Ur. 50 1910 das Licht ausgelöscht barte, sing es an. Meine Augen waren brennend heiß, wie ich in die schwere Dunkelheit hinein- starrte, die voll schrecklicher Bilber ivar. Ich war plötzlich wieder aus dem Kirchhof. Ich sah die ordentlichen, sandbestreuten Wege, die sauber beschnittenen Lebensbäume, die schlaffen Trauereschen — und diese Kwaren, lustigen Blumenbeete mit Kreuzen und Sterne« uf. , Aber ich sah sie anders als arn Tag. Ich sah unter! Blumen und Rasen und Steinplatten, und da unten toon das Entsetzliche, das sie pietätvoll zudecken sollen und einem doch nur aufdringlich vor die Seele rücken. Ach sah sei« Grab auch — . Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe geschaudert und nrich geschüttelt vor Qual und Angst irr der Dunkelheit. Es kam eine eiskalte Lahmheit über nrich, daß ich keinen Finger rühren konnte. Es war, als ob etwas Furchtbares^ Ungeheures unsichtbar nach mir griff. Ich konnte Mich nicht wehren und konnte nicht fliehen. Es ist, um verrückt zu werden. Ich hin Hundertmat gestorben in dieser endlosen, lichtlosen, grausamen Nacht. Und heute kommt ebensvlch eine — * * * 8. AuguM Ich habe Wocherr keine Zeile geschrieben. Kaurn eine Hand gerührt oder einen überflüssigen Schritt getan. Wie lebendig tot. Marie kam heute $n mir herein, die gute Seele hatte Angst um mich. Sie stand neben meinem Diwan und rüttelte mich ganz derb an der Schulter. „Das muß ein Ende haben, Fräulein Agneöcheu. So geht das nicht weiter. Was wohl der selige Herr dazu sagen täte? Dem wäre das gewiß nicht recht. Der mochte doch gar keine traurigen Gesichter sehen." „Laß mich in Ruh, Marie," habe ich sie ungefähren. Wer als sie kopfschüttelnd draußen war — Es ist, als ob sie mit ihren guten, arbeitsharten Händen auch meine Seele aufgerüttelt hätte. Ich bin aufge^ standen und vor den Spiegel gegangen. „Der mochte gar keine traurigen Gesichter sehen." Ja, ja, alte Marie, du hast-recht, ich weiß es selbst! Da im Spiegel ein blasses Geschöpf mit Schatte» unter den Augen, ein paar scharfe, senkrechte, böse Falten zwischen den Augenbrauen. Etwas Häßliches, Krankes, Kraftloses! . f , Baier, du hättest mich nicht gern angesehen so, bas; weiß ich. Du hättest den Kops weggewandt, und tn deinem lieben Gesicht wäre dieser peinlich abwehrende Ausdruck gewesen, der mir immer so wehtat. Und daran habe ich nicht von selbst gedacht! Das mich jemand wie die alte Marie mir erst sagen! Mes Häßliche und Schwere, allen Tod Zudecken mit Leben, immer wieder wachsendem, unerschöpflichem Lebe«. Ihres Täters Tochter. Roman von Lulu von Strauß und Torney. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 16. Juli. Zeitungsnekrologe, einer nach dem andern. Geschreibsel wildfremder Leute, die klug tun, über ihn reden, mit dem ärmlichen Talglicht ihres Geistes in seine Seele hineinzu- leuchten glauben. Was wissen sie denn von ihm? Sie kennen ihn ja gar nicht. Es kannte ihn keiner als ich. Es empört mich förmlich. Sie wollen mir das Letzte, Einzige nehmen oder fälschen, ivas ich habe — die Erinnerung an ihn! 17. Juli. Millionen machen das gleiche durch wie ich, sage ich mir. Ein banaler Trost. Ich verstehe eben nicht, wie sie es können. Ich begreife niast, daß eine Welt existenzfähig ist, die solche ungeheure, unermeßliche Last von menschlichem Schmerz zu schleppen hat. I h begreife nicht, daß es noch Menschen gibt, die leben mögen. Ich hasse das Leben, in dem es den Tod gibt! 18. Juli. Ich weiß nicht, ob es draußen regnet oder sonnig ist. Ich weiß kaum, ob es Tag oder Rächt ist. Rur, daß nachts alles noch furchtbarer und erdrückender wird. Dieses schreckliche Vermissen, jeden Tag mehr! Immer wieder bei irgend einer alltüg.ichen Kleinigkeit das rasche instinktive Gefühl: das muß ich ihm gleich erzählen, darüber muß ich Vater fragen. Und dann das plötzliche Erinnern: ach so, er ist ja tot! Ich kann Vaters Bilder nicht mehr ansehen, es macht Mich förmlich krank. Ich gehe auch nicht mehr in seine Stuben. Ich schließe mich hier oben in meine Kammer ein. Wenn ich Maries Schritt im Haus höre, fahre ich zusammen. Meine ganze! Seele ist wund und schmerzt, wo ich sie 6CTÜt)TC. Ich weiß nicht, ioas werden soll. Mein Leben ist von seiner Wurzel abgeschnitten. Kann es Überhaupt noch weiter wachsen? 