Montag den 2. Oktober «RI E tR Die weiße Frau. Roman von 28, Collins. (Nackdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sobald Miß Fairste das Zimmer verlassen, ersparte er uns alle Verlegenheit in Bezug auf den anonymen Brief, indem er von selbst den Gegeirftand zur Sprache brachte. Er hatte sich auf seinem Wege von Hampshire in London aufgehalten, hatte seinen Advokaten gesprochen, die ihm von mir zugesandten Dokumente gelesen und dann seine Reise nach Cumberland fortgesetzt, mn uns durch die schnellste, vollständigste Erklärung, welche Worte geben konnten, zu beruhigen. Da ich ihn so sprechen hörte, bot ich ihm das Original des Briefes an, welches ich für seine Durchsicht aufbewahrt hatte. Er dankte mir, schlug es jedoch aus, ihn zu lesen, indem er sagte, er habe die W- schrift gesehen und sei es wohl zufrieden, daß das Original in unseren Händen bleibe. Er schritt dann sofort zur Erklärung der Sache, die so einfach imb befriedigend war, wie ich es von vornherein erwartet hatte. Mrs. Catherick, unterrichtete er uns, hatte ihm durch treue Dienste, die sie in früheren Fahren ihm und seiner Faniilie geleistet, einige Verpflichtungen auferlegt. Sie chatte ein zwiefaches Unglück gehabt, indem sie einen Mann geheiratet, der sie bald verlassen, und eine einzige Tochter chatte, deren geistige Fähigkeiten schon von einem zarten Alter an gestört waren. Obgleich sie wegen ihrer Heirat nach einem Teile von Hampshire gezogen, der von Sir Percivals Gütern ziemlich entlegen war, so hatte er doch Sorge getragen, sie nicht aus dem Gesichte zu verlieren. Im Verlaufe der Zeit nahmen die Symptome geistiger Zerrüttung bei ihrer unglücklichen Tochter in dem Grade zu, daß es notwendig wurde, sie unter geeignete ärztliche Obhut zu stellen. Mrs. Catherick selbst erkannte diese Notwendigkeit an; doch war sie sich zu gleicher Zeit des Vorurteils bewußt, das Leute ihres achtbaren Standes dagegen gefühlt haben würden, falls sie ihre Tochter als eine Hilfsbedürftige in eine öffentliche Irrenanstalt brächte. Sir Percival haste dieses Vorurteil geachtet, und er hätte beschlossen, als dankbare Anerkennung für Mrs. Cathericks Anhänglichkeit an die Interessen seines Hauses, die Kosten für die Aufnahme ihrer Tochter in einer zuverlässigen Privatirrenanstalt zu bestreiten. Zum Bedauern ihrer Mütter sowohl, als zu seinem eignen, hätte das unglückliche Mädchen den Anteil entdeckt, den er an den Umständen gehübt, durch welche sie unter Zwang gebracht worden, und infolgedessen einen tiefen Haß und Argwohn gegen ihn gefaßt. Diesem Hasse, der sich in der Anstalt auf verschiedene Weise kund getan, war offenbar jener nach ihrem Entweichen geschriebene Snonyme Brief zuzuschretben. Falls Miß Halcombes oder Mr. Gilmores Kenntnis von dem Briefe diese Ansicht nicht bestätigten, oder falls sie noch fernere Einzelheiten über das Institut wünschten (dessen Adresse er erwähnte, ebenso wie die Namen und Adressen der beiden Aerzte, auf deren Zertifikat die Kranke in der Anstalt ausgenommen worden), so sei er bereit, jede Frage zu beantworten und sie in jeder Ungewißheit aufzuklären. Er habe an dem jungen Frauenzimmer seine Pflicht getan, indem er seinem Geschäftsführer aufgetragen, keine Kosten zu scheuen, um sie wieder aufzusinden und der ärztlichen Sorgfalt zurückzugeben, und er wünsche jetzt nur uoch, auf dieselbe einfache und offene Weise seine Pflicht auch an Miß Fairlis und ihrer Familie zu tun. Ich war der erste, der auf diese Aufforderung etwas erwiderte. Mein eignes Verfahren, meine Pflicht war mir klar. Ich sollte die Erklärung, die wir soeben gehört hatten, erwägen, dem guten Rufe deS Herrn, der sie uns geliefert, volles Gewicht lassen und redlich entscheiden, ob die Wahrscheinlichkeit von Sir Percivals Beweisen klar für ihn oder klar wider ihn spreche. Meine eigne Ueberzeugung war für ersteres, und ich erklärte demgemäß, daß seine Erklärung meiner Ansicht nach eine entschieden befriedigende sei. Miß Halcombe sagte ihrerseits, nachdem sie mich sehr ernst angesehen, ein paar Worte von derselben Bedeutung — doch mit einem gewissen Zögern, welches