t»M ^Lh'• fi&jtul ।<,»ip-M’ 1 ■ «w« **5 «W Das nette Mädel. Noma» von Fedor von ZobeltiA (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Meine geliebte .Gemeinde/' sagte Pastor Moebius, „eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden, sprach der Herr zu seinen Jüngern, und was er dem kleinen Kreise der Seinen versprach, das galt zugleich der ganzen Welt. Denn durch die ganze Welt geht das unbefriedigte Bangen, das in der Frage der Jünger lag, geht der große Zweifel, ob alle Errungenschaften fortschreitender Kultur genügen, den Urgrund unseres Wesens auszufüllen. Der Mensch verlangt mehr, als selbst die höchste Kultur ihm zu bieten vermag; er strebt über die Wirklichkeit hinaus nach geistigien Werten, die zu einet inneren Erneuerung des Lebens führen. Daß die Verwicklungen, die der Kampf zwischen Realismus und Geistigkeit ergibt, schwer auf unsere Seele drücken müssen, ist verständlich. Aber unsere Traurigkeit wird in Freude verkehrt werden, wenn wir die Kraft in uns fühlen, uns durch die Tat des Gedankens von der Gefahr der Unterwerfung unter die rohe Natur zu befreien . . Traute hörte nur die Wiederholung: „Eure Traurigkeit Wirb in Freude verkehrt werden" — und ein leiser Seufzer schreckte ihre Brust. Auch sie war traurig pnd sehnte sich nach Freude. Aber eine „Tat des Gedankens" schasste sie ihr nicht. Sie war weder philosophisch veranlagt, noch in tieferem Sinne religiös. Sie war ein armes Weltkind, das bunte Farben liebte. Ihr gegenüber auf dem rechtsseitigen Chor saß eine Kompagnie Soldaten. Wechselnde Gesichter: stupide und regsamere, aber alle gleich schläfrig von Ausdruck. Ein junger Leutnant, dessen helles Auge ununterbrochen durch den Kirchenraum schweifte und nach hübschen Frauen Ausschau zu halten schien, war ihr Führer. Und der erinnerte Traute von neuem an Max Roeßler. War Max n:cht auch dunkelblond? Ei nein, und ein rasches Lächeln strich über ihre Züge — Wie kam sie nur auf diesen Gedanken!? Brünett war er, mit kurz geschnittenen Haaren und etwas hartem Blick, der aber auch zärtlich werden konnte, wenn er von Liebe sprach. Und er liebte sie sicher — und sicher viel mehr, als sie ihn. Und wieder sagte sie sich: er selber ist schuld daran, wenn mein Gefühl für ihn lauer geworden ist; er schreibt mir nicht, und ich darf ihm nicht schreiben; er erstickt in seiner Korrektheit. Dann fiel ihr ein, was er sagen würbe, wenn er erführe, daß sie Kruse zu seinem Irrlicht Modell gesessen habe. Dabei schauerte sie ein wenig zusammen wie unter einem erkältenden Einfluß. O Gott, würbe er schimpfen' Ganz gewiß, er würde außer sich sein und ihr bitterste Borwürfe machen. Schon ein Wildfremder, schon Dewa hatte ihr ja seinen Worwurf nicht erspart. Unruhig rückte Traute auf ihrem schmalen Plätzchen bin und her. Ein Sonnenstrahl, der sich durch den Fenster- Vorhang zwängte, fiel.gerade auf ihr Gesicht. Sie blinzelte lind waiidte den Kopf, und nun traf ihr Blick den Pastor Moebius, der groß und stolz auf der Kanzel stand und dessen wohllautendes Organ rhythmisch klang iuie schöner Gesang. Moebius wußte ja auch, daß sie Kruses Modell war, und hatte kein Wort dagegen gesagt. Wenn ein Mann tote er, ein Geistlicher und einer von höchstem Ansehen, inchts dabet fand, danii konnte es auch wahrlich nicht schlimm fein. Und da schoß Traute durch den Kopf, Moebius persönlich noch einmal nach seiner Ansicht zu befragen. Ah ;a, das wollte sie tim! Und zwar gleich — nach beendeter Kirche. Sie wollte zu ihm gehen und ihm erzählen, daß man Anstoß an der Sache zu nehmen schien, und ihn fragen, wie sie sich dazu Verhalten sollte. Vielleicht sprach Moebius dann selbst mit Kruse. Er war ja sein bester Freund. _ , , o ,v. ,, So tat Henn auch Traute. Noch tn dav Schlußlied hinein tönte der volle Klang der Glocke. Dann kam der Augenblick des Schweigens: des stillen Gebets. Betete auch Traute? Ja, sie betete. Ein plötzliches Bedürfnis, zu Gott zu «sprechen, überkam sie: ein heißes Verlangen nach Unwirklichem, das nichts als ein Sehnen nach Gluck war. Rauschen ging durch die Kirche. Auf allen Seiten brachen die Leute auf. Das Summen raunender Stimmen wurde hörbar. Die großen Türen waren geöffnet