i 6®a SB WWI te (Nachdruck verboten.! (Sortifiiintg.) Das Witwenhaus. Roman von Helene von Mühlau. Der stille, kühle Herbstmorgen floß durch die weitgeöff- I ueten Fenster des Wohnzimmers, floß hinein wie etwas Schaumiges, das inan als Masse sieht und das unter den I Fingern zerrinnt, wenn man es greifen ivill. Er erfüllte I das ganze Zimmer mit einem Hauch von Kälte und I Wärme zugleich, war wie eine von den schönen Frauen, I die sich warm imb weich nnsehen und doch kühl sind, wenn | in an sie berührt. „Wenn ich jetzt eine Stunde allein in den Wald I könnte!" dachte Frau von Hilbach, „vielleicht in die Buchen- I halle, wo sie im Sommer den Gottesdienst halten!" Da I wußte sie eine Stelle, die war wie eine hohe, gewölbte Kirche. I Wenn sie jetzt dahin könnte und denken und träumen und I ihn zu sich rufen, ach----Sie strich über ihre heiße I Stirn. „Wenn Sie vernünftig wären, setzten Sie sich eine I halbe Stunde in den Garten!" sagte die Kost), die anfing zu gähnen. „Erwin schläft und dem da können Sie ja ! doch nicht mehr helfen, nu, mtb wenn die Frau wach wird, ruf ich Sie." „Ich dachte dasselbe!" sagte Frau von Hilbach, „aber ich wollte eigentlich zur Buchenhalle." I „Nee, Frau von Hilbach, das ist nu wieder so em Plan, na, Sie wissen ja! Um einhalb fünf Uhr früh in die Buchenhalle als alleinstehende Frau, was Jhüen da passieren kann! Gehen Sie hinunter in die Laube und wenn sie wiederkomnien, geh ich auch mal in die Luft. Mit Schlafen wollen lvir gar nicht erst anfangen, denn von einer halben Stunde wird man nur müd, lind am Tag kommen lvir doch nicht viel dazu!" . Fran von Hilbach ging leise durchs Wohnzimmer, tit dem ihr Kind schlief; dann saß sie in ihrer großen Laube und । war im Anfang wie betäubt von all dem Duft, von der Frische und Herbheit, die sie einatmete. In solcher Pracht dürfte sie leben, tagaus, tagein und hatte doch ihre Seele so dunkel werden lassen, war so verzagt geworden, daß all die Schönheit um sie her ihr nichts mehr bedeutet hatte. . Nie hatte sie um diese Stunde hier draußen gesessen, nie zuvor hatte sie sich erfüllen lassen von dieser wundervollen Einsamkeit und Frische. Der Himmel, der da so blau wie ein Ntärchen über der Saale hing, der gehörte jetzt ihr allein, das Wehr rauschte nur für sie, der leise Wind, der mit den Blättern des Apfelbaumes sein Spiel trieb nnb' ihr das heiße Gesicht umwehte, war auch nur für sie da, denn die anoern schliefen ja noch oder saßen m ihren Zimmern. Drüben im Dal flog ein Zug vorüber, der kam von Naumburg her, und hinter Naumburg lag die große Welt, von der sie nur noch so wenig wußte. In dieser großen Welt lebte er, arbeitete er und war vielleicht müde und sehnte sich „Komm Liebster!" sagte sie leise, „komm zu mir! Ein Augenblickchen ruh dich aus. Bald ist ja das^cchrnm, dies schreckliche, schwere Jahr! Komm, nimm michin deine Arme wie damals! - Du, sag doch etwas, nenn mich wieder „Weibelcheu"! — Du, sag doch etwas, wenn unch wieder mal, ich hab mein Bersprechen gehalten, es war |o schrecklich sch^Und sie erzählte ihnl alles und alles! vergaß die Welk um sich her, sah nicht, daß die Sonne golden über per Saale lachte und auch das graue Witwenhaus tn einen warmen Glanz einhüllte. Der Kopf war ihr auf die Tischplatte gesunken er hielt sie in den Armen — — das böse, böse ^ahr war zu Ende, sie hatten gesiegt! — „Nanu, Frau von Hilbach," sagte die Kosh und rüttelte sie leise an den Schultern, „doch em geschlafen! Ne, dazu haben wir keine Zeit. Tun Sie noch eut paar tiefe cktem- züqe, das erfrischt, dann gehen. Sie 'rauf. Dre Frau Bauunternehmer ist wach und weint natürlich sehr, ist auch unglücklich, daß sie nicht dabei war, tote er s zu Ende machte. Trösten Sie sie mal em bißchen und erzählen Sie ihr, daß er einen leichten Tod gehabt hat, das Int i ihr wohl!" _ r Frau von Hilbach ging ins Haus, aber sie war noch I nicht ganz aus ihren Träumen erwacht, erst wie die Hrau Bauunternehmer ihr schluchzend um den Hals siel und sich anklagte, daß sie die schwerste stunde mit ihrem armen Mann versäumt hatte, sand sie sich in die Gegenwart zurück und berichtete, er sei so still und leise gestorben, daß sie geglaubt habe, er schlummere nur. Eine Weile noch gab sich die Frau Bauunternehmer ihrem aufrichtigen Schmerz hin, dann, als