mir durch die Umstände nicht gerechtfertigt schien. Ich kann nicht bestimmt sagen, ob Sir Percival dies bemerkte ober nicht. Meiner Meinung nach bemerkte er es, denn er nahm den Gegenstand noch" einmal auf, obgleich er ihn jetzt mit voll- koinmener Schicklichkeit hätte fallen lassen können. Wäre meine einfache Angabe der Tatsachen nur au Mr. Gilmore gerichtet gewesen, sagte er, so würde ich es für unnötig erachten, noch ferner auf diesen unangenehmen Gegenstand zurückzukommen. Ich darf von Mr. Gilmore als einem Ehrenmanne wohl erwarten, daß er mir auf mein Wort glauben wird, und sobald er mir diese Gerechtigkeit hat widerfahren lassen, so ist jede fernere Erörterung über die Sache zwischen uns zu Ende. Doch ist meine Lage einer Dame gegenüber nicht dieselbe. Ich schulde ihr, was ich keinem lebenden Manne einräumen würde —, einen Beweis von der Wahrheit meiner Angaben. Sie können diesen Beweis nicht fordern, Miß .Halcombe, und ich bin es Ihnen, noch mehr aber Miß Fairste schuldig, ihn anzubieten. Dürfte ich Sie bitten, sogleich an die Mutter jenes unglücklichen Mädchens, an Mrs. Catherick zu schreiben, und sie um ihr Zeugnis für die Erklärung zu bitten, die ich Ihnen soeben gegeben habe? Ich sah, wie Miß Halcombe die Farbe wechselte und ein wenig unrnhig ivurde. Ich bitte Sie sehr, den Brief zu schreiben, fuhr er fort, erzeigen Sie mir diese Gunst. Es braucht Sie nur wenige Minuten zu beschäftigen; Sie haben Mrs. Catherick nur zwei Fragen vorzulegen, einmal, ob ihre Tochter mit ihrer 614 Kenntnis und Bewilligung in die Anstalt gebracht wurde, und zweitens, ob der Anteil, den ich an der Sache hatte, derart war, daß er den Ausdruck der Dankbarkeit von ihrer Seite verdient hätte. Mr. Gilmore ist über diese unangenehme Angelegenheit beruhigt; Sie sind beruhigt — bitte, beruhigen Sie nun auch mich-, indem Sie den Brief schreiben. Sie nötigen mich, Ihrem Wunsche zu willfahren, Sir Percival, während ich ihn doch weit .lieber versagen niöchte. Mit diesen Worten verließ Miß Halcombe ihren Platz und ging an den Schreibtisch. Miß Halcombe brauchte nicht viel Zeit zu ihrem Briefe. Ms sie ihn beendet, stand sie vom Schreibtische aus und reichte Sir Percival das offene Blatt Papier. Er verbeugte sich, nahm es, legte es zusammen, ohne den Inhalt anzusehen, versiegelte es, schrieb die Adresse und gab cs ihr dann schweigend zurück. Das ganze geschah mit einer Anmut und Würde, wie ich sie in meinem Leben nicht einnehmender gesehen. Sie bestehen darauf, daß ich diesen Brief auf die Post gebe, Sir Percival? fragte Miß Halcombe. Sir Percival nickte und stellte dann noch einige Fragen, ob Anna Catherick von einer der Damen gesehen worden sei und wo sie sich aufgehalten habe. Trotz alledem machte Miß Halcombe auf mich den Eindruck, als ob sie noch nicht ganz befriedigt sei. Daher fragte ich sie, sobald Sir Percival das Zimmer verlassen hatte, offen, ob sie irgendwelche Gründe habe^ Sir Percival nicht zu trauen. Nein, durchaus keine, erwiderte sie. Sehen Sie etwas Unwahrscheinliches in seiner Erklärung? Wie könnte ich das nach dem Beweise, den er mir von der Wahrheit gegeben? Gibt cs ein Zeugnis, das mehr zu seinen Gunsten sprechen könnte, als das Zeugnis her Mutter des Mädchens, Mr. Gilmore? Es gibt kein besseres. Falls die Antwort auf ihre Nachfrage befriedigend ausfällt, so sehe ich mcinesteils nicht, was ein Freund Sir Percivals noch ferner von ihm verlangen kann. Dann wollen wir den Brief abschicken, sagte sie, indem sie aufstand, um das Zimmer zu verlassen, und die Sache ruhen lassen, bis die Antwort kommt. Achten Sie nicht aus mein Zögern. Ich kann Ihnen keinen bessern Grund dafür angcben, als daß ich seit einiger Zeit zu ängstlich um Laura bin, und ängstliche Sorge, Mr. Gilmore, macht die Stärksten von uns unsicher. Am folgenden Morgen, Dienstag, ging Sir Percival in Begleitung eines der Diener als Führer nach Todds Ecke. Seine Nachfragen, wie ich später erfuhr, blieben ohne Erfolg. Die Post am Mittwoch brachte ein Ereignis, die Antwort von Mrs. Catherick. Ich nahm eine Abschrift von dem Dokumente, die ich aufbewahrte und hier anführen will. Cs enthielt folgendes: „Madame! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres Briefes anzukündigeu, in welchem Sie mich fragen, ob meine Tochter mit meinem Mitwissen und meiner Einwilligung unter ärztliche Aussicht gestellt, und ob Sir Per- eival Glydes Anteil an der Sache der Art gewesen, daß er den Ausdruck meinet Dankbarkeit verdiente. Genehmigen Sie auf beide Fragen meine bejahende Antwort und erlauben Sie, daß ich mich zeichne gehorsamst Jane Anna Catherick." II. Die nächste Aufgabe, die uns nun oblag, war, Miß Fairlie mit Sir Percivals Erklärung bekannt zu machen. Miß Halcombe hatte dies übernommen. Ich sprach mit ihr darüber und nahm aus dieser Unterredung den Eindruck mit, daß die beiden Damen 'ein Geheimnis hatten, das sie sowohl'mir als auch Sir Percival verbargen. Diese Ueberzeugung wurde durch Miß Halcombes Sprache und Benehmen bestätigt, als ich sie später am Tage wiedersah. Sie war mißtrauisch, kurz und zurück- als sie mir den Erfolg ihrer Unterredung mit ihrer Schwester mitteilte; Miß Fairlie, wie es schien, hatte ihr ruhig zugehört, als sie ihr die Briesaffäre aus dem richtigen Gesichtspunkte vorlegte; als aber Miß Halcombe ihr darauf mitteilte, daß Sir Percivals Besuch in Lim- meridge den Zweck habe, sie zu bitten, den Tag für ihrs Vermählung festzusetzen, tat sie jeder ferneren Erwähnung des Gegenstandes Einhalt, indem sie um Zeit bat. Wenn Sir Percival sie jetzt noch verschonen wolle, so verpflichte sie sich, ihm vor Ablauf des Jahres noch ihre entscheidende Antwort zu geben. Sie hätte mit solcher Angst und Aufregung um diesen Verzug gefleht, daß Miß Halcombe ihr versprochen, nötigenfalls ihren Einfluß geltend zu machen, um ihn für sie auszuwirken; und auf Miß Fairlies ernstliche Bitten hätte damit jede fernere Unterhaltung über die Heiratsfrage geendet. Dieses rein temporäre Uebereinkommen mochte der jungen Dame gelegen sein; den Schreiber dieser Zeilen setzte es jedoch einigermaßen in Verlegenheit. Die Frühpost hatte mir einen Brief von meinem Kompagnon gebracht, welcher mich nötigte, am folgenden Tage mit dem Nachmittagszuge nach London zurückzukehren. Es war höchst wahrscheinlich, daß ich keine zweite Gelegenheit finden würde, um in dem Jahre noch einmal nach Limmeridge House zu kommen. Dann würden wir genötigt sein, schriftlich in Sachen übereinzukommen, welche immer mündlich verhandelt werden sollten. Ich sagte nichts von dieser Schwierigkeit, bis Sir Percival über den Verzug befragt worden. Er war ein zu galanter Mann, um nicht sofort ihren Wunsch zu gewähren. Als Miß Halcombe miäy hiervon unterrichtete, sagte ich ihr, daß ich durchaus mit ihrer Schwester sprechen müsse, ehe ich Limmeridge verlasse; und es wurde daher bestimmt, daß ich Miß Fairlie am nächsten Morgen in ihrem Wohnzimmer sprechen solle. Sie kam weder zn Tische, noch später abends herunter. Unwohlsein wurde als Entschuldigung angegeben, und Sir Percival schien mir ein wenig verdrossen auszusehen, .als er hörte, — wozu er gewiß auch Ursache hatte. Am folgenden Morgen, sobald das Frühstück vorbei war, ging ich in Miß Fairlies Wohnstube hinauf. Das arme Mädchen sah so blaß und traurig aus und kam mir so bereitwillig und hübsch entgegen, daß mein Entschluß, sie über ihre Laune nnb Unentschlossenheit auszuzauken, sofort wankte. Ich führte sie zu dem Sitze zurück, oeu sie verlassen, und setzte mich dann ihr gegenüber. Ist diese hübsche Zeichnung von Ihnen? begann ich. Ich deutete auf ein kleines Album, das neben ihr aus dem Tische lag, und in dem sie offenbar geblättert, als ich hereinkam. Die Seite, au der es offen lag, zeigte eine sehr hübsch vollendete kleine Landschaft in Wasserfarbe. Dies war die Zeichnung, welche meine Frage diktiert hatte: eine allerdings sehr müßige Frage, aber wie hätte ich wohl, sowie ich meine Lippen öffnete, von Geschäften anfangen können? Nein, sagte sie etwas verlegen von der Zeichnung hinwegblickend, sie ist nicht von mir. (Fortsetzung folgt.) ------- K siibelstrahl. Dctektivgeschichte von Conan Dohle, (Fortsetzung.) „Nun siehst bat, welchen Wert die Einbildungskraft hat," sagtü