliche Witwe ihm nah und! dreist in das Gesicht lachte. Seitdem hatte sie schreckliche Angst/ diese Frau könnte ihre Stiefmutter werden. Katherl wußte, daß ihrem freundlichen Gesicht nicht zu trauen wär, denn sie hatte mtkangehört, wie die Hartherzige einen alten gebrechlichen Mann, der um ein Stück Brot bat, schimpfend von dec Schwelle jagte. Und dann stammte ja auch das Interesse der schönfrisierten Frau für ihren Vater aus dieser letzten Zeit! Michel selbst war in sehr guter Laune. In seiner Stammkneipe hatte sich ein wohlbeleibter, sehr zahlungsfähig aussehender Mann, Sebastian Steg- maier, der selbst in Lambach geboren war, eingefunden und ihm wegen Ankauf des Hofes in Lambach Vorschläge gemacht. „Ich möcht schon lang ein Anwesen da draußen lausen," hätte er gesagt. „Natürlich, das Hans ist alt, .grab zum Z'am- rcifien recht. Ter Bauernwald, der dazu gehört, ist auch nicht viel wert. Aber ich zahl dir Dreißigtausend Mark bar, weil ich ein Gemütsmensch bin und meine alten Tage in meinem alten Dörfer! zubringen möcht." Dreißigtansend Mark! Das klang bei»! Michel so berauschend, so betäubend an die Ohren, daß sein Freund Krallinger, der ihm beistand bei der Unterredung, ihm mit dem Ellbogen einen Stoß gab, er solle sich doch seine freudige Ueberraschung nicht so amnerken lassen. Aber es war ja viel mehr als er erwartet! hatte. Sein Erbteil war nur etwas über sechstausend Mark gewesen, und das Geld hätte ihm nur Sorgen und Verdruß gebracht, weil er eS einem Unternehmer anvertraut hatte, freu ihm glänzende Zinsen versprochen und der drei Jahre später verkracht War. Auf den Rat seines Freundes hin ließ sich Michel doch die Schätzung der Feuer- und frer Hagelversicherung kommen, aus der zu ersehen war, daß der Bruder durch das Erbteil eines' Paten, das ihm zugefallen war, freu Besitz bedeutend vergrößert hätte, der auch durch fr.ie erst später gebaute Bahn im Wert gestiegen war. Michel wußte ja gär nichts mehr von der Heimat. Mit einundzwanzig Jahren war er als Rekrut zum erstenmal in die Stadt gekommen. Anfangs hatte er freilich Heimweh gehabt. Aber dann kam der fröhliche Verkehr mit den Kameraden; bann lernte er feine Theres kennen und das Dorf, in dem er ausgewachsen, entschwand immer mehr aus seiner .Erinnerung. Watz es die Liebe gewesen, die ihn festhielt oder hatte nur die Stadt ihre mächtigen Fangarme nach ihm ausgestreckt, wie nach so vielen anderen und ihn nicht wieder freigegeben? Er hätte es nicht zu sagen gewußt. Hier fand er Arbeit, hier fand er Verdienst, .als die Militärzeit vorüber wär. Es Fant ihm gar nicht mehr in den '«Sinn, draußen Knecht zu werden, höchstens mit der Aussicht, wenn er Glück hätte, auf ein Anwesen einzuheiraten.! Er war nie mehr hinausgekommen in die alte Heimat, in der die.Eltern nun schon begraben lagen. Die Kinder, die Fabrik, die Sorgen, der Alltagstrab ließen ihm keine Freiheit Mehr.! Was hätte er äuch zu suchen gehabt auf dem Hof, frer dem! Bruder gehörte? Wenn er nun das viele Geld bekam und vielleicht ein eigenes Geschäft anfangen konnte, dann war er ja ein Bevorzugter unter allen den Menschen, mit denen er zn- samMenlebte, und er konnte auch wieder heiraten. Die bloudfr appetitliche Frau Afra gefiel ihm' gar nicht schlecht. Er hätte also am' liebsten gleich zugegriffen. Stegmaier! drängte auch, sie sollten den Verkauf richtig machen und zum! Notar gehen, denn es wäre höchste Zeit, daß die Leute draußen! bei der Frnhjährsarbeit wüßten, wer der Herr sei. Aber den bedächtige Krallinger warnte immer wieder vor einem raschen Entschluß, und es war ihm sogar gelungen, freu Käufer, der auf den Hof verpicht schien, noch tot dreitausend Mart hinaufzto., steigern. Trotzdem schüttelte er den Kopf, >als Stegmaier nun plötzlich grob wurde, und rief: „Länger laß ich mich nicht Hinhalten. Behalt dein Ges- rumpel!" Michel wär völlig niedergeschlagen, und hätte sich gleich ins Bockshorn jagen lassen, aber der Ratgeber raunte ihm tröstend zu: „Nur kalt! Der kommt schon wieder! Ich seh auch gar nicht ein, warum du auf Pfingsten nicht einmal hinansfahirst und dir dein Sach anschaust. Jetzt, das ließ ich mir nicht ent-, gehn, daß ich wenigstens ein paar Stunden lang auf meinem eigenen Grund und Boden stünd." „Da hast recht, Krallinger! Ich reis' 'naus!" rief der Michel.) „Des. soll ein Wort fein!" .