die. Ko,y den 1 beiden Damen Kaffee brachte und den kleinen Erwin aus dem Bett nahm, kehrte sie zum Alltag zuruck. . I Der Doktor kam iioch einmal, um den Totenschem auv- I zustellen; dann berieten sse über die Art der Beisetzung. I Natürlich sollte die Leiche nach Leipzig gebracht werden, I der Doktor ordnete das Nötige an. , Die Kosh war den ganzen Dag ttt Wlbt _ ,te stres wohl zehnmal über die Brücke, um wichtige Besorgungen I zu machen, aber sie mußte den kleinen Erwin mitnehmen, aus d-ss-u Schuuitu sie sich stutzt-, d-uu d>- «ad-r tu °u I ihr weh, und manchmal mußte sie mitten un Weg stehen I bleiben, weil es wie eine Schwäche ilber sie kam. I Frau von Hilbach sollte die. Frau Bauunternehmer nach I Leipzig begleiten und einige Tage bei ibr verweilen; da | die Frau Bauunternehmer ungern m oas Zwnner, ttt dem ihr Mann gestorben war, zurückkehrte, beschloß st^ all ihre Sachen zu packen und gleich in Leipzig zu bleiben. I Sie zahlte die Miete für das Jahr zg Ende und bat Fra» 210 — Won Hilbach herzlich, ihr eine Freundin zu bleiben und Hr Keim in Leipzig als das ihre anzusehen. Frau von Hilbach kniete vor den offenen Koffern und Schränken der Frau Bauunternehmer und packte ihre Machen ein, aber sie mußte staunen. Da nebenan lag noch der tote Mann auf seinem Bett tzmd hier in dem Zimmer, in dem er so oft gesessen, beriet Man schon über die Zukunft; nach ein paar Tagen sprach Man vielleicht nur noch selten von ihm, und wenn er ein Jahr unter der Erde lag, war er vergessen, für immer vielleicht. — So war eine Frau, wie die Frau Bauunternehmer, die doch gut und herzlich und teilnehmend war! Es fröstelte sie, wenn sie zu der Frau hinübersah, die das schwarze Trauerkleid trug, das sie sich schon zu Lebzeiten ihres Mannes für alle Fälle hatte machen lassen. So leicht war also das Scheiden, wenn zwei nebeneinander gelebt hatten, ohne doch recht verbunden gewesen zu sein. Man weinte ein paar Stunden —dann dachte man daran, wie mau sich das Leben ohne ihn gestalten würde. Frau von Hilbach grübelte nach, hatte sie denn ebenso empfunden, wie ihr Mann gestorben wär? Nein, ach nein, das war doch anders gewesen. Tagelang, ja wochenlang hatte sie nichts .empfunden, wie ihn, tote die schreckliche Stunde, da das Große zwischen sie getreten war, das sie für immer trennte. Diese Frau aber tocir vernünftig, und Frau von Hilbach erschrak vor ihrer Vernunft. „Nachfühlen kann ich's Ihnen ja, Frau Battunternehmer," sagte die Kosh, als sie von dem Plan der verwitweten Frau hörte, jetzt gleich nach Leipzig zurückzukehren. „Man kommt zu sehr iits Denken, toenn man da weiter wohnen muß, wo ein Toter mit einem gelebt hat. Was an uns gelegen hätte, wir hätten ja alles getan, um Sie aufzuheitern, nicht wahr, Fratr von Hilbach? Alber in so was kann man nicht dreinreden!" Sie legte einen großen Kranz mit bunten Wachs- rosen, die sie in Vorrat angefertigt hatte, auf das Bett des Bauunternehmers und berichtete, daß sie einen schönen Sarg mit Beschlägen gefunden habe, den schönsten vom Ort. Tstn könne die Frau Bauunternehmer getrost mit nach Leipzig nehmen, der sei nicht attders, wie die in der Großstadt auch. Sie winkte Frau von Hilbach heraus und teilte ihr Mit, daß sie einen herrlichen Palmenziveig für sie gekauft habe und daß sie für Erwin noch einen kleinen Kranz winden wolle. Die Frau Bauunternehmer war gerührt und weinte wieder. Sie beschenfte die Kosh reichlich und nahm gern die Aufforderung der Frau von Hilbach an, die letzte Nacht im Witwetrhaus unten zu schlafen. Die Kosh machte das Bett im Mkoven zurecht und sie saßen alle drei bis spät in die Nacht am Teetisch im kleinen Wohnzimmerchen. Manchmal hatte Frau von Hilbach das Gefühl, als sei diese Frau da in den tiefschwarzen Kleidern von einem schweren Bann befreit, als sei die Trauer, die sie äußerlich durch ihre Kleider und auch durch ihre Worte betonte, keine wahre, und fast beneidete sie die Menschen, die ihre Gefühle so sicher beherrschen, die vom Tod so schnell zum Leben zurückfinden. Spät abends saß die Kosh noch an ihrem Bett und schien froh, daß die Frau Bauunternehmer so gefaßt war. „Im Ort reden sie natürlich schon drüber!" berichtete sie. „Wieder eine Witwe im Haus!" hatte jemand gesagt Und eine Frau hatte behauptet, das Witwenhaus litte nun einmal