19. Juli. Tod? Was ist denn Tod? Ich bin mit Marie auf den Kirchhof gegangen. Da war ein frischer Erdhaufen, zugedeckt mit verwelkten, häßlich riechenden Kränzen und verregneten, geschmacklosen Bandschleifen. Was hat mein Vater damit gemeinsam? Mein Vater, der lebendige Schönheit und Sonne und wachsendes Grün lieb hatte? 20. Juli. Ich will nie wieder auf den Kirchhof gehen. Nie! Ich bin diese Nacht tote im Fieber gewesen. Als ich 198 Auch der Tod ist ja nur Metamorphose. Warum überhaupt den Tod ansehen, da es doch das Leben gibt? Ich höre deine Stimme das noch sagen. Es war ein so wundervoller, mitreißender Optimismus in deinem Ausdruck niib Ton, wenn du mir so etwas erklärtest. Du wolltest, ich sollte das ebenso stark fühlen wie du. Du hast mir auch gesagt, ich sollte in meiner Persönlichkeit lebendig alles das verkörpern, was dir dächtest und erstrebtest. Ein menschgewordenes Werk von Peter Florenz, Weddigen! Sein bestes, sagtest du! Habe ich denn das alles schon vergessen? Habe ich mit dir auch mich selbst verloren? Das wäre deiner unwürdig, es würde dich traurig machen. „Der Schüler dankt seinem Lehrer schlecht, der immer Schuler bleibt." Jetzt ist meine Probezeit. Habe ich wirklich von dir gelernt? Nicht nur „auswendig", sondern bis in die Tiefe herein? Habe ich von dir leben gelernt? Ich muß es versuchen. Ich werde es können. Ml sollst stolz diif mich sein können, Vater. Den Tod mit Leben zudecken! Ich ahne jetzt erst, wieviel in dem Gedanken liegt, seit ich den Tod selbst erlebt habe. Tod? Warum denn überhaupt das furchtbare Wort? Du bist nicht tot, Vater. Während ich fort war, bist du mir aus dem Haus gegangen und nicht wiedergekommen. Entrückt. Bei beinern alten Schönheitsvolk machten es die Olympier so mit ihren Lieblingen. So wolltest du selbst, daß ich es ansehen sollte; darum hast du mich von dir geschickt, Jjch 'weiß nicht, warum du weggegangen bist. Ich weiß auch nicht, wohin. Aber wenn Totsein Aushören bedeutet, dann bist du nicht tot. Es ist einfach unmöglich. Du lebst ja noch! Ich meine nicht nur in deinen Schriften und Werken, sondern wirklich, lebendig — in mir selbst. Aber auch das nicht in dem plump realen Sinn, wie jeder Erzeuger in dem Erzeugten weiterlebt. Du lebst in mir und mit mir. Ich weiß nicht, ob ich es klar ausdrücken kann: als ich nur an Tod und Grab und Getrenntsein dachte, warst du für mich wirklich tot, nicht mehr da. Wie jeder Mensch für einten so gut wie tot ist, mit dessen Gedankenleben man keine Verbindung hat. Aber jetzt geht meine Seele wieder einen Weg mit deiner. Ich höre innerlich deine Antwort auf jeden meiner Gedanken. Ich weiß, daß du lebst! Ich brauche gar keinen andern Beweis. Die Verbindung mit dem Jenseits, die der Spiritismus predigt, ist mir immer unwürdig und lächerlich vorgekommen. Die Brücke muß viel feiner, höher, geistiger sein! Meine alte Marie ruft ihre Heiligen an und glaubt, baß sie sie hören. Das ist in seiner Naivität viel wahrer. Es ist eine Verbindung im* Glauben. Alles Sein ist ein Aufwärts, eine Entwicklung. Ein Leben, das sich von der Erde trennt, kann nur über sie hinausgehen. Wollen wir mit solch einem Leben in Verbindung bleiben, so ist das nur möglich' in dem Höchsten, Besten, was wir besitzen, weil nur das an die neue Welt des andern, Voraugegaugenen heranreicht. Das nenne ich „Verbindung im Glauben". Der höchste geistige Besitz ist eben für jeden „Glaube", einerlei, auf welches Kredo er schwört! 9. August. Ich bin heute zum erstenmal mit sehenden Augen durch den Garten gegangen. Die weiß und roten Nelken blühen, dm wir noch zusammen pflanzten, und die hohen, dunkel- weinroten Stockrosen an der Hauswand. Er sieht es nicht mehr. Ich will ja stark sein, Vater. Ich will ja leben, leben. Aber dieses körperliche Getrenntsein ist bitter hart. Bis in tausend Kleinigkeiten herein dringt diese Bitterkeit. Man sieht irgend einen Stuhl, einen Bleistift, der an eine kleine Gewohnheit oder Eigenheit des Verlorenen erinnert. Der Anblick wirkt !vie ein physischer Schmerz, Ach, tausend Augenblicke, wo dieser rein instinktive, heiße, unwiderstehliche Schmerz alle geistige Anstrengung Und Widerstandskraft umwirft. Vater, Vater! 