* Keißtrachers machen zu Pfingsten eine Landpartie! Das war ein Ereignis im ganzen Hinterhaus. Die Kinder waren außer sich vor Jubel. Der Pepi lieh von einem Schulkameraden ein Schmetterlingsnetz und der Franz! bekam eine alte Botanisiere buchse geschenkt. Nur Frau Asm dämpfte mit ihren Bemerkungen die Seligkeit: „O Jesses, da werdet g'schwind genug haben — das ist ein 'nausgeschmissenes Geld! Auf dem Dors, da gibt's ja nix als Misthaufen. — Zunt Auswachsen langweilig ist's auf dem Land." Sie hatte den Plan gehabt, Michel am Feiertag zu einer Biermusik auf den Löwenbräukeller einzuladen und war nun sehr enttäuscht und geärgert, fraß er fortging. Mer davon war der Michel nun nicht mehr abznbringckn., Um fünf Uhr morgens war man schon am Pfingstsonntag auf den Beinen, um den Zug nicht zn versäumen. Bei der zweiten Station bekamen sie alle schon wieder Hunger, und es tvar gut, fraß Katherl in ihrem Körbchen Brot unfr xin Stück Käse mitgenommen hatte. . . ■' „Du Vater!" ries einer frer Buben, fast erschrocken, als plötzlich nach Rosenheim! etwas Großes, Blaues am Horizont auftaachte. „Was ist denn das?" Michel lachte: „Dummer Kerl! Der kennt die Berg uet! Des ist doch der Wendelstein! Da bin ich in deinem Alter schon! droben getoefen!" Mer das Verwundern beginnt erst, als sie dann ausstiegen »mb zu Fuß durch die Wiesen gingen. „Kommt da fein Schutzmann, wenn man Blumen abpfluckt? . fragten die Mädchen ängstlich. Sie wären doch gar zu gern in die bunten Wieselt gelaufen. Dann standen sie alle mit großen Augen um einen buchenden Apfelbaum. Den armen „Stadt-, fitifrern, die nur in dem düsteren Hof hernmsprangen, die höchstens in den abgegrenzten Aulageit einmal Grün und Blumen sahen, Ivar nun zu Mute, wie losgelassenen jungen Vögeln, die znm! erstenmal aus der Gefangenschaft in die Freiheit kommen. Die Feiertagsglocken Hangen über das weite blühende Land. Nun sah man schon den Kirchturm von Lambach aussteigen. Geputzte! Menschen kamen ihnen entgegen und riefen ihnen „Grüß Gott!" zu. Unter Obstbäumen begraben, lag der Hof. Michel sand den schmalen Wiesenweg, der daraus zuftihrte, doch gleich wieder. Er setzte sich auf der Bank vor dem Haus nieder, während dte Minder voll Neugier in den Stall schauten, Maikäfer fuchtem — 344 Blumen abrupften Mnb die Um ihn war es Plötzlich so merkwürdig still. Nur die schwalben »witisckerten, nur eine Ämssl sang. Die Stille rrampsre rym förmlich das Soers zusammen, so ungewohnt war slerhm Urwauf eimnal fluteten die Erinnerungen auf ihn em, auf einmal suhlte „y [{rf, sg uiächtig zurückversetzt rn die Tage der Kindheit, datz ir.m Stadt und alles, was er da erlebt, nur mehr als wüster Traum mschien S die Maschinen stießen und hämmerten^ wie die Luft erfüllt war von Kohlenruß! . Und hier das reine Blau, die Sonne, der kühle, wonnige Hauch, der Frieden, rat?:&WiÄ nurder Hund in der Stube belli? manchmal auf, wenn die Kinder bet Schwelle zu nahe teert Dann kehrten die Dienstleute aus der Kirche Heun, vdvan die alte Magd, die schon seit dreißig Zähren auf dem ^^Sie^schaute deut bärtigen Mann, der aus der Holzbank saß, vrnfend in das Gesicht: „Ja, grüß dl Gott, Michel! nerJia frcitbia Die Kinder mußten $oinmett, und sie meinte Mitleidig. Abe/'die san blaß! Arme Hascherl! Wart, ich bring auch aleich was zu essen! Ihr habts g wlß Hunger. ,,, War das eilt Festmahl: das schwarze