keine Männer; wenn sie nicht von selbst gingen, dann spuckte es sie einfach aus, grad wie ein großer Fisch. -- „Nu, Frau von Hilbach, ich geb ja auf so was nicht viel, aber üher eins bin ich doch froh, nämlich, daß unseri Doktor Sie ans dem Haus herausholen will, und nicht drinbleibt, nota bene, wenn er überhaupt kommt. Streichen Sie denn immer noch die Tage aus? Wie viel fehlen denn noch? Sechzig, nein achtundsiebzig, das ist noch eine ganze Zeit, Frau von Hilbach. In achtundsiebzig Tagen, da kamt sich stoch viel ereignen. Aber seit uns alles andere nach Wunsch gegangen ist, glaub ich auch wieder dran, daß er kommt. Nu, und wenn er wirklich nicht kommt, wir bleiben auch nicht hier!" Frau von Hilbach sah die Alte erstaunt an. „Von all dem reden tvir, wenn Sie von Leipzig zu- rüÄ .sind, ff ran von Hilbach. Sie werden staunen, was ich für Pläne hab. Nu, fürs erste machen Sie ja nach Leipzig, aber bitte nicht länger tote drei Tage, ich mutz in Lahrenfeld zur Kirchweih kochen Und bin schon MeW wie kaput. Eh ich gehe, rechnen wir ab, sehen, was uns übrig bleibt, nu und dann rück ich heraus mit meinen! Plänen. Jetzt schlafen Sie mal, Sie könnet: Ruhe brauchen und ich auch. Um sechs wird die Leiche schon aus dem Haus geholt, und das ist gut: da stehen sie nicht all und glotzen das Haus an, als ob es ein Wundertier wär! Gute Nacht!" „Gtite Nacht," sagte Frau von Hilbach. Sie war so Müde, daß sie einschlief, bevor sie zum Denken kam. An: nächsten Morgen fuhr sie mit der Frau Bäunnter- nehmer nach Leipzig, und wie der Herr Bauunternehmer am Tag darauf glücklich unter der Erde lag, half sie die Wohnung Herrichten und staunte, wie schön und sein und geschmackvoll die Umgebung war, in der die Frau Bäu- Unternehmer lebte. Die sagte ihr nun ganz offen, daß sie nicht allein zu bleiben gedächte/sie wolle lieber wieder einen Krankest pflegen, als für ihr Leben Witwe bleiben; sie gestand! auch, daß sie sich, im Saalehaus nicht recht wohl gefühlt hätte, weil es so viel alleinstehende Frauen beherbergte, und sie wünschte Frau von Hilbach, daß auch sie bald erlöst würde. Sie gab ihr den Rat, sich mit dem Ge- danken vertraut zu machen, daß der Doktor vielleicht nicht znrückkäme: < „Wenn er kommt, ist es ja schön und gut, aber man soll sein Herz nie so sehr an einen Menschen hängen, daß man sich ohne ihn kein Leben denken kann." Sie sah Frau v. Hilbachs trauriges Gesicht und lächelte. „Sie haben so viel durchgemacht," sagte sie weiter, „und werden doch nicht klug. Ich glaube, wenn Ihr Doktor nicht zurückkommt, dann wird Ihnen das Leben wieder unerträglich. Aber so dürfen Sie nicht sein, schon Ihres Kindes iuegctt nicht. Heraus müssen Sie aus dem alten Haus; so gut und treu Ihre alte Kosh es auch mit Ihnen meint, ein rechter Verkehr ist das doch nicht für Sie. Wenn der Doktor nicht wiederkommt, dann packen Sie Ihre Koffer, nehmen Erwin und kommen zu mir; mir sind Sie immer willkommen." Frau von Hilbach dankte, aber sie mochte nicht denken, sie hörte auch nicht gern, wenn andere von ihrem Doktor sprachen. Es war ihr dann, als berühre man ein schönes lichtes Bild mit unreinen Händen und hinterließe Flecke, die sie nicht wegwischen konnte. Sie schied leichter von der Frau Bauunternehmer, als sie es gedacht, und wie sie allein im Coups saß, überkam sie eine große Traurigkeit. War sie denn so ganz anders wie andere Menschen, oder warum fand sie so selten jemanden, der sie verstand? Diese Frau Bauunternehmer, der sie so viel Dank schuldete, war ihr nicht mehr und nicht weniger, wie viele anders Menschen, die ihr im Leben begegnet, es gewesen. Er, der arme, tote Mann, der erst seit zwei Tagest Unter der Erde lag, hatte ihr nähergestanden, vielleicht nur deshalb, weil er leiden mußte, weil er so bleich in seinen Kissen gelegen und weil aus feilten Augen so oft eine Sehnsucht geleuchtet hatte, die seine Fran nicht verstehen konnte. Ja, sie wußte es ja längst, sie liebte nicht das Frohe, Heitere. So, wie sie den Herbst dem Frühling vorzog, weil er schwerer und ernster war, so zog sie die Menschen, die leiden mußten, denen vor, die es verstanden zu genießen. Alles was still und ernst und traurig war, stand ihr nah, und ihr altes, melancholisches, unschönes Witwenhaus war ihr vielleicht darum so ans Herz gewachsen, weil