toorben; Frühliiigssonne und Frühlingswärme strömten herern. Traute drängte sich nach der Sakristei. Da stand Moebius, noch im Talar, und sprach mit dem Küster. Aber er sah Traute sofort und ging ihr mit freudiger Bewegung entgegen. . .. „., „Sieh da, Fräulein Trante," sagte er und druckte ihre Hand. „Wollen Sie zu mir?" “ „Ja, Herr Pastor — ich hätte eine Bitte an Sie. Moebius gab dem Küster einen Wink. „Ich rufe Sie nachher, Bindemann." . . . Dann wartete er einen Augenblick, bis der Küster das kleine Zimmer verlassen hatte, und wandte sich zu Traute zurück. „Nehmen Sie Platz, liebes Kind, und erzählen Sie, was Sie auf dem Herzen haben." Er deutete auf eine Holzbank mit geschnitzten Armlehnen, die zwischen den beiden hohen, sehr schmalen Fenstern stand. Trante setzte sich. Sie war etwas befangen. Sie hatte gar nicht daran gedacht, daß sie ihr helles Perkalkleib trug. Das war keine Kirchentoilette, und sie hielt es für richtig, sich beshalb zu enlschulbigen. Aber Moebius wehrte ihr lächelnd. „Ich glaube nicht, sagte er, „daß der liebe Gott sich so genau tote wir hier unten auf Kvstümfragen versteht. Jedenfalls bitt tch der Ueberzengung, daß ihm in seinem Haufe auch ^hr Helles Kleid nicht mißfallen hat. Uebrigens — Sie sagten, Sie seien ans der Ressonree gekommen?" . „Jawohl, Herr Pastor — da sollte das Matsest be- — 474 Mochen werden; aber Hauptmann von Löneyseu Hot die Versammlung nicht gestattet, weil sie nicht polizeilich an- igemeldet war. Es' war eine große Aufregung." „Kann ich mir denken. Und Kruse hat getobt?" „Ach nein. Er amüsierte sich eigentlich mehr." „Dann hebt er sich seinen Zornausbruch für mich auf. Ich bin nämlich die Ursache des unterbrochenen Opfer- festes, und das werde ich ihm auch freimütig gestehen. Sie entsinnen sich des Bormittags, als Sie zum ersten Male zu ihn: kamen, um ihm zu feinem Bilde zu sitzen? Du war er etivas unwirsch, und das hatte seine guten Gründe. Ich hatte ihm die Leviten gelesen und ihn gebeten, sich entweder ganz von den Arrangements zu der Festlichkeit fern zu halten oder aber wenigstens in bezug auf die Beteiligten eine gewisse reinliche Scheidung vorznuehmeu." . . . Nun setzte sich auch Moebins, auf einen mit gelbem Damast überzogenen kostbaren Lehnstuhl, der einst königlichem Besnch gegolten hatte und dann in die Sakristei verbannt worden war. Er hob seinen Talar ein wenig und schlug die Beine übereinander. Sein Gesicht, das vorhin, vielleicht unter der Nachwirkung der Predigt, wächsern gewesen war und gleichsam überstrahlt von den Reflexen innerer Bewegnug, färbte sich jetzt wieder und nahm einen ruhig heiterer Ausdruck an. . . . „Ja, meine liebe Traute," fuhr er fort, „ich sagte, reinliche Scheidung. Das will richtig verstanden fein. Ich bin fein Puritaner und am allerwenigsten ein Feind froher Weltlichkeit. Ich amüsiere mich zuweilen recht gern — und immer erheblich besser unter lustigem Künstlervolk als in einem Salon, in dem auch der Gedankenaustausch unter dem Einfluß des Dekorateurs zil stehen scheint. Aber, mein Kind, das, was Kruse vor hatte oder Everstedt: das konnte ich doch nicht billigen. Nicht aus gesellschaftlicher Engherzigkeit. Wirklich nicht. Ich bin sogar ganz der Ansicht Everstedts, daß unsrer Ge- fellschaft eine Auffrischung durch freiere Elemente dringend not tut. Nur soll man dabei etwas Göttliches schonen, das auch etwas rührend Menschliches ist: die Mädchenseele." Sein Auge ruhte jetzt sehr ernst auf Traute, die laug- sam, wie zustiiumend oder doch verständnisvoll, den Kopf neigte. „Und sehen Sie," fuhr Moebins lebhafter fort, „das war meine Sorge: daß die Berührung mit jenen hübschen und frischen, aber leichtsinnigen Geschöpfen — leichtsinnig nicht nur geistiger Art —, daß die abfärben könnte. Es ist richtig: die Reinheit hält sich schon instinktiv rein: aus angeborenem Widerwillen gegen den Schmutz. Aber es ist nicht immer richtig. Die Reinheit ist zuweilen, nur Schlummerstand, und es liegt Gefahr vor, ihn zu brechen. Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen, liebes Kind." Trante nickte ivieber. „Vollkommen, Herr Pastor . ." Es interessierte sie stark, was Moebins sagte, und es gab ihr and) Mut zu einem Widerspruch.... „Gewiß, verstehe ich, und ich möchte Ihnen wohl recht geben — umsomehr, als ich selber in der heutigen Versammlung ein eigentümlich unbehagliches Gefühl nicht los'geworden bin. Aber es gibt doch auch Ausnahmen. Zum Beispiel" — fie holte tief Atem — „zum Beispiel stehe ich feit Fahren mit meiner Schulfreundin Tini Sandratt in Verkehr. Mau spricht mancherlei von ihr und nicht immer Unwahres. Sie ist leichtsinnig — so, wie Sie es meinen, und doch ein prächtiges Mädelchen. .Hal mir ihre freiere Lebensauffassung je etwas geschadet? Nie, Herr Pastor . . ." Sie schüttelte energisch den Kopf und lachte dabei reife auf . . ." „So schwache Kreaturen sind wir doch nicht!" „Sie nicht," erwiderte Moebins. „Natürlich gibt es Ausnahmen — überall. Sie können Fräulein Sandratt nicht mit der — meinetwegen der Bertucci vergleichen, und sich selbst nicht mit--aber wozu Namen nennen! Für das unbedingte Vertrauen, das ich Ihnen entgegeitbringe, habe ich Ihnen neulich erst einen Beweis gegeben. Glauben Cie, ich würde Sie mit Kruse allein gelassen haben, wenn ich nicht das sichere Empfinden hätte, daß der stärkste Schutz, der Ihnen geivährt werden kann, von Ihnen selbst ausgeht?" Traute antwortete nicht sogleich. Unwillkürlich ivurbe wieder die Erinnerung wach an ähnliche Worte, die sie aus anderem Munde gehört hatte. Ein paar Fältchen schnitten sich in ihre Stirn. „Sie müssen hinzufügen, Herr Pastor," sagte sie, „daß Sle ein gleich imbebmgtes Vertrauen auch in Krnse setzen. Und das macht meinen Selbstschutz unnötig." „Doch nicht, Fräulein Traute. Kruse steht mir sehr hoch- Aber ich kenne auch die Untiefen seines Wesens. Ihm fehlt im allgemeinen der Respekt vor dem Weibe; doch er hat Ehrfurcht vor der Reinheit, weil sie ihm als Thpusches Schönen gilt." „Sie finden es also nicht unpassend, daß ich Kruse Modell gesessen habe?" „Wie kommen Sie zu dieser Frage?" „Ich wollte gern Ihre Meinung hören. Es gibt Leute) die es mir verdenken, — aus mancherlei Gründen. Bor allen Dingen deshalb, weil Kruse meutern Porträt eine symbolische Bedeutung gegeben hat, die falsch verstanden toerben könnte." „Ich kann mir benfen, was Sie meinen. Gegen das Recht des Künstlers läßt sich nicht ankärnpfett. Es wäre auch töricht, darüber zu streiten. Was einzig iu Frage kommt, ist die gesellschaftliche Zweckmäßigkeit. Wenn Sie mutig genug sind, sich um das Urteil der Gesellschaft nicht zu kümmern, dantt ist auch fein Wort weiter zu verlieren. Aber allerdings: das muß bedacht fein." „Und das nicht allein. Ich habe Sorge, daß die Eltern empfindlich lverden könnten, meint das Bild ausgestellt werden sollte." Moebins stand auf. „Das ist das Entscheidende," sagte ep. „Ich höre zwar, daß Everstedt neuerdings in der Rücksichtslosigkeit das Heil der Zukunft sehen will. Aber auch bei ihm pflegt sich häufig der Schöpfer von feiner Schöpfung zu trennen. Er überläßt meist anderen die Ausführung seiner Gedanken." „Möglich. Jedenfalls ließ er selbst in diesem Falle seine Losung im Stich. Er gehört mit zu denen, die es nicht richtig sanden, daß ich der Bitte Kruses zusagte." „Merkwürdig. Mich dünkt, er hätte damals . . . 'Aber sei's, wie es sei. Die Situation ist keine so heldenhafte daß ein Nachgeben Schwäche fein würde." „Ich m gegenüber möchte ich gern diese Deutung vermeiden." Moebins hatte die Hände auf dem glücken verschränkt und lehnte sich gegen die Wandtäfelung der Sakristei. Er stand Traute gerade gegenüber und sah ihr prüfend in das Gesicht. Ein feines Rot flutete über ihre Wangen. Sie begriff den Zusammenhang zwischen dem, was sie gesagt hatte und dem, was er dachte. Und in ihrer Verlegenheit sprach sie hastig weiter: „Sie kennen Everstedt, Herr Pastor. Sein Hochmut ist oft verletzend. Auch in der Art seiner Warnung lag etwas, was mich verstimmte. Er ist nicht leicht zu beurteilen. Aber für gut halte ich ihn nicht." „Befragen Sie Kruse nach ihm." „Das tat ich schon. Er meint, die Eitelkeit fei der treibende Faktor in ihm." „Doch nicht. Ich glaube das nicht. Ich glaube viel eher, daß wir uns allesaint in ihm täuschen." „Täuschen? Und inwiefern?" „Es ist schwer zu sagen. Leute Ivie er gehen zuweilen! am Mißvergnügen zugrunde, an der Unzufriedenheit mit sich selbst. Für ihn war das Leben bisher nur eine wilde Jagd. Aber ich schätze, diese Tollheit der äußeren Bewegung ist nichts als ein leidenschaftliches Verlangen nach Kraftbetätigung, und das wieder nichts als der Ausdruck einer inneren Leere, die sich notgedrungen nach außen wenden muß. Haben Sie meine heutige Predigt gehört?" „Ja, Herr Pastor." „So iverden Sie wissen, daß ich in ihr ein ähnliches Thema streifte. Ich sprach von dem niederdrückenden Pessimismus, der durch die Welt geht und aller Triumphe der Kultur zu spotten scheint. Everstedt dünkt mich dafür ein! Beispiel im Kleinen. Er könnte zufrieden fein mit feinem! Schicksal, das ihn weich und sorgenlos gebettet hat. Zufrieden auch mit feiner gesellschaftlichen Stellung und mit seinen geschäftlichen Erfolgen. Man rühmt mir feine kauf- mäninsche Tüchtigkeit. Seit er ans Amerika zurückgekehrt ist, schwärmt fein Vater für ihn. Der alte Herr ivill sich' zur Rühe setzen. Das täte er nicht, sähe er in dem Sohne nicht eine ebenbürtige Kraft. Und doch nagt au Everstedt das bittere Gefühl des Unbefriebigtseins. Einen andern würde es vielleicht zum Grübler machen, zum Sonderling. Bei ihm erhöht es die Expansion und verführt ihn zu allerhand Dumnihciteu, zu einer törichten Regellosigkeit 475 — Des Lebens. Läßt aber die Tatsache, daß er trotz aller äußeren Erfolge keinen inneren Frieden findet, nicht die -Annahme zu, daß in seiner Seele Besseres schlummert, als mau vermutet?" (Fortsetzung folgt.) Der sterbende Napoleon. Ans dem unveröffentlichten Tagebuch Hudson Lowes. In den nächsten Tagen erscheint unter dein obigen Titel im Berlage von Erich Reiß, Berkin, ein Werk des bekannten Napoleonsorchers Paul Frameaux, das ganz neue Aufschlüsse über die letzte Phase im Leben des Kaisers enthält. Zum erstenmal wird hier das Tagebuch seines Kerkermeisters, des Gouverneurs Hudson Lowe, veröffentlicht. Wir sind in der Lage, schon heute einen der interessantesten Abschnitte ans diesem hochbedeutsamen Dokument zu veröffentlichen, das in der nüchternen Sachlichkeit des Berichtes so besonders erschütternd wirkt. Die Schriftleitung. 1. Mai. Sir Thomas Reade ist sehr frühzeitig nach Longwood gegangen und der Gouverneur empsiug folgenden Bericht von ihm: „Ich habe Dr. Arnott gesprochen, er erzählte mir, daß man ihm gestern nacht zwischen elf und zwölf Uhr berichtet habe, General Bonaparte hätte Schüttelfrost, er wäre eiskalt, sein Puls wäre kaum fühlbar und er schiene zu ersticken; Doktor Antommarchi glaubte, er würde verscheiden. Doktor Arnott eilte zu dem General, aber der Anfall war vorbei, und er fand ihn in demselben Zustand, in dem er ihn um halb sieben Uhr verlassen hatte, her Puls ging ziemlich schnell, 90 Schläge. . „Es scheint, daß Graf de Mvutholon dem General von dem Brief erzählt hat, in dem der Gouverneur tre Dienste neuer Aerzte anbietet. Ter General soll geantwortet haben: „Rein, ich weiß, daß ich im Sterben liege. Ich habe Vertrauen zu beit Leuten, die bei mir sind, und ich wünsche keine anderen herbei-! gerufen zu haben." „Doktor Arnott hält die Situation für sehr ernst, besonders darum, weil der Patient, jedes Nahrungs- ünd Heilmittel zurückweist. Der General hat sogar einen Umschlag heruntergerissen, den mau ihm auf den Magen, an der Stelle, wo vorher das Zugpflaster gelegen hatte, gemacht hat. Wie Doktor Antommarchi berichtet, hatte er in der letzten Nacht wiederum zwei Stunden Schlucken ..." Etwas später vormittags meldete Doktor Arnott selbst: „... . ich hin seit zwei Stunden bei ihm, und habe ihn sehr aufmerk,am. beobachtet und ich finde, im ganzen geht es ihm. bedeutend schlechter. Er hat weniger Kräfte, sein Puls ist beschleunigt und er hatte in meiner Gegenwart während zehn Minuten Schlucken. Manch- mal redet er irre. Er will nichts essen." Abends berichtet der Arzt: „Ich habe Longwood zwischen sechs und sieben Uhr verlassen. Ter Patient schien ruhig, aber verweigerte hartnäckig jedes Nahrungs- und Heilmittel. Mit unendlicher Mühe gelang es uns, ihm doch nachmittags eine Medizin einzuflößen und seitdein hat sich daS Schlucken vermindert. 2. Mai. Sir Thomas Reade hat folgende Notiz gesandt: „Doktor Arnott ist seit halb sechs Uhr morgens bei General Bonaparte. Er sagt, daß es ihm zweifellos sehr schlecht geht, und daß das Ende heute zu befürchten sei, wenn es auch aller Wahrscheinlich- kcit nach erst morgen oder übermorgen sein wird. Der Patient redet irre, aber nicht beständig. Er hat gar keine Kraft mehr. Der Gouverneur Hal darauf folgende drei Mitteilungen Doktor Arnotts empfangen: „Halb eins nachmittags". . ,, Zu meinem Bedauern muß ich Ihnen mittellen, daß seit Sir Thomas Reade heute früh eingetrojsen ist, alle bedrohlichen Symptome sich verschlimmert haben. Der Patient scheint nach Und nach dahinzuschwinden. „9 Uhr abends". Seit Ihrem Besuch um vier kann ich keine Veränderung bei dem Patienten seststellen. Es geht ihm sicherlich Nicht schlechter. Und seit sechs Uhr hat sich das Schlucken vermindert. Er hat zwei- oder dreimal ruhig geschlummert .und ist augenblicklich sehr ruhig. „10 Uhr abends". Ich glaube, es geht ihm besser. Er hat gut geschlafen, er ist jetzt sehr ruhig. Seit sechs Uhr hat er wenig oder kein Schlucken . . ." 3. Mai. Sir Thomas Reade berichtet aus Longwood: „General Bonaparte hat eine sehr ruhige Nacht von zehn bis drei Uhr verbracht. Nachher begann aber das Schlucken wieder und er fiel in einen solchen Zustand von Gefühlslosigkeit, wie er ihn noch nie gehabt hatte. Das Schlucken; und das Delirium dauern an. Da er jedoch gut geruht hatte, konnte man sein Befinden, nach Doktor Arnotts Meinung, nicht als schlechter betrachten. Der Arzt ist sehr böse auf Doktor Antommarchi, der sich gegen eine Eingießung erklärt: er wird sich bei den Grafen Bertrand und he Wontholou beklagen -." L . t , , , Bei diesen Nachrichten begab sich der Gouverneur schleunigst nach Longwood und sprach mit Graf de Montholon. Ta eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Doktoren Arnott und Antommarchi besteht, sagte er zu ihni, würde der letztere seine Verantwortung vermindern, wenn er die Ansicht anderer Aerzte hörte. Es wäre eine Frage auf Tod und Leben und zweifellos würde der Arzt sein Möglichstes tun, um eine Beratung zu bewirken. Graf de Montholon antwortete, daß er gerade in diesem Augenblick mit Graf Bertrand über dieselbe Angelegenheit beratschlage. Sie wären übereingekommen, andere Aerzte hinzuzuziehen, sobald Napoleon vollständig besinnungslos sein würde. Augenblicklich wagten sie keinen Fremden in das Zimmer hineinzulassen: „Er hat doch etwas Klarheit, bemerkte der Graf, „und wir fürchten, daß eine Erschütterung seinem gegenwärtigen Zustand unheilvoll werden könnte". Er glaubte, daß auch Doktor Arnott das Wagnis für zu groß hielt. Ter Doktor schien seinen Ansichten zuzustimmen, und der Gras wiederholte, daß, sowie Napoleon nicht mehr seine Besinnung hätte, man die Aerzte, die sich nach den Aussagen des Gouverneurs bereit hielten/ verlangen würde. Ter Gouverneur versicherte, daß die Doktoren Shortt und Mitchell die nötigen Anweisungen erhalten hätten, und nm jede Verzögerung zu vermeiden, würde er ihnen ausdrücklich befehlen, nach Longwood zu kommen und sich dort dauernd auf-. zuhalten..... Ter Graf setzte auseinander, daß, wenn Doktor Antommarchi nicht mit Doktor Arnott übereinstimmte, es sich nicht darum handle, daß er die Eingießung nicht für richtig fände, sondern weil er fürchtete, etwas gegen den Willen des Kranken zu unternehmen. Napoleon erlaubte nicht, daß man ihn störte oder Tie geringste Bewegung verursachte ihm den Schlucken, und der Reizbarkeit, die er dadurch empfand, folgte eine sebr große Schwäche. Jede Erregung konnte einen plötzlichen Tod verursachen. Antommarchi fürchtete eine Ohnmacht, aus der Napoleon vielleicht nicht wieder erwachen würde und machte folgende Einwendungen: „Ich kenne die Nervosität meines Patienten und die Gefahr, die darin liegt, ihm ein Heilmittel aufzuzwingen, Ist der Vorteil, den man vorschlägt, groß genug, um! die Nachteile aufzuheben?" Graf de Montholon fügte noch hinzu, daß Napoleon in maucheit Augenblicken vollständig klar sei und er in andern Momenten das Gedächtnis und die Urteilskraft total verliere. Hartnäckig verweigere er die Medizin oder Nahrungsmittel.