Holmes. „Es ist das einzige, woran cs Gregory fehlt. Wir haben uns vorgcjstellt, was geschehen sein könnte; wir handelten darnach Und sanden, daß wir uns nicht geirrt hatten. Komm, laß uns! weitergehen." Wir schritten Wer den Marschboden, dann über eine Strecke harten dürren Rasens; hierauf senkte sich der Boden wieder und wir fanden die Hufspuren. Zwar verloren wir sie abermals während einer halben Meile, entdeckten sie jedoch ganz dicht bei Capleton von neuem. Holmes sah sie zuerst und zeigte mit triumphierendem Blick daraus hin. Tie Fußspuren eines Marines! erschienen neben denen des Pferdes. „Bisher war das Pferd allein," rief ich. „Jawohl, es war allein. Aber halt, was ist das?" Die Doppelspur brach kurz ab und ging in der Richtung nach Kings Pyland weiter. Holmes pfiff vor sich hin, und wir ver-i folgten sie. Während er aber kein Äuge davon verwandte, blickte ich ein wenig zur Seite und sah zu meiner Ueberraschung, daß! dieselben Spuren in entgegengesetzter Richtung zurückkamen. „Bravo, Watson," sagte Holmes, als ichihn darauf aufmerksam! wachte, „du hast uns einen weiten Weg erspart, der uns wieder! auf den alten Fleck zurückgebracht hätte. Folgen wir jetzt der! Spur nach rückwärts." Wir brauchten nicht weit zu gehen. Sie endete bei dew. Asphaltpslaster, das bis ans Tor der Stallungen von Capleton; Khrte. _ Als wir uns näherten, kaw ein Stallknecht eilig heraus« „Hier darf sich niemand Herumtreiben," rief er uns 1» 615 steckte DaUmen Zeigefinger in' seine Westentasche. Kr erne Frage erlauben," sagte er. „Könnte Th Serrn Suas Brown schon morgen früh um fünf Uhr steht immer zeitig auf und« ist zuerst Uni deir Weg. Aber fragen Sie den Herrn selbst, da kommt er eben y«ui, nein, letzt kann ich nichts nehmen; sobald er sieht, daß Sie nur Geld geben wollen, verliere ich meine Stelle. — Nachher, Wenns Ihnen beliebt." Gerade als Sherlock Holmes' die halbe Krone, die er aus der ^sche geholt hatte, wieder einsteckte, kam ein grimmig drein- schauMder älterer Mann, die Reitpeitsche schwingend, aus dem' Tor. , . soll das heißen, Dawson?" schrie er. „Ich dulde rem Gejchwatz! Geh an deine Arbeit! Und Sie —' was zum Henker wollen Sie hier?" . Unterredung von zehn Minuten mit Ihnen, mein WerterHerr, Jagte Holmes in verbindlichstem Ton. „Fch habe keine Zeit, mich mit jedem Pflastertreter xin- zinassen. Fremde haben hier nichts zu sucheii. Packen Sie sich fort, sonst sollen die Hunde Ihnen Beine machen." Holmes beugte sich nieder und flüsterte dem Stallmeister «was ins Ohr. Dieser schrak heftig zusammen und wurde rot bis an die Schlafen. "Aus ist nicht wahr," schrie er. „Es ist eine verdammte Lüge." ,. „Sehr wohl. Sollen wir hier draußen öffentlich darüber burhaiidelii oder drmnen in Ihrem Wohnzimmer?" „Kommen Sie meinetwegen herein, wenn Sie wollen." Holmes lächelte. „Ich bin gleich wieder hier, du brauchst Uur ein paar Minuten auf mich zu warten, Watson," sagte er. •„Jant stehe ich ganz zu Ihrer Verfügung, Herr Brown." Es vergingen wohl zwanzig Minuten; das Abendrot hatte bereits einer grauen Dämmerung Platz gemacht, als Holmes Und der Stallmeister wieder erschienen. In der kurzen Zeit war mit Silas Brown eine Veränderung vorgegangen, wie ich das nie »uvor gejehen hatte. Sein Gesicht war aschbleich, Schweißtropfen Müden ihm auf der Stirn, und er zitterte so heftig, daß die Reitpeitsche in seiner Hand hin und her schwankte, Ivie ein Zweig, den der Wind bewegt. Das- herrische, unverschämte Wesen, das er zur Schau getragen, war völlig verschwunden; er begleitete meinen Gefährten mit kriechender Höflichkeit, wie ein Hund, der neben seinem Herrn herläuft. Ihre Anweisungen sollen befolgt werden; ich will alles pünktlich ausrichten," sagte er. „Es darf keinerlei Mißverständnis Vorkommen, beherzigen Sie das ivohl," erwiderte Holmes, und der andere erschrak, cfls er feinem drohenden Blicke begegnete. „O nein, jeder Irrtum ist ausgeschlossen. Es wird zur Stelle fein. Soll ich erst die Veränderuiig vornehmen oder incht?" Holmes überlegte ein wenig und lachte dann hell auf. „Nein, tun Sies nicht," sagte er. „Ich schreibe Ihnen noch