es nicht fremtdlich, hell und lebensfroh war, iveil es von Glück nichts wußte. „Glück! Was war beim Glück? Sie erhoffte doch auch ein Glück vom Leben, von der nächsten Zukunft und zwar ein so ganz großes, gewaltiges, ein überwältigendes Glück, so ein Glück, das fähig ist, einen Menschen zu erschlagen mit seiner Wucht. Aber sie sah das Glück nicht wie ein Lachen, nicht wie eine blendende Frühlingssonne oder wie ein klingendes Lied. Das Glück, ldas sie an der Brust des einzigen Menschen, der sie verstand, ersehnte, das war ein Glück, das auf einsamen Pfaden wandelte, so ein Glück, das vielleicht den meisten närrisch vorgekommen wäre, weil es so dunkle, stille Kleider trug und nicht recht lachen konnte. (Fortsetzung folgt.) 211 Gutes stiften!" Frau Krukenbcrg schreibt: „Gute Bücher über Erziehung in die Hand zu nehmen, ist jungen Frauen warm zu empfehlen. Es ist immer von Wert, kennen zu lernen und nach- zrrprnfen, was andere aus praktischer Erfahrung heraus als gang- baren Weg empfehlen." Und in denr Vorwort zu dem Buche „Die Erziehungskunst in der Familie" heißt es: „In jeder Familie, ob vornehm oder gering, sollte ein praktisches Erziehungsbuch vorhanden sein, das in prägnanter, frischer und anziehender Weise die Errungenschaften einer rationellen Pädagogik den Eltern zugänglich macht." Sicher ist, daß keine Ausgabe so reiche Zinsen trägt, tote die für ein gutes Erziehungsbuch. Freilich muß ein Buch über die Erziehung des Kindes im 6. bis 14. Lebensjahre, über die des Schulkindes auch den neuzeitlichen Forderungen entsprechen; es muß die alten bewährten Er- ziehungsgrundsätzc im Lichte der neuen Pädagogik darstellen, mutz auf den Ergebnissen der Kindererforschung fußen, es muß aus ihm Gegcnwartsluft wehen, es muß Neuland bieten. Man spricht und schreibt jetzt viel über „staatsbürgerliche Er- zichtritg der Jugend" und über „Jugendpflege" ttnd faßt dabei besonders das 14. bis 17. Jahr ins Auge. Das ist recht und gut. Man darf aber dabei nicht vergessen, daß die sicherste und festeste Grundlage zu einem guten Staatsbürger im 6. bis 14. Lebenslahre, während der Zeit der Schulpflicht, und zwar in der Familie gelegt wird. Die Eindrücke, die das Kind in dieser Zeit und in diesem Kreise empfängt, und die Tugenden, die dem Knaben und Mädchen da anerzogen werden, z. B. Religiosität, Gehorsam, Wahrhaftigkeit, Einfachheit, Anstand und gute Sitte usw. bleiben fürs ganze Leben, weil sie wurzelecht sind. Darum Haben alle maßgebenden Faktoren in Gemeinde und Staat die Pflicht, alle Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, die Erziehung der Kinder innerhalb der Familie zu fördern, kräftig zu unterstützeit. Je mehr die Eltern ihre Pflicht und Schuldigkeit tun, desto weniger hat man später in die richtige Bahn zu lenken und zu korrigieren. Auch in der Erziehung gilt das Wort: „Vorbeugen ist besser als Heilen." Ein Hauptmittel aber, damit die Eltern ihren Sohn, ihre Tochter während der Schulzeit verständig und gewissenhaft erziehen, erblicken wir, wie wir schon angegeben haben, in der Verbreitung von Büchern, die den Eltern die Irrtümer und Irrwege zeigen, vor denen sie sich bei der Erziehung des „Schulkindes" Hilten müssen, die ihnen die redjten Erziehungsmittel angeben, die sie über "die Bedeutung nüd'Aüfgabe'ber Schule aufklären, die ihnen sagen^lme sie am besten mit der Schule Hand in Hand' gehen und 'Ne überhaupt ihr pädagogisches Verständnis fördern. Hierbei weisen wir auf ein Buch hin, das vor kurzem erschienen ist und über das die „Leipziger Neuesten Nachrichten" folgendes schrieben: „Einen vorzüglichen Ratgeber und Wegweiser, einen Freund und Helfer für die körperliche, geistige und sittliche Erziehung unserer Kinder während der Schulzeit bietet das unter dem Tit»l „Das Schulkind", Ratschläge an Eltern schulpflichtiger Kinder, vom Dresdener Bürgerschuldirektor a. D. H. Schindler herausgegebene Buch, das bei Alwin Hutzle, Verlagsbuchhandlung m. b. H. in Dresden (192 Seiten 8°, broschiert 1,30 Mark, gebunden 2 Mark) erschieneit ist. Das ist ein sehr zeitgemäßes Buch. Das Schindlersche Buch füllt unzweifelhaft eine Lücke aus, denn so reich auch der Büchermarkt an'pädagogischen Schriften ist, so fehlte es poch bisher an einem Buche, das die Frage!; „Vater, Mütter, was sollt Ihr über die körperliche, geistige, und sittliche Erziehung Eurer K'ütder tu ihrem 6. bis 14. Lebenslahre und über die Beziehungen des Hauses zur Schule wissen?" beantwortet, und zwar so praktisch, klar unb überzeugend, warmherzig und gemütvoll, gemeinverständlich und volkstümlich tote das vorliegende. Von den 62 Aufsätzen, die das Buch enthält, utöchten wir keinen ntissen. Ein jeder Aufsatz behandelt ein für Eltern schulpflichtiger Kinder wichtiges Thema, klärt auf und regt zuni Nachdenken an. Aber nicht bloß Eltern, sondern auch Lehrern, 'Geistlichen, Kindergärtnerinnen, allen, die mit der Jugenderziehung zu tun haben, Tarnt dieses wirklich gute Buch attgelegeuttichst empfohletr werden. Es verdient, daß es sich das Bürgerrecht in den weitesten Kreisen bjer deutschen Familie erwerbe,, daß es ähnliche Beachtung finden möge, wie seinerzeit Rousseaus „Emil" und Pestalozzis „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt". Und der Kgl. Bezirksschulinspektor Oberschulrat Dr. Prietzel in Dresden sagt in einem Gutachten über dieses Buch: „Es tritt würdig an die Seite von Michern ähnlicher Bestimmung (von Pestalozzi, Goltz, Sigis- mund, Matthias), ist aber handlicher. Möge das dauernd wertvolle Buch weiteste Verbreitung in deutschen Landen finden und das werden, was der Verfasser mit gutem Recht hofft: ein i^unenguell für die Eltern, ein Glücksquell für 'die Kinder uitd ein Kraftquell für das deutsche Volk." . . Möchten doch alle Eltern, die Kinder ut die Schule Nhtckeu, und die, Dereu Lieblinge diese Ostern znm ersten.. Male zur Schule wandern, immer eingedenk sein der hohen Ausgabe, die ihnen gestellt ist: ihr Kind in der wichtigsten Zeit seiner körperlichen, seifig en und sittlichen Erziehung, im 6. bis 14 Levens, ahve, wahrhaft gut zu erziehen, sich zur Frest.de, dem Kinde zum Glück und dem Vaterlande zum Heile. Das Volk steht am höchsten, das feine Kinder, insbesondere seine Schulkinder, am besten erzieht und unterrichtet. _______________ Das Schulkind. Wieder naht Ostern, und damit die Zeit, in der das Schul- kind im Mittelpunkte allgemeinen Interesses steht. Prüfung, Prüfungsarbeiten, Ausstellung der Hefte, Zeichnungen,. Nadel- pnd Handfertigkeitsarbeiten, Osterzensuren, Versetzung in eine höhere Klasse, Abgang nach einer höheren Schule, Schulentlassungsfeier, Anmeldung und Aufnahme der Abc-Schützen in die Schule: das alles bewegt das Denken und Fühlen der Knaben unb Mädchen, die die Schule besuchen, erregt das Interesse der Eltern vufs! lebhafteste, beherrscht die Gespräche in den Familien, in denen schulpflichtige Kinder sind, und lenkt die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf das Schulleben und auf die Erziehungs- fragen der Gegenwart überhaupt. Das ist auch ganz berechtigt, beim die Kinder sind die kostbarsten Schätze der Eltern und das höchste Gut der Nation. Je sorgfältiger die Kinder in Haus und Schule erzogen werden, desto besser werden die künftigen Geschlechter und Zeiten, desto höher steigt die geistige und sittliche Kultur eines Volkes, und desto mehr wachsen sein Ansehen, seine Macht unb sein Wohlstand. Kinder- und Jugenderziehung ist zugleich.auch Volkserziehung und Volkswohlfahrt. Und mit Bezug hierauf hat der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg vor kurzem gesagt: „Ich erblicke in der kernigen Erziehung unserer Jugend eine unserer Wichtigsten Aufgaben." Vater und Mutter, können kein größeres Werk vollbringen, 'als ihre Kinder gut zu erziehen. Das ist die verantwortungsvollste Aufgabe ihres Lebens, und das ist die. Kunst, die am. schwersten ist. Besondere Sorgfalt muß auf die Erziehung des Kindes von seinem 6. bis 14. Lebensjahre vollendet werden, denn das ist die wichtigste Entwickelungsperiode. In dieser Zeit wird der Grund gelegt für die künftige Charakter- und Herzensbildung und für das Wissen unb Können und für die Brauchbarkeit unb Tüchtigkeit im späteren Leben. Aber wie viele Fehler unb Mißgriffe, mitunter große UND ganz unverzeihliche, werden bei Der Erziehung der Knaben und Mädchen gerade im Alter vom 6. bis 14. Jahre begangen! Wie viele schädliche Maßnahmen werden da getroffen! Wie viele gute Gelegenheiten zur Entwickelung gewisser Fähigkeiten werden verabsäumt! Manche Eltern verzärteln und verhätscheln, ihr Kind, andere behandeln es übermäßig streng, wohl gar bart. Die einen zeigen eine viel zu weitgehende Nachgiebigkeit uud ein Einwilligen in alle Launen, bei den anüern nimmt das Verbieten, Befehlen unb Kommandieren keine Ende. Unb aus, welcher Ursache geschehen all' diese unb andere Verkehrtheiten unb Torheiten? Aus Unkenntnis unb Unüberlegtheit, ja oft aus lauter Gutmeinen mit dem Kinde. Viele Eltern haben niemals ernstlich darüber uachgedacht, was sie tun müssen, um ihr Kind zum Gehorsam, zur Wahrhaftigkeit, tzum Fleiße, zur Sparsamkeit, zur Höflichkeit 'usw. zu erziehen, unb haben nie ein Buch über KinDererziehung gelesen. Viel Kummer und Sorge, Jammer und Elends unb viele Tränen finb ost die Folgen solcher Nuterlassungen. Doch wie ist bem liebel zu begegnen? Die Väter, unb Mütter müssen sich für Erzichungs- unb Schulfragen mehr interessieren, fw über sie besser unterrichten, müssen pädagogicher denken lernen. Das beste Mittel, nm das zu erreichen, ist das Lesen guter Erziehungsbücher. Leider wird dieser Weg noch viel zu wenig beschritten. Wie manches Elternpaar besitzt 60, 100 und noch mehr Bücher über Literatur, Kunst, Geschichte, Geographie, Naturwissenschasteu und für die Unterhaltung, aber nicht ein einziges Buch über Kiudererziehnng. Treibt jemand Geflügel-, Bienen-, Blumenzucht usw., so erachtet er es für unbedingt geboten, darüber ein Buch zu besitzen. Ist denn Wndererziehuug nicht noch viel wichttger und schwieriger? Ist denn, eine gute Erziehung nicht das beste'Kapital, das Eltern ihrem Kinde mit auf den Lebensweg geben können? Vater und Mütter sollen sich bei der Erziehung her Kinder nicht ausschließlich auf Herkommen unb Brauch, auf bie Einfälle des Herzens und gesunden Menschenverstandes oder wohl gar nur auf den Zufall und auf glückliche Umstände verlassen- Nein, das würde sich schwer rächen. Die Eltern, müssen bei . der Erziehung nach festen Grundsätzen versahren, die ans richtigen Anschauungen und Vorstellungen herausgewachsen sind. Dahin gelangen sie aber nur, wenn sie von der Erkenntnis durchdrungen sind, daß sie im Vater- unb Mutter beruf nie auslernen, daß sie sich darin beständig weiter bilden müssen. So wie nun jede Hausfrau es für nölig erachtet, ein Kochbuch zü besitzen, so sollten jeder Vater ünü jede Mutter es als notwendig ansehm, ein Erziehuugsbuch in bett Hänoen zu haben, in dem ein jedes immer unb immer wieder liest und sich in zweifelhaften und schwierigen Fällen Rat holt. Zum Glück bricht sich diese Ansicht immer mehr Bahn. Von berufener Seite aus wird Die Mahnung: „Eltern, lest Bücher über Kindererziehung!" immer lauter erhoben. So von Ellen Key, die bas Wort „Das Jahrhundert des Kindes" geprägt hat. — Der bekannte pädagogische Schriftsteller Wolgast sagt in seinem Buche „Ganze Menschen": Ein Büchlein mit einer kurz gefaßten Darstellung der elementar ft en und my beftriitenften Erziehungsgrundsätze aus praktischen Regeln und Beispielen dürste, wenn es gut und wirksam abgefaßt ist, viel — 212 — Darbende Millionäre. Nicht jedem gereichen Millionen zum Glück«; em charakteristisches Argument für die Eitelkeit alles Goldes liefert %. B. die Geschichte eines englischen Multimillionärs und Sonderlings, der kürzlich in Locklev Hall in Welwyn starb und von dem eine mig- lischc Wochenschrift allerlei Merkwürdiges zu erzählen weiß. Seit nahezu 50 Jahren hatte sich Mr. G. E. Dornig, dieser Besitzen reicher Güter und Inhaber einer jährlichen Rente von mehr als lejuer halben Million, von der Welt abgeschlossen. und führte tii seinem Heim das Leben eines Einsiedlers. Als er 'kürzlich starb, traf itttoit in brnt Hause des Verstorbenen die herrlichsten Kimstschätze im Zustand grenzenloser Berivahrlosungen. Kostbare Gemälde; Werke von Holbein, Fra Bartolomeo und anderen alten Meistern, fand man achtlos an der Wand gelehnt, die gentalte Fläche der Tapete zugekehrt, dichte Staubschichten hatten sich auf den Gemälden gesammelt und bezeugten, daß sie seit vieleri Jahrzehnten so gestanden hatten. In den Ställen waren die prächtigen Equipagen vom Holzwurm zernagt, der Eingang zum Hause Ivar dicht umsponnen von einem Efeugerank, das sich bis zum Wappenschild emporgewunden hatte und jedem Fremden den Eingang ver- perrte. Kein Geräusch durfte den Besitzer zu Lebzeiten stören, pgar die Schafherden mußten abgeschafft werden. Und in diesem verwahrlosten Hause, zwischen Schutt und Staub, und von keinem Menschen gesehen, starb der Multimillionär eines einsamen Todes. Das erinnert an den Fall eines englischen Lords, der vor wenigen Jahren in einer armseligen Hütte nahe bei der Waterloo Bridge starb. Der Lord, der über ein Einkommen von jährlich 600 000 Mark verfügen konnte, bewohnte eine jämmerliche kleine dunkle Stube, an den Wänden fand man als einzigen Schmuck die Illustrationen von Zeitschriften; der wunderliche Millionär verließ bei Tageslicht niemals diese Behausung; nur hin und wieder schlich er sich des Nachts auf die Straßen, um planlos umherzuwandeln. Kein Mensch durfte je sein Allerheiligstes betreten, seine karge Mahlzeit mußte ihm auf die Schwelle gestellt werden, und erst wenn der Speiseträger wieder fort war, holte der Sonderling sein Mahl herein. Während Sir Henry Äelves Broughton so sein Leben ver- brachte, wanderte ein noch viel reicherer Mann als Bettler verkleidet durch die Straßen von Petersburg, rief die Mildtätigkeit der Passanten au und schleppte dann die Ausbeute deS Tages in das Armenviertel der Stadt, wo er in einer baufälligen alten! Hütte kümmerlich sein Dasein fristete. Hier saß er dann schweigend mit einer alten .Haushälterin, er litt int Winter die Qualen der Kälte, weil er zu geizig war, tun heizeit zu lassen, ja er kochte des Abends int Dunkeln, tun die Ausgabe einer einzigen Kerze zu sparen. Zwanzig Jahre lang trug er denselben erbärmlichen Anzug, der längst über und über mit Flicken besät war und nicht mehr erkennen ließ, aus welchem Stoffe er ursprünglich bestanden haben mochte. Und doch war dieser Bettler mtb Einsiedler einer der reichsten Großgrundbesitzer und Eisenbahnnragnaten von ganz Rußland, reicher wie mancher König. Als er starb, hinterließ er ein Vermögen von rund 100 Millionen Rubel. Ein anderer Millionär, der ein armseliges Leben führte, war M. Colasson, der vor wenigen Jahren noch als einer der reichsten Männer von Paris galt. Im Jahre 1874 verlor er bei einem Brauduiiglück seinen über alles geliebten Neffen, und schwor nun alle Eitelkeit der Welt ab. Er blieb zwar in seinem prächtigen, palastartigen Hotel in der Rue Galileo, aber er selbst bewohnte sstur zwei Räume, die er nie mehr verließ und die mich niemand betreten durfte, der alte Diener ausgenommen, der ihm täglich seins Mahlzeiten brachte. So lebte der Millionär jahrelang in völliger Einsamkeit und ernährte sich ausschließlich von Brot, Eiern und Wasser. In St. Louis lebt noch heute ein vielfacher Millionär in der größten „Armut". Vor einigen Jähren faßte I. Eads How plötzlich den Entschluß, sein prächtiges Heim in St. Louis zu verlassen, verzichtete auf alle Bequemlichkeiten, die seine Millionen ihm bieten konnten, und verurteilte sich selbst zur größteit Armut. Im Armenviertel der Stadt bezog er in einer alten Hütte ein dunkles Zimmer, und hier haust der Exkrösus itoch heitte, kocht sich selbst sein Essen, fegt die Stube und macht das Bett, ja wenn er in einer Woche mehr als sechs oder acht Maik ausgibt, macht er sich Vorwürfe, ausschweifend zu leben. vermischte». * ©in österreichisch-amerikanisches HeiratS- a m t. Eine Wieiterin, Fratt Irma Bleyer, hat in Neivyork ein Heiratsbureau eröffnet, in welchem nur Ehen zwischen Mitgliedern des österreichischen Hochadels und reichen amerikanischen Erbinnen verntillelt werden sollen. Sie hat in den Zeitttngen der amerikanischen Großstädte riesige Anzeigen veröffentlicht und einen Mitarbeiter der „World" mit cinigeit besonders entpsehlenswerteit Exemplaren ihres reichen Lagers bekannt gemacht. Abzttgeben sind n. a.: zwei Prinzett, Brüder, der eine 23, der andere 25 Jahre alt, beide Offiziere in einem in Wien garmsonierenden Regiment. Sie besitzen zwei Schlösser in Böhmen und je drei Millionen Gulden; die amerikanischen Fraueit, die sie suchen, müssen mindestens ebenso viel haben. Dann ist da ein 38 Jahre alter böhmischer Gras und ein 34 Jahre alter tirolischer Baroit, der gesellschaftlich auf so hoher Stufe steht, daß bei Hofsesten nur die Erzherzoge den Vorrang und Vortritt vor ihm haben. Eine aitdere Prachtnummer der Madame Bleyer ist der Gras Httgo Christallinitsch (!), ein 30 Jahre alter Leutnant im 4. Dragoner-Regiment und Besitzer eines schönen Schlosses. Der Graf ist, wie Frau Bleyer verrät, bereits in Amerika gewesen und dort mit diversen „Erbinnen" bekannt geworden. Mit den iiteisten ivar er so ziemlich zufrieden, zwei aber erschienen ihm ganz „unmöglich": eine, weil sie bei all ihrer Schönheit — und ihr Gesicht ist wirklich schön — so fett ist, daß ihre Fettleibigkeit selbst durch ihre vielen Millionen nicht entschuldigt werden kann; die andere, tveil sie Bratkartoffeln mit den Fingern aß, was einer amerikanischen Millionärin erlaubt (ein mag, einem wohlerzogenen Europäer aber ein Greuel ist . . . Ob das „Heiratsaint" da iticht ein bischen phantasiert hat? * © dj u ij t ä t o tu i e r u n g für Ehefrauen. Der Rev. Francis Rawel, Pastor an einer Methodisteitkirche in Chicago, ist ein energischer Verteidiger ehelicher Tugend, und um die verheirateten Fraueit vor den Nad)stellungeit der bösen Männer zu schützeit, hat er nun, wie der „Aralde italiano" aus New-Pock berichtet, ein eigenartiges Verfahren entdeckt, um die Don Inans abzuschrecken. "Er will ben allzueisrigen Verehrern weiblicher Schönheit die Möglichkeit der Attsrede nehnten, daß sie int guten Glauben gehandelt hätten, tveil es ihnen unbekannt getreten wäre, daß die angebetete Frau bereits verheiratet sei. In einer Predigt hat der Rev. Francis Ratvel feine Idee der versammelten Gemeinde unterbreitet. „Um die verheirateten Frauen ztt erkennen ttnb sie ztt schützen vor bett Nachstellungen jener Männer, bie der Anmut des weiblichen Geschlechtes nicht tviderstehett können, schlage ich vor, daß jede Ehesratt an dctttlich sichtbarer Stelle tätowiert wird, so daß Mißverständnisse nicht mehr möglich fittb. Diese Methobe ist keineswegs neu, sie wird in Neuseeland längst geübt und ich glaube, daß sie unseren Zieleit entsprechen wird". Aber der Reverend will nicht nur bie Ehesratten tätowieren, er will auch bett Kuß beseitigen, zum miitbefieit bett Kuß mit ben Lippen. Daher hat er auch seine Gemeinbeaugehörigen ermahnt, bett Lippett- knß zu unterlassen tntb statt besten alle Gefühle ber Zärtlichkeit im Nasenkttß zusatntnenznfaffen, ber baritt besteht, daß mau bie Nasenspitzen aiteinatiber reibt. * Fettleibigkeit mtb KörPerhaltuu g. Stärker und glaubwürdiger als Chiromanten und Wahrsagerinnen, iverdett die Aerzte fortan, nach oberflächlicher Betrachtung der Silhouette eines Patienten, veraussagcu können, ob ein Jüngling oder eine Jungfrau ihre „Linie" für immer behalten werden, oder ob ihre Person im Laufe der Jähre durch häßliche Fettleibigkeit entstellt werden wird. Nach Dr. Francis Heckel, der derartige Studien zu seinem Spezialfach gewählt hat, ist die Fettleibigkeit fast immer die Folge schlechter Körperhaltung. Die „Snobs", die mit dem Hut im Nacken, den Brustkasten vornüber gebeugt, die Schultern nach unten gezogen, die Beine sozusagen nachschleppend, einherschreiteu, sind stets zur Fettleibigkeit verdammt. Nach Dr. Heckel fühtr die schlechte .Haltung ztt einer latenten Selbstvergiftung, die die Fettsncht zur Folge hat. Verhüten kann man die Fettleibigkeit durch eine normale, ungezwungene Haltung und durch einige veritünftige und einfache Muskelübungeu. Diese Uebungen sind um so notwendiger, als sich in den letzten Jahrzehnten eine langsame, aber sicher fortschreitende Degeneration aller intellektuellen Rassen bemerkbar macht. Heckel bat bei allen denen, die geistig arbeiten, eine Zunahme der Ko Pf mässe im Verhältnis zur Körpermasse festgestellt. Bei der klassischen Statuen stellt der Kopf den siebenten oder achten Teil der Gesamthöhe des Individuums dar; jetzt aber findet man oft, daß der Kopf den sechsten Teil (oder auch noch etwas mehr) der Statur darstellt, was auf eine Neigung zum konstitutionellen Arthritismns (Gicht) und zur Rhachitis (Englische Krankheit) schließen läßt. Magisches Dreieck. I Jn bie Felber nebenstehender Figur fittb bie Buchstaben aaabeeggnnnnrss berart einzutragen, baß bie einander ent- J sprechenden wagerechten und senkrechteit Reihett gleichlautend folgendes bebeuten: 1. Mädchennamen. 2. Ungarisches Komilat- 3. Nebenfluß der Donau. 4. Teil von Spanien. 5. Einen Buchstaben. Auflösung in nächster Nummer. Anflösttng der Charade in voriger Nnmmek: A itt e t f e. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»