Roggenbrot, dte Stiche Buller der Honig und die dicke Milch, die so ganz anders! schmeckte, als das bläulich verwässerte Getränk, das Frau Afra Stall sind zwei Kälber!" jubelten die.Buben, die sich frfwit mit bcm Ijuttcn. > „Vater! Js des wahr, daß der Hof unser g hört? frug dann beC ^reiB^gW er mir. Ich hab ihn noch net verkauft!" verkaufst ihn denn, Baler?" klang,es ihm vierstimmig entgegen. „So was Schönes gibt s doch gar nimmer. Ja litei1 Möcht ihr Bauern werden! Alle Tag um mere Wfstehn! Mist fahren? Arbeiten auf'm Feld? Euch abrackern von fEhz müsstn mir^ja^li der Stadt auch, wenn wir großisind!" meinte der Franzl nachdenklich. ,,Jch blech da bet die Wth und »to ä*Äla»Ä* «* *•»,!» «»-"• brinn' ist es eng und schwarz und das Dach über meinem Kopf ^^,Wasbsag?deni? nachher du, Katherl?" fragte « das große Mädel, das mit gespanntem Ausdruck ut fein blickte. Das Katherl aber dachte, daß die böse Fran Asra ihnen nicht lauf das Land folgen würde, wo es ihr zu langweilig war Em« Bergeslast fiel von ihrem jungen Herzen,, und sie rief ganz verklärt und glückselig: „Dableiben macht ich, Vater, dablechen all mein Leben!" Da atmete Michel auf aus voller Brust und reckte sich empor Mit einem festen Entschluß: „Recht habts Kinder! Ich verkauf net! Der Stegniaier Vriegt mein Hof net ! Der will mich ja doch bloß betrugen. Net wahr iS, daß des Haus ein altes Gerümpel war! Ganz sauber ist alles beieinand! Und ich will mein eigner Herr sem! Morgen Wndig' ich die Wohnung und sag's m der Fabrik, daß ich die Arbeit niederleg! Und nachher heißt's: Pfui dr Gott, München! > Er hob fast drohend die Faust, wie im Zorn auf die ferne 'Stadt, die ihn einmal eingefangen und seinem lieben Dorfe ent- fremdet hatte, und dann feierte er mit seinen Kindern eilt glückliches Pfingstfest, vermochte». * Die Blume im Knopfloch der Dame. Die FraN Von heute, die in nichts mehr hinter dem Herrn der Schöpfung zurückftehen will, hat sich nun auch des Knopflochs, dessen Schmuck bisher ein Vorrecht des Mannes zu sein schien, bemächtigt. Die Mode verlangt von den Damen, daß sie ein aber zwei Blumen S Knopfloch tragen, um den monotonen Ernst des Promenaden- tüms dadurch reizvoll zu unterbrechen. Daneben ist es ihnen Unbenommen, auch noch in die Korsage ein blühendes Sträußchen zu stecken. Die lieblichen Kinder Florens gelten nämlich in dieser schönen Jahreszeit als feinsten Schmuck, um die „Schönheit der Mondäne" zu heben. Nur erhebt sich die große Frage: sollen es künstliche Blumen sein oder natürliche? Bis vor kurzeni bestand der höchste Stzolz der Modedame darin, ein künstliches Bukett zu tragen, das ebenso ^entzückend, ebenso zart, ebenso duftend und — teurer sein mußte, als ein natürliches. Es ließen sich für diese Mode auch gute Gründe anführen, denn diese von geschickten Händen gefertigten Blumenkunstwerke bewahrten länger Farbe und Duft als die von Staub und Hitze rasch entblätterten Töchter der Erde. Doch immer strenger verlangt das laute Modegebot, den künstlichen Blumen Valet zu sagen, und nun muß die Modedame ihre Ehre darein setzen, eine natürliche Blume im Knopfloch zu tragen, die ebenso entzückend, ebenso zart, ebenso duftend und teurer sein muß, als eine künstliche. Orchideen/ das Stück zu zehn Fraitks, Nelken zu 5 Franks, die seltensten und kostbarsten Rosenarten erscheinen den Pariser Schönen gerade gut genug, um an ihrem Busen in einer Stunde hinzuwelken, Was die Wahl der Blumen fürs Knopfloch anbetrifft, so bevorzugt mau rote Nelken, doch werden zu den jetzt so beliebten dunkelblauen Kostümen auch gern kleine Sträuße von Kornblumen getragen. Das tiefe Rot ober Weiß der Levkojen ist ebenfalls sehr wirknngs- reich. Zu Beginn des Frühlings wurden hauptsächlich Parmaveilchen, Kamelien und Gardeirien getragen, aber im Mai trat eine andere Auswahl der Blumen an ihre Stelle, vor allem di« „Königin", die Rose. Voll aufgeblühte Rosen wirken für das Knopfloch zu schwer. Es werden also einige sich eben erst entfaltende Knospen bevorzugt, die ans feinem Blätterwerk hervorlugen. Die Rose wie die Nelke bieten so mannigfache Farbenschattierungen, daß sie für jede Toilette und jeden Hut eine koloristische Harmonie geben. Schwieriger als solche Blumen^ ist es schon, Orchideen mit dem Kleid zusammenzustimmen. Sie sind zu exotisch und prunkvoll für das Knopfloch, werden daher nur zur großen Toilette und dann als Bukett an der Korsage getragen. Vielleicht die beliebteste Blume dieser Saison ist dis Wicke: die feine, so mannigfaltige, leuchtende Färbung dieser Blumen wird durch einige Stengel von Frauenhaar hervorgehoben, mit dem die Wicken zusammengebunden. sind. Vergißmeinnicht und Reseda, deren Faichentöne so kleidsam sind, erscheinen gern mit anderen Blumen zusammen, wie man überhaupt bei Sträußen eine bunte Mischung verschiedener Blumen bevorzugt. Ein paar lose gewundene Feldblumen, zusammen.mit ein paar Getreideähren, sind der schlichteste und zugleich feinste Schmuck der Morgentoilette, * Ein kleinerer Harzer Sauerbrunnenhändler hak mit einem großen Hotel auf wöchentlich am Freitag zu liefernde 1000 Flaschen „echten" Harzer Sauerbrunnen der Quelle X abgeschlossen. Eines Freitags bleibt die fällige Lieferung aus und als am Sonnabend dem gutgelaunten Hotelier zufällig der mit der Lieferung ankommende Kutscher in den Weg läuft, scherzt er: „Na, bei Euch war gestern wohl die Wasserleitung eingefroren, daß. ihr mich mit dein Wasser habt aNfsitzen lassen," worauf er die vertraulich gegebene Antwort erhält: „Det nich, Wasser jabs jerade feurig, aba da Chef konnte man erst heute frih de Nachnahme offs Salz einlösen." „Jugend." * Der S t r o hwit w c r. Sie (zu ihrem Mann, der sie am Bahnhof empfängt): „Wo hast du denn den Trauring?" — Er: „Aus Sehnsucht nach dir, magerte ich auffallend ab, und nm ihn nicht zu verlieren, habe ich ihn ins Portemonnaie gesteckt! vüchertisch. — Das Marienbild der Nonne Zeitlose. Eine Erzählung von L o t t e G n b a l k e. Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Conip. Die Erzählung ist ein guter Typus der historischen Novelle. Mit seinem Humor und viel Poesie gibt die Verfasserin ein Bild aus der hessischen Reformation. Die Klöster werden auigehoben, und die Nonnen, die ihnen angehörten, sind heimatlos geworden. Kindisch und weltiremd ziehen die, die vielleicht ihr Leben schon von Kindheit aus hinter schützenden Mauern verbracht, in die wilde und bewegte Zeit hinaus. DaS Schicksal der einen von ihnen, einer stolzen, tapferen und selbstbewussten Frau, die sich bei aller Jugend trotzig zu behaupten weiß, schildert die Erzählung. Die Gestalt des grimmigen KriegSuiaiuies, der zarter Weiblichkeit gegenüber weich und schwach ist, ohne es jedoch zeigen zu können, wird zu der juugfräulichen Sprödigkeit der Nonne Zeitlose in einen hübschen Gegensatz gebracht. Die geistigen Bewegungen der Zeit spielen mannigfach hinein. Das Lokalkolorit ist frisch und lebendig. So stellt die Erzählung einen guten Beitrag zu der gesunden Literatur da, die das Lesebediirsuis eines breiteren Publikums auch einfacherer Art zu beliebigen geeignet ist. Silbenrätsel. , b, bin, e, en, fer, srcm, g, ho, feit, kta, nä, net, nie, oh, py, ti, ra ra, re, re, ri, nr, us. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, einen Festgruß an unsere Leser ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Deutschen Volksstamm. 2. Bahnt Manchem den Weg zum Reichtum. 3. Französischen Schriftsteller. 4. Römischen Dichter. 5. Stadt in Schottland. 6. Ein Grenzgebirge. 7. Italienischer Bildhauer. Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Arbeit schändet nicht. Redaktion r I. B.: E.H e ß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.