darüber. Aber spielen Sie mir keinen Streich, sonst —" „O, Sie können mir trauen; verlassen Sie sich fest auf mich." „Sie müssen au dem Tage dafür sorgen, als ob es Ihr tzigenes wäre." „Tas versteht sich." „Ich glaube. Sie werden Wort halten. Morgen sollen Sie noch von mir hören." Er wandte sich ab, ohne zu beachten, daß der andere ihm zitternd die Hand bot, und ivir machten uns Dieder Nach Kings Pyland auf den Weg. „Ein solches Gemisch von Unverschämtheit, Feigheit und Hinterlist wie bei diesem Herrn Silas Brown ist mir noch selten begegnet," äußerte Holmes, Ivährend wir zurückwanderten. „Also, er hat das Pferd?" „Er versuchte es, zu leugnen; aber ich habe ihm alles, was er an jenem Morgen getan hat, ganz genau beschrieben, und er ist überzeugt, daß ich ihn dabei beobachtet haben muß. Natürlich sind dir bei dem Abdruck die ungewöhnlich breiten Spitzen auf- gefallen, und daß seine eigenen Stiefel genau dieselben hatten. Wie sollte sich auch ein Untergebener so etwas herausnehmen! Er war, seiner Gewohnheit gemäß, der erste auf dem Platze gewesen, hatte ein fremdes Pferd bemerkt, welches über das Moor dahergetrabt tam,_ ging ihm entgegen und erkannte es mit Staunen an dem weißen Streifen vorn am Kopf, dem es seinen Namen verdankt. Der Zufall hatte ihm' das einzige Pferd zugeführt, welches den Renner besiegen konnte, auf den er fein Geld gesetzt hatte. Das alles sagte ich ihm, und schilderte ihm dann, wie sein erster Antrieb gewesen iväre, das Tier nach Kings Pyland zurückzuführen. Da habe ihm aber der Teufel den Gedanken ein- gegeben, auf welche Art er Silber strahl verbergen könne, bis das Wettrennen vorüber wäre; worauf er wieder mit ihm umgekehrt sei, um ihn in Capleton zu verstecken. Als ich ihm das alles haarklein auseinandersetzte, gab er das Leugnen auf, und war nur noch bedacht, feine Haut zu retten." „Aber feine Ställe find doch durchsucht worden." „Bah, ein alter Pferdehändler wie Brown versteht sich auf allerlei Kniffe." „Aber, fürchtest du denn nicht, das Pferd in seiner Gewalt AU lassen, da er ein Interesse daran hat, ihm Schaden zuzufügen?" „Er wird es hüten, wie feinen Augapfel, liebster Freund. SÄ hofsm."^ W W Vorschein bringt- öarf ep „Oberst Roß sieht mir nicht gerade aus wie jemand der sehr geneigt wäre, Gnade für Recht gelten zu lassen " ' "Ueber die Sache hat auch der Oberst nicht zu entscheiden, Ich verfahre stets nach eigener Methode und teile den anders so viel oder so wemg mit, tote mir beliebt. Das ist der Vorteil. Beamter ist. Ich weiß Lt ob di bemerkt hast, daß der Oberst mich ettoaS von oben herab, behandelt. Sjmn ich mir letzt einen kleinen Spaß auf .seine KostZ wachem Erwähne gegen ihn nichts von dem Pferde" „Gewiß nicht ohne deine Erlaubnis." olles hat ja natürlich nur sehr geringe Bedeutung iM Vergleich zu der Frage, wer John Straker getötet hat." „Unb willst du das jetzt zu erforschen suchen?" „„ „Bewahre; wir kehren beide mit dem Nachtzug nach London' öittiucr. 6ch war bei diesen Worten meines Freundes wie vom Donner gerührt. Laß er eine Untersuchung, die mit so glänzendem! Erfolg begonnen hatte, wieder aufgeben wollte, nachdem wir uns kaum ein paar Stunden in Devonshire aufgehalten, schien mir ganz unbegreiflich.. Doch tonnte ich nichts mehr ans ihm heraus- bringen, bis wir wieder in Stralers Wohnung angekommen waren. Der Oberst Und ber Inspektor erwarteten uns im Besuchszimmer. „Wir fahren mit dem Nachtschnellzug zur Stadt zurück, mein Freund und ich," erklärte Holmes. „Ihre köstliche Luft hier hat Uns bet dem kleinen Ausflug sehr wohl getan." Der Inspektor machte große Augen, und um den Mund des Obersten zuckte es spöttisch. 