11. August. Notar Holzmann wär bei mir. Er ließ sich in geschäftlichen Angelegenheiten melden, deshalb konnte ich ihn nicht wegschicken tote die sonstigen Besuche. Er ersparte mir jede konventionelle Beileidsredensartz fiel gleich mit der Tür ins Hansl Da ich mich um die geschäftliche Regelung meiner Verhältnisse bisher noch nicht gekümmert habe, sei es seine Pflicht, daran zu erinnern, ich müsse als» sein Eindringen entschuldigen. Das Testament des Herrn Professors Wed- digen fei auf dem Gericht hinterlegt. Tie Formalität würde rasch erledigt sein, da ich die einzige Hinterbliebene des Erblassers sei, die Anspruch auf den Nachlaß habe. Obi ich morgen vormittag auf die Gerichtskanzlei kommen wolle? Ja, ich wollte kommen. 12. August. Ich bin zum erstenmal wieder durch die Stadt gegangen. Die altbekannte Straße mit den kleinen, häßlichen, gemüt- licheir Häusern sah mir sonderbar fremd aus. Es war mir, als ob ich nach Jahren irgendwo aus weiter, weiter Ferne wiederkäme und mich wundern müßte, daß alles noch am alten Fleck stand. Die Leute bogen mir weit aus dem Weg, grüßten tief und flüsterten hinter mir. Das Alltagsleben hat Ehrfurcht und Scheu vor dem Schmerz und denen, die ihm gehören. Eino große Stube, ganz kahl bis auf die hohen, stau-, bigen Aktenfächer an den Wänden. Au der einen Seite ein langer, grüner Tisch, an dem ein paar Gerichtsherren säßen. Ich erkannte sie erst nicht in dem steifen, schwarzen Barett, das auch Notar Holzmanns kliiges, bartloses 'Altfrauengesicht sonderbar veränderte. Wunderlich, in dieser Umgebung auf einmal Vaters Handschrift zu sehen! Das Testament !var schnell gelesen. Ich hörte zu, mehr aus Pflicht, als aus Interesse. Nur am Schluß eine Klausel. „Meinen literarischen Nachlaß vermache ich meiner Tochter Agnes zu alleiniger Verfügung. Da sie mit meinen Anschauungen und Plänen vollständig vertrant ist, überlasse ich es ihrem Ermessen, ihii zu ordnen, davon zu veröffentlichen oder zurückzuhalten, in der Gewißheit, daß sie es in meinem Sinn tun wird." । Mir schossen plötzlich die Tränen in die Augen, ich mußte mich vor diesen fremden Menschen gewaltsam zusammen nehmen. Dieses große Vertraueii in den paar Worten! Es rückte mir auf einmal unser Zusammenleben so deutlich vor Augen, und das, was ich an ihm verloren habe. Aber eä1 machte mich doch anch glücklich, stolz. Ich weiß, daß ich es rechtfertigen kann, Vater! 13. August. Ich habe seine Stube wieder aufgeschlossen und an seinem Schreibtisch gestanden. Es liegt alles noch so, tote er es gelassen hat; Papiere, aufgeschlagene Bücher mit Randnotizen. Ein wunderbares, starkes Gefühl seiner persönlichen Gegenwart kam auf einmal über mich. Fast als ob ich im nächsten Augenblick seine Stimme mit irgend einer lebhaften Frage hören müßte. Ich strich mit der Hand über ein paar von den Papieren hin und nahm sie auf. Ich las eins über, verstand es nicht gleich und las es noch einmal. Ein altes Tagebuchblatt augenscheinlich. Er mußte es aus einer von den Schreibtischladen genommen haben, die offen standen. Sie waren sonst verschlossen, ich habe es nie gesehen, nxi8 er darin hatte. Marie sagt ja, daß er im Karnin allerlei verbrannt hätte an dem letzten Tag. Was nur? Er hob sonst so. sorgfältig jeden Zettel ans. Ich habe wohl von ihm dieses Bedürfnis, mich schrifb lich auszudrücken, geerbt. Es war mir von jeher, als ob ich innerlich klarer würde, wenn ich meine Gedanke» auf dem Papier festlegte. Vater hat das anch immer ermutigt Er sagte, es wäre.gute, geistige Disziplin; ein Gedanke, den man formulierte, um ihn uiederzuschreiben, verlangte schon von selbst schärfere Logik und Begründung. Sogar wenn wir uns lebhaft über ein Thema unterhielten, sah er es gern, wenn ich ihm meine Ansicht nachträglich knapp und klar schriftlich geben konnte. Es ist mir ganz zur Gewohnheit geworden. Es war mir eigentlich nur eine fortgesetzte Unterhaltung mit ihm, unwillkürlich verfiel ich dabei immer wieder in die Anrede. Bei ihm hatte das alles jg tiefere Bedeutung. Seins — 199 — Jügendtagebücher wüchsen sich später KN Dramen, Dichtungen aus. Zu Werken, die nicht nur für sein eigenes Leben Wert hatten. 14. August. „Meiner Tochter Agnes zu «.Heutiger Verfügung." Eilt großes, schönes Recht aber auch eine große Pflicht. Ich stehe vor tiefem Tisch voll Hefte, Papiere itnib Schriften und lasse schlaff die Hände hängen. Ich weiß nichts wo es anfassen. Hie und da greife ich ein paar Blätter heraus und lese. Besonders diese Tagebuch- bltttter, die ich zuerst fand, halten mich fest. Vaters Jttgendbild sehe ich tnir dabei an, das kleine, das ich so liebe. Diese offene, prachtvolle Stirn mit den Breiten, dunklen Brauen über den hellen Augen. Etwas Faszinierendes liegt für mich in bem Blick. Ich möchte ihn so gekattnt haben. 1 Ich entsinne mich seiner ja nur, wie er zuletzt Ivar. Die Brauen und der spitzgeschnittene Bart schwarz, aber das Haar schlohweiß. Das gab ihm so etwas Anffalendes, weil sein Gesicht und seine Augen doch noch jung waren. Ich erinnere mich noch, wie ich in Lugano im Hotel den Wirt nach ihm fragte und der mit einer Verbeugung sagte: „Der Herr Gemahl ist schon vorausgegangen." Wir haben damals so darüber ■ gelacht. Es machte mir Spaß, wenn hie Leute mich für seine Frau hielten. Ach neckte ihn und nannte ihn ostentativ „lieber Peter Florenz", um hie Täuschung nicht zu zerstören. Er hatte ja überhaupt immer so etwas Ritterliches gegen mich. Ach, diese glücklichen Zeiten- Tas macht es ja eben so viel, viel schwerer. Wenn einer als alter Mann stirbt, reif und mit dem Leben fertig, dann nimmt man bnS hin als den Güng der Natur. Aber Pater war noch so jung, noch mitten im Schaffen. Eben fünfzig vorüber, auf der Höhe des Lebens. , Warum mußte es so kommen? Warum? (Fortsetzung folgt.) (Eine preußische Königstochter. Vor hundert Jahren, 1810, erschien bei Cotta in Tübingen! in deutscher, bei Bicweg in Braunschweig in französischer Ausgabe ein höchst merkwürdiges Buch, die „Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Bayreuth", der klugen und sehr temperamentvollen Lieblingsschwiefler Friedrichs des Großen, das, bald mit Schärfe, bald mit Httmvr, überraschende Bilder ton den Zuständen und Personen des Berliner Hofes entwarf. Was so kurz nach dem Zusammenbruch des preußischen Staates aufsehen- erregend wirkte, wird nach einem Jahrhundert aufsteigender staatlicher Entwickelung und geschichtlicher Forschung einem ruhigen, aber tiefgehenden mens chl ichen Interesse begegnen: entrüstet »der ergriffen >vder amüsiert, niemals aber gelangweilt, begleitet der Leser diese preußische Königstochter auf ihrem wechselvolleil Lebenswege, die einen anziehenden Frauentyp des. 18. Jahrhunderts darstellt. Ter durch „Die Bücher der Rose" bekannt gewordene Verlag! Wilhelm LLNgewieschö--Brandt in Eben Hausen bei München Lröffnet nun mit diesen Tenkwüvdigkeitett eine neue Buchersamm-- . lüng, die „Schicksal und Abenteuer" heißen und menschliche, zuweilen auch allzu menschliche LebensLorUMente tergangener Jahrhunderte enthalten soll. Wir entnehmen dem Buche „Eine preußische Königstochter" die Erzählung der Reise von Berlin nach Bayreuth, die dte Erbprinzessin (spätere Marlgrüfin) im Januar 1732, ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit, unternahm. Ter Herzog von Holstein führte mich darauf an meinen Wagen, worin sich der Erbprinz.und Meine Hofmeisterin befanden. AbendS kamen wir. glücklich bis KÄsterzina, ton wo wir am andern! Morgen in aller Frühe Mieder abreisten. Man hatte eine trächp tige Stute an meinen Wagen gespamrt, kaum hatten wir zwei Stationen zurückgelegt, so stürzte das Tier, der Wagen ging über sie und ward umgewvrfen. Wir hatten mit sehr ivorsichtigett Leuten zu tun, die irgend eine Entführung befürchtet haben Mochten, denn es befanden sich zwei gefcbene Pistolen im Wagen, Und außerdem noch ein paar sehr fettete re Koffer, die wenigstens weder Wechsel noch Geld enthielten. Diese ganze Ladung fiel.'mir, vhm mir den geringsten Schaden zu tun, auf den Leib. Meine! Hvsmteisterin schrie ohne Aufhören wie ein gerichteter Sünder: £) mein sköott und Heilpnd, «barm» dich! meiner. Ich sragtä ße: ob sie sich wtehtz getan hätte? sie verneinte und fuhr fort zu schreien. Der Erbprinz war aus dem Wagen gesprungen!, Und tch hatte wohl gesehen, daß er nicht verletzt .war. Ter ganze Auftritt war so lomisckp daß ich, beladen! wie ein Maulesel, unter metnein Gepäck vor Lachsstr fast erstickte. Endlich zog man mich mit wer ersinnlichen Mühe aus dem Wagen hervor, meins Leiute waren aber so erschrocken, daß sie Mich aus lauter Albernheit hünddrt Schritte! Mit auf ein mit Eis und Schnee bedecktes Feld trugen und stehen ließen. Llus Furcht, zu fallen, foimtei ich auf dem glatten Boden keinen Schritt wagen, dachte also wirklich das Schicksal von Lats Weib zu teilen und, zu einer Eissäule zu frieren, glÜcklichxrMise kämen aber die Wagen meiner Hofdamen! und Kavaliere an, um dieses' Wunder zu verhindern. Gartz! erschrocken liefen meine Damen auf dem ganzen Felde umher mtd schrien: wo ist aber Ihre Königliche Hoheit? — Ich antk wvrtete ihnen vergeblich, sie Waren so verwirrt, daß sie an mir selbst vorbei liefen tmd mich fragten, ito ich sei? Ich lachte ganz ausgelassen über diese Verwirrmtg und überredete sie doch endlich, daß ich rs wirklich sei, die mit ihnen spreche. - Die armen Mädchen klagten und weinten und meinten, ich müsse gewiß ein mnzeitiges Kindbett haben; man begoß mich Mit chunderterlei Riechwasser und iuollte mir eine Menge widriges Zeug eingeben, dasoch mir aber fein verbat. Ter Erbprinz war so verwirrt wie die anderen, «Mich ward aber der Wagen wieder aufgerichtet und ich setzte meinen Weg fort .... Alsdann gingen »vir bis Gera, darauf nach Zeitz. Ich hatte nie Berge gesehen, beim des Königs Land ist sehr eben, und war nie gereift. Wie ich nun die fürchterlichen Abgründe sah, machte ich große Augen und schwitzte große Tropfen. Auf jeder Station! ward der Weg schlechter, ich- war wie gerädert. Trotz allem, was man mir sagte, stieg ich ans und ging, soviel mir möglich war, zu Fuß — die Furcht vor den Abgründen gab mir Kräfte. Ich dachte in Lappland zu sein, in diesen mit Schnee bedeckten Bergen, in denen man nichts als fernhin einige Waldungen sah, seufzte leise und fragte: wann diese abscheulichen Berge endigen würden? aber leider versickerte man mir: die dauerten fort bis Bayreuth. Endlich, am neunten Tag meiner Reise, kam ich nach Hof, der ersten markgräflichen Stadt. Man empfing mich mit drem maliger Salve, die ganze Bürgerschaft stand in Reih und Glied, und ich stieg im Schlösse ab. Ter Hvfumrschall von Reitzensteitt Mit einigen Kammer Herrn und der ganzen unmittelbaren Reichs- rttterschast erwarteten mich unten an der Treppe — wenn man ein Ding, das einer Leiter MrMhs viel ähnlicher sah, so nennen will. Sobald ich mein ZimMer erreicht hatte, trat Herr ton Reitze w- stein herbei und betoi'llkonümnete mich im Namen des Markgrafen! bei meiner glütklichen Ankunft in seinem Lande. Msdann imhmi ich! die Anrede des Adels entgegen. Man hatte mich darauf tot* bereitet und geraten, diese Leute gut zu empfangen. Bekannter»» maßen hat der unmittelbare Adel große Vorrechte im Reich, matzt sich an, allein vom Kaiser abzrMngen und teil! gern klein« Fürsten vorstellen. Ta das nun unbillige Vorzüge sind, welche die Kaiser ihnen angedethen ließen, die nur bezweckten, die Reichs- sürstcn herabznfetzen, so gibt es unaufhörliche Reibereien und Prozesse. Ter Adel des Bogtlandes hatte sich mit dem der benach* barten Kreise entzweit und von ihm getrennt, so daß dieser ihn! nicht mehr für relchSmimittekbar halten wollte. Tie Markgrafen! hatten diese Gelegenheit demcht, um seine Vorrechte ungcfährf auf die des übrigen Adels zu beschränken, der jetzt «regierende aber, damit noch nicht zufrieden, hatte ihn auch noch seiner wenigen) übriggebliebenan Privilegien, kurze Zeit vor meiner Heirat, berauben wollen. Darauf empörte sich der Adel und bildete einen! Aufstand, der sehr unangenehme Folgen hätte haben können. Nur mit Mühe ivaren diese Unruhen beigelegt worden, und den Markgras mußte von seinem Vorhaben abgehen . . . Man hatte mir gesagt, sie wären alle ans großen Häusern und reich, ich schmeichelte mir also, ihre Erziehung würde diesen beiden Vor- teilen entsprechen und sie würden sich sehen lassen können. —• Wie hatte ich, mich geirrt ? — ich muß sie doch ein bißchen beschreiben. Es mochten einige dreißig fein, die mich bewillkommneten', fast lauter Reitzensteins, lauter Gesichter, um kleine Kinder aus Furcht zu Bett zu lagen und um ihre Antlitze mach zu verschönern!, hatten sie ihre Haare m Gestalt von Perücken zugesttitzt . . . Auch ihre Kleidung bezeugte ihr Altertttm; sie bestand aus lauter' Erbschaftsstücken ihrer Voreltern, die meisten paßten ihnen gar nicht auf den Leib, und ungeachtet es ihre Staats- und Festtöcks waren, sahen die Tressen so schwarz und schäbig aus, daß matt kaum erkennen konnte, daß es Gold sei. Ihre Sitten tonrett ihren Gesichtern und ihrer Kleidung ganz angemessen — matt hätte sie für Bauern hätten sollen . . . Kaum konnte ich mich bei ihrem Anblick des Lachens enthalten. Ich redete einen jeden! an, allem sie verstanden -mich nicht, und was sie mir sagten) war mir wie hebräisch — denn die Aussprache im Reich ist ganz anders als die bratwenburgischs. Auch die Geistlichkeit beehrte mich mit ihrer Begrüßung. Tas waren nun wieder andere Art Geschöpfe. Die hatten große! Halskrausen Wie Wäschekörbchen; ihre Anreden wurden sehr langsam vvrgetragen, damit ich sie besser verstehen könnte, sie sagten! das lächerlichste Zeng von der Welt, und ich hatte wieder olle Mühe, mein Gelächter zu nnterdrürken. Endlich schaffte ich mir alle unbarmherzigen Redner vom Leibe und setzte mich zu Tische. Ich versuchte mehrere Gegentz stände, nm 'meine adelige Tischgesellschaft zum Sprechen zu bringen, aber cs toter vergeblich. Endlich brachte ich fie auf,das Wirtschasts- fach, und da ging ihnen das Herz auf. Augenblicklich erhielt ich Kenntnis von thron Herden und Höfen; ja es erhob sich sogar ein sehr geistreicher und interessanter Streit, bet dem es darauf ankam, zu entscheiden, ab di« Ochsen im Ober-- oder Unterlands — 200 — Iledaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Giebea» Logogriph. Lustige Klänge erschallen aus meinem ehernen Munde, Aendre ein Zeichen von mir, dien ich als Speise und --ran, Auflösung in nächster Rümmer- Auflösung des Homonyms in voriger Nummer» Ball (beim Billard- re. Spiel, als Kinderfpielzeug und a» gesellschaitliches Fest). Muskau Kunde, der in fetuan „Briefen des Verstorbrnen" di« Kleideriordmmg das Dandys angibt. Alvrgens trägt er den Tin tomin, einen Schlajuock, der aus chinesischen oder indischen Schale stossen bestand, und mit dem Margen; moking bed' heutigen El-n gantS Aehulichkeit hatte; zum Ausreiten diente der breit, chößige, Ridingooat, zum Tiner der Frack. Zum Tvousseau des Fürsten gehörten: die orangen und blauen Samtwesten mit den iwife seidenen blumengestickten Unterwesten, die olivsarbeneu Rediugot^K zu eisengrauen Panta^kons, di« toeifen Halstücher, die unifttoli mit Tuvchschlingung der seinen dur.chbvochen«n Uhrkette zur Kra» luioibe geknüpft wurden, und darüber als Bstement em leichter! Mantel von wasserdichtem schottischem Stoff mit schwarzseidenem! Kragen und Taschen. Tas Wochenbudget in Wäsche umfaßt: zwanzig Hemden, vierundzwanzig Schnupftücher, em Dutzend Westen, fünfzig Halstücher, Strümpfe ä discrotwn. Bis zum! Ende der vierziger Jahre lebte noch Farbenfreude tn der Herren-. Keidnng; da steht ein grüner Frack, prächtig neben vwlcttech Beinkleidern oder ein veilchenblauer Frack neben Hosen aus weißem Samt oder Kaschmir. Di« bunten Westen bringen ebenfalls Heiterkeit in das Modebilid. In den fünfziger Jahren aber siegt dann die Farblosigkeit; der Gesellschaftsanzus erscheint m all seinen Teilen aus dem gleichen, dunkeln etofr Um 1867 bricht sich der Sakko Bahn, das LieblingskleidungSstück des Königs Eduard, und zu gleicher Zeit ersteht in dem damaligen Prmzeik von Wales die dominierende Erscheinung eines vornehmen Tandy, der die Gesetze der Herrenmode diktiert. Bom Menschen und seinen Komfortbedürfnissen ging Eduard ,aus; er betonte das Zweckmäßige, den Reiz.des Materials und du natürliche Grazie des Sitzest Er hat der Kleidung .wieder etne diskrete farbige Belebung gegeben und die eintönige Monotonie des völlig dunklen Anzugs durchbrochen. So trägt man nach semein' Borbud zinni Reitanzug karierte Tattersallwesten; sehr fein sind m den Sports- stossen die Färb en zusammen stellungcn ,dem herbstlichen Walde au- gepastt in ihren Erika- und Heidekrant-Sprenkeltöiwn. Ter Frack wird durch die weiße Mkreweste und durch leuchtens Perlet-, oder Mondsteinknöpfe aufgehellt. Zunt Stvastenanzug, deur Sakko ober dem kleinen Rock, tvtählt man eine lichtgraue KaschmiriveW, die besonders zum blauen Rock sehr gut steht und Mit einer matt- grünen Krawatte, einem zart schwarziveiß getönten Hemde emo vollendete Farbenharmonte bildtt. Auch sonst) haben die kveatWnen König Eduards eine sttesocm der Herrenkleidung durchs geführt. „Er liebte die Bügölfalte. wml sie den Fall der Hase diszipliniert und ihr Haltimg und BeMltN's zUM Ätiefttt gibt, er liest den untersten Westenknöpf auf, damiit die Weste sich organisch nach unten zu ausleben kann, und er reite damit du laugen Sv'Ken an, die der West» einen svMankeu ,md frei- bemientett'S'ii garaut'e''en. Er siebte die geräumigen Ulfttr- aus wrick-m. orisfigeM kockere-eknüpftnn -HomespiM. die fo mmach. ahmliche Rasse haben und sa lebendiges Bsymunaskv-el. vor (Amt. warn sie als Raglan mit dem me-ten Schulterstück Ä Arml-ochnaht und den tief eingesetzten Aernvelit gearbeitet smd. (^r bat die Tvrairne! des Zvlinders überwunden und den run^n Mckian iind den leichten. weichen aran-n Hmnbii'-g-Hut für bert Smimer lanciert. Er erfand, iW ftrnte ®emiemmit ist. das Dinner-Jackett — von beit Deutschsn fälschlich Smoking genmmh Smoking ist «fite HmiSfacke." yüchertlsch. — Adler-Biblivthek. Die Aufgabe, vor die bet deutsche Berlagsbuchhandel bei Bekämpfung der Schundliteratur we it ist, ist die Schaffung von billiger Literatur, bte sowohl ein iverbe-. kräftiges Aenßere als auch packenden modernen Inhalt auMiM Das äußere Gewand sowie der Titel smd bte Eigen,chasteuc^v Schundhefte, die ihnen zu dem unheimlichen Erfolm verho.feu l^tbett. Es gilt als-o, den Feind mit seinen eigenen Waffen zu bekämpM und durch' Nachahmung der äußeren Ausstattung den m Frage kommenden großen und weiten, mehr oder weniger iirteus!-! n Leserkreis zur Anschaffung guter Lektüre, gewissermaßen zli,,ve« führen". Auf diesen Pfaden itonbtft die ,Lllustrterü Adle« Bibliothek". Sie wird als Veröffentlichung der „Deutschm schuft zur Berbreitung guter Jugendschriften uttd Bücher von Georg Gellert herausgegeben und erscheint zu dem Preise vm 10 Pfg. für ein mit buntem Umschläge und Textillustratwnen^ gestattetes Bändchen. Angesehene Schriftsteller bringen tn den Erzählungen Ersatz für die Schundhefte, nämlich gu e LeNM und ehte Ausstattung, die. dem Geschmack des in Frage ikommenoe« Leserkreises angepaßt ist. Die Entstehung der modernen herrenkMdung. Bom Dandy und dömDandtzsmus, to: Wesen und dem Träger per Eleganz plaudert Felix Poppenverg in einem fefielnven Aussatz in lieber Land und Meer. Er betont, das.z der Einzug nicht das Entscheidende für den Dandy sei, sondern mir die äußere Einkleidung ftir eine bestimmte Wesensart; nicht der vornehme Rock mache den wahren Beau, sondern das imbefmterbare Rasslue- ment und die periönliche Eigenart, mit der das Kleid getragen wird, so daß es in eine innige Harmonie Mit dem Körper un« feinen Bewegungen tritt. Aber immerhin ist die moderne Kret- imng, wie sie sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts entwickel bat das Werkzeug des Elegants und verdwnt als solches die pörgsAtigste Beobackitmtg aller, die den Geist und öitm deck Doklettenschönheit ergründen wollen. Tie erste rlhnung einer Umwälzung der Herreuurode taucht in der Werthertracht auf, aber eigentlich ist der Anzug des modernen Herren doch ein Kind bet Revolution, der Temvkratisieruug der Gesellschaft. Die lange Hose, der Pantalan, ist der wichtigste Repräsentant dieses revo- Lltwniereuden Kleidergeistes. Tie lange Hose war zuerst in der englischen Marine üblich; sie reichte anfänglich nur.bis zur Made, entwickelte sich allmählich weiter und erringt ihren Sieg in Tentschland, als.Friedrich Wilhelm III. 1797 auf der Phrmonter Bruuneuprmnenade in langen, über die Stiefel fallenden Bein- Reibern erscheint Seitdem behauptet der Pantalmt, mag der Schnitt nun weit oder eng sein, das Feld, und die lange verpönte Kniehose hat sich ihre Existenzberechtigung erst wieder im Sport- anzug erworben, der aus Gründen der Zweckmäßigkeit das kurze: Beinkleid ton neuem forderte und mit dem steif höfischen Prunß! der Esoarpins nichts zu tun hat. Mit hem Pantalon tritt, als Ergänzung zum Frack, der breit- und langschößige Rock auf, der Ahne unseres glockenförmigen Gehrocks von heute. In diese dunkel getönte Tracht versucht« man lebhaftere Farbe,takzente durch bunte Westen mit leuchtenden Knöpfen zu bringen. Dach auch die Weste, die in der RokoLozeit sehr lang gewesen gvar und Mit ihrem angesetzten Taillenschoß und ihren Klappentascheu die Form innerer Modernsten Frackwesteu hätte, wird sehr kurz, hatte aber dafür am unteren Rande drei Absätze, die verschiedenartige! Farben, häufig Grün, Gelb und Perlmutter, zeigten. So etwa War bte Kleidung des Königs aller Taudys, des großen Brum- mel, beschaffen. Wie sich um! 1827 ein vollendeter Beau kleidete, davon geben die Londoner Schilderungen des Fürsten Pückle r- wären UM bie Mitte der Tafelzeit benachrichtigte Man S bTe§ N fei, be" Markgrafen Gesundheit aus euwM mxa|en Glase zu trinken; man brachte mir ein derartiges, so gwß, daß ich mit dem Kopse hätte hinemlahren konnnr, und fo chwer, daü ick in Gefahr War, es fallen zu lassen. Aiaraitf trank der HofmarschaN meine Gesundheit; — es warm meMg Personen an der Tafel, ich dachte, ich wurde mir vor lauter Veibeugmigeui die Hüften verrenken. Endlich ward mir die Zeit hierbei I« lang, daß ich aufstand und davonging. 1 Man hatte mir gesagt, ich Müßte beil folgenben Tag, weil M «in Sonntag sei, in Hof bleiben und die Bvedigt mit anhoren, so «ine Predigt hatte ich denn auch noch meMals gehört Test neifMime Herr begann damit, alle Heiraten herzuzahlen, die ton Adam 'bis Nooah stattgesunden hatten, er erließ, uns nicht der» aetütoten Umstand, so daß die Mämrer lachten und die Weibe« bis an die Nagelspitzeu erröteten. Tie Tafel gnch^er des vorher- aehenden Tages. Nachmittags langten alle benachbarten Damen bei mir an. Heiliger Gott, welche Damen! alle ebenso ^häßlich wie ihre Männer, alle mit Haaraufsätzen, tn denen die genistet hatten, bunt wie die Regenbogen, mit funfztgerlei Bändern aesckmückt — kurz, sie waren aufgeputzt wie Jtarruinen. Einige davon waren am Hofe gewesen " das war etne wahre Komödie, zu sehen, welch ein Aniehen sie sich gaben. ^Die nnbern wollten ihnen nachahmM. — Nein, nie sah ich so etwas Komisches! besonders die Art, wie sie uns Mit ehren Blicken musterten. — Ich brachte den ganzen Tag. in dieser Arche Nvah M und ging den svlgenden Morgen bis nach dem nur« fei Meilen von Hof gelegenen Gefves, wohin m-r der Markgraf entgegenkam. Er empfing mich in einem ettnden Wrrls- baus, wo ich die Nacht bleiben sollte, erzeigte, mir viel Hoftrch- keit und überhäufte mich sowohl wie feinen Lohn mit Freund- schaftsbezengungeii. Abends nach der Tafel führte er muh tn mein Schlafzimmer und unterhielt mich äWei. <3tnnbm 3- stehend, von Teleimach und der römischen Gesctnchte nach Amckot d'Houssaye. — Ta mm der gute. Fürst incht sehr beredt war, glich feine Unterredung den Predigten, die man sich.Asm Einschlafen torleseu läßt. Mir ward übel, und hatte er nicht schnell Hmte gerufen, so wäre ich hingestürzt, und es währte drei stunden, ebe ich aus meiner Ohnmacht wieder zu mir selbst gebriacht werden konnte. Man ivollte mich noch den andern Tag m dieiey KHeren Herberge sesthalten, aber ich drang durchaus daraus, rmch yreuth, das nur drei Meilen davon entfernt ist, zu mhen. Ter Markgraf war schon wrans gegangen, ich reifte nach Tisch ab und kam abends nm sechs Uhr am 22. Januar tn Bayreutp an.