^ Er schüttle immer den Kopf und sage im brummigen Tone: „Nein, nein.. Schon mehrere Male habe sich der Graf bemüht, ihn zu bewegen, die von dem Gouverneur vorgeschlagenen Aerzte zu kousultteren, aber Napoleon habe gefragt: „Liege ich im Sterben? Der Graf habe ihm darauf geantwortet, daß sein Zustand nicht gerade kritisch sei, aber cs aus nützlicher Vorsicht geschehen solle. Napoleon habe auf seiner Weigerung beharrt. Er sei manchmal so verwirrt, daß er altes verwechsele. Als der Graf zum Beispiel! Doktor Shortts Namen erwähnte und hinzufügte, daß es Doktor Baxters Nachfolger sei, habe Napoleon sehr erstaunt ausgerufen: „Wie, Doktor Baxter ist fort? Das ist sehr sonderbar;, ich Habs eö nie geivußt. Weshalb hat man mir nicht eher davon gesprochen? Was hatte seine Abreise für einen Grund?" Der Gras erklärte! Napoleon, daß man Doktor Baxter abgerusen hätte und Doktor Shortt sein Nachfolger wäre. Ter Patient beschästigte sich noch eine ganze Weile mit dem ersteren. Ein andermal wollte er wissen, welcher Atzt Dienst bei ihm hätte und ans die Antwortj des Grafen, daß es Doktor Antommarchi sei, wiederholte er den Namen ganz erstaunt und sagte, daß er niemand kenne, der so heiße: „Wer ist denn dieser Doktor Antommarchr? Ist es nicht immer noch O'Meara, der mich behandelt?" ^Häufig erkannte er auch Dottor Arnott nicht und nannte ihn «tokoe. „Jedoch manchmal," fuhr der Graf fort, „ist er wieder völlig klar. Vorgestern abend zum Beispiel, als er vollständig ruhig war, bat er mich, alle aus seinem Zimmer äii entsernen und Feder und Papier zu nehmen; er diktierte mir einen Brief an den Gouverneur und empfahl mir, gleich, sowie er den letzten Seufzer ausgehaucht hätte, das Schreiben abzuschicken . . . Graf M Montholon kam noch einmal darauf zurück,, daß man mit allem Ungewohnten und Unerwarteten Gefahr liefe, dein .Kranken eine Erschütterung zu bereiten und er nannte als Beispiel einen Bestich des Grafen Bertrand, durch den seine Nerven sehr erregt worden wären. Selbst wenn Bertrand zu einer nicht gewohnten Zeit käme, machte es Eindruck auf ihn. So rote er^ ihn sah, rogte er: „Wie, Sie sind es Bertrand? Was wollen Die? Was fahrt Sie zu dieser Stunde her?" Der Graf erzählte noch, daß vor etwa drei oder vier Nächten, Napoleon ictne Bettücher zuruck- geschoben hätte und, als de Montholon das Zlmrmr betrat/ versucht hätte, anfzustehen. Als er ihm dabei ^Aen wollte, hätte Napoleon über starken Schmerz tut Magen geklagt und war nach hinten übergefallen. Zwei oder drei Übende vorher, hattL er ihm eine ähnliche Aufregung bereitet, al» er ihn aufsetzte und ihm die Kopfkissen als Stütze aufstellte. Er hatte dieselbe Ohnmacht mit demselben erschreckenden Augenrollen gehabt. Der Gouverneur drückte den lebhasten Wunsch aus, daß ihm die eitglische medizinische Wissenschaft Hilfe bringen könne. Man Würde den englischen Aerzten kerne Gerechtigkeit widerfahren lassen, schließlich gegeben. '4. M a t. Sir Ttzomlas Reade hat folgende Information gesandt: „Ich Lvar von Mitternacht bis ein Uhr in Longwood. Das Kalomel hatte die gewünschte Wirkung. . . . Ich hatte Doktor Arnott gebeten, Mich wissen zu lassen, wie die Situation heute morgen wäre und ich empfing eben beiliegenden Bericht, welcher der beste der Woche ist. Bericht: „Er erscheint mir nicht schlechter, eher besser. Er hat eine ziemlich gute Nacht verbracht, aber er ist noch immer äußerst schwach. Jedoch habe ich nach gründlicher Ueberlegnng heute mehr Hoffnung als gestern und vorgestern. Teilen Sie dem Gouverneur mit. Das Schlucken hält an." Den ganzen Tag blieben die Doktoren Shortt und Mitchel ständig in Longwood. Mehrere Adale versuchten sie, von dem? Gouverneur unterstützt, General Bonaparte zu sehen: aber vergebens. Graf de Moncholon hätte es ihnen gern gestattet, aber Wie schon vorher, fürchtete er die schlechte Wirkung, die das Erscheinen Fremder auf den General ausüben könnte. 'Doktor Arnott meldete um neun Uhr abends: „Eben verlasse ich unfern Patienten, er liegt in tiefem Schlummer. Er hat kein Schlucken, seine Atmung ist leicht und im Laufe des Tages hat er für jemanden in seinem Zustand eine bedeutende Menge Nahrung zu sich genommen." Die letzte günstige Nachricht! meinte er, wenn man ihnen die Gelegenheit verweigern wurde, zu sehen, tvas ihre gewohnte Geschicklichkeit unter den gegenwärtigen Umständen leisten könnte. Er erwähnte dre außergewöhnliche Heilung des Marinekapitäns Meynell, der m Plan- tation so gefährlich krank gelegen hätte, daß man ans das Aeußerste gefaßt gewesen wäre. O'Meara hatte ihn als verloren erklärt, aber dank den Aerzten Baxter und Thompson war er doch wieder hergestellt worden. „Mit einem Wort Herr Graf," wiederholte und schloß der Gouverneur, „ich wünsche lebhaft, daß der englischen medizinischen Wissenschaft wenigstens der Versuch gestattet sein möge, sein Leben zu retten." . Inzwischen hatte Doktor Arnott.folgende Mitteilung gesandt: „Im Zustand des Generals kann ich seit gestern abend 10 Uhr keine Veränderung wahrnehmen. Er hat in der letzten Nacht bis drei Uhr ruhig geschlafen. Dann wurde er erregt und begann ohne Zusammenhang zu sprechen. Aber heute morgen ist er von neun Uhr ab ruhig, und ich verließ ihn eben, als seine Atmung eine leichte war." Kaum war dieser Bericht empfangen worden, als es General Bonaparte nicht mehr so gut ging. Doktor Arnott teilte mit, daß der Patient wieder von Unruhe und sehr starkem Schlucken ergriffen wäre, und er Doktor Antommarchi vorgeschlagen hätte, ihm eine Dosis Kalomel zu geben. Dieser hatte sie jedoch verweigert, aber gleich nach dem Gespräch zwischen dem Gouverneur und dem Grafen de Montholon hätte er gebeten, mit den Aerzten Shortt und Mitchell beraten zu dürfen. Diese waren Doktor Arnotts Ansicht. Da Doktor Antonrmarchi aber auf seinen Widerstand beharrte, erstattete man Graf de Montholon Bericht darüber. Und mit seiner Zustimmung lvurde dem Patienten das Kalomel 5. Mai. Unr sieben Uhr morgens belehrte ein Signal den Gouverneur, daß General Bonaparte in drohender Todesgefahr träte. Einen Augenblick vorher hatte der Sterbende zwei oder drei Worte zu Graf de Montholon gesagt, man glaubt, daß es die letzten tvaren. Auf dem Wege von Plantation nach Longwood übergab man dem! Gouverneur ein Billett Doktor Arnotts: „Er liegt tnt Sterben. De Moncholon bittet mich, ihn nicht zu verlassen. Er wünscht, daß ich den letzten Seufzer aushauchen sehe." Jedoch verschlimmerte sich der Zustand des Sterbenden erst wach drei Uhr. In diesem Augenblick schickte Doktor Arnott folgende mit Bleistift geschriebene Zeilen: „Der Puls ist am Handgelenk nnfühlbar geworden. Die .Wärme verläßt die Außenfeite des Körpers, aber er tarnt noch «finge Stunden aushalten." Um halb sechs Uhr meldete der Arzt wieder: „Es geht ihm schlechter: feilte Atmung ist beschleunigter find schwerer." Und einige Minuten vor sechs Uhr — gerade als die Sonne Mtergfitg —। wurde folgende Nachricht empfangene „Soeben ist er verschieden," Vermischtes. * „Gebt niemals eine Unterschrift . ..’ Die friedliche Stadt Ferrara hat seit kurzem ihre S e n s a t i o n: überall spricht man nur von den wackeren alten Damen Zeni, Mutter und Tochter, die seit einiger Zeit der Gesellschaftsordnung trotzen und sogar vor der Gewalt des Staates nicht zurückschrecken. Als vor einiger Zeit der alte Herr Zeni, ein mehrfacher Millionär, starb, hinterließ er seiner Tochter und seiner Enkeltochter nicht nur sein riesiges Vermögen, sondern auch einen kostbaren Rat. Von seinem Sterbebette aus flüsterte er den beiden Frauen zu: „Traut niemals einem fremden Menschen, und vor allem: Gebt niemals etite Unterschrift." Nach diesem Worte haben sich die beiden Damen getreulich gerichtet: sie haben seitdem keinen Dienstboten mehr im Hause, und wenn die Pächter kamen, um das Pachtgeld zu bezahlen, verweigerten sie eine Quittung und verzichteten lieber am das Geld. Eine Reihe von Pächtern' wollten dann die Aecker kaufen, aber keinem Advokaten der Welt wollte es gelingen, den alten Damen die Umerschrift zu einem Kaufvertrag abzuringen, obgleich sie eigentlich gegen das Geschäft nichts einzuwenden hatten. Als einer der Pächter kam, um 30 000 Lire zu bezahlen, verweigerten die Damen wiederum die Quittung, und verzichteten lieber auf das (Selb, das der Mann schließlich zufrieden wieder mit nach Hause nahm. Aber schließlich kam es, wie der „(Sortiere della Sera" berichtet, zum Skandal, denn die Zenis wollten auch ein zwangsweise Verkaufes Grundstück nicht herausgeben. Der Gerichts- vollz eher, der endlich die Möbel der beiden alten Damen pfänden wollte, fand das Haus verbarrikadiert, und wie laut er auch im Namen des Gesetzes Einlaß verlangte, kein Mensch antwortete ihm. Alit Hilfe der Feuerwehr kam es schließlich zur regelrechten Belagerung. Nach einer langen Weile öffnete sich ein Fenster und die Damen verlangten, man möge sofort abziehen. Nun trat die Feuerspritze in Tätigkeit; man sprengte die Haustür und der Gerichtsvollzieher konnte endlich das Mobiliar versiegeln. Die beiden konseguenten Damen aber waren inzwischen durch eine Hintertür geflüchtet und zur Präkektur geeilt, um Hilfe zu erbitten, Als sie später heimkehrten, rissen sie ohne weiteres die Siegel von beit Möbeln ab, tmb noch heute vermag ihnen niemand klar zu machen, daß es sich bei all dem um ein durchaus gesetzliches Porgehen handelt. Tie mißtrauischen Damen beharren in dem Glauben, von Räubern und bösen Verbrechern verfolgt zu werden. kf. E ijn e Sprache, in der man sparen k a n n. Wer Gelegenheit hat, in Belgien zu reisen, kann dabei bedeutende Ersparnisse machen. Beweis: man schlage den zweisprachigen Eisen- bahnflihrer Belgiens auf und lese auf Seite 705 tu bet Abteilung bet Preise für Speisen unb Getränke, bie beit Bahnhofswirten amtlich vorgeschrieben fiitb. Dort ist aufgeführt: ein „bock beige“, also ein Glas Bier, bas ftanzösiich gefordert wirb, Preis 30 Centimes. Dagegen kostet ber „belgische Bock", also ein Glas Bier in vlamiänbischer Sprache, nur 25 Centimes. Man könnte glauben, biese seltsame Preisfestsetzung solle einen Schutz für bie inläubische Bieterzeugung barflellen, aber das ist ein Irrtum. Wer ettva den roten Bordeauxwein dein belgischen Bier vorzieht, macht die gleiche Erfahrung : es kostet ein „verre de Bordeaux“ 30 Centimes, während „een glas Bordeaux" ivieder für 25 Centimes zu haben ist. Das heißt, wenn man Bier lind Wein aiisschaltet und sich mir an das Geld hält, baß mau 83*/? Centimes in vlamländischer Sprache ebenso zu bewerten hat, wie 1 Francs, bei, mau auf französisch in den Mund nimmt. * Trunksucht unter den Tieren. Im Grunde genommen ist die Natur manchmal selbst die große Verführerin bet Tiere zur Trunksucht, ba sie es sich zuweilen zur Aufgabe macht, für unsere untergeorbnettii Mitgeschövfe förmliche Schenken zu eröffnen. So gibt es in Australien Bäume,cheren Harz bie Assen tmb Papageien leibenschafllich lieben, unb bas sie berauscht. Die Elefanten trinken bekanittlich gern Whisky, wenn sie ihn bekommen. So lesen wir auch schon im Buch ber Makkabäer, baß mau tut Altertum die Kriegselefaiiten mit neuem Wein berauschte, um sie zum Kampf zu ermutigen. Tiefer Brauch hat sich bis auf unsere Zeit erhalten, nur mit dem Unterschieb, baß matt bett Wein durch Rum ersetzt. Die Bären unb Affen trinken Bier mit demselben Hochgenuß wie utaticher Student unb versuchen auf alle Weise, sich tu bett Besitz von Braunttvein zu setzen. Biele Nenyorker Pferde» besoitbers aber bie Bratierpferbe ergeben sich deut Trünke. Mit Malztrebern gefüttert, fassett sie eine leidenschaftliche Vorliebe für bas Bier, bas man ihnen auch häufig verabreicht, tvodurch sie au Umfang zuuehmeu tmb zuletzt Anfällen von Delirium tremens erliegen. Die Eule wirb blütbürftig, wenn sie betrunken ist, unb auch bie Papageien unterliegen beut Einfluß des Alkoholismtts. Schlangen trinken gern Gin, und sogar Fische können sich an Alkohol gewöhnen. VersteSrötse!. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben tu lochenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Maltakartosseln — Landkarte — Gerichtsgebäude — Mehlsuppe — Lasttier — Mttsensohii — Kurzsichtigkeit — Vergißmeinnicht — Biedermann — Roggenfeld. (Auflösung in ber nächsten Nummer.) Auflösung bes Rösselsprungs in voriger Numiner: Es gab’ noch mehr ber Zähren In bieser trüben Welt, Wenn nicht bie Sterne wären Tort an bem Himmelszelt; Wenn sie nicht uieberschattten In jeher klaren Nacht Und uns habet vertrauten, Daß Einer,droben tvacht. Nedaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steinbruckerei, N. Lange, Gieße»