'jEie geben also die Hoffnung auf, den Mörder des armen Straker festzunehmen?" sagte er. Holmes zuckte die Achseln. „Tie Sache hat ihre großen! Schwierigkeiten Dagegen ist begründete Aussicht vorhanden, daß ^ijr Pferd nächsten Dienstag ant Rennen teilnehmen wird. Halten Sie ledenfalls den Jockei in Bereitschaft. Fetzt möchte ich Sie nur noch um eine Photographie von John Straker bitten." Der Inspektor nahm das gewünschte Bild ans einem Um-, schlag, den er in der Tasche trug, und händigte es ihm ein. „Mein lieber Gregory, Sie kommen immer meinem Verlangen zuvor. Seien Sie so freundlich, nur einen Augenblick zu! warten, ich habe noch eine Frage an das Mädchen zu richten." „Ich muß gestehen, daß mich unser Londoner Berater gründlich enttäuscht hat," sagte Oberst Roß ganz unumwunden, sobald! mein Freund das Zimmer verlassen hatte. „So viel ich sehe, sind wir um keinen Schritt weiter, als vor seiner Ankunft." „Wenigsteiis hat er Ihnen ziemlich bestimmt die Versicherung gegeben, daß Ihr Pferd das Rennen mitniachen wird." „Jawohl," meinte der Oberst achselzuckend, „aber das kann jeder sagen." Ich wollte eben etwas erwidern und meinen Freund in Schutz nehmen, als er selbst eintrat. (Fortsetzung folgt.) Yle Aiiche im Oktober. Von A. Burg. In dieser teufen Zeit wird man es noch ganz besonders einseh m lernen müssen, wie viel Tapferkeit schlechthin von deul Frauen, die „nur Hausfrauen" sind, im täglichen Kampf uM die Küche gefordert wird. Gilts doch nicht allein, die Hände und in den unterschiedlichen Töpfen zu rühren, sondern gar viel auch mit dem Kopf zu arbeiten und zu bedenken, wie man denn! bei dieser Teuerung noch am verhältnismäßig besten wirtschaftet! Allem Anscheine nach werden die Kartoffelvorräte klein ausfallen und die Preise dafür um so höher schnellen: da heißt es also/ sich beizeiten nach geeigneten Ersatzmitteln umsehen. Tie Getreideernte gestaltete sich im allgemeinen doch nicht so schlecht, als es zuerst den Anschein hatte, und so steht zu' hoffen, daß Mehl und Mehlpräparate, wenn auch eine Kleinigkeit teurer, so doch nicht gar so unerfchwinglich werden; im übrigen aber wird man gut tun, sich mehr als bisher mit den sättigenden Hülsen- flüchten: Erbsen, Linsen, Bohnen usw. zu befreunden. Wir Deutschen sei'n sonst so leicht bei der Hand, ausländische Sitten,- Moden nnd Gebräuche nachzuahmen — sagt man; das einfache amerikanische Nationalgericht indes: Schweinefleisch mit Bohnen —■ ist in der deutschen Küche so gut wie unbekannt. 500—600 Gramm schön verlesene und gewaschene weiße Bohnen werdest über Nacht in kaltes Wasser gelegt; dieses am Morgen abgegoffen? füllt man neues Wasser auf, gibt einen Eßlöffel braunen Sirup dazu, legt in die Bohnen ein Stück Schweinefleisch (Kamm oder Bauch) und läßt die Bohnen nnd das Fleisch über gelindem Feuer mehrere Stunden langsam kochen. In der ersten Zeit des Kochens fügt man hin und wieder eilten Schöpflöffel kochendes Wasser hinzu; die fertigen Bohnen werden sodann nach Salz abgeschmeckt. Und wer sie. nicht mit den Hülsen geben will, rührt sie, sobald sie gehörig weich sind, durch ein Sieb und verlockst das Mus dann mit etwas in Butter gar und gelb gedünstetem Mehl, schmeckts ab und trägtS mit dem zerschnittenen Fleisch auf. — Für ameri- kanifch gilt auch die Zusammenstellung von Bohnen mit Mohrrüben; doch ist es ebenso leicht möglich, daß niederdeutsche Aus- 616 wandere« dieses Gericht erst in Amerika heimisch gemacht Haven, Von tos aus es als Fremdling jetzt in die Heimat zurückkehrt. Ganz besondere Aufmerksamkeit toerben die Hausfrauen auf die Verwendung der Reste legen müssen. Semmelreste lassen sich so gut zu Klößen und Puddings, Schwarzbrotreste zu Auflälifen, Puddings und dem niederdeutschen „Pracherknchen" hernehmm. Man stößt und siebt hierzu altbackenes, im Ofen geröstetes Schwarzbrot und mischt es mit gestoßenem Zimt, Zucker und einigen gehackten süßen Mandeln, während man 500—600 Gramm Aepfel schält, vom Kernhaus befreit, in Scheiben schneidet und in etwas Wasser mit Zucker leicht überkochen und abtropfen läßt. (Die Aepfel kann man auch nur einzuckern, mit etwas Rum besprengen Und ente Stunde so stehen lassen.) Eine nicht tiefe, feuerfeste Form wird sodann mit Butter ausgestrichen und überall mit geriebenem Brot bestreut; als Unterlage dann eine Schicht geriebenes Brot gegeben, darüber die Aepfel, hierüber wieder das andere Brot und ganz obenauf einige Bntterflöckchen getan, läßt man die Speise, die in der Form aufgetragen wird, eine Stunde im Ofen backen. Will man es „feiner" haben, so überfüllt man die Brotmasse jedesmal mit etwas saurer Sahne; und dabei hat diese, zum Nachtisch sich sehr gut eignende Speise den Vorteil, daß man keiner teuren Eier und dergleichen bedarf. — (Uebrigens kann man anstatt des Schwarzbrotes aust gestoßenen, gesiebtem Und gerösteten Zwieback nehmen!) Während dieser ersten Herbstzeit verfügt die Küche noch über Sommeräpfel, Hasenköpfe z. B., welche für alle Arten Kompott sehr schmackhaft sind. Tie späten Apfelsorten, die Anfang Oktober abgenommen werden, müssen, gut aufbewahrt, noch mehrere Wochen nachreifen, nur dann im wahrsten eimte des Wortes Weihnachts- äpfel zu sein. Außerdem kommen Birnen und Pflaumen, Weintrauben und Roseufrüchte (Hagebutten) in Betracht, ferner die spätreife Quitte, die besonders für die Krankenküche geschäht ist. Und der wohlfeile Mrbis; Meint Einkauf von Kürbis muß darauf geachtet werden, daß man ihn nicht aus dumpfigem Keller kauft; ebenso darf Mrbis nie. int Keller ausbewahrt werden, da sein Fleisch gern das muffige Kelleraroma annimmt. Auch soll man den Mrbis immer ziemlich dick schalen, da härtliche, sehnige Stellen oft direkt unter der Schale sitzen; dazu soll man ihn gut von allen Kernen und Fasern befreien; uttb das ganz mit Fasern durchzogene Fleisch nicht zubereiten. Eine beliebte Zu- sammenstellnng ist Mrbis mit Reis, wobei ihm der Reis einen Teil seiner Schwerverdanlichkeit nimmt. Aus der französischen Küche stammt die Vorschrift zu der folgenden gebackenen Kürbis- speise; Der in Scheiben geschnittene Kürbis wird in schwach gesalzenem Wasser weich gekocht, abgetropft und durch ein Sieb gerührt. Dann mischt man ihn über gelindem Feuer bei stetem Rühren mit 125—150 Gramm zerlassener Butter, zwei bis drei verquirlten Eiern, 100—110 Gramm geriebenem Parmesankäse Und ein wenig Salz, füllt die Masse in eine nicht zu tiefe, feuerfeste Schüssel oder Form, überstreicht die Oberfläche mit Ei, bestreut sie mit geriebener Seminel und läßt die Speise im Ofen hellbraun backen. Alle Wbengemüse, Mohrrüben, weiße Rüben, Kohlrüben, Sellerie sind klein geblieben, und grüne Bohnen, die man sonst von später gelegten Beeten bis in den November haben konnte, sind kaum zu sehen. Die Pilzernte konnte bei der Dürre auch teilte reiche Ausbeute liefern, und da das Sommergemüse so knapp Und teuer war, so sind die Konserven natürlich ebenfalls teuerer ckls sonst ! Teurer, ach, alles teuerer! — oder haben die Hausfrauen von den zur Zeit der ersten Futternotwochen sinkenden Viehpreisen vielleicht etwas gemerkt? Rein — denn im Kleinverkauf hielt man die gewohnten Preise, und dadurch beläuft sich auch Wild und Geflügel, oft geradezu erstaunlich hoch. Hühner und Tauben haben schon seit zwei Jahren Preise, die sie in das Bereich der Leckerbissen verweisen, und was der Wildgeflügelmarkt an Rebhühnem noch darbietet, deren es in diesem Jahr größere Mengen als int vergangenen gab, so wird allenthalben über Kleinheit und Magerkeit geklagt. Mer, Butter Und Käse sind schon seit September im Preis gestiegen,. und die Ersatzfette für Butter, Schmalz und Talg sind ebenfalls teurer —.genau so wie die anderen Ersatzmittel: Marmelade und Honig. „ So soll namentlich auch der Heidehoitig nur geringe Erträge liefern, weil die Entfaltung der Heideblüte (Erika) durch die Hitze des Nachsommers gelitten hatte. Erst die neueste Zeit hat sich übrigens wieder mehr mit dem Honig beschäftigt, den Man vor ungefähr vierzig Jahren, weil er „süß" war, als Näscherei und Leckerei bezeichnete. Tas aber ist er auf keinen .Fall, sondern stellt ein pollwertiges Nahrungsmittel dar und macht auch seiner im Volksleben beobachteten Heilkraft noch immer Wre. Ein halbes Mo echter Honig ist zurzeit unter 1,20 bis 1,40 Mark nicht zu haben. Den unverfälschten Honig erkennt Uran daran, daß er nicht 'klar und flüssig bleibt, soirdern kristallisiert Und fest wird. Um ihn wieder flüssig zu bekommen, hält man das Glas vorsrchtrg in warmes Wasser . . T Auf dem Wildmarkt herrscht, neben Reh, Hirsch und Wilds' schwein, der Hase. Auch für diesen hat seit ungefähr zwei Jahren sein gewohnter Preis von 3 bis 4 Mark sich auf 4 bis 5 Mark erhöht, so daß er — rechnet znan noch den nötigen Speck, Butter und saure Sahne dazu — für einen „Familienbraten" zu teuer ist. Und so sind die Kalbskeule und der Hasenbraten auch endgültig aus der Liste der Familienbraten gestrichen worden! VevmZsichtes. — Der Kö rp e r g er u ch a l s Rasseneigentümlich- keitist von dem italienischen Forscher Dr. Ättilio Clemente zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht worden. Nach der „Umschau" ist danach nm bekanntesten und ausgeprägtesten der auch für wenig empfindliche Nasen deutlich wahrnehmbare Geruch der Neger, den viele mit dem eines Ziegenbocks vergleichen, und der nicht minder peinliche der Mongolei:, Malaien unb deren Mischlinge, die allerdings ihrerseits behaupten, daß der Europäer einen ihnen nicht weniger unangenehmen Leichengeruch ausströme. Auch den Rothaarigen soll nicht selten ein ausgeprägter Körpergeruch eigen sein und von blonden Frauen wird behauptet, daß sie häufig nach Ambra und Moschus dufteten, während die dunkelhaarigen nach. Veilchen röchen. Tie Ursachen der verschiedenen Körpergerüche liegen auf ebensoviel verschiedenen Gebieten. Hinsichtlich der Rassen und großen Völkergruppen, kommen hier zweifellos die .großen Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten, ferner Unterschiede im Funktionieren der Verdaunngs- organe, daneben aber auch die unterschiedliche Arbeit der Schweiß- unb Fettdrüsen der Haut in Betracht, deren Sekrete obendrein noch durch die Tätigkeit der in verschiedenen Klimaten unb Ländern vorherrschenden BcM'rien zu verschiedenen Riechkörpern ab- gebant werden. * Scherz unb H «tu o c in der Mu11erspra ch e. Nicht selten spielt der Mensch in der Sprache die Rolle eines Schisses. So n i m in t z. B. ein Heiratslustiger einen guten Freunds dem er eine Herzensangelegenheit aiwertrauen möchte, nachdem dieser nach allerhand Einwendungen endlich die Segel gestrichen hat, insSchlepptan oder lotst ihn mit sich unb legt s t ch mit ihm etwa in einem gemütlichen Wirtsstübchen vor Anker. In der mmmehr anhebenden Unterredung hat er ihn bald im richtigen Fal>rwasser unb steuert sodann gerade aus sein Ziel l o s. Die Ratschläge des Freundes sind ihm förderlich, und er läuft glücklich in den Haien der Ehe ein. — Sagt man von einem, der im Trinken des Guten ein wenig zuviel getan hat und dies durch seinen unsicheren Gang zu erkennen gibt: er ist im Sturm, oder er laviert, so erscheint auch hier wieder der Mensch als ein Schiff, und zwar als ein bei stürmischer See aus den Wogen dahintreibendes Schiff. Der Schifferansdruck „lavieren" bedeutet ja: während eines widrigen Windes im Zickzack segeln, um die Richtung nicht zu verlieren. Es geht zurück aus holl. Iav6ren, das wieder aus dem älteren loeven (von loef — Windseite des Schiffs, nhd. Luv) — später mit der fremden Endung versehen loeveren — verderbt ist. — Eine übertrieben geputzte Frau ober, die auch durch ihren gespreizten Gang die Blicke der Leute auf sich zieht, nennt man wohl, wenn sie so dahergesegelt kommt, scherzhaft eine ausgetakelte Fregatte. Imme (Essen). * Unter Kameraden. „Aeh, äh, Kamerad, Ihr Töchterchen ist für ihr Alter schon recht vernünftig!" — „Kein Wunder l Stammt ja aus Vernnuflehe!" * Vor einer Hebung. Die Batterie tritt morgens Vs4i Uhr an. Der Wachtmeister stehl vor der Front unb verliest. Ein Zuspätkommender flitzt gerade noch ins Glied. Der Wachtmeister bemerkt den Uebettäter und haucht ihn folgenberinaßen ant „Verfluchter Kerl, wo haben Sie sich denn den ganzen Vormittag berumgetrieben?" * Erkannt. Gast: „Der Kognak kommt mir heute recht wässerig vor." — Wirt: „Ah, Sie braucheil einen Vorwand,: um noch einen zweiten zu trinken!" VscsteSrätiel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Ingermanland — Solling — Judasbaum — Kindergarten — Vergißmeinnicht — Heilmittel — Demosthenes — Wechselbank — Redefreiheit — Faustrecht — Schützenfest — Gutenberg. Auflösung in nächster Nummer; Auflösung des K'reuzrätscls in voriger Nummer: A A V c p e her Achil lens Apeldoorn Verlobung e o n